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Archiv bis 17. August 2013

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2013 » Bundestagswahl 2013 » Archiv bis 17. August 2013 « Zurück Weiter »

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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 20:03 Uhr:   

Bei rund 40% Unionswählern, die widerum zu 31% Schwarz-Gelb bevorzugen, reden wir von unterm Strich 13% der Wähler, die ggf. der FDP über die Sperrklausel helfen könnten. Selbst bei 4% Eigenstimmen bräuchte die FDP nicht einmal jeden zehnten dieser Wähler ...
Spannend wäre übrigens auch die Frage, wie die GroKo-Fans und die Schwarz-Grün-Fans dazu stehen, dass sowohl rot als auch grün ja einer Koalition mit der Union eher skeptisch gegenüberstehen.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 20:58 Uhr:   

Kommt es mir nur so vor oder ist die Präferenz von Unionsanhängern eine Koalition mit der FDP einzugehen ein ausgesprochen mieser Wert? Vor allem wenn sie sich kaum von der Präferenz eines schwarzgrünen Bündnisses unterscheidet...magere 4%.
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B.Schuett
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 23:21 Uhr:   

@zigzag: danke!

@ Björn: es ist ein schlechter Wert, aber die FDP hat ja langjährige Erfahrungen damit, aus schlechten Werten viel Nutzen zu ziehen.

Die Politbarometerwerte für die Kanzlerin sind mal wieder gestiegen, die Werte für Steinbrück noch desaströser als zuvor. Kann eigentlich mal der Punkt erreicht werden, wo ein Ausbau des persönlichen Vorsprungs der Kanzlerin negativ mit den Wahlaussichten ihrer Partei korreliert? Wenn nur 6 % der Wähler glauben, dass Steinbrück Kanzler wird, dann ist sich doch praktisch das ganze Land darin einig, dass auf jeden Fall Merkel Kanzlerin bleibt. Je mehr sich diese Ansicht in den Köpfen der Wähler, speziell der noch Unentschlossenen, verfestigt, desto mehr müssten eigentlich Themen wie z. B. "soziale Gerechtigkeit" (auf Platz 1 beim Politbarometer zus. mit Arbeitsplätzen), Strompreise und Löhne in den Focus der Aufmerksamkeit rücken. Das wäre doch sicherlich im Interesse der SPD, die liebend gerne mit einem Thenenwahlkampf von ihrem unbeliebten Kandidaten ablenken würde.
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Arno Nymus
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 00:26 Uhr:   

@Interessierter: Mal ein ganz anderer ErklärungsAnsatz:
Die Institute nehmen als Prognosen ja nicht die Rohdaten, sondern modifizieren diese entsprechend bestimmter Erwartungen/Erfahrungen.
Möglicherweise werden ja schlichtweg die bisherigen Ergebnisse zu stark eingepreist.
- Grüne, FDP, Linkspartei haben bei den letzten BundestagsWahlen einen klaren Aufwärtstrend gehabt; bei den Prognosen wurden sie unterschätzt, also Werte, die näher an ihren alten Werten dran waren, wurden prognostiziert.
- Die Union hat bei den letzten BundestagsWahlen einen klaren Abwärtstrend gehabt, bei den Prognosen wurden sie überschätzt, also Werte, die näher an ihren alten Werten dran waren, wurden prognostiziert.
- Rausfallen tut lediglich die Allensbach-Prognose zur SPD, die eine leichte Unterschätzung war. Bei Forsa (und auch FGW) findet sich auch hier die obige Erklärung: klarer Abwärtstrend der tatsächlichen Ergebnisse, in den Prognosen überschätzt.

Entsprechend wäre diese monokausale Erklärung bei 14 von 15 Werten stimmig und kommt - im Gegensatz zu Ihren drei Ansätzen - in den "EingangsVariablen" ohne Mutmaßungen aus, d. h. dieses Modell würde die Werte erklären rein mit vorhandenen Fakten und ohne neue Annahmen tätigen zu müssen, die nicht bewiesen sind.

Aber zur Genauigkeit von "Prognose-Modellen", die im Nachhinein erstellt werden, möchte ich nochmal auf das Mierscheid-Gesetz (vgl. oben) verweisen.

Letztlich können wir halt nur mutmaßen wodurch diese Abweichungen zwischen Prognose und Ergebnis verursacht werden und ob sie überhaupt signifikant sind; letztlich bewegen sie sich ja alle im angegebenen Konfidenzbereich von 2,5%.

(Beitrag nachträglich am 17., August. 2013 von Arno Nymus editiert)
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 09:57 Uhr:   

Arno Nymus:

Gute Analyse.

"Letztlich können wir halt nur mutmaßen wodurch diese Abweichungen zwischen Prognose und Ergebnis verursacht werden und ob sie überhaupt signifikant sind; letztlich bewegen sie sich ja alle im angegebenen Konfidenzbereich von 2,5%. "

Das ist so nicht richtig.
Ich habe obenstehend ja den Durchschnitt von 4 Wahlergebnissen gebildet.
Da gab es viel Glättung. Viele der Einzel-Prognosen waren weit schlechter als 2,5% Abweichung.

Nehmen wir nur mal Forsa:
(+ bedeutet jeweils, dass das Wahlergebnis besser war als die Prognose).

2009:
CDU: +0,8%
SPD: -2,0%
Grüne: +0,7%
FDP: +0,6%
Linkspartei: -0,1%


2005 (Basis: letzte Prognose mit eindeutigen Zahlen vom 12.9.2005):
CDU: -6,8% (!)
SPD: -0,8%
Grüne: +1,1%
FDP: +3,8% (!)
Linkspartei: +1,7%


2002: (Basis: letzte Prognose mit eindeutigen Zahlen vom 18.9.2002):
CDU: +0,5%
SPD: -1,5%
Grüne: +1,6%
FDP: -0,6%
PDS: Punktlandung

1998:
CDU: -2,9%
SPD: -1,1%
Grüne +0,7%
FDP: +2,2%
PDS: +0,1%


Zur Interpretation:

1. Wählerwanderungen:
Prognose-Fehler bei CDU und FDP laufen tatsächlich meist gegenläufig und auch in ähnlichen Größenordnungen. Gleiches gilt auch für SPD und Grüne.
Es könnte also tatsächlich den vermuteten Wähleraustausch innerhalb dieser "Lager" geben.
Die Treffsicherheit der Prognosen wird auf jeden Fall DEUTLICH verbessert, wenn man das Aggregat CDU+FDP betrachtet, als wenn man die Parteien einzeln nimmt.

2. Prognose-Qualität Forsa:
Ich habe leider nirgendwo (auch nicht auf der unsäglich schlechten Forsa.de-Seite) eine Information gefunden, was denn nun genau das Konfidenzintervall sei.
Aber wir haben nun 20 Einzelbeobachtungen. Damit 19 (=95%) innerhalb des Intervalls liegen, muss dieses mindestens +/-3,9% betragen (und das bei der FDP!).
Schon krass, oder?
Was wäre wohl der Nachrichtenwert, wenn der Nachrichtensprecher (korrekterweise) sagen würde: "die FDP landet bei 5%, kann aber auch 1% oder 9% sein" ?
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Frank Schmidt
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 10:06 Uhr:   

Ich denke, das Konfidenzintervall gilt nur für den Unterschied einer zufälligen Stichprobe zur Gesamtwahlbevölkerung und bezieht Wählerwanderungen bzw Unterschiede zwischen Umfrageaussage und tatsächlicher Wahl nicht mit ein.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 10:12 Uhr:   

Hier die deutschen Wirtschaftsnachrichten:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/16/forsa-chef-widerspricht-eigenen-umfragen-afd-hat-chance-auf-den-bundestag/
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 10:14 Uhr:   

Und hier die Analyse der FWG:
Laut FWG können sich 9% der Wähler vorstellen, die AfD zu wählen und für 63% ist der Wahlausgang noch nicht entschieden. Wahlentscheidend seien für die Mehrheit der Bürger die Themen Arbeit und soziale Gerechtigkeit:
http://www.heute.de/CDUCSU-legt-zu-SPD-v...t-29330012.html
Zitat von Heute.de:
Parteipotenziale:
Für die meisten ist mehr als nur eine Partei wählbar Fast drei Viertel sind in ihrer Wahlabsicht nicht festgelegt. Quelle: dpa Neben der geäußerten Wahlabsicht ist es für einen Großteil (72%) der Befragten prinzipiell denkbar, auch eine andere oder sogar mehrere andere Parteien zu wählen. So könnten sich, einschließlich derer, die dies konkret vorhaben, insgesamt 60% vorstellen, ihre Stimme der CDU/CSU zu geben, für die SPD könnten sich - oder haben sich schon 44% entschieden und für die Grünen 42%. Wesentlich geringer fällt dieser Anteil für die FDP mit 18% und für die Linke mit 15% aus. Bei den anderen Parteien verfügen die Freien Wähler mit 22% über das größte Potenzial, vor den Piraten mit 11% und der Alternative für Deutschland mit 9%. Insgesamt geben nur 28% an, bei ihrer Wahlentscheidung auf eine einzige Partei festgelegt zu sein und sich nicht vorstellen zu können, irgendeine andere Partei zu wählen.

Bundestagswahl: Ausgang für 63% noch nicht klar

Auch wenn sehr viel mehr Befragte einen Wahlsieg von CDU/CSU und Merkel (64%) als von SPD und Steinbrück (6%) erwarten, sind mit 63% fast zwei Drittel der Meinung, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden ist, wer die Wahl gewinnt. Gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 war der Wahlausgang für 55% noch offen, während er für 44% damals und für 35% heute absehbar ist.


Wahlentscheidende Themen: Arbeitsmarkt und soziale Gerechtigkeit.

Als für die eigene Wahlentscheidung sehr wichtig bezeichnen 59% das Thema Arbeitsplätze und ebenfalls 59% die soziale Gerechtigkeit. Die Euro-Krise und die wirtschaftliche Lage folgen mit jeweils 39%. Die relativ geringste Bedeutung von den hier vorgegebenen Bereichen wird der Datenüberwachung durch Geheimdienste beigemessen, nur für 26% der Befragten spielt dieses Thema eine sehr große Rolle. Abweichend von der Gesamtheit steht bei den Anhängern von SPD (72%), Linken (72%) und Grünen (66%) die soziale Gerechtigkeit jeweils mit deutlichem Abstand an erster Stelle der für sie wahlrelevanten Themen.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 11:36 Uhr:   

Dies deckt sich auch mit der Analsyse des jüngsten ARD Deutschlandtrends:
http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1828.html
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 12:04 Uhr:   

"Gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl 2009 war der Wahlausgang für 55% noch offen, während er für 44% damals und für 35% heute absehbar ist."

Hohe Werte dafür, wie klar die BTW 2009 dann wirklich ausgefallen ist. Der Artikel von DWN behauptet ja, dass die Eurokrise für die Deutschen wichtiger sei als Arbeitslosigkeit und begründet damit die Chancen für den Einzug der AfD. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Thema wie Arbeitslosigkeit, das nun in den heutigen Zeiten eine große Zahl von Menschen betrifft, die direkt betroffen sind oder indirekt (über hohe Sozialabgaben), weniger Beachtung findet als das eher abstrakte und schwierige Euro-Thema. Ich kenne auch persönlich nur ganz ganz wenige, für die das überhaupt Thema ist derzeit, aber ich bewege mich wohl auch nicht im Umfeld von Güllners "radikalisierten Mittelklasse".
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 13:37 Uhr:   

Die Aussage im DWN-Artikel, was das Interesse an der Eurofrage angeht, ist nicht einfach eine Behauptung, sondern basiert auf einer Studie, die die Universität Hohenheim durchführt. Details sind hier nachzulesen.

http://www.wkm-online.com/index.php?studie

Interessanterweise wurden die Befragungen auch hier von Forsa durchgeführt, was für Güllners Sinneswandel von Bedeutung sein könnte.

Wie die Quelle richtig ausführt, ist einem beträchtlichen Teil der Wähler sehr wohl bewusst, dass es zwischen der Eurokrise und Problemen wie möglichem Anstieg der Arbeitslosigkeit und Umverteilungsfragen einen Zusammenhang gibt.

Übrigens bin ich heute auf eine Sammlung von Artikeln über Wahlprognosen gestoßen.

http://www.wahlprognosen-info.de/

Ich finde das schon etwas erschütternd, was da zutage gefördert wird.
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nowhereman
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 13:40 Uhr:   

Ich lese ganz einfach aus den vielen Daten: wir wählen Merkel und schauen dann mal...Andere Gedanken, Spekulationen (nützt dem, könnte zu dem führen)bringen nichts. M.E. wird die Wahl durch ungeschicktes Verhalten einzelner Protagonisten entschieden oder Katastrophen, die jemand gut oder schlecht löst. Wenn es die nicht gibt, dann werden eben Mini-Katastrophen oder Mini-Versprecher die Wahl
entscheiden. Dafür gibt es immer Plattformen: Beispiel: FAZ und andere Zeitungen beschreiben immer häufiger die steigende Anzahl von Asylanträgen. Das lässt mich an die 90-er in BW erinnern -> Folge GroKO in BW wegen Reps - daran hatte vor der Wahl niemand gedacht
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 15:04 Uhr:   

"Wie die Quelle richtig ausführt, ist einem beträchtlichen Teil der Wähler sehr wohl bewusst, dass es zwischen der Eurokrise und Problemen wie möglichem Anstieg der Arbeitslosigkeit und Umverteilungsfragen einen Zusammenhang gibt."

Wer glaubt, dass die Eurokrise ursächlich ist für Arbeitslosenproblematik und Umverteilung, der hat die letzten 20-25 Jahre politisch anscheinend komplett verschlafen.
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 15:40 Uhr:   

@Björn. Ich wüsste zu schätzen, wenn Sie mich korrekt zitieren. Ich sagte, zwischen Eurokrise und möglichem Anstieg der Arbeitslosigkeit sowie Umverteilung besteht ein Zusammenhang. Sind Sie in der Lage, den Unterschied zu Ihrer Aussage zu erkennen? Wollen Sie in Abrede stellen, dass zwischen dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Krisenländern und der mit der mit der Eurokrise einhergehenden Rezession ein Zusammenhang besteht? Sind Ihnen die Umverteilungsprozesse im Zuge der Rettungsmaßnahmen von Steuerzahlern hin zu Großinvestoren, die in Staatsanleihen von Krisenländern investiert haben, bekannt? Haben Sie eine Vorstellung von den Kosten, die auf den Bundeshaushalt zukommen werden, heute berichtet sogar die Bild darüber, und die all die schönen sozialen Wohltaten, die die Parteien von CDU bis Linke Ihnen heute versprechen, zu Träumen von besseren Zeiten machen werden?

Falls nicht, würde das allerdings erklären, warum die Eurokrise in Ihrem Umfeld "kein Thema" ist. Dann bin nämlich nicht ich diejenige, die "geschlafen" hat.

(Beitrag nachträglich am 17., August. 2013 von nevermore editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 16:39 Uhr:   

@Nevermore
"Haben Sie eine Vorstellung von den Kosten, die auf den Bundeshaushalt zukommen werden, heute berichtet sogar die Bild darüber, und die all die schönen sozialen Wohltaten, die die Parteien von CDU bis Linke Ihnen heute versprechen, zu Träumen von besseren Zeiten machen werden?"
Verschonen Sie uns mit Ihren Bild-"Weisheiten" (wenn auch nicht alles ganz falsch ist). Die wirkliche Umverteilung findet schon jetzt über Inflation und damit einhergehende Teilenteignung statt. Die Griechen und andere werden wahrscheinlich nie offiziell pleite gehen, sondern man wird das zur Abwendung der Pleite nötige Geld weiterhin einfach "drucken". Die dadurch verursachten Niedrigzinsen sind aber auch nicht für alle schlecht. Niedrige Zinsen begünstigen Schuldner wie den Staat und wer z. B. gerade ein Haus kaufen will, ist gut dran. Längerfristig entsteht natürlich eine (in Deutschland bisher im großen Stil nie vorgekommene) Immobilienblase, aber das ist kein Problem, was Menschen jetzt beschäftigt. "Soziale Wohltaten" für die einen sind immer Mehrbelastungen für andere und werden mit oder ohne Euro nicht seriös finanziert.

Zurück zum Thema:
Die Forsa-Umfrage sagt herzlich wenig über den Ausgang der BTW. Wobei ja hier nicht einmal ganz klar ist, was man genau unter Krise versteht. Was sind denn die Krisenursachen?
Der Euro? Das Papiergeld allgemein? Die EU insgesamt? Die Staatsverschuldung? Die Politik(er) an sich? Spekulantentum? Profitgier? Die Konzerne/Banken? Die Bilderberger, Freimaurer oder wer sonst noch der Verschwörung verdächtigt wird? Da gehen die Meinungen weit auseinander.

Wenn jetzt 14% eine Euro- und/oder Schuldenkrise als wichtigste Frage nennen, ist das nicht viel, auch wenn es die relative Mehrheit ist. Und egal, ob und welche Krise gerade herrscht, es wird immer eine große Mehrheit für das Lamento geben, die sozialen Unterschiede würden wachsen. Da größere Streitthemen zwischen den etablierten Parteien fehlen oder derzeit nicht offensiv ausgefochten werden, plätschert der Wahlkampf ohne echtes Thema dahin. Das ist grundsätzlich schon eine Chance für die AfD. Aber Menschen, denen man im wirklichen Leben begegnet, kümmern sich weit weniger um den Euro als diejenigen, denen man in Foren und Blogs begegnet.

Da die AfD noch nie an einer Wahl teilgenommen hat, ist die Unsicherheit über das Ergebnis mangels Erfahrung natürlich besonders groß. Die lässt sich aber nicht dadurch verkleinern, dass man sich irgendwelche unseriösen Indikatoren ausdenkt oder irgendwelche gewagten Schlüsse aus Umfragen an den Haaren herbeizieht. Wir müssen abwarten, erst am 22.9. wissenn wir mehr.
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 16:44 Uhr:   

@Thomas Frings:"Verschonen Sie uns mit Ihren Bild-"Weisheiten" (wenn auch nicht alles ganz falsch ist)"

Zufällig bin ich Volkswirtin von Beruf und nicht auf die Bild angewiesen, um einigermaßen zu wissen, wovon ich rede. Vermutlich besser als die meisten hier.

Aber bezeichnend, dass neben Björn auch Sie gleich wieder beleidigend werden, wenn Sie mit einem Beitrag nicht einverstanden sind Es hat schon seinen Grund, warum ich mich hier so gut wie nicht mehr beteilige.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 16:57 Uhr:   

@Florian
Wer zwischen dem Erhebungszeitraum der letzten Umfrage und dem Wahltag von Partei A zu Partei B überläuft, ob aufgrund eines Last-Minute-Meinungsumschwungs oder aufgrund einer Leihstimmenabwägung, ist im Ergebnis der Umfrage ein A-Wähler, der korrekt (!) als A-Wähler gemessen wird, und am Wahltag ein B-Wähler.
Angegebene Abweichungen beziehen sich auf die Wahlabsichten der Stichprobe und der Grundgesamtheit jeweils im Erhebungszeitraum. Eine Differenz letzte Umfrage - Wahlausgang vergleicht Äpfel mit Birnen.

@B.N.
Deutsche Wirtschaftsnachrichten klingt ja jetzt seriös und hochtrabend, aber letztlich ist es nur ein kleiner Blog mit einem erkennbaren inhaltlichen Drall. Würde ein Schwergewicht wie Manfred Güllner dieser Seite ein Interview gegeben, hätte man das wohl stolz verkündet. Daher bleibt wohl eher die Frage: wieso wird keine Quelle genannt? Soll hier ein Kontext aus hätte-wäre-wenn-Fragen verschleiert werden?
Wenn man einige zentrale Sätze bei Google sucht, erkennt man, wo das Thema aufgegriffen wird: in wenigen Foren und Kommentarbereichen. Ansonsten bei PI News.

Die Potentialfrage des ZDF zeigt vor allem eins: 9% wären eine Totalausschöpfung des Potentials. Das ist in etwa so real wie eine FDP bei 18% - und das ist schon ein Schenkelklopfer für sich.
Es zeigt aber auch, dass die AfD bei der FGW "abgefragt" wird - was ihr bei der Sonntagsfrage gar nicht hilft.
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 17:42 Uhr:   

"Daher bleibt wohl eher die Frage: wieso wird keine Quelle genannt?"

Das Interview wurde ursprünglich in der Jungen Freiheit zitiert; im dortigen Artikel wird der Stern als Quelle genannt. Vielleicht erscheint es dort in der nächsten Ausgabe.

E: Grade lese ich in der FAZ, Güllner habe das "vor ein paar Tagen" gesagt. Also wars wohl schon in der letzten Mittwoch-Ausgabe drin.

(Beitrag nachträglich am 17., August. 2013 von nevermore editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 18:58 Uhr:   

"@Florian
Wer zwischen dem Erhebungszeitraum der letzten Umfrage und dem Wahltag von Partei A zu Partei B überläuft, ob aufgrund eines Last-Minute-Meinungsumschwungs oder aufgrund einer Leihstimmenabwägung, ist im Ergebnis der Umfrage ein A-Wähler, der korrekt (!) als A-Wähler gemessen wird, und am Wahltag ein B-Wähler."
So kann man sich immer rausreden - nicht die Umfrage war falsch, sondern der Wähler hat seine Meinung geändert. Nun ist es natürlich auch Aufgabe von Demoskopen, herauszufinden, wie sicher die Wähler mit ihrer Wahlentscheidung sind, ob sie lügen, welche Parteien sie auch wählen könnten und ob sie überhaupt wählen gehen. Forsa fragt z. B. auch ab, was man bei der letzten Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahl gewählt hat. Die Umfrageergebnisse, die veröffentlicht werden, sind nie Messergebnisse, sondern immer in irgendeiner Weise korrigiert. Bei einer Partei, die noch nie angetreten ist, ist Korrigieren naturgemäß schwierig.


Das wirkliche Ergebnis interessiert mich viel mehr als das, was Güllner behauptet oder was andere sagen was Güllner gesagt haben soll. Dessen Meinung ist so unwichtig wie unsere. Vielleicht will er sich schlicht nach allen Seiten hin absichern. Die Forsa-Umfrage sagt z.Z. 3% für die AfD, wenn es doch wesentlich mehr werden, kann er dann hinterher auf das Interview verweisen, dass er es doch gewusst habe.

Meine Vermutung ist, dass die AfD weit unter 5% landen wird, wenn nicht aktuelle Ereignisse ihr ganz massiv helfen. Aber Merkel wird ja wohl kaum ein paar Tage vor der Wahl Griechenland einen Teil der Schulden erlassen.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 17. August 2013 - 21:08 Uhr:   

@nevermore:

Wenn Sie die Quelle zitieren, dann finde ich es etwas merkwürdig, zu konstatieren, dass die Befragten selbst den Zusammenhang zwischen Eurokrise und Arbeitslosigkeit herstellen. Vielmehr ist richtig, dass die Frage folgendermaßen formuliert wurde:

"In den Medien wird ja viel über den großen Bereich der Wirtschaft berichtet. Welches Thema oder Ereignis in der Berichterstattung über Wirtschaft interessiert Sie zur Zeit am meisten?"

Es wurde also gar nicht gefragt, welches Thema interessiert die Wähler am meisten, sondern es wurde rein nach dem Wirtschaftsthema gefragt. Da fallen Dinge wie z. B. Altersvorsorge natürlich nicht als erstes ein, etliche andere etwa sozialpolitische Themen, Gesundheitspolitik etc. wird ja ausgeklammert, insofern lässt diese Fragestellung kaum Rückschlüsse über die Prioritäten von Wählern zu.
Dass 14% Eurokrise als Antwort wählen, 7% Arbeitslosigkeit heißt noch lange nicht, dass man hier sagen kann, die Befragten stellen einen Zusammenhang her zwischen ersterem und letzterem. Das war auch gar nicht die Frage.

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