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Archiv bis 14. Februar 2011

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Undemokratische linke Politiker in Deutschland? » Archiv bis 14. Februar 2011 « Zurück Weiter »

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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Januar 2011 - 11:15 Uhr:   

Ach Thomas, wenn du schon mal Zeitung liest, dann wenigstens eine, die nicht alles verdreht.

1) Lötzsch hat an der Diskussion nicht teilgenommen sondern bloß eine Erklärung verlesen, deren wesentlicher Inhalt das Aufregen über die Medien war. (Was ihr die Presse auch weithin übel nahm.)
2) Sie will auch keinen Kommunismus. Leider.

Nun zu den Randalierern: Die Polizei würde selbstverständlich auch eine Linksparteidemo am Platz festhalten oder auflösen, wenn die allgemeine Sicherheitslage eine gefahrlose Durchführung nicht erlaubt oder wenn die Störer mit angemessenen Mitteln nicht wegzuräumen sind. Man muss auch mal realistisch bleiben: Die meisten Demos, selbst wenn sie ausarten, finden mehr oder minder ungestört statt. Sogar das wilde Besetzen von Grundstücken weit ab angemeldeter Demorouten ging ja letztens in Stuttgart durch.

Ich finde es übrigens nicht gut, wenn sich der schwarze Senioren-Block mit dem schwarzen Jugendblock prügelt. Schade, dass die Polizei nicht schneller eingegriffen hat.

Bestechend logisch ist das aber schon, mit provozierenden Schildern (auch als Schlagwaffe geeignet) zu einer Versammlung aufgereizter Linker hinzugehen und zu hoffen, dass irgendwer schon austicken wird. Wenn die Story überhaupt so stimmt...
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Januar 2011 - 12:58 Uhr:   

"2) Sie will auch keinen Kommunismus. Leider."
Natürlich will der Kommunist den Kommunismus nicht erreichen. Eine Welt ohne Staat und damit ohne Staatsangestellte, ohne Sozialleistungen, ohne staatliche Umverteilung u.v.m. - nichts liegt Linken ferner. Der Weg ist das Ziel. Und der ist erfahrungsgemäß gar nicht rechtsstaatlich, das ginge letztlich auch gar nicht. Entweder müssen die fiesen Kapitalisten umerzogen oder enteignet werden, oder beides.

"Bestechend logisch ist das aber schon, mit provozierenden Schildern (auch als Schlagwaffe geeignet) zu einer Versammlung aufgereizter Linker hinzugehen und zu hoffen, dass irgendwer schon austicken wird. Wenn die Story überhaupt so stimmt..."
Schon seltsam, politischen DDR-Häftlingen grundsätzlich Kalkül und nicht ehrliche Absicht zu unterstellen, wofür sie ja schon einmal im Knast landeten.

"Nun zu den Randalierern: Die Polizei würde selbstverständlich auch eine Linksparteidemo am Platz festhalten oder auflösen, wenn die allgemeine Sicherheitslage eine gefahrlose Durchführung nicht erlaubt"
Gelächter. Soweit ich mich erinnere, war bei besagter Pro Köln-Demo auch gar kein Demonstrationszug vorgesehen.

(Beitrag nachträglich am 11., Januar. 2011 von frings editiert)
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Januar 2011 - 16:27 Uhr:   

Wenn kein Demonstrationszug vorgesehen ist, dann ist es doch auch kein Problem, wenn keiner stattfindet. Und das Internet ist nun wahrlich voll von bürgerlichen und linken Beschwerden darüber, dass man Verbrechen von rechts (Propagandadelikte, verfassungsfeindliche Symbole, körperliche Übergriffe) nicht konsequent genug verfolgt oder verhindert habe. Indymedia, Blogs, Foren. Umgedreht findet die jeweils betroffene Szene das Vorgehen ausgerechnet gegen sie natürlich zu hart. Ob das nun Linke sind oder Bürgerliche wie in Stuttgart...

Und ja, natürlich unterstelle ich Frau Lengsfeld, dass sie allein der Provokation wegen auf die Veranstaltung wollte. Sie wird sich ja kaum die Karte besorgt haben, um dann drin still und aufmerksam den Thesen der RAF-Angehörigen und DKP-Anhänger anzuhören. Das ist kein Grund, sich mit denen zu prügeln. Der Ordnungsdienst oder nötigenfalls die Polizei hätte sie schon aus dem Saal entfernen können und ihnen den Platz in gehörigem Abstand zugewiesen, um ihre Schilder zu schwenken.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Januar 2011 - 17:39 Uhr:   

@Ralf Lang:
> Lötzsch hat an der Diskussion nicht teilgenommen ...
Sie wollte schon. Erst als die öffentliche Diskussion hochkochte, hat sie einen Rückzieher gemacht.

> Sie will auch keinen Kommunismus.
Sowohl bei ihr wie bei den meisten Führungsmitgliedern kann man davon ausgehen, daß sie den sehr wohl wollen. Das wird zwar öffentlich (wenig glaubhaft) abgeleugnet, aber es gibt halt immer wieder Ausrutscher (wie jetzt bei Lötzsch), wo die eigentliche Gesinnung durchkommt.

> Ich finde es übrigens nicht gut, wenn sich der schwarze
> Senioren-Block mit dem schwarzen Jugendblock prügelt.
Von einem "schwarzen Senioren-Block" habe ich nichts gesehen.
Sondern da gab es eine linke Schlägerhorde, die eine Gruppe (älterer) Demonstranten niedergemacht hat.
"sich prügeln" suggeriert eine gegenseitige Gewaltbereitschaft, und das war es eben nicht.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 12. Januar 2011 - 10:33 Uhr:   

Interessante Details dazu, wie die umstrittenen Lötzsch-Äußerungen in die Rede kamen:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-etwas-andere-wahrheit/
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Januar 2011 - 14:40 Uhr:   

Wahnsinnig spannend: Ein Referentenentwurf wird nochmal überarbeitet. Wenigstens hat sie nicht Falkner beauftragt. Dann hätte sie noch mehr vom Ursprungstext wegschmeißen können.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Januar 2011 - 16:10 Uhr:   

Das Spannende ist halt, was Lötzsch für so wichtig hält, daß sie es selber noch hineinschreibt. Und was für so unwichtig, daß sie es streicht. Damit werden ihre persönlichen Prioritäten viel klarer als mit der Gesamtrede ohnehin schon.

Die "Linkspartei" hat zwar auch einen demokratischen Flügel - aber im Kern und in den Führungsstrukturen ist und bleibt sie eben eine kommunistische Partei.
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 16. Januar 2011 - 22:58 Uhr:   

Was ist daran spannend? Ergänzt wird das, was fehlte und gestrichen das, was zuviel war. Wäre der Referentenentwurf besser gewesen, hätte man weniger kürzen bzw ergänzen müssen. Bemerkenswert ist an der ganzen Diskussion vor allem die Beharrlichkeit, mit der ein Plädoyer für den demokratischen Sozialismus reduziert wird auf ein Signalwort und dann wild einfach irgendwelche Behauptungen drangehängt werden. Die Linke hat programmatische Eckpunkte und arbeitet an einem Programm. In beiden spielt der demokratische Sozialismus, demokratische Reformpolitik auf Grundlage des Rechtsstaats die Hauptrolle. Eine Revolution hin zum Kommunismus kommt in diesem Papier und dieser Programmdiskussion nicht vor. Das kann man schon mal zur Kenntnis nehmen. Auf der Grundlage der beschlossenen Inhalte findet im ganzen Land Politik statt: In Koalitionen mit allen möglichen Parteien, in Zählgemeinschaften, in Opposition gegen Gremienmehrheiten anderer politischer Ausrichtung und manchmal noch aufgrund ungenügender Wahlerfolge als unzufriedener Zaungast. Auf Grundlage demokratischer Prinzipien - wie denn auch sonst? - und analog zu anderen Parteien werden auf allen Ebenen Personen in Gremien gewählt und die Kandidatenlisten für öffentliche Ämter aufgestellt. Alles unter den Augen der Mitglieder, der Politikwissenschaftler, der Gäste und der Medien, alles transparent.

Für manche Gegner dieser Partei ist das offenbar die größte Scharade der Weltgeschichte: Eine leninistische Kaderpartei wie aus dem Lehrbuch des kalten Kriegers ausgeschnitten betreibt 20 Jahre lang zum Schein demokratische Politik, hat aber eine geheime Agenda, die voranzutreiben sie genau nichts tut, über die sie nicht redet und in die seit 20 Jahren eintretende Mitglieder insgeheim eingeweiht sind - auf irgendeinem Weg. Wozu sie diesen Aufwand überhaupt treiben und warum sie diese demokratische Partei nicht einfach komplett weglassen, warum sie sich zusätzlich zu ihrem geheimen KP-Tun, von dem man nichts erfährt, auch noch mit dem ganzen demokratischen Betrieb belasten, den sie angeblich ja gar nicht meinen und wollen, das wird nicht verraten. Geheimpläne von diesem Umfang sind immer schon und zwangsläufig bestimmten Bescheidwissern zur Kenntnis gekommen. Die machen das Internet voll mit ihren weltfremden Verschwörungstheorien - etwas anderes ist sowas nämlich nicht.

Wenn man bescheid weiß, dass bei der Linken irgendwas nicht rechtsstaatlich zugeht, dann sollte man mit diesem Wissen nicht in Foren herumorakeln sondern sondern zu den zuständigen Behörden eilen. Die wissen sachdienliche Hinweise sicher zu verwenden. Hübsch ausgedacht ist auch die absurde Figur eines politisch aktiven Menschen, der großen Aufwand treibt nicht etwa um sein politisches Ziel zu erreichen, sondern einfach damit Aufwand getrieben wird. Demnächst regiert vielleicht in Sachsen-Anhalt ein linker Ministerpräsident. Es wird sicher spannend, wie er das macht, wenn er neben seinem überlangen rechtsstaatlichen und demokratischen Regierungsalltag noch seine geheime und illegale KP-Tätigkeit erledigt bekommt, mit der er den Kommunismus vorantreibt, den er zwar nicht erreichen will, für den er aber fiese Kapitalisten umerzieht und enteignet. Aber vielleicht gehört der dann mit all den anderen Ministern, Vorständen und Abgeordneten weder zum Kern noch zur Führung seiner Landespartei, sondern zum demokratischen Flügel.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 20. Januar 2011 - 17:09 Uhr:   

Das Staatsfernsehen überrascht ausnahmsweise positiv und leist Aufklärungsarbeit über antidemokratische Tendenzen in der Linkspartei:
http://www.mdr.de/fakt/8116546.html

Die Reaktionen auf die Hetze der RAF-Terroristin Viett lassen tief blicken.

Zu Gysi & Stasi heute um 23:30: "Die Akte Gysi"
http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=F5BFCC4DA20A3666A70769CAC3A525EA
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 21. Januar 2011 - 18:15 Uhr:   

Es lassen einige Parteien "Tief blicken" um mich mal meinem Vorredner Thomas Frings ausnahmsweise!.. anzuschließen.
Aber Entschuldigung..die antidemokratischen Tendenzen gibt es doch mittlerweile in vielen der Bundesblockparteien.

Angefangen vom großen Lauschangriff,
der Vorratsdatenspeicherung(Speicherung aller E-Mail und Telfon Verbindungsdaten aller Budnesbürger),
dem Aushebeln des Bankengeheimnisses(Staat hat Einsich in sämtliche Konten,
die Arbeitnehmerdatei "ELENA",
Brieföffnung der Feldpost aus Afghanistan,
Verschleppung und Inhaftierung vermeintlicher Al Kaida Anhänger,
Enteignung der Hypo-Real Estate Anleger durch den Bund,
elektronische Gesundheitskarte und elekronischer PERSO als Vorstufe zum Gläsernen Bundesbürger....

...soll ich noch weiter schreiben? Lieber nicht sonst platzt die Datenbank.

++++++++++++++++++++++++++++++++
Zumindest diese Gesetze hat die undemokratische Linkspartei NICHT mitgetragen.
Soviel zum Thema DEMOKRATIE und was WIR daraus machen oder wie wir sie uns zurechtbiegen, damit sie gerade noch in den Berliner Rahmen hineinpasst!Die wahren Undemokraten sind längst am Werk und sitzen am Hebel um ihre Felle vor dem wegschwimmen zu bewahren....
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 22. Januar 2011 - 12:19 Uhr:   

"Verschleppung und Inhaftierung vermeintlicher Al Kaida Anhänger"
O Gott, noch so eine hirnrissige Räuberpistole. Von ähnlicher "Qualität" sind mehrere der übrigen Beispiele. Die HRE-Aktionäre wurden beispielsweise gerade durch das (äußerst fragwürdige) Eingreifen des Staates vor einem Totalverlust bewahrt.

"elektronische Gesundheitskarte und elekronischer PERSO als Vorstufe zum Gläsernen Bundesbürger...."
Naja, jede Krankenkassen-Azubine kann schon lange auf die Daten von Millionen Versicherten zugreifen, wie u.a. Versicherungsstatus und ggf. Arbeitgeber in den letzten 15 Jahre, Empfang von Renten, ALG 1 oder 2 , Arbeitsunfähigkeiten der letzten Jahre samt Grund, evtl. Angaben zum Einkommen, Krankenhausaufenthalte samt Grund (wie "alkoholische Leberzirrhose" oder "Vergiftung: psychotrope Substanz mit Missbrauchspotential"), alles, was beantragt wurde (z. B. Stützzstrümpfe, Festbetrag für Zahnersatz, Psychotherapie oder künstliche Befruchtung). Das alles und noch mehr kann jeder Krankenkassenmitarbeiter binnen Sekunden einsehen. Aber da kräht keiner nach und es leider auch kaum zu vermeiden, dass andere viel über einen wissen.

Aus aktuellen Medienmeldungen über tatsächliche, aufgebauschte oder halluzinierte Missstände einen Untergang der Demokratie abzuleiten, um damit die umbenannte SED zu verharmlosen, ist jedenfalls mehr als dämlich.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 25. Januar 2011 - 11:46 Uhr:   

> Zu Gysi & Stasi heute um 23:30: "Die Akte Gysi"
Eine erstklassige Sendung.
Neben den einzelnen geschilderten Fällen fand ich ich den Auftritt von Gysi im Bundestag entlarvend - da brüstet er sich ja ganz offen damit, daß er in der SED-Diktatur ein ganz hohes Tier war und direkten Zugang zum ZK hatte.

Eine gute Gesamtwertung findet sich hier:
http://zettelsraum.blogspot.com/2011/01/gregor-gysi-ein-groer-deutscher.html#links
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 11. Februar 2011 - 17:45 Uhr:   

Tschuldigung das sind doch aber keine entlarvenden Neuigkeiten.
Da schläft ja selbst das Murmeltier gleich wieder ein!

Das die Familie Gysi dem dem SED Staat sehr nahe stand, weiß doch mittlerweile jedes Kind, sofern es sich bilden mag.
Auch die Familie Kasner stand dem Regime sehr nahe, das ist doch auch längst kein Geheimnis mehr.

Nur und das ausschließlich, wenn CDU Größen, dem NS Regime nahestanden oder gar Bestandteil dessen waren...oder aber Wendehälse aus der SED in die CDU nach 1990 eintraten, dann ist das eine peinlich , berührende Angelegenheit über die man den Mantel des Staatsschweigens hüllen muß.

Wir wissen doch aber ganz genau, das NS Größen nach 1945 in der Bundesrepublik groß Karriere gemacht haben und dank den "Persilsscheinen" in Amt und Würden wieder auftraten...

.. und das SED Größen der DDR nach 1990 in Gesamtdeutschland auch wieder oben schwimmen auch wenn nicht wenige das Parteibuch wechselten.Die meisten denkenden Köpfe sitzen noch immer oder wieder an den Hebeln der Macht...ob das gut ist, sei dahingestellt.Manche Wissenschaftler behaupten sogar, daß man ganze Führungseliten nicht einfach ausmustern kann sondern man "ummustern" muß, weil sonst das geeignete Personal schlicht und einfach fehlt.

Dabei den Satz anzuwenden "Gute Leute setzen sich immer durch!"....wäre wohl in diesem Falle etwas sehr perfide um die Ecke gedacht.

***************************************************************
Man findet genauso wie die Akte Gysi...eine Akte Helmut Kohl,auf die allerdings der Zugriff wegen "Persönlichkeitsrechte" verweigert wurde oder eine Akte Stolpe,de Maiziere, Strauss usw die Liste liese sich noch seitenweise fortsetzen.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 10:46 Uhr:   

@SaaleMax:
> Das die Familie Gysi dem dem SED Staat sehr nahe stand,
> weiß doch mittlerweile jedes Kind, ...
"Nahe stand" ist eine Verharmlosung dafür, daß die Gysis die Diktatur in führenden Funktionen mitorganisiert haben.
Und das weiß leider nicht "jedes Kind" - sonst wäre Gysi nicht ständiger Gast in allen möglichen Talkshows.

> Auch die Familie Kasner stand dem Regime sehr nahe, ...
Das ist nicht nur Unsinn, sondern in Kombination mit dem ersten Satz diffamierend.
Die Kasners haben sich wie Millionen anderer Familien mit dem Staat arrangiert. Sie waren Opfer der Diktatur, die Gysis die Täter.

Wenn man das wie Du in einen Topf schmeißt, ist das im Prinzip Volksverhetzung und Verharmlosung der Diktatur.

> Nur und das ausschließlich, wenn CDU Größen, dem NS Regime nahestanden
> oder gar Bestandteil dessen waren...oder aber Wendehälse aus der SED
> in die CDU nach 1990 eintraten, ...
Laberfasel.
Bei 7,5 Millionen NSdAP- und 2,5 Millionen SED-Mitgliedern haben selbstverständlich viele hinterher in demokratischen Parteien Aufnahme gefunden. Das ist auch völlig unproblematisch bei einfachen Mitgliedern oder ganz niedrigen Funktionsträgern - wenn sie sich nichts zuschulden kommen ließen.
Von den hohen Funktionären auf Gysi-Niveau hat nach der NS-Zeit keiner wieder in Regierung oder Parlamenten mitmachen dürfen.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 10:55 Uhr:   

"Von den hohen Funktionären auf Gysi-Niveau hat nach der NS-Zeit keiner wieder in Regierung oder Parlamenten mitmachen dürfen."

Naja, ein Ministerpräsident, der als Ankläger die Todesstrafe fordert und durchsetzt, hat schon eine Qualität, die nicht unterschätzt werden sollte (und wie Sie offensichtlich versuchen, auch zu verharmlosen), zumal man doch plötzlich einige Gedächtnislücken bei der Aufarbeitung des Falles hat. Insofern ist das, was Sie betreiben eine eindeutige Verharmlosung dessen, was auch nach 45 in deutschen Parteien vonstatten ging.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 14:48 Uhr:   

@Björn:
> Naja, ein Ministerpräsident, der als Ankläger die Todesstrafe fordert ...
... und der nur einfaches Parteimitglied war.

Es geht doch nicht darum, welche Karriere die Leute nach 1945 gemacht haben, sondern ob sie vorher hohe Funktionäre à la Gysi oder eben nur Fußvolk waren.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 16:40 Uhr:   

Schon interessant, wie man sich die Sachen gerade so zurechtbiegt, wie man es gerade braucht. Da sind ja Politiker im Allgemeinen recht gut drin (von daher muss man sich auch nicht mehr wundern, dass sie kaum noch ernst genommen werden...das nur mal so am Rande).

Sie haben schon die Tendenz gehabt, die Politikerkarrieren nach 45 damit zu entschuldigen, dass viele in der Partei waren. Sie unterschlagen hierbei, dass mitnichten sämtliche Taten vor '45 eben mancher Politiker Bagetellgeschichten waren (so lassen sie es jedenfalls anklingen, diese haben bisweilen recht aktiv für die NSDAP gearbeitet. Und diese Tendenz Ihres Kommentars habe ich kritisiert. Von daher ist Ihre Antwort darauf entlarvend.

Dass im Übrigen gerade die FDP, die sich ja die freiheitliche Ausrichtung so auf die Fahne schreibt, ja ihre Vergangenheit nur unzureichend aufbereitet hat, wird ja sogar von einigen bekannten FDP-Politikern selbst bemängelt (s. Achenbach und Naumannkreis).
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 17:58 Uhr:   

@Björn:
> Schon interessant, wie man sich die Sachen gerade so zurechtbiegt,
> wie man es gerade braucht.
Schon interessant, wie man der konkreten Sachdiskussion ausweicht und vorurteilsbehaftetes Laberfasel nachschiebt.

Nach meinem Wissen hat es keinen einzigen hohen NS-Funktionär gegeben, der nach 1945 noch in ein Parlament oder eine Regierung einziehen durfte.
Wenn das bestritten wird - bitte sehr, dann bitte konkrete Namen. Filbinger ist jedenfalls kein solches Gegenbeispiel.

Richtig ist nur, daß vom Nazi-Fußvolk einige später in demokratischen Parteien etwas geworden sind. Das kann man natürlich kritisieren - auch wenn es nur Einzelfälle waren.
Aber WENN man die damalige Praxis als unzureichend kritisiert - dann kann die Folgerung ja wohl nicht sein, daß deswegen nun alle moralischen Maßstäbe aufgehoben seien und Gysi und Co. Narrenfreiheit kriegen müssen.
Im Gegenteil: Wer die damaligen Fehler kritisiert, der muß die Praxis der SED/Linken erst recht kritisieren.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 18:10 Uhr:   

@Ralf: weitgehend Zustimmung
Merkel und ihre Eltern würde ich aber nicht so ohne weiteres als unschuldige Opfer bezeichnen wollen. Merkels Eltern gingen freiwillig nach drüben und das gut ein Jahr nach dem Volksaufstand, der auch dem Naivsten den wahren Charakter des SED-Regimes vor Augen führen musste. Merkel selbst war FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, das ist schon sehr viel mehr als normale Anpassung in einer Diktatur. Dennoch war sie natürlich im Gegensatz zu Gysi ein ganz kleines Licht und sicher nicht mit Gysi zu vergleichen.

@Björn/SaaleMAX
Dass Sie gar nichts anderes wollen, als kommunistisch-totalitäre Untaten zu verharmlosen, erkennt man schon daran, dass Sie mit Nazi-Untaten aufrechnen wollen. Das ist vollkommen unsachlich. Wenn es um Auschwitz geht, muss man ja auch nicht ständig darauf verweisen, dass nicht nur die Nazis schwerste Verbrechen begangen haben – es sei denn, man will verharmlosen. Außerdem hat die SED selbst im großen Stil ehemalige Nazis aufgenommen, auch als Funktionäre eingesetzt und Leute mit Blut an den Händen unbehelligt gelassen. Nachzulesen beispielsweise hier:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13684238.html
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2366785
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13489060.html
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 14. Februar 2011 - 20:50 Uhr:   

Ja Herr Frings das sind doch aber keine Neuigkeiten.

Das nach Umstürzen und Umwälzungen immer auch alte "Kader" rekrutiert werden und wieder hoffähig gemacht werden ist Gang und Gebe überall.

Mich stört bei der Diskussion immer nur das alte SED-Mitglieder und Funktionäre nach 1990 praktisch nichts Neues mehr hätten anfangen dürfen, nach der schreibweise Einiger oder aber sie hätten sich aalglattgebogen ..wie Schabowskie und CO, der nach 1990 tief geduckt und auf Knien, die Türe zum Westen aufgemacht hat und alles bereut hat, was er in seinem bisherigen Leben getan hat.

Genau das gleiche werfe ich auch keinen Nazi vor, wenn er sich nach 1945 ins System integriert hat...ich werfe nur die Unterschiede vor....
Nazis dürfen sich integrieren...sogar wohlwollend.Wenn aber ein Herr Gysi in der BRD nach 1990 zu Ansehen und Schlagzeilen kommt dann ist das immer unredlich und zu tiefst menschenunwürdig.

Ein bissl mehr Differenzierung auch in Betracht auf die Lebensläufe der Menschen wäre anzuraten.
Es gibt auch viele CDU Parteikader...die vor 1989 noch ein anderes Lied pfiffen und heute deswegen auf ihrem jetzigen Posten ihren Job gut machen.
Nur denen macht man keinen Vorwurf aber halt nur weil sie wohlweislich ihr Parteibuch mal eben getauscht haben.

Wenns nach Ihnen ginge, Herr Frings ,würden sie Gysi noch zum ehemaligen Staatsratsvorsitzenden hochstilisieren....aber mal Butter bei die Fische: So viel Ehre hat der Mann ja nun auch wieder nicht verdient.Er war ein ganz normales Rad im Getriebe der DDR, aber eines mit RÜCKRAT !

Merkel, De Maizaire,Althaus und Co hingegen hissen ihre Fahne immer in die gerade aktuelle Windrichtung.

Erst heute meinte Merkel in Bezug auf die Flüchtlinge,die auf Lampedusa aus Tunesien ankamen und nach Europa wollen, das dies schlicht und einfach nicht geht.Es kann nicht jeder aus Tunesien und Nordafrika einfach flüchten und in der EU um Aufenthalt betteln.

Genau das hätte sie 1989 mal den DDR Ausreisewilligen ins Gesicht sagen sollen, die nach dem Westen ausreisen wollten und in der Prager Botschaft ausharrten und mit offenen Armen in der BRD aufgenommen wurden.
Schon sehr zweizüngig das Ganze!

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