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nevermore
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| | Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 21:36 Uhr: | |
@Björn Dass die Wähler den Zusammenhang erkennen, schließe ich nicht nur aus der Interpretation in der Quelle, sondern auch aus den Antworten auf die zweite Frage unter der Überschrift "Eurokrise spaltet die Gesellschaft und wird zum sozialen Problem": Dort stimmen 82 Prozent der Aussage zu, dass die Eurokrise die sozialen Unterschiede vergrößert, 49 Prozent der Aussage, dass sie den Wohlstand Deutschlands gefährdet, 43 Prozent der Aussage, dass sie die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährdet und immerhin noch 31 bzw. 23 Prozent zwei Aussagen, die persönliche Betroffenheit thematisieren. Der Zusammenhang mit der Verteilungsfrage wird also von einer sehr großen Mehrheit explizit genannt, und ich denke, die Schlussfolgerung, dass ein Zusammenhang auch mit der Gefahr steigender Arbeitslosigkeit hergestellt wird, ist vor dem Hintergrund der anderen Fragen nicht zu weit hergeholt. |

AeD Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 21:56 Uhr: | |
@nevermore Im letzten Stern wurde Güllner von Hans-Ulrich Jörges ähnlich, aber nicht so wie in den DWN zitiert. |

nevermore
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| | Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 22:21 Uhr: | |
@AeD: Wie wird er denn dort zitiert? |

Jan W.
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| | Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 23:43 Uhr: | |
@nevermore Insgesamt erkennt der Meinungsforscher nach Angaben des Magazins ein „latentes Potential von sieben bis acht Prozent zwischen Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus“ in dem es rumore. „Inzwischen habe ich Bammel davor.“ Komisch ... dieses Zitat verbreiten die AfD-Propagandisten gar nicht so gerne ;) Warum nur ...! @T.F. Es ist irrelevant, was Sie gerne gemessen haben wollen. Aber die letzte Umfrage vor der Wahl kann auch nur die Stimmung in ihrem Erhebungszeitraum einfangen - sie kann sie nicht fortschreiben. Treffender ist eine Umfrage am Wahltag, die nur tatsächliche Wähler berücksichtigt. Hier ist die Stichprobe deutlich größer. Üblicherweise wird sie um 18:00 veröffentlicht.} |

nevermore
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| | Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 23:49 Uhr: | |
@Jan W. Weshalb sollte irgendwen interessieren, was Herr Güllner über AfD-Anhänger denkt? Herrn Güllners parteipolitische Zugehörigkeit ist bekannt. Interessant ist allein, dass er den Prognosen seines eigenen Instituts anscheinend nicht traut, und man darf sich die Frage stellen, warum. |

Jan W.
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. August 2013 - 00:01 Uhr: | |
@nevermore Es geht nicht um eine Art "Selbstmisstrauen", es geht darum, auf welcher inhaltlichen Grundlage er ein Potential für die AfD vermutet ... Es wäre doch schizophren, ihn gleichzeitig zum Propheten und zum Lügner zu erklären. |

nevermore
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. August 2013 - 00:11 Uhr: | |
Parteipolitisch, Herr Jan W., war ich in den letzten Wahlen bei den Grünen und SPDlern verortet. Inzwischen geht es mir wie Bernhard N.;ich habe es satt, fortlaufend von sämtlichen Parteien im Bundestag belogen zu werden. Also würde ich mal nicht vorschnell potenzielle AfD-Wähler im "rechtspopulistischen" Lager verorten. Nicht wenige waren bisher eher im linksgrünen Lager zuhause. Mit Bernhard und mir sind es allein hier schon zwei, und ich kenne auch sonst noch so einige, bei denen es nicht anders ist. Was Herrn Güllner angeht, habe ich doch die möglichen inhaltlichen Grundlagen genannt. Die Uni-Hohenheim-Umfrage, an der Forsa beteiligt war; möglich ist ferner, dass er Rohdaten vorliegen hat, die eine andere Sprache sprechen. (Beitrag nachträglich am 18., August. 2013 von nevermore editiert) |

Thomas Frings
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. August 2013 - 13:31 Uhr: | |
@Jan W. "Es ist irrelevant, was Sie gerne gemessen haben wollen. Aber die letzte Umfrage vor der Wahl kann auch nur die Stimmung in ihrem Erhebungszeitraum einfangen - sie kann sie nicht fortschreiben." Aua. Veröffentlichte Umfrageergebnisse sind keine eingefagene Stimmung. Das sind nur die Rohdaten. Wenn z. B. regelmäßig deutlich mehr behaupten, wählen zu gehen, als es tatsächlich tun, dann ist das natürlich zu berücksichtigen, ebenso, wenn regelmäßig sich deutlich mehr oder deutlich weniger zu einer Partei bekennen, als sie tatsächlich wählen. Einen Aufschluss darüber, ob sich tatsächlich in der Schlussphase noch viel bewegt hat, kann man am ehesten am Unterschied zwischen Brief- und Urnenwahlergebnis ablesen. Das ist aber normalerweise nicht der Fall. @Nevermore "Parteipolitisch, Herr Jan W., war ich in den letzten Wahlen bei den Grünen und SPDlern verortet. Inzwischen geht es mir wie Bernhard N.;ich habe es satt, fortlaufend von sämtlichen Parteien im Bundestag belogen zu werden." Es freut mich, wenn sich jemand in die richtige Richtung bewegt. "Also würde ich mal nicht vorschnell potenzielle AfD-Wähler im "rechtspopulistischen" Lager verorten." Das ist richtig. Von linker Seite wird natürlich gerne alles Mögliche als rechtspopulistisch diffamiert, während SPD und Grüne noch so viel Populismus verbreiten können, ohne als linkspopulistisch eingestuft zu werden. Ich sehe aber keinen Nutzen darin, durch Zitieren von Herrn Güllner und gewagten Schlüssen aus irgendwelchen Umfragen etwas über das Ergebnis der AfD ableiten zu wollen. Wer vom Erfolg der AfD überzeugt ist, braucht solche Strohhalme nicht. |

nevermore
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 18. August 2013 - 13:47 Uhr: | |
Welche Richtung ist denn "die richtige", Herr Frings? Ich finde es ausgesprochen schwierig, zu behaupten, es gäbe eine in jeder Situation und für jedermann gültige "richtige Richtung". Ich bin nicht vom Erfolg der AfD überzeugt. Auch nicht von ihrem Misserfolg. Ich bin noch nicht einmal sicher, ob ich sie tatsächlich wählen werde. Die ganze Gemengelage ist mir dazu derzeit zu unübersichtlich. (Beitrag nachträglich am 18., August. 2013 von nevermore editiert) |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. August 2013 - 12:45 Uhr: | |
@Arno Nymus, Samstag, 17. August 2013 - 00:26 Uhr: "Entsprechend wäre diese monokausale Erklärung bei 14 von 15 Werten stimmig und kommt - im Gegensatz zu Ihren drei Ansätzen - in den "EingangsVariablen" ohne Mutmaßungen aus, d. h. dieses Modell würde die Werte erklären rein mit vorhandenen Fakten und ohne neue Annahmen tätigen zu müssen, die nicht bewiesen sind." Ich möchte noch mal explizit darauf hinweisen, was ich selbst zu meinen Ansätzen geschrieben habe: "Keine davon [meinen "Ansätzen"] ist wirklich neu und ich würde auf keine Wetten, das sie richtig ist, dennoch bringe ich sie mal vor, um mit dem Thema anzufangen[.]" Natürlich ist ihr Modell da weniger weitreichend. @Bernhard Nowak "Wahlentscheidende Themen: Arbeitsmarkt und soziale Gerechtigkeit." Arbeitsmarkt meint in der Praxis eigentlich, dass man einen Job will oder seinen Job gerne behalten will. Was soziale Gerechtigkeit eigentlich sein soll, weiß vermutlich kein Mensch. Ist aber auch völlig egal, denn diese Akzentuierung zeigt deutlich, worauf es den Leute ankommt: Die Sicherung ihrer eigenen materiellen Existenzgrundlagen. Man müsste jetzt eigentlich erwarten (nach den Berichten in den Medien und der Stimmung, die man mitbekommt), dass das Union-FDP-Koalition eher schadet. Den Liberalen wird regelmäßig vorgeworfen, dass sie nur den Reichen helfen können und mit der SPD wird Soziale Gerechtigkeit wohl eher assoziiert als mit der Union. Das Ganze kann eigentlich auf zwei Dinge hindeuten: 1. Man traut der Union-FDP-Koalition aus irgendwelchen Gründen doch mehr zu, für eine funktionierende Wirtschaftspolitik zu sorgen als (Rot-)Rotgrün. 2. Die Liberalen werden nicht als so unsozial gesehen, dass man ihnen die Große Koalition vorziehen würde. "Die Euro-Krise und die wirtschaftliche Lage folgen mit jeweils 39%." Das ist dann auch das maximale Potential der AfD. Man muss dazu rechnen, dass ein erheblicher Anteil von diesen 39% in ihren Positionen vielleicht mehr auf Unions-, SPD- oder Linken-Kurs ist. (Wobei sich Union und SPD meiner Meinung nach nur noch beim Thema Eurobons unterscheiden, was aber wichtig genug ist!) "Abweichend von der Gesamtheit steht bei den Anhängern von SPD (72%), Linken (72%) und Grünen (66%) die soziale Gerechtigkeit jeweils mit deutlichem Abstand an erster Stelle der für sie wahlrelevanten Themen." Das ist auch nichts, was einen wirklich überrascht. Schon in der Opposition haben diese Parteien mit diesen Themen geworben... @nowhereman "M.E. wird die Wahl durch ungeschicktes Verhalten einzelner Protagonisten entschieden oder Katastrophen, die jemand gut oder schlecht löst." Dann ist die Wahl praktisch gelaufen, wenn ich mir so die Kommentare in Online-Medien über den SPD-Kandidaten so durchlese. @all: Wenn ich die Stimmung, die ich subjektiv mitbekommen habe, auch mal einfach so posten sollte, würde ich sagen: Die Große Koalition scheint bei den Leuten viel beliebter zu sein als gedacht. Ich würde nicht unbedingt damit rechnen, dass wir nicht eine Koalition mit Merkel als Kanzlerin und der SPD als Junior-Partner bekommen könnten. Die Grünen werden dann Oppositionsführer, flankiert von den Linken, der FDP und vielleicht noch Piraten und/oder AfD. |

Björn
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| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. August 2013 - 13:23 Uhr: | |
"Man müsste jetzt eigentlich erwarten (nach den Berichten in den Medien und der Stimmung, die man mitbekommt), dass das Union-FDP-Koalition eher schadet. Den Liberalen wird regelmäßig vorgeworfen, dass sie nur den Reichen helfen können und mit der SPD wird Soziale Gerechtigkeit wohl eher assoziiert als mit der Union. Das Ganze kann eigentlich auf zwei Dinge hindeuten: 1. Man traut der Union-FDP-Koalition aus irgendwelchen Gründen doch mehr zu, für eine funktionierende Wirtschaftspolitik zu sorgen als (Rot-)Rotgrün. 2. Die Liberalen werden nicht als so unsozial gesehen, dass man ihnen die Große Koalition vorziehen würde. " Würde ich so nicht unterschreiben. 1. Mit der SPD verbinden gerade die früheren Wähler nur noch Agenda 2010, da ist Essig mit "sozialer Gerechtigkeit". 2. Die CDU von Angela Merkel ist weit weg von den damaligen Beschlüssen von 2005, wo Merkel ja noch völlig anders geredet hat. Die Beinahe-Niederlage hat sie eines gelehrt: Dass das nicht gewollt ist von einer Mehrheit. Zudem haben die Deutschen in den letzten Jahren in der Tat eine CDU erlebt, der man nicht unbedingt "soziale Kälte" vorwerfen kann (wobei viele Gesetze auch vom BVerfG aufgezwungen wurden, die z. B. etliche Regeln zu ALG 2 entschärfen mussten) 3. Zur These, die Liberalen werden nicht als unsozial angesehen: Woher nehmen Sie diese Vermutung? Wenn die Umfragen einigermaßen stimmen (sie lag ja gerade bei FDP in der letzten Zeit doch oft ziemlich daneben), dann würde die FDP einen Absturz von 9% erleiden. Also, wenn das keine Klatsche wäre, was dann. Die FDP erfährt eben keine Zustimmung, aber ich glaube nicht, dass das damit zu tun hat, dass sie als "unsozial" angesehen wird. Vielmehr hat sie ihre eigenen Wähler enttäuscht, weil in den letzten 4 Jahren ihre Kernpunkte so gut wie nie umgesetzt worden sind. Vielmehr müsste man sagen, dass die CDU/FDP-Konstellation nicht als so beängstigend angesehen wird, weil die CDU die FDP in der Hinsicht zähmen kann, dass man mit dieser Konstellation nicht "soziale Kälte" verbindet. Für mich ist eines der erstaunlichsten Punkte der, dass die FDP bei noch nie dagewesenen 14,x% so wenig durchgesetzt hat. Das wird mir immer irgendwie ein Rätsel bleiben. Hurra, sie sind bei der Wahl des BP standhaft geblieben... also, aus Sicht der FDP und ihrer Unterstützer kann das nicht ernsthaft befriedigend sein. Das ist alles natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass die Umfragen einigermaßen stimmen und dass die These richtig wäre, wenn die Hauptwahlmotive Arbeit/Arbeitslosigkeit und "soziale Gerechtigkeit" wären. |

Bernhard Nowak
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| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. August 2013 - 20:33 Uhr: | |
Ich denke, es kommt der Faktor Problemlösungskompetenz hinzu. Er könnte die Umfragen mit erklären. Jörg Schönbohm hatte erklärt (m.W. im letzten Deutschland-Trend von Infratest-Dimap in der ARD), die Problemlösungskompetenz werde bei der SPD als niedrig eingestuft (meiner Erinnerung nach lag sie bei 9%). Aus diesem Grunde glaube ich an den Sieg von schwarz-gelb. Zudem hat die SPD meines Erachtens das Problem, dass Steinbrück und die SPD aus Sicht vieler Wähler nicht zusammenpassen. Diejenigen früheren SPD-Wähler, die die SPD aus Enttäuschung über Agenda 2010 und Rente mit 67 verlassen haben, werden wegen Steinbrück nicht SPD wählen, sondern entweder Linkspartei oder nicht zur Wahl gehen. Und die Schrödersche "Neue Mitte" will keine Steuererhöhungen. Trotz Eurokrise und NSA-Affäre rechne ich nicht mit dem Einzug von Piraten oder AfD in den Bundestag. Allerdings sind zahlreiche Wähler - in Hessen laut HR von gestern jeder dritte - noch unentschlossen. Auch ich kenne viele Leute, die vor vier Jahren eine eindeutige Wahlentscheidung getroffen haben und nun unsicher und unentschlossen sind, was sie wählen wollen. Nach meiner subjektiven Wahrnehmung mehr Leute als vor vier Jahren. Es gilt einfach abzuwarten. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. August 2013 - 15:57 Uhr: | |
@Bernhard Nowak: "Auch ich kenne viele Leute, die vor vier Jahren eine eindeutige Wahlentscheidung getroffen haben und nun unsicher und unentschlossen sind, was sie wählen wollen. Nach meiner subjektiven Wahrnehmung mehr Leute als vor vier Jahren." Den Eindruck habe ich auch. Diese Stimmung könnte meines Erachtens am ehesten der FDP nutzen. Ich höre in den letzten Tagen immer häufiger im Bekanntenkreis Äußerungen wie diese: "Ich habe 2009 FDP gewählt und war mir eigentlich ziemlich sicher, die auf keinen Fall wieder wählen zu können, da sie ja überhaupt nichts gerissen haben. Aber was soll man denn sonst wählen: Die SPD kann es nicht, die Grünen wollen mich im täglichen Leben ständig bevormunden und die Unionsparteien mit absoluter Mehrheit will ich schon wegen Seehofer nicht." Wenn diese Stimmung auch nur ansatzweise verbreitet ist, muß die FDP keine Angst haben und wird auch ohne Unionsleihstimmen näher an 10% als an 5% liegen. Ich kann allerdings nicht wirklich einschätzen, ob nicht der Eine oder Andere von denen AfD wählen würde, wenn es eine Woche vor der Wahl eine 4%-Umfrage für die gäbe. |

Björn
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. August 2013 - 16:49 Uhr: | |
Spannender nach diesem bisherigen Einschlafwahlkampf und einer überaus populären präsidialen Kanzlerin, die aber nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen beim Wähler führt und einem aus Sicht vieler ehemaliger SPD-Wähler schlechten oder unwählbaren Kanzlerherausforderer, finde ich die Frage nach der Wahlbeteiligung. Es würde mich nicht wundern, wenn sie diesmal für BTW-Verhältnisse sehr schlecht sein wird. Wem würde dann eine solch niedrige Wahlbeteiligung nützen - vielleicht der FDP und AfD. |

SaaleMAX
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. August 2013 - 17:11 Uhr: | |
Nach der vom MDR in Auftrag gegebenen Infratest Umfrage, welche Anfang dieser Woche veröffentlich wurde, legt die CDU in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stark zu. Rekordwerte wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Die Linke bricht massiv ein, die SPD kann kaum profitieren und stagniert. Grafiken dazu: http://www.mdr.de/wahl/bundestagswahl-trend-mitteldeutschland100.html Könnte diese Stimmung in Mitteldeutschland auch Auswirkungen auf das Bundestagswahlergebnis haben? Könnte gar die LINKE unter die 5%-Hürde fallen, bei solch schlechter Stimmung im Osten ...denn dort hatte sie ja bisher die meisten Wähler? Könnte die CDU am Ende gar noch besser abschneiden als bisher in Umfragen festgestellt? |

Jan W.
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. August 2013 - 17:15 Uhr: | |
Spannend finde ich die Gestaltung des aktuellen Merkel-Spots. So selbstverständlich sie dort ihre Wir-Botschaften vermittelt, so könnte man sich durchaus eine Kanzlerkandidatin Kraft vorstellen, aber einem Steinbrück nimmt man das viel weniger ab. Auf der Meta-Ebene stellt sie eigentlich die SPD und die Schwächen ihrer Kampagne bloß. Die eigentliche Botschaft ist, dass sie das Unbehagen der SPD-Anhänger mit Steinbrück herauskitzelt und gleichzeitig keine Angriffsfläche bietet: das ist Asymmetrische Demobilisierung in Reinkultur. Eigentlich fehlt nur eine Einblendung "Du magst Deinen Kandidaten nicht, ich bin keine Gefahr." Bei der FDP bleibe ich dabei, dass die eindeutige Erstpräferenz von Schwarz und Gelb füreinander die Wirkung einer Lebensversicherung hat: 41+6 ist nunmal mehr als 43+4 - das wissen genug Unionswähler! Und bisher gibt es keine Hinweise, dass das dieses Jahr nicht funktionieren sollte, auch das TV-Duell wird ja traditionell eher in seiner Bedeutung überschätzt. Für die SPD könnte das eine brandgefährliche Entwicklung sein: bereits jetzt gilt ja jeder Zuwachs unter 5% als krachende Niederlage, aber Stagnation oder sogar Verluste würde ich nicht ausschließen. Zumal man durchaus noch damit rechnen muss, dass Linke und Grüne versuchen, gezielt potentielle SPD-nahe Nichtwähler anzusprechen und diese Ansprache auch die Chancen der SPD noch weiter verringert. Wenn in den letzten zwei bis drei Wochen nicht irgendeine Umfrage kleinste Chancen auf rot/grün weckt, wird sich das linke Lager intern umsortieren. |

Good Entity Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 23. August 2013 - 20:36 Uhr: | |
@Bernhard Nowak: Die Verunsicherung bei der Wahlentscheidung gibt es auch an unvermuteter Stelle. Eine ganze Reihe von Wählern mit muslimischem Migrationshintergrund hatten 2009 traditionell die Linke gewählt. Diese hat sich zwar nicht für alle, aber doch einen Teil von ihnen durch ihre Position in der Beschneidungsfrage komplett als muslimfeindlich disqualifiziert und ist nicht mehr wählbar. Wie man mir erzählte, ist die Suche nach einer neuen Partei aber schwierig. Die Grünen hatten ihre Teilnahme an einem Stadtteilkulturfest abgesagt, als bekannt wurde, dass dort Fleisch von geschächteten Tieren angeboten werden würde. Das kam auch nicht gut an. Die Ziele der Piraten werden nicht verstanden, quasi ein Kommunikationsproblem. Wer hätte das ausgerechnet bei den Piraten vermutet. Peer Steinbrück kommt sogar noch ganz gut an, vielleicht hat die SPD bei dieser neuen Wählergruppe eine Chance. Also vor zwei Wochen wussten meine Gesprächspartner noch nicht, ob und wen sie diesmal wählen wollen. @SaaleMax: Der mdr vergleicht die Werte mit 2009, da sind die Veränderungen als solche nicht so überraschend. |

Interessierter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. August 2013 - 00:51 Uhr: | |
@Jan W. "Bei der FDP bleibe ich dabei, dass die eindeutige Erstpräferenz von Schwarz und Gelb füreinander die Wirkung einer Lebensversicherung hat: 41+6 ist nunmal mehr als 43+4 - das wissen genug Unionswähler!" Ich kann diese Möglichkeit natürlich nicht ausschließen und zumindest die letzte Wahl legt sie auch nahe. Nur manchmal überkommt mich der Verdacht, die FDP wird bisweilen (unbeabsichtigt oder beabsichtigt) kleingeredet, weil man nicht glauben kann, dass es größere "Liberale" Gruppen in Deutschland gibt. Das ist jetzt nicht konkret auf diesen Beitrag bezogen! Es besteht zumindest die Gefahr, dass man damit liberalen Positionen kleiner redet als sie sind. Quasi "das sind einige Unions-Wähler, die eine Kleinpartei am Leben halten, teilweise für einen eindeutigen Wahlausgang, teils aus historischen Gründen (weil eben z. B. 3% der FDP-Stimmen dann bei der Wahl verloren gehen würden, wenn die Partei rausfliegt)". Die Tendenz, den Liberalismus in Deutschland als eine kleine Minderheitenposition darzustellen gibt es auch unter Liberalen selber bisweilen. Oft wird dann von der schwachen freiheitlichen Tradition in Deutschland usw. geredet, von der gescheiterten Revolution 1848 sogar. Ob das stimmt, kann man so dahingestellt lassen. Man sollte aber aus der relativ schwachen medialen Präsenz (wobei die so schwach ja nun auch nicht ist) von liberalen und wirtschaftsliberalen Positionen nicht folgern, dass es sie gar nicht oder nur als exotische Minderheit gibt. Auf der andere Seite liegt natürlich der Versuch nahe, die "Interessen des Volkes" von den "wirtschaftsfreundlichen Positionen" der (Wirtschafts-)Liberalen abzugrenzen. Vielleicht versteht man mein Umgehagen damit besser, wenn ich es so ausdrücke: Man könnte damit den Eindruck gewinnen, die FDP hätte nur ein "Mandat von Unions Gnaden". So ein Mandat ist natürlich nicht vorgesehen... @Good Entity: Ich habe gehört (Gerücht), dass bei einigen eher konservativen Türken außerdem die Haltung der grünen Politiker zu den "Aufständen" in der Türkei schlecht angekommen sind. Viele sind nämlich eher auf Seiten der Regierung als auf der der Protestierenden. Grade bei dieser Gruppe soll es eine langsame Wanderung zu den konservativen Parteien gegeben haben. Demnach könnte auch die Union von dieser Unsicherheit profitieren. Ist natürlich reine Spekulation. Nach der Wahl ist man immer schlauer! |

zigzag
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. August 2013 - 15:16 Uhr: | |
@Good Entity @Interessierter Zum Thema Wahlverhalten von Deutschtürken gab es kürzlich eine (laut Eigenmeldung repräsentative) Umfrage: endaX/Deutsch-Türkisches-Journal (DTJ Online) SPD: 42,9% (BTW 2009 50,2%) Werte korrigiert! Dank an Good Entity Grüne: 21,6% (31%) CDU: 20,3% (11,2%) BIG: 6,9% (2,2%) FDP: 3,1% (1,9%) Sonstige: 5,2% (3,3%) http://dtj-online.de/endax-umfrage-rot-grun-busst-bei-deutschturken-viel-vertrauen-ein-2880 PDF http://www.endax.de/download/endaX_Ergebnisse%20_Wahlforschung_von_Tuerkinnen_und_Tuerken.pdf (Beitrag nachträglich am 24., August. 2013 von zigzag editiert) (Beitrag nachträglich am 24., August. 2013 von zigzag editiert) |

Good Entity Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. August 2013 - 19:46 Uhr: | |
@zigzag: Vielen Dank, ein sehr informativer Hinweis auch auf die beiden Quellen selbst! Die Zahlen für die SPD von 2009 und 2013 sind bei Dir vertauscht, sonst kommt für 2009 und 2013 auch keine Summe von 100 % heraus. @Interessierter: Meine Gesprächspartner hatten sich recht deutlich auf die Linke als die bisher von ihnen bevorzugte Partei bezogen und sie waren in der "Ausländerarbeit" im weiteren Sinne aktiv. Ich würde sie auch nicht gerade dem konservativen Spektrum zuordnen und ihre Suche war bisher eindeutig nicht bis zur CDU ausgedehnt worden ... Aber Zigzags Beitrag dazu ist ja entspechend aussagekräftig und stützt das "Gerücht". Etwas Bedenken erweckt der Anteil der BIG in den Umfragen. Kommentiert wird er überhaupt nicht. |
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