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Archiv bis 02. August 2016

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Fraktionswechsel und Rücktritte von Politikern » Archiv bis 02. August 2016 « Zurück Weiter »

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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Juli 2016 - 20:06 Uhr:   

Petra Hinz ist sowieso ein interessanter Charakter.
So hatte Sie 2009 ein Steuerstrafverfahren am Hals, weil sie seit 2003 keine ordentliche Steuererklärung abgegeben hatte.
D.h. bis zur Aufdeckung hatte sie ihre Bundestags-Diäten nie versteuert.
Pikanterweise war sie dann ab 2009 (als ihre Steuergeschichte schon bekannt war) ausgerechnet Mitglied Finanzausschusses und des Haushaltsausschusses.
Nun ja, die Wähler scheinen es ihr verziehen zu haben. 2009 - nach Bekanntwerden der Steuergeschichte - wurde sie wieder direkt in den Bundestag gewählt.

Jetzt also der geschönte Lebenslauf.
Schön finde ich übrigens noch folgendes:
Es war wohl schon ein paar Tage vor ihrem offiziellen Eingeständnis am 19.7. entsprechende Gerüchte im Umlauf. Sowie ein anonymer Brief.
Gegen den Verfasser des Briefes ging Frau Hinz noch am 11.7. mit schweren Geschützen vor (siehe hier: http://www.petra-hinz.de/meldungen/24704/213068/Zum-anonymen-offenen-Brief-an-die-SPD-Essen-und-die-Presseberichterstattung.html ). Unter anderem mit diesem sehr selbstbewussten Zitat:
Sollte der Autor des Schreibens SPD-Mitglied sein – was ich einfach nicht glauben mag – müssten die Essener Sozialdemokraten dafür sorgen, dass er oder sie nicht mehr lange Mitglied bleibt. Jemand, der in ehrabschneidender Weise sozialdemokratische Mandatsträger diffamiert und sozialdemokratische Delegierte nötigt, hat in unserer Partei nichts mehr zu suchen. Er verstößt gegen die Grundprinzipien der Partei, der Solidarität, der fairen demokratischen Diskussion und der demokratischen Wahl unserer Mandatsträger.

Tja, vielleicht hätte sie in ihrer Situation besser nicht so lauthals für Andere den Parteiausschuss fordern sollen...
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Wechselwähler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Juli 2016 - 20:37 Uhr:   

Ich bin auch über das "seit 30 Jahren" gestolpert, weil ich noch nie von ihr gehört hab obwohl ich bestimmt schon 4 Jahre hier wohne und das auch mein WK ist, ansonsten kenn ich nämlich schon die Namen der grösseren Unholde.
Vllt eine Schläferin, nur von wem? Von Schröder vergessen? Who knows..

Aber auf Schriftlichkeit, also Beweise, legt man hier ohnehin wenig wert und die SPD ist hier noch komischer als überall sonst wo ich bisher wohnte. Jetzt hat man auch noch entschieden, dass die Kanadagänse doch nicht gejagt werden dürfen …
Die Geschichte ist auch insofern aussergewöhnlich, als dass ich auf den ersten Blick nichts strafbares sehe. Fehlende juristische Kompetenz ist hier aber allgemein mehr Feature als Bug, zB im Hinblick auf das "fehlerhafte Kündigen von Verträgen" (der Stadt mit Unternehmen die von SPD'lern geführt werden) ermöglicht es den Verantwortlichen Vorsatz abzustreiten. Bei mir in der Nähe sollen jetzt ein paar Bäume auf der Hauptstrasse gepflanzt werden und man will die A40 übertunneln, vllt hat das was damit zutun (wenn ich das richtig sehe wohnt sie hier in der Nähe, jedenfalls in meinem Stadtteil).

Ich werd mal berichten wenn ich mehr davon höre.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Juli 2016 - 22:03 Uhr:   

Natürlich ist Abgeordneter ein Traumziel für gescheiterte Existenzen, da lassen sich in allen Parteien Beispiele finden. Es gibt sicher noch einige mehr mit getürkten Lebensläufen.


"Da sie ihr gesamtes früheres Leben in Essen verbracht hat, hätte doch jeder Aktive in der SPD merken müssen, dass der Lebenslauf nicht stimmen kann."
Nicht unbedingt. In Großstädten ist man weitgehend anonym und das Privatleben der Parteikollegen kennt man auch meist wenig. Man muss nur so lügen, dass nichts einfach nachprüfbar ist. Wer kann schon widerlegen, dass X vor vielen Jahren Abitur gemacht hat? Selbst beim österreichischen Bundeskanzler Faymann ist das nicht gelungen, obwohl da zumindest die Schule bekannt war, an der er angeblich maturiert hat. Länger zurückliegende Tätigkeiten sind generell schwer von außen überprüfbar. Für erfundene (aktuelle) unternehmerische Tätigkeit gibt es aber Indizien: Ist kein Internetauftritt vorhanden, ist das ein deutliches Zeichen. Ist die genaue Tätigkeit des Unternehmens unklar, kann man auch seine Schüsse ziehen. Ist jemand (Mit-)Eigentümer einer Kapitalgesellschaft, kann man im Bundesanzeiger schnell erschließen, ob es sich um eine ernsthafte unternehmerische Betätigung handelt.
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Interessierter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Juli 2016 - 22:04 Uhr:   

War es nicht Essen, in der der SPD-Mann Guido Reil zur Alternative gewechselt ist?
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Wechselwähler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Juli 2016 - 01:03 Uhr:   

Ja, gab auch noch mehr Wechsel/Austrittstheater in letzter Zeit.
Viel Unzufriedenheit. Nun noch die Sache mit der Awo, die alle AFD-Mitglieder ausschliessen will.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Juli 2016 - 19:06 Uhr:   

Ja, die Verteidigungsversuche von Petra Hinz aus den letzten beiden Wochen (siehe oben @Florian das Original) wirken gerade im Rückblick schon sehr verzweifelt. Das waren sie wohl auch. Und kontraproduktiv außerdem. Die Karriere und auch die Fortführung ihres bisheriges Lebens in Essen und Berlin waren aber ohnehin nicht mehr zu retten, auch wenn sie das noch nicht wahrhaben wollte.

Dass sie alles selbst vermurkst hat, wird sie nun auch gerade nicht trösten. Bei einer Insolvenz sind vielleicht andere oder die Wirtschaftslage Schuld, aber so ...

"Man muss nur so lügen, dass nichts einfach nachprüfbar ist." (Thomas Frings). Das ist richtig. Sie hat aber mehrfach Wahlkampf gemacht, und zwar auch erfolgreich. Ihr Wahlkampfteam muss sie doch vorher intensiv gecheckt und gebrieft haben, um zu wissen, was für Fragen man locker zulassen kann und wo man sie möglichst beschützen muss. Bildungspolitik ist doch immer ein Dollpunkt, und es gibt Fragen wie, "Wissen Sie eigentlich, was für ein Chaos sie mit Ihren Gesamtschulen anrichten?" Und da sollte das Team schon wissen, ob ihre Wahlkämpferin nun selbst eine IGS besucht hat und wo und wie, oder ob sie ein von Nonnen betriebenes Privatgymnasium besucht hat, das ihr Vater bezahlt hat. Natürlich kann man auch sein Team belügen, aber das ist eigentlich keine erfolgsorientierte Taktik. Anscheinend ist ja auch tatsächlich einiges durchgesickert. Es hat nur niemand weitererzählt, bis offenbar jemand sie absägen wollte und natürlich wusste, wie das ganz einfach geht, samt vollem Racheprogramm.
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Wechselzähler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Juli 2016 - 19:59 Uhr:   

"Dass sie alles selbst vermurkst hat, wird sie nun auch gerade nicht trösten."
"Man muss nur so lügen, dass nichts einfach nachprüfbar ist."
"Ihr Wahlkampfteam muss sie doch vorher intensiv gecheckt und gebrieft haben"

Ich denke nicht, dass das ihre eigene Idee war sondern die eines lokalen SPD-Lords, vllt gleichzeitig Ex-Freund, der das dann entsprechend gemanaged hat.
Es passt halt nicht zusammen, dass sie so lange Zeit unauffällig war und sich dann bei ihren Büroproblemen auf diese fast dümmste denkbare Art und Weise verhält.

Da steht mit Sicherheit noch jemand anders hinter, der sie bisher beschützt oder zumindest beraten hat.

Ich brauche vermutlich bald einen Alu-Hut weil ich mir schon Szenarien überlege wie das ganze mit den komischen Bauvorhaben in Essen-Frohnhausen, Immobilienspekulation, Beziehungsproblemen und event. Zwangsprostitution im Bundestag verbunden sein könnte.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 21. Juli 2016 - 23:57 Uhr:   

"Ihr Wahlkampfteam muss sie doch vorher intensiv gecheckt und gebrieft haben, um zu wissen, was für Fragen man locker zulassen kann und wo man sie möglichst beschützen muss."
"Gecheckt" werden müsste wohl eher vor der ersten Aufstellung. Aber Belastendes in der eigenen Biographie auch nur im kleinsten Kreis mitzuteilen, ist ganz dumm. Es gibt immer welche, die die Klappe nicht halten können.

"Natürlich kann man auch sein Team belügen, aber das ist eigentlich keine erfolgsorientierte Taktik. Anscheinend ist ja auch tatsächlich einiges durchgesickert."
Vielleicht hat Hinz einfach nicht konsequent genug die Klappe gehalten. Ich persönlich käme z. B. nie auf die Idee, Erwachsene über Details ihrer Schullaufbahn auszufragen, und kann mir nicht vorstellen, dass das die Mitarbeiter so interessiert hat. Mit offener interner Kommunikation wäre sie sicher früher aufgeflogen.

"Bildungspolitik ist doch immer ein Dollpunkt, und es gibt Fragen wie, "Wissen Sie eigentlich, was für ein Chaos sie mit Ihren Gesamtschulen anrichten?""
Die persönliche Schulerfahrung nahezu aller Politiker ist nicht mehr so frisch, dass man sie auf die aktuelle Situation übertragen könnte.
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Zählerwechsel
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 22. Juli 2016 - 01:38 Uhr:   

Schaut man sich die Homepage von Petra Hinz an findet man auch äusserst inhaltsstarken politischen Positionen, zB:

"Petra Hinz setzt sich für Fortschritt durch Arbeit, Bildung, Nachhaltigkeit ein"
"Petra Hinz setzt sich für Eltern, Kinder und Senioren ein!"
"Petra Hinz setzt sich für ein tolerantes Land ein!"


Ihre Arbeit im Bundestag beeindruckt auch in etwa genauso.

Z.b. ihre wohl letzte Rede: http://www.bundestag.de/mediathek/?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=4178646&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&destination=search&mask=search

Nachdem sie sich zweimal von dieser grünen Schreckschraube dazwischenreden hat lassen (der BT als Schulklasse ..), hat sie eine "grosse Freude und Ehre" in Bezug auf den Haushaltsplan, aber inhaltlich ist da nichts eigenes und nichtmal fremdes über einem basalen Anspruchsniveau.

Man sollte auch meinen, dass man im BT eher hochdeutsch spricht, aber 11 Jahre jünger wär das vllt sogar sexy gewesen; also SPD-proletarisch sexy mein ich, so ähnlich wie Berlin.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 22. Juli 2016 - 12:34 Uhr:   

@Zählerwechsel-Danny: Damit es nicht ganz so auffällt, dass du dahinter steckst, solltest du vielleicht mal daran arbeiten, deine dir typische Schreibweise und auch Abkürzungen abzugewöhnen. ;) Nur mal so als Tipp.
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Dunkelflaute
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 23. Juli 2016 - 13:22 Uhr:   

Hmn, tut mir Leid.

Ich geb mir halt Mühe nicht mehr so viel über Ausländer zu lästern, was meinen Vorrat an Selbstdisziplin im Moment allerdings so stark beansprucht, dass nicht mehr viel für die konspirative Verdunklung übrig bleibt.

Welche typischen Schreibweisen und Abkürzungen verraten mich denn?
Mir selbst fällt das nicht so wirklich auf. Letztens hab ich in Bezug auf die NATO ausversehen von Angriff statt von Verteidigung gesprochen. Hat GE natürlich auch sofort gemerkt…


Bezüglich Fräulein Hinz ist nun klar, dass eigentlich alle davon wussten:

„Es gab immer Zweifel und Gerüchte über die berufliche Qualifikation von Petra Hinz“, sagt Willi Nowack. Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt, ein großer Strippenzieher, ist keiner, der für Integrität steht. Wegen Insolvenzverschleppung landete er sogar im Gefängnis. Er ist aber einer, der weiß wie die Dinge so liefen in der Partei und vielleicht immer noch laufen.

Die Gerüchte um Petra Hinz seien vielen der damaligen führenden Genossen bekannt gewesen, sagt Nowack. „Auch ich wusste davon. Offiziell nachgefragt hat keiner.“ Keiner? Dem Vernehmen nach wollte eine Juso-Funktionärin schon in den 1990er Jahren öffentlich machen, dass es Hinz, mit der Wahrheit nicht so genau nahm. Willi Nowack soll sie in ihrem Aufklärungseifer aber gebremst haben. Darauf angesprochen sagt Nowack heute: „Andere wollten offensiver damit umgehen.“
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 23. Juli 2016 - 23:57 Uhr:   

"Ich persönlich käme z. B. nie auf die Idee, Erwachsene über Details ihrer Schullaufbahn auszufragen" - Thomas Frings. Hmm.

Ich empfehle eigentlich regelmäßig den allfälligen Schüler- und sonstigen Gruppen, die einen Landtags- oder vielleicht sogar Bundestagsabgeordneten begrüßen und befragen oder sogar besuchen dürfen, genau solche Fragen zu stellen. Davon verstehen nämlich die Fragesteller etwas, und es wirken dann nicht nur ein oder zwei Aktivisten aus der Klasse mit, die wie sonst leider auch zu beobachten sich auswendig gelernte professionelle oder vorgeplante Statements zu Glyphosat, Fracking, TTIP und ähnlichen Themen einfangen, die bei 90 % der Klasse den dringenden Wunsch nach Flucht aufkommen lassen.

Tatsächlich kommt auch mal so etwas wie eine echte Diskussion auf, wenn Fragen wie "Wie sind sie denn mit den Inklusionsschülern klargekommen?" oder "War das jetzt G8 oder G9?" sinnvoll umgesetzt und beantwortet werden müssen oder auch "waren Sie auch im freiwilligen sozialen Jahr und wie fanden Sie das?". Und die Frage, "auf welche Schule gehen eigentlich Ihre Kinder?" wird natürlich auch tatsächlich gestellt. Wenn ein Abgeordneter irgendeine Mindestkompetenz im Bildungssektor vermitteln will, muss er auch 30 Jahre nach Ende seiner Schulzeit sinnvoll antworten und etwa die Änderungen im Schulwesen erläutern können, an denen er und seine Partei im günstigen Falle ja vielleicht sogar positiv mitgewirkt haben könnten - er soll sich ja durchaus darstellen können.

Auf die Idee, ein Abgeordneter hätte sein Abitur quasi frei erfunden, wäre ich allerdings nicht gekommen und darum geht es mit der Nachfrage auch gar nicht. Im Gegenteil, wenn ein Abgeordneter stattdessen die Vorteile oder Nachteile der von ihm genossenen dualen Ausbildung erläutern möchte, wäre das eine allseits akzeptierte und sogar begrüßte Antwort. Auch ein etwaiger Hinweis, man hätte eine Polytechnische Oberschule besucht, lässt auf erstaunte Blicke und eine interessante anschließende Diskussion in den alten Bundesländern hoffen.

Keine Ahnung, wie Petra Hinz sich bei Fragen nach ihrer Schulzeit positioniert hätte (oder hat?). Natürlich kann man auch da kreativ aus dem Leeren schöpfen, aber was? Eine Schule erfinden, an der man Abitur gemacht hat? Den Lebenslauf weiter verkomplizieren, in der Hoffnung, dass das nicht weitererzählt wird? Die CIA verantwortlich machen? In der Wikipedia blättern? Selbst Dannys konspirative Verdunklung müsste da versagen.
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Maik Otter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 24. Juli 2016 - 07:10 Uhr:   

In Zukunft könnte jede Doktorarbeit, jede Habilitationsschrift und jedes Prüfungsthema des Staatsexamens von möglichen Bewerbern zum Europäischen Parlament, zum Deutschen Bundestag und zu den 16 Landesparlamenten auf den Seiten der Wahlbehörden veröffentlicht werden. Hiermit könnte man die Hochstapler schneller enttarnen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 24. Juli 2016 - 14:01 Uhr:   

"Tatsächlich kommt auch mal so etwas wie eine echte Diskussion auf, wenn Fragen wie "Wie sind sie denn mit den Inklusionsschülern klargekommen?" oder "War das jetzt G8 oder G9?" sinnvoll umgesetzt und beantwortet werden müssen oder auch "waren Sie auch im freiwilligen sozialen Jahr und wie fanden Sie das?". Und die Frage, "auf welche Schule gehen eigentlich Ihre Kinder?" wird natürlich auch tatsächlich gestellt."
Die Frage, auf welche Schule die Kinder gehen, ist natürlich bei solchen Politikern interessant, die das gegliederte Schulsystem beerdigen wollen. Für sie ist die Frage in der Regel auch peinlich, da sind Kraft und Ypsilanti nur die Spitze des Eisbergs.
http://www.welt.de/politik/nrw-wahl/article7505590/Gemeinschaftsschule-die-Bigotterie-der-Politik.html

Die übrigen Fragen sollte aber jeder ohne Schwierigkeiten beantwortet können.


"Keine Ahnung, wie Petra Hinz sich bei Fragen nach ihrer Schulzeit positioniert hätte (oder hat?). Natürlich kann man auch da kreativ aus dem Leeren schöpfen, aber was? Eine Schule erfinden, an der man Abitur gemacht hat? Den Lebenslauf weiter verkomplizieren, in der Hoffnung, dass das nicht weitererzählt wird?"
Hinz ist ja Hinterbänklerin, aber selbst der österreichische Bundeskanzler Faymann kam mit biographischen Unklarheiten, u.a. über seine Schulzeit, durch. Hier war sogar die Schule bekannt. Eine inzwischen aus der FPÖ geworfene Abgeordnete stellte deswegen sogar mal eine parlamentarische Anfrage:
http://offenesparlament.at/gesetze/XXIV/J_13191/#

Faymann hätte seine Gegner natürlich leicht blamieren können, wenn dies alles nur Unterstellungen gewesen wären. Man hat ihm andererseits hier keine Lüge nachweisen können und er kam nie wegen seines Lebenslaufs in Schwierigkeiten.

Auf Gerüchte kann man sich halt nicht berufen. Erfährt man unter der Hand, dass jemand seinen Lebenslauf gefälscht hat, finanzielle Schwierigkeiten hat, seine Frau regelmäßig verprügelt oder anderes Negatives, dann kann man so etwas ja schlecht öffentlich verbreiten. Denn dann muss man sagen, wo man sein Wissen her hat. Da kann man nicht sagen, dass habe einem X erzählt und der wisse es von Y. Da macht man sich auch sehr schnell strafbar.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 24. Juli 2016 - 21:26 Uhr:   

@Maik Otter: Menschen, die nie Abitur gemacht , keine Doktorarbeit geschrieben und kein Staatsexamen abgelegt haben, dürfen selbstverständlich auch kandidieren. Aus welchem Grund sollen dann allerdings andere Kandidaten schlechter gestellt werden, in dem sie etwas nachweisen müssen, was die Kandidaten ohne Abitur etc. gar nicht haben?

Dass ein Ingenieur bei einer Bewerbung für eine Stelle in einer Forschungsabteilung Kopien seiner Urkunden einreichen muss, ist einzusehen. Aber wenn er in den Bundestag will, ist seine Qualifikation keine Voraussetzung. Und wenn ich als Wähler ihm nicht glaube und das für mich wichtig ist, dann wähle ich ihn nicht. Auch Petra Hinz hätte jetzt rein rechtlich wieder kandidieren können. Nur hat sie verständlicherweise keine Lust dazu.

@Thomas Frings: "Da macht man sich auch sehr schnell strafbar." Klar, und außerdem gibt es eine Kammer am Landgericht Hamburg, die von Politikern gerne in Fällen angerufen wird, die entsprechend gelagert sind, etwa wenn es um die Haarfarbe oder Nichthaarfarbe geht.

Im Grunde ist es ja richtig, dass nicht der Abgeordnete beweisen muss, dass etwas "echt" ist, sondern der Journalist oder Gegner, dass etwas "nicht echt" ist. Faymann hat offenbar Rückendeckung von einer kompletten Schule, die sich nicht äußern will. Anscheinend hat man ihn dort in angenehmer Erinnerung, warum auch immer. Sollte er in Cuba oder Nicaragua zur sozialistischen Fortbildung gewesen sein, hat jedenfalls niemand ihn dort getroffen oder Neigung, darüber zu berichten.

Letztlich stolpern Abgeordnete über gut belegbare Pannen, etwa den Besitz wenig vorbildlicher Pulver oder von öden Bildern, die man besser nicht besitzt.
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Einphasengegenstrom
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 25. Juli 2016 - 06:13 Uhr:   

Mit welcher Berechtigung?

Politiker als solche brauchen keine Schulbildung oder sonstige Qualifikation, und das ist durchaus absichtlich so; und auch richtig.

Ob Abitur oder Uni hilfreich oder schädlich ist weiss man nicht, und es ist äusserst unklar. Der Haupteffekt wird wohl in der IQ-Filterwirkung liegen. Schädlich kann z.B. die dadurch erhöhte Uniformität im Denken und Volksferne sein. Die Entscheidungen die speziellere Kenntnisse erfordern (also sehr viele) werden ohnehin im ÖD getroffen oder vorbereitet (rotary management).

Zur Erlangung des Mandats ist eine höhere Qualifikation sicher hilfreich, weil sie Status signalisiert. Aber warum soll das Vermögen der statushohen Oberschicht ihren Status so zu signalisieren überhaupt staatlich geschützt werden? Dadurch würde ihr eh schon bestehender Vorteil zulasten der unstudierten Schichten weiter ausgebaut, ohne dass klar ist dass es überhaupt zu besseres Ergebnissen führt. GE sieht das staatliche Checking zur Unrecht als Last für die Studierten; Last ist es aber nur für die ohne echten Titel, für alle anderen ist es staatlich finanzierte Wahlwerbung.

Warum soll es den Bewerbern nicht zumutbar sein selbst ihr Credential-checking zu organisieren? Sowas kann man durchaus privat einrichten.

Ansonsten: Warum bei Abschlüssen aufhören? Warum wird den Grünen nicht auch ihr Vegetarismus staatlich zertifiziert? Ist doch durchaus wichtig für viele Wähler.

Allgemein: Niemand sollte nachweispflichtig sein im politischen Bereich, aber überzeugend zu sein und die Pflege der eigenen Glaubwürdigkeit obliegt den Betroffenen.

Fräulein Hinz hat übrigens Fachabi gemacht, behauptet jedenfalls ihr Anwalt. Zu meiner Zeit war das nicht so ein erheblicher Unterschied, ich glaube ein Jahr kürzer. Mit Sicherheit war ein Fachabi vor 30 Jahren anspruchsvoller als das Abi heute. Was mittlerweile in Foren und auch frei draussen an Rechtschreibunfällen rumläuft ist nicht mehr schön; früher war ich mal eher unsicher bzgl. Schriftsprachgebrauch, jetzt fühl ich mich fast elitär und habe Mitleid. Heute lernt man nichtmal mehr Schreibschrift. GE, klang das nur so oder arbeitest du echt in so einem Indoktrinationsverein?

Wenn ich die Sache richtig überblicke wird die SPD finanziell profitieren von der Sache, jedenfalls sofern das mit dem Nachrücken klappt. Imho darf es nicht klappen, sonst können alle Parteien fast beliebig Abgeordnete austauschen. Irgendwelche Nachteile für die Frau? Sie wird wohl ihr Domina-Studio verlieren, aber ansonsten dürfte sie das nicht viel tangieren. Sie stellt sich heute sicher besser als wenn sie ehrlich gewesen wär. Den Ortsverein soll sie weiterführen.
Das Pulver wird im BT wohl auch noch regelmässig konsumiert, man hat ja einiges an Spuren gefunden. Die fehlende Selbstunterworfenheit, ist das nicht ein Merkmal des Untertanenstaats? Bei "Hassverbrechen" (Gefühlsvergehen?) ist es das gleiche. Moralisch verkommen aber zum Glück auch unfähig zur Durchsetzung. Das macht den Widerstand attraktiver und die Drogen günstiger. Falls du echt Lehrer bist gib deinen Schützlingen doch mal den linke-Eier Artikel. Kannst ja die Putin-Teile rausschwärzen; und bisher ist die Welt nichtmal bei Facebook gesperrt.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 25. Juli 2016 - 16:53 Uhr:   

Hallo Danny,

"Falls du echt Lehrer bist" - Nein, bin ich nicht. Es gibt auch andere Gründe, sich mit Bildungspolitik zu beschäftigen oder Abgeordnete zu besuchen.

"Fräulein Hinz hat ...".. "Sie wird wohl ihr Domina-Studio verlieren" - Ob Du wirklich bei ihr persönlich eine Chance hast? Ich hätte eigentlich aus Deinen Äußerungen über unbefriedigende Nächte in nordrhein-westfälischen Diskotheken eine andere Zielklientel geschlussfolgert, aber wenn Du schon den Familienstand und die Orientierung einer Frau offenbar ohne Ehering in Deiner nächsten geographischen Umgebung detailliert beobachtest, wäre das vielleicht Dein Typ?

Eine Bundestagsabgeordnete mit Fachabitur aus Essen für die SPD wäre übrigens aus meiner Sicht eine gute Sache und auch ohne Weiteres vermittelbar gewesen. Juristen gibt es im Bundestag hinreichend. Und juristisches Fachwissen war offensichtlich auch nicht erforderlich.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 01. August 2016 - 23:44 Uhr:   

"Wenn ich die Sache richtig überblicke wird die SPD finanziell profitieren von der Sache, jedenfalls sofern das mit dem Nachrücken klappt."

- Im Moment klappt es nicht, denn Petra Hinz ist krank, nicht zu erreichen und gibt ihr Mandat auch nicht auf. Damit bezieht sie ihre Abgeordnetenvergütung auch noch für August weiter und erhöht auch ihre Übergangs- und Rentenansprüche.

Das ist zwar jetzt für alle (außer für Petra Hinz) ärgerlich und kostet, andererseits ist es aber auch nachvollziehbar: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's frei und ungeniert. Ihr Ruf als Politikerin ebenso wie auch als - tja, was, Juristin ist sie ja nun auch nicht mehr - ist sowieso kaputt und wird dadurch nun auch nicht mehr sonderlich leiden. Dem stehen Einnahmen von insgesamt rund 20.000 € gegenüber, die sie auch gut gebrauchen kann. Ich vermute, sie wird ein Büro in Essen haben und kündigen müssen, was nicht von Null auf plötzlich geht und daher weiter kostet, ebenso wie die Mitarbeiter, die sie ebenfalls fristgerecht und nicht fristlos entlassen muss. Ihre Nachfolgerin wird eigene Ideen haben.

Das "nicht erreichbar" löst unerfreuliche Assoziationen aus. Wir hatten in den letzten Wochen mehr als verkraftbar Menschen in den Nachrichten, die mit ihrem Leben überhaupt nicht mehr klar kamen (und außerdem meinten, dass ihrer Umwelt auch noch mit Gewalt verdeutlichen zu wollen). Petra Hinz sei ein positives Leben außerhalb der Politik und imho auch außerhalb von Nordrhein-Westfalen gegönnt und das sollte sie auch können. Eine wirtschaftliche Grundlage ist ja da.
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Malthusianer
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 02. August 2016 - 00:33 Uhr:   

>vermute, sie wird ein Büro in Essen haben und kündigen müssen

Oh nein, die Dame war sparsam

"...Hinz als eine von wenigen Bundestagsabgeordneten kein Wahlkreisbüro ..."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-politikerin-petra-hinz-die-luege-mit-dem-lebenslauf-was-steckt-dahinter-a-1103909.html


und hat sich mit einem "mobilen Wahlkreisbüro" begnügt

"Petra Hinz mobil direkt: 0151 - 15 758 488"
http://www.lokalkompass.de/essen-west/politik/mdb-petra-hinz-spd-richtet-mobiles-wahlkreisbuero-ein-d359021.html
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Malthusianer
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 02. August 2016 - 20:08 Uhr:   

SpOn bleibt dran

Getäuscht, gestanden, abgetauchthttp://www.spiegel.de/politik/deutschland/petra-hinz-warum-gibt-spd-abgeordnete-nach-dem-betrug-ihr-mandat-nicht-zurueck-a-1105823.html

uuuund noch'n September mit vollen Bezügen :-(
Es wird sich doch irgendwo klammheimlich noch ein Versorgungspöstchen finden lassen- die hiesige Ex macht jetzt z.B. in Lotto...

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