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Auszählpannen

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MatthiasMS
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2013 - 13:21 Uhr:   

Hallo zusammen,

ich gebe zu, nicht alle Forumsthemen durchgesehen zu haben und nicht zu wissen, ob das Thema schon einmal behandelt wurde.
Trotzdem würde mich interessieren, welches die gängigsten Pannen sind, die Auszählungen verzögern.
Ich frage mich bei jeder Landtagswahl auf's Neue, wie so mancher Wahlvorstand geschlagene vier Stunden auszählen kann. Ich war selbst zwei Mal Mitglied in einem Wahlvorstand. Einmal stimmte unser Urnenprotokoll nicht mit den abgegebenen Stimmen in der Urne überein. Aber auch da waren wir um kurz vor 20 Uhr durch.
Deshalb: Welche Auszählpannen sind Euch bekannt? Und welche verzögern die Auszählung besonders lange?

Viele Grüße

Matthias
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2013 - 15:04 Uhr:   

1999 Mülheim/Ruhr: meine ehemaliger Deutschlehrer glaubte bis Montag nachmittags, er wäre neuer Oberbürgermeister, der Gegenkandidat war bereits an seinen regulären Arbeitsplatz zurückgekehrt.
Dann kam raus: eine erneute Addition der Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken ließ das Ergebnis der Stichwahl in die andere Richtung kippen. Im Stadtteil Saarn hatte man am Ende der korrekten Auszählung das Ergebnis telefonisch ans Wahlamt gemeldet und in diesem Telefonat wurden die Stimmzahlen der beiden Kandidaten vertauscht, die im Protokoll jedoch richtig vermerkt waren.
Der Vorsprung war vor und nach der Korrektur zweistellig und wuchs nach einer nochmaligen Nachzählung auf knapp über 100 an.

Meine Mutter war 1998 Wahlhelferin (Beisitzerin), der Vorsteher war geistig nicht ganz auf der Höhe, erlitt um Punkt 18:00 einen epileptischen Anfall, die Auszählung begann nach 90 Minuten und wurde massiv durch sein mangelhaftes Verständnis für die Grundzüge des Wahlrechts beeinflusst. Statt erst nach Zweit- und dann nach davon abweichenden Erststimmen zu sortieren, raffte er erstmal alle Zettel zusammen, die mithalfen, dass "der Dicke wegkommt". Für den Transport der Stimmzettel zum Wahlamt hatte er fest die U-Bahn eingeplant ... aber die letzte war dann auch schon weg. 1999 war er dann nicht mehr im Wahlvorstand.
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2013 - 16:13 Uhr:   

"der Vorsteher war geistig nicht ganz auf der Höhe, erlitt um Punkt 18:00 einen epileptischen Anfall, die Auszählung begann nach 90 Minuten und wurde massiv durch sein mangelhaftes Verständnis für die Grundzüge des Wahlrechts beeinflusst."

Da wäre IMHO der Stellvertreter gefragt gewesen, während des Anfalls einen Arzt zu rufen und den Vorsteher in Rücksprache mit der vorgesetzten Stelle aus seiner Aufgabe zu entlassen. Genau für solche Fälle gibt es ja einen Stellvertreter und genau für solche Fälle hat der Wahlvorstand in der Regel mehr Mitglieder (6 bis 7) als für die Auszählung nötig sind (5).

Meine Erfahrung: Ein ungewöhnlich langer Auszählprozess kann auch ganz ohne ungewöhnliche Zwischenfälle vorkommen. Bei einer Bundestagswahl (ich war Beisitzer) haben wir immer wieder beim Zählen und Nachprüfen unterschiedliche Resultate rausbekommen. Erst nach Mitternacht hatten wir ein Ergebnis.

(Beitrag nachträglich am 25., Januar. 2013 von tg editiert)
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2013 - 16:53 Uhr:   

@tg
Der Anfall selbst war damals recht schnell überstanden, die restliche Verzögerung ergab sich auch aus der geistigen Verfassung, die aber vom Wahlamt am Telefon als nicht so gravierend wahrgenommen wurde, dass es einer Ablösung zugestimmt hätte.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2013 - 17:06 Uhr:   

@MatthiasMS "Ich frage mich bei jeder Landtagswahl auf's Neue, wie so mancher Wahlvorstand geschlagene vier Stunden auszählen kann."

In Hamburg wäre ich überrascht, wenn irgendein Wahlvorstand außerhalb von Tatenberg und Spadenland 2011 innerhalb von vier Stunden mit der Auszählung komplett durch gewesen ist. Die hat in den meisten Wahllokalen bis Montagabend, in Einzelfällen bis Dienstagmittag, gedauert.
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Taugenichts
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. Januar 2013 - 21:41 Uhr:   

Ich werde eigentlich eher skeptisch, wenn die Auszählung zu schnell geht, z.B. weil die Wahlhelfer nach Hause wollen. Schnelligkeit und Schlampigkeit sind ja oft ein Paar.
Nach meiner Erfahrung werden die Wahlordnungen, in denen ja genau festgelegt ist, wie die Auszählung abzulaufen hat, nicht immer streng beachtet, aus Unkenntnis oder weil man einfach Zeit sparen will.

@Norddeutscher
Hamburg mit seinen vielen Stimmen zeigt, wie aufwendig eine Auszählung werden kann. Ich bin sehr für einen großen Wählereinfluss auf die personelle Zusammensetzung der Parlamente. Genauso aber wie ein Wahlsystem für den Wähler möglichst einfach und verständlich gestaltet sein sollte, sollte das auch für die Ausgestaltung des Auszählungsverfahrens durch die Wahlhelfer gelten. Mehrtägige Auszählungen müssten also nicht sein.

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