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Medienverhalten vor der Wahl: Was ist...

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Medienverhalten vor der Wahl: Was ist erlaubt? « Zurück Weiter »

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m.g.s.
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 14:06 Uhr:   

Heute ein ziemlich toughes Beispiel dafür, was sich die Medien vor einer Wahl (hier Bayern-Wahl) so alles erlauben...

Angezettelt das Ganze (kaum verblüffenderweise) von der TAZ (sonst hätte ich es nur Titanic zugetraut, die ja auch schon ihre Kampagne weg haben):

(Quelle: http://www.taz.de/pt/2003/09/20/a0083.nf/text)

"Stoiber erringt klaren Sieg
CSU holt 59 Prozent und regiert künftig mit Zweidrittelmehrheit in Bayern. SPD-Spitzenkandidat Maget schließt nach
20-Prozent-Desaster Rücktritt nicht aus. Grüne wieder dritte Kraft. FDP nicht im Landtag. Merkel: "Niederlage für Schröder"

MÜNCHEN/BERLIN taz Die CSU hat am Sonntag die Landtagswahl in Bayern mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Die Partei von Ministerpräsident Edmund Stoiber erhielt nach ersten Hochrechnungen 59 Prozent der Stimmen. Die SPD kam mit ihrem Spitzenkandidaten Franz Maget hingegen nur auf 20 Prozent. Während die Grünen auf 8 Prozent zulegten, schaffte die FDP mit 4 Prozent erneut nicht den Sprung in den verkleinerten Landtag. Mit 122 von 180 Sitzen regiert Ministerpräsident Stoiber künftig mit einer Zweidrittelmehrheit. Die SPD kommt auf 41, die Grünen erhalten 17 Sitze. Das amtliche Endergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Sofort nach Vorliegen der ersten Zahlen setzte ein Streit um die bundesweite Bedeutung des Bayern-Ergebnisses ein. CDU-Chefin Angela Merkel zeigte sich in Berlin hocherfeut über den klaren Sieg und sagte: "Dies ist vor allem eine Niederlage für Gerhard Schröder." Die Wahl füge sich ein in die vergangenen Siege der Union bei den Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen. Dies sei ein klarer Trend, dass "die Wähler der Union mehr zutrauen als der Regierungskoalition". Der strahlende Sieger Stoiber bedankte sich bei den Wählern "für das überwältigende Vertrauen in meine Arbeit". Gleichzeitig wies er Spekulationen zurück, wonach der Sieg seine Chancen, 2006 erneut als Kanzlerkanzlerkandidat gegen Gerhard Schröder anzutreten, erhöht hätten. SPD-Generalsekretär Olaf Scholz gratulierte Stoiber und der CSU zu ihrem Erfolg. Gleichzeitig warnte er die Union davor, die Wahl zum Anlass zu nehmen, sich bei den anstehenden Reformen nicht kooperativ zu zeigen. Eine Reaktion von Kanzler Schröder gab es zunächst nicht.

Der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget schloss noch am Abend persönliche Konsequenzen aus der Wahlschlappe nicht aus: "Wir werden die Wahl analysieren, und wenn es an der Person Franz Maget liegt, werde ich selbstverständlich die notwendigen Konsequenzen ziehen." Einen Seitenhieb auf die SPD in Berlin konnte sich der Spitzenkandidat nicht verkneifen: "Die Unterstützung hätte nicht kleiner ausfallen können."

Das Ergebnis der Wahl kann nach Ansicht von FDP-Vorsitzendem Guido Westerwelle nicht auf den Bund übertragen werden. "In Bayern gehen die Uhren für die FDP anders." Den Wiedereinzug der Grünen in den Landtag bewertete der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer als "klare Entscheidung dafür, wer sich als dritte Kraft in Bayern etabliert hat".

Der Hamburger Politikwissenschaftler Joachim Raschke sagte zum Triumph der CSU, dieser sei es in Bayern gelungen, die Partei mit dem Land zu identifizieren. Die Sozialdemokraten seien "nach 45 Jahren Opposition in Bayern ein hoffnungsloser Fall". "THILO KNOTT
analyse des csu-erfolgs SEITE 3

taz Nr. 7162 vom 20.9.2003, Seite 1, 95 Zeilen (TAZ-Bericht), THILO KNOTT"


- Einen Moment lang habe ich gedacht ich hab einen Tag verpennt.
Ist das nun noch erlaubte Satire? Selbst wenn die TAZ kein Standard-Käseblättchen für politisch Uninteressierte ist, ist mir das eine Spur zu tough und je nach Wahlausgang morgen glattweg Betrug...
Was sagt Ihr dazu?

Markus
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Mitte-Rechts
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 15:17 Uhr:   

Kommentar zu dem "Ergebnis" gibt es auch schon.

Poste ich nicht rein, findet man relativ leicht.

Sowas ist ein Skandal und zeigt was diese Zeitung von journalistischer Arbeit hält.

Interessant ist aber, dass 59% für die CSU wohl auch in der linken Presse als sehr gutes Ergebnis angesehen werden. Ich hätte ja auch sowas in der Art "60% Marke verpasst" getippt.
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c07
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 16:14 Uhr:   

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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 18:46 Uhr:   

Ich finde das wirklich unglaublich !!! Wo befinden wir uns eigentlich, wenn eine sich seriös nennende Zeitung so etwas macht. Man kommt sich doch wie in einer Bananenrepublik vor. In Rumänien unter Ceaucescu wurden meines Wissens Fussballergebnisse und Wahlen im Voraus festgelegt, auch in Weißrußland unter Lukaschenka mag dies so sein, aber diese Zeitung gehört für mich boykottiert. Natürlich sind aufgrund der Umfragen Ergebnisse vorhersehbar und die Reaktionen der Politiker sind sicherlich nicht überraschend; aber ich finde, dies ist eindeutig zu unverschämt. Diese Zeitung gehört boykottiert !!!!
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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 19:34 Uhr:   

;-), aber ein Bundesliga-Ergebnis von morgen (Hamburger SV - Hansa Rostock 3:2) stört mich doch ein wenig. Und die Lottozahlen hätte ich früher sehen müssen ...
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c07
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 20:29 Uhr:   

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J.A.L.
Veröffentlicht am Samstag, 20. September 2003 - 23:24 Uhr:   

Vielstimmige Boykotthetze gegen eine der besten deutschen Zeitungen, nur wegen eines Satirekniffs, der auch nicht mehr ganz neu ist.
Ich bin schon verwundert. Gehen denn hier eigentlich alle zum Lachen in den Keller?
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c07
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2003 - 10:41 Uhr:   

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Matthias Cantow
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2003 - 13:27 Uhr:   

Ebenso Kritik an der taz, allerdings auch nur an den Bundesliga-Ergebnissen und den Lottozahlen von der Rheinischen Post-Online.
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2003 - 16:13 Uhr:   

Ach Leute, dieser Artikel (ebenso die Fußball-Ergebnisse und die Lotto-Zahlen) standen in der PRINT-AUSGABE vom Sonnabend. Daß das ganze Satire ist, habt Ihr wohl nicht gemerkt. Die taz nimmt damit doch nur auf die Schippe, daß alle Welt die Umfragen schon für Ergebnisse hält und spitzt das ganze ein wenig zu. Da von "Betrug" und "Banenrepublik" zu reden, zeigt doch nur, welche Scheuklappen hier der Eine oder Andere aufhat. Ich bin weiß Gott kein Linker, aber solche Artikel sind es doch, die mir immer wieder zeigen, daß wir die taz brauchen. Und sei es nur, damit sich ein paar bornierte Holzköpfe aufregen .
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Mitte-Rechts
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2003 - 16:36 Uhr:   

Na gut, dann ist es Satire. Wenn ich eine Tageszeitung kaufe, möchte ich eigentlich nicht als Headline + Kommentar eine Satire haben.

Aber die taz ist ja keine normale Tageszeitung.

Weiterhin darf ich anmerken, dass wohl viele nur diesen einen Artikel gelesen haben und da eine Satire nur schwer zu erkennen ist. Die ganze Taz muss man sich ja wirklich nicht antun.

Bei den Fussballergebnissen ist das dann natürlich klar.


Und das mit den Scheuklappen und den bornierten Holzköpfen lassen wir mal. Das ist das Niveau einer anderen "election"-Seite.
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C.-J. Dickow
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2003 - 17:07 Uhr:   

@ Mitte-Rechts

Wenn ich mir eine Zeitung kauf, dann nicht nur wegen eines Artikels. Dann lese ich schon mehr. Und wenn ich die taz kaufe und so etwas lese, dann weiß ich doch, wie so etwas gemeint ist. Und da die Internet-Ausgabe nichts anderes als ein Abklatsch der Print-Ausgabe ist (die taz stellt die Print-Ausgabe 1:1 ins Netz), kann für diese nichts anderes gelten.
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c07
Veröffentlicht am Sonntag, 21. September 2003 - 17:13 Uhr:   

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m.g.s.
Veröffentlicht am Montag, 22. September 2003 - 11:11 Uhr:   

Ich fragte ja schon zu Beginn, ist das ganze noch erlaubte Satire?
In der Titanic waere alles klar gewesen, dass die TAZ so weit geht, war mir aber bisher nicht klar. Die Beweggruende der TAZ sind ja klar (ich habe auch uebrigens nicht den Rest gelesen, da ich die Zeitung nur wegen des Artikels nicht extra kaufen wollte, umso einsichtiger wenn alles andere auch Satire war); nur erwartet man das nicht als Leitartikel einer Zeitung, die sich sonst nicht als satirisches Blatt versteht...
Immerhin war es ja keine Wahl, bei der der Ausgang wirklich unklar war und in sofern auch kein wirkliches Risiko dabei; tough war es trotz alledem...
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WalterK
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 06. Mai 2009 - 23:32 Uhr:   

ich hab mir mal die Mühe gemacht, die Medienpräsenz der versch. Parteien mit dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl zu vergleichen. siehe:
http://www.erding-life.de/xed/mediendemokratie.html
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 08. Mai 2009 - 17:33 Uhr:   

Daß FDP und Grüne überrepräsentiert sind, ist doch klar. Sie sind als Oppositionsparteien die Alternative zur Regierung. Daß die Linke unterrepräsentiert ist, liegt daran, daß sie zwar laut quäkt, aber keine Lösungen anzubieten hat.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 08. Mai 2009 - 22:52 Uhr:   

Ich hab mal ne Frage: hat jemand eine Auflistung sämtlicher Sendeplätze auf denen Wahlwerbespots laufen? Ich würde die nämlich gerne Aufzeichnen.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 08. Mai 2009 - 23:09 Uhr:   

Hier die Sendezeiten vom Ersten und einige vom ZDF

http://www.teleboy.ch/programm/process.php?search=Parteien%20zur%20Europawahl

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-05/13840025-zdf-programmaenderung-ab-woche-20-09-007.htm
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 08. Mai 2009 - 23:30 Uhr:   

Vielen Dank schonmal zigzag, wenn jemand ne offizielle Liste hat immer her damit
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WalterK
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 09. Mai 2009 - 03:00 Uhr:   

Norddeutscher: "... Daß die Linke unterrepräsentiert ist, liegt daran, daß sie zwar laut quäkt, aber keine Lösungen anzubieten hat."
Richtig, für jene, die die Sendungen werbefinanzieren
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Gast
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 25. Mai 2009 - 15:17 Uhr:   

Die Öffentlich-Rechtlichen Medien müssen den Vertretern der Parteien und Sonstigen Politischen Vereinigungen Zeiträume für die Wahlwerbung zur Verfügung stellen. Wieviel Zeit ist die je Wahlvorschlagsträger? Wann dürfen die Sender die Ausstrahlung verbieten? Dürfen sich die Privaten Medien aussuchen, wessen Wahlwerbefilme sie zeigen?
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 26. Mai 2009 - 15:18 Uhr:   

Wie ja bereits angekündigt versuche ich die Spots mitzuschneiden, und soweit klappt das auch, nur der von der DVU fehlt bisher (man kann ihn auf Youtube finden, aber nicht vom Fernsehen geschnitten). Weiß jemand ob der von der DVU vielleicht verboten wurde? Ich konnte nichts dementsprechendes im Internet finden, jedoch fiel mir bereits ca. 3 mal auf dass ein angekündigter Wahlspot auf ARD/ZDF nicht ausgestrahlt wurde, das kann natürlich tausend gründe haben, Programmänderung etc, aber ich finde es merkwürdig. Würde mich interessieren!

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