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Manipulation per Stimmzettelgestaltung

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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Oktober 2003 - 09:37 Uhr:   

Das ist doch auch mal eine Methode, wie man versuchen kann Wahlen zu manipulieren: Einfach die Kandidaten der eigenen Partei größer auf den Stimmzettel drucken als die Konkurrenz.

http://www.welt.de/data/2003/10/15/182935.html

Wobei ich am erstaunlichsten finde, daß die Betreffenden glauben, mit so einer plumpen Sache durchzukommen.
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c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Oktober 2003 - 10:12 Uhr:   

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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Oktober 2003 - 16:55 Uhr:   

Ich sage mal umgekehrt: Ich kann mir kaum vorstellen, wie man OHNE Absicht einen solchen Effekt erzeugen könnte.
Man kann ja in einem Layout- oder Textverarbeitungs-Programm viel versehentlich falsch machen - aber das zufällig nur die Kandidaten von bestimmten Parteien betroffen sind, schon komisch.

Wobei ich den ganzen Vorgang eher als Kuriosität sehe (und deswegen ist es auch völlig uninteressant, um welche Parteien es sich handelt).
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c07
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Oktober 2003 - 17:09 Uhr:   

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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 16. November 2008 - 01:47 Uhr:   

Naja, was Stimmzettelmanipulationen bringen, hat man ja im Februar 2008 in Hamburg gesehen ...
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AeD
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 16. November 2008 - 12:06 Uhr:   

Was wurde denn da manipuliert?
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görd
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 20. November 2008 - 12:58 Uhr:   

Kann mir schon vorstellen, dass so etwas unabsichtlich passiert. Jeder der mit Word arbeitet, kennt das, wenn sich die Zeichen selbstständig größer und kleiner machen, weil Word meint eine Überschrift etc. erkannt zu haben.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 22. November 2008 - 20:19 Uhr:   

@AED

In Wissen um die Popularität des eigenen Spitzenkandidaten wurde vom CDU-geführten Senat die Verordnung zur ausführung des Wahlgesetzes derart geändert, daß auf dem Stimmzettel, auf dem die Listenstimme (Landesliste für die Bürgerschaft und Bezirksliste für die Bezirksversammlung) nicht wie bisher unter dem Parteinamen und neben der Kurzbezeichnung in deutlich kleinerer Schrift die vier ersten Kandidaten aufgeführt werden, sondern nur noch (und dann in ebensogroßer Schrift wie die Kurzbezeichnung) der Name des Spitzenkandidaten. Die übrigen aufgestellten Listenkandidaten (alle) konnte man dann einer Broschüre entnehmen, die man mit den vier Wahlzetteln zusammen erhalten hat. Die Folge war, daß die CDU aufgrund der Beliebtheit des Ersten Bürgermeisters einen untypisch hohen Überhang an Listenstimmen für die Bürgerschaftswahl gegenüber den Listenstimmen für die Bezirksversammlungswahl und den Wahlkreisstimmen zu verzeichnen hatte. Die SPD hatte auch noch einen leichten Überhang an Bürgerschaftslistenstimmen, während GAL, FDP und Linke einen teilweise deutlichen Überhang für die Wahlkreisstimmen und die Bezirksversammlungsstimmen haben. Auffällig ist insbesondere, daß die Stimmenanteile für Wahlkreisstimmen (Bürgerschaft und Bezirksversammlungen) und die Bezirksversammlungslistenstimmen annähernd gleich sind, während die Bürgerschaftslistenstimmen deutlich abweichen.

Zum Vergleich:
CDU: Bürgerschaftsliste = 42,6%, Bürgerschaftswahlkreise = 39,0%, Bezirksversammlungslisten = 38,1%, Bezirksversammlungswahlkreise = 38,5%
SPD: Bürgerschaftsliste: 34,1%, Bürgerschaftswahlkreise 32,6%, Bezirksversammlungslisten = 32,2%, Bezirksversammlungswahlkreise = 32,0%
GAL: Bürgerschaftsliste = 9,6%, Bürgerschaftswahlkreise = 13,6%, Bezirksversammlungslisten = 14,6%, Bezirksversammlungswahlkreise = 15,0%
Linke: Bürgerschaftsliste = 6,4%, Bürgerschaftswahlkreise = 7,4%, Bezirksversammlungslisten = 7,5%, Bezirksversammlungswahlkreise = 7,6%
FDP: Bürgerschaftsliste = 4,8%, Bürgerschaftswahlkreise = 6,0%, Bezirksversammlungslisten = 5,6%, Bezirksversammlungswahlkreise = 5,7%

Auffällig ist, daß bei allen fünf Parteien der Abstand zwischen dem Bürgerschaftslistenergebnis und dem nächstliegenden Ergebnis höher ist, als zwischen diesem und dem am weitesten vom Bürgerschaftsergebnis abweichenden Resultat. Besonders krass ist der Unterschied bei der CDU und der GAL (wobei die als einzige Partei auch früher stets ein deutlich stärkeres Bezirksversammlungs- als Bürgerschftswahlergebnis hatte). Die FDP liegt in allen drei anderen Ergebnissen relativ deutlich über der 5%-Hürde, während sie bei der Bürgerschaftsliste knapp darunter liegt.

Hier wurde aus meiner Sicht die Stimmzettelgestaltung dazu benutzt, aus einer Parlamentswahl eine Personenwahl zu machen. Bei der Bezirksversammlungswahl hatte dies naturgemäß keinen Effekt, weil kaum jemand die Spitzenkandidaten in den sieben Stadtbezirken kennt.
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El Tres
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 27. November 2008 - 14:02 Uhr:   

Naja, dass Landtagswahlen (und Bundestagswahlen) immer mehr zu Personenwahlen werden, hat wenig mit der Stimmzettelgestaltung zu tun. Die Formel CDU=Beust mag hier im Stimmzettel manifestiert worden sein, aber der ganze Wahlkampf der CDU war doch auf die Person des MP fokussiert. Das wird bei der naechsten BT-Wahl nicht anders sein ("Auf die Kanzlerin kommt es an").
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 27. November 2008 - 23:21 Uhr:   

@Norddeutscher

1994 bekam Die CDU in Sachsen 7,7 Prozentpunkte mehr Zweit- als Erststimmen, bei der SPD in Brandenburg waren es 2004 immerhin 3,3 Prozentpunkte. So ungewöhnlich ist das Resultat nicht in Hamburg, populäre Regierungsschefs können die Partei halt nach oben ziehen, unabhängig von der Gestaltung des Stimmzettels.

Daß die Grünen bei der Bürgerschaftsliste so schlecht abschnitten, lag wohl weder daran, daß die Grünen massenhaft Beust wählen wollten, noch an einer abschreckenden Wirkung von Frau Goetsch, sondern an der Unzufriedenheit vieler Grünen-Anhänger über eine mögliche schwarz-grünen Regierung. Deshalb haben viele SPD gewählt. Da wo die GAL stark ist, liegt dann auch nicht zufällig der Anteil der SPD-Bürgerschaftsliste besonders deutlich über dem Ergebnis der Wahlkreisliste.

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