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Archiv bis 20. Januar 2010

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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. April 2009 - 17:44 Uhr:   

> Ja, total von den Linken unterwandert die
> deutsche Presselandschaft lol.
Das ist Fakt, dazu gibt es auch einiges an Forschung.

Z. B. diese Studie der Uni Hamburg:
http://www.wiso.uni-hamburg.de/fileadmin/wiso_dsw_ijk/PDFs/jouridmp.pdf

Kurz vor Schluß findet sich dort auch die politische Verortung der Journalisten:
"Es zeigt sich, dass Bündnis 90/Die Grünen die Sympathie eines guten Drittels der Journalisten (35,5 %) genießen, mit großem Abstand gefolgt von der SPD (26,0 %) und einem Fünftel der Journalisten (19,6 %), die keiner Partei zuneigen. CDU/CSU (8,7 %) sowie FDP (6,3 %) finden unter Journalisten deutlich unterdurchschnittlich viele Anhänger."

Das ist schon recht deutlich.

Wobei Ralf Lang aber recht hat - bei der Obamania geben sich die Medien links und rechts nicht viel.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. April 2009 - 18:53 Uhr:   

Naja ich denke viele Journalisten sind vor allem auf (Journalistische-)Freiheit und Liberalität ausgerichtet, da liegen die Grünen nahe. Ich vermute aber dass die Zahlen heute schon wieder ein bisschen anders aussehen würden. Bestimmt wären der Wert für SPD und Grüne jeweils gesunken, dafür der FDP-Wert erhöht. Die CDU ist in den großen Städten sowieso relativ unbeliebt (ausgenommen Hamburg, aber die dortigen Verhältnisse sind ein Sonderfall), daher verwundert der geringe CDU-Anteil eher nicht.
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. April 2009 - 18:55 Uhr:   

Ergänzung: das in der Studie von "CDU" und nicht "Union" oder "CDU/CSU" die Rede ist, legt übrigens den Verdacht nahe dass es mit der Studie eh nicht allzuweit her ist...
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 30. April 2009 - 21:47 Uhr:   

@Ralf
Bestätigt eigentlich nur, was man schon längst wußte.

@Wahlticker
"Naja ich denke viele Journalisten sind vor allem auf (Journalistische-)Freiheit und Liberalität ausgerichtet, da liegen die Grünen nahe."
Die Grünen liberal??? Aber das will ich hier nicht diskutieren, ist m.E. auch nicht der Kern. Angenommene Liberalität ist garantiert nicht das Motiv der allermeisten Grünen-Wähler. Grünen-Wähler argumentieren besonders stark moralisch wollen die Welt verbessern, "irgendwie" etwas für die Umwelt tun und gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Da meinen sie, die Stimme für die Grünen sei ein gutes Werk und fühlen sich den anderen moralisch überlegen, auch wenn sie das nicht zugeben.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 01. Mai 2009 - 10:46 Uhr:   

@Wahlticker:
> Naja ich denke viele Journalisten sind
> vor allem auf (Journalistische-)Freiheit
> und Liberalität ausgerichtet, da liegen
> die Grünen nahe.
Was genau Du hier unter "Liberalität" vermutest und warum das etwas ausgerechnet mit den Grünen zu tun haben soll, lassen wir mal außen vor.
Aber was die journalistische Freiheit betrifft, sind die Grünen doch die prototypischen Vertreter von "Political Correctness" in Deutschland, das ist ja deutlich ein Gegensatz zur freien Berichterstattung.

> Ich vermute aber dass die Zahlen heute schon
> wieder ein bisschen anders aussehen würden.
Wieso?
So viel hat sich in den wenigen Jahren nicht geändert. Und was die SPD verloren haben könnte, ist dann wohl zur Linkspartei gewandert.
Ich sehe jedenfalls keine Indizien, daß die Journalisten heute stärker zu FDP oder Union tendieren würden.

> Die CDU ist in den großen Städten sowieso
> relativ unbeliebt ...
Kann man so nicht mehr sagen, in vielen Großstädten hat die Union die SPD überholt, sie stellt auch in vielen Großstädten den OB.
Im übrigen bezieht sich die Umfrage ja nicht nur auf große Städte.


> Ergänzung: das in der Studie von "CDU" und
> nicht "Union" oder "CDU/CSU" die Rede ist,
Ich lese da "CDU/CSU".
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Wahlticker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 01. Mai 2009 - 23:24 Uhr:   

"> Ergänzung: das in der Studie von "CDU" und
> nicht "Union" oder "CDU/CSU" die Rede ist,
Ich lese da "CDU/CSU"."

Oben genanntes PDF, Seite 354 (9/16) oben Links "Grafik 11": CDU, oder hab ich Tomaten auf den Augen? Es stimmt aber dass im Fliestext CDU/CSU steht, dass sehe ich jetzt auch, den hatte ich nicht gelesen.

Was ich meine ist dass ich von der FDP (ausser Wirschaftsliberalen ansätzen wie Steuern abschaffen) lange keine konstruktiven Beiträge mehr vernommen habe, wie man die Freiheit in Punkto Datenschutz, Polizeirecht, Bürgerrechte usw. stärken / verteidigen kann und muss. Ab und zu gibt es da aus den Reihen der FDP etwas, aber meistens nachdem die Grünen sich schon gemeldet haben, und mit weniger Leidenschaft.

Ist nur meine Meinung - jeder hat seine Eigene! Mir ist klar dass ich damit hier relativ anecke , nehmt mir das bitte nicht übel.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 02. Mai 2009 - 09:46 Uhr:   

Wahlticker hat nicht unrecht mit seinem Hinweis auf "CDU". Ich bin da als erstes auch drüber gestolpert. Diese Bezeichnung wirkt in der Tat unprofessionell.

Allerdings halte ich die Studie von diesem Fehler abgesehen für durchaus solide und plausibel.
Deckt sich auch mit meiner persönlichen Erfahrung.
Selbst in unserer (wirklich konservativen) örtlichen Regionalzeitung sind die dort beschäftigten Redakteure überwiegend NICHT einer bürgerlichen Grundhaltung zuzuordnen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Herausgeber lieber anders gesinntes Personal beschäftigen würde - es scheint aber auf dem Markt da einfach nicht sehr viel gute redaktionelle Mitarbeiter mit bürgerlicher/konservativer Ausrichtung zu geben.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 02. Mai 2009 - 11:06 Uhr:   

@Wahlticker:
> dass ich von der FDP (...) lange keine
> konstruktiven Beiträge mehr vernommen habe,
Betonung auf "vernommen", d.h. in den Medien wahrgenommen.

Und damit kann man die "Beweisführung" bekräftigen: Wenn man sich näher damit beschäftigt (z. B. die Pressemeldungen auf der FDP-Homepage liest) wird man feststellen, daß Bürgerrechte, Datenschutz etc. dort ein Schwerpunkt sind.
Und dort häufiger angesprochen werden als bei den Grünen.

Wenn also Dein Eindruck ein gegenteiliger ist, dann liegt das wohl an der einseitigen Berichterstattung - eben weil die Journalisten viel stärker mit den Grünen sympathisieren als mit den Liberalen.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Juli 2009 - 19:40 Uhr:   

Back to the USA und @AeD vom 6. Januar 2009: zum Kampf um den Senatssitz zwischen Al Franken (D) und Ex-Senator Norm Coleman (R) in Minnessota.

Nach dem soundsovielten Nachzählen waren es jetzt doch wieder 312 Stimmen mehr für Al Franken, der damit der aktuell 60. demokratische Senator wird. Norm Coleman hat jetzt wohl Spannenderes zu tun und lässt dieses Ergebnis stehen.
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Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 10. Juli 2009 - 11:01 Uhr:   

04.07.09 - St.Paul: Acht Monate nach den Wahlen zum Senat wird in der kommenden Woche der letzte Senator seinen Sitz einehmen. Nachdem am Dienstag der Oberste Gerichtshof den Demokraten Al Franken zum Sieger in Minnesota erklärt hatte, gab sich auch der Republikaner und bisherige Amtsinhaber Norm Coleman endgültig geschlagen. Der Senatssitz von Minnesota war seit dem 4.Januar vakant geblieben. Das Wahlergebnis mit einem Vorsprung von lediglich 225 der insgesamt 2 920 667 Stimmen hatte eine Nachzählung zur Folge, die am 5.Januar Fernsehstar Al Franken mit 1 212 431 zu 1 212 206 oder 41.991% zu 41.984% vorne sah. Da inzwischen der Republikaner Arlen Specter (Pennsylvania) die Seiten gewechselt hat, verfügen die Demokraten zusammen mit den beiden Unabhängigen Bernie Sanders (Vermont) und Joe Lieberman (Connecticut) im Senat nun über die Drei-Fünftel-Mehrheit der Mandate und können bei Einigkeit wichtige Entscheidungen ohne einen republikanischen Senator treffen.
cnn.com
Quelle: www.election.de
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 11:14 Uhr:   

Heute wird in Massachusetts der Nachfolger des verstorbenen Senators Ted Kennedy gewählt. Obwohl dieser Staat seit langem bei Senatswahlen eine Hochburg der Demokraten ist, wird ein knapper Ausgang erwartet.
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Fenech
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 11:18 Uhr:   

Hoffentlich bekommen die Republikaner nicht noch weiteren Auftrieb, sonst wird es noch enger fuer die notwendige health care reform
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gelegentlicher Besucher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 15:20 Uhr:   

Das wäre tatsächlich ein größeres Ereignis, weil man im Senat faktisch 60 Stimmen braucht um etwas zu beschließen. Sollte Brown gewinnen, wären die Demokraten wieder auf zumindestens einzelne Republikaner angewiesen. Daneben wäre die symbolische Wirkung enorm, das wäre ungefähr so wie ein Sieg von rot-grün in Bayern. Da könnte es tatsächlich sein, dass der eine oder andere Demokrat auch im Repräsentantenhaus sich genötigt sehen würde, seine Haltung angesichts der drohenden Wahl im Nov. etwas zu moderieren. Für die aktuell diskutierte Gesundheitsreform könnte das tatsächlich das Aus bedeuten, wobei man natürlich streiten könnte ob das so schlimm wäre.

Ich glaube aber noch nicht daran, eben weil es ein so enormer Erdrutsch wäre. Wenn eine Umfrage in Bayern einen knappen SPD-Sieg vorhersagen würde, würde ich das eben auch noch nicht sonderlich ernst nehmen, um unwahrscheinliche Ereignisse vorherzusagen muss man schon etwas mehr als Grundlage haben.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 17:24 Uhr:   

Zur Gesundheitsreform:

Da sind wir jetzt sehr tief in den Verfahrens-Details des amerikanischen 2-Kammer-Systems.

Eine Gesundheitsreform IST ja bereits von BEIDEN Kammern beschlossen. Allerdings unterscheiden sich die beiden Gesetzestexte.
Der normale Ablauf wäre nun der Versuch, über beide Kammern hinweg einen Kompromiss zu finden. Dieser Kompromiss bräuchte dann wieder in beiden Kammern eine Mehrheit - und das könnte von den (womöglich ab morgen) 41 republikanischen Senatoren blockiert werden.

Die Demokraten haben aber in diesem Fall noch einen taktischen Ausweg: Sie können einfach den Senats-Entwurf im Repräsentantenhaus unverändert zur Abstimmung stellen. Wenn das durchgeht, wird der Senat nicht noch einmal gefragt.

Insgesamt also noch viel Raum für Hinterzimmer-Geschachere.
Wobei "gelegentlicher Besucher" einen wichtigen Punkt angesprochen hat: Ob es wirklich so schlimm wäre, wenn die Reform scheitert, darüber ließe sich streiten. Zumindest eine klare Mehrheit der BEVÖLKERUNG scheint gegen die Reform zu sein - das ist ja auch der Grund, warum der seit Menschengedenken bombensichere demokratische Senatssitz in Massachusetts auf einmal wackelt.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 18:12 Uhr:   

"Daneben wäre die symbolische Wirkung enorm, das wäre ungefähr so wie ein Sieg von rot-grün in Bayern."
Das ist übertrieben. Massachusetts hatte immerhin von 1991 bis 2007 mehrere republikanische Gouverneure hintereinander, trotz der erdrückenden demokratischen Mehrheit im Parlament des Staates und obwohl Massachusetts bei Präsidentschaftswahlen sicher demokratisch wählt.

Erst seit 1985 sind beide US-Senatoren demokratisch, davor war Jahrzehnte einer Republikaner (1947-53 sogar beide). Personen spielen in den USA eben eine größere Rolle als bei uns. Im konkreten Fall hat sich aber wohl die demokratische Bewerberin nicht so ins Zeug gelegt, weil sie sich zu sicher wähnte. Die bei Wahlen außer der Reihe niedrige Wahlbeteiligung ist ungünstig für die Demokraten. Bei der Präsidentschaftswahl fiel Massachusetts nicht so krass aus dem Rahmen. Hier mal die Staaten mit dem größten Vorsprung von Obama gegenüber McCain:

Hawaii 45,3 Prozentpunkte
Vermont 37,0
Rhode Island 27,9
New York 26,7
Massachusetts 25,8
Maryland 25,4
Illinois 25,1
Delaware 25,0
Kalifornien 24,0

Andererseits ist Massachusetts seit 1996 ausschließlich durch Demokraten im US-Kongress vertreten.
In den meisten Staaten ist es ja so, dass der Gouverneur bei Ausfall eines Senators einen Nachfolger bis zur nächsten Kongresswahl ernennt. So war es bis 2004 auch in Massachusetts. Ironischerweise wurde das von der massiven demokratischen Mehrheit in der Staaten-Legislative (derzeit sind 143 von 160 Abg. im Repräsentantenhaus und 35 von 40 Senatoren Demokraten) gerade deshalb geändert, um zu verhindern, dass ein Republikaner Senator wird. Wäre nämlich Kerry Präsident geworden, hätte der damalige Gouverneur Mitt Romney sonst einen Nachfolger ernannt – natürlich einen Republikaner.

Was die Gesundheitsreform angeht, da wird diese Wahl nicht unbedingt entscheidend sein. Wenn es zwischen Senat und Repräsentantenhaus bald zu einer Einigung kommen sollte, könnte der Gouverneur den Amtsantritt des neuen Senators verzögern. Denn jeder Senator braucht zum Eintritt in den Senat eine Art Beglaubigungsschreiben, das der Gouverneur des Staates unterzeichnen muss. Und dann besteht natürlich auch noch die Möglichkeit, dass die Reform aus anderen Gründen scheitert.
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 18:27 Uhr:   

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gelegentlicher Besucher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 19:24 Uhr:   

@Florian das Original
"Die Demokraten haben aber in diesem Fall noch einen taktischen Ausweg: Sie können einfach den Senats-Entwurf im Repräsentantenhaus unverändert zur Abstimmung stellen."

Wobei allerdings nicht sicher ist, ob die im Senat beschlossene Version im Repräsentantenhaus überhaupt eine Mehrheit hätte. Einige Demokraten wollen der faktisch vorgesehenen Abtreibungsfinanzierung wegen dagegen stimmen und andere haben schon gegen die Version des Repräsentantenhauses gestimmt. Die Frage ist nun, wie viele Demokraten aus Wackelstaaten sozusagen mit stillschweigendem Segen der Parteiführung gegen die damals ohnehin sichere Mehrheit stimmen "durften" und wie viele andererseits eben bereit sind in diesem Punkt auch faktisch wirksam gegen die Parteilinie zu stimmen.

@Thomas Frings
Etwas übertrieben schon, aber so viel dann doch wieder nicht. In Personenwahlsystem gruppieren sich natürlich Vertreter beider Parteien um die lokale Mitte, so dass in Staaten wie Massachusetts natürlich beide Parteien linker sind als auf Bundesebene. Bei deutschen einheitlich wahrgenommenen Parteien geht das nur eingeschränkt, weil es eben als Widerspruch wahrgenommen würde, während man von amerikanischen Parteien weniger ideologische Einheitlichkeit erwartet. (Und die Bayern-SPD steht dann sogar noch etwas links von der Bundespartei, weil eben nur die überzeugten übrigbleiben.) Die republikanischen Gouverneure standen dann doch recht weit links von der Bundespartei, Romney hat z.B. auf Staatsebene eine Gesundheitsreform unterschrieben die der jetzt für den Bund diskutierten recht ähnlich ist. Wenn ein Republikaner quasi als sparsamere Variante eines Demokraten empfunden wird kann er natürlich auch von Leuten gewählt werden, die eine republikanische Bundespolitik komplett ablehnen würden. Die lokale Minderheitspartei kann sozusagen in der Bayernanalogie auch noch den Part der Freien Wähler übernehmen. Der republikanische Senator in den 80ern (Edward Brooks) war inhaltlich eigentlich Demokrat und hat im Senat auch so gestimmt. Warum er organisatorisch Republikaner war kann ich nicht sicher sagen, meine Spekulation wäre, das er als Schwarzer in den 50ern vielleicht nicht den Demokraten beitreten wollte, die damals in den Südstaaten noch einen sehr starken rassistischen Flügel hatten.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 22:14 Uhr:   

Thomas Frings:

"Erst seit 1985 sind beide US-Senatoren demokratisch, davor war Jahrzehnte einer Republikaner (1947-53 sogar beide). "

Ich habe diese Aussage zum Anlass genommen, mir die Geschichte etwas genauer anzuschauen.
Was da wirklich krass ist:
Von 1953 bis 2009 war stets ein Mitglied der Kennedy-Familie gewählter Senator von Massachusetts (erst J.F.K, später Teddy). Also 56 Jahre lang. Eine beachtliche Leistung.
Nur mal so zum Vergleich: Die gesamte Hohenzollern-Dynastie verbrachte nur 47 Jahre auf dem deutschen Kaiserthron.
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tg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 19. Januar 2010 - 22:29 Uhr:   

Laut Wikipedia sind bereits seit 1979 beide Senatoren Demokraten:
http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_congressional_delegations_from_Massachusetts
???


Ted Kennedy alleine hat ja schon 48 Jahre im Senat verbracht. Solche Dauer-Senatoren gibt es hin und wieder - Robert Byrd (Dem aus West Virginia) ist inzwischen seit 51 Jahren Senator.

(Beitrag nachträglich am 20., Januar. 2010 von tg editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 20. Januar 2010 - 11:28 Uhr:   

"Laut Wikipedia sind bereits seit 1979 beide Senatoren Demokraten:"
Stimmt, hatte Tsongas übersehen. Hier eine quasi-offizielle Liste mit sämtlichen Senatoren seit 1789:
http://www.senate.gov/artandhistory/history/resources/pdf/chronlist.pdf
Alle aus Massachusetts:
http://www.senate.gov/pagelayout/senators/one_item_and_teasers/massachusetts.htm

"Solche Dauer-Senatoren gibt es hin und wieder - Robert Byrd (Dem aus West Virginia) ist inzwischen seit 51 Jahren Senator."
Der saß übrigens die sechs Jahre davor bereits im Repräsentantenhaus. Dienstältester Abgeordneter im Repräsentantenhaus ist übrigens John Dingell (seit 13.12.1955).


@Florian
"Von 1953 bis 2009 war stets ein Mitglied der Kennedy-Familie gewählter Senator von Massachusetts (erst J.F.K, später Teddy)."
Stimmt nicht ganz. John F. wurde 1960 zum Präsidenten gewählt, Ted wurde erst zwei Jahre später Senator.


Zur Nachwahl: Der Sieg von Brown war mit knapp 5 Prozentpunkten Vorsprung gar nicht mal so knapp
Brown (R) 1168107 51,94%
Coakley (D) 1058682 47,07%
Kennedy (Libertarian) 22237 0,99%
http://www.boston.com/news/special/politics/2010/senate/results.html (offizielle Zahlen gibt es leider noch keine)

Die Wahlbeteiligung war mit ca. 45% der "voting age population" (VAP) ganz ordentlich, wenn man mal die VAP von der letzten Präsidentschaftswahl zugrunde legt. Bei der Präsidentschaftswahl waren es 62%.
http://uselectionatlas.org/RESULTS/data.php?year=2008&datatype=national&def=vto&f=1&off=0&elect=0

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