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Archiv bis 01. Juli 2010

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Wahl des Bundespräsidenten » Bundespräsidentenwahl 2010 » Archiv bis 01. Juli 2010 « Zurück Weiter »

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Lichtgestalt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:39 Uhr:   

@Beobachter (21:37)
Dann sind auch Lukas Podolski, Cacau, Sami Khedira oder Jerome Boateng "vaterlandslose Gesellen"...
Es gibt, glaube ich, noch keinen Singbefehl, oder?!
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Markus Richter
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:39 Uhr:   

Die NPD-Seite sollte jeden davon überzeugen, was die NPD-Wahlleute gewählt haben wollten.
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wählerchen
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:39 Uhr:   

Herr Wulff hat jetzt ein schönes Leben und in fünf Jahren darf er sich bei der derzeitigen Performance von CDU/FDP schon auf den Ruhestand mit lebenslangem Ehrensold freuen.
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Beobachter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:40 Uhr:   

Schade, daß sie den Ströbele nicht gezeigt haben. Der "rühmt" sich ja auch damit, noch nie die deutsche Nationalhymne gesungen zu haben.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:41 Uhr:   

Dann ist er 56.

Gutes Alter für die Pension.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:41 Uhr:   

Auch die Homepage der Sachsen-NPD vermeldet das, mit Erklärung:

"Das kleinere Übel: Gauck statt Türken-Wulff
..."

http://npd-fraktion-sachsen.de/index.php?verweis=3,1,1&aktion=anzeige&drucksache=pressemitteilungen&drucksacheid=1073
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Markus Richter
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:41 Uhr:   

Cacau singt übrigens mit.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 21:55 Uhr:   

Ihr werdet doch nicht ernsthaft die angeblichen Wahlabsichten der drei Nazi-Vollspacken diskutieren?
Die Glaubwürdigkeit dieser Leute ist schlicht nicht vorhanden. Im Zweifelsfall erzählen die genau die Variante, mit der sie sich wichtig machen können.
Man kann und sollte die NPD bei dieser ganzen Wahl einfach ignorieren.


Ansonsten ist es gekommen wie zu erwarten war - mit einem Sieg Wulffs. Daß er nun doch die absolute Mehrheit geschafft hat, ist recht nebensächlich. Genauso die Zahl der Wahlgänge - auch Heinemann und Herzog brauchten drei.

Das wird schon bald keinen mehr interessieren. Die Wahl ist gelaufen, wir haben einen neuen Bundespräsidenten - und ich hoffe mal, der hält jetzt die fünf Jahre durch.


Einzige Überraschung war eigentlich die Zurückziehung der Joachimsen-Kandidatur. Um sich dann offenbar der Stimme zu enthalten - was ja nun im Ergebnis aufs Gleiche hinausläuft.
Eine taktische Dämlichkeit. Aber auch nächste Woche vergessen.
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Beobachter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 22:05 Uhr:   

Ich finde nicht, daß die Linken sich "taktisch dämlich" verhalten hätten. Was wäre denn gewesen, wenn sie im dritten Wahlgang für Gauck gestimmt hätten? Wulff hätte trotzdem die absolute Mehrheit bekommen, und die Linken müßten erklären, warum sie für jemanden gestimmt haben, den sie in den letzten Wochen landauf, landab für "unwählbar" erklärt haben.

Und daß sie ihre eigene Kandidatin zurückgezogen haben - na und? Es wußte eh jeder, daß die keine Chance hatte, und so haben die Linken immerhin verhindert, daß ihre Kandidatin im letzten Wahlgang womöglich ein schlechteres Ergebnis erzielt.
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Martin Dauser
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 22:05 Uhr:   

Ich habe Respekt vor denjenigen aus den Reihen von CDU/CSU/FDP, die in allen drei Wahlgängen Gauck gewählt haben, weil sie ihn für den besseren Kandidaten halten.

Ebenso habe ich Respekt von den 600 aus den Reihen von CDU/CSU/FDP, die in drei Wählgängen Wulff gewählt haben, wei sie ihn für den besseren Kandidaten halten oder weil sie ihn zumindest für guten Kandidaten halten und keinen Grund sehen, illoyal gegenüber ihren Parteiführungen abzustimmen,

Irrational und deshalb nicht nachvollziehbar für mich ist das Verhalten der 25 Irrlichter, die mal so, mal so abgestimmt haben.
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 22:14 Uhr:   

Über die drei NPDler zu reden, ist unnötig, da sie nur in sehr abwegigen Szenarien überhaupt eine Chance gehabt hätten, eine Rolle zu spielen und Wulffs Einlassungen zur Zuwanderung wohl auch eher nicht als Wahlgrund genommen hätten.

"
Gerade mal 4 LInksparteileute haben dann fuer Gauck gestimmt, sagt einiges darueber aus , wer in dieser Partei die Mehrheit stellt, vernuenftige Pragmatiker wie Bartsch sind wohl die absolute Minderheit."

Ob man es für vernünftig hält, seine Stimme für lau einem Kandidaten zu geben, der sie erklärtermaßen nicht will, den man selber auch nicht will und die dann wahrscheinlich trotzdem verschenkt gewesen wäre - das kann man so und so sehen. Die Linke hat sich eines anderen besonnen.

"sich zu DDR Zeiten fuer Abruestung eingesetzt"
und kritisiert heute jene, die immer noch für den Frieden sind.

"macht sich fuer mehr Datenschutz und Buergerrechte und Buergermitbestimmung stark"
und hat jahrelang eine intransparente Behörde geführt, die Beschuldigten die ihnen zur Last gelegten Akten nicht aushändigte.

"fuer mich alles linksprogressive Positionen"
Für mich sind Gaucks heutige Positionen zum Krieg, zu Opfern, die man zu erbringen habe, zu sozialen Nöten nicht progressiv, ich halte sie weder für links noch für liberal. Ebenso finde ich sein Kokettieren mit indifferenzierter Parteienschelte und einem künstlich aufgebauten Gegensatz zwischen der Herrschaft der Parteien und den Bürgern, die diese immer wieder begeistert wählen unanständig und eines Präsidenten einer parlamentarischen Demokratie nicht würdig - so einer wollte er zufällig werden.

Gauck hat in der DDR opponiert - das haben andere auch und unter größeren Opfern. Nicht alle freuen sich über das, was er heute sagt und tut.

"aber dass sehen die Betonkommunisten der Linkspartei wohl anders."

Du wirkst nicht, als hättest du nach einer anders ausgefallenen Handlung dieser Partei vorgehabt, sie in irgendeiner Form gutzuheißen, zu wählen, mit Geld zu unterstützen oder auch nur differenziert wahrzunehmen. Um wen hätte sie mit einer ansonsten fragwürdigen Wahl Gaucks also werben sollen? Um dich? Man kann der Linken ja viel Naivität zutrauen - grade im Osten - aber selbst dort hat nie jemand geglaubt, dass die jetzt ausgeschüttete Kritik nicht in anderer Herleitung trotzdem unvermindert bei jeder Gelegenheit gekommen wäre. Insofern: Geschenkt.
Linke böse, Gauck gut, Wulff gewählt.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 22:33 Uhr:   

@Martin Dauser Zustimmung! Bei diesen 25 Figuren ging es nicht um Wulff oder Gauck, sondern nur darum Merkel ein Bein zu stellen. Sich für Gauck oder Wulff zu entscheiden ist aller ehrenwert. Sich zu enthalten oder Gauck zu wählen nur um die Regierung anzuknacksen oder wegen persönlichen animositäten ist ne ganz andere Schiene.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 22:34 Uhr:   

Ich finde, man muss auch Respekt haben vor denjenigen, die sich konsequent in allen Wahlgängen aus Seiten von CDU, CSU und FDP enthalten haben. Sie wollten nicht in einen Gewissenskonflikt zwischen ihren Wünschen - nach der Wahl Gaucks - und den Wünschen ihrer Partei geraten.

Schlimm finde ich, dass Bundespräsidenten-Wahlen immer so "aufgeladen" werden, d.h. wenn die Wahl des Staatsoberhauptes mit dem Bestand oder Scheitern einer Regierung verknüpft wird. Beide Dinge haben m.E. nichts miteinander zu tun. Dies war weder 1994 so - und wäre auch nicht so gewesen, wenn damals Rau oder Hamm-Brücher gewählt worden wären. Und es wäre auch nicht so gewesen, wenn heute Gauck gewählt worden wäre.

Was mich allerdings nachdenklich stimmt: in den Medien wird überwiegend von einem Denkzettel für die Regierungsparteien gesprochen. Aber Wulff hat nun einmal im 3. Wahlgang die absolute Mehrheit der Mitglieder der Bundesversammlung bekommen. Insofern kann dies für mich - trotz Schönheitsfehler - kein Scheitern sein.

Viel gefährlicher ist doch die Lage für die SPD und die Grünen. Denn deren Verhältnis zur Linkspartei dürfte auch auf mittlere Sicht so zerrüttet sein, dass eine gemeinsame Regierungsoption im Bund - und damit die Machtperspektive, den Kanzler mal wieder zu stellen - auf absehbare Zeit nicht realisierbar scheint.

M.E. ist der heutige Tag daher längerfristig viel "gefährlicher" für SPD und Grüne als für Union und FDP. Wenn Wulff ein guter Bundespräsident werden sollte - und seine Rede war m.E. durchaus nicht schlecht - dann sind die Umstände seiner Wahl - Wahl erst im dritten Wahlgang - relativ schnell vergessen.

Das Verhältnis zwischen SPD und Grünen einerseits und Linkspartei dürfte allerdings längerfristig zerrüttet sein.

Wobei ich hier klar sagen muss: bei aller Wertschätzung für Gauck liegt hier m.E. das Versagen eher auf Seiten von SPD und Grünen und nicht auf Seiten der Linkspartei. Und zwar deshalb, weil SPD und Grüne die Linkspartei nicht in ihre Kandidatenfindung einbezogen haben. Dann können sie auch nicht erwarten, dass die Linke diesen Kandidaten, der bewußt als "Anti"-Kandidat für die Linkspartei ausgesucht wurde, wählen. Ich halte das Verhalten der Linkspartei für durchaus nachvollziehbar, logisch und konsequent. Das Signal ist doch ein anderes: geht die SPD nicht auf Anliegen der Linkspartei ein, wird sie längerfristig keinen Einfluss bekommen. Die Machtperspektive der SPD liegt - wenn das Verhältnis zur Linkspartei noch angespannter wird - doch nur noch darin, Juniorpartner in einer großen Koalition zu sein - oder Opposition. Und dies hat der heutige Tag sehr deutlich gezeigt. Die Machtperspektiven der SPD und der Grünen sind durch den heutigen Tag m.E. verschlechtert worden - insofern ist die Bundespräsidentenwahl 2010 nicht nur ein Sieg für Wulff, sondern sie offenbart letztlich aus meiner Sicht einen "entscheidenden" strategischer Vorteil für Union und FDP.

Längerfristig dürfte der heutige Tag aus meiner Sicht SPD und Grünen stärker geschadet haben als Union und FDP.

Den Schaden für die Linkspartei kann ich - aus ihrer Perspektive und aus Sicht ihrer Wähler heraus - eigentlich nicht erkennen. Sie wäre unglaubwürdig geworden, hätte sie Gauck mit ihrer Vergangenheit und bei ihren politischen Vorstellungen - was immer man von ihnen halten mag - gewählt hätte, zumal sie in die Entscheidungsfindung für einen gemeinsamen Oppositionskandidaten nicht einbezogen worden sind.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 22:55 Uhr:   

Ich sehe das anders:
Die Linke hat sich blamiert.
Warum denn eine Kandidatin zurückziehen, wenn man doch nicht für einen andern stimmen will?

Das nenne ich eine Chewbacca-Taktik (Macht das einen Sinn?)

Zudem eiern sie herum, wenn sie begründen wollen, warum sie Gauck nicht wollen.
Jeder merkt, dass hier eine Partei ziemlich befangen ist, anders als Gauck, der da viel souveräner ist.

Vor allem im Westen machte dieses Verhalten viel kaputt.
Aber im Grunde (noch) nicht genug, um sich Wahlerfolge zu gefährden.

Dennoch:
Rot-Grün hat sich erfolgreich von Links angegrenzt.
Geradezu lächerlich wirkte es, wenn die Linke auf ein "Signal" von Rot-Grün wartete, wovon es ja genug gab.
Nur mit einem Kandidaten wie Gauck war ein Sieg möglich, aber gerade das hat die Linke ziemlich dumm, nicht erkannt. Sie wirkten hier naiv und borniert.

Sie waren wie die drei Affen.
Mit Gauck hat vor allem die SPD sich etwas profiliert, aber ein Gauck macht noch keinen Sommer.
Mal sehen, ob sie in NRW endlich mit dem herumeiern aufhören.

Sie müssen Wähler der Linken zurück gewinnen.
Im Westen. Schnell.
Sonst nützt das Gauck-Manöver nichts.
Mal sehen, wie Baden-Württemberg läuft.
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Lichtgestalt
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 23:13 Uhr:   

@Ingo Zachos
Gauck war ein rot-grünes Nicht-Signal an die Linke.
Die Linken wollten das rot-grüne Spring-übers-Stöckchen-Spiel schlicht nicht mitmachen.
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Ingo Zachos
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 23:34 Uhr:   

Was hatten sie denn als Alternative?
Welches bessere Signal als Gauck?
Hätte den ein anderer Kandidat vermocht, genug Stimmen aus dem Regioerungslager zu bekommen?

Wo blieb da der politische Killerinstinkt?

Gleich mit einem Zählkandidaten dafür sorgen, dass keine büregerlichen Stimmen herüberwandern?

Ziemlich dummer Gewinnplan.
Nach WG I, wo auch Jochimsen Abweichler sammeln konnte wäre das richtige Timing gewesen, um die Konsolidierung der bürgerlichen zu verhindern.

Dann das dumme Angebot zu machen, im WG III einen gemeinsamen, aber nicht für bürgerliche Wahlmänner wählbaren Kandidaten aufzustellen war auch ziemlich ungeschickt.
Jetzt wirken sie wie die Partei, die Gauck den Dolchstoß versetzt hat, und damit der Regierung zum unverdienten Sieg verhalf.

Im Fussball nennt man das Eigentor.
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Silencio
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 23:37 Uhr:   

Ich finde das Ergebnis schon seltsam bei den Zahlen von Gauck:

1. WG: 499
2. WG: 490
3. WG: 494
????

Sorry, wenn ich als CDU/CSU/FDP-Wahlmann Merkel eine Klatsche erteilen möchte, dann mache ich das mit Enthaltung und stimme halt im 2. oder 3. WG für Wulff.
Dass Gauck weniger Stimmen im 3., wo nur zwei Personen angetreten sind als im 1. WG bekommen hat bei 4 Kandidaten, finde ich doch arg merkwürdig. Das finde ich schon ein wenig enttäuschend für ihn.
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Martin Dauser
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juni 2010 - 23:39 Uhr:   

@Bernhard Nowak

Es war doch für SPD und Grüne prinzipiell unmöglich, einen Kandidaten zu finden, den gleichzeitig die Linke mittragen können und in gleichen Ausmaß wie Gauck Stimmen von Union und FDP bekommen hätte können. Also konnten sie zwischen zwei Strategien wählen:

(1) Man findet einen Kandidaten oder eine Kandidaten, der für eine linke Politik steht und den die Linken möglicherweise mittragen können, also erneut einen Kandidaten des Typs Gesine Schwan.
Dieser Kandidat hätte dann seine 480 Stimmen bekommen. Wulf ware locker im 1. Wahlgang gewählt worden.

(2) Man präsentiert einen Kandidaten wie Gauck, der auch im Regierungslager hohes Ansehen genießt und nimmt in Kauf, dass es unwahrscheinlich ist, dass er von den Linken mitgewählt wird.

Ich denke nicht, dass Strategie (1) für Rot-Grün die sinnvollere gewesen wäre.
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Hausgast
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 01. Juli 2010 - 00:04 Uhr:   

@Martin Dauser: Sehe ich auch so, die gewählte war die bessere Strategie. Gesine Schwan oder ähnliches hätte keinerlei Signalwirkung besessen - die parteipolitischen Blöcke wären von vornherein festzementiert gewesen und nach einem Wahlgang wäre die Sache gegessen gewesen.

So hat man die Entscheidung doch einer ganzen Reihe von Wahlfrauen und -männern recht schwierig gemacht und hat die Linke so ganz nebenbei blamiert. Die letztendliche Entscheidung, die eigene Kandidatin zurück zu ziehen und sich dann nahezu geschlossen zu enthalten war schon das Highlight des heutigen Tages.

Letztendlich haben die Linken somit Wulff den Weg geebnet, ob gewollt oder ungewollt spielt keine große Rolle. Denn ganz auszuschließen ist es wohl nicht, dass sich einige aus dem schwarz-gelben Lager bei einer realistischen Wahlchance für Gauck eben für diesen im 3. Wahlgang entschieden hätten.

Und was die drei Vollpfosten von der NPD angeht, sollte man deren Entscheidung nun wirklich nicht interpretieren. Wahrscheinlich wissen diese jetzt schon gar nicht mehr, wen sie gewählt haben...
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Silencio
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 01. Juli 2010 - 00:10 Uhr:   

"Denn ganz auszuschließen ist es wohl nicht, dass sich einige aus dem schwarz-gelben Lager bei einer realistischen Wahlchance für Gauck eben für diesen im 3. Wahlgang entschieden hätten."

Gerade das Gegenteil denke ich. Sobald Gauck eine realistische Chance gehabt hätte, hätten sich die Koalitionäre zweimal überlegt, ob sie riskieren, dass ihre Koalition in die Brüche geht. Nicht anders ist das Ergebnis für Wulff im 3. WG zu interpretieren. Wenn sie für Gauck gestimmt hätten, hätten sie gleich ihren Arbeitsplatz räumen können...und wer macht das schon.

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