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Archiv bis 11. Oktober 2012

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Wahlen in den USA (US-Präsident, US-Senat usw.) » Wahlen in den USA » Archiv bis 11. Oktober 2012 « Zurück Weiter »

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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Oktober 2012 - 19:44 Uhr:   

Danke für die interessanten Tabellen.

Verblüffend finde ich in der New York Times Veröffentlichung, das die (knappe) Mehrheit der männlichen Wähler Romney die Stimme geben wird. Hätten die Frauen also kein Wahlrecht, würde er vermutlich der nächste Präsident. So etwas ähnliches gab es ja bei uns auch schon mal (Frauen für Gerhard Schröder, Männer für Angela Merkel), das war damals aber weniger eine politische Frage. In den USA scheint das anders zu sein. Dazu passt dann nämlich im ersten Link auf gallup auch die Einschätzung der US-Amerikaner gemittelt über alle Wähler, dass Männer tatsächlich bei einem Präsidenten Romney besser fahren werden. Dieses Umfrageergebnis ist sogar recht eindeutig.

Erstaunlich. Ist da irgendein neues Scheidungsrecht in Planung? Eigentlich ist dieses Thema in den USA doch restlos ausgereizt.

Meine Infos über die Meinung in den USA zu Obamacare wird ja sehr deutlich bestätigt. Im fünften Link von Ratinger Linke wird zumindest für die umgefragten Swing States Florida, Ohio, Wisconsin eine klare Ablehnung von Obamacare sichtbar. In allen drei Staaten ist außerdem eine Mehrheit für einen Rückzug des Staates aus dem Gesundheitswesen, der besser privaten Unternehmen überlassen werden soll. Hätte ich so deutlich jetzt auch nicht gedacht. Das Thema finden zwar viele sehr wichtig, aber offenbar nur 12 % am Wichtigsten. Das klärt dann, warum Romney insgesamt verliert.

Nach der zweiten von Ratinger Linke freundlicherweise verlinkten gallup - Umfrage ist das Einkommen des Wählers erstaunlicherweise für seine Wahlentscheidung weniger wichtig, hätte ich nicht gedacht. Es spielt sich alles irgendwo bei 40 bis 60 % ab, zwar mit eindeutiger zu erwartender Tendenz, aber viel flacher als ich es jetzt aus deutscher Sicht vermutet hätte.

Und aus der unteren Tabelle im ersten Link sieht man, dass die mit den Republikanern sympathisierenden Wähler (nur diese sind für diese Betrachtung ja relevant) erstaunlicherweise mehrheitlich die Auffassung haben, Romney sei auch für rassische Minoritäten der bessere Präsident..

Und P. S. an Ratinger Linke: Ja, Texas und Alaska auch, die sind ja kaum zu übersehen. Ich gebe auch Hawaii noch dazu, das wird man auch noch finden.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 03. Oktober 2012 - 22:25 Uhr:   

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Marc K.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 04. Oktober 2012 - 20:16 Uhr:   

Punktsieg für Romney: Nach allgemeiner Ansicht hat Romney das erste TV-Duell gegen Obama deutlich gewonnen. Während Romney offensiv und angriffslustig agierte wirkte Obama müde und erschöpft. Die Mehrheit der Amerikaner hält inzwischen Romney für die bessere Führungspersönlichkeit. Das Rennen um die Präsidentschaft wird wieder spannend.




http://www.spiegel.de/politik/ausland/reaktionen-auf-tv-duell-zwischen-obama-und-romney-a-859373.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/tv-duell-im-us-praesidentschaftswahlkampf-romney-streitet-sich-ins-rennen-zurueck-1.1486301




(Beitrag nachträglich am 04., Oktober. 2012 von Marc editiert)
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 04. Oktober 2012 - 22:55 Uhr:   

"Das Rennen um die Präsidentschaft wird wieder spannend."

Sorry, aber eine Debatte reicht wirklich nicht, um den satten Vorsprung, den Obama in den swing states hat, abzubauen. Sicherlich ist das Bestreben der Medien, einen möglichst spannenden Wahlkampf zu zelebrieren, verständlich. Zudem ist es keine Überraschung, dass Romney als Herausforderer im ersten Duell besser abschneidet, zumal es sich hier auch noch um sein Kernthema handelte, insofern war es doch sehr erwartbar. Der Herausforderer wird in der Regel vor der ersten Debatte unterschätzt, während der Amtsinhaber praktisch nur verlieren kann. Man erinnere sich da z. B. auch an Biden vs. Palin. Von Palin erwartete man schon gar nichts mehr und dass sie sich doch besser schlug als viele dachten, entschied sie das Duell praktisch für sich. Verloren haben McCain/Palin trotzdem. Viele sahen auch Kerry vorn, er verlor trotzdem gegen Bush. Den Amtsinhaber-Bonus sollte man wirklich nicht unterschätzen.
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Marc K.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 05. Oktober 2012 - 12:27 Uhr:   

66% der Amerikaner sahen Romney vorne - darunter auch die Mehrzahl der Anhänger der Demokraten, nur 25% Romney. Das ist ein großer Erfolg für Romney, der nun mit positiven Nachrichten die Endphase seines Wahlkampfes betreiben kann, während Obama als müder und erschöpfter Präsident dasteht, dem man doch eher ein ruhiges Privatleben mit seiner Frau wünscht, mit der er dann auch wieder in Ruhe die Hochzeitstage zu Hause würde feiern können, anstatt Präsidentschaftsdebatten oder anderen präsidialen Pflichten nachzukommen....
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Buerger
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 05. Oktober 2012 - 18:15 Uhr:   

Diese Debatte haben so viele Amerikaner gesehen, wie seit 1980 nicht mehr, um die 70 Millionen. Sollte man nicht unterschätzen.
Die hilflosen Kommentare aus dem Obamalager am heutigen Tag, dass man nicht den wahren Mitt Romney gesehen habe, zeugen von Unsicherheit.
Unsicherheit, dass Romney dieses Duell so glasklar für sich entschieden hat. Wann hat zuletzt ein amtierender Präsident eine Debatte laut den Umfragen so deutlich verloren ?
Das muss Carter 1980 gewesen sein.

Im übrigen gibt es neue Umfragen in den Swing States, die von dem komfortablen Vorsprung von Obama nichts mehr wissen wollen.

Es geht eben im Prinzip nur um ein Thema, Wirtschaft und Arbeitsmarkt.
Und da sieht eben Obama nicht besonders gut aus, was seine Bilanz angeht.

Das Rennen ist überhaupt noch nicht gelaufen, wie man gerne so liest und hört, zumal Obama jetzt erst mal für eine Weile in der Defensive ist.

Man muss sich mal teilweise die Kommentare durchlesen, selbst eingefleischte Demokraten können nur hilflos mit den Schultern zucken.
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B.Schuett
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 07. Oktober 2012 - 21:58 Uhr:   

"Es geht eben im Prinzip nur um ein Thema, Wirtschaft und Arbeitsmarkt.
Und da sieht eben Obama nicht besonders gut aus, was seine Bilanz angeht."


Naja, aber doch immerhin so gut, daß er vor der Debatte wie der eindeutige Sieger aussah. Ohne die Debatte, aber mit den neuesten Arbeitsmarktdaten vom Freitag, wäre sein Vorsprung wahrscheinlich sogar noch gewachsen. Während der 90 Minuten hat sich ja nicht die wirtschaftliche Lage in den USA verändert. Aber das Bild der Wähler bzw. Zuschauer von den Kandidaten wurde in den 90 MInuten auf den Kopf gestellt: hier der souverän wirkende, klar argumentierende und durchsetzungsfähig erscheinende Romney (den Moderatorposten der Debatte nahm er quasi gleich mit an), dort ein stammelnder, unsicher wirkender, wie ein zerstreuter Professor wirkender Obama. So wichtig die Wirtschaft auch ist, an erster Stelle steht für die allermeisten US-Bürger eine starke Führungspersönlichkeit im Weißen Haus.

Sicherlich ist Obama generell kein guter Debattenredner und vielleicht ging es ihm an diesem Tag auch nicht besonders gut. Aber einige grundsätzliche Dinge muß man doch nach den Erfahrungen früherer Debatten
wissen, z. B. daß man den anderen Kandidaten anschauen muß, wenn dieser redet, und nicht unablässig mit gesenktem Kopf dastehen darf. Einige Sender haben die komplette Debatte im splitscreen übertragen, d. h. ständig waren beide Kandidaten zu sehen. Man weiß doch, wie sehr der Blick auf die Uhr Bush43 geschadet hat oder das verächtliche Mundverzerren von Al Gore. Obama war unmöglich vorbereitet, da denken sich natürlich viele, huch, der kann nicht einmal so eine Debatte vorbereiten, wie vorbereitet macht der Mann eigentlich seine Arbeit im Oval Office.

Die Debattenleistung von Obama am 3.10. war unterirdisch schlecht und wird ihm aus meiner Sicht das Amt kosten, und ich kann, obwohl Anhänger der Demokraten, nicht sagen, zu Unrecht.

Ich frage mich auch, was sollen diese unzähligen Wahlreden in Ohio, Florida, Virginia und 1, 2 anderen Staaten, immer die gleichen Reden, immer nur eigene Anhänger, keine TV-Übertragung, höchstens Schnipsel. Das bringt doch gar nichts, ist aber sehr zeitintensiv. Bei der Debatte haben ca. 70 Mio US-Bürger zugeschaut, bei der Debatte Biden/Ryan werden es um die 45 Mio sein.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 08. Oktober 2012 - 16:15 Uhr:   

Dieses war die erste Debatte. Und Bush Jr. hat 2004 zwei von drei Debatten sogar noch klarer verloren, und sah in der dritten auch nicht wie ein Sieger aus, gewann aber trotzdem knapp.

Reagan hat 1984 die erste Debatte gegen Mondale auch haushoch verloren, und trotzdem einen hohen Sieg eingefahren.

Romney wird in der nächsten Debatte erklären müssen, warum er in den Vorwahldebatten, Interviews und Wahlreden jeweils ein anderes Wirtschaftsprogramm und Steuerprogramm als vorher verkündet hat. In der Debatte klang es nun schon wieder ganz anders.

Wenn es Obama nur gelingt, ihn darauf festzunageln, wird der Effekt nicht lange andauern.

Als Moderator hätte ich ihn gefragt, warum er plötzlich sein Programm nur für diese Nacht geändert hat, und ob er das immer so macht? Und was von den inzwischen gut zwei Dutzend Ansätzen denn nach der Wahl gelten soll?

Obama muss aber klarer in dieser Kritik werden, denn faire Debatten kann er nicht erwarten. Romney kann sich widersprechen, und der Moderator harkt nicht nach, wie man gesehen hat.

Romney leugnet dann einfach, er sei für bestimmte Steuersenkungen, und es entsteht der Eindruck, das sei die Wahrheit, weil ihm niemand widerspricht.

Romney hat diese Narrenfreiheit optimal ausgenutzt, aber in der nächsten Debatte geht das nicht mehr.

Hier hätte Obama ganz einfach punkten können, aber tatsächlich war sein Verhalten eher das des Kaninchens.

Das muss er selbst machen: klar stellen, wann Romney seinem Programm widerspricht!

Wenn es Obama nur gelingt, ihn darauf festzunageln, wird der Effekt nicht lange andauern.

Als Moderator hätte ich ihn gefragt, warum er plötzlich sein Programm nur für diese Nacht geändert hat, und ob er das immer so macht? Und was von den inzwischen gut zwei Dutzend Ansätzen denn nach der Wahl gelten soll?

Obama muss aber klarer in dieser Kritik werden, denn faire Debatten kann er nicht erwarten. Romney kann sich widersprechen, und der Moderator harkt nicht nach, wie man gesehen hat.

Romney leugnet dann einfach, er sei für bestimmte Steuersenkungen, und es entsteht der Eindruck, das sei die Wahrheit, weil ihm niemand widerspricht.

Romney hat diese Narrenfreiheit optimal ausgenutzt, aber in der nächsten Debatte geht das nicht mehr.

Hier hätte Obama ganz einfach punkten können, aber tatsächlich war sein Verhalten eher das des Kaninchens.

Das muss er selbst machen: klar stellen, wann Romney seinem Programm widerspricht!


Aber die Debatte entscheidet den Wahlkampf nicht, sondern die Anzahl der Wahlmänner.

Ob Romney noch genug Umschwung hin bekommt, die Sache zu drehen, ist nun wahrscheinlicher als vorher, aber immer noch hat eine Wiederwahl Obamas größere Wahrscheinlichkeit.

Romney leugnet dann einfach, er sei für bestimmte Steuersenkungen, und es entsteht der Eindruck, das sei die Wahrheit, weil ihm niemand widerspricht.

Romney hat diese Narrenfreiheit optimal ausgenutzt, aber in der nächsten Debatte geht das nicht mehr.

Hier hätte Obama ganz einfach punkten können, aber tatsächlich war sein Verhalten eher das des Kaninchens.

Das muss er selbst machen: klar stellen, wann Romney seinem Programm widerspricht!

Wenn es Obama nur gelingt, ihn darauf festzunageln, wird der Effekt nicht lange andauern.

Als Moderator hätte ich ihn gefragt, warum er plötzlich sein Programm nur für diese Nacht geändert hat, und ob er das immer so macht? Und was von den inzwischen gut zwei Dutzend Ansätzten denn nach der Wahl gelten soll?

Obama muss aber klarer in dieser Kritik werden, denn faire Debatten kann er nicht erwarten. Romney kann sich widersprechen, und der Moderator harkt nicht nach, wie man gesehen hat.

Romney leugnet dann einfach, er sei für bestimmte Steuersenkungen, und es entsteht der Eindruck, das sei die Wahrheit, weil ihm niemand widerspricht.

Romney hat diese Narrenferiheit optimal ausgenutzt, aber in der nächsten Debatte geht das nciht mehr.

Hier hätte Obama ganz einfach punkten können, aber tatsächlich war sein Verhalten eher das des Kaninchens.

Das muss er selbst machen: klar stellen, wann Romney seinem Programm widerspricht!


Aber die Debatte entscheidet den Wahlkampf nicht, sondern die Anzahl der Wahlmänner.

Ob Romney noch genug Umschwung hin bekommt, die Sache zu drehen, ist nun wahrscheilicher als vorher, aber immer noch hat eine Wiederwahl Obamas größere Wahrscheinlichkeit.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 08. Oktober 2012 - 18:29 Uhr:   

@B. Schuett
So eindeutig, dass man Obamas Wiederwahl als sicher ansehen konnte, waren die Umfragen nie. Umgekehrt hat er auch jetzt durchaus noch eine Chance.

"Naja, aber doch immerhin so gut, daß er vor der Debatte wie der eindeutige Sieger aussah. Ohne die Debatte, aber mit den neuesten Arbeitsmarktdaten vom Freitag, wäre sein Vorsprung wahrscheinlich sogar noch gewachsen."
Mal übertragen auf Deutschland: wenn in Deutschland die Arbeitslosenquote fällt, steigt deshalb bestimmt nicht die Zustimmung zu Schwarz-Gelb (andernfalls müssten die Umfragewerte für Schwarz-Gelb ja auch deutlich besser sein als sie sind). Die Linkswähler sagen dann, die Statistik sei ja sowieso gefälscht, es würden nur mies bezahlte Jobs bei Zeitarbeitsfirmen geschaffen usw. Eine Statistik allein bewirkt beim Wähler gar nix, sie muss mit dem Eindruck des Wählers übereinstimmen. So bewirkten die fortwährenden Meldungen über Produktionsrekorde und Planübererfüllungen in der DDR nicht mehr Zustimmung zur SED, weil das nichts mit der täglich erlebten Mangelwirtschaft zu tun hatte.


@Ingo Zachos
Auf tatsächliche oder vermeintliche Widersprüche kommt es gar nicht so an. Wer Obama loswerden möchte, wir Romney wählen, auch wenn er von ihm nicht so wahnsinnig viel hält. Wer dagegen Obama im Amt halten möchte, braucht nicht mehr überzeugt zu werden. Wenn ein amtierender Präsident antritt, ist die Wahl vor allem eine Abstimmung über ihn.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 09. Oktober 2012 - 13:30 Uhr:   

@ Thomas:
"wenn in Deutschland die Arbeitslosenquote fällt, steigt deshalb bestimmt nicht die Zustimmung zu Schwarz-Gelb (andernfalls müssten die Umfragewerte für Schwarz-Gelb ja auch deutlich besser sein als sie sind). Die Linkswähler sagen dann, die Statistik sei ja sowieso gefälscht, es würden nur mies bezahlte Jobs bei Zeitarbeitsfirmen geschaffen usw."

Kurios ist ja, dass Schwarz-Gelb eigentlich auf dem Arbeitsmarkt nichts wirklich Nennenswertes geschaffen hat und die eigentlichen Reformen von dem "Linkslager" kamen, die zu den besseren Jobdaten führten. Aber genau diesem "Linkslager" wird eben auch und nicht so sehr Schwarz-Gelb vorgeworfen, dass diese Reformen zu mies bezahlten Jobs geführt hat usw. Insofern kann ich da Ihre Einschätzung, dass Schwarz-Gelb dafür verantwortlich gemacht wird, nicht teilen, denn es ist gerade immer noch die SPD, die umfragetechnisch am meisten zu leiden hat unter den Hartz-Reformen. Die FDP hat sich alles selbst verbockt, aber ganz sicher nicht auf Grund ihrer "Leistung" was Arbeitsmarkt angeht. Ein bisschen Kosmetik hat nichts zu tun mit dem konjunkturellen Aufschwung, der im Übrigen nicht zwingend immer etwas mit den politischen Entscheidungen zu tun hat. Ihre Wirkung wird im Allgemeinen auch von den Politikern überschätzt. Daher kann ich nicht wirklich nachvollziehen, warum gerade Politiker sich selbst diesen Mühlstein ans Bein heften, indem sie glauben machen wollen, dass sie ganz allein für wirtschaftlichen Boom oder Rückgang verantwortlich sind. Aber da bedingen sich wohl Vorstellungen der Wähler mit den Vorstellungen der Politiker über ebenjene einander.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 09. Oktober 2012 - 15:42 Uhr:   

@Ingo:
> Als Moderator hätte ich ihn gefragt, warum er plötzlich
> sein Programm nur für diese Nacht geändert hat, und ob
> er das immer so macht?
Dann wäre das aber keine neutrale Moderation mehr.

Solche vermeintlichen oder echten Widersprüche muß der Gegenkandidat ansprechen, dann muß sein Kontrahent erklären, warum er sehr wohl konsistent im Programm ist. Dann müssen die Zuschauer entscheiden, was sie plausibler finden.

Ich finde es befremdlich, wie in diversen deutschen Medien die Moderation der Fernsehdebatte zum Sündenbock gemacht wurde. Als wäre es Aufgabe des Moderators, dem Amtsinhaber Schützenhilfe zu leisten.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 09. Oktober 2012 - 16:09 Uhr:   

@R.A.
Jim Lehrer ist als Journalist eine Legende, ist so objektiv, dass er seit den 60ern nicht mehr gewählt hat. Aber er hat im Gegensatz zu früheren Debatten deutlich abgebaut - und seine ursprüngliche Idee, 2008 aufzuhören, war gar nicht so verkehrt.
Er hat sich letzte Woche total überfahren lassen, ließ sich dutzende Male beim Versuch einer Zwischenfrage von beiden Kandidaten abwürgen und hat so sehr die Kontrolle verloren, dass das erste 15-Minuten-Segment auf 25 Minuten angeschwollen ist.
@T.F.
Es gibt Wahlkämpfe, in denen die Arbeitslosenzahlen eine wichtige Rolle spielen, und andere, in denen das Thema nicht so sehr im Vordergrund steht.
Kohls 4 Millionen in 1998 und Steinbrücks 1 Millionen 2005 in NRW waren jeweils symbolische Schmerzgrenzen.
In den USA gelten 8% als magische Grenze. Bei 10% wäre ein Amtsinhaber wohl chancenlos, bei 6% würde der Gegenkandidat das Thema gar nicht erst ansprechen. In der Nähe der 8% werden aber kleinste Schwankungen der Arbeitslosenquote in den Medien als enorm wichtig empfunden, weil sie wahlentscheidend sein könnten.

Ansonsten finde ich die Aussage, Obama hätte durchaus noch eine Chance, schon etwas irreführend ... Obama liegt nach wie vor noch vorne.
http://www.realclearpolitics.com/epolls/2012/president/2012_elections_electoral_college_map_no_toss_ups.html
http://www.realclearpolitics.com/epolls/2012/president/2012_elections_electoral_college_map.html
Bei RCP gab es als aggregiertes Ergebnis verschiedener Umfragen genau zwei Veränderungen seit der Debatte. In Ohio ist Obamas Vorsprung jetzt kleiner als die statistische Fehlertoleranz. In Florida wurde aus einem Obama-Vorsprung ein Romney-Vorsprung - jeweils innerhalb der Fehlertoleranz.
Wie dauerhaft diese Eindrücke sind, ist eine andere Frage: die schwache Performance des Amtsinhabers in der ersten Debatte ist in den USA ja schon fast Tradition.

Romney hat eigentlich nur klargestellt, dass seine Kampagne nicht schon den Eisberg gerammt hat, und dass seine Kapelle nicht nur deshalb weiterspielt, damit die Senatoren und Repräsentanten sicher die Rettungsbote erreichen ... er ist wieder vom Abgehängten zum Verfolger aufgestiegen.
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Arno Nymus
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 00:43 Uhr:   

Ralf Arnemann schrieb

quote:

Dann wäre das aber keine neutrale Moderation mehr.

Solche vermeintlichen oder echten Widersprüche muß der Gegenkandidat ansprechen



Dem stimme ich nur bedingt zu. Natürlich wäre eine Formulierung wie "Warum ändern Sie über Nacht Ihr Programm?" tendenziös. Aber eine kritische, rein inhaltlich formulierte Rückfrage, die nach dem vorherigen Plan fragt, der sich mit der aktuellen Frage zu beißen scheint, wäre absolut angebracht von einem neutralen, kritischen Moderator bzw. Journalisten - das gilt natürlich sowohl gegenüber dem Herausforderer als auch dem Amtsinhaber, wobei es sich in dieser Debatte sicherlich eher bei Romney angeboten hätte, wenn man sich den Fakten-Check anschaut.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 14:51 Uhr:   

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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 19:12 Uhr:   

"Es gibt Wahlkämpfe, in denen die Arbeitslosenzahlen eine wichtige Rolle spielen, und andere, in denen das Thema nicht so sehr im Vordergrund steht.
Kohls 4 Millionen in 1998 und Steinbrücks 1 Millionen 2005 in NRW waren jeweils symbolische Schmerzgrenzen. "
Bitte genauer lesen. Ich schrieb: "Eine Statistik allein bewirkt beim Wähler gar nix, sie muss mit dem Eindruck des Wählers übereinstimmen."
Wenn die Leute den Eindruck haben, die Arbeitslosigkeit steige und eine Statistik bestätigt das, dann kann das natürlich Auswirkungen haben. Wird dagegen z. B. ein Fachkräftemangel behauptet, die Wähler haben aber im wirklichen Leben einen ganz anderen Eindruck, dann lässt sie die Statistik kalt.

"In den USA gelten 8% als magische Grenze."
Weit mehr als eine Statistik dürfte die Wähler die eigene Position auf dem Arbeitsmarkt interessieren. Diese hat nicht viel mit angeblich magischen Schwellen zu tun.

"Ansonsten finde ich die Aussage, Obama hätte durchaus noch eine Chance, schon etwas irreführend ... Obama liegt nach wie vor noch vorne. "
Es ist wohl wenig sinnvoll, hier Umfragewerte rauszugreifen, die einem gefallen und anderes unerwähnt zu lassen (z. B. dass Obama bei nationalen Umfragen eher nicht vorne liegt). Die Umfragezahlen sind sowieso nicht gleichzusetzen mit der Realität, was ja auch alle wissen sollten. Obama und Romney könnten z. B. systematisch über- oder unterschätzt werden. Eindeutig ist, dass noch nicht klar gesagt werden kann, wer gewinnen wird.


"Ich finde es befremdlich, wie in diversen deutschen Medien die Moderation der Fernsehdebatte zum Sündenbock gemacht wurde. Als wäre es Aufgabe des Moderators, dem Amtsinhaber Schützenhilfe zu leisten."
Richtig.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 19:33 Uhr:   

@T.F.
Umfrageaggregatoren sorgen ja gerade dafür, dass alle Umfragen miteinbezogen werden! Die Umfragen, die Sie hier meinen beziehen sich auf das "popular vote" - wer dort die meisten Stimmen hat, wird mit 0 Wahlmännerstimmen belohnt.
In den Swing States macht Romney dagegen kaum Boden gut.

Bei der Pew Umfrage, der einzigen, die Romney einen signifikanten Vorsprung gibt, ist übrigens auf bemerkenswerte Weise die Gender Gap - also der große Rückstand Romneys bei Frauen - nahezu verschwunden. Gäbe es einen solchen Trend wirklich, so würde er sich bei anderen Umfragen in den Bundesstaaten oder landesweit wenigstens andeuten: tut er aber nicht.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 20:40 Uhr:   

@Jan W.
Wer es unbedingt braucht, soll ruhig raussuchen, was ihm gefällt. Darüber zu diskutieren, ist sinnlos.
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Buerger
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 21:53 Uhr:   

"In den Swing States macht Romney dagegen kaum Boden gut."

Es gibt Umfragen, die Romney in Ohio, Florida, Colorado oder Virgina vorne sehen. Vor der ersten Debatte haben die selbsternannten Experten hier und anderswo alle diese Swing States bereits Obama zugeordent.


"Bei der Pew Umfrage, der einzigen, die Romney einen signifikanten Vorsprung gibt..."
Es gibt eine weitere, die Romney landesweit bei 5% Vorsprung sieht, IBD.

Nur weil man Obama vorne sehen möchte, sollte man nicht Realitäten ausblenden.

Nach der Debatte hatte es geheißen, es sei unmöglich, dass ein Auftritt die Gemengelage verändert. Man redete weiter von sattem Vorsprung des amtierenden Präsidenten. Es ist doch ganz offensichtlich, dass eben nicht davon ausgegangen werden kann, dass Obama siegt, obwohl es hier einige herbeischreiben wollen.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Oktober 2012 - 22:48 Uhr:   

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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 11. Oktober 2012 - 13:18 Uhr:   

@Jan W.:
> Er hat sich letzte Woche total überfahren lassen, ...
Würde ich nicht so krass beurteilen (ist auch m. W. sonst selten so gesehen worden) - ist aber egal: Ich habe ja nicht behauptet, daß Lehrer ein Supermoderator gewesen wäre. Sondern nur die Vorstellung zurückgewiesen, er hätte Obamas Wahlkampfslogans bringen müssen.

> die schwache Performance des Amtsinhabers in der ersten Debatte
> ist in den USA ja schon fast Tradition.
So krass war es aber noch nie.
Eigentlich hat die Debatte ja zwei Effekte gehabt:

Einerseits die überraschend schwache Performance von Obama. Was nebensächlich gewesen wäre, wenn die Leute ansonsten von seiner Amtsführung überzeugt wären. Was aber wohl nicht der Fall ist. Selbst bei den demokratischen Wählern geht es diesmal (krasser Gegensatz zur letzten Wahl) in erster Linie nur noch darum, die Reps zu verhindern.

Und andererseits haben die meisten Wähler zum ersten Mal Romney wirklich erlebt, d.h. ungefiltert durch Medien oder Gegenpropaganda. Und da haben sie eben nicht den gefühlskalten, IQ-schwachen Managertyp erlebt, als der Romney in den letzten Monaten porträtiert wurde. Sondern als einen Kandidaten, der Präsident können würde. Deswegen wird ihn nicht sofort jeder Unentschlossene wählen - aber der Wahlkampf ist ab jetzt ein völlig anderer.

Auf die Umfragen würde ich derzeit wenig geben. Es wird etwas dauern, bis sich der schwankende Teil der Wähler überlegt haben, ob sie nun wegen des Duells die Präferenz wechseln oder ob sie jetzt "nur noch" mit 60:40 von ihrer bisherigen Präferenz überzeugt sind statt vorher 80:20.

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