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Archiv bis 25. September 2017

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2017 » Archiv bis 25. September 2017 « Zurück Weiter »

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Martial00120
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 24. September 2017 - 22:54 Uhr:   

Sie gewinnt wohl den Wahlkreis. Ca. 13'000 Stimmen Vorsprung und nur noch die Gemeinde Wilsdruff offen mit 14'000 Einwohnern....also weniger als 13'000 Wähler

Sehr interessant!
https://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_ergli_lw.prc_ergli_lw_v2?p_bz_bzid=BW17&p_ebene=WK&p_ort=158&p_art=1
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 24. September 2017 - 23:22 Uhr:   

Özdemir ist 3 %-Punkte vom Wahlkreissieg weg. Petry hat mit 37,4 % gewonnen (CDU-Kandidat 28,8 %), wahrscheinlich gehen auch Bautzen I und Görlitz an die AfD. Sie kriegt keinen WK außerhalb von Sachsen.

Die Größe des Bundestags wird vom Zweitstimmenergebnis der CSU abhängen, sie wird alle 46 WK holen.
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 24. September 2017 - 23:38 Uhr:   

Merkel verliert 12% (sowohl an Erst- wie Zweitstimmen) in ihrem Wahlkreis. Auch ziemlich deutlich, obwohl sie ihr Direktmandat mit 44% natürlich trotzdem gewinnt.
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Nikolaus Krause
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 24. September 2017 - 23:45 Uhr:   

Die CDU erobert Lübeck; Kiel bleibt knapp bei der SPD. Alle anderen WK in SWH bei der CDU.
In MV verteidigt die CDU alle WK.
In HH ist die CDU nach Zweitstimmen stärkste Partei. Die SPD verteidigt aber ihre bisher 5 Direktmandate, offenbar mit Hilfe vieler Zweitstimme-Grün-Wähler. Aydyn Özuguz ist somit gewählt.
In Brandenburg gehen alle WK außer Potsdam (SPD) an die CDU.
Sachsen-Anhalt und Thüringen: Alle WK CDU.
Berlin: Hängt wg. technischer Probleme mit der Auszählung sehr hinterher. Die CDU könnte Spandau an die SPD verlieren, damit könnte Monika Grütters über die Landesliste einziehen. In Friedrichshain-Kreuzberg liegt Canan Bayram (Grüne) vorn. Allerdings sind erst reichlich 50% der Wahlbezirke ausgezählt. Sollte es so bleiben, ist Renate Künast wahrscheinlich draußen, denn die Grünenn scheinen in Berlin nur 3 Mandate zu bekommen.
Waldeck geht von der CDU an die SPD, ebenso Saarbrücken. Die drei anderen WK im Saarland gehen an die CDU, so auch Saarlouis an Peter Altmaier.
Heiko Maas zieht über die Landesliste ein.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 00:00 Uhr:   

Ein interessantes Wahlergebnis, das ich insgesamt begrüße. Die politische Landschaft wird wieder vielfältiger und lebendiger. Die Ära der Großen Koalition geht zu Ende und die Ära Merkel tritt in ihre letzte Phase ein.

Aus meiner Sicht haben Union und SPD verdient deutlich verloren.
Dies ist auch eine persönliche Niederlage für Angela Merkel und Martin Schulz. Der SPD wäre zu raten, Schulz auszuwechseln und sich grds. in der Opposition neu aufzustellen. Derzeit sieht es allerdings danach aus, dass sie an Schulz festhalten wird - und damit den Grundstein für eine weitere Niederlage 2021 bereits jetzt legt.

Merkel, die auch in ihrem Wahlkreis massive Verluste hinnehmen musste, stehen sehr schwierige Koalitionsverhandlungen mit FDP und Grünen bevor. Diese Verhandlungen muss sie erfolgreich beenden, da anderenfalls die politische Stabilität des Landes beeinträchtigt werden dürfte, da die SPD sich diesmal augenscheinlich der Übernahme politischer Verantwortung im Rahmen eine erneuten Großen Koalition entziehen möchte. Insofern stellt die SPD diesmal das Wohl der eigenen Partei an erster Stelle und nicht die Stabilität des Landes. Das ist zwar im Prinzip falsch - und widerspricht auch der Positionierung im Wahlkampf - ist aber insofern positiv, als dies wirklich einen Druck aufbaut zu einer alternativen Regierungsbild. Das österreichische Szenario einer Dauer-GroKo (dort z.B. von 1986-99) könnte so durchbrochen werden, indem hier jetzt die SPD in die Opposition geht und die CDU/CSU mit FDP und Grünen eine stabile Regierung bildet.
M.E. nach braucht die SPD dafür aber auch neues jüngeres Personal, um sich für die Post-Merkel-Ära neu aufzustellen.
Frau Merkel wiederum sollte beginnen ihre Nachfolge vorzubereiten - etwa durch Abgabe des Parteivorsitzes in 2-3 Jahren und rechtzeitiger Nominierung eines neuen Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021.

AfD und FDP haben einen großen Wahlerfolg errungen.

Grüne und Linke konnten aufgrund der Schwäche der SPD ebenfalls leichte Zuwächse verzeichnen.

Insofern ist dieses Wahlergebnis eine gute Basis für Koalitionsverhandlungen für eine Jamaica-Koalition, da sowohl FDP wie Grüne gestärkt wurden und so in die Verhandlungen aus einer Position der Stärke gehen können. CDU/CSU gehen in die Verhandlungen aus einer Position der Schwäche - insbesondere die CSU, die für eine parlamentarische Mehrheit nicht benötigt werden würde. Dennoch werden CDU/CSU m.E. nach zusammenbleiben und nach langen Verhandlungen und mit erheblichen Zugeständnissen eine Regierung mit FDP und Grünen bilden können und so die bleiernde Zeit der Großen Koalition beenden.

Frau Merkel ist durch dieses Ergebnis massiv geschwächt. Der Anfang vom Ende der Ära Merkel hat heute begonnen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 00:01 Uhr:   

Nur 38,8 % für die CSU in Bayern. Das ist ein Desaster, das Seehofer in Schwierigkeiten bringen dürfte.
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 00:08 Uhr:   

Bei den kleinen Parteien geht es für die Piraten und ÖDP (derzeit je 0,4%, aber natürlich insbesondere ohne Berlin) noch um die Wahlkampfkostenerstattungs-Hürde von 0,5%. Die PARTEI, Freie Wähler und Tierschutz sind mit wahrscheinlich je ca. 1% deutlich darüber, alle sonstigen (insbesondere die NPD, derzeit 0,3%) deutlich darunter.
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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 00:16 Uhr:   

Ohne die CSU wäre Jamaika nicht möglich. Macht die CSU Jamaika, hat sie bei der Landtagswahl im nächsten Jahr ein Riesenproblem.
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 00:30 Uhr:   

Durch die interne Kompensation werden, wenn ich das richtig sehe, nicht all zu viele Landeslisten-Kandidaten der CDU zum Zuge kommen. Gibt es da absehbare prominente Opfer?
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 02:14 Uhr:   

Noch offen sind derzeit noch je ein Wahlbezirk in der Altmark (WK 66) und in Darmstadt (WK 186) sowie insgesamt ca. 150 in 10 Berliner Wahlkreisen.

edit: Die beiden einzelnen Wahlbezirke sind nun ausgezählt (d.h., auch HE und ST sind insgesamt fertig und die Meldungen müssten bald da sein), während in Berlin "nur" noch 110 fehlen.

(Beitrag nachträglich am 25., September. 2017 von cyrix editiert)
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Nikolaus Krause
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 09:59 Uhr:   

Die SPD hat also gegenüber 2013 per Saldo ein Mandat hinzugewonnen.
Trotz der großen Erfolge der AfD, speziell in Sachsen, bleibt festzuhalten, dass diese Partei in den Ländern, wo 2016 gewählt wurde (BW, RP, ST, MV, BLN), die Ergebnisse von damals nicht wieder erreicht hat.
Frauke Petry hat inzwischen erklärt, der AfD-Fraktion nicht mehr angehören zu wollen. Es grummelt also gewaltig intern.

Die CDU-Landeslisten ziehen, wie vom mandatsrechner.de schon im August gemutmaßt, nur in NRW, NDS und den drei Stadtstaaten.
Ursula von der Leyen zieht also über die Landesliste ein.
Die Vergrößerung des Bundestages bewirkt, dass den Grünen in Berlin vier Mandate zustehen und Renate Künast trotz des Direktmandates für Canan Bayram ebenfalls gewählt ist. Özcan Mutlu verpasst den Verbleib im Bundestag.
In Bayern zieht die CSU-Landesliste nicht. Joachim Herrmann zieht also nicht ein. Sollte aber eines der 46 CSU-MdB im Laufe der Legislaturperiode ausscheiden, würde er nachrücken.
Leipzig II und Görlitz hat die CDU nur sehr knapp verloren. Hätte die CDU hier jeweils 1,1% der Erststimmen mehr bekommen, gäbe es 2 Überhang- und 6 Ausgleichsmandate mehr, also insgesamt 717 Mandate. Dann wäre auch Joachim Herrmann eingezogen.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 11:45 Uhr:   

Ich rechne mit Neuwahlen Anfang nächsten Jahres. Jamaica geht ohne CSU nicht, Seehofers Priorätät ist seine Wiederwahl bei der bayerischen Landtagswahl. Die SPD geht wohl ohne Neuwahlen - wie ich denke - nicht in eine neue GroKo.
Also wird es Prozeduren nach Art. 63 GG geben und der Bundestag nach der dritten Wahlphase und ohne Kanzlerwahl mit absoluter Mehrheit wohl vom Bundespräsidenten aufgelöst werden. Jamaica wird meines Erachtens an der CSU, aber auch am linken Flügel der Grünen scheitern. Und auch die FDP wird nicht zu viele Kompromisse machen können, das Wahlergebnis von 2013 steckt ihr noch in den Knochen. Natürlich kann ich mich irren.
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Florian das Original
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 11:49 Uhr:   

@ N. Krause:
"Trotz der großen Erfolge der AfD, speziell in Sachsen, bleibt festzuhalten, dass diese Partei in den Ländern, wo 2016 gewählt wurde (BW, RP, ST, MV, BLN), die Ergebnisse von damals nicht wieder erreicht hat. "

Das Bild ist nicht ganz so klar.

Richtig: in diesen Ländern hat die AfD verloren. (Allerdings nicht stark sondern immer nur ca. 2 Punkte. Ein Rückgang im McPomm von 20,8% auf 18,6% ist z.B. sicher keine klare Trendwende).
Gegenüber den jüngsten Landtagswahlen in NRW und Saarland hat die AfD hingegen noch leicht zugelegt. (Allein das Plus in NRW ist in absoluten Stimmen-Zahlen wahrscheinlich mehr als das Minus in den von Ihnen genannten Ländern).

Gesamtfazit:
Sie haben recht: die Zeiten des steilen Wachstums ist für die AfD vorbei.
Jetzt haben wir eine Stagnation, allerdings auf hohem Niveau.

Und wenn die Volksparteien das Problem nicht bald "entschärfen", dann wird sich die AfD womöglich dauerhaft auf diesem Niveau etablieren.
Nicht nur in Sachsen (wo sie stärkste Partei ist!).
Sondern auch in Regionen im Westen.
Ich habe mich z.B. gerade mal durch die diversen oberbayerischen Landkreise geklickt. In etlichen Fällen ist die AfD hier zweitstärkste Kraft noch vor der SPD.
Zumindest mal in jenen Flächenländern, die seit Herbst 2015 noch nicht wieder gewählt haben, wird die AfD wahrscheinlich noch mal spürbar zulegen.
In Bayern ist die CSU jetzt sicher hypernervös.
Thüringen und Sachsen könnten in die Unregierbarkeit rutschen. Ich würde da auch auf die Umfragen nicht allzu viel geben.
(Infratest hat am 20.6.2017 in Sachsen für die Bundestagswahl (!) einen CDU-Vorsprung von 28% gegenüber der AfD ermittelt...)
Aber auch Hessen wird für die AfD interessant: aus ihrer Sicht gibt es ja kein besseres Angriffsziel als eine schwarz-grüne Landesregierung.
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Martin Dauser
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 12:34 Uhr:   

@ Bernhard Nowak

"Ich rechne mit Neuwahlen Anfang nächsten Jahres. Jamaica geht ohne CSU nicht, Seehofers Priorätät ist seine Wiederwahl bei der bayerischen Landtagswahl. Die SPD geht wohl ohne Neuwahlen - wie ich denke - nicht in eine neue GroKo.
Also wird es Prozeduren nach Art. 63 GG geben und der Bundestag nach der dritten Wahlphase und ohne Kanzlerwahl mit absoluter Mehrheit wohl vom Bundespräsidenten aufgelöst werden. Jamaica wird meines Erachtens an der CSU, aber auch am linken Flügel der Grünen scheitern. Und auch die FDP wird nicht zu viele Kompromisse machen können, das Wahlergebnis von 2013 steckt ihr noch in den Knochen. Natürlich kann ich mich irren."

Und wie geht es dann deiner Meinung nach weiter ?

Meiner Ansicht nach ist es sehr wahrscheinlich, dass auch nach möglichen Neuwahlen außer der Großen Koalition und der Jamaika-Koalition keine andere politisch denkbare Koalition eine Mehrheit hat.

Ich glaube im Übrigen, dass es richtig ist, dass die SPD das Ergebnis als Auftrag, in die Opposition zu gehen, interpretiert. Trotzdem wäre es meiner Ansicht nach klüger gewesen, eine Formulierung zu wählen, mit der man nach dem eventuellen Scheitern der Verhandlungen zu Jamaika ohne Gesichtsverlust wenigstens noch einmal Sondierungsgespräche führen kann. Denn so wird im Falle einer nötigen Neuwahl es den Mitkonkurrenten leicht gemacht, der SPD die Hauptschuld für das Zustandekommen einer beim Wähler unbeliebten Neuwahl zuzuschieben. Somit machte die SPD bereits am Wahlabend ihren nächsten strategischen Fehler
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 12:41 Uhr:   

Ich denke, dass die SPD nach Neuwahlen leicht gestärkt werden wird und sich danach zu einer Neuauflage der großen Koalition bereitfinden wird. Ansonsten stimme ich Dir zu: "Ich glaube im Übrigen, dass es richtig ist, dass die SPD das Ergebnis als Auftrag, in die Opposition zu gehen, interpretiert. Trotzdem wäre es meiner Ansicht nach klüger gewesen, eine Formulierung zu wählen, mit der man nach dem eventuellen Scheitern der Verhandlungen zu Jamaika ohne Gesichtsverlust wenigstens noch einmal Sondierungsgespräche führen kann. Denn so wird im Falle einer nötigen Neuwahl es den Mitkonkurrenten leicht gemacht, der SPD die Hauptschuld für das Zustandekommen einer beim Wähler unbeliebten Neuwahl zuzuschieben. Somit machte die SPD bereits am Wahlabend ihren nächsten strategischen Fehler."

Ich denke, Schulz hat einfach seinen Posten "gerettet". Mehrfach war zu lesen, dass die Basis der SPD einer Neuauflage der Groko bei einem Ergebnis unter 23% nicht zustimmen werde. Jetzt hat Schulz seinen Posten gerettet und dürfte Neuwahlen anstreben. Alle etablierten Parteien hoffen, dass sie dadurch gestärkt und die AfD geschwächt werden wird. Ob dies eintreffen wird, ist m.E. eine andere Frage, ich glaube, dass die AfD nach Neuwahlen erst recht gestärkt wird. Die SPD kann aber jetzt schlecht sagen, sie lehnt eine GroKo ab und darauf spekulieren, dass die Wähler um Weihnachten herum - wenn Jamaica gescheitert ist - diese Aussagen vergessen haben.

Wie soll denn Jamaica funktionieren? Wir haben eine CSU, die rund 10% verloren hat. In einigen Landkreisen ist die AfD zweitstärkste Partei. Die Grünen sind in städtischen Landesverbänden wie Berlin eher "links". Die Nachfolgerin Ströbeles in Berlin, die ihren Wahlkreis direkt gewonnen hat, hat Özdemir einen "Ortsvorsitzenden der CDU" genannt. Wie bitte, soll Jamaica funktionieren? Ohne die CSU funktioniert Jamaica nicht und was macht der linke Grünen-Flügel? Trittin soll in die Verhandlungen der Grünen - wie ich gelesen habe - einbezogen werden. Wie bitte, soll dies gehen? Und v.a.: für vier Jahre gehen?
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 14:20 Uhr:   

Dies wird aber nicht einfach, denn neben der CSU - in der Seehofer durch Söder unter Druck gerät - ist die Unzufriedenheit auch im konservativen CDU-Teil sehr groß. Ich sehe - vielleicht irre ich mich - nicht genügend Gemeinsamkeiten für eine Koalition aus vier Parteien von CSU bis Grüne. Außerdem hat die SPD ja durch ihre Beteiligung an 9 Landesregierungen eine "Sperrminorität" von 35 der 69 Sitze im Bundesrat (Niedersachsen jetzt mal nicht mitgerechnet, hier muss die Landtagswahl abgewartet werden) verfügt. D.h. die SPD kann bei zustimmungspflichtigen Gesetzen im Bundesrat die Enthaltung jeder Landesregierung erwirken, an der sie beteiligt ist. Mindestens ein Bundesland mit SPD-Beteiligung müsste "umfallen". Jamaica kann also - sollten sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat nicht ändern - kein zustimmungspflichtiges Gesetz im Bundesrat durchbringen. Nochmal: vielleicht irre ich mich, aber ich denke, dass trotz Frau Merkels Diktum ("Neuwahlen Missachtung des Wählerwillens") die Wahrscheinlichkeit für Neuwahlen doch recht hoch ist.
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 14:52 Uhr:   

@Bernhard,

die Stärkeverhältnisse im Bundesrat können sich in Kürze ändern, da in Niedersachsen im Oktober Neuwahlen anstehen.

Im Übrigen ist die Bedeutung des Bundesrats zurückgegangen, da im Zuge der Föderalismusreform die Zahl der zustimmungspflichtigen Gesetze abgenommen.

Ferner möchte ich anmerken, dass in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland unterschiedliche Mehrheitsverhältnisse im Bundestag und Bundesrat keineswegs der Ausnahme- sondern eher der Regelfall waren.

Insfoern ist dies kein Hindergrundsgrund für eine solche Koalitionsbildung.
Gravierender sind da schon die ideologischen Unterschiede. Allerdings sei darauf verwiesen, dass nach der Landtagswahl 2013 in Hessen eine solche Koalition zwischen dem "schwarzen Sheriff" Volker Bouffier und dem linken Grünen Tarek Al-Wazir. Diese Koalition arbeitet reibunslos und pragmatisch zusammen. Es handelt sich hierbei um ein reines Zweckbündnis, in der jeder Koalitionspartner die ihm wichtigen Punkte einbringt und trotz großer ideologischer Unterschiede zu pragmatischen Kompromissen bereit ist.

Ebenso könnte Jamaica auf Bundesebene funktionieren. Die FDP ist ohnehin sehr flexibel. Die schwierigen Koalitionspartner dürften CSU und Grünen in dieser Konstellation sein.

Die Frage ist, inwieweit diese beiden bereit sind, sich zu bewegen. Beide Parteien werden akzeptieren müssen, dass der Status quo der Flüchtlingspolitik, die sie aus je unterschiedlicher Perspektive kritisieren, beibehalten wird. Zwar wird es keine formelle Obergrenze geben, die Regelungen werden aber weiter restriktiv angewendet werden. Die Grünen werden ferner neben der FDP in einigen Fragen der innteren Sicherheit und Terrorismusbekämpfung der CDU/CSU Zugeständnisse machen müssen. Umgekehrt werden CDU/CSU in einigen umweltpolitischen Punkten Zugeständnisse machen müssen - vorzugsweise solchen die nichts oder wenig kosten.

Jede Partei wird sich irgendwo wiederfinden müssen: Die Grünen bekommen das Umweltministerium, die CSU wieder das Innenministerium und die FDP das Justiz und das Wirtschafts- oder Finanzministerium.

M.E. nach wird die CDU bei den Koalitionsverhandlungen am meisten zurückstecken müssen, während CSU, FDP und Grünen jedenfalls postenmäßig gut versorgt werden dürfen. Und natürlich wird die CSU auch ihre blödsinnige Maut umgesetzt bekommen.
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Markus Knoll
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 15:00 Uhr:   

Drehhorst tut's weiterhin

>Seehofer hält am Bündnis mit der CDU fest
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/horst-seehofer-haelt-an-buendnis-zwischen-csu-und-cdu-fest-a-1169735.html

Ob er das überleben würde, wenn er nicht wieder rotiert?
Andererseits: Wozu ein Strauß nicht den Mut hatte...



Den Preis für die schlechteste Prognose mindestens des Jahrtausends bekommt übrigens Infratest, oder?

Prognose vom 20.6. für Sachen war:
CDU 46%, AfD 18%.

Realität gestern war:
CDU 26,9%, AfD 27,0% (und damit stärkste Partei in Sachsen, dem Land der absoluten CDU-Mehrheiten. Und nebenbei ganz früher einmal die Herzkammer der deutschen Sozialdemokratie.)
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 15:41 Uhr:   

Wenn die CSU die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufkündigen würde, gäbe es am nächsten Tag einen CDU-Landesverband in Bayern und perspektivisch wäre die absolute CSU-Mehrheit dauerhaft weg. Daher wird die CSU dies nicht tun.

Auch sonfern 2018 die CSU die absolute Mehrheit verlieren sollte, wäre dies nicht das Ende der Partei. Zunächst einmal hat sie diese schon einmal verloren (2008) und danach gleich wiedergewonnen (2013). Zum anderen wäre selbst ein dauerhafter Verlust lediglich eine politische Normalisierung. Da die CSU mit Abstand stärkste Kraft bleiben würde, wäre faktisch auch weiterhin eine Regierungsbildung ohne sie nicht möglich. Sie könnte vielmehr entscheiden, ob sie lieber eine Koaltion mit der FDP oder den Freien Wählern eingeht.

Auch bei ihrem jetzigen mauen Ergebnis lag sie weit über 5%. Abgesehen davon steht aufgrund der Grundmandatsklausel (3 Direktmandate) der Einzug der CSU-Landesgruppe selbst dann nicht in Frage, wenn sie unter 5% bundeweit bei den Wahlen verbliebe.
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Maik Otter
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 25. September 2017 - 17:17 Uhr:   

Bund


CDU und CSU

Volker Kauder (BW) wurde von Angela Merkel als zur Wahl des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU Fraktion vorgeschlagen. Sein Bruder Siegfried Kauder ist mittlerweile ein Parteiloser! Horst Seehofer (CSU) holte sich im einstimmigen Votum des Parteivorstandes für die Fortsetzung der gemeinsamen Unionsfraktion im Deutschen Bundestag ab!

Johanna Wanka (CDU, BB) möchte keine Bundesministerin mehr sein!


GRÜ
Canam Bayram (BE) folgt Hans Christian Ströbele als Wahlkreissiegerin in Kreuzberg und Friedrichshain! Sie ist eindeutig gegen ein Bündnis mit der CDU, der FDP und der CSU.


Land Niedersachsen
Vorläufiges Landesergebnis der Zweitstimmen an die Landeslisten
CDU: 1 622 931 Stimmen und ~ 34,9 %
SPD: 1 274 919 Stimmen und ~ 27,4 %
FDP: 431 369 Stimmen und ~ 9,3 %
AfD: 422 275 Stimmen und ~ 9,1 %
GRÜ: 404 752 Stimmen und ~ 8,7 %
LIN: 322 820 Stimmen und ~ 6,9 %
PAR: 41 160 Stimmen und ~ 0,9 %
TSP: 40 425 Stimmen und ~ 0,9 %
PIR: 17 686 Stimmen und ~ 0,4 %
NPD: 12 057 Stimmen und ~ 0,3 %
DM: 8 140 Stimmen und ~ 0,2 %
BGE: 8 077 Stimmen und ~ 0,2 %
DiB: 6 356 Stimmen und ~ 0,1 %
VP³: 6 081 Stimmen und ~ 0,1 %
ÖDP: 4 777 Stimmen und ~ 0,1 %
MLPD: 1 632 Stimmen und < 0,1 %
DKP: 1 114 Stimmen und < 0,1 %


Gewählte


westliche Bundesländer (559): CDU 150, SPD 133, FDP 68, AfD 62, GRÜ 56, CSU 46, LIN 44
° Wahlkreisgewinner (238): CDU 137, SPD 55, CSU 46
° Landeslistengewählte (321): FDP 68, AfD 62, GRÜ 56, LIN 44, SPD 22, CDU 13


östliche Bundesländer = Ostdeutschland (152): CDU 50, AfD 32, LIN 26, SPD 21, FDP 13, GRÜ 10
° Wahlkreisgewinner (61): CDU 48, LIN 5, SPD 4, AfD 3, GRÜ 1
° Landeslistengewählte (91): AfD 29, LIN 21, SPD 17, FDP 13, GRÜ 9, CDU 2


Süddeutschland (254): CDU 55, SPD 46, CSU 46, AfD 31, FDP 30, GRÜ 29, LIN 17
° Wahlkreisgewinner (106): CDU 55, CSU 46, SPD 5
° Landeslistengewählte (148): SPD 41, AfD 31, FDP 30, GRÜ 29, LIN 17

Westdeutschland (189): CDU 59, SPD 54, FDP 25, AfD 20, LIN 16, GRÜ 16
° Wahlkreisgewinner (83): CDU 55, SPD 28
° Landeslistengewählte (86): SPD 26, FDP 25, AfD 20, LIN 16, GRÜ 16, CDU 4

Norddeutschland (116): CDU 36, SPD 33, FDP 13, LIN 12, AfD 11, GRÜ 11
° Wahlkreisgewinner (49): CDU 27, SPD 22
° Landeslistengewählte (67): FDP 13, LIN 12, SPD 11, AfD 11, GRÜ 11, CDU 9


Land Nordrhein-Westfalen (142): CDU 42, SPD 41, FDP 20, AfD 15, GRÜ 12, LIN 12
° Wahlkreisgewinner (64): CDU 38, SPD 26
° Landeslistengewählte (78): FDP 20, SPD 15, AfD 15, GRÜ 12, LIN 12, CDU 4

Freistaat Bayern (108): CSU 46, SPD 18, AfD 14, FDP 12, GRÜ 11, LIN 7
° Wahlkreisgewinner (46): CSU 46
° Landeslistengewählte (62): SPD 18, AfD 14, FDP 12, GRÜ 11, LIN 7

Land Baden-Württemberg (96): CDU 38, SPD 16, GRÜ 13, FDP 12, AfD 11, LIN 6
° Wahlkreisgewinner (38): CDU 38
° Landeslistengewählte (58): SPD 16, GRÜ 13, FDP 12, AfD 11, LIN 6

Land Niedersachsen (66): CDU 21, SPD 20, FDP 7, AfD 7, GRÜ 6, LIN 5
° Wahlkreisgewinner (30): CDU 16, SPD 14
° Landeslistengewählte (36): FDP 7, AfD 7, SPD 6, GRÜ 6, CDU 5, LIN 5

Land Hessen (50): CDU 17, SPD 12, AfD 6, FDP 6, GRÜ 5, LIN 4
° Wahlkreisgewinner (22): CDU 17, SPD 5
° Landeslistengewählte (28): SPD 7, AfD 6, FDP 6, GRÜ 5, LIN 4

Freistaat Sachsen (38): CDU 12, AfD 11, LIN 6, SPD 4, FDP 3, GRÜ 2
° Wahlkreisgewinner (16): CDU 12, AfD 3, LIN 1
° Landeslistengewählte (22): AfD 8, LIN 5, SPD 4, FDP 3, GRÜ 2

Land Rheinland-Pfalz (37): CDU 14, SPD 9, AfD 4, FDP 4, GRÜ 3, LIN 3
° Wahlkreisgewinner (15): CDU 14, SPD 1
° Landeslistengewählte (22): SPD 8, AfD 4, FDP 4, GRÜ 3, LIN 3

Land Berlin (28): CDU 6, LIN 6, SPD 5, GRÜ 4, AfD 4, FDP 3
° Wahlkreisgewinner (12): CDU 4, LIN 4, SPD 3, GRÜ 1
° Landeslistengewählte (16): AfD 4, GRÜ 3, FDP 3, CDU 2, LIN 2, SPD 2

Land Schleswig-Holstein (25): CDU 10, SPD 6, FDP 3, GRÜ 2, LIN 2, AfD 2
° Wahlkreisgewinner (11): CDU 10, SPD 1
° Landeslistengewählte (14): SPD 5, FDP 3, GRÜ 2, LIN 2, AfD 2

Land Brandenburg (25): CDU 9, AfD 5, SPD 4, LIN 4, FDP 2, B90 1
° Wahlkreisgewinner (10): CDU 9, SPD 1
° Landeslistengewählte (15): AfD 5, LIN 4, SPD 3, FDP 2, B90 1

Land Sachsen-Anhalt (23): CDU 9, AfD 4, LIN 4, SPD 3, FDP 2, GRÜ 1
° Wahlkreisgewinner (9): CDU 9
° Landeslistengewählte (14): AfD 4, LIN 4, SPD 3, FDP 2, GRÜ 1

Freistaat Thüringen (22): CDU 8, AfD 5, LIN 3, SPD 3, FDP 2, GRÜ 1
° Wahlkreisgewinner (8): CDU 8
° Landeslistengewählte (14): AfD 5, LIN 3, SPD 3, FDP 2, GRÜ 1

Freie und Hansestadt Hamburg (16): SPD 5, CDU 4, GRÜ 2, LIN 2, FDP 2, AfD 1
° Wahlkreisgewinner (6): SPD 5, CDU 1
° Landeslistengewählte (10): CDU 3, GRÜ 2, LIN 2, FDP 2, AfD 1

Land Mecklenburg-Vorpommern (16): CDU 6, AfD 3, LIN 3, SPD 2, FDP 1, GRÜ 1
° Wahlkreisgewinner (6): CDU 6
° Landeslistengewählte (10): AfD 3, LIN 3, SPD 2, FDP 1, GRÜ 1

Saarland (10): CDU 3, SPD 3, LIN 1, AfD 1, FDP 1, GRÜ 1
° Wahlkreisgewinner (4): CDU 3, SPD 1
° Landeslistengewählte (6): SPD 2, LIN 1, AfD 1, FDP 1, GRÜ 1

Freie Hansestadt Bremen (7): SPD 2, CDU 1, LIN 1, GRÜ 1, AfD 1, FDP 1
° Wahlkreisgewinner (2): SPD 2
° Landeslistengewählte (5): CDU 1, LIN 1, GRÜ 1, AfD 1, FDP 1

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