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Archiv bis 25. März 2011

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Landtagswahlen in Deutschland » Landtagswahl in Baden-Württemberg » Archiv bis 25. März 2011 « Zurück Weiter »

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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 23. März 2011 - 10:03 Uhr:   

Das mit dem Personenbonus halt ich so für äußerst fraglich. Bei einem Einstimmenwahlrecht ist er insbesondere nicht unbedingt an den Wahlkreis gebunden. Nürtingen ist der Heimatwahlkreis von Nils Schmid, während Kretschmann dort eingeflogen ist. Im Saldo seh ich da keinen wesentlichen Vorteil für die Grünen.
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Marc K.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 23. März 2011 - 13:18 Uhr:   

nowhereman,

"... was aber - das wissen Sie selbst - keine Rolle für den Wähler spielt. Eine Landtagswahl gilt generell als Chance der Regierung eins auszuwischen."

Es gibt nicht "den Wähler", sondern Millionen von Wählern. Jeder davon hat seinen eigenen Kopf. Richtig ist, dass Wechselwähler häufig Landtagswahlen verwenden um den im Bund regierenden Parteien einen Denkzettel zu verpassen. Damit haben auch vergangene Bundesregierungen umgehen müssen. Von Schmidt, Kohl, Schröder und nun seit 2010 die Merkel-Regierung.
Dennoch wäre eine Niederlage in Baden-Württemberg für die CDU natürlich besonders bitter - durchaus vergleichbar mit dem Verlust von NRW für die SPD 2005. Anders als 2005 die SPD in NRW könnte die CDU eine Niederlage 2011 in BW jedoch auf die unvorsehbaren dramatischen Ereignisse in Japan zurückführen. Eine Niederlage in BW würde zudem den in der Koalition bestehenden Widerstand gegen den Kurswechsel in der Atompolitik schwächen, so dass Merkel/Westerwelle ihn leichter durchsetzen können.


"Was BW betrifft, ich halte alles für möglich ... auch dieses: Linke kommen rein, FDP bleibt draußen.
Sie und Ihre Pendants würden dann sicher auf GRÜN-ROT-ROT tippen!


Ich glaube in der Tat nicht an ein solches Ergebnis.
Sollte es doch dazu kommen, dann hielte ich es allerdings für äußerst unwahrscheinlich, dass Grün-Rot (oder Rot-Grün) über weniger Mandate verfügen können als die anderen im Landtag vertretenen Parteien - bei dem Ergebnis also CDU und Linkspartei. Die Linkspartei dürfte maximal knapp über 5% bekommen, m.E. nach sogar weniger, aber ich gehe jetzt mal von Überschreiten der 5%-Hürde aus.
Bei dieser Konstellation wäre daher m.E. nach Grün-Rot möglich.

Wahrscheinlicher als ein solches Ergebnis ist aber ein Fünf-Parteien-Parlament: CDU, FDP, Grüne, SPD, Linke.
Und in dem Fall halte ich eine Grün-Rote Minderheitsregierung toleriert von der Linkspartei nach NRW-Vorbild für die wahrscheinlichste Variante.

Für noch wahrscheinlicher halte ich allerdings ein Vier-Parteien Parlament:
CDU, FDP, Grüne, SPD. In einem solchen dürfte es entweder eine Mehrheit für Schwarz-Gelb oder für Grün-Rot geben (Patt jedenfalls sehr unwahrscheinlich). Bei der aufgrund der aktuellen Ereignisse gegeben Ausgangslage sind die Chancen für Grün-Rot äußerst günstig. Bessere Ausgangsbedingungen dürfte es kaum mehr geben....



Und selbst eine absolute Mehrheit der CDU scheint mir nicht total unmöglich, FDP/Linke draußen, CDU stark (weil die Katholiken im Süden wählen gehen), dann noch eine kleine Verzerrung (die bis zu 4 Sitze bringen kann) bedingt durch das Wahlsystem und schon heißt der MP wieder Mappus - die CDU würde sich ins Fäustchen lachen, käme es so.
Es ist ja nicht so, dass man im Ländle nicht auch gerne alleine regiert (siehe SPÄTH-CDU der 80-er Jahren).


Unmöglich ist gar nichts. Das die CDU aber mehr Stimmen erhält als SPD und Grünen zusammen halte ich für ziemlich unrealistisch. Selbst die Verzerrungen aufgrund des Wahlsystems - die man auch nicht überschätzen sollte - dürften das nicht hergeben, da davon auszugehen ist, dass Grüne und SPD signifikant mehr Stimmen erhalten als die CDU.

Am wahrscheinlichsten scheint mir derzeit Grün-Rot zu sein.
Lediglich falls die Linke reinkommt wird es eine schwierige Regierungsbildung geben. Der Druck innerhalb der SPD dürfte in dem Fall aber sehr groß sein, eine Grün-Rote Minderheitsregierung toleriert durch die Linkspartei einzugehen - nach Vorbild NRW. Ein solches Ergebnis hielte ich jedenfalls für erheblich wahrscheinlicher als Schwarz-Rot, obwohl Schwarz-Rot bei vielen landespolitischen Themen eher auf einen gemeinsamen Nenner kommen dürfte - z.B. bein Stuttgart 21 und im Bereich der Industriepolitik - als Grün-Rot bzw. Grün-Rot-Linkspartei.

(Beitrag nachträglich am 23., März. 2011 von Marc editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 23. März 2011 - 18:46 Uhr:   

"Bei welchem Ergebnis würde schwarz-gelb trotz Stimmenminderheit die Mehrheit der Mandate gewinnen?"
Das kann man so nicht sagen, weil hier nicht nur die landesweite Stimmenverteilung, sondern auch die Ergebnisse in den Wahlkreisen und Regierungsbezirken wichtig sind.


"Nehmen wir mal ein Ergebnis an, das wie folgt aussieht:
CDU 39
Grüne 29
SPD 19
FDP 5
Alles andere unter 5."
Theoretisch wäre es zwar auch bei so einem Landesergebnis noch eine schwarz-gelbe Mandatsmehrheit möglich. Auch eine rot-grüne Mehrheit bei 5 Prozentpunkten Vorsprung für Schwarz-Gelb ist theoretisch möglich. Praktisch ist aber beides ausgeschlossen. Damit so grobe Verzerrungen denkbar wären, müßte das Wahlverhalten in den einzelnen Regierungsbezirken sehr stark unterschiedlich sein.
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Moritz Dürr
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. März 2011 - 01:56 Uhr:   

@Thomas Frings Das unterschiedliche Wahlverhalten könnte tatsächlich der Fall sein, falls Nordwürttemberg, d.h. der Regierungsbezirk Stuttgart auf Grund von AKW-Nähe und Stutgart 21-Einflüssen immense Verschiebungen auslösen würde, Südwürttemberg, d.h. Reg-Bez. Tübingen müsste dann aber immer noch stark CDU-geprägt bleiben.

M.E. wird es erhebliche Verschiebungen in Stuttgart und eventuell im Grossraum Stuttgart zugunsten von Grün ( ich sage bewusst nicht Rot-Grün, da ich an das Lagerdenken in Ba-Wü nicht glaube ) geben. Ebenso wird es in Freiburg, Tübingen und eventuell entlang des unteren Neckars, d.h. Stuttgart-Heidelberg etliche Veränderungen geben, ebenso natürlich in Baden in der Nähe Karlsruhe und Südbaden.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. März 2011 - 05:04 Uhr:   

Wenn die Grünen vorallem in Stuttgart und AKW-Nähe gewinnen, heißt das zunächst, dass der Unterschied zwischen den Regierungsbezirken kleiner wird, nachdem das bisher die deutlich schwächeren Gebiete waren.

Aber das abweichende Wahlverhalten muss auch in die richtige Richtung gehn. Die CDU müsste da am stärksten überhängen, wo Grüne, SPD (und eventuell Linke) am schwächsten sind. Praktisch ist eher das Gegenteil der Fall. Für krassere Abweichungen braucht man auch eine massiv verschiedene Wahlbeteiligung. Ein typischer Fall, der für CDU und FDP günstig wär (gleiche Oberverteilung vorausgesetzt), ist z.B. in Tübingen Wahlbeteiligung 20%, CDU 40%, FDP 30%, Grüne 10%, SPD 10%, schön gleichmäßig auf die Wahlkreise verteilt. Das bringt CDU und FDP zusammen im Saldo immerhin schon ungefähr 8 Zusatzsitze. Mit halbwegs realistischen Szenarien kommt man dagegen nicht weit, und wenn, dann eher in die andere Richtung (Grüne und SPD bei schwacher Wahlbeteiligung und sehr großem Überhang weit überdurchschnittlich stark).

Eher relevant sind Rundungszufälligkeiten, die aber (bis auf die tendenzielle Aufrundung der Überhangspartei) unsystematisch in beide Richtungen gehen können. Damit dabei mit nennenswerter Wahrscheinlichkeit mehr als ein paar wenige Sitze zusammenkommen können, braucht man aber deutlich mehr als 4 Parteien. Bei einem knapperen Ergebnis können diese Sitze aber natürlich schon entscheidend sein.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. März 2011 - 20:18 Uhr:   

@Moritz Dürr
"ich sage bewusst nicht Rot-Grün, da ich an das Lagerdenken in Ba-Wü nicht glaube"
Wohl niemand hier hat irgendwelche Zweifel, dass es eine rot-grüne Regierung gibt, wenn es dafür eine Mehrheit gibt. Und wenn in BW Rot-Grün drankommt, dann wird knallhart linke Politik gemacht. Dann kommt z. B. die Einheitsschule, getarnt als Basisschule. Angeblich ist das natürlich alles freiwillig. Die BW-Grünen schreiben wörtlich im Wahlprogramm:
Die Basisschule soll im Schulgesetz verankert werden. Wir GRÜNEN streben an, dass sich jährlich 10 Prozent der weiterführenden Schulen zu Basisschulen weiterentwickeln.

Heißt im Klartext: in 10 Jahren sollen alle weiterführenden Schulen Einheitsschulen sein. Mit Freiwilligkeit und auch mit "sanftem" Druck (wie massive finanzielle Bevorzugung der Basisschulen) wird man das niemals erreichen, sondern nur mit Zwangsmaßnahmen. Die BW-Grünen sind wohl kaum so naiv, zu glauben, die Gymnasien schafften sich freiwillig ab. Ob die grünen Schulpläne nun taugen oder nicht, ist hier nicht das Thema. Ohne Zweifel sind sie aber weder bürgerlich noch mittig, sondern ganz weit links. Die Grünen sind gemäßigt gemessen an der linksextremen Vergangenheit vieler ihrer Politiker (wie z. B. Ex-KBW-Mitglied Kretschmann) und an der Linkspartei, in der Mitte stehen sie deshalb noch lange nicht. Außer Zweifel steht sowieso, dass die Schnittmenge mit der SPD immer sehr viel größer war und ist als die mit der CDU.

"Das unterschiedliche Wahlverhalten könnte tatsächlich der Fall sein, falls Nordwürttemberg, d.h. der Regierungsbezirk Stuttgart auf Grund von AKW-Nähe und Stutgart 21-Einflüssen immense Verschiebungen auslösen würde, "
Unwahrscheinlich. 2006 lagen die Grünen im Regierungsbezirk Stuttgart sogar leicht unter dem Lndesdurchschnitt. Selbst mit einem deutlich überdurchschnittlichen Zuwachs (der plausibel erscheint), kommen sie nicht drastisch über den Landesschnitt.

"Ebenso wird es in Freiburg, Tübingen und eventuell entlang des unteren Neckars, d.h. Stuttgart-Heidelberg etliche Veränderungen geben, ebenso natürlich in Baden in der Nähe Karlsruhe und Südbaden."
In Freiburg II hatten die Grünen sogar ein Minus bei der Bundestagswahl. Unwahrscheinlich, dass es da jetzt überdurchschnittlichen Zuwachs gibt. Südbaden befindet sich zwar tatsächlich teilweise in unmittelbarer Nähe von Kernkraftwerken, die liegen aber nicht in Deutschland. Franzosen und Schweizer werden sich absehbar nicht darum scheren, wie die Grünen in Freiburg oder Konstanz abschneiden.

@RL
"Aber das abweichende Wahlverhalten muss auch in die richtige Richtung gehn."
Natürlich. Es ist notwendige, aber keine hinreichende Bedingung.

"Für krassere Abweichungen braucht man auch eine massiv verschiedene Wahlbeteiligung."
Ja. Ob man überhaupt wählt, gehört aber m.E. zum Wahlverhalten.
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nowhereman
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. März 2011 - 21:17 Uhr:   

Wenn man schon über Wahlkreise für die Grünen spekuliert sollte man auch
daran denken, dass die SPD welche gewinnen könnte:
Sicher: Mannheim I (aus eigener Anschauung: CDU findet nicht statt)
wahrscheinlich: Lörrach (Zuschnitt nun ungünstiger)
Unwahrscheinlich: Esslingen, Heidenheim, Heilbronn
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Baden-Württemberger
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 24. März 2011 - 23:52 Uhr:   

Die Wahl ist gelaufen. Weil in Japan die Erde gebebt hat, was einen Tsunami ausgelöst hat, der wiederum zur Explosion eines Atomkraftwerkes geführt hat, wird in Baden-Württemberg das Schulsystem ruiniert werden. Irrsinnig, was für Zusammenhänge es da gibt.
(Warum benennen Rote und Grüne ihren Einheitsschulmurks eigentlich in jedem Land anders? Mal Gesamtschule, mal Gemeinschaftschule, mal Basisschule, usw. usf. Es ist doch offensichtlich, daß das auf Verschleierung zielt...)

Irgendwie ist das eine Stimmung wie vor der BTW 1998. Es ist mit Händen greifbar, daß die Regierung abgewählt werden wird, aber man will es doch nicht wahrhaben und klammert sich bis zuletzt an die verzweifelte Hoffnung, das Schlimmste möge einem erspart bleiben. Bis dann am Sonntag der Gongschlag um 18 Uhr alle Hoffnung zunichte machen wird.
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 00:11 Uhr:   

Ach Gottchen. Ich weiß nicht ob ich lachen oder heulen soll ob solcher Beiträge.

Ja, die tolle Bildungspolitik in BW. In den Schulen ist nicht genug Geld für Schulbücher da, die Kinder trauen sich nicht auf die versifften Klos, die G8-Gymnasiasten sitzen mit Burn-Out-Syndrom beim Psychologen. An den Universitäten fällt der Putz von den Wänden,Klausuren werden Sonntags geschrieben, weil unter der Woche keine Räume verfügbar sind, und die Universität kann nicht einmal mehr die Heizkosten bezahlen. Ja, wahrlich eine gloriose Bildungspolitik.
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Carsten
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 01:24 Uhr:   

@nevermore: Du bist ja auch erst seit wenigen Monaten hier präsent.

Im traditionell eher "linken" Internet ist Wahlrecht.de ein "rechter" Hort (so ähnlich wie das bekannte Dorf der Gallier ;-) ). Woran das liegt, ist mir zwar nicht klar (unter den "Linken" dürfte das Politikinteresse ähnlich hoch sein wie unter den "Rechten"), aber das ist nun mal so, und das schon seit Jahrn.
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CHeine
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 07:02 Uhr:   

Welchen Einfluss könnte die Geschichte um Brüderles Aussagen auf den Wahlausgang nehmen? Mal unabhängig davon, was er wirklich sagte. Er behauptet ja, falsch zitiert worden zu sein, was durchaus möglich ist. Kurz vor der Wahl etwas in die Welt zu setzen, was (vorsichtig ausgedrückt) begrenzt wahrheitsgetreu ist, hat ja kürzlich erst Erfolg gehabt.
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Björn
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 08:45 Uhr:   

@CHeine:
Naja, nicht mal in der Lage zu sein, zu erklären, was er stattdessen eigentlich gesagt hat, sagt schon einiges. Im Übrigen sind es bei solchen Sitzungen keine Wald- und Wiesenprotokollanten,, die Protokoll führen. Dass der BDI auch noch zu einem starken Verfechter der Atomlobby gilt (s. Handelsblatt) dürfte auch noch eine Rolle spielen. Aber seis drum, meiner Meinung nach dürfte der Effekt nicht allzu groß sein. Der große Anteil an Skeptikern wird sich bestätigt fühlen und da das nun wirklich keine große Überraschung ist, wird das wenig Einfluss haben. Vielleicht hilft das sogar der Koalition, dass diejenigen, die pro Atom sind, doch wieder zur Urne gehen (freilich werden sie keine Garantie bekommen, ob ihre Hoffnung letztendlich erfüllt wird, letztlich bleibt ihnen nur diese Wahl oder Nichtwahl, was wiederum die AKW-Gegner stärkt). Ich kann mir gut vorstelllen, dass viele frustrierte BaWü-Wähler letztendlich in der Wahlkabine doch wieder ihr Kreuzchen bei der CDU/FDP machen, weil die Angst vor SPD/Grüne dann doch zu groß ist.
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Jeki
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 13:51 Uhr:   

Ich glaube auch, daß die Wahl gelaufen ist. Bis zur Katastrophe in Japan habe ich Mappus einen kraftvollen Endspurt zugetraut, der zur Sicherung einer schwarz-gelben Mehrheit gereicht hätte. Nach den Ereignissen der vergangenen Wochen halte ich das nun für unwahrscheinlich. Die publik gewordenen Äußerungen Brüderles setzen dem ganzen die Krone auf.

Das Atomthema wird den Grünen zur entscheidenden Wählermobilisierung verhelfen, während die SPD davon kaum profitieren wird. Andere, weniger emotional besetzte Themen werden in den Hintergrund rücken. Arbeitsmarkt und Wirtschaft, wo CDU und FDP hätten punkten können, werden nicht wahrgenommen, da in Baden-Württemberg unproblematisch. Auch die im Bundesvergleich objektiv sehr gute Position von Schulen und Universitäten wird die Wähler wohl nicht davon abhalten, die gegenwärtige Regierung abzuwählen und ein Experiment mit ungewissem Ausgang zu wagen.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 14:33 Uhr:   

Die Wahl ist zwar erst am Sonntag gelaufen, aber die CDU und FDP haben unerwartet wieder Gegenwind.

Politik hat sich eben auch langfristig auszurichten, und das die Sicherheit in Atomkraftwerken ein solches langfristiges Thema der Grünen ist, kommt ihnen zu Gute.

Da kann man mit kurzfristigen Maßnahmen wie dem Moratorium nur die eignen Wähler zum Kopftschüttlen bringen, denn die wählen CDU/FDP, weil sie für die Atomkraft sind, und solche Manöver erkennbar panisch sind.
Neue Wähler dagegen kriegt man garantiert nicht.

Die Laufzeitverlängerung dagegen hat keinen Schaden angerichtet, war es den Wählern doch klar, das sie mit CDU/FDP kommen würde.

Nachdem man Stuttgart 21 mit "Schlichter" Geißler geschickt entschärft wurde, weil die Grünen sich einen CDU-Schlichter aufdrücken ließen, war dies nun aber ein klarer Patzer.

Damit wird es fraglich, ob es am Sonntag reicht.
Ich denke, wenn es nicht reicht, und auch R-P an Rot-Grün geht, dann rollen in Berlin Köpfe, und zwar höher als wir bisher dachten...

Letzlich hat NRW 2005 auch Schröder zu Fall gebracht.
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Jeki
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 15:29 Uhr:   

@Ingo Zachos
Es ist möglich und sogar nicht unwahrscheinlich, daß beide Länder an Rot-Grün gehen. Ich erwarte dies sogar, auch wenn, wie Du richtig sagst, die Wahl erst am Sonntag um 18 Uhr gelaufen sein wird. Gerade bei einem an sich konservativen Land wie Baden-Württemberg mit noch relativ starker Wählerbindung ist es nicht sicher, inwieweit sich die momentan empfundene Stimmung tatsächlich in Wählerstimmen umsetzen wird.

Über die möglichen bundespolitischen Konsequenzen bin ich mir allerdings nicht im klaren. Sicher hätte eine Wahlniederlage der CDU eine ähnliche Bedeutung wie Nordrhein-Westfalen 2005, aber dennoch: Ich würde Frau Merkel zutrauen, daß sie einen Machtverlust in Baden-Württemberg übersteht und bis 2013 durchhält. Bei Herrn Westerwelle wird eher entscheidend sein, ob die FDP in Baden-Württemberg an der 5%-Hürde scheitert oder nicht. Wenn ja, wird es eng für ihn. Ich rechne aber damit, daß die FDP diese Hürde meistern wird.

Vielleicht sollten wir aber wirklich das Wahlergebnis abwarten... Zumindest in Baden-Württemberg war es ja noch nie so spannend - mit gleich drei chancenreichen Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt und zwei Parteien, deren Scheitern an der 5%-Hürde die Mehrheitsverhältnisse entscheidend beeinflussen könnte.
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Marc K.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 19:09 Uhr:   

@Ingo Zachos,

Da kann man mit kurzfristigen Maßnahmen wie dem Moratorium nur die eignen Wähler zum Kopftschüttlen bringen, denn die wählen CDU/FDP, weil sie für die Atomkraft sind,

Das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt auch Wähler die gegen die Atomkraft sind, aber dennoch CDU/CSU oder FDP wählen. Z.B. weil für sie andere Themen wichtiger sind als diese Frage.
Insofern dient dieses Manöver durchaus auch dazu zweifelnde Wähler bei der Stange zu halten.
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Baden-Württemberger
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 21:21 Uhr:   

Das Moratorium hängt natürlich mit den Landtagswahlen zusammen, das ist doch offensichtlich (sage ich als CDU-Wähler!). Genauso wie auch Rot-Grün den Atom-Unfall offensichtlich wahltaktisch ausschlachtet. Nur darf man so etwas halt nicht zugeben.
Wenn Brüderle das also tatsächlich gesagt hat, war das einfach saudumm. Wenn er es nicht gesagt hat, macht es auch keinen Unterschied. Die Meldung ist in der Welt und sorgt für (weitere) schlechte Presse.

Bis vor Japan war ich noch recht zuversichtlich. Baden-Württemberg grün-rot oder rot-grün - das war einfach nicht vorstellbar. Aber jetzt sehe ich keine Chance mehr.


@ nevermore: Wo haben Sie denn bitteschön diese Horrorgeschichten her? Ich habe rein zufällig in Baden-Württemberg sowohl die Schule besucht als auch studiert. Weder haben irgendwelche Schulbücher gefehlt, noch habe ich jemals an einem Sonntag eine Klausur geschrieben. Ich habe sowohl mein Abitur als auch mein Examen mit glänzenden Ergebnissen absolviert - und das führe ich jedenfalls zum Teil auch auf die seit Jahrzehnten sehr solide Bildungspolitik in Baden-Württemberg zurück.
Ich wünsche, daß das so bleibt, und daher lehne ich diesen links-ideologischen Einheitsschulmurks ab.


Auf die künftige grün-rote Haushalts- und Finanzpolitik in Baden-Württemberg bin ich ebenfalls schon sehr gespannt. Ob man sich da die Schuldenkönigin von NRW zum Vorbild nimmt?
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 21:30 Uhr:   

"@ nevermore: Wo haben Sie denn bitteschön diese Horrorgeschichten her? Ich habe rein zufällig in Baden-Württemberg sowohl die Schule besucht als auch studiert. Weder haben irgendwelche Schulbücher gefehlt, noch habe ich jemals an einem Sonntag eine Klausur geschrieben. Ich habe sowohl mein Abitur als auch mein Examen mit glänzenden Ergebnissen absolviert - und das führe ich jedenfalls zum Teil auch auf die seit Jahrzehnten sehr solide Bildungspolitik in Baden-Württemberg zurück.
Ich wünsche, daß das so bleibt, und daher lehne ich diesen links-ideologischen Einheitsschulmurks ab."

Die Horrorgeschichte über die Schulbücher stammt von einer Cannstatter Schule, die Meldung ging nach Schulbeginn letzten Sommer durch die Presse. Es ging auch durch die Presse, dass die Schüler dort nicht mehr auf die Toiletten gehen, weil sie dermaßen versifft sind. Die Horrorgeschichte über die Klausuren, die neuerdings auch am Wochenende geschrieben werden, stammt von einem befreundeten Hohenheimer Prof. Die Horrorgeschichte, dass die Uni im Winter 2009/2010 kein Geld hatte, an dem Institut, an dem ich promoviert wurde, die wegen Steinwolle-Staub entfernten Deckenplatten durch neue zu ersetzen, weswegen man in den Büros mit Elektro-Heizstrahlern heizte und die Büros trotzdem nicht auf 20 Grad bekam, ist auch nicht meine Erfindung, sondern ich weiß das aus meinen direkten Kontakten zur Uni.

Als ich noch zur Schule ging bzw. studierte, gab es das auch nicht, aber diese Zeiten sind inzwischen Geschichte. Die Misstände verschwinden auch nicht, indem man behauptet, sie existierten nicht.

Und natürlich führt eine Gesamtschule zwangsläufig zum bildungspolitischen Untergang, wie man ja am Dauer-PISA-Sieger Finnland deutlich sieht.


(Beitrag nachträglich am 25., März. 2011 von nevermore editiert)
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Timo
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 22:20 Uhr:   

zu Brüderle:
Die Resonanz der Äußerung Brüderles in den Medien ist vollkommen unverständlich. Im Ernst: Dass das Moratorium mit den LTW in Verbindung steht ist offensichtlich und im übrigen auch nicht verwerflich, zumindest aber üblich in der Politik. Brüderles Äußerung war harmlos, die Medien haben sie ausgeschlachtet und CDU/FDP sind auch noch sehr dumm damit umgegangen. Der Rücktritt schnappaufs (arme Socke) ist völlig unnötig und hält das Thema nur einen tag länger in den Medien.

zur AKW-Debatte
Missbrauch des Unfalls in japan einer Partei vorzuwerfen ist abwegig. man kann ein Thema nun mal nicht aus dem wahlkampf herausnehmen, weil es besonders wichtig/brisant ist. Alle seriten versuchen natürlich das Beste draus zu machen (binsenweisheit)

zu den schulen:
Die Gemeinschaftsschule (oder wie auch immer genannt) ist keine Ideologie, sondern schon sehr lange ein polituisch Ziel von rot-grün, für das es aber keine gesellschaftliche Mehrheit gibt! deshalb sollte rot-grün diese Thema fallen lassen - selbst wer füpr die Gem.-schule ist, muss erkennen, dass es Gift für die Bildung ist, wenn das schulwesen jedes Legislaturperiode umgekrempelt wird.
Die darstellung von G8-Schülern mit Burn-Out ist völlig übertrieben. dass die sauberkeit von schultoiletten im zusammenhang mit der coleur der landesregierung steht ist abwegig. In BW gibt es keine Lehrmittelfreiheit - das wäre ein echtes Wahlkampfthema (für beide Seiten) die toiletten sind es nicht.

zum wahlausgang:
Keiner von uns kann den wahlausgang vorhersagen. wir erleben, dass immer mehr taktisch gewählt wird. stammwähler gibt es immer weniger.
In HH haben CDU-Wähler SPD gewählt, um eine Reg.-Bet. der GAL zu verhindern (rein taktisch)
In ST haben SPD-Wähler CDU gewählt, weil ihnen eine GroKo lieber ist/war als Rot-rot und Linke SPD um Rot-Rot zu ermöglichen (beides genauso taktisch)
In BW könnten die Linken-wähler erkennen, dass eine Stimme für die Linken die wahrscheinlichkeit, dass mappus mp bleibt erhöht. gut könnten die linken also bei drei prozent bleiben. genauso könnten auch konservative prioritäten bezüglich des MPs haben und evt. Grüne oder SPD zu wählen, um schmid bzw. Kretschmann zu verhindern. Natürlich können die Umfragen auch CDU-Wähler mobilisieren. Ich halte es durchaus für möglich, dass schwarz-gelb seine Mehrheit behält. (zähneknirschend doch noch CDU gewählt - wie früher immer ;-))

RLP ist wohl eindeutig: rot-grün. Peinlich für Beck würde es nur, wenn die CDU die SPD überflügelte.
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nevermore
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. März 2011 - 22:24 Uhr:   

>Die darstellung von G8-Schülern mit Burn-Out ist völlig übertrieben.

Ich empfehle, mal G8 und "Burn Out" zu googlen.

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