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Archiv bis 16. August 2013

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2013 » Bundestagswahl 2013 » Archiv bis 16. August 2013 « Zurück Weiter »

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Jan W.
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Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 20:32 Uhr:   

Zum Wahlradar kann man nur eins sagen: der gewichtete Durchschnitt aus Datenmüll ist immer noch Datenmüll. Die Einbeziehung des Wahl-O-Meters zerstört doch jede Aussagekraft!
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 20:47 Uhr:   

Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob alle Meinungsumfragen den Wert für die kleineren Parteien seriös wiedergeben. Wie wird der Wert bei den "kleinen" Parteien ermittelt? Wird der Wert für eine kleine Partei nur dann dort zugeordnet, wenn diese Partei vom Befragten exlizit als Wahlabsicht genannt wird oder werden dem Befragten die Parteien, die zur Wahl stehen, benannt. Außerdem kenne ich in meinem Bekanntenkreis noch sehr viele Wähler, die gerade bei dieser Wahl entschlossen sind, zu wählen, aber noch unentschieden sind, was sie wählen werden. Das macht Voraussagen über den Wahlausgang m.E. durchaus schwer.

Aber wie auch immer: ich habe meine Wahlentscheidung getroffen, egal, ob die AfD in den Bundestag einzieht oder nicht. Ich habe die Lügerei der etablierten Parteien über die Euro-Politik (Aussage: nicht schuldentragfähige Länder bekommen keine Kredite, alles lachhaft, denn das Geld floß immer, auch wenn diese Länder niemals schuldentragfähig waren und es gibt keine "Kredite", da das geliehene Geld sowieso nie zurückgezahlt werden wird, ebenso die Aussagen, die im Gegensatz zum IWF einfach vor der Wahl einen Schuldenschnitt negieren, der m.E. aber kommen wird wie das Amen in der Kirche, um die Wähler nicht zu "verunsichern"; für mich alles reiner Wahlbetrug am Wähler) einfach satt.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 20:47 Uhr:   

Nachtrag:
Auf wahl-radar2013.de findet man folgenden Hinweis: "Die Düsseldorfer Kommunikations-Agentur osicom (siehe: http://www.osicom.de) veröffentlicht ab sofort einen neuen regelmäßigen Informationsdienst namens „Wahl-Radar 2013″."
Den Chef und Gründer dieser Agentur findet man hier:
http://www.osicom.de/osicom_m01.html
... und natürlich hier:
http://alternativefuerduesseldorf.de/vorstand/

Vielleicht teilen uns demnächst die Vorständinnen der Feministischen Partei DIE FRAUEN unter falscher Flagge noch mit, dass sie beim Monats-Batiken ihren Einzug in den Bundestag gesehen haben, oder DIE VIOLETTEN weissagen uns, dass sie als Yogische Flieger über die Sperrklausel geschwebt sind, weil Krishna ihnen das so empfohlen hat.
Aber wenn sich hier jemand selber ins Parlament jubelt, ist das doch nur noch peinlich. Hat so ein wenig was von Unskewed Polls ... ;)
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AeD
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 20:49 Uhr:   

wahl-radar2013.de ist eine "Meta-Prognose" der AfD (Stadtverband Düsseldorf), siehe http://www.presseportal.de/pm/110558/2535931/, dementsprechend ist dort eine erfundene Umfrage mit 5 % aus dem Juli zu finden oder das Wahl-O-Meter mit seinen Fantasie-Zahlen hat den gleichen Einfluss, wie die Zahlen von 7 Umfrageinstituten zusammen (!).
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 21:01 Uhr:   

@B.N.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article116837815/Warum-die-AfD-so-schlechte-Umfragewerte-hat.html
Infratest dimap und Forsa fragen einfach nur, welche Partei der angerufene wählen will, und notieren die Antwort.
Allensbach und Emnid lesen eine Liste vor, auf der die AfD bei Emnid bei Allensbach aber doch draufsteht, eröffnen aber die Option, eine andere Partei explizit zu nennen. Diese Listen richten sich nach Metaumfragen nach den Bekanntheiten der jeweiligen Splitterparteien.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 21:02 Uhr:   

"Ich finde es langsam lächerlich, wenn von Seiten der CDU/CSU-FDP immer wahlkampftechnisch das rot-rot-grüne Gespenst vor sich hergetragen wird. Es gibt keinerlei Indizien dafür."
Ich werde zwar keine der genannten Parteien wählen, aber ich bin wohl gemeint. Und Indizien gibt es reichlich, wie die Abneigung gegen eine neue große Koalition in der SPD und einige Zusammenarbeiten auf Landesebene.


"2005 hätte die SPD die Chance gehabt, so ein Bündnis einzugehen."
Stimmt, ist aber keine Garantie für jetzt, zumal sich die SPD nach dem Abtritt von Schröder (der ja für "HartzIV" stand, also etwas ganz Schlimmem für alle extremen Linken) deutlich nach links bewegt hat.


"Und bisher konnte auch noch kein einziger, der seine haltlosen Behauptungen in den Raum stellte, das wirklich mit sinnvollen Fakten untermauern. Insofern kann man das weiterhin als lächerlich betrachten."
Dass Ypsilantis Beteuerungen falsch waren, "keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit" mit der Linkspartei einzugehen, wies sie selbst nach. Vor der Wahl lässt sich natürlich nie beweisen, was eine Partei nach der Wahl tut. Nach der Wahl ist es aber für die Wähler zu spät, wenn sie solchen Beteuerungen geglaubt haben, es dann aber anders kommt. Im Fall Y war allerdings durchaus zu ahnen, dass sie ihr Wort bricht, weil in der hessischen SPD eine extreme Abneigung gegen die Landes-CDU allgemein und besonders gegen Koch bestand, genau wie jetzt eine starke Abneigung dagegen besteht, nochmal in einer Koalition mit Merkel einzubrechen.


"So eindeutig waren die Grünen und auch die CDU/CSU mit der Ablehnung einer solchen Konstellation nicht wie Gabriel und Steinbrück bei der Ablehnung von rot-rot-grün."
Was beweist das? Union und Grüne müssen nicht ständig wahltaktisch erklären, Schwarz-Grün nicht zu wollen. Ypsilanti war vor der Wahl eindeutig, tat dann aber hinterher was anderes.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 21:23 Uhr:   

Wie gesagt, ich kann die Gründe, warum AfD schlecht abschneidet, nur vermuten. Ich denke, dass viele Wähler glauben, die Partei scheitere sowieso an der Sperrklausel und da wählen sie lieber das "kleinere Übel" anstelle von SPD, Grünen oder Linkspartei, die europapolitisch für Eurobonds stehen und m.E. die Rettungsschirmpolitik noch stärker forcieren werden als Union und FDP. Meines Erachtens wählen Anhänger der linken Parteien (SPD, Grüne, Linkspartei) auch stärker "gesinnungsethisch". Wenn ihnen die Politik ihrer Parteien (SPD: Agenda 2010, Rente mit 67) nicht gefällt, dann bleiben sie zu Hause und strafen ihre favorisierte Partei mit Wahlenthaltung. Wähler von Union und FDP scheinen diese Parteien trotz anderer Auffassungen in der Europapolitik zu wählen. Sie argumentieren eher "verantwortungsethisch" im Sinne Max Webers: Wenn ich AfD wähle, dann verfehlt das "bürgerliche Lager" die Mehrheit und es kommt die große Koalition oder gar rot-rot-grün. Dann erreiche ich das Gegenteil dessen, was ich will. Nachvollziehbar, kann mich aber als Mitunterzeichner der Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen ESM und Fiskalpakt nicht überzeugen. Ich selber glaube nicht, dass AfD und Piraten in den Bundestag kommen, mache davon aber meine Wahlentscheidung nicht abhängig.

Ansonsten glaube ich, dass schwarz-gelb die Nase knapp vorne haben wird, also etwa 1-2% mehr haben werden als SPD, Grüne und Linkspartei zusammen.

Was Gabriel mit dem Konvent bezweckt, ist mir noch unklar.
Drei Varianten bieten sich m.E. an, die in der Presse diskutiert wurden:
a) Entmachtung Steinmeiers als Fraktionschef: Gabriel will möglicherweise selber SPD-Fraktionschef werden (zusätzlich zu seinem Parteiamt) und Steinmeier entmachten. Daher wird der Konvent vor die Fraktionssitzung "geschaltet".
b) der Parteikonvent wird - so wie ich dies gelesen habe - vor allem Bedeutung haben im Falle eines "unklaren Bundestagswahlergebnisses", also für den Fall, dass schwarz-gelb die Mehrheit der Bundestagsmandate knapp verfehlt. Dann will der Parteichef einen Streit und eine Spaltung der SPD verhindern, indem der Parteikonvent eine Mitgliederbefragung vorbereitet. Entscheidet allein die SPD-Fraktion über die künftige Koalition, dürfte aufgrund des Einflusses des "Seeheimer Kreises" keine Mehrheit für rot-rot-grün zustande kommen. Ob aber die Mitglieder mehrheitlich für eine große Koaliton stimmen werden, ist m.E. völlig offen. Dies gilt v.a. für den Fall, dass die Union als stärkste Fraktion an Angela Merkel als Kanzlerkandidatin festhält. Sie wird auf Angela Merkel nicht verzichten und dies weiß die SPD ganz genau. Ihre Bedingung - so in der Umgebung von Steinbrück verbreitet, wenn man einer FAZ-Meldung glauben darf - eine große Koalition mit der Union als Juniorpartner einzugehen, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Union nicht Merkel als Kanzlerin vorschlägt und sie zugunsten eines anderen Unionspolitikers fallen lässt -, ist für die Union unerfüllbar. Und dies weiß die SPD ganz genau. Meines Erachtens kann eine Mitgliederbefragung nur die Funktion haben, eine Spaltung der SPD über die Koalitionsfrage zu verhindern. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der SPD-Mitglieder eine große Koalition mit der SPD als Juniorpartner unter Merkel absegnet. Dies bedeutet m.E. entweder rot-rot-grün (und sei es durch Tolerierung einer Minderheitsregierung, wenn die Linkspartei einen SPD-Kandidaten, etwa Steinbrück, in der entscheidenden 3. Wahlphase mit absoluter Mehrheit zum Kanzler wählt) oder Neuwahlen (falls Gauck sich nicht in diesem Falle für die 3. Variante entscheidet, Merkel als Minderheitenkanzlerin im Amt zu lassen). Wie dies ausgehen wird, wage ich nicht zu prognostizieren.

"Offen" ist die Bundestagswahl m.E. nur darin, dass noch nicht feststeht, ob es für schwarz-gelb reichen wird oder es eine (knappe) rot-rot-grüne Mandatsmehrheit im Bundestag geben wird. Auch wenn ich AfD wählen werde, rechne ich selber nicht mit dem Einzug von AfD oder Piraten in den Bundestag. Meines Erachtens wird es beim gegenwärtigen 5-Parteien-Parlament (Union, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei) bleiben.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 21:43 Uhr:   

@Bernhard Nowak: "Meines Erachtens wählen Anhänger der linken Parteien (SPD, Grüne, Linkspartei) auch stärker "gesinnungsethisch". Wenn ihnen die Politik ihrer Parteien (SPD: Agenda 2010, Rente mit 67) nicht gefällt, dann bleiben sie zu Hause und strafen ihre favorisierte Partei mit Wahlenthaltung. Wähler von Union und FDP scheinen diese Parteien trotz anderer Auffassungen in der Europapolitik zu wählen. Sie argumentieren eher "verantwortungsethisch" im Sinne Max Webers: Wenn ich AfD wähle, dann verfehlt das "bürgerliche Lager" die Mehrheit und es kommt die große Koalition oder gar rot-rot-grün. Dann erreiche ich das Gegenteil dessen, was ich will."

Bei den SPD-Wählern gebe ich Ihnen recht. Bei den Grün-Wählern nicht. Dort ist man - so scheint es mir - so davon überzeugt, dass es moralisch keine andere Wahl gibt, als die eigene Partei, dass man die auch dann wählt, wenn es (wegen des "bösen Koalitionspartners") zu Entscheidungen gibt, die man nicht goutiert. SPD-Wähler (und auch Mitglieder) leiden an ihrer Partei, wenn die nicht das tut, was man will. Und dieses Leiden kann auch zur Wahlenthaltung oder zur vorübergehenden Wahl einer anderen Partei führen. Grüne-Wähler sind da dickfelliger, aus deren Sicht hatte die Partei ja recht, aber "die Anderen" haben es verhindert. "Die Anderen" können der Koalitionspartner genauso sein, wie "die böse Springerpresse, die das Volk verhetzt" oder gleich "die dumme Bevölkerung, was die richtige Position nicht erkennt" (gerne bei Volksentscheiden genommen, wie bei Stuttgart21 oder der Hamburger Schulreform). Bei der Linkspartei kann ich es nicht beurteilen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 21:57 Uhr:   

Die meisten Menschen sind konservativ in der eigentlichen Bedeutung des Wortes und mögen keine Veränderungen, zumindest keine, die sie selbst betreffen. Auch unter der Mehrheit, die den Euro nicht wollte, wollen jetzt viele nicht den Euro abschaffen, an den sie sich inzwischen gewöhnt haben.

Außerdem interessieren sich die meisten Wähler mäßig für Politik, vor allem Frauen, und viele kennen die AfD gar nicht. Obendrein hat sich die AfD auf ein Thema beschränkt, dazu noch ein ziemlich komplexes, was m.E. eindeutig ein Fehler war.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 22:30 Uhr:   

@Norddeutscher:
Ich bin mir, was die Grünen angeht, nicht ganz sicher. Zum einen ist das Klientel von SPD- und Grünenwählern unterschiedlich, die Grünen-Wähler sind wohlhabender als die SPD-Anhänger, von Hartz IV, Agenda 2010 nicht so sehr "am eigenen Leibe" betroffen.
Ich bin mir gerade bei Koalitionsentscheidungen auch nicht ganz sicher, ob die Grünen-Wähler alle Entscheidungen ihrer Partei mitmachen. Als die Grünen in Hamburg schwarz-grün eingingen ohne inhaltlich eines ihrer drei Hauptziele durchzusetzen (Elbvertiefung verhindern, Kohlekraftwerk Moorburg verhindern, neue Schulpolitik einführen, die vom Hamburger Volksentscheid gestoppt wurde), waren sie der Verlierer der nächsten Wahlen, die SPD gewann. In Frankfurt kostete die schwarz-grüne Koalition im Römer die Grünen bei der letzten OB-Wahl (die Parteispitze setzte sich für Boris Rhein ein, die Parteibasis wählte aber mehrheitlich SPD-Kandidat Feldmann) kostete die konkrete Politik der Grünen im Römer in Bezug auf Fluglärm die Grünen rund die Hälfte ihrer Stimmen (besonders sichtbar im 1. Wahlgang an den Stimmen für die Grüne Kandidatin) und im Saarland haben die Grünen nach Jamaica gerade einmal die Sperrklausel geschafft, obwohl Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer nicht die Grünen, sondern die FDP für ihre Entscheidung, die Jamaica-Koalition dort zu beenden, verantwortlich gemacht hat.
Dies ist für mich der entscheidende Grund, warum es Koalitionen außerhalb der "Lager" - wenn man von der "Großen Koalition" absieht, in absehbarer Zeit wohl kaum geben wird:
- schließt die FDP, weil es für ein Bündnis mit der Union nicht reicht, eine Ampel mit SPD und Grünen, verliert sie so viele Unionswähler, dass sie mit Sicherheit bei allen zukünftigen Wahlen die 5%-Klausel verfehlen wird (da sie mit Leihstimmen aus dem linken Lager nicht rechnen kann).
- gehen die Grünen im Bund schwarz-grün oder Jamaica ein (was sie wohl nicht tun werden, weil es im Bundesrat keine einzige schwarz-grüne Landesregierung gibt und daher schwarz-grün wohl kein einziges zustimmungsfplichtiges Gesetz durch den Bundesrat bringen kann), verlieren sie die "rot-grünen" Wähler an die SPD. Sie werden wohl die Sperrklausel nach wie vor überwinden. Aber die Beispiele - gerade aus Frankfurt bei den letzten OB-Wahlen - zeigen m.E., dass auch die grünen Wähler - und nicht nur die Wähler von SPD oder Linkspartei - ihre Partei durch Wahlenthaltung oder Wahl einer anderen Partei (bei den Grünen wohl hauptsächlich die SPD) abstrafen. Aus diesem Grund glaube ich weder an Ampel ( die ja auch von der FDP ausgeschlossen werden soll) noch an Jamaica und auch nicht an schwarz-grün. Denn solche Konstellationen werden FDP und Grünen nicht bekommen.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 22:56 Uhr:   

@Bernhard Nowak: "Ich bin mir gerade bei Koalitionsentscheidungen auch nicht ganz sicher, ob die Grünen-Wähler alle Entscheidungen ihrer Partei mitmachen. Als die Grünen in Hamburg schwarz-grün eingingen ohne inhaltlich eines ihrer drei Hauptziele durchzusetzen (Elbvertiefung verhindern, Kohlekraftwerk Moorburg verhindern, neue Schulpolitik einführen, die vom Hamburger Volksentscheid gestoppt wurde), waren sie der Verlierer der nächsten Wahlen, die SPD gewann."

Richtig ist, dass die SPD in Hamburg gewann, das lag aber vor allem am desaströsen Zustand der CDU, die ja noch weit mehr verloren hat (über 20%), als die SPD gewonnen hat (14%). Die Grünen haben zwar schlechter abgeschnitten als erwartet, aber mit 11,2% gegenüber der vorigen Wahl (9,6%) immer noch zugelegt. Wegen der zwischenzeitlich hohen Umfragen und der absoluten Mehrheit der SPD war das aber natürlich eine gefühlte Niederlage, das ist richtig. Im Saarland waren die Grünen nie sonderlich stark, da war das Ergebnis von 2009 eher ein Ausrutscher nach oben. Die OB-Wahl in Frankfurt kann man nicht werten, weil das ja eine reine Personenwahl war und die Wahl des Kandidaten einer anderen Partei ist ja auch noch mal was Anderes als die der eigenen Partei. Da muß man sicherlich die nächste Stadtratswahl abwarten, wobei man auch sagen muß dass die Grünen bei der Wahl 2011 nur wegen Fukushima 25,8% erhalten hat. Fünf Jahre vorher waren es 15,3%. Wenn man den Hype von 2011 (der in Hamburg - weil vor Fukushima - noch nicht gegeben war) herausrechnet, sind 12 bis 18% grüne Kernwählerschaft sicherlich ein eher normales Ergebnis für Frankfurt. Und das werden sie m.E. 2016 trotz der Unterstützung für Rhein erhalten.
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Holger81
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. August 2013 - 23:04 Uhr:   

@Bernhard Nowak:
Ich sehe nicht, warum der Bundesrat ein Hindernis für Schwarz-Grün sein sollte: keine einzige unionsgeführte Bundesregierung käme auch nur in die Nähe einer Bundesratsmehrheit (selbst die große Koalition hätte dort nur 21 Stimmen), und diese Situation war doch in den letzten 20 Jahren fast die Regel für Bundesregierungen. Hingegen bestünde für Schwarz-Grün anders als für Schwarz-Gelb nicht die geringste Gefahr, dass die Opposition eine Bundesratsmehrheit (oder gar Zweidrittelmehrheit) erreicht, da eine der beiden Parteien in fast jeder Regierung beteiligt ist: Rot-Rot(-Gelb) hätte nur 7 Stimmen, Rot-Rot-Grün hingegen 36.
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Interessierter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 00:16 Uhr:   

@Marc K.:

Die Prognosse klingt sehr interessant. Auf welcher Grunlage wurde sie denn erstellt?

@All:
Wie sieht es eigentlich mit der AfD aus? Gibt es empirische Analysen darüber, woher die Wähler zu ihr Wandern?
Und die FDP, schafft sie wirklich nicht den Einzug?
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 00:40 Uhr:   

@Interessierter
Für echte "empirische Analysen" bräuchte die AfD echte Stimmen - im Rahmen einer Wählerwanderung bei einer Exit Poll wäre das vielleicht möglich, wenn man denn bei der Stichprobe genug AfD-Wähler antrifft.
Bei 2% aktuellem Umfragenstand kommen auf 1 AfD-Wähler, den man telefonisch erreicht, 49 Wähler anderer Parteien. Bei üblichen 1000er- (Infratest dimap) oder 2500er-Stichproben (Forsa) erreicht man also nur 20 oder 50 Personen. Wollte man für einigermaßen Repräsentativität 1000 AfD-Wähler befragen, müsste man also ca. 50.000 Befragte kontaktieren.
Mit dem Ergebnis, dass man nur eine Momentaufnahme hat, die diejenigen verfehlt, die weitergewandert sind oder wieder bei ihrer Ursprungspartei.

Persönlich halte ich die Spekulationen, die FDP könne aus dem Bundestag fliegen, für absoluten Humbug. Die Koalition will weitermachen und der Wille verfehlt nicht unbedingt den Willen der Anhänger der 2 (3) Parteien. Und da weiß jeder CDU-Wähler, das z.B. 43+4 weniger ist also etwa 41+6 ... viele FDP-Wähler sind in den Umfragen auch bei der Union geparkt. Soll heißen: ist der FDP-Wähler frustriert, droht er manchmal gegenüber Umfrageinstituten entweder Nichtwahl an, oder er tarnt sich als Unionswähler. Wenn die beiden Parteien sich nicht spontan verkrachen oder plötzlich chancenlos dastehen, gibt sich das aber bis zum Wahltag.
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B.Schuett
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 13:34 Uhr:   

Jan W.: "Persönlich halte ich die Spekulationen, die FDP könne aus dem Bundestag fliegen, für absoluten Humbug. Die Koalition will weitermachen und der Wille verfehlt nicht unbedingt den Willen der Anhänger der 2 (3) Parteien. Und da weiß jeder CDU-Wähler, das z.B. 43+4 weniger ist also etwa 41+6 ..."

Wie lauten denn die Präferenzen der Unionsanhänger, d. h. welcher Anteil bevorzugt eine Koalition mit der FDP und welcher Anteil bevorzugt eine Koalition mit der SPD? Der letztere Teil wird natürlich die FDP nicht wählen. Unter allen Wahlberechtigten ist eine CDU/CSU/FDP-Koalition ja sehr weit abgeschlagen.

Anders als z. B. bei der LTW in Niedersachsen gibt es nicht das - aus CDU/CSU-Sicht - Schreckgespenst eines SPD-Kanzlers. Dass Merkel in jedem Fall Kanzlerin bleibt, wird ja allgemein angenommen. Ein Scheitern der FDP an der 5-%-Hürde halte ich zwar für eher wahrscheinlich als ein überraschend gutes Ergebnis wie in Niedersachsen, denke aber auch, dass es die FDP schafft mit 5 - 6 %.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 13:37 Uhr:   

"Ein Scheitern der FDP an der 5-%-Hürde halte ich zwar für eher wahrscheinlich als ein überraschend gutes Ergebnis wie in Niedersachsen, denke aber auch, dass es die FDP schafft mit 5 - 6 %."

Bisher habe ich, im Gegensatz zu Niedersachsen auch noch keine große Debatte mitbekomemn, die ernsthaft von einem Draußenbleiben der FDP ausgeht. Daher hört man auch wirklich gar keine Stimmen bzgl. Leihstimmen und dergleichen und das ist für die FDP tatsächlich eher problematisch und dürfte sicherlich nicht zu einer derart großen Überraschung führen, dass die FDP am Ende bei 10% liegt oder so.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 14:12 Uhr:   

Für eine Abschätzung, ob für die FDP eine positive Abweichung zu den Umfrageergebnissen zu erwarten ist, habe ich einmal eine kleine Auswertung gemacht:

Ich habe für 3 Institute jeweils für die letzten 4 Wahlen verglichen, wie das tatsächliche Wahlergebnis jeweils von deren letzter Prognose vor einer Bundestagswahl abweicht.

Ergebnis:

Union:
Forsa: durchschnittl. Abweichung -2,1% (d.h. das tatsächliche Ergebnis war durchschnittlich 2,1% schlechter als von Forsa vorhergesagt)
FGW: -2,3
Allensbach: -1,8

SPD:
Forsa: -1,4
FGW: -0,2
Allensbach: +0,5

Grüne:
Forsa: +1,0
FGW: +0,9
Allensbach: +0,7

FDP:
Forsa: +1,5
FGW: +1,3
Allensbach: +0,1

Linkspartei/PDS:
Forsa: +0,5
FGW: +0,5
Allensbach: +0,1


FAZIT:
Die FDP wird meistens unterschätzt. Aus früheren Erfahrungen kann man mit locker 1% mehr rechnen als lt. Umfragen zu erwarten.
Relativ zu den tatsächlichen Stimmenanteilen sind die Abweichungen sogar ziemlich deutlich: Wenn z.B. Forsa eine 8-10%-Partei regelmäßig um 1,5% unterschätzt, dann ist das schon ein ziemlicher Prognosefehler.

Umgekehrt wird allerdings die Union durchschnittlich um rund 2% überschätzt. Der Effekt einer kurzfristigen Wählerwanderung CDU -> FDP scheint also durchaus möglich.

Durch die Bank sind übrigens die Prognosen von Allensbach ziemlich gut.
Nicht nur im Durchschnitt sondern auch in den einzelnen Jahren meist präziser als die von FGW und VIEL besser als die von Forsa.

Vielleicht ist es daher kein Zufall (und womöglich auch sehr realistisch), dass auch aktuell die Allensbach-Prognose für die FDP mit 6,5% deutlich über den Werten der anderen Institute liegt.
Umgekehrt liegt die Union bei Allensbach bei vergleichsweise niedrigen 40,0%, was womöglich auch die realistischste Einschätzung ist.

So oder so:
OB es für Schwarz-Gelb wieder reicht, ist - egal welches Insitut man anschaut - to close to call.
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Interessierter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 18:11 Uhr:   

@Florian das Original:
Zunächst mal, es ist nett, anlässlich einer neuen Wahl wieder die alten Namen zu lesen.
Das Ergebnis scheint mir auch auf eine andere Art und Weise interessant zu sein. Die Frage ist, wieso haben wir eine so ungewöhnliche Abweichung?
Die Union fast 2 Prozent besser als sie dann tatsächlich ist, die Grünen und FDP immer spürbar schlechter als sie dann in wirklichkeit werden?

Mir fallen sofort 3 Erklärungen ein. Keine davon ist wirklich neu und ich würde auf keine Wetten, das sie richtig ist, dennoch bringe ich sie mal vor, um mit dem Thema anzufangen:
1. Die Wähler von Grünen und FDP sind aus irgendwelchen Gründen von den Umfrageinstituten schwerer zu erreichen als die von Union, SPD usw. (Wobei der Effekt bei der SPD nicht ganz so groß ist.)
Doch woher könnte das kommen?
Sind die Umfragen vielleicht auch nach Gebiet repräsentativ? Das könnte zu einer kleinen Überbewertung ländlicher Gegenden führen, von der die Union profitiert, die FDP aber nicht.
2. Viele Unionswähler entscheiden sich am Ende dann doch, die FDP zuwählen.
Würde für mich schon Sinn ergeben. Das würde wirklich für eine Taktik sprechen, die große Koalition zu verhindern (über das Thema habe ich, glaube ich, vor Jahren schon mal geschrieben).
Die Frage ist nur, wie das mit den Grünenwählern zusammenhängt. Der Zuwachs der Grünen lässt sich zahlenmäßig nicht plausibel auf Abwanderung von der SPD zurückführen, da die SPD in der Regel nicht genug verliert, ja sogar gewinnt. Auch die Linke gewinnt, daher können die Wähler nicht von da gewandert sein.
Die einzige Lösung wäre, dass wir den Unterschied nur relativ zu den "Sonstigen" sehen würde. Allerdings wurde deren Abweichung gar nicht genannt. Also reine Spekualtion.
3. Die Leute geben in Umfragen einfach nicht so gern an, dass sie Grüne, FDP oder Linke wählen. Teilweise auch SPD.
Unter dem Schutz des Wahlgeheimnisses findet die Stimme zwar den Weg zu diesen Parteien, aber ein offenes Bekenntnis bringt sie nicht heraus.
Das wäre die erstaunlichste Erklärung. Sollte das stimmen, müsste man einen Effekt aber auch durch andere Statistiken herausbekommen...

Ich weiß natürlich nicht, ob diese Effekt überhaupt signifikant sind oder ob ich nicht zufällige Schwangungen erklären will. Jedenfalls scheint es mir persönlich nicht plausibel, dass die Leute sich in der Wahlkabine noch umentscheiden, doch nicht die Union, sondern z. B. lieber die Linke zu wählen.

"Ich habe für 3 Institute jeweils für die letzten 4 Wahlen verglichen, wie das tatsächliche Wahlergebnis jeweils von deren letzter Prognose vor einer Bundestagswahl abweicht."

Also hast du einfach den Durchschnitt gebildet?
Danke für die Arbeit!
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 18:24 Uhr:   

Zum Thema Grüne bin ich doch etwas erstaunt... z. B. bei den Umfragen zu den Wahlen für Berlin fällt in den letzten Jahren auf, dass die Grünen systematisch überschätzt werden und das z. T. nicht zu knapp. Also muss man da wohl BTW und LTW unterscheiden.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 16. August 2013 - 19:54 Uhr:   

@ B.Schuett
"Wie lauten denn die Präferenzen der Unionsanhänger, d. h. welcher Anteil bevorzugt eine Koalition mit der FDP und welcher Anteil bevorzugt eine Koalition mit der SPD?"

Laut ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap von gestern sieht es wie folgt aus:

Welche Koalition wäre Ihnen am liebsten?
Unionsanhänger:

Union/SPD: 31%
Union/FDP: 31%
Union/Grüne: 27%

http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1828.html
Video bei Min: 2:40

(Laut Min: 2:00 lagen die Piraten am 1.08. übrigens bei 2%)

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