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Was ist das "bias" bei der Mehrheitsw...

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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 04. Oktober 2009 - 22:36 Uhr:   

Ich habe einen Text in der Schule darüber bekommen,aber ich verstehe das "bias" nicht,
könnte mir das jemand bitte ganz einfach erklären?! :D

Wär nett!
Mfg Vanessa
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 01:07 Uhr:   

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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 17:01 Uhr:   

Aber wie kommt es denn dazu?! o.o
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 18:57 Uhr:   

Das sollte eigentlich in dem Text stehen, den Du bekommen hast.

Ein "Bias" besteht beispielsweise in Deiner Badezimmerwaage, wenn diese netterweise immer etwas weniger anzeigt als eigentlich zu erwarten wäre, weil sie leicht schief steht o. ä.

Warum nun in Deinem Text ein Bias von irgendwas vorhanden sein soll, können wir nicht wissen. Das muss ja nicht einmal mit Wahlen zu tun haben.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 19:40 Uhr:   

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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 20:10 Uhr:   

sorry,
aus SOWI.
Haben einen Text über die Mehrheitswahl bekommen,und anhand von diesem text versteh ich das "bias" nicht.
Den Text haben wir von der Seite:
bpb.de
von Themen & Materialien - Wahlen in der Dekokratie.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 20:25 Uhr:   

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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 20:39 Uhr:   

ja das,aber was versteh ich denn darunter.
Ich finde diese forumulierung etwas kompliziert ;s
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 21:56 Uhr:   

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albertk
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 05. Oktober 2009 - 22:29 Uhr:   

Hallo, Vanessa!
Es heißt übrigens im Deutschen "der" Bias. So las ich es öfter in Büchern über Wahlsysteme. Der erwähnte Text verwendet das Wort Bias im Sinn von "Mehrheitsumkehr".

Bei dem britischen Mehrheitswahlsystem handelt es sich um die relative Mehrheitswahl. Es gibt soviele Wahlkreise wie Abgeordnete zu wählen sind. In jedem Wahlkreis siegt der Bewerber mit den meisten Stimmen. Das nennt man "relative Mehrheit".
Dabei ist es übrigens egal, wie stark diese Mehrheit ist. Ob der stärkste Kandidat nur eine Stimme mehr hat als der zweitstärkste oder mehr als 50%.

Meistens bekommt in Großbritannien die Partei mit den meisten Stimmen im ganzen Land auch die meisten Abgeordneten. Das ist aber nicht immer der Fall. Es kann auch passieren, daß z.B. die zweitstärkste Partei die meisten Wahlkreise gewinnt. Diese Situation nennt man Bias, auf Deutsch auch Mehrheitsumkehr.

Im 20. Jahrhundert ist dies in Großbritannien mehrfach vorgekommen, zuletzt 1974. Auf dieser Webseite heißt es dazu an anderer Stelle: "Bei der Wahl 1974 hatte (die) Labour(-Party) mehr Sitze als die Konservativen, obwohl die Konservativen mehr Stimmen erhalten hatten."

Wie passiert so etwas? Ein einfaches Beispiel anhand von 3 Wahlkreisen kann man es schon veranschaulichen. Stell Dir vor Partei A gewinnt einen Wahlkreis mit 61%, verliert aber zwei Wahlkreise mit 49%. Die restlichen Stimmen gehen an Partei B, die verliert also einen Wahlkreis mit 39%, gewinnt aber die beiden anderen knapp mit jeweils 51%. (Am besten schreibt man das als Tabelle auf - und rechnet es einmal durch.)
Partei A hat am Ende in diesen 3 Wahlkreisen ein Durchschnittsergebnis von 53% ,aber nur ein einziges Mandat gewonnen. Partei B hat ein Endergebnis von 47%, aber 2 Mandate gewonnen.

Was ist hier passiert? Partei A hat nur ein Mandat mit einer starken Mehrheit von 61% gewonnen, während Partei B zwei Mandate mit knappen Mehrheiten von 51% gewonnen hat. So ähnlich kann beispielsweise auch in Bias/Mehrheitsumkehr in einem ganzen Land entstehen.

Wie gingen die Briten 1974 damit um? Es regierte wie in Großbritannien üblich erst mal die Partei mit den meisten Parlamentsmandaten, die Labour Party - obwohl sie weniger Stimmen als die Konservative Partei hatte.

Das Ergebnis sah nach den Februar-Wahlen 1974 nämlich so aus:
Conservative Party 37,9% 297 Mandate
Labour Party 37,2% 301 Mandate
Liberal Party 19,3% 14 Mandate
Andere Parteien 5,6% 23 Mandate
Es war nicht nur ein Bias entstanden, sondern keine Partei hatte eine absolute Mehrheit der 635 Parlamentsmandate.

Dann gab es innerhalb des gleichen Jahres eine neue Wahl, um die Verhältnisse zu klären. Bei den Oktober-Wahlen 1974 gewann übrigens die Labour Party rund 20 Mandate dazu und lag auch an Stimmen vor den Konservativen.

Hoffentlich war das jetzt etwas verständlicher!
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Demo
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 06. Oktober 2009 - 09:27 Uhr:   

Eine Frage am Rande dazu: Würde man die Wahl 2000 in den USA dann auch mit dem Begriff Bias umschreiben, als dort Bush gegen Gore gewann, weil er mehr Wahlmänner auf sich vereinen konnte, obwohl er weniger Stimmen bekam?
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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 06. Oktober 2009 - 13:39 Uhr:   

Ich glaube ich habe es jetzt verstanden.

Es kann also auftreten,wenn eine Partei A in einem Bundesland die absolute Mehrheit hatte,aber in einem anderem Bundesland nicht gewonnen hat,sondern eine Partei B mehr erlangen konnte.
Dadurch kann die Partei A,dann ein Mandat verlieren,welches dann der Partei B zugesprochen wird.

Ist das so richtig ? ;s
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 06. Oktober 2009 - 21:01 Uhr:   

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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 06. Oktober 2009 - 23:26 Uhr:   

Damit jetzt nicht der Eindruck entsteht, eine Mehrheitsumkehr könnte nur bei Mehrheitswahlrecht auftreten: So etwas ist grundsätzlich immer möglich, wenn das Wahlgebiet in verschiedene Wahlkreise unterteilt ist, in denen dann getrennte Wahlen stattfinden, selbst wenn in jedem dieser Wahlkreise Verhältniswahlrecht angewandt wird.

Und das ist gar nicht mal so selten: Island, Spanien, Schweiz, Liechtenstein, Belgien, Bremen, Europawahl und sicher noch einige weitere.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Oktober 2009 - 00:19 Uhr:   

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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Oktober 2009 - 15:38 Uhr:   

@ Ratinger Linke:
Dann aber nur auf der Basis von Koalitionen: A erhält mehr Stimmen als B+C, aber weniger Sitze.


Hier ein konkretes Beispiel für eine Mehrheitsumkehr bei Verhältniswahlrecht inmehreren Wahlkreisen, die Parlamentswahl in Liechtenstein von 1978:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_des_liechtensteinischen_Landtags_(1978)

Im Oberland gab es 9, im Unterland 6 Mandate.

Im Oberland erhielt die VU 18 Stimmen mehr als die FBP, womit sie 5:4 Mandate bekam.
Im Unterland erhielt die FBP zwar 646 Stimmen mehr als die VU, aber dieses war zu knapp für ein 4:2 und führte zu einem 3:3.

Insgesamt hatte die FBP damit zwar 628 Stimmen mehr bekommen als die VU und sogar die absolute Mehrheit der Stimmen, verlor aber nach Mandaten mit 7:8.

(Beitrag nachträglich am 07., Oktober. 2009 von tg editiert)
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Demo
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Oktober 2009 - 17:21 Uhr:   

Danke Ratinger Linke.

Ich kannte den Begriff bias eigentlich auch nur in anderen Zusammenhängen mit einer anderen Bedeutung. Insofern interessant, wie er hier verwendet wird.
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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Oktober 2009 - 20:56 Uhr:   

Also habe ich es doch falsch verstanden?! ;S

"
Registriertes Mitglied

Veröffentlicht am Dienstag, 06. Oktober 2009 - 13:39 Uhr:
Ich glaube ich habe es jetzt verstanden.

Es kann also auftreten,wenn eine Partei A in einem Bundesland die absolute Mehrheit hatte,aber in einem anderem Bundesland nicht gewonnen hat,sondern eine Partei B mehr erlangen konnte.
Dadurch kann die Partei A,dann ein Mandat verlieren,welches dann der Partei B zugesprochen wird.

Ist das so richtig ? ;s"


Könnt ihr mir sonst den Satz richtig formen?
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 07. Oktober 2009 - 23:03 Uhr:   

Nein!

Es Geht darum, daß Partei A bei einer Wahl mehr Stimmen bekommen hat als Partei B, aber trotzdem weniger Mandate bekommt.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. Oktober 2009 - 00:02 Uhr:   

@TG
Richtig! So einfach ist das.


Mal ein paar reale Beispiele für einen bias:

Großbritannien 1951
Konservative 48,0% - 321 Sitze (von 625 insgesamt)
Labour 48,5% - 295 Sitze
(wobei aber in vier Wahlkreisen die Konservativen keinen Gegenkandidaten hatten)

Großbritannien Februar 1974:
Konservative 37,9% - 297 Sitze (von 635)
Labour 37,2% - 301 Sitze


Neuseeland 1978
National Party 39,8% - 51 von 92 Sitzen
Labour 40,4% - 40 Sitze

Neuseeland 1981
National Party 38,8% - 47 von 92 Sitzen
Labour 39,0% - 43 Sitze


Quebec 1966
Union nationale 40,8% - 56 von 108 Sitzen
Liberale 47,3% - 50 Sitze

Quebec 1998
Parti québécois 42,9% - 76 von 125 Sitzen
Liberale 43,6% - 48 Sitze
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Vanessa O
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. Oktober 2009 - 16:03 Uhr:   

und woran kanne s jetzt liegen das Eine Partei A,obwohl sie mehr Stimmen als eine Partei B hate weniger Mandate erhielt?.

Kann das dann damit zusammen hängen,dass die Partei B mehr Erststimmen,als Partei A erhalten hat?
Also mehr Direktmandate gewinnen konnte?
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. Oktober 2009 - 16:29 Uhr:   

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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 08. Oktober 2009 - 18:08 Uhr:   

Das hat überhaupt nichts mit Erst- und Zweitstimmen zu tun, sondern kann auch auftreten, wenn jeder Wähler nur eine Stimme hat.

Nehmen wir der Einfachheit halber ein Dorf mit 603 Einwohnern, wo in 3 Wahlkreisen (Nord, Mitte Süd) von jeweils 201 Wählern je ein Abgeordneter für ein Parlament aus 3 Abgeordneten gewählt wird.

Nord: Partei A kriegt 100, Partei B 101 Stimmen
Mitte: Partei A kriegt 100, Partei B 101 Stimmen
Süd: Partei A kriegt 201, Partei B 0 Stimmen

Gesamt: Partei A hat 401 Stimmen, Partei B 202 Stimmen.

Aber: Partei A hat nur den Wahlkreis Süd gewonnen, Partei B hingegen Nord und Mitte. Im Parlament hat B also 2 Mandate und A nur 1, obwohl A mehr Wählerstimmen hatte.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 11. Oktober 2009 - 13:29 Uhr:   

Wie ist die Sache eigentlich bei den "Überhangmandaten" in unserem Wahlrecht? Wenn - was nicht geschehen ist - ein "Lager" bei einer Bundestagswahl die Mehrheit der Parlamentssitze erhielte, obwohl es von den Stimmen her - gegenüber dem "anderen Lager" in der Minderheit ist? Oder die jetzige Situation in Schleswig-Holstein (vorausgesetzt, das Landesverfassungsgericht bestätigt die derzeitige Mandatsverteilung?) Kann man dies auch als "bias" bezeichnen?
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 11. Oktober 2009 - 16:08 Uhr:   

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