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Matthias Cantow
Moderator
| | Veröffentlicht am Sonntag, 08. Februar 2015 - 02:37 Uhr: | |
Die Hefte waren 2011 noch im Hochformat, und Platz 31 war in etwa auf einer Höhe mit der Gesamtliste: Zudem befanden sich die Kandidaten ab Platz 31 immer auf der rechten Seite im aufgeschlagenen Stimmzettelheft und direkt unter dem groß und fett geschriebenen Parteikurznamen. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 08. Februar 2015 - 03:38 Uhr: | |
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Thomas Frings
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 08. Februar 2015 - 09:53 Uhr: | |
Die Grünen haben 2011 auch nur zwei Sitze über die Landesliste bekommen. Damals haben sie in den Wahlkreisen aber wesentlich besser abgeschnitten (14,2%). Ob sich das wiederholt, ist unsicher, zumal die Situation jetzt ganz anders ist. Die Bürgerschaftswahlergebnisse der Grünen sind sowieso auffällig schwach für eine Stadt in der Größenordnung. Hamburg ist neben dem Saarland auch das einzige Land, wo sie bei der letzten Landtagswahl noch unter dem für die Grünen unerfreulichen Bundestagswahlergebnis 2013 lagen. 2011 und auch 2008 war das ja noch mit Schwarz-Grün oder Spekulationen um eine schwarz-grüne Koalition zu erklären. Aber diesmal gibt es keinen offensichtlichen Grund. 3% ungültige Stimmen wie 2011 ist schon relativ viel. Maximal fünf Kreuze, die beliebig verteilt werden können, ist ja keine für die Wähler sonderlich anspruchsvolle Stimmgebung. Bis 5 zu zählen, sollen sogar manche Tierarten hinbekommen. Dass Wähler sowohl 5 Listen- als auch fünf Personenstimmen vergeben haben, kommt aber wohl wenig vor, denn bei den Wahlkreislisten, wo es keine Listenstimmen gibt, waren sogar 3,6% ungültig. Die Stimmzettelhefte sind für die Auszählung natürlich extrem unübersichtlich und unpraktisch, was sicher auch die Wahrscheinlichkeit von Fehlern stark erhöht. In Bremen gibt es diesen Unsinn nicht und die Wahlkreiskandidaten ließen sich problemlos auf einen "normalen" Stimmzettel unterbringen, ohne dass der zu große Ausmaße annehmen würde. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 08. Februar 2015 - 14:48 Uhr: | |
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Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 04:31 Uhr: | |
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Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 12:04 Uhr: | |
Es fällt auf, dass die Grünen als einzige Partei bei der genannten Wahlabsicht deutlich stärker abschneidet, als später real beim Ergebnis. Woran liegt das? Drei Erklärungen wären ja denkbar: a) Die Befragten lügen die Interviewer an und behaupten Grüne wählen zu wollen, obwohl sie es überhaupt nicht vorhaben. b) Kurz vor der Wahl entscheiden sich viele um, doch nicht grün zu wählen, obwohl sie es vorher vor hatten. c) Die Stichprobe der ausgewählten Befragten ist falsch ausgewählt. Welche dieser Erklärungen ist wohl zutreffend? Dass Forsa meint, es müsse b) sein, dürfte klar sein, weil die anderen beiden Möglichkeiten ihre Arbeit infrage stellen würden. Man müsste überprüfen, ob sich dieses Muster allgemein wiederholt, oder ob es nur ein einmaliger Ausreißer war. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 13:17 Uhr: | |
Prognos hat heute eine neue Umfrage veröffentlicht: SPD 45,5% CDU 17,5% Grüne 10,5% Linke 8% FDP 7% AfD 6% Übrige 5,5% Quelle: https://twitter.com/PrognosUmfragen Da scheint mir die FDP leicht überbewertet und die CDU eher unterbewertet zu sein. Ich glaube zwar, dass die FDP das schafft, aber an 7% dann doch eher nicht. |

Jan W.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 13:25 Uhr: | |
@Norddeutscher Ist das nicht der Fake-Account, der immer Phantasiezahlen verbreitet?http://www.mdr.de/thueringen/erfundene-umfrage-landtagswahl-thueringen100.html |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 13:35 Uhr: | |
OK, wusste ich nicht. Und hier war es auch nicht so extrem auffällig wie in Thüringen, weil dem Trend (FDP steigt an, CDU verliert) halbwegs folgend. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 14:57 Uhr: | |
Interessant ist ja an den letzten Zahlen, dass die FDP tendenziell jetzt vor der AfD gesehen wird. Das sah noch vor einiger Zeit anders aus. Wäre schön, wenn die FDP reinkommt und die AfD nicht im ersten westdeutschen Land über 5% kommt. |

Nikolaus Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 15:02 Uhr: | |
"Annähernd ein Viertel der grünen Bundestagswähler wählt in Hamburg SPD." Einspruch! Worauf stützt sich diese Behauptung eigentlich? Zunächst: Es ist mir vollkommen unklar, auf welche Bürgerschaftswahlumfragen von Forsa sich Ratinger Linke bezieht. Die letzte hier veröffentlichte Bürgerschaftswahlumfrage von Forsa stammt aus dem Jahr 2006. Dass die Grünen ab Sommer 2013 bis zur Wahl am 22.9. d.J. erheblich an Zustimmung verloren haben, ist allgemein bekannt - und das war auch nicht nur in Hamburg so. Vergleiche zwischen Bundestagswahlergebnis 2013 und dem Jahresdurchschnitt bis Sept. 2013 für Mutmaßungen über den Wahlausgang kommenden Sonntag heranzuziehen, halte ich für eine doch sehr gewagte Methode. Die neuesten Umfragen geben den Grünen 11%, bei der letzten Bundestagswahl waren es 12,7%. Das ist zwar ein Rückgang, aber längst nicht so dramatisch wie bei der CDU, die laut aktuellen Umfragen 40% ihrer Bundestagswähler verliert. "Der Wahlkreisüberschuss der Grünen hängt ziemlich sicher zu einem guten Teil mit den Personenstimmen von Scholz zusammen." Teilweise vielleicht. Ob es nach vier Jahren Scholz-Regierung wieder so kommen wird, bleibt Spekulation. Ein wichtiger Grund für den Wahlkreisüberschuss der Grünen als drittstärkster Partei ist vor allem das Verteilungsverfahren nach Sainte-Lague bei der Ermittlung der Wahlkreissitze! Auch deshalb hatten die Grünen 2011 14 Gesamtsitze inkl. 12 Wahlkreissitzen. Und schon 2011 war es ähnlich gewesen: 12 Gesamtsitze, davon 11 Wahlkreissitze. Ratinger Linke selbst war es gewesen, der vor 4 Jahren genau das mittels eine Vergleichstabelle zwischen Sainte-Lague, skandinavischer Methode und D´Hondt vorgeführt hatte: http://www.wahlrecht.de/cgi-bin/forum/show.cgi?tpc=40&post=61390#POST61390 "Wobei die Grünen diesmal ihre Wahlkreislisten kurz gehalten haben, um da nicht zu viele Stimmen zu provozieren." Den Grünen unterstellen zu wollen, dass sie mit Absicht keine Wahlkreismandate gewinnen wollen, halte ich ebenfalls für sehr gewagt. Außerdem sehen die Grünen-Anhänger auch neben jedem Namen fünf Felder zum Ankreuzen und wissen um die Möglichkeit des Kumulierens. Ich sehe den (zugegebenermaßen auch nicht gerade ehrenhaften) Grund eher darin, den jeweiligen Wahlkreislisten-Führern möglichst wenig innerparteiliche Konkurrenz zu verschaffen, da es ja nun eben bei den Grünen kaum sichere Landeslistenplätze gibt. Sollte z.B. der für die Grünen wackelige Wahlkreis Bergedorf verloren gehen, kann der männliche Spitzenkandidat Jens Kerstan nur über die Landesliste einziehen (Katharina Fegebank wird wohl ihr Direktmandat ziemlich sicher kriegen). Wenn die Grünen wieder nur 2 Sitze über die Landesliste zugeteilt bekämen, würde Kerstan dann wahrschienlich das einzige nach Listenreihenfolge zu besetzende Mandat besetzen. Alle anderen prominenten Grünen sind also dringend auf ihr Wahlkreismandat angewiesen. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 15:54 Uhr: | |
@Nikolaus: Der Vierer-Wahlkreis Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf ist für die Grünen deutlich wackeliger als der Fünfer-Wahlkreis Bergedorf, bei dem die CDU in ihrer derzeitigen Verfassung niemals mehr als dreimal soviele Stimmen wie die Grünen holen werden und es auch sehr fraglich ist, ob die SPD fünfmal soviele Stimmen wie die Grünen erhalten. Nur wenn beides passieren würde oder Linke (sicher nicht), AfD (kaum) oder FDP (niemals) stärker als die Grünen in Bergedorf würden, könnten die Grünen, die mit Jens Kerstan ein Bergedorfer Urgestein aufgestellt haben - schon sein Großvater saß für die Deutsche Partei in der dortigen Bezirksversammlung - den Sitz in Bergedorf verlieren. Das ist im Wahlkreis Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf ganz anders: Das ist der mit Abstand schwächste Wahlkreis der Grünen im Bezirk Hamburg-Nord, Fegebank wohnt da nicht (im Gegensatz zur Konkurrenz) und SPD (Gulfam Malik, Dorothee Martin), CDU (Richard Seelmaecker, Andreas Schott) und FDP (Robert Bläsing) haben da vor Ort sehr profilierte Kandidaten aufgestellt. Richard Seelmaecker wohnt zwar inzwischen auch knapp außerhalb des Wahlkreises ist aber immens gut vernetzt. Katharina Fegebank hat dort das Problem, dass sie zwar landesweit leidlich bekannt ist, aber vor Ort praktisch nie aufgetaucht ist. |

Wilko Zicht
Moderator
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 16:09 Uhr: | |
@Nikolaus: Ratinger Linke wird sich auf die bei der GESIS veröffentlichten Forsa-Rohdaten beziehen (die auch die Landtagswahlabsicht enthalten): http://www.gesis.org/wahlen/laufende-erhebungen/forsa-bus/ |

Nikolaus Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 16:42 Uhr: | |
In Bergedorf rangierten 2011 die Grünen bei den Wahlkreisstimmen nur 3,2% vor der Linken. Und da der Linken Zugewinne von bis zu 3% vorausgesagt werden, den Grünen hingegen Verluste, halte ich diesen Mandatsverlust von Grünen an Linke durchaus für möglich. Hingegen sehe ich in Fuhlsbüttel wenig Chancen für die SPD, fünfmal so stark wie die Grünen zu werden (ihr werden höhere Verluste vorausgesagt als den Grünen). Noch unwahrscheinlicher ist es, dass die CDU bei derzeitiger Stimmung dort dreimal so stark wie die Grünen werden wird. Und dass FDP (Bläsing versus Fegebank), AfD oder Linke an den Grünen vorbeiziehen, halte ich für ausgeschlossen. Wir kennen jetzt zwar die Quelle für die Forsa-Rohdaten. Trotzdem halte ich die Behauptung mit dem Viertel Grünen-Wählern für gewagt. Und der bundesweite Grünen-Einbruch vom Sommer 2013 läßt keinen Rückschluß auf heute zu, zumal, wie Thomas Frings schon ausgeführt hat, die Grünen schon bei der Wahl 2011 eher unterdurchschnittlich abgeschnitten hatten. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 17:22 Uhr: | |
@Nikolaus: Bei den Bezirkswahlen haben die Linken in Fuhlsbüttel in viel höherem Maße zugelegt, als in Bergedorf, wo insbesondere ihr sehr beliebter Bezirksabgeordneter (und ehemaliger Grünen-MdHB) Lutz Jobs nicht wieder antritt. Deswegen glaube ich eher, dass die Linke in Fihlsbüttel als in Bergedorf die Grünen angreifen kann. Dass die FDP stärker wird als die Grünen, glaube ich weder in Fuhlsbüttel noch in Bergedorf. Aber in Fuhlsbüttel haben sie mit einem eher linksliberalen offen schwulen und vor Ort bekannten Abgeordneten eher die Chance den Grünen Stimmen abzuzwacken, die den Grünen dann Fehlen, als in Bergedorf, wo die FDP praktisch nicht existent ist und niemand deren Kandidaten kennt. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass die Grünen in Bergedorf sogar Stimmen von der FDP abziehen, während sie ihn Fuhlbüttel an diese verlieren könnten und das könnte dann ausschlaggebend für das Verhältnis zu den anderen Parteien (insbesondere zur Linken) sein. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 09. Februar 2015 - 18:27 Uhr: | |
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Nikolaus Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. Februar 2015 - 18:38 Uhr: | |
Zu Fuhlsbüttel: Besagter FDP-Kandidat wird wohl eher bei seinen Parteikollegen abzwacken als bei den Grünen, schätz ich mal. Es könnte natürlich auch passieren, dass die Grünen ihren Sitz (also die Fege-Sitzbank) an die SPD verlieren. Das will ich nicht ausschließen und halte das sogar für wahrscheinlicher als den Verlust an die FDP. "Natürlich sind die Grünen auch wegen der Rundungen in den Wahlkreisen stark. Bei 11% würden aber schon die meisten 4er-Wahlkreise wegfallen." 11% wären ein Verlust von 0,2%, also wesentlich weniger Verlust als bei SPD, FDP und vor allem der CDU. Deswegen glaube ich da nicht dran. "In Hamburg gibts noch das Panaschierproblem, das sich am Telefon nicht so leicht zuverlässig abfragen lässt." Richtig. Aber diese muss sich nicht unbedingt gegen die Grünen auswirken. Es könnte genausogut auch SPD-Wähler geben, die einen Teil ihrer Stimmen grünen Kandidaten geben. "Andererseits soll die Wahlkreisliste aber gerade nicht beworben werden, um keine Stimmen von der Landesliste abzuziehn." Für beide Listen kann man jeweils fünf Stimmen abgeben. Alle, die sich dafür interessieren, wissen das auch. Eine dieser beiden Listen stärker zu gewichten, geht nicht. "Der Fall, wo ein Konkurrent stärker Stimmen konzentrieren kann als Platz 1, aber im direkten Vergleich verliert, sollte sich durch den Wahlkampf verhindern lassen, solang der Konkurrent nicht über die größeren finanziellen Resourcen verfügt." Dass Parteifreunde in den Wahlkreisen gegeneinander Wahlkampf führen, glaube ich nun gar nicht - erst recht nicht, dass sie nun speziell dafür noch Geld einsetzen. Kurz und gut: Ich wollte nur darauf hinweisen, dass bei den Grünne praktisch kein Landeslistenplatz so richtig sicher ist, weshalb viele der weit oben auf der Landesliste Stehenden darauf angewiesen sind, ihr Wahlkreismandat zu gewinnen. Bei anderen Parteien ist das nicht so krass, namentlich bei der SPD nicht. Wir kennen dieses Phänomen ja auch in anderen Zusammenhängen, beispielsweise bei der CDU in Schleswig-Holstein bei Landtagswahlen (speziell Jost de Jager). |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. Februar 2015 - 19:53 Uhr: | |
@Nikolaus: Ich nehme auch nicht an, dass der Sitz in Fuhlsbüttel an die FDP geht. Dafür ist sie zuweit zurück. Ich gehe nur davon aus, dass gerade Kandidaten wie Bläsing den Grünen eher Stimmen abnehmen können, als irgendeine völlig unbekannte Bergedorferin, mit der Folge, dass der Sitz dann tatsächlich an die SPD geht. 11% in den Wahlkreisen wären übrigens nicht 0,2 sondern (hamburgweit) 3,2 Punkte weniger, denn die Grünen hatten 2011 einen eher ungewöhnlichen Wahlkreislistenüberhang von 3 Prozentpunkten. Im Übrigen geht es sehr wohl, die Wahlkreislisten mehr oder weniger stark zu bewerben, als die Landesliste, mit dem Effekt, dass es man dort, wo man mehr wirbt, alle fünf Stimmen erhält, während man dort, wo man weniger wirbt eben nur einen Teil der fünf Stimmen bekommt. Im Idealfall konzentriert man sich daher (und das tun von den derzeit in der Bürgerschaft vertretenen Parteien am konsequentesten die Linken und in geringerem Maße auch FDP und Grüne) auf die Landeslistenstimmen in der Werbung, weil die wichtiger sind. Bei SPD und CDU gibt es hingegen soviele Wahlkreiskandidaten, die auf eigene Faust werben (bei der CDU aufgrund des zu erwartenden schlechten Ergebnisses sogar noch deutlich mehr als bei der SPD), dass dort die Aufmerksamkeit eher auf die Wahlkreise gelenkt wird. Meine Prognose ist daher, dass diesmal SPD und CDU eher mehr Wahlkreislisten- als Landeslistenstimmen bekommen, während es bei der Linke nwohl mehr umgekehrt sein dürfte. Bei Grünen und FDP hingegen sollte sich das nicht so viel nehmen. Und das Parteifreunde gegeneinander in den Wahlkreisen oder auch auf der Landesliste viel Geld einsetzen, ist insbesondere bei der CDU zwanglos zu beobachten. Im Wahlkreis Eppendorf-Winterhude hat z.B. der von der CDU nur noch auf Wahlkreislistenplatz drei (statt wie bisher auf Platz 1) aufgestellte Andreas C. Wankum ca. 1000 Plakate aufgestellt, um gegen den bisherigen Bezirksabgeordneten Jens Wolf, der ihn bei der Aufstellungsversammlung um zwei Stimmen geschlagen hat, doch noch das Mandat zu holen. Auch der Sonderwahlkampf des Polizeigewerkschaftschefs Lenders oder des Russlanddeutschen Nikolaus Haufler (mit Text in kyrrillischer Schrift für seine Zielgruppe), die für Landeslistenstimmen werben, um von hinten nach vorne zu kommen, dürften nicht ganz billig gewesen sein. Bei der SPD sind mir vor allem Jan Quast (Platz 17) und Gunnar Eisold (Platz 44) aufgefallen, die einen Sonderwahlkampf führen. |

HSV Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. Februar 2015 - 21:45 Uhr: | |
Die CDU wird ja kaum noch über die Landesliste Mandate besetzen können; womöglich 3-5. Da ist der Wettbewerb schon recht hoch und einige werden auf der Strecke bleiben. Haufler hat seine Rußlanddeutschen auch über die Legislatur gepflegt, könnte also klappen. Wankum ist auch in Eppendorf-Winterhude eher unbeliebt, das wird spannend, ich glaube aber eher nicht an seine Chance. Bei der FDP sehe ich nur Blankenese als reale Möglichkeit. Zumal Scheurl wohl, ob der geringeren Bedeutung des Bildungsthemas, nicht so abschneiden wird, wie 2011. Für die AfD kämen infrage: Billstedt (mit Wilhelmsburg), allerdings haben sie dort eine schwache Wahlkreisliste. Und Wandsbek (mit Jenfeld und Tonndorf), wo sie recht aktiv sind. Aber mit 5, 6 Prozent im Landeschnitt, sehe ich das nicht. Lustigerweise behaken sich zwei AfD-Kandidaten intern mit je 1000 Plakaten im für sie eher schwächeren Barmbek-Uhlenhorst (Dr. Wolf und Eckleben). Frage: Wird der AfD vom Panaschieren und Kumulieren profitieren, oder nicht? Ich glaube es wird ihr eher schaden, da ihr weniger Wähler ein, zwei Stimmen "abgeben", als den etablierten Parteien der "Mitte". Es könnte also am Montag, nach der Gesamtauszählung noch 0,2% für die AfD runter und FDP u.a. rauf gehen. Gegenmeinungen? |

Nikolaus Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. Februar 2015 - 21:55 Uhr: | |
Das Montags-Ergebnis kann natürlich von dem Sonntags-Ergebnis abweichen, aber wohl kaum wegen der Möglichkeit von Kumulieren und Panaschieren. Schließlich fließen bei der vprläufigen Auszählung schon alle jeweils fünf Landeslistenstimmen ein. |
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