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FW (Freie Wähler) treten zur Bundesta...

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Archiv bis 10. November 2011Ralf Lang20 1 10.11.11, 13:56h 
Archiv bis 09. Januar 2012OBE20 1 09.01.12, 18:02h 
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 09. Januar 2012 - 19:52 Uhr:   

OBE:

"...Denn bei den FW ist ein bundesweite Basis und Struktur vorhanden!"

Veto!

Es sind bundesweit ÖRTLICHE Strukturen vorhanden, oft aber nicht einmal ein Landesverband, dem alle FW in den Gemeinden angehören.
Zudem in sind FW in einigen Ländern auch auf Gemeindeebene eher eine Ausnahme.

Viele Mitglieder der FW sind Mitglieder/Wähler anderer Parteien, deren Landes- bzw. Bundespolitik sie unterstützen. Sie wünschen sehr oft keine FW auf Landes bzw. Bundesebene, und stehen dort nicht voll hinter der Idee der FW.

Die Piraten haben zwar nicht so viele Ortsverbände, aber es ist klar, das 90 Prozent der Mitglieder oder mehr die Partei auch auf Landes- bzw. Bundesebene voll unterstützen.


Du machst einen Denkfehler, wenn Du glaubst, alle FW- Gruppen in den Gemeinden wünschen und unterstützen eine Landesgruppe bzw. eine Bundespartei der FW.

Das wollen dort oft nur eine Minderheit der Gemeindegruppen.

--------------------------------------------------------------

Es stimmt aber, dass die FW als bewährte, basisnahe und durch und durch demokratische Alternative zu den etablierten Parteien einen Charme entwickeln können, der nachhaltiger als der, der Piraten sein kann.

Denn anders als die Piraten ist die Arbeit der FW auf Gemeindeebene klar pragmatisch, und weniger "verträumt" oder "realitätsfern". Wenn es einer Landesgruppe wie in Bayern gelingt, das auch auf die Landesebene zu vermitteln, dann ist das Wählerpotential höher als das von Piraten, Linken, oder der absterbenden FDP in besseren Zeiten.
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Thomas Renz
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 08. Februar 2012 - 18:43 Uhr:   

Die Freien Wähler haben sich jetzt ein "Forum Bundespolitik" gegeben:

http://fwbundespolitik.wordpress.com/

Interessanterweise gehen sie dort gegen die oben erwähnte Studie der KAS vor:

http://fwbundespolitik.wordpress.com/2012/02/03/observationen-der-konrad-adenauer-stiftung/
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 10. Februar 2012 - 19:53 Uhr:   

Betreiber des Blogs ist allerdings der Landesverband Berlin (also nicht die Partei). Die Bundesvereinigung (also die Partei) hat jetzt eine eigene Website.

In Schleswig-Holstein hat der Landesparteitag beschlossen, nicht an der Landtagswahl teilzunehmen, nachdem der Versuch zunächst schon an der ersten Zulassungshürde gescheitert ist. In Schleswig-Holstein müssen nämlich mindestens 50 Mitglieder bei der Aufstellung einer Landesliste anwesend sein, also im Fall der Freien Wähler fast alle.

Übermorgen wird trotzdem über einen neuen Versuch zur Wahlteilnahme beraten. Das klingt sehr nach Druck von oben (wie es halt in einer normalen Partei funktioniert). Deren Rechtsabteilung hat offenbar auch festgestellt, dass es sich um eine vorgezogene Neuwahl handelt, daher satzungsgemäß in 3 Tagen statt 1 Monat geladen werden kann und somit auch noch etwas Zeit zum Sammeln der 1000 Unterschriften bliebe.

Allerdings dürfte ziemlich fraglich sein, ob die, die mehrheitlich für eine Nichtteilnahme votiert haben, alle wieder zu einer Aufstellungsversammlung kommen. Aber vielleicht versuchen sie noch, ein paar Neumitglieder zu gewinnen. Positiv ist jedenfalls die für die Freien Wähler ungewöhnlich offene Informationspolitik in Schleswig-Holstein anzumerken.

Im Saarland scheinen sie dagegen garkein Problem mit der Wahlteilnahme zu haben.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Februar 2012 - 18:08 Uhr:   

In Schleswig-Holstein versuchen die Freien Wähler nochmal eine Teilnahme an der Landtagswahl. Eingeladen sind explizit auch Nichtmitglieder, wohl mit dem Hintergedanken, sie bei Bedarf in Mitglieder zu konvertieren. Kaffee und Kuchen sind frei, Aiwanger kommt, und die Fahrtkosten werden auf Antrag erstattet.

Bei der Mitgliedergewinnung gibts in Schleswig-Holstein übrigens noch ein Problem: Wer Mitglied wird, scheidet nach Auffassung des Innenministeriums als potenzieller Nachrücker in die Gemeindevertretung aus (wohl auch dann, wenn die betreffende Wählergruppe Mitglied im Landesverband der Freien Wähler ist).

Im Wahlgesetz ist das durchaus unklar. Zwar scheidet nach § 10 Abs. 6 GKWG aus der Liste aus, wer "einer anderen politischen Partei oder Wählergruppe beigetreten" ist, aber da geht es um die ursprüngliche Sitzverteilung. Dass das nach der Ergebnisfeststellung auch noch gelten soll, würd ich nach dem Kontext eher verneinen (abgesehn davon, dass das "andere" auslegungsfähig ist). In der Wahlordnung wird aber von Nachrückern eine Erklärung gefordert, ob sie einer anderen Partei oder Wählergruppe beigetreten sind.

Analoge Nachrückerprobleme gibts vermutlich auch anderswo, aber insbesondere nicht in Bayern (auch beim Landtag nicht).
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. Februar 2012 - 22:33 Uhr:   

Irgendwann wird es sicher ein Urteil des BVerfG hierzu (soweit mir bekannt, gab es bisher keins) und zur Frage des De-facto-Auschlusses von Mitgliedern mehrerer Parteien geben. Ich halte so etwas für eine nicht zu rechtfertigende Einschränkung der Wählbarkeit und, was das Nachrücken angeht, auch der Unmittelbarkeit der Wahl.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 16. Februar 2012 - 00:27 Uhr:   

Ich halt das auch für verfassungswidrig. Die Regelung in Schleswig-Holstein weicht aber deutlich von der beim Bundestag (und sonst üblichen) ab. Doppelmitgliedschaften sind da kein Ausschlussgrund, solang sie schon bei der Aufstellung bestanden haben. Klar ist nur, dass ein Parteiwechsel o.Ä. zwischen der Aufstellung und der Wahl zum Verlust der Wählbarkeit führt (soweit ist auch die Unmittelbarkeit der Wahl nur mäßig berührt). Und danach ist schon fraglich, ob überhaupt das Gesetz richtig interpretiert wird.

Der konkret Betroffene (Beisitzer im Vorstand der Landesvereinigung) hat zwar seine Nichtberufung angefochten, wollte aber gegen die Entscheidung des Wahlprüfungsausschuss nicht weiter juristisch vorgehn.

Bei Doppelmitgliedschaften wird es wahrscheinlich einen Mangel an konkreten Fällen geben, weil alle relevanten Parteien (auch Freie Wähler und Piraten) die Mitgliedschaft in konkurrierenden Parteien und auch Wählergruppen ausschließen. Die CDU lässt zwar eine Mitgliedschaft in der CSU zu, aber nicht umgekehrt. Die Grünen haben eine explizite Ausnahme für das Neue Forum und schließen keine Wählergruppen aus; Letzteres gilt auch für die CSU. Die Freien Wähler meinen mit "politischer Vereinigung" offenbar keine kommunalen Wählergruppen, weil sonst auch die Wählergruppen der Freien Wähler betroffen wären (eine explizite Ausnahme existiert nur für die Landesebene).

Kommunal könnten ÖDP und Familienpartei relevant sein, die befreundet sind und beide Doppelmitgliedschaften als Ausnahme (Genehmigung durch Bundesvorstand bzw. Bundesparteitag) zulassen. Bei der NPD kann auch der Parteivorstand Ausnahmen zulassen (aber nicht für "Funktionsträger"). Bleiben also praktisch ein paar Nachrückerfälle, wo der Eingriff in die Freiheit der Wahl geringer (aber immernoch unakzeptabel) ist.

Krass ist Schleswig-Holstein insofern, als Mitgliedschaften in einer Wählergruppe bei Kommunalwahlen einer Parteimitgliedschaft gleichgestellt sind. Das heißt also z.B. konkret, dass ein Parteimitglied der Freien Wähler, das als Bewerber für den Kreistag innerhalb vom Kreis umzieht und dabei in der neuen Gemeinde Mitglied einer dortigen Wählergruppe, die Mitglied im Landesverband der Freien Wähler ist, wird, faktisch seine Wahlberechtigung verliert (auch wenn er für seine eigene Partei kandidiert hat). In den meisten (?) anderen Ländern gibts auf Kommunalebene überhaupt noch keine Einschränkungen bei Parteiwechseln, sondern nur auf Landesebene (da können in Schleswig-Holstein eh nur Parteien kandidieren; die Regeln sind bis auf die Unerheblichkeit von Wählergruppen mit der Kommunalebene identisch).
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Thomas Renz
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 14. Februar 2012 - 23:51 Uhr:   

Die "Rechtsabteilung" der FW ist auf Bundesebene und in Bayern auf Landesebene ganz schön unter Beschuss genommen worden:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/120208-kontrovers-aiwanger104.html
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Thomas Renz
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 12. März 2012 - 20:31 Uhr:   

Die "Rechtsabteilung" der FW nennt die FW-Basis "kriminelle Vereinigungen"

http://fwbundespolitik.wordpress.com/2012/03/12/bundesjustiziar-nennt-fw-basis-kriminelle-vereinigung/
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Gregor
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juli 2012 - 21:51 Uhr:   

Die FW scheinen mit der Springerpresse einen Verbündeten gefunden zu haben. In den Umfragen von INSA für die Bild tauchen die FW auf, wenn auch mit mageren 2%. Eine Umfrage vor einigen Wochen zeigte aber ein Potential von 25%, "mehr als die Piraten". Mit der Bild als Unterstützer könnten die FW doch noch wichtig werden, oder?

P.S.: Seehofer und Zeil helfen auch mit, in dem sie die Bayernwahl vor der BTW machen wollen. Ein zu erwartender Erfolg dort und ein ebenso zu erwartendes 2%-Ergebnis für die FDP könnte einen weiteren medialen Schub geben.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Juli 2012 - 23:22 Uhr:   

Nach dem extrem schlechten Abschneiden bei den letzten Landtagswahlen müsste sich noch viel ändern, damit die Freien Wähler eine Chance haben. Die Bild könnte das natürlich entsprechend pushen, wenn sie wirklich will; für 5% hat sie sicher genug Macht.

Ein Potenzial von 25% ist recht bescheiden, insbesondere wenn man das mit real erzielten kommunalen Stimmen vergleicht. Kommt aber ziemlich drauf an, wie genau danach gefragt worden ist. Bei hinreichend vager Formulierung wär ich im Potenzial von so ziemlich jeder Partei, aber wählen tu ich trotzdem nur 1 davon, wobei die Wahrscheinlichkeiten sehr unterschiedlich sind.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 18. Juli 2012 - 19:51 Uhr:   

"Nach dem extrem schlechten Abschneiden bei den letzten Landtagswahlen müsste sich noch viel ändern, damit die Freien Wähler eine Chance haben. Die Bild könnte das natürlich entsprechend pushen, wenn sie wirklich will; für 5% hat sie sicher genug Macht."

Zustimmung zur ersten Aussage, 2% wären auch nicht viel mehr als die 1,7% bei der Europawahl. Dass Bild allein die FW in den Bundestag bringen könnte, bezweifel ich aber (und auch, dass Springer das überhaupt will). Bisher hat Springer ein einziges Mal tatsächlich versucht, eine Splitterpartei über 5% zu bringen, und zwar 1975 den Bund Freies Deutschland in West-Berlin. 3,4% waren zwar für damalige Verhältnisse sehr beachtlich, aber eben deutlich weniger als 5%. Und der Einfluss der Bild-Zeitung war damals in einer viel übersichtlicheren Medienlandschaft wesentlich größer als heute.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 18. Juli 2012 - 22:55 Uhr:   

Dafür waren aber die Wähler damals weniger volatil. Und die Freien Wähler fangen ja nicht bei null an; 1,7% plus 3,4% würden schon reichen.

Beim BFD muss man bedenken, dass Berlin 1975 noch ein Einstimmensystem gehabt hat (letztmals) und er nicht in allen Wahlkreisen angetreten ist. Ich weiß nicht, wie viele Wahlkreise es waren, aber jedenfalls kein einziger in Tempelhof (die Landeswahlleiterin hat es inzwischen tatsächlich geschafft, die Wahldatenbank, die im Zug des Redesigns zunächst vernichtet worden war, wieder online zu stellen). Um das partielle Nichtantreten bereinigt waren es eventuell mehr als 5%.

Außerdem hat es in 2 Wahlkreisen in Zehlendorf eine Wiederholungswahl gegeben, und bis dahin hat es den BFD schon wieder zerlegt. Diese Nachwahlen sprechen allerdings dafür, dass die Berliner Wähler damals schon eine gewisse Volatilität gehabt haben. Die WUB, deren Nichtzulassung (bzw. die der ihr zuzurechnenden Einzelbewerber) Ursache der Wiederholungswahl war, hat in den beiden Wahlkreisen 14,1% erreicht.

Das Wahlprüfungsgericht hat damals übrigens die Verfassung für verfassungswiedrig betrachtet, weil sie nur Parteien die Wahlteilnahme erlaubt hat. Das Bundesverfassungsgericht hat das kurz drauf (aus anderem Anlass und ungefragt; Gegenstand war die Wahlkampfkostenerstattung) im Prinzip bestätigt.

Bericht zu den Zehlendorfer Nachwahlen 1976 (Seite 4)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. Juli 2012 - 18:35 Uhr:   

"Um das partielle Nichtantreten bereinigt waren es eventuell mehr als 5%."
Ziemlich sicher nicht. Bei den gleichzeitigen Bezirkswahlen (reine Listenwahl) trat der BFD flächendeckend an und bekam 3,7%. Die Ergebnisse der Wahlen zu Abgeordnetenhaus und Bezirksverordnetenversammlungen waren fast dieselben, außer in Tempelhof gab es nur in Zehlendorf wegen einer Wählergruppe nennenswerte Abweichungen.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 22. Juli 2012 - 20:28 Uhr:   

Laut einer Emnid-Umfrage haben die Piraten sowie die FW beide ein Potential von 17 %.
Das finde ich nicht besonders hoch. Die Welt titelt aber "Umfrage: Freie Wähler und Piratenpartei im nächsten Bundestag"
http://www.welt.de/newsticker/news3/article108351893/Umfrage-Freie-Waehler-und-Piratenpartei-im-naechsten-Bundestag.html
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Wähler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 22. Juli 2012 - 20:37 Uhr:   

@zigzag:

Da hat jemand bei der Welt wohl das Potential mit der Wahlabsicht verwechselt ... oder Springer will die Freien Wähler doch hypen. Wer weiß es schon genau?
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OBE
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 22. Juli 2012 - 23:07 Uhr:   

Abhängig werden die Freien Wähler auch vom Euro Thema sein. 3-4 Prozent dürften allerdings locker drinn sein.

2009 waren 1,7 % bei der Europawahl allein durch das Wahlkampfbüro der FW Bayern geholt worden. In den anderen Bundesländern gab es gar nichts.

Mittlerweile habt die Bundesvereinigung über 5000 Mitglieder, 14 Landesvereinigungen, einen funktionierenden Bundesvorstand und alle Mitglieder sind konkrekt für die BTW Teilnahme. Und die Medien nehmen die FW mittlerweile bundesweit wahr.

Mehr als 1,7% Prozent sind also mehr als realtistisch.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 23. Juli 2012 - 01:15 Uhr:   

Mal zum Vergleich die letzte verfügbare Wählerpotenzialerhebung der FGW (von Mitte Dezember 2010), leider bloß für die Bundestagsparteien. Die Frage war: "Können Sie sich vorstellen, die ... zu wählen?" Direkt nach der Sonntagsfrage gestellt.
 
Gesamt Union SPD Grüne FDP Linke

Sonntag 35.1 31.0 19.0 3.3 6.7

Wahl 30.2 26.7 16.3 2.8 5.7
Vorst. 19.2 27.1 33.7 17.1 11.2
Potenz. 49.4 53.8 50.0 20.0 16.9

Union 100.0 26.3 21.9 30.8 4.8
SPD 21.9 100.0 62.2 7.1 17.4
Grüne 11.4 56.5 100.0 8.4 19.6
FDP 68.9 18.6 23.6 100.0 11.5
Linke 14.3 29.0 42.9 10.9 100.0
Piraten 37.2 15.6 18.3 42.3 1.4
NPD 12.4 7.8 7.8 1.4 4.9
Andere 31.1 17.6 32.2 29.7 18.6
Unent. 52.0 50.2 44.8 20.4 8.1

West Union SPD Grüne FDP Linke

Sonntag 34.7 32.3 20.3 3.7 4.2

Wahl 29.6 27.6 17.3 3.2 3.6
Vorst. 20.9 27.3 35.6 17.9 9.6
Potenz. 50.5 54.9 52.9 21.0 13.1

Union 100.0 26.8 24.6 32.8 2.8
SPD 22.0 100.0 65.7 7.6 15.2
Grüne 11.5 56.0 100.0 9.2 18.7
FDP 71.6 18.3 23.2 100.0 9.1
Linke 19.2 25.7 44.8 15.3 100.0
Piraten 39.5 15.9 13.1 47.4 0.0
NPD 14.2 12.6 12.6 0.0 0.0
Andere 34.3 17.8 33.4 23.8 15.9
Unent. 56.2 50.6 46.1 20.0 4.9

Ost Union SPD Grüne FDP Linke

Sonntag 37.0 25.5 13.5 1.7 16.7

Wahl 32.7 22.6 12.2 1.5 15.1
Vorst. 12.2 26.3 25.0 13.8 18.5
Potenz. 44.9 48.9 37.2 15.3 33.6

Union 100.0 24.5 11.8 22.9 12.5
SPD 21.6 100.0 43.6 4.4 29.2
Grüne 10.8 59.5 100.0 3.0 25.4
FDP 43.8 21.3 28.0 100.0 33.7
Linke 9.2 32.4 41.0 6.9 100.0
Piraten 18.1 13.3 61.4 0.0 13.3
NPD 9.6 0.0 0.0 3.6 12.6
Andere 17.8 16.5 27.2 55.0 29.7
Unent. 28.4 48.0 36.1 22.4 28.8

"Sonntag" ist das normale Ergebnis der Sonntagsfrage. 2010 stimmt das leider generell nichtmehr ganz mit den veröffentlichten Werten überein; da ist wohl eine abweichende Gewichtung verwendet oder Vielleichtwähler anders behandelt worden. Die Daten bei der Gesis sind auch nicht ganz konsistent und teilweise definitiv falsch (insbesondere sind die Unentschlossenen als "Tierschutzpartei" gekennzeichnet und vielleicht real die Summe aus beiden wegen Fehlkodierung). Ob die Piraten wirklich die Piraten sind, ist deshalb nicht ganz sicher, aber wahrscheinlich. Bei der Umfrage waren sie bei 0,8%, die NPD bei 1,3%; die entsprechenden Fallzahlen sind also sehr niedrig.

"Wahl" ist im Prinzip die Sonntagsfrage, aber bezogen auch auf die Unentschlossenen und unter Ausschluss derer, die bei der Potenzialfrage keine Angabe gemacht haben. Letztere machen bei den Unentschlossenen über 10% aus (besonders indifferent sind sie gegenüber der SPD, weniger bei FDP und Linker); sonst sind sie vernachlässigbar.

Gleiche Bezugsgröße beim sonstigen Potenzial ("Vorst.") und der Summe. Darunter Aufschlüsselung nach Wählergruppen (jeweils unter Ausschluss der Antwortverweigerer). Nichtwähler sind nicht gefragt worden.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 - 20:05 Uhr:   

@OBE
Bei zwei der drei Landtagswahlen dieses Jahres landeten die FW sogar unterhalb des Europawahlergebnisses, in Schleswig-Holstein zwar leicht darüber, aber mit Verlust gegenüber der vorherigen Landtagswahl:

Saarland: 0,87% (Europawahl 1,04%, LTW 2009 0,85%)
Schleswig-Holstein: 0,59% (Europawahl 0,52%, LTW 2009 1,02%)
NRW 0,23% (Europawahl 0,35%)

Fortschritt sieht anders aus.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 - 21:10 Uhr:   

Also ich hab die Freien Wähler im Wahlkampf NRW bei uns überhaupt nicht wahrgenommen. Und das auch vor Ort, obwohl bei uns in Essen eine Wählergemeinschaft im Rat sitzt, die inzwischen zu den FW gehört.
In Bayern waren die FW vielleicht eine gute Alternative für die CSU-Frustrierten, die zum ersten Mal seit Issos Keilerei mal was anderes ausprobieren wollten, aber ansonsten haben wohl die meisten keine wirkliche Vorstellung, was die FW wollen.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 - 21:53 Uhr:   

Die Freien Wähler, um die es hier geht (Partei), sind aber nicht die Freien Wähler, bei denen Wählergemeinschaften Mitglied sind. Das sind zwei verschiedene Sachen, auch wenn sie den gleichen Vorsitzenden haben.

Mit 100 Mitgliedern, von denen die meisten wohl Funktionäre sind, lässt sich halt in NRW kein flächendeckender Wahlkampf machen. Und es spricht derzeit nichts dafür, dass das bei der Bundestagswahl anders sein wird, als es bei der Landtagswahl war.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 - 21:59 Uhr:   

@RL
Das sind aber eher Spitzfindigkeiten rund um die Rechtsform - auf kommunaler Ebene wollen einige wohl nicht den Parteienstatus ...
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 - 22:18 Uhr:   

Deine Beobachtung spricht ja dafür, dass es auch praktisch relevant ist. Und das scheint ja die Regel zu sein.

Die bisherigen Freien Wähler haben garkeine Partei werden können, weil sie nicht nur natürliche Personen als Mitglieder haben, sondern teilweise reine Dachverbände sind. Aus dem gleichen Grund dürfen sie inzwischen zumindest in Bayern und Hessen nichtmal mehr an Kommunalwahlen teilnehmen (weshalb dort auch die ehemaligen Wählergruppen der Freien Wähler (Vorgänger der Landesvereinigungen) ziemlich stark waren, nicht nur wegen der Landtagswahl).
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 24. Juli 2012 - 23:14 Uhr:   

"Also ich hab die Freien Wähler im Wahlkampf NRW bei uns überhaupt nicht wahrgenommen."
Bei mir in der Gemeinde waren tatsächlich einige FW-Plakate aufgestellt. Hier gibt es schon mindestens seit den 70er Jahren eine Wählergruppe, seit einigen Jahren eine zweite, die sich auch FW nennt. Der (gemeinsame) Stimmenanteil war seit 1979 immer zweistellig, 2009 waren es fast 18%. Trotz dieser für NRW sehr starken Verankerung und einer Kandidatin aus der Gemeinde auf der Landesliste (ehemals die große Wortführerin ihrer Fraktion im Rat, bis sie sich mit ihren bis dahin kaum auffallenden Fraktionskollegen verkrachte und rausgeschmissen wurde) brachten es die FW bei der LTW nur auf 0,9%. Es fällt auf, dass das FW-Ergebnis nicht nur im ganzen Land mies war, sondern auch in jedem einzelnen Wahlkreis: ausnahmslos unter 1% Zweitstimmen und bestenfalls etwas über 1% Erststimmen.
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El Tres
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Juli 2012 - 13:03 Uhr:   

Interessanterweise tauchen die Freien Wähler bei YouGov nicht mehr auf, dafür (ebenfalls mit 2%) bei GMS.
Ich sehe erstmal auch keine große Chance für die Aiwanger-Partei. Da müsste man schon einen großen Erfolg bei der Bayernwahl haben, aber dass das passiert, bezweifle ich stark.
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Werner Fischer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. Juli 2012 - 13:26 Uhr:   

Wenn die FW nur ESM u.ä. thematisieren, sehe ich für sie keine Chance, in die Nähe von 5% zu kommen. Ich bin gespannt, in welche Richtung die Entwicklung geht.

Kennt jemand Informationen oder zumindest "Gerüchte" dazu?
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Juli 2012 - 16:37 Uhr:   

Ich denke, sie werden sich bundesweit einfach nicht gut organisieren können.
Denn in vielen Bundesländern, wie z.B. NRW sind sie eben auch auf kommunaler Ebene keine feste Größe.
Dazu kommt Streit der "Landesverbände" und die Tatsache, das viele FW-Wähler in der Bundespolitik schon eine andere Präferenzpartei haben.
Da schrumpft das Wählerpotential stark zusammen.
Wenn es die FDP 2013 aber nicht schafft, könnte eine kleine "bürgerliche" Kraft aus den FW werden, vorher eher nicht, und erst mit der Zeit.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 07. Oktober 2012 - 20:36 Uhr:   

"die Tatsache, das viele FW-Wähler in der Bundespolitik schon eine andere Präferenzpartei haben."

Ich glaube, dass das das Hauptproblem für die FW ist. Es gibt halt gerade im bürgerlichen Spektrum eine nicht geringe Zahl an Wählern, die zwar auf Bundes- und Landesebene durchaus Parteien die größte Lösungskompetenz zuerkennen, aber auf lokaler Ebene dies dezidiert anders sehen.

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