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Thomas Frings
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| | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 - 00:08 Uhr: | |
"Also von Frankreich und neuerdings Deutschland kennt man es doch, dass Koalitionen gegen Rechtskonservative gebildet werden. Das wäre also prinzipiell auch für Österreich zu erwarten, falls nicht die Vorbehalte gegen einen grünen Präsidenten allzu stark wären." Weder Griss noch Khol noch Hundstorfer noch Lugner wollen eine Wahlempfehlung abgeben. Faymann hat aber gesagt, er stimme für VdB. Etwas anderes wäre sehr erstaunlich. Eine Einheitsfront gegen die FPÖ kann schnell kontraproduktiv wirken. In die braune Ecke stellen funktioniert auch nicht unbedingt, was die SPÖ 1986 erfolglos bei Waldheim versucht hat. |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 - 00:33 Uhr: | |
Also wenn insbesondere Griss keine Wahlempfehlung abgibt (Faymann sagt Ähnliches, wenn auch durch Bekanntgabe seiner Stimme weniger eindeutig), dann ist Hofer haushoher Favorit. Er dürfte neben den FPÖ-Stimmen aus dem ersten Wahlgang auch einen Großteil der ÖVP-Stimmen erhalten. Die Stimmen von Griss und Faymann werden sich mehr oder weniger gleichmäßig aufteilen. http://www.krone.at/Oesterreich/Strache_Neues_politisches_Zeitalter_angebrochen-Reaktionen_im_Video-Story-507032 |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 - 09:15 Uhr: | |
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Jan W.
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| | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 - 16:20 Uhr: | |
Ich würde sagen, von den drei größeren Ausgeschiedenen wird der eindeutig deutlichste Split bei den Hundstorfer-Wählern sein, die überwiegend zu Van der Bellen gehen dürften. Die potentiellen schwarz->blau- und rot->blau-Abwanderer dürften den Schritt schon gestern vollzogen haben und im Wahlergebnis von Hofer schon enthalten sein. Auch die Underperformance von Griss im Vergleich zu vorherigen Umfragen dürfte eher im rechten Flügel ihrer Anhängerschaft stattgefunden haben, so dass ihre gestrigen Wähler unterm Strich zentristischer sein dürften, als zunächst angenommen. |

Thomas Frings
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| | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 - 17:46 Uhr: | |
"Wenn was sicher an Hofer geht, dann zuerst die Stimmen von Griss" Hofer wird von Khol einen größeren Anteil bekommen als von Griss. Hundstorfer-Wähler werden weit überwiegend zu Van der Bellen gehen, es gibt da aber auch Leute wie Niessl. Es werden nicht wenige weder Hofer noch Van der Bellen wählen und die wird man vermutlich am ehesten unter den Griss-Wählern finden. Stimmenanteile im 1. WG Hofer 35,1 Van der Bellen 21,3 Griss 18,9 Hundstorfer 11,3 Khol 11,1 Lugner 2,3 Wahlbet. 68,5 % (Beitrag nachträglich am 25., April. 2016 von frings editiert) |

Dotty Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 25. April 2016 - 23:57 Uhr: | |
Wen würden Sie in einer Stichwahl wählen? Nach Wahl Befragung: http://orf.at/wahl/story/2336467.html Ich komme damit auf überschlagen 43Hofer, 33vdB vor Unentschlossenen. |

Richard Seyfried
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. April 2016 - 01:39 Uhr: | |
Wird eine spannende Stichwahl. Die Fehlerhaftigkeit der Umfragen ist deutlich höher als der erwartbare Stimmenunterschied zwischen den beiden Kandidaten des politischen Randes. Aus Wahlrechtssicht interessant ist die Tatsache, dass eben diese beiden Kandidaten durch das Wahlverfahren letztlich bevorzugt wurden. Hofer und VdBellen waren aber ziemlich sicher nicht die Kandidaten mit den besten Chancen in einer Stichwahl. Hätte es beim 1. Wahlgang die Möglichkeit gegeben, eine Zweitpräferenz (und eventuell auch eine Drittpräferenz) anzugeben, hätte statt Van der Bellen wohl eher Irmgard Griss die Stichwahl erreicht. Zumindest bei den Andreas Khol-Wählern ist es sehr wahrscheinlich, dass viele Griss gewählt hätten. Griss war eine unabhängige, aber bürgerliche und ideologisch latent ÖVP-nahen Kandidatin. Der Split zwischen Griss und Khol hat letztlich beiden geschadet. Das nützte den politischen Rändern. In einer Stichwahl gegen die bürgerliche Griss wäre Hofer wohl eher chancenlos gewesen. Griss wird nur von wenigen völlig abgelehnt, und hätte wohl den Großteil der Stimmen aller drei ernsthaften Mitbewerber erhalten. Die Alpenrepublik wäre in einer wesentlich entspannteren Situation als jetzt. Griss wäre anders als Hofer und Van der Bellen kein Risiko in Sachen "Allmachtsphantasien" (Zitat BP Heinz Fischer) gewesen. Hier besteht in Sachen Wahlrecht absoluter Reparaturbedarf. Und das vor allem auch wegen der Art des Wahlkampfs. Dieser wurde immer mehr zu einem harten Infight, um zu punkten und um zum Teil auch nahe stehenden Mitbewerbern zu schaden. Eine derartige Entwicklung wäre mit Alternativstimmen unmöglich gewesen. Die Kandidaten hätten die Wähler von Mitbewerbern nicht zu sehr verärgern dürfen. Das hätte der politischen Kultur genützt. So hatten eigentlich nur die eine Top-Chance, die von Anfang an mit einer deutlichen und lauten Randposition (Regierung entlassen vs. FPÖ-Kanzler mit allen Mitteln verhindern) aufgetreten sind. Und genau das widerspricht völlig dem bisherigen Verständnis der ausgleichenden und zurückhaltenden Rolle des Bundespräsidenten. Das sollte sich unabhängig von den konkreten Personen so nicht wiederholen dürfen und wäre über ein kluges Wahlrecht zumindest teilweise verhinderbar. |

Gregor2 Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. April 2016 - 12:09 Uhr: | |
Das Wahlrecht ist halt so wie es ist. ÖVP und SPÖ hätten Griss unterstützen müssen, denn das Wahlergebnis war ja absehbar. Vor allem wenn beide jeweils mit Kandidaten dritten Wahl antreten. Bzgl. Stichwahl: ich vermute, die Mobilisierung wird entscheidend. Hofer wird absolut nicht viele Stimmen hinzugewinnen, er hat das Potential der F ziemlich gut ausgeschöpft. Die Frage ist, wie viele Wähler kann VdB für sich oder auch gegen Hofer mobilisieren. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. April 2016 - 12:26 Uhr: | |
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Jan W.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. April 2016 - 15:20 Uhr: | |
@Dotty Also ich komm auf 42,2 : 34,2 ;-) Wobei bei Griss bemerkenswert ist, dass sie bei Frauen (26%) mehr als doppelt so stark war wie bei den Männern (12%). Bei den Zweitpräferenzen ihrer Anhänger sieht man übrigens, dass die einige der angeblichen hoferaffinen Griss-Wähler am Sonntag schon zu grissabtrünnigen Hoferwählern geworden sind ... sonst würden die Wanderungsabsichten, die man bei ihr sieht, anders aussieht. Bei Hofer haben übrigens 50% seiner Wähler in der Umfrage keine Zweitpräferenz genannt. Am zweitmeisten waren das bei Hundstorfer 30% - wobei hier die Stichwahlkonstellation durchaus motivierend sein könnte. |

Dotty Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 26. April 2016 - 21:45 Uhr: | |
@Jan W. Ich habe aber auch schon so knapp zwei Prozent 'Mörtel' Lugner dabei Die Krone sowieso aber auch der restliche Boulevard kommt bei Hofer an: http://m.oe24.at/oesterreich/politik/1-Schaetzung-Hofer-schafft-die-50-Prozent-im-zweiten-Wahlgang/233197761 Ich halte 45% für vdB schon für eine Menge Holz... |

Danny Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2016 - 12:38 Uhr: | |
Richard Seyfried: Die Stichwahl hat noch einen anderen Sinn, nämlich die Legitimation des Staatsoberhaupts durch >50% der Wähler. Politische Kultur ist so wie du das Wort benutzt wohl eh eher ein Codewort für pol. Ziel. Das liest sich als willst du den Sieg übers Wahlrecht sicherstellen. Mir scheint Österreich eher eine Präsidialdemokratie (Richtung USA) zu sein. Ein ausgleichender Präsident ist vllt einfach ein schwacher Präsident, installiert von einer zu breiten Koalition. Da muss vllt einfach erst noch ein neuer Stil erfunden werden. Wenn das so weitergeht bin ich bald für einen Anschluss von Deutschland an Österreich :] |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2016 - 13:16 Uhr: | |
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Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. April 2016 - 16:15 Uhr: | |
@Danny: Oder die Polen und/oder die Ungarn marschieren bei uns ein. ;) Die ganzen Veganer-Antifanten hätten dem rein körperlich nichts entgegenzusetzen. Und ob Mohammed und Ali aus Neukölln Deutschland verteidigen würden, möchte ich beweifeln. |

zigzag
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| | Veröffentlicht am Freitag, 29. April 2016 - 15:52 Uhr: | |
Die erste Stichwahlumfrage ist da: Hofer: 50%, VdB: 50% Die Umfragen zum ersten Wahlgang lagen bekanntlich deutlich daneben. Allerdings scheint das nicht zu einer anderen Gewichtung geführt zu haben, da die Rohdaten Hofer: 43% zu VdB: 41% lauten. Interessant sind die Werte, wie sich die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten verhalten wollen bzw. was sie sagen, tun zu wollen, mMn trotzdem. SP-Wähler: VdB: 77%, Hofer: 16% VP-Wähler: VdB: 62%, Hofer: 22% Griss-Wähler: VdB: 60% Nichtwähler: Hofer 32%, VdB: 18% http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Umfrage-Hofer-und-Van-der-Bellen-Kopf-an-Kopf/233661264 |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. April 2016 - 16:02 Uhr: | |
Die 50:50 kommen dadurch zustande, dass bei den Unentschlossenen viele Jüngere und Frauen dabei sind und diese Gruppen angeblich eher vdB wählen. Für mich ist Hofer immer noch klarer Favorit; bei bwin sind seine Quoten zum Beispiel auch höher als die von vdB (1.7 zu 2.05). |

Jan W.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. April 2016 - 16:07 Uhr: | |
Der Split bei den ÖVP-Wählern dürfte am ehesten von vorherigen Prognosen abweichen ... aber er sollte nicht verwundern: Schließlich kokettiert Hofer offen damit, dass er gerne nach eigenem Gusto die Bundesregierung entlassen würde. Und der gehört nunmal die ÖVP an. Ich weiß nicht, wie die Österreicher das sehen, aber könnte mir vorstellen, ENTWEDER eine Regierung zu wählen ODER ein Bundespräsidenten, die diese stützt, aber ich könnte mir nicht vorstellen, BEIDES zu tun. Das wäre widersinnig. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. April 2016 - 16:14 Uhr: | |
Wenn schon die Umfragen für alle Wähler gnadenlos falsch sind, stimmen sie für Untergruppen erst recht nicht. Das massive Übergewicht für VdB bei Khol-Wählern ist sehr fragwürdig. Dass Nichtwähler eher zu Hofer tendieren, erscheint realistisch, aber dass tatsächlich die Hälfte der Nichtwähler des 1. Wahlgangs im zweiten wählen geht, ist doch arg zweifelhaft. |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. April 2016 - 16:58 Uhr: | |
@Jan W. Ja, es stimmt, dass die ÖVP derzeit in der Regierung ist. Ich weiß nicht, inwiefern FPÖ und ÖVP ein Interesse an einer gemeinsamen Regierung hätten. Hofer würde die SPÖ wohl gerne aus der Regierung bekommen, aber hätte gegen die ÖVP vielleicht weniger Vorbehalte. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. April 2016 - 17:14 Uhr: | |
Dem Faymann würden doch selbst die Sozen nicht nachtrauern. Die Frage ist, ob man einen Kanzler Strache besser bzw. weniger abschreckend findet. Eine realistische Koalition ohne ÖVP gäbe es sehr wahrscheinlich auch nach einer Neuwahl nicht. Die Absolute wird die FPÖ nicht kriegen. |