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Eidesformel der Minister - nur christ...

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The Joker
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 02:32 Uhr:   

Gestern lief auf Phoenix nochmal eine Collage des Rotgrünen Machtwechsels. Am Schluss stand die Vereidigung der neuen Minister.
Dabei bestand die Wahl zwischen "Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe" und "Ich schwöre es".

Frage:
Was ist bei Ministern, die einer anderen Religion angehören?
Mit der oben genannten Alternative sind ja nur Christen und Atheisten angesprochen, nicht jedoch Angehörige anderer Religionen (Allah, Buddha etc. sind als Eidesformel nicht vorgesehen).
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Görd
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 02:39 Uhr:   

Steht ja nicht da, welcher Gott.
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Good Entity
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 16:05 Uhr:   

Die schon ziemlich alte Eidesformel gibt es nicht nur bei Ministervereidigungen, sondern beispielsweise auch bei Vereidigungen von Aussagen vor Gericht und der Aufnahme in bestimmte Berufe.

Sie deckte ursprünglich alle in Deutschland (oder den Vorgängerstaaten) tatsächlich vorkommenden Religionen ab, nämlich alle christlichen Konfessionen (katholisch, evangelisch, orthodox wie auch kleinere Konfessionen) wie auch den jüdischen Glauben. Für den islamischen Glauben war keine Ergänzung geboten, da dieser nach eigenem Verständnis den gleichen Gott wie die christliche und jüdische Religion hat; Allah ist kein anderer Gott, sondern imho ein arabisches Wort für Gott. Auch das hebräische Wort für Gott (Jehova, Jachwe) wird in der deutschen Eidesformel nicht verwendet, es dürfte allerdings gerade aufgrund des jüdischen Glaubens auch nicht ausgesprochen werden.

Das Fortlassen des Gottesbezugs ist nicht nur für Atheisten relevant, sondern auch für einige christliche kleinere Gruppen, denen das Schwören auf Gott verboten ist. Auch Buddhisten bekräftigen meines Wissens ihren Eid nicht durch einen Schwur auf einen Gott; ich lasse mich dazu aber gern von Kundigeren informieren.

Nicht sicher bin ich bei Angehörigen des yezidischen Glaubens, der Elemente der christlichen und islamischen Religion aufgenommen hat, aber doch sehr eigenständig ist. Kurdischstämmige Minister, für die allein das in Betracht kommen könnte, hat es meines Wissens aber in Deutschland noch nicht gegeben.

Daher meine ergänzende Frage: Hat es in Deutschland seit 1949 überhaupt schon Minister gegeben, die einer anderen als einer christlichen Konfession (oder eben gar keiner) angehört haben? Wird die religiöse Zugehörigkeit von Ministern oder auch von Bundestagsabgeordneten überhaupt erfasst? Sie geht letztlich niemanden etwas an, andererseits machen Politiker ja erfahrungsgemäß weder ein Geheimnis aus ihrer Konfession noch aus dem Umstand, ob sie einer angehören.
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Fragender
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 14:54 Uhr:   

1) Es hat zumindest einen Hamburger Ersten Bürgermeister jüdischen Glaubens (Herbert Weichmann) gegeben. Ob es auf Bundesebene Minister gab, die einer nicht-christlichen Religion angehörten, weiß ich nicht.

2) Die Religionszugehörigkeit wird von den Autoren des Kürschner abgefragt, die Ergebnisse für die 15. Wahlperiode (Stand: Beginn der Wahlperiode) sehen wie folgt aus:
a) evangelisch* 216 (91 SPD, 91 CDU/CSU, 18 FDP, 16 GRÜNE)
b) katholisch 194 (145 CDU/CSU, 31 SPD, 10 FDP, 8 GRÜNE)
c) Islam 2 (1 SPD, 1 GRÜNE)
d) Konfessionslos 11 (9 SPD, 1 CDU/CSU, 1 GRÜNE)
e) Atheist (1 SPD)
f) ohne Angabe 179 (118 SPD, 29 GRÜNE, 19 FDP, 11 CDU/CSU, 2 PDS)
*nicht unterschieden nach Lutheranern, Reformierten oder anderen Protestanten.
Knapp 30 % der Abgeordneten geben also Glauben oder (wahrscheinlich eher) Nichtglauben nicht bekannt.
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MMA
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 16:03 Uhr:   

@Good Entity
"andererseits machen Politiker ja erfahrungsgemäß weder ein Geheimnis aus ihrer Konfession noch aus dem Umstand, ob sie einer angehören."

Da wäre ich mir nicht so sicher.
Im Abgeordnetenhandbuch "Kürschner" gibt es Statistiken auch über die Konfession der Abgeordneten. Da wird immer darauf hingewiesen, man solle nicht den Schluss ziehen, alle Abgeordneten ohne Konfessionsangabe seien konfessionslos; denn es würde nur (bei den Abgeordentenporträts und daraus abgeleitet in der Statistik) nur die Konfessionszugehörigkeit erfasst, die die Abgeordneten ausdrücklich angegeben haben. Es scheint da also schon eine nennenswerte Dunkelziffer zu geben, warum auch immer.

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