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kleemba Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 20:16 Uhr: | |
vielleicht wäre es für die AFD besser gewesen sie hätte statt 14 Sitze 13 Sitze erhalten. so ist es während der laufenden Legislaturperiode möglich, dass es bei einer Abspaltung zwei Fraktionen geben kann. zuletzt bei Schill-Partei in Hamburg und DVU in Sachsen-Anhalt gerade wenn man sieht, dass sich jetzt schon einzelne AFDler gegenseitig verklagen gibt es dafür eine gewisse Wahrscheinlichkeit |

Bernhard Nowak
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| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 21:55 Uhr: | |
Was mich sehr wundert bei diesem Wahlergebnis ist vor allem, dass die kleineren Parteien FDP, Grüne, NPD, Piraten mehr Erst- als Zweitstimmen bekommen haben. Hier ist nur bei der AfD ein anderer Trend festzustellen. Dass die Anhänger von Union, Linkspartei und SPD mit ihrer Erststimme ihren Kandidaten wählen, überrascht mich weniger. Aber ansonsten wundert mich dieses Wahlverhalten sehr. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 22:11 Uhr: | |
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Jan W.
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| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 22:45 Uhr: | |
@Thomas Frings Das Problem ist ja, dass aus potentiellen AfD-Wählern tatsächlich AfD-Wähler werden könnten, wenn der Eindruck vermittelt würde, diese seltsamen Ideen hätten wirklich eine Chance, umgesetzt zu werden. Und die haben es ja in sich: keine der Parteien, die von der AfD als Altparteien beschimpft werden (heißt bei der NPD Systemparteien), ist bisher auf die Idee gekommen, Radiosendern die Musik oder Frauen die Kinderzahl vorzuschreiben. Das tut man einfach nicht - und das ist Grundkonsens bei den meisten Parteien. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 23:29 Uhr: | |
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Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 23:47 Uhr: | |
@Thomas Frings "ESM und anderes waren nur der Anlässe, die das Fass zum Überlaufen brachten, der wirkliche Grund für den Erfolg der AfD ist, dass es unter den etablierten Parteien für viele Wähler keine echten Alternativen mehr gab." Da könnte sogar, leider, was dran sein. Aber auch was die Europapolitik angeht, vertreten die meisten Parteien (bis vielleicht die Linkspartei) einen recht einheitlichen Kurs. Wenn man bedenkt, dass immer mehr Entscheidungen in Brüssel fallen oder dort mitbestimmt werden, kann das der AfD schon einen Schub gegeben haben. Was allerdings den Fall in Sachsen angeht, habe ich eine Frage: Gibt es Daten zur Wählerwanderung? @Robert Weemeyer "Bedeutend finde ich darüber hinaus, dass die FDP künftig an keiner deutschen Regierung mehr beteiligt sein wird - das hat es in der Bundesrepublik noch nie gegeben." Ich persönlich gehe davon aus, dass sich die FDP entweder komplett neu aufstellt oder in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwindet. Der Liberalismus (ob nun "mitfühlend" oder nicht), den die FDP momentan vertritt, auch für die Bürger keine Anziehungskraft. |

Marc
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| | Veröffentlicht am Montag, 01. September 2014 - 23:53 Uhr: | |
Ein interessantes Wahlergebnis. Die etablierten Parteien haben allesamt Stimmen verloren, außer die SPD, die von einem minimalen Niveau leicht zulegen konnte und daher sich jetzt freut, ein zweistelliges Ergebnis zu haben. Allerdings hat die SPD immer noch deutlich weniger Stimmen erzielt als die Linkspartei und auch weniger als AfD und NPD zusammengenommen. Generell ist das linke Lager erneut schwächer geworden. Der Trend der Bundestagswahl setzt sich auch in Sachsen, mit einem traditionell schwachen linken Lager, fort. Die CDU hat mehr Stimmen als SPD, Linke und Grüne zusammengenommen. Die CDU ist strategisch in der Position sich den Koalitionspartner aussuchen zu können. Sowohl mit der SPD, mit den Grünen wie mit der AfD könnte sie koalieren. Und sie wäre gut beraten alle Optionen auf den Tisch zu lassen. Das erfreuliche, wenn auch knappe Scheitern der NPD eröffnet drei Regierungsbildungsalternativen. Am langweiligsten wäre die sog. Große Koalition - die in Sachsen keine große Koalition wäre (die SPD ist ja nur drittstärkste Kraft und nicht sonderlich viel stärker als die viertplatzierte AfD). Die Grünen hätte nun in Sachsen die Chance nach Hessen ein zweites schwarz-grünes Experiment zu starten um strategisch die Rolle der Scharnierpartei zwischen einem rot-roten und einem schwarzen Lager einzunehmen. Dafür müssen die Grünen sich aber deutlich anders ausrichten als vor der Bundestagswahl. Der Umstand das die AfD aus allen Lagern Zugewinne verzeichnete - CDU, Linke, SPD, FDP, Grüne - zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien, mit bestehenden Denkverboten und Tabus im Namen einer Political Correctness. Für die FDP hat sich der Niedergang fortgesetzt, wenngleich ein Ergebnis von über 4% für ein ostdeutsches Land gar nicht mal so schlecht sind. Auch hat sie "nur" rund 60% ihrer Wähler verloren, bei der Bundestagswahl waren es rund 2/3. Dennoch: eine Trendwende ist der FDP nicht geglückt, trotz reibungsloser Regierungsarbeit in Sachsen. Zudem hat die AFD mit ihrem Erfolg gute Chancen sich als Alternative für enttäuschte Unionswähler zu profilieren. Alles in allem hat sich durch dieses Wahlergebnis die Lage für die FDP weiter verschlechtert. Die AfD hat hingegen deutlichen Aufwind bekommen, auch und gerade für die kommenden Landtagwahlen in Brandenburg und Thüringen. (Beitrag nachträglich am 01., September. 2014 von Marc editiert) |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 00:13 Uhr: | |
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A Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 06:34 Uhr: | |
@Marc "Die Grünen hätte nun in Sachsen die Chance nach Hessen ein zweites schwarz-grünes Experiment zu starten." Es muß heißen: "Die Grünen hätte nun in Sachsen die Chance nach Hamburg und Hessen ein drittes schwarz-grünes Experiment zu starten." |

Marc
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 10:05 Uhr: | |
@A, ich habe mich in der Tat unpräzise ausgedrückt. Die Grünen hätten nun in Sachsen die Chance nach Hessen ein zweites schwarz-grünes Experiment in einem Flächenland zu starten. Ansonsten hast Du natürlich Recht, es wäre das dritte (rein) schwarz-grüne Experiment auf Landeseben und sogar das vierte Regierungsbündnis unter Beteiligung von CDU und Grünen auf Landesebene (es gab ja noch die Jamaica-Koalition im Saarland (2009-2012)). |

Holger81 Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 13:47 Uhr: | |
"Und die haben es ja in sich: keine der Parteien, die von der AfD als Altparteien beschimpft werden (heißt bei der NPD Systemparteien), ist bisher auf die Idee gekommen, Radiosendern die Musik oder Frauen die Kinderzahl vorzuschreiben. Das tut man einfach nicht - und das ist Grundkonsens bei den meisten Parteien." Das stimmt für die Kinderzahl, aber nicht für die Musik, woran Bosbach gerade erinnert hat: "Gelegentlich wird ja versucht, sich über die AfD lustig zu machen, zum Beispiel weil sie einen höheren Anteil deutschsprachiger Musik im Radio fordert. Das ist aber eine Position, die der deutsche Bundestag 2004 höchst selbst beschlossen hat, seither gibt es eine Selbstverpflichtung der deutschen Radiosender." Der Konsens für mehr deutsche Musik ging damals durch alle Bundestagsparteien, bis zur grünen Bundestagvizepräsidentin. (Wobei allerdings der Deutschanteil im Radio vor 10 Jahren auch deutlich niedriger lag als heute, nämlich nahe Null.) Eine Steigerung der Geburtenrate wird mittlerweile auch etwa von der Union (mehr oder weniger explizit) angestrebt, was ja auch vernünftig ist; die Drei-Kinder-Musterfamilie propagieren aber sonst in der Tat nur Erdogan oder Putin. "Was allerdings den Fall in Sachsen angeht, habe ich eine Frage: Gibt es Daten zur Wählerwanderung? " Siehe Tagesschau-Analyse: die FDP hat an alle anderen Parteien verloren, die AfD von allen bisherigen Landtagsparteien gewonnen: absolut am meisten von der CDU und am wenigsten von der NPD, relativ war es umgekehrt. "Ich persönlich gehe davon aus, dass sich die FDP entweder komplett neu aufstellt oder in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwindet. Der Liberalismus (ob nun "mitfühlend" oder nicht), den die FDP momentan vertritt, auch für die Bürger keine Anziehungskraft." Davon gehe ich auch aus. Lindner stand sicher nicht für einen Neuanfang (außer rhetorisch), genausowenig wie Rösler; nach den Wahlergebnissen zu urteilen, "zieht" er nur in NRW. Mittlerweile steht die AfD im für die Parteienfinanzierung relevanten Wählerstimmenkonto schon bei gut 80% der verbliebenen FDP-Stimmen; auch finanziell ist die AfD also zukünftig auf Augenhöhe, abgesehen von den der FDP noch verbleibenden Fraktions- und Parteistiftungsgeldern. Wenn die FDP wie zurzeit zu erwarten auch in Thüringen und Brandenburg nicht ins Parlament einzieht, wird es eng. Der bisherige FDP-Negativrekord waren 4 Landtagsfraktionen in den späten Neunzigern; aber da war die FDP noch im Bundestag, teilweise in der Bundesregierung, und in zwei Landesregierungen. |

Jan W.
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 14:29 Uhr: | |
@Holger "relativ war es umgekehrt" - ja, und wenn man es mal expliziter formuliert, hat sich jeder siebeneinhalbte Wähler der NPD von 2009 für die AfD entschieden, aber nur jeder zweiundzwanzigste Wähler der Union! Das ist doch der eigentliche Knackpunkt. Der Bundestag hat Radiosender aufgerufen, 35% deutschsprachige Musik auf Basis einer Selbstverpflichtung auszustrahlen. Da ist von Zwang keine Rede, der etwa in NRW nahezu die gesamte Radiolandschaft umfassen würde - und keine etablierte Partei stellt solche Inhalte so deutlich in den Vordergrund. Und niemand außer der AfD will die Kinderzahl durch "Leitbilder" regulieren. Alle setzen auf verbesserte Rahmenbedingungen, die die Umsetzung von bereits existierenden Kinderwünschen erleichtert. Ein Leitbild ist aber eine Vorgabe, die Abweichungen als Fehlverhalten brandmarkt. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 14:52 Uhr: | |
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görd
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 17:46 Uhr: | |
"[...] die AfD von allen bisherigen Landtagsparteien gewonnen [...]" Logisch, wer neu antritt, kann ja nur dazu gewinnen. |

Marc
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 02. September 2014 - 23:56 Uhr: | |
Das eine neue Partei logischerweise hinzugewinnt ist klar - dass sie von allen Seiten signifikante Zugewinne erzielt hingegen nicht. Das Auftreten der Grünen Anfang der 80er-Jahre ging etwa mehr zulasten der SPD, teilweise auch der FDP, aber nur marginal zulasten der Union. Die AfD zieht hingegen gerade in Ostdeutschlang Wähler gleichermaßen von CDU, Linkspartei und FDP ab (schwächer von SPD und Grünen). Insofern würde mich durchaus eine Analyse der Wählerwanderung in Sachsen interessieren. |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. September 2014 - 01:04 Uhr: | |
Bezüglich eines Schwarzgrünen Experimentes bin ich pessimistisch, sowohl was die Möglichkeit, als auch was den Ausgang angeht. @Holger81 "Siehe Tagesschau-Analyse: die FDP hat an alle anderen Parteien verloren, die AfD von allen bisherigen Landtagsparteien gewonnen: absolut am meisten von der CDU und am wenigsten von der NPD, relativ war es umgekehrt." @Jan W. "ja, und wenn man es mal expliziter formuliert, hat sich jeder siebeneinhalbte Wähler der NPD von 2009 für die AfD entschieden, aber nur jeder zweiundzwanzigste Wähler der Union! Das ist doch der eigentliche Knackpunkt." Sowas ähnliches war leider zu befürchten. "Der Bundestag hat Radiosender aufgerufen, 35% deutschsprachige Musik auf Basis einer Selbstverpflichtung auszustrahlen. Da ist von Zwang keine Rede, der etwa in NRW nahezu die gesamte Radiolandschaft umfassen würde" Naja, "freiwillige Selbstverpflichtung", damit der Gesetzgeber nicht tätig werden muss, ist deshalb nicht zwangsläufig "freiwillig", in diesem Sinne. |

Holger81 Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. September 2014 - 12:46 Uhr: | |
""ja, und wenn man es mal expliziter formuliert, hat sich jeder siebeneinhalbte Wähler der NPD von 2009 für die AfD entschieden, aber nur jeder zweiundzwanzigste Wähler der Union! Das ist doch der eigentliche Knackpunkt." Sowas ähnliches war leider zu befürchten. " Wenn man möchte, dass die NPD Wähler verliert, müssen diese Wähler zwangsläufig zu einer anderen Partei wechseln (oder gar nicht wählen, was auch nicht erwünscht ist). Ohne die AfD-Konkurrenz säße die NPD jetzt wieder im Landtag. Die AfD wäre hingegen auch ohne die Ex-NPD-Wähler sicher im Landtag; nicht mal jeder zehnte AfD-Wähler kam von der NPD. Die AfD hat absolut sogar von den Linken mehr Stimmen gewonnen als von der NPD, gewinnt also längst nicht nur am rechten Rand, auch wenn sie im neuen Landtag sicherlich rechts der anderen Parteien stehen wird. Ich habe oben übrigens die "Anderen" übersehen - von denen, nicht von CDU/NPD, hat die AfD absolut und relativ am meisten gewonnen (zumindest, wenn damit nur die anderen Parteien gemeint sind und nicht auch Erstwähler). |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. September 2014 - 14:43 Uhr: | |
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Holger81 Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. September 2014 - 17:50 Uhr: | |
"Insofern unterscheidet sich die AfD, weil sie eine sehr alte Wählerschaft hat, wobei das in Sachsen weniger stark ausgeprägt ist." Für eine neue Partei hat sie vielleicht relativ viele alte Wähler, aber sowohl bei der Bundestagswahl als auch in Sachsen schnitt die AfD laut ARD-Analysen bei den Jungen über- und bei den Alten unterdurchschnittlich ab. Den höchsten Anteil alter Wähler hatten jeweils Union und SPD und in Sachsen auch die Linke; jugendlastiger als die AfD waren in Sachsen nur Grüne und NPD. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 03. September 2014 - 19:05 Uhr: | |
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