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Archiv bis 13. April 2004

Wahlrecht.de Forum » Sonstiges (FAQs, Wahltipps, usw. …) » Deutsche Partei - Fusion mit FDVP » Archiv bis 13. April 2004 « Zurück Weiter »

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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. Oktober 2003 - 07:35 Uhr:   

Für Beobachter der rechten Szene vielleicht interessant:

Die rechtskonservative Kleinpartei DP (ehemals im Bundestag) hat sich Anfang Oktober mit der ostdeutschen DVU-Abspaltung FDVP zusammengeschlossen.
Der DP war zuvor der "Bund freier Bürger" beigetreten, dessen Vorsitzender Dr Kappel (ehemals FDP) nun Vorsitzender der DP ist.

Gespräche mit der "DSU" waren bislang erfolglos. Angaben von DP-Mitgliedern zufolge gab es in den letzten Monaten Zustrom vor allem süddeutscher Mitglieder der Republikaner zur DP.

In einem offenen Brief wandte sich Kappel im Oktober erneut an diverse konservative Splitterparteien und warb um ein Bündnis zur Europawahl.

Insgesamt dürfte der Zusammenschluß wohl eher symbolische Bedeutung haben - die FDVP kam nie über eine dreistellige Mitgliederzahl hinaus.
Für die Präsenz der DP im Osten ist es natürlich ein weiterer Meilenstein nach Etablierung des Thüringer Landesverbandes

Pressemitteilungen der DP


Pressemitteilungen

Gelebte Einheit
Das Eis ist gebrochen, erste Grenzen wurden eingerissen

Der Parteitag der DEUTSCHEN PARTEI am 4.Oktober 2003 in Fulda wird vielleicht der Wendepunkt in der Talfahrt patriotisch-konservativer Kräfte sein. Nach jahrelangem Geschwätz und viel verlorener Zeit hatten endlich zwei Parteien den Mut, gemeinsam politisch weiterzuarbeiten. Die DEUTSCHE PARTEI und die FREIHEITLICHE DEUTSCHE VOLKSPARTEI werden in Zukunft gemeinsam für Deutschlands Interessen eintreten. Mit dem Zusammenschluß wird die FDVP aufgelöst. Bei strahlendem Herbstwetter füllte sich der Veranstaltungssaal der "Grillenburg" mit den Mitgliedern beider Parteien und zahlreichen Gästen. Nach der Bestätigung einiger Satzungsänderungen und seiner Entlastung trat der alte Vorstand zurück. Frau Wiechmann, die ehemalige Bundesvorsitzende der FDVP, hielt eine emotional-temperamentvolle Rede, in der sie die chaotische Politik der Berliner Systemparteien gnadenlos anprangerte und erhielt dafür vom Publikum stehende Ovationen, mit denen sie auch gleichzeitig herzlich in die DP aufgenommen wurde.

In seinen nachdenklichen Ausführungen sprach Dr. Heiner Kappel, der Bundesvorsitzende der DP , auch über das Elend der Massenvertreibung der Deutschen nach dem Krieg und die Art, wie dieses Thema heute unwürdig und verlogen behandelt wird. Zudem stellte er das neue 20-Punkte-Papier der DP vor, mit dem die Partei an die Öffentlichkeit gehen wird.

Anschließend wurde der neue Vorstand gewählt, der sich aus erfahrenen, wertkonservativ-patriotischen und freiheitlichen Männern und Frauen der DP sowie der seitherigen FDVP zusammensetzt. Zahlreiche Mitglieder der neuen Partei waren früher Mitglieder des BFB, der CDU, der Republikaner sowie der CSU.

Der neue Bundesvorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Bundesvorsitzender: Dr. Heiner Kappel
Ehrenvorsitzender: Prof. Johannes Frhr. v. Campenhausen
Stellvertreter: Claudia Wiechmann, Ulrich Pätzold, Eberhard Lehmann
Bundesschatzmeister: Hans Erich Frhr. v. Bodenhausen
Beisitzer des Präsidiums: Jutta Retz, Jürgen v. Corvin, Helmut Wolf, Dieter Mansen,

Beisitzer des Bundesvorstandes: Helga Kunze, Gottfried Burischek, Peter-Ingo Bosse, Wolfgang Bukow, Prof. Dr. Achim Fahs, Dr. Heinrich Groth, Ronny Hagen, Helmut Kirchner, Dr. Alexander Koch, Uwe Lipowski, Manfred Saur, Reinhold Thiel, Claus-Dieter Weich.

m Anschluß an die Wahlen wurde beschlossen, den Namen DEUTSCHE PARTEI um den Zusatz "DIE FREIHEITLICHEN" zu ergänzen. Dies geschah als Würdigung für die ehemalige FDVP und zugleich als Einladung für andere Parteien, die Freiheit / lich in ihrem Namen führen und ebenfalls über eine Kräftebündelung nachdenken. Weiter beschloss die Partei, bei der Europawahl 2004 selbstständig anzutreten, falls es bis zum 31.10.03 nicht gelingen sollte, ein Wahlbündnis mit anderen Gruppierungen zu erreichen. Dieses Ziel verfolgt vor allem die Freiheitliche Initiative Deutschland (FID), die viel zum Zusammenschluss von DP und FDVP beigetragen hat.

Mit dem Lied der Deutschen endete der Parteitag am frühen Abend, getragen von einer Aufbruchstimmung, die bei kleineren Parteien inzwischen selten geworden ist. Alle waren sich einig, dass die Botschaft weiterer Zusammenschlüsse jetzt verbreitet werden müsse.

Ausgrenzen
12.09.2003
Auf der Bundesvorstandssitzung der Deutschen Partei am 31.8.03 beschlossen die anwesenden Mitglieder folgendes: Die Deutsche Partei bewertet jedwede politische Ausgrenzung und Abwertung als inhuman, intolerant und undemokratisch. Für die DP lebt die Demokratie von der Vielfalt der politischen Meinungen und dem Wettstreit um den besten Weg. Deshalb ist die Deutsche Partei gegenüber jeder politischen Gruppierung - von der PDS bis zur NPD - gesprächs- und diskussionsbereit. Nur politische Gruppierungen, die einen Mangel an Selbstbewusstsein und Unsicherheiten im eigenen Standpunkt haben, müssen sich abgrenzen und abschirmen.

Gerade in der gegenwärtig katastrophalen Situation der Bundesrepublik und der überdeutlichen Hilflosigkeit der politisch Verantwortlichen ist das Suchen nach neuen und besseren Wegen geboten. Rechthaberei und Besserwisserei oder gar eine pharisäerhafte Überheblichkeit passen nicht zu einer verantwortungsvoller Poli


FDVP Website:


FDVP und DP gehören jetzt zusammen - wir sind jetzt DP-Die Freiheitlichen - Vereinigungsparteitag am 04. Oktober 2003 in
Auszüge aus der Rede von Claudia Wiechmann - ehemalige Bundesvorsitzende der FDVP in Fulda:
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde,
...jeder von Ihnen wird wohl schon mindestens einmal den Satz gehört haben - ich würde euch ja wählen, aber warum tut ihr euch nicht endlich zusammen.
Heute gehen wir gemeinsam einen Schritt in diese Richtung und das Ergebnis wird die Stärkung unserer Bewegung sein. ...wir sind jetzt viel mehr in der Lage, in Deutschland politisch Einfluß nehmen zu können, damit all die ...Fehlentwicklungen in unserem Land korrigiert werden. ...Das werden die Menschen registrieren und zunehmend auf uns schauen. ...Und das Vertrauen in uns wird größer werden, je mehr wir den Menschen zeigen, daß nicht persönliche Besitzstandwahrung uns antreibt, sondern die Sorge um unser Vaterland und seine Menschen.
...Liebe Freunde, die Themen sind vorgezeichnet, Homo-Ehe, Überfremdung und Asylmißbrauch, Maastricht- und Euroschwindel, gescheiterte Jugend-, Bildungs- und Familienpolitik, gescheiterte Sozialpolitik, Kindesmißbrauch, Schmökelkatastrophe und ein Selbstbedienungsladen für Politiker, um nur einige zu nennen. Das sind die Sorgen der Menschen. Was soll aus diesem Deutschland in der Zukunft werden? Wer soll in unserem Land mitbestimmen? ...Ich glaube, wir alle sind der Meinung, bevor die derzeitigen Politiker es schaffen, das Volk auszutauschen, tauschen wir die Politiker aus und verändern die politischen Verhältnisse. Wir alle wissen, daß, wenn wir es wirklich ernst meinen, dies unser Ziel sein muß. Wichtigste Aufgabe für uns ist es deshalb, die Menschen zu verstehen, hinzuhören und auch Herz zu investieren in das, was die Menschen an Sorgen haben und ihnen zu zeigen, daß wir auch bereit sind, gemeinsam zu handeln.
...Wenn Visionen sich zur Realität formen, ist es mehr als ein gutes Zeichen. ...Schon lange haben wir davon gesprochen, daß die einsamen Quellen und Rinnsale zu Flüssen werden müssen, dann zu reißenden Strömen, die alles mit sich reißen, was sich ihnen entgegen stellt. Wir brauchen die tosende Flut, denn die Herrschenden und ihre deutschen Verwalter haben mächtige Dämme gegen die Freiheit errichtet: 5 %-Hürden, Maulkorb-Paragraphen, Verleumdungs- und Überfremdungspolitik, eine scheinbar alles beherrschende Meinungsindustrie,...Doch den größten Damm haben wir selbst errichtet - die Zersplitterung. Das gilt es zu überwinden....Denn wenn wir die gleiche Sprache sprechen, die gleichen Gefühle fühlen und die gleichen Gedanken denken, dann kann man nicht begründen, weshalb wir keine Gemeinschaft sein sollen. Es gibt daher eine Initiative, sinnlose Schranken einzureißen, die Freiheitliche Initiative Deutschland FID. Inzwischen sitzen die wichtigsten Vertreter der national-freiheitlichen Kräfte an einem Tisch und die ersten Schranken sind gefallen - heute - hier. Und darüber bin ich froh. Den Zweiflern, den Zögernden und Zaudernden muß man ein Beispiel geben, ihnen zurufen : Kommt mit, es ist ganz leicht! Wenn wir es wirklich wollen, werden wir eine gemeinsame starke Partei. Fulda ist das Signal, für Deutschland, da bin ich sicher, das ist Zusammengehen, wie wir es uns schon immer gewünscht haben. Ich bedanke mich.
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Bernd Schaller
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. Oktober 2003 - 15:18 Uhr:   

Ob die Partei der große Reißer wird, wage ich mal zu bezweifeln.
Die diversen Untergänge von Parteigründungen auf dem rechten
Rand(NPD,Rep, DVU...) sind Beispiel genug. Einer der Hauptgründe
für den Untergang der DP war meiner meinung dach die mangelhafte
Standfestigkeit ihrer Führer in den Sechziger Jahren. Hunderte
von Mandaten in Kreisen und Gemeinden sowie relativ gute Ergebnisse
bei den LTW in NDS hätten eigentlich nicht zum Absturz führen
müssen.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 31. Oktober 2003 - 14:02 Uhr:   

Die FDVP ist keine erbnstzunehmende Gruppierungen. Gegründet wurd sie von aus der DVU ausgetretenen Landtagsabgeorneten gegründet. Nun haben die Machtkämpfe in der DVU aber so gut wie nie inhaltliche Ursachen: Die meisten haben die DVU wohl deshalb verlassen, weil sie nicht einen Teil der Diät an die DVU (also an Frey)abgeben wollten. Das Ergebnis der FDVP in Sachsen-Anhalt spricht ja auch für sich: 0,8%. Und selbst die wurden nur erreicht, weil DVU, NPD und Reps nicht antraten.

"Hunderte von Mandaten in Kreisen und Gemeinden sowie relativ gute Ergebnisse
bei den LTW in NDS hätten eigentlich nicht zum Absturz führen
müssen."

Doch, die DP unterschied sich nicht deutlich genug von der Union.
Tendenziell ging es mit der DP bei Wahlen auch abwäerts. 1959 hatte sie den Stimmenanteil in NDS trotz Amtsbonus für Hellwege mit 12,4% nur halten können. Hätte die Partei Anfang der 60er noch viel Subsytanz gehabt, wäre sie 1963 trotz aller Querelen nicht auf 2,7% abgestürzt. Bundespoliti9sch war sie sowieso erledigt, da die Union 1961 keine Wahlhilfe mehr leisten wollte. So mußten Seebohm & Co. zur CDU überlaufen um politisch zu überholen.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 03. November 2003 - 08:04 Uhr:   

Wäre die FDVP eine ernstzunehmende Partei, wäre sie nicht fusioniert. Interessant ist diese Fusion eigentlich nur für die DP, die ihre Beitragszahlerbasis marginal verbessert, im Osten nach der peinlich verlaufenen Thüringen-Episode eine rudimentäre Struktur bekommt.

Die Motive sind zu erraten: Wiechmann (ex FDVP, DVU) hofft auf die Nachfolge des betagten Herrn Kappel (ex DP, BfB, FDP).

Führungspersonal gibt es in der DP kaum und eine Frau, die sich innerhalb des zerstrittenen Haufens als Vorsitzende behaupten konnte kommt dem schon näher. Für Kappel wäre eine gescheiterte Fusion nach Bremen sicher das Aus gewesen.

Vermutlich wird die DP weitere Mitglieder der FID schlucken wollen. Die DSU mit 4500 Mitgliedern und zahlreichen Mandaten in Sachsen dürfte aber vorerst noch ein zu großer Brocken sein.
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DP-Sympatisant
Veröffentlicht am Sonntag, 28. März 2004 - 06:20 Uhr:   

Freunde aus DSU, FBU und REP treten auf der Liste der DP an
Die DEUTSCHE PARTEI hat auf ihrem Bundesparteitag in Fulda die Kandidatenliste für die Europawahl 2004 mit je 20 Bewerbern und Ersatzbewerbern aufgestellt. Spitzenkandidat ist der Bundesvorsitzende Dr. Heiner Kappel, der in geheimer Wahl die Stimme aller Mitglieder erhielt. Es folgen


die stellvertretende Bundesvorsitzende Claudia Wiechmann, Dr. Heinrich Groth, als Repräsentant der Deutschen aus Rußland und die stellvertretende Vorsitzende der DSU Gudrun Petzold. Auf den vorderen Plätzen sind weiterhin die FBU mit ihrem stellvertretenden Vorsitzenden Walter Pfleiderer und mit Hans Martin Kretschmer auch ein Republikaner vertreten. (Komplette Liste S. 2) Damit trägt der Aufruf von Dr. Kappel zur Gemeinsamkeit der Patrioten nach bereits erfolgtem Zusammenschluß mit der FDVP weitere Früchte.
Nach den Grußworten des DSU-Vorsitzenden Roberto Rink der vor allem die zunehmende Abwanderung von Arbeitsplätzen als Ausverkauf deutscher Werte anprangerte, ging Dr. Kappel in seiner Eröffnungsrede ebenso schonungslos auf die Fehlleistungen dieser Regierung ein, wie auch auf die Unfähigkeit der Opposition. Kritik handelte sich auch Bundespräsident Rau wegen seiner Anmerkungen zum Kopftuchverbot ein. Kappel: "Deutschland wird von Gestalten regiert, die mir jeden Morgen Grauen verursachen. Der Amtseid, alles für das deutsche Volk zu tun und Schaden von ihm abzuwenden, ist längst in Vergessenheit geraten."
Anschließend wurde das 12 Punkte umfassende Europawahlprogramm ("Für ein selbstbewußtes Deutschland in einem gemeinsamen Europa") verabschiedet. Die DP wendet sich darin gegen die Ausbeutung Deutschlands als "Melkkuh Europas". Die DP lehnt einen europäischen Bundesstaat entschieden ab und fordert das Europa der souveräner Vaterländer, das sich auf die Staaten Europas zu beschränken hat. Dazu wurde einstimmig eine Resolution beschlossen, die sich gegen die Absicht der politisch Mächtigen wendet, über einen Beitritt der Türkei in die EU zu verhandeln. Die DP fordert dazu eine Volksabstimmung, die an die Europawahl angekoppelt werden kann, um Kosten zu sparen.
Nur hemmungslose Optimisten glauben daran, daß mit dem Europawahlantritt auch ein Einzug nach Brüssel möglich ist. Sollte aber die Parteibasis mitspielen und bei der Unterschriftensammlung mithelfen, dann könnte man ganz vorsichtig über einen winzigen Achtungserfolg spekulieren. Anlaß dazu gibt die Kandidatenliste, die auf dem Listenparteitag am 24.1.2004 verabschiedet wurde. Hier hat das größte Kapital der Partei – WIR GRENZEN KEINEN AUS UND UNS DADURCH NICHT EIN – wieder einmal Früchte getragen. Hier wird im Kleinen demonstriert, was der Wähler längst will, nämlich den Zusammenschluß aller Kräfte in unserem politischen Lager ! Die Deutsche Liga für Volk und Heimat (DLVH) hat eine Wahlempfehlung für die DP ausgesprochen und sichert Hilfe bei der Unterschriftensammlung zu. Dazu wurde deren Sprecher, Herren Jürgen Schützinger, ausdrücklich gedankt.
Noch am selben Tag traten allein fast 60 neue Mitglieder in die Partei ein, ein klares Zeichen dafür, daß sich das Wachstum der DP weiter beschleunigt.
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Sonntag, 28. März 2004 - 14:06 Uhr:   

Oh man, ein weiterer erfolgloser Versuch, die zersplitterten Rechtsaussenparteien zu einen. Da auch PRO und NPD antreten werden (bei den REPs und der DVU weiß ich es nicht), gebe ich keiner der Listen mehr als 0,8% und bin auch ganz froh darüber.
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Stephan Glutsch
Veröffentlicht am Sonntag, 28. März 2004 - 16:55 Uhr:   

Es ist m.E. derzeit nicht moeglich, eine serioese Partei rechts von der Union zu gruenden. Die in diesem Zusammenhang genannten Personen sind meistens Polit-Hasardeure oder Langzeitarbeitslose, die schon mehrere aehnlich gelagerte Parteien (NPD, DVU, Republikaner) durchlaufen haben, von diesen nach internen Auseinandersetzungen ausgeschlossen worden, Prozesse fuehren usw. Bei Schill hat sich das auch gezeigt. Ausserdem ist es nich moeglich - und im vorliegenden Fall wohl auch nicht beabsichtigt - sich von rechtsextremen Stroemungen abzugrenzen.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 29. März 2004 - 11:54 Uhr:   

Ich sehe das Potential für eine Rechts-Partei durchaus.

Es bleibt abzuwarten, ob jemand schafft, sich gegenüber allen bisherigen Rechts-Blöcken hervorzuheben (nicht abzugrenzen) oder sie zu vereinnahmen.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Montag, 29. März 2004 - 12:10 Uhr:   

"Ich sehe das Potential für eine Rechts-Partei durchaus."

Das sehe ich auch, gerade am rechten Flügel der Union gibt es viele Unzufriedene. Ein intelligenter Rechter könnte durchaus 15-20% holen. Ein solcher ist aber glücklicherweise nicht in Sicht. REP, DVU, NPD, PRO oder DP aber werden nie irgendeine Relevanz erlangen. Wenn es jemals eine erfolgreiche Rechtsaußen-Partei geben sollte, dann nur durch Neugründung (wie FN oder Vlaams Blok).
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 29. März 2004 - 12:25 Uhr:   

@Sole:
> Es bleibt abzuwarten, ob jemand schafft, sich gegenüber allen
> bisherigen Rechts-Blöcken hervorzuheben (nicht abzugrenzen) oder
> sie zu vereinnahmen.
Das ist in der Tat der Knackpunkt.
Es ist extrem schwierig, in genügender Zahl völlig neue Leute zu rekrutieren, die zwar politisches Talent haben, aber nicht schon mal in den diversen Rechtsaußen-Truppen tätig waren.
Und es ist inhaltlich sehr schwer zu begründen, die üblichen Nasen mit DVU/DP/REP/SCHILL-etc.-Vergangenheit rauszuhalten - jede Neugründung will ja Offenheit symbolisieren.

Ansonsten kann ich nur den Kopf schütteln über das, was Kappel heute erzählt. Ich habe ihn ja noch kennen gelernt, als er deutlich links von der Mitte war und da hätte er wohl gegen jeden seiner heutigen Standpunkte heftig polemisiert.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 29. März 2004 - 14:53 Uhr:   

Ich verstehe Kappel nicht ganz. DSU-Vorsitzender wollte er nach seinem BFB-Experiment nicht werden, dafür ist er jetzt bei dieser Gurkentruppe. Wenn er tatsächlich mal ein "links der Mitte" war, was treibt ihn?

Eigentlich müsste er doch gemerkt haben, dass ein Wahlsieg so ohne weiteres kaum gelingen wird.

Bisher saugt er recht geschickt isolierte Kleinstgruppen auf - in Sachsen-Anhalt die FDVP, in Bayern und Baden-Württemberg enttäuschte REPs, in Bremen will er Teile der PRO aufgesaugt haben.

Aber mehr als Randgruppen werden sie auch in ihrer Gesamtheit nicht.

Die einzige kommunal relevante Rechts-Kraft bleibt die DSU und auch das nur in Sachsen. Die REPs fallen aus einem Parlament aus dem anderen, die DVU hat nicht das Personal zu flächendeckenden Antritten und die Zeit der PRO-Erfolge dürfte vorüber sein.

Was treibt Kappel um?
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Montag, 29. März 2004 - 16:47 Uhr:   

@ Sole

Im Zweifel der treibt Kappel der Drang nach Anerkennung um. Und sei der Laden auch noch so klein, er kann der Vorsitzende sein und er kann behaupten, den kleinen Laden ein wenig vergrößert zu haben.

@ Ralf

Daß sich manche Linke irgendwann spiegelverkehrt auf der Rechten wiederfinden, ist doch nichts Neues. Und als Faustregel kann gelten: Je weiter links sie waren, desto weiter rechts findet man sie wieder. Denke beispielsweise mal an Horst Mahler und seine ganzen Mitstreiter. Und da gibt es noch weitere erschütternde Beispiele. Den umgekehrten Weg von ganz rechts nach ganz links habe ich noch nicht gefunden. Wilhelm Elfes, der immer gerne als Beispiel genommen wird, war in der Weimarer Zeit beim Zentrum und da eher ein Vertreter der Sozial-Klerikalen (also praktisch ein Norbert Blüm der 20er Jahre). Später vertrat er beim Bund der Deutschen dann national-neutralistische Positionen, die ich nicht unbedingt als links einstufen würde, aber für Konrad Adenauer, der Elfes schon von früher her gehasst hat, waren die Gespräche mit der Sowjetunion natürlich ein gefundenes Fressen, Elfes als Kommunisten-Handlanger zu diffamieren. Das gleiche dürfte auch für den Ex-Reichskanzler und BdD-Vorsitzenden Josef Wirth gelten.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Dienstag, 30. März 2004 - 12:31 Uhr:   

"Daß sich manche Linke irgendwann spiegelverkehrt auf der Rechten wiederfinden, ist doch nichts Neues."
Das bekannteste Beispiel ist wohl Mussolini, der als Sozialist anfing und sogar Chefredakteur der Parteizeitung Avanti war. Er verließ die Sozialisten auch nicht freiwillig, sondern wurde rausgeschmissen, weil für den Krieg gegen Österreich-Ungarn war.

"Den umgekehrten Weg von ganz rechts nach ganz links habe ich noch nicht gefunden."
Da fällt mir spontan auch nur eine obskure Gestalt ein, Günter Gereke, bis 1950 Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Hannover (einen Landesverband Niedersachsen gibt es erst seit den 90-er Jahren). In der Weimarer Republik war er Reichstagsabgeordneter der Christlich-nationalen Bauern- und Landvolkpartei. Auch er war ein Intimfeind von Adenauer. Er war für eine große Koalition und reiste 1950 auf eigene Faust nach Ost-Berlin und traf auch noch Ulbricht. Daraufhin wurde er natürlich aus der Partei geschmissen. Er gründete dann die DSP , die bei der Landtagswahl 1951 1,1% und ein Sitz (für sich selbst) erhielt. 1953 siedelte er in die DDR über.
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Sole
Veröffentlicht am Dienstag, 30. März 2004 - 12:40 Uhr:   

" Den umgekehrten Weg von ganz rechts nach ganz links habe ich noch nicht gefunden. "

Nun, den kenne ich aus eigener Anschauung.

Jörg Fischer, ehemals Nazikader und Redakteur irgendeiner braunen Zeitung entdeckte Anfang der 90er, dass er bei den dunkelbraunen keine Karriere mehr vor sich hat und inszenierte dann mit viel Aufwand seinen Ausstieg, samt Buch, Seminaren, TV-Auftritten und sonstiger Vermarktung. Wenige Jahre später tauchte er in der PDS auf, wo er es aber über einen Zähl-Direktkandidaten irgendwo tief im Westen nicht hinausbrachte. Daraufhin tauchte er in diversen linksradikalen Untergrüppchen in und bei der PDS auf, wo man ihn aber offenbar auch nicht leiden konnte. Letzter Akt. Mit wohl über 30 Jahren wurde er noch schnell Mitglied im PDS-Jugendverein solid und ließ sich dort in den Landesvorstand NRW wählen. Das gelang, weil dort gerade einige Abgänge in Bundesfunktionen bzw Wegzüge eine Nische freiließen. Diese Funktion nutzte er dann weidlich, um irgendwelche Sektenaufrufe "mit Macht" zu unterstützen, etwa die linksradikale Konkurrenzliste zur Kommunal-PDS Köln. Nachdem deutlich wurde, dass bei solid solche Umtriebe nicht länger geduldet würden trat er zur linksradikalen SAV über, wo er nun diverse Hetzartikel gegen alles und jeden publiziert und mit seinen diversen Ex-Funktionchen hausiert.

Ich halte Kappel eigentlich nicht für so einen Charakter
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Niklas
Veröffentlicht am Dienstag, 30. März 2004 - 15:32 Uhr:   

Mir fällt auch noch ein Prominenter nach links Konvertierter ein (allerdings noch im Rahmen) : Francois Mitterand war in den 30er Jahren Mitglied des Croix de Feu einer ultramontanen, konservativen und monarchistischen Gruppierung. Danach wurde er ja bekanntlich Sozialistenführer und Präsident in monarchischer Stellung (insoweit doch keine Wandlung).
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Stephan Glutsch
Veröffentlicht am Dienstag, 30. März 2004 - 17:01 Uhr:   

So gross sind die Unterschiede von ganz links und ganz rechts gar nicht. Die einen wollen Sozialismus und die anderen auch, wenngleich mit ein bisschen Marktwirtschaft.

Was die beiden Gruppierungen unterscheidet, ist der Universalismus der Linken. Sie wollen die Welt verbessern, das Waldsterben, das es gar nicht gibt, aufhalten, die Klimakatastrophe abwenden, und zwar ohne Kernkraft, in Afrika die Sozialhife einfuehren, welche die "Reichen" in den entwickelten Laendern zahlen sollen, und allen Auslaendern (ca. 6 Mrd.) ein Aufenthaltsrecht in Deutschland geben wollen. Die Rechtsextremen versprechen eine Loesung aller Probleme nur fuer ihr eigenes Land - eine Position, die weitaus realistischer ist als die der Linken.

Zum anderen scheint mir bei Rechten noch mehr gesunder Menschenverstand und eine Offenheit fuer empirische Tatsachen vorhanden zu sein. Man glaubt dort z.B., dass Kriminelle die Hauptursache fuer Kriminalitaet sind - in den Augen der Linken eine typische Stammtischparole, die die wahren Ursachen verkennt ...

Aus diesem Grund kann ich mir vorstellen, dass Linksextreme, die es ehrlich meinen, irgendwann im Rechtsextremismus ankommen, waehrend das Umgekehrte eher unwahrscheinlich ist. Es gab einige gewendete Nazis, die dann in der DDR Karriere gemacht haben, aber das hatte weniger mit Ueberzeugung zu tun, es sei denn sie glaubten grundsaetzlich an die Ueberlegenheit der Diktatur gegenueber der Demokratie. Ausserdem hatte dis DDR-Ideologie fast gar nichts mit dem irrationalen Oekosozialismus zu tun.
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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. März 2004 - 11:23 Uhr:   

Vielen Dank für diesen Beitrag zur Ideologisierung einer Diskussion.

Ich werde das hier nicht weiterführen - der Schauplatz für sowas ist ja doch eher www.election.de oder www.stammtisch.de

Die ursprüngliche Frage war ja: Was treibt einen wie Kappel, ehemals MdL einer stabilen Partei, dazu eine "Protestpartei" in den Sand zu setzen und sich dann der kleineren von zwei angebotenen Traditionspflegeparteien anzuschließen?

Unmittelbar nach dem Scheitern des BfB (bei der Wahl, nicht nach der Insolvenz) wäre vielleicht sogar ein Zurück in verantwortliche Positionen der FDP drin gewesen. Wer weiß? Ist Stahl eigentlich noch Mitglied?
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Bernd Schaller
Veröffentlicht am Mittwoch, 31. März 2004 - 18:00 Uhr:   

@sole
Jörg Fischer war Redakteur bei Nation Europa, Nationalzeitung und
der Deutschen Rundschau, außerdem (Gründungs-)mitglied der DVU,
Mitglied bei der NPD und der DLVH. Scheint irgendwie nicht seßhaft zu werden, der Mann, weder bei den Rechten noch bei den Linken...

Stahl ist m. W. noch in der FDP
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Liberaldemokrat
Veröffentlicht am Montag, 12. April 2004 - 16:17 Uhr:   

Der neuen DP traue ich auch nicht besonders viel zu. Da die Offensive D nun nicht kandidiert (nicht kandidieren darf), wird es vielleicht etwas mehr.


Wieso hat Kappel eigentlich die FDP verlassen?
Übrigens BFB-Gründer Manfred Brunner ist inzwischen wieder in der FDP, wenn auch in der FDP Sachsen.

An Stelle der DSU würde ich nicht mit der DP fusionieren. Die DSU hat insbesondere in Sachsen -für eine Partei solcher Größe- eine breite kommunale Basis und bildet in einigen Kommunen mit FDP in einer Fraktion zusammen. Diese Fraktionen ständen vielleicht dann auf dem Spiel.
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Sole
Veröffentlicht am Dienstag, 13. April 2004 - 18:34 Uhr:   

Kappel hatte eine Gruppierung gegründet, die dann mit dem BfB zusammenging - gemeinsam gingen sie dann in die finanzielle Pleite.

Die DSU hat tatsächlich eine für ihre Größe eine eindrucksvolle Verankerung - ich sehe aber nicht, wie sie diese schlagartig oder graduell ausbauen könnte, um längerfristig ein stabiler Faktor wie die FWG in Bayern zu werden - mit einigen Chancen auf 4-5 % landesweit.

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