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Kampf um Direktmandate

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Sole
Veröffentlicht am Mittwoch, 12. Mai 2004 - 17:48 Uhr:   

Kampf um Direktmandate - lohnt sich das eigentlich? (Nicht direkt Wahlrecht, aber eng damit verbunden).

Dabei geht es mir jetzt um die Bundestagswahlen und um die Landtagswahlen, die zumindest ähnlich gestrickt sind (Einstimmenparlamente usw mal ausgelassen).

Der Kampf um Direktmandate zieht Resourcen aus dem allgemeinen Wahlkampf ab. Andererseits sind die Wahlkreise vergleichbar groß und Werbung macht in tendenziell eher zustimmenden Gebieten ja Sinn.

Überhangmandate spielen dabei erst mal keine Rolle denn die gibts meist da, wo eine Partei deutlich und flächendeckend führt.

Grundsätzlich sind zwei Muster typisch: Das Werben um Stimmensplitting (etwa PDS, Berlin) und ein allgemein überhöhter Resourcenansatz im Wahlkreis.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Mittwoch, 12. Mai 2004 - 23:38 Uhr:   

> Überhangmandate spielen dabei erst mal keine Rolle
> denn die gibts meist da, wo eine Partei deutlich
> und flächendeckend führt.

Die Führung sollte doch eher knapp als deutlich sein, damit Überhangmandate auftreten.

Bei der PDS in ihren Wahlkreisen macht es schon Sinn - wegen der Grundmandatsklausel.

In nicht überhängenden Bundesländer macht es eventuell Sinn für den Wahlkreiskandidaten/Ortsverband. Für die Partei kann es Sinn machen, wenn die Hoffnung eintritt, wer Kandidat X wählt, wählt bestimmt auch Partei X. In diesem Fall wär aber der Kampf um Direktmandate nur vordergründig ein Kampf um Zweitstimmen.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Mai 2004 - 12:24 Uhr:   

"Für die Partei kann es Sinn machen, wenn die Hoffnung eintritt, wer Kandidat X wählt, wählt bestimmt auch Partei X."

Ich denke, die Parteien denken eher umgekehrt. Die Direktkandidaten kennt vor allem bei kleinen Parteien eh kaum einer. Partei X tritt auf jeden Fall mit einem Direktkandidaten an- selbst wenn das völlig aussichtslos ist- weil sie befürchtet, daß wenn der Wähler mit der Erststimme Partei Y wählt, ihr auch die entscheidende Zweitstimme gibt.
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c07
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Mai 2004 - 15:24 Uhr:   

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Sole
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Mai 2004 - 15:39 Uhr:   

Mir ist das aufgefallen, weil die FDP Thüringen angefangen hat, fast ausschließlich ihren Spitzenkandidaten zu plakatieren - flächendeckend.

Ursprünglich nahm ich an, die haben die Wahl schon abgeschrieben und nutzen sie nun, um ihren neuen Spitzenmann für zukünftige Wahlen bekannter zu machen.

Aber mal ehrlich: In den meisten Wahlkreisen dürften die Bürger noch eher den Spitzenkandidaten kennen als den jeweiligen Direktkandidaten.

Werbetechnisch ist natürlich die Massenproduktion eines zentralen Plakates billiger als die typische Wahlkreisbezogene Plakatierung
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 14. Mai 2004 - 11:25 Uhr:   

@Sole:
> Werbetechnisch ist natürlich die Massenproduktion eines zentralen
> Plakates billiger als die typische Wahlkreisbezogene Plakatierung
Und zwar erheblich billiger, und genau das und wohl nur das ist der Grund, daß die lokalen Kandidaten nicht so stark plakatiert werden.

Ansonsten aber ist es fast immer besser für eine Partei, möglichst viel mit Direktkandidaten präsent zu sein - auch wenn diese völlig chancenlos sind.
Es ist erstaunlich, wie ernst die Wähler selbst eine völlig aussichtslose Kandidatur nehmen - das bleibt trotzdem eine Person zum Ansprechen und wirkt überzeugender als irgendein nicht direkt präsenter Spitzenkandidat.

> Der Kampf um Direktmandate zieht Resourcen aus dem allgemeinen
> Wahlkampf ab.
Eigentlich nicht (mal davon abgesehen, daß die Plakate mehr kosten).
Für den Personaleinsatz oder die Veranstaltungen nutzt aber der Einsatz für einen Direktkandidaten auch dem Parteiergebnis mehr als der eher abstrakte Wahlkampf für eine Liste.
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Freitag, 14. Mai 2004 - 20:00 Uhr:   

Der "Kampf um Direktmandate" scheint also keiner zu sein, sondern ist ein indirekter bzw. effektiver Weg im Kampf um Zweitstimmen.

In den lokalen Medien erhält auch ein chancenloser Direktkandidat eine gewisse Aufmerksamkeit und die Möglichkeiten die Positionen seiner Partei darzustellen.
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Andre Heß
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juni 2004 - 13:03 Uhr:   

Anfrage zur Kommunalwahl

In Thüringen kandidieren Oberbürgermeister, Bürgermeister und VG-Vorsitzende als Spitzenkandidaten für den Stadtrat oder Gemeinderat. Sie nehmen danach das Mandat nicht an, weil es verboten ist. Wie bzw. wo ist rechtlich geregelt, dass sie dennoch kandidieren dürfen. Wer sanktioniert diese offensichtliche Wählertäuschung.

Antwort erbeten für einen Zeitungsbericht, Dankeschön.

Andre Heß
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J.A.L.
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juni 2004 - 13:13 Uhr:   

Passt zwar nur bedingt in den Thread, aber ich will trotzdem mal antworten:
Theoretisch könnten ja die OB und Bürgermeister in einem Ratsmandat die höhere Erfüllung und deshalb bei erfolgter Wahl von ihrem Hauptamt zurücktreten. Sie in diesem Begehren einzuschränken, fände ich nicht akzeptabel.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juni 2004 - 13:58 Uhr:   

> Wie bzw. wo ist rechtlich geregelt, dass sie dennoch kandidieren
> dürfen.
Ganz schlicht: Die Regelungen verbieten es halt nicht. Nur die parallele Ausübung ist verboten, Kandidaturen bleiben außen vor.

Was ich grundsätzlich für richtig finde.
Neben dem von J.A.L. genannten Beispiel gibt es real durchaus auch Fälle, wo Hauptamtliche ausscheiden (durch Zeitablauf, Rücktritt oder Abwahl), dann aber als Nachrücker wenigstens noch ins Parlament kommen können.

> Wer sanktioniert diese offensichtliche Wählertäuschung.
Der Wähler, wenn er so eine Kandidatur ablehnt und mit Wahlentzug bestraft.
Was aber wohl in der Praxis selten vorkommt, obwohl die Nichtvereinbarkeit meistens öffentlich diskutiert wird und den Wählern bekannt sein müßte.
Offensichtlich findet die Mehrheit das schon ok.
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Sole
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juni 2004 - 14:42 Uhr:   

Alle Parteien treten fast überall mit Dezernenten, Bürgermeistern oder Landräten an der Spitze an, wo sich die Möglichkeit bietet. Es gibt freilich Ausnahmen. Eine kenne ich persönlich.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 28. Juni 2004 - 13:49 Uhr:   

Ein weiterer Fall: Ein Stadtbürgermeister tritt als Spitzenkandidat zur Kreistagswahl an. Das ist zumindest kein Fall von Scheinkandidatur.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 28. Juni 2004 - 13:50 Uhr:   

"Was ich grundsätzlich für richtig finde.
Neben dem von J.A.L. genannten Beispiel gibt es real durchaus auch Fälle, wo Hauptamtliche ausscheiden (durch Zeitablauf, Rücktritt oder Abwahl), dann aber als Nachrücker wenigstens noch ins Parlament kommen können. "

Das gilt aber in keinem Fall für Erstplazierte, da diese sobald sie ein Mandat ablehnen aus der Mandateverteilung ausscheiden.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 28. Juni 2004 - 14:23 Uhr:   

@Sole:
> Das gilt aber in keinem Fall für Erstplazierte, ...
Richtig.
Aber eine gesetzliche Regelung könnte ja nur fürs Kandidieren allgemein gelten, nicht für bestimmte Plätze.
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Sole
Veröffentlicht am Montag, 28. Juni 2004 - 16:30 Uhr:   

Ich verstehe das rechtliche Problem. Nur welcher Bürgermeister fängt auf einer Liste so wenig Stimmen ein, dass er nur Nachrücker würde (seine Liste aber doch einzieht) ?

Das sind schon seltsame Fälle, die da als Illustration für "sinnvolle" Kandidaturen von Bürgermeistern etc angeführt werden.

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