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Niederlande: Unterschiede zwischen Ve...

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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. Juni 2008 - 10:11 Uhr:   

Seit mehrerern Wochen steht Verdonk bzw. TON (Trots Op Nederlands) in den meisten niederländischen Umfragen auf Platz 2. Aber für welche Positionen steht diese Partei eigentlich? Und worin unterscheidet sie sich programmatisch von der PVV (Wilders), die ja auch aus der VVD hervorgegangen ist?
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Tim Spier
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. Juni 2008 - 16:50 Uhr:   

Vermutlich tut man beiden Parteien kein Unrecht, wenn man sie in die Reihe rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa einreiht. Wie bei der Lijst Pim Fortuyn handelt es sich bei beiden Parteien aber um eine "liberalere" Varianten dieser Parteienfamilie. Also nationalistisch und gegen den Zuzug von Migranten, aber nicht rassistisch im engeren Sinne, auch nicht gegen andere kulturelle Minderheiten gerichtet (Homosexuelle etc.). Unterschiede in der Programmatik zu erkennen, dürfte schwer werden, denn soweit ich informiert bin hat zumindest Verdonk noch gar kein Programm. Ist bei solchen Formationen, bei denen eine Person für den Kurs steht, auch nicht so zentral.

(Beitrag nachträglich am 16., Juni. 2008 von Tim editiert)
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juni 2008 - 07:46 Uhr:   

Tim,
damit bestätigen Sie meinen Eindruck. Auch auf der Website (http://www.trotsopnederland.com/) ist ja vieles noch im Aufbau. Umso erstaunlicher finde ich die hervorragenden Umfrageergebnisse, zumal ja mit der PVV bereits eine ähnliche Möglichkeit der Protestwahl existiert. Ist Frau Verdonk denn derart charismatisch?

Daß es zwei Parteien mit so ähnlichem Programm geben kann, liegt natürlich auch am niederländischen Wahlrecht, das ja praktisch keine Anreize zur Parteienkonzentration gibt.
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Tim Spier
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juni 2008 - 09:09 Uhr:   

Verdonk hat sich vor allem als Hardlinerin in Fragen von der Ausweisung von Asylbewerbern einen "Namen" gemacht. Sie hat besonders spektakuläre Fälle bewusst aufgegriffen und auf die schockierte Reaktion der linksliberalen Öffentlichkeit gesetzt, die die Wirkung dieses "populistischen Appells" an das rechtspopulistische Potential noch verschärft haben. Etwa den Fall einer - ich glaube bosnischen - Abiturientin, die sie eine Woche vor ihrem Abitur in den Niederlanden hat abschieben lassen. Oder den wohl bekanntesten Fall von Ayaan Hirsi Ali, der Frauenrechtlerin, die mit dem ermordeten Filmemacher van Gogh zusammengearbeitet hat. Die liberal-konservative VVD fragte die prominente Islamkritikerin, ob sie auf ihrer Liste für das niederländische Parlament kandidieren wolle. Sie tat es, und Verdonk, ebenfalls VVD ließ sie dann wegen schon länger bekannter Probleme bei Ayaan Hirsi Alis Einbürgerung wieder ausbürgern. Und zwar innerhalb weniger Tage und unter Umgehung der erbosten Parlamentsmehrheit. Die Koalition zerbrach angesichts dieses Vorfalls und die VVD spaltete sich.
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juni 2008 - 09:20 Uhr:   

Das klingt alles nach 100-prozentiger Übereinstimmung mit der PVV.

Aber irgendwo müssen sich PVV und TON doch unterscheiden? Oder gibt es die getrennten Parteien nur, um einen Machtkampf zwischen zwei führungsstarken Persönlichkeiten zu vermeiden?
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Tim Spier
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juni 2008 - 10:45 Uhr:   

Soweit ich das beobachten kann, handelt es sich ja gar nicht um "Parteien" in einem organisatorischen Sinne. Es sind lediglich die elektoralen Vehikel von zwei populistischen Führungspersönlichkeiten. Von einer echten Mitgliederbasis habe ich bisher nichts vernehmen können. Da Verdonk im Augenblick deutlich beliebter ist und den Anspruch hat, Ministerpräsidentin zu werden, wird sie sich wohl auch nicht der bereits bestehenden PVV anschließen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juni 2008 - 12:20 Uhr:   

@Tim Spier

Größtenteils Zustimmung

Die PVV ist gar keine Partei, Mitglied werden kann man nicht, ebenso bei "Stolz auf die Niederlande".

Inhaltlich gibt es keine großen Unterschiede, wobei aber Wilders radikaler ist und auch allgemein als weiter rechts angesehen wird. Er hat sich sehr auf das Moslem-Thema konzentriert, während Verdonk da bisher nicht groß aufgefallen. Die extremeren von Wilders' Forderungen hat Verdonk nicht übernommen (wie z.B. Abschaffung der EU-Komission, zwingend lebenslänglich bei dritter Verurteilung wegen Gewaltdelikten, Moscheebauverbot).

Daß sich die beiden zusammentun, kann man ausschließen. Es hat ja seinen Grund, daß beide keine richtige Partei gründen, so haben sie alles in der Hand. Wilders hat übrigens nie eine politische Führungsposition gehabt. Er war nur einfacher Abgeordneter, kam 1998 als Nachrücker ins Parlament, 2002 schied er wegen seines schlechten Listenplatzes wieder aus, rückte ein paar Monate später wieder nach. Ab 2003 war er außenpolitischer Sprecher der VVD-Fraktion. Führungsstärke konnte er also bisher nie unter Beweis stellen.

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