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A Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 14:29 Uhr: | |
@Ralf Lang Überhangsmandate |

Jan W.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 15:44 Uhr: | |
@Lieber Gast Wer in einem Bundesland keine Landesliste hat, ist in diesem Bundesland nicht mit der Zweitstimme wählbar. |

Werner Fischer
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 16:26 Uhr: | |
@Ralf Lang Ich hatte vorausgesetzt, die Regelung für parteilose Einzelbewerber sei bekannt. Die Zahl der so vergebenen Mandate wird von der Gesamtzahl der 598 Mandate abgezogen - nur der Rest wird dann auf die Listen verteilt. Dabei dürfen die Zweitstimmen dieser Wähler nicht mehr gewertet werden, weshalb Erst- und Zweitstimme auf einem Stimmzettel abgegeben werden müssen. Ich hoffe, die Frage ist damit ausreichend beantwortet. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 16:32 Uhr: | |
@Werner Fischer Wenn ich Ralf Lang richtig verstanden habe, geht es weder um parteilose Einzelbewerber noch um Parteien unter 5% sondern um erfolgreiche Direktkandidaten einer Partei, die zwar bundesweit über 5% der Zweitstimmen erhält (oder mindestens drei direkt gewählte Abgeordnete), aber in dem Bundesland, in dem der Direktkandidat gewählt wurde, über keine Landesliste verfügt. Beispiel: In Schleswig-Holstein wäre die CDU-Landesliste wegen eines Formfehlers nicht zugelassen worden, aber die CDU gewinnt trotzdem sieben Wahlkreise. Wie werden diese Mandate nach dem neuen Wahlrecht verrechnet? |

Jan W.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 16:36 Uhr: | |
@Norddeutscher Die Union erhält aus dem s-h. Sitzkontingent 0 Sitze, 7 Direktmandate: macht 7 Mindestsitze. In der Hauptverteilung bekommt die CDU SH 0 Sitze: macht 7 Überhangmandate. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 16:38 Uhr: | |
@ Jan W. Aber wie werden die intern innerhalb der CDU ausgeglichen? |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 16:54 Uhr: | |
Die Sitze der CDU SH zählen in dem Fall für die Gesamtsitzzahl nicht mit; da hängt im Sinn des BWG nichts über und wird nichts ausgeglichen. Kann also vorteilhaft sein, wie auch Erststimmen an Einzelbewerber generell vorteilhaft sind. § 6 BWG ist allerdings auch für den Fall nicht völlig eindeutig. Schwierig wird es vorallem bei der Frage nach der Mehrheitsklausel (bei der man aber eh bloß hoffen kann, dass da niemals auch nur die Möglichkeit einer Anwendung besteht). |

Arno Nymus
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 10. September 2013 - 17:20 Uhr: | |
BWG §6 (1):
quote:(1) Für die Verteilung der nach Landeslisten zu besetzenden Sitze werden die für jede Landesliste abgegebenen Zweitstimmen zusammengezählt. Nicht berücksichtigt werden dabei die Zweitstimmen derjenigen Wähler, die ihre Erststimme für einen im Wahlkreis erfolgreichen Bewerber abgegeben haben, der gemäß § 20 Absatz 3 [Einzelkandidat] oder von einer Partei vorgeschlagen ist, die nach Absatz 3 [Sperrklausel] bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt wird oder für die in dem betreffenden Land keine Landesliste zugelassen ist. Von der Gesamtzahl der Abgeordneten (§ 1 Absatz 1) [598] wird die Zahl der erfolgreichen Wahlkreisbewerber abgezogen, die in Satz 2 genannt sind.
Da sind also tatsächlich die Fälle der Berliner Zweitstimmen (unterstrichen) und auch der Wahlkreissieger, deren Partei in dem Land keine Landesliste haben (fett), explizit erwähnt. Edit: Typos. (Beitrag nachträglich am 10., September. 2013 von Arno Nymus editiert) |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 11. September 2013 - 10:32 Uhr: | |
@Arno Nymus. Alles klar, das ist also vernünftig geregelt. Zählen die in Ländern ohne eigene Landesliste errungenen Direktmandate eigentlich für die Drei-Direktmandate-Klausel mit? Das müssten sie doch aber, denn dafür habe ich keine Einschränkung gefunden. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 11. September 2013 - 11:32 Uhr: | |
Da wir den Wahl-o-Mat zum Thema hatten, hier noch ein zusätzlicher Tool: http://www.bundeswahlkompass.de |

Walter K
Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 11. September 2013 - 21:46 Uhr: | |
Die Hauptleidtragenden an der Konzentration der von den Medien geschaffenen Duelle zwischen Merkel und Steinbrück sind Die Grünen, denn sie lagen bzgl. der Medienpräsenz bei ARD und ZDF bisher gleichauf mit der SPD, im Gegensatz etwa zur Linken, die in den Medien vergleichsweise kaum existierte, siehe http://www.erding-life.de/mediendemokratie. Potentielle Wähler der Linken sind es damit gewohnt, im Gegensatz also zu Grünen, dass deren Politiker kaum ausreichend ins Bild gesetzt werden; somit verliert sie nun auch nicht. Das plötzliche Defizit Grüner Vertreter bei ARD und ZDF schlägt sich dagegen um so deutlicher auch bei Meinungsumfragen nieder, wie jüngst bei Forsa. Während die SPD hier um 2 % auf Kosten von Die Grünen steigt, die nur mehr auf 9 % kommt, klettert erstmals seit Jahren Die Linke (10%) wieder auf den 3. Platz der deutschen Parteienlandschaft. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 11. September 2013 - 22:29 Uhr: | |
@Walter K Auffallend ist, dass auch bei der letzten BTW die Grünen in den letzten Wochen bis zu 3% eingebüßt haben. Aber wenn der Wahlkampf sich auf die beiden Spitzenkandidaten zuspitzt, nicht wirklich verwunderlich. |

maschi
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 11. September 2013 - 22:37 Uhr: | |
@Ratinger Linke: Danke für den Link. Bis jetzt noch keine inhaltliche Antwort vom bpb zu den verworfenen Thesen beim Wahlomat. Kommt wahrscheinlich, wenn überhaupt, nach der Wahl... @Björn: "http://www.bundeswahlkompass.de" Das ist interessant, wobei die Zuordnung zur vertikalen Achse "sozial konservativ vs. progressiv" imo nicht immer unproblematisch ist. Lustigerweise wird die Rubrik "Sozialstaat" gar nicht hier, sondern bei der horizontalen "wirtschaftlich links/rechts" Achse mitgewertet, dagegen ist "Deutschland und EU" Teil der "sozialen Achse", obwohl hier wesentliche Fragen auch wirtschaftlicher Art sind. Ich gebe zu, dass es nicht sehr wissenschaftlich ist, aber es wurmt mich irgendwie, dass die NPD durch den "progressiven" Wertungsausgleich u.a. durch ihre Ablehnung von Onlinedurchsuchungen und Bundeswehr-Auslandseinsätzen im Mittelwert weniger radikal dasteht, als es gefühlt gerechtfertigt wäre. Aber um das zu beheben, bräuchte man wohl deutlich mehr Achsen und dann könnte kein Mensch mehr auf den ersten Blick irgendetwas ablesen. Fazit also: Der Bundeswahlkompass ist ein nettes Spielzeug, das ganz passable Ergebnisse liefert. Für eine detaillierte Analyse ist so ein einfaches Tool schlichtweg nicht gemacht. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 11. September 2013 - 23:08 Uhr: | |
"Auffallend ist, dass auch bei der letzten BTW die Grünen in den letzten Wochen bis zu 3% eingebüßt haben. Aber wenn der Wahlkampf sich auf die beiden Spitzenkandidaten zuspitzt, nicht wirklich verwunderlich." Für die Grünen ging es schon vorher eher abwärts. 2002 gab es zum ersten mal ein "Duell" von Kanzler und Kanzlerkandidat der anderen Volkspartei. Der Stimmenanteil der "Volksparteien" war 2002 nur wenig höher als 1998 und sackte 2005 und 2009 sehr deutlich ab. (1998: 76,1%, 2002: 77%, 2005: 69,4%, 2009: 56,8%). Die Grünen sacken aus ganz anderen Gründen ab: 1) Sie haben kein zugkräftiges Thema 2) Trittin vertreibt eher Wähler, Göring-Eckardt schadet zwar nicht (und ist insofern besser, als Künast oder gar Roth gewesen wäre), fällt aber kaum auf. 3) So Themen wie "Veggie-Day" und Pädophilie sind zwar nicht sonderlich wichtig, lassen die Grünen aber in einem schlechten Licht erscheinen in einer Zeit, wo sie anderweitig wenig auffallen. Ersteres festigt das Bild von den Grünen als ideologische Bevormunder, Letzteres nagt an ihrem bei vielen Wählern immer noch vorhandenen Nimbus, die "Guten" zu sein. 4) Die Grünen vermitteln ständig den Eindruck, alle möglichen Interessen zu vertreten, nur nicht die Deutschlands bzw. des deutschen Steuerzahlers. |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 16. September 2013 - 19:30 Uhr: | |
Nach der gestrigen Bayernwahl beschleicht sich mir ein immer unangenehmer werdender Duft. Es " riecht" nach Schwarz-ROT. Dazu kommt Merkels neuester Wahlspot.In einem roten "Hosenanzug?" auf einem schwarzen Sofa....reiner Zufall?!?!? Ich hoffe es bleibt derweil nur bei diesem Duft.... Ansonsten kann ich die Wähler beruhigen.ROT-ROT-GRÜN wird NICHT kommen! Dafür ist das jetzige Führungspersonal aller 3 besagten Parteien nicht geeignet und schon gar nicht willens..erst recht nicht beim Pöstchenschieben. Da reden wir mal in 10 Jahren vllt. nochmal drüber wenn Gysi,Trittin,Lafo,Steinbrück,Scholz,Nahles,Kynast und CO. ihre hart erarbeitete Pension vom Steuerzahler überwiesen bekommen. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 10:37 Uhr: | |
Es verspricht ja doch noch langsam spannend zu werden. Die Grünen könnten durch die Pädophilie-Debatte und der Verwicklung Trittins darin noch richtig tief sinken, was vielleicht der SPD zugute kommen würde. Ob es wirklich so viele Zweitstimmen für die FDP geben wird, der zu so großen Effekten wie Niedersachsen führt, wage ich stark zu bezweifeln, wenn selbst laut infratest dimap eine Mehrheit der Unionswähler lieber eine große Koalition haben möchte. Die große Unbekannte AfD trägt weiterhin zur Spannung bei. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 10:46 Uhr: | |
Ob die FDP drin ist oder nicht oder auf 10% kommt, entscheidet allerdings keine Mehrheit, sondern eine ziemlich kleine Minderheit (auch bezogen auf die Wähler der Koalitionsparteien). Wenn 90% der Unionswähler eine große Koalition wollten, hilft es ihnen garnichts, wenn der Rest taktisch FDP wählt. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 10:58 Uhr: | |
> Es " riecht" nach Schwarz-ROT. Eigentlich immer weniger. Das Patt bei den Umfragen dürfte am Ende eher einen leichten Vorsprung für schwarz/gelb geben - die Wechselbereitschaft ist wohl nicht da. Und wenn es nicht für schwarz/gelb reicht, wird es natürlich rot/rot/grün. Es ist wirklich nicht zu erwarten, daß die SPD ein weiteres Mal den Juniorpartner macht, wenn sie doch mit Grünen und Linken den Kanzler stellen könnte (der natürlich dann nicht Steinbrück hieße). Inhaltlich sind ja mit dem Linksrutsch der SPD die meisten trennenden Brocken aus dem Weg geräumt - die Agenda spielt keine Rolle mehr. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 11:15 Uhr: | |
"Und wenn es nicht für schwarz/gelb reicht, wird es natürlich rot/rot/grün." Das muss ein FDP-Mann natürlich jetzt sagen. ;) Ich finde es eher erstaunlich, dass man zu so einer Aussage kommen kann. Die erste Partei, die unter rot-rot-grün leiden würde, wäre die SPD, s. Ypsilanti. Gerade bei so knappen Mehrheitsverhältnissen wäre gerade in außenpolitischen Fragen so eine Konstellation die denkbar schlechteste für die SPD. Deren Anhänger würden bei kommenden LTW in Scharen davonrennen. Daher sind das die üblichen alten "Rote Socken"-Kamellen a la Schlachtross Brüderle, die mit der Realität nicht mehr viel gemein haben. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 11:23 Uhr: | |
@Björn: > Ich finde es eher erstaunlich, > dass man zu so einer Aussage kommen kann. Diese Sprüche habe ich noch jedes Mal gehört, bevor die SPD nach der Wahl eine rot/rot/grüne Zusammenarbeit gemacht hat ... > Die erste Partei, die unter rot-rot-grün > leiden würde, wäre die SPD, s. Ypsilanti. Bei Ypsilanti hat der so deutliche Wortbruch geschadet. Deswegen gibt es ja derzeit auch keine so klare Absage seitens der SPD. "Wir streben in erster Linie rot/grün an" ist eben KEIN Dementi zu rot/rot/grün. Ansonsten haben bisherige Versuche der SPD nicht geschadet, siehe Berlin oder NRW. > Gerade bei so knappen > Mehrheitsverhältnissen wäre > gerade in außenpolitischen Fragen ... Es gibt keine wesentlichen Störpunkte in der Außenpolitik. Der Afghanistan-Rückzug ist bereits beschlossen, neue Einsätze wird es nicht geben, der NATO-Austritt ist für die Linken keine echte Forderung. Und wenn es bei Abstimmungen knapp wird, kann die SPD ja die Unterstützung der Opposition einfordern. Hat Merkel doch umgekehrt genauso gemacht. |