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Wären Bake Sales in Deutschland erlaubt?

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freisem
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 04. November 2008 - 17:04 Uhr:   

Liebes Wahlrecht-Team,

ich lese gerade bei Spiegel-Online, dass es in den USA die Tradition der „Bake Sales“ bei Wahlen gibt: In Wahllokalen, die in Schulen untergebracht sind, verkaufen Kinder am Wahltag Gebäck und polieren so die Kasse ihrer Schulen auf.

Als engagierter Vater im Förderverein der Grundschule meiner Tochter frage ich mich gerade, ob wir so etwas bei den anstehenden Europa- und Bundestagswahlen 2009 auch bei uns (NRW) organisieren können. Oder stehen dem die Wahlordnungen entgegen?

Danke für einen Tipp und mit freundlichen Grüßen,

Matthias
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 04. November 2008 - 17:18 Uhr:   

Ich würde mich lieber fragen, warum man Kinder zwingen sollte, am Sonntag stundenlang in der "geliebten" Schule herumzusitzen, nur damit es bei deutschen Wahlen so herrlich amerikanisch zugeht.

Und da kann man auch gelich die Frage anschließen: wird in amerikanischen Schnulen eigentlich am Wahltag, der ja ein Dienstag ist, Unterricht erteilt?

(Beitrag nachträglich am 04., November. 2008 von MMA editiert)
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MelUSA
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 01. Dezember 2008 - 23:20 Uhr:   

Also ich war in Amerika am Wahltag und wir hatten definitiv Schule!^^
Diese "Bake Sales" (oder um es mal schoen altmodisch deutsch zu sagen: Kuchenbasar :-) sind wirklich recht verbreitet hier...
Ich denke nicht dass das gegen irgendein Recht spricht, schliesslich ist Kuchen ja wohl kaum politisch!! Ausser Leute muessen weniger bezahlen, wenn sie eine bestimmte Partei waehlen...
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2008 - 09:40 Uhr:   

Wobei die Durchführung einer Wahl an einem Werktag ja nicht nur ein Raumproblem ist. Wie kriegt man in den USA eigentlich die Wahlvorstände zusammen? Gut, die Kultur der freiwilligen Mitarbeit mag dort ausgeprägter sein, aber wenn ein Großteil der Wahlberechtigten zur Arbeit oder zur Vorlesung muß, ist das doch schon ein Problem?
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AeD
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2008 - 11:03 Uhr:   

Was mir bei US-Wahlen immer auffällt, sind die sehr langen Warteschlangen vor den Wahllokalen, selbst beim Early Voting an den Tagen vor dem eigentlichen Wahltag. Zum Teil sind diese den vielen gleichzeitig stattfindenden Wahlen geschuldet, zum Teil vermutlich den vielen Wahlberechtigten in einem Wahlbezirk.

Kennt jemand Zahlen zu den durchschnittlichen Wahlbezirksgrößen? Wenn die größer als in Deutschland wären, reichen vielleicht auch Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung als Wahlhelfer aus.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2008 - 11:22 Uhr:   

wie immer in den USA:
es gibt keine einheitliche us-weite Wahldurchführung.
In vielen Staaten ist allerdings die Stimmabgabe auch schon einige Tage VOR dem Wahl-Dienstag erlaubt. Der Dienstag ist dann nur die letztmögliche Deadline. Und natürlich gibt es daneben auch Briefwahl.

Dass die Räumlichkeiten auch anderweitig belegt sind, sollte kein zu großes Problem sein. In einer Schule gibt es so viele Räume, da bricht der Unterricht nicht gleich zusammen, wenn eine Handvoll zweckentfremdet werden.
(Wenn man z.B. die Turnhalle requiriert, dann fällt an dem Tag halt der Sportunterricht aus - oder man macht einfach einen Waldlauf). Ich sehe sogar etliche kreative Möglichkeiten, wie man dadurch den Schülern ein bißchen "Demokratie zum anfassen" bieten kann.

Was mich allerdings tatsächlich immer wieder wundert, sind die stundenlangen Schlangen vor den Wahllokalen. Am Wahlabend wurde auf CNN jedem nicht-Politiker, der interviewt wurde die Frage gestellt, wie lange er in der Schlange stehen musste. Alles unter 2 Stunden wurde positiv registriert.
Irgendwie schon seltsam. Für was brauchen die so lange? Die (in den USA zugegebenermaßen im Vergleich zu Deutschland aufwändigere) Registrierung des Wählers hat ja schon zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden. Es geht also nur noch um den eigentlichen Wahlakt und die Identifikationskontrolle.

Woran liegt's also? Gibt es vielleicht schlicht zu wenig Wahllokale und Wahlhelfer? (Dagegen spricht, dass die Auszählung dann auch nicht nennenswert länger dauert als in Deutschland).
Oder gibt es irgendein grundlegedes Organisationsproblem?
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2008 - 11:43 Uhr:   

Ich denke, es liegt vor allem an der Zusammenlegung aller Wahlen auf einen Termin: 30 Kreuze in den USA dauern halt 15 mal so lange wie 2 Kreuze in Deutschland. Weiterhin ist durchaus denkbar, daß die Stimmbezirke größer sind als bei uns. Schließlich könnte ich mir vorstellen, daß die ganz langen Schlangen erst nach dem Ende der normalen Arbeitszeit entstehen, wenn die Leute nach Feierabend zur wahl strömen. In Deutschland dagegen verteilt sich der Andrang ja relativ gleichmäßig über den Sonntag (Ausnahme: In katholischen Gegenden gibt es nach dem Ende der Messe durchaus auch schon mal Wartezeiten).
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2008 - 19:23 Uhr:   

tg:
Genau um die Stimmabgabe direkt nach der Messe zu vermeiden (und die dadurch mögliche Beeinflussung des Wählers) wurden übrigens die Wahltermine in den USA nicht auf einen Sonntag festgelegt.

Übrigens muss man in Bayern zur Kommunalwahl (je nach Gemeindegröße) z.T. sogar mehr als 30 Kreuze allein für den Stadtrat machen. Plus nochmal so viele für den Kreistag. Plus Landrat und Bürgermeister. Und die Stimmauszählung ist bei Panaschier- und Kumulier-Systemen auch nicht ganz einfach.

Das Mysterium bleibt also, was da in den USA schief läuft.

Wobei mir ohnehin schon öfters in den USA aufgefallen ist, mit welcher in Deutschland unvorstellbaren Engelsgeduld da auch sehr lange Schlangen akzeptiert werden - zumindest wenn es um quasi-öffentliche Dienstleistungen geht.

Aus Ökonomen-Sicht eigentlich seltsam. Immerhin ist in den USA sowohl die Arbeitszeit länger als auch das Lohnniveau höher. Entsprechend gilt dort noch mehr als hierzulande "time is money".

Vielleicht erklären die langen Wartezeiten z.T. auch die relativ niedrigen Wahlbeteiligungen.
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Mitdenker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 02. Dezember 2008 - 21:29 Uhr:   

Ist es hier in Deutschland möglich, vor oder im Wahlgebäude am Wahltag ein Fest zu feiern?
Dann könnte man dort die Kekse verkaufen. Mit Keksen und Kuchen darf man, aber nicht beeinflussen, so wie in Rußland.

Die Wahlen liegen im November, weil die Erntezeit schon vorbei ist. Die US Amerikaner wählen am Dienstag, weil ursprünglich der Weg zum Wahllokal häufig eine Reise in einen anderen Ort bedeutete. Am Sonntag sollte man nicht losgehen. Wenn man am Montag losging, konnte man spätenstens am Dienstag am Wahlort ankommen.

Die Beeinflussung durch die Kirchen gibt es trotzdem. Die Priester dürfen niemanden offen unterstützen, da ihre Kirchengemeinde, dann staatliche Zuwendungen verlieren würde. Die Priester haben, aber subtile Mittel, um ihre Präferenz mitzuteilen.
"Rußland würde Obama wählen ..."

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