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Taugenichts
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| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 17:19 Uhr: | |
Warum ist er dann überhaupt angetreten? Hat er seine Doktorarbeit gefälscht oder ein Kind mit seiner Haushälterin?  |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 18:08 Uhr: | |
Prinipiell gut für die Wahlchancen eines Herrn Zichts, da wieder einer mehr nachrücken wird. Jedoch wurde er jetzt von Jan Saffe (Kandidat Nr. 48) überholt, der ihm den 6. Personen-Stimmen-Platz (aber auch nur, wenn man schon großzügig nachrücken lässt) streitig macht. Schade. Cyrix |

Arno Nymus
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| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 18:12 Uhr: | |
Für Wilko Zicht wird es möglicherweise selbst bei 2 grünen Senatoren noch sehr knapp. Wenn man von nun wieder 18 grünen Sitzen in Bremen-Stadt ausgeht, davon 12 auf Liste und 6 auf Personenstimmen und mal annimmt, dass Loske verzichtet und 2 grüne Senatoren von oberen Listenplätzen (1 oder 3-13) stammen werden, dann wären die 12 Listensitze mit den Listenplätzen 1-15 bedient. Von den verbleibenden Personen wäre Wilko Zicht nur auf Platz 7 (mit 992 Stimmen) hinter Jan Saffe auf Platz 6 (mit 1.031 Stimmen). Stand: 17:00, etwa 91% ausgezählt. Also Daumen drücken, dass Wilko Zicht auf den letzten Metern die 39 Stimmen aufholt und/oder die Grünen drei Senatoren-Posten bekommen. |

Thomas Frings
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| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 18:32 Uhr: | |
"und/oder die Grünen drei Senatoren-Posten bekommen." Die müßten dann noch alle in der Stadt Bremen gewählt sein. Es ist ja nicht gerade unwahrscheinlich, dass die Bremerhavener Grünen dann einen Senator fordern und bekommen und/oder dass man wieder einen importiert (wie Loske). Ein Nachrücken in der Legislaturperiode wäre aber auch dann recht wahrscheinlich. "Warum ist er dann überhaupt angetreten?" In der Tat schwer nachvollziehbar. Sehr nachvollziehbar ist dagegen, nicht Senator in Bremen sein zu wollen, erst recht als "Zugereister". |

Arno Nymus
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| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 19:50 Uhr: | |
bzgl. Loske: Das ist tatsächlich schwer nachvollziehbar, weil wir keinerlei Informationen dazu bekommen, um es nachvollziehen zu können. Er gibt persönliche Gründe dafür an und entsprechend ist es sein gutes Recht, sie nicht offen darzulegen. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass Loske aufgrund von Ereignissen/Informationen entschieden hat, die ihm zum Zeitpunkt seiner Kandidatur noch nicht bekannt waren. Aber Alles, was wir dazu sagen könnten, wären Spekulationen, insofern sollten wir die Begründung (rein inhaltlich) einfach hinnehmen. Zur Einordnung: Loske hat nach aktuellem Stand mit 0,6% den 7-höchsten Personenstimmanteil bei dieser Wahl bekommen (hinter Böhrnsen (11,0%, SPD), Mohr-Lüllmann (3,3%, CDU), Linnert (2,2%, GRÜ), Mäurer (0,8%, SPD), Röwekamp (0,7%, CDU) und Rosenkötter (0,6%, SPD)). Unwichtige Besonderheit: Unter diesen Kandidaten haben nur genau die beiden grünen Kandidaten keinen Umlaut im Nachnamen - aber nur sie haben dafür einen im Parteinamen. @Thomas Frings: bzgl. drittem Senator: wohl wahr, guter Punkt.} (Beitrag nachträglich am 25., Mai. 2011 von Arno Nymus editiert) |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 21:23 Uhr: | |
So, das vorläufige Endergebnis steht nun fest: Die Linken haben mit 113 Stimmen Vorsprung ihren 5. Sitz abgesichert. Grüne und SPD sind nur knapp dahinter zurück mit ihrem Anspruch auf den letzten Sitz. Auch, dass 11 Sitze der Grünen in Bremen nach Liste und 6 nach Personenstimme vergeben werden, steht (vorläufig) fest. Einzig die Personenstimmen sind noch nicht endgültig veröffentlicht (fehlen noch ca. 3000 Stimmen bei den Grünen). Cyrix |

Marco
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| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 21:48 Uhr: | |
Der Wahlbereich Bremen ist endlich ausgezählt: Sitzverteilung: SPD 30 CDU 16 Grüne 17 Linke 5. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Mai 2011 - 22:14 Uhr: | |
Das Ergebnis der Hochrechnung stimmt nicht ganz mit dem Auszählungsstand 100% überein, nach Letzterem bräuchten die Grünen 442 und die SPD 796 zusätzliche Stimmen für einen weiteren Sitz. Anders gerechnet, hätten die Grünen bei 114 Stimmen weniger für die Linkspartei einen weiteren Sitz. (Beitrag nachträglich am 25., Mai. 2011 von frings editiert) |

muy lento Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 11:40 Uhr: | |
Bitte nochmal für die Langsamen (also mich): Bei den Grünen sind die KandidatInnen auf den Listenplätzen 12, 13 und 15 über Personenstimmen eingezogen. Sehe ich das richtig, dass beim Ausscheiden von Karo Linnert aus der Fraktion und dem Mandatsverzicht von Reinhard Loske NICHT Platz 14 und 16 von der Liste nachrücken, sondern dass Nr. 12 und 13 auf Listenplätze umgebucht werden und die nächstbesten BewerberInnen nach Personenstimmen nachrücken? |

petra berg
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| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 12:24 Uhr: | |
Die Auswirkungen der Personenstimmen auf die Mandatszuteilung in der Bürgerschaft: a) Bei der SPD Bremen sind im Vergleich zu einer starren Liste 8 von 30 Mandaten anders besetzt worden. Wären die Mandate nur nach Personenstimmen zugeteilt worden, hätte es übrigens keinen Unterschied gegeben. Bei der SPD Bremerhaven gibt es sogar keinen Unterschied, die 6 Mandate dort gehen an die ersten 6 Listenplätze. Auch bei einer Mandatszuteilung nur nach Personenstimmen wäre dies so. Insgesamt sind also 8 von 36 (22%) SPD-Mandate nach Wählerwillen und nicht nach Parteilisten besetzt. b) Bei der CDU Bremen sind im Vergleich zu einer starren Liste 2 von 16 Mandaten anders besetzt worden. Bei reiner Personenwahl wären es 3 von 16. Bei der CDU Bremerhaven ist im Vergleich zu einer starren Liste 1 von 4 Mandaten anders besetzt. Wären die Mandate nur nach Personenstimmen zugeteilt worden, hätte es keinen Unterschied gegeben. Insgesamt sind also 3 von 20 (15%) der CDU-Mandate nach Wählerwillen und nicht nach Parteilisten besetzt. c) Bei den Grünen in Bremen sind im Vergleich zu einer starren Liste 3 von 17 Mandaten anders besetzt worden. Bei reiner Personenwahl wären es 4 von 17. Bei den Grünen in Bremerhaven ist im Vergleich zu einer starren Liste 1 von 4 Mandaten anders besetzt, wären die Mandate nur nach Personenstimmen zugeteilt worden, hätte es keinen Unterschied gegeben. Insgesamt sind also 4 von 21 (19%) der Grünen-Mandate nach Wählerwillen und nicht nach Parteilisten besetzt. d) Bei der Linken in Bremen sind im Vergleich zur Listenwahl 2 von 5 Mandaten anders besetzt worden. Bei reiner Personenwahl wären es 3 von 5. Hier sind also 40% der Mandate nach Wählerwillen und nicht nach Parteilisten besetzt. Für die gesamte Bürgerschaft gilt: 17 von 83 Mandatsträgern (rund 20%) verdanken dem neuen Wahlrecht ihr Mandat. Bei einer reinen Personenwahl wären es 20 von 83 (24%) gewesen. |

petra berg
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| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 12:59 Uhr: | |
Die Wahl der Bürgerschaft hat erneut gezeigt, daß die sogenannte 5-%-Hürde total überflüssig ist. Auch ohne diesen Eingriff in den Wählerwillen hätte Rot-Grün eine deutliche Mandatsmehrheit bekommen. Die Verteilung der Mandate ohne 5-%-Hürde (nur faktische Hürde im jeweiligen Wahlbereich) wäre: Bremen: SPD 27 CDU 14 GRÜNE 15 LINKE 4 FDP 2 BIW 2 NPD 1 Pirat 1 RRP 1 B+B 1 Bremerhaven: SPD 6 CDU 3 GRÜNE 4 LINKE 1 BIW 1 Bürgerschaft insgesamt: SPD 33 CDU 17 GRÜNE 19 LINKE 5 BIW 3 FDP 2 NPD 1 Pirat 1 RRP 1 B+B 1 |

Taugenichts
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 14:00 Uhr: | |
Danke für Ihre Auflistung. Ohne eine Fünfprozenthürde könnte auch das Wahlverhalten anders aussehen. So würden wahrscheinlich noch mehr Parteien antreten, die dann in der Summe auch mehr Stimmen und natürlich Mandate bekämen, denn kein Wähler müsste (abgesehen von der Wirkung einer faktischen Hürde) fürchten, dass seine Stimme verlorengeht (bzw. seine Stimmen verlorengehen). Es gäbe also eine Tendenz (wohlgemerkt eine Tendenz) zum Chaos im Parlament mit entsprechend negativen Folgen für die Regierungsbildung. Ich sehe keinen Grund, warum man Extremisten wie der NPD den Einzug in die Parlamente erleichtern sollte. Die stabilisierende Wirkung der Fünfprozentsperrklausel dient der Funktionsfähigkeit unserer parlamentarischen Demokratie. |

Wilko Zicht
Moderator
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 14:42 Uhr: | |
@muy lento: Exakt so ist es! Vielen Dank übrigens an alle hier, die mir (leider vergeblich) die Daumen gedrückt haben! |

CHeine Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 16:07 Uhr: | |
Es scheint zu den ewigen Märchen zu gehören, dass die 5-%-Hürde die Demokratie stärkt. "Funktioniert" denn eine Demokratie, wenn z. B. 15 % der abgegebebenen Stimmen einfach so unter den Tisch fallen (wie neulich in S-At.)? Vielleicht führt diese Hürde auch gerade dazu, dass die Wahlbeteiligung inzwischen in der Nähe der 50 % liegt, d.h. fast die Hälfte der Wahlberechtigten zeigt der parlamentarischen Demokratie den symbolischen St ...finger. Ist das "Funktionieren"? Und wenn ja, wie lange? |

Taugenichts
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 16:51 Uhr: | |
@CHeine Im Vergleich zu einem relativen Mehrheitswahlrecht, bei dem schon einmal 70% der Stimmen in einem Wahlkreis unter den Tisch fallen können, finde ich 15% eher vernachlässigbar. Demokratie heißt nicht, dass jede Meinung im Parlament repräsentiert sein muss. Demokratie heißt gerade auch, dass politische Verantwortung zurechenbar ist und übernommen werden muss. Das wird durch eine Zersplitterung des Parlaments und einem Zwang zu Koalitionsregierungen mit vielen Beteiligten erschwert. Hinzu kommt, dass auch innerhalb von Parteien bzw. Fraktionen z.T. verschiedene Positionen vertreten werden. Die Meinungsvielfalt in den Parlamenten sehe ich daher nicht in Gefahr. |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 16:26 Uhr: | |
@CHeine: Sie unterstellen, dass die Wahlbeteiligung deutlich steigen würde, wenn die 5%-Hürde fallen würde. Diese Behauptung gilt es aber zu belegen. Jedenfalls sprechen die Wahlbeteiligungsentwicklungen in den meisten Bundesländern keine entsprechende Sprache. Diese müssten doch aber heranziehbar sein, da dort ja die 5%-Hürde abgeschafft wurde... Cyrix |

Lars Tietjen
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Mai 2011 - 17:52 Uhr: | |
@petra berg "Die Auswirkungen der Personenstimmen auf die Mandatszuteilung in der Bürgerschaft" Die Aussagen stimmen aber nur, wenn es keine SPD-Senatoren gäbe. Sonst sieht es bei der SPD ein Stück anders aus. |

Marc K.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 27. Mai 2011 - 00:29 Uhr: | |
@Cyrix, Sie meinen sicherlich die Entwicklung der Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen (bei denen in den meisten Bundesländern die 5%-Hürde abgeschafft wurde). Bei den Landtagswahlen hingegen besteht die 5%-Klausel (in Bremen nur in zwei getrennten Wahlgebieten). |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 27. Mai 2011 - 02:09 Uhr: | |
@Marc K.: Ja, Sie haben Recht. Cyrix |

Arno Nymus
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 27. Mai 2011 - 21:01 Uhr: | |
petra berg schrieb Insgesamt sind also 8 von 36 (22%) SPD-Mandate nach Wählerwillen und nicht nach Parteilisten besetzt. Da es viele Wähler gab, deren Wählerwille explizit die Wahl der Listen war, halte ich die obige Formulierung für unrichtig: - Letztlich ist der Wählerwille der Listen-Wähler ebenfalls durch Besetzung von der Liste erfüllt. - Desweiteren ist die Personenwahl einer Person, die weit oben auf der Liste steht und deswegen durch die Liste besetzt wird, noch kein Anzeichen für eine Missachtung des Wählerwillens. Insgesamt sind die gesamten Schlussfolgerungen über "Wählerwillen" somit nicht haltbar; der Vergleich der Ergebnisse nach reiner Listenwahl, Bremer Wahlgesetz und reiner Personenwahl, ist aber sehr interessant. Vielen Dank für die Übersicht. petra berg schrieb Die Wahl der Bürgerschaft hat erneut gezeigt, daß die sogenannte 5-%-Hürde total überflüssig ist. Die ohne 5%-Hürde anders verteilten 9 Mandate machen immerhin gute 10% der Bürgerschaft aus. Aus der Tatsache, dass der Erdrutschsieg von Rot-Grün dennoch für eine Mehrheit reichen würde, zu schließen, dass die Sperrklausel komplett überflüssig ist, ist mehr als gewagt - unabhängig davon, wie man zu den üblichen PRO- und CONTRA-Argumenten steht. |