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Diverse Wahlen

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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 14. März 2010 - 13:52 Uhr:   

Nur kurz zur Info (habe keine Zeit für ausführliche Infos + Links):

Heute finden zahlreiche Wahlen statt:

Landrats(stich)wahlen in Dillingen und der Uckemark
OB-Wahlen in Frankfurt (Oder) und Ravensburg
Gemeinderatswahlen in Vorarlberg, Tirol und Niederösterreich,
Kommunal- und Regionalwahlen in Russland,
die erste Runde der Regionalwahlen in Frankreich
und Parlamentswahlen in Kolumbien.

http://en.wikipedia.org/wiki/Electoral_calendar_2010
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlen_2010

http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?board=12.0

http://oesterreich.orf.at/
http://de.rian.ru/
http://info.france3.fr/elections/regionales-2010/

http://www.abyznewslinks.com/
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 15. März 2010 - 22:56 Uhr:   

In Frankreich gab es ja wirklich eine ziemlich deutliche Niederlage für Sarkozy.
Komisch ist, dass die Sozialisten selbst da mit den Grünen fusionieren, wo sie nahezu sicher auch ohne die Grünen gewinnen würden.
Soweit Figaro und Le Monde zu entnehmen, haben sich Sozialisten und Grüne (EE) bereits in folgenden Regionen auf eine Listenfusion geeinigt: Midi-Pyrénées, Poitou-Charentes, Lothringen, PACA (hier zusammen mit Linksfront), Champagne-Ardenne und Elsass. In den drei erstgenannten Regionen würde die Sozialisten in jedem Fall auch ohne Grüne gewinnen. In der Bretagne konnten sich PS und Grüne nicht einigen, hier gibt es ein Dreiecksrennen im 2. Wahlgang, das die Sozialisten aber so gut wie sicher gewinnen werden. Auch im Limousin wird es drei Listen im 2. WG geben, da die Linksfront selbständig antreten will - auch hier ist ein Sieg der Sozialisten trotzdem sicher. Der FN wird sich dort, wo er die 10% schaffte (Elsass, Burgund, Centre, Champagne-Ardenne, Franche-Comté, Languedoc-Roussillon, Lothringen, Nord-Pas-de-Calais, Haute-Normandie, Picardie, PACA, Rhône-Alpes) natürlich auch nicht zurückziehen.

Am spannendsten wird das Elsass, was auch die einzige Region ist, wo es ohne die Grünen definitiv keine linke Mehrheit gibt. Das Elsass war 2004 neben Korsika die einzige Region, wo die Linken nicht gewannen. Diesmal könnte es knapp werden, es ist aber wahrscheinlicher, dass die UMP gewinnt.
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Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2010 - 00:02 Uhr:   

Soweit ich das verstanden habe, haben EE die Verhandlungen schon so koordiniert, dass die PS nicht in einzelnen Regionen einfach so kneifen darf und dennoch in anderen auf grünes Wohlwollen setzen darf. Im Hinblick auf die nächsten Parlamentswahlen ist es auch klug, etwa in Midi-Pyrenées, wo die Linke im ersten Wahlgang zusammen über 60% hatte, dennoch die Partner einzubeziehen.
In der Bretagne sind die progressiven bretonischen Regionalisten auf der EE-Liste mit drauf. Vielleicht lag da das entscheidende Problem.
Die interessanten Verschiebungen betreffen vor allem die kleineren Parteien. Der FN wurde möglicherweise durch die UMP erst stark geredet, PCF und Verbündete stabilisieren sich auf mäßigem Niveau, die Grünen sind als EE erstmals auch außerhalb von EU-Wahlen flächendeckend erfolgreich, Modem hingegen ist klarer Verlierer. Politische Blockfreiheit ist in Frankreich offenbar nicht vermittelbar.
Im Elsass vermute ich auch, dass die UMP gewinnt. Da wird es trotz Dreierkonstellation wieder Wählerwanderungen aus Richtung FN geben. Und der knappe 3%-Abstand zwischen PS und EE macht die Fusion nicht einfacher.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2010 - 13:06 Uhr:   

@Thomas:
> In Frankreich gab es ja wirklich eine ziemlich
> deutliche Niederlage für Sarkozy.
So liest man das in den Schlagzeilen.

Ich kann das aber inhaltlich nicht so ganz nachvollziehen. Offenbar haben die Zeitungen das jetzige Ergebnis mit dem letzten Nationalergebnis verglichen - das ist aber methodischer Unfug.
Der korrekte Vergleich wäre natürlich der mit dem letzten Regionalwahlergebnis. Und da hat die UMP zwar verloren, aber deutlich weniger als die PS.

Na ja, ausschlaggebend ist ohnehin erst der zweite Wahlgang.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2010 - 17:03 Uhr:   

"Und da hat die UMP zwar verloren, aber deutlich weniger als die PS."
Hä? Das verstehe ich nun wieder nicht. Die PS hat landesweit eher leicht gewonnen als verloren. Das Problem ist, daß die PS häufig zusammen mit anderen Parteien antrat - das aber regional und im Zeitverlauf in unterschiedlichen Kombinationen. Im Gegensatz zu 2004 traten die Grünen nirgends zusammen mit der PS an, was schon einen erheblichen Teil der scheinbaren Verluste der Sozialisten erklärt.
Als Beispiel mal Île-de-France: 2004 erreichte die Liste aus PS, Les Verts, MRC und PRG im ersten Wahlgang 31,95%. Diesmal kamen PS, MRC und PRG auf 25,26% und Europe Écologie auf 16,58%. Von einem Verlust für die Sozialisten kann man da nicht sprechen.


"Soweit ich das verstanden habe, haben EE die Verhandlungen schon so koordiniert, dass die PS nicht in einzelnen Regionen einfach so kneifen darf und dennoch in anderen auf grünes Wohlwollen setzen darf."
Sollen die elsässischen Grünen einen möglichen Machtwechsel verhindern, nur weil sich am anderen Ende Frankreichs Sozialisten und Grüne nicht einigen können? Wie gesagt, werden die Grünen nur im Elsass von den Sozialisten in jedem Fall gebraucht. In der Hälfte der Regionen reicht es in jedem Fall auch ohne die Grünen, in den anderen (außer Korsika, dort gibt es aber keine Mehrheitsprämie) sind die Chancen ohne Grüne ebenfalls ziemlich gut. Die Grünen haben also kein echtes Drohpotential. Inzwischen haben sich PS und EE wohl in allen Regionen außer der Bretagne geeinigt.

"Im Hinblick auf die nächsten Parlamentswahlen ist es auch klug, etwa in Midi-Pyrenées, wo die Linke im ersten Wahlgang zusammen über 60% hatte, dennoch die Partner einzubeziehen."
Aus Sicht der Sozialisten nicht. Die Grünen haben - auch bei gutem Abschneiden - kaum eine Chance, in einer nennenswerten Anzahl Wahlkreisen in den 2. Wahlgang zu kommen, wenn sie nicht mit den Sozialisten paktieren. Den Grünen bleibt also gar nichts anderes übrig als entweder mit den Sozialisten Absprachen zu treffen oder keine oder fast keine Sitze zu bekommen. Platt gesagt: PS Koch - EE Kellner.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2010 - 21:54 Uhr:   

PS und Grüne fusionieren in allen Regionen (im europäischen Kernland) außer Bretagne. Da, wo eine Liste der extremen Linken 5% schaffte, fusionieren die Sozialisten auch mit diesen, mit Ausnahme von Limousin und Picardie.
Eine besondere Situation gibt es in Languedoc-Roussillon. Der sozialistische Regionalpräsident Georges Frêche war 2007 aus der Partei ausgeschlossen worden. Er bekam mit seiner Liste 34,3%, während die PS nur 7,7% bekam und damit am 2. Wahlgang nicht teilnehmen kann. Frêche wird den 2. Wahlgang sicher gewinnen.
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Wahlwatcher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2010 - 00:19 Uhr:   

Ist Frêche damals nach rechts (wie Kouchner) oder nach links (wie Mélenchon) ausgetreten? Oder haben andere Gründe eine Rolle gespielt? (als "Rechtsabweichler" könnte er ja auch mit den Konservativen paktieren).

Interessant ist auch die Frage, warum Modem gegenüber der Präsidentschaftswahl 2007 so viel verloren hat - trotz Verhältniswahlrecht & der Möglichkeit, als bürgerliche Alternative zu Sarkozy durchaus zu punkten.
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Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2010 - 12:06 Uhr:   

Bei den Fusionsverhandlungen war der für EE entscheidende Unterschied, ob sie über oder unter 10% lagen. Bei einer Situation wie in Rhône-Alpes, wo EE 18% hatte und ein Quadrangulaire unberechenbar gewesen wäre, hat der kleinere Fusionspartner sehr wohl eine gute Position. In der Brétagne war es auch deswegen für EE ein Leichtes, auf die eigenwilligen Vorstellungen des Regionspräsidenten nicht einzugehen, weil sie im zweiten Wahlgang auch so dabei sind. In der Aquitaine hingegen hat EE nicht viel erreicht.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2010 - 16:46 Uhr:   

"Bei den Fusionsverhandlungen war der für EE entscheidende Unterschied, ob sie über oder unter 10% lagen."
Das Entscheidende ist weniger das Abschneiden der Grünen, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass die Sozialisten auch ohne sie gewinnen. In der Bretagne waren die Grünen ja über 10%. Dennoch war ihre Verhandlungsposition schlecht, weil sich die Sozialisten des Sieges sicher sein können. Das ist auch in Aquitanien so und wäre auch nicht anders, wenn EE 10% geholt hätte. In Rhône-Alpes und Île-de-France könnten sich die Sozialisten dagegen nicht sicher sein ohne EE, wobei auch dort die Siegchancen ohne EE noch klar über 50% läge


"Ist Frêche damals nach rechts (wie Kouchner) oder nach links (wie Mélenchon) ausgetreten?"
Er wurde rausgeschnissen wegen negativer Äußerungen über Afrikaner.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. März 2010 - 18:02 Uhr:   

Umfrage Elsass für 2. Wahlgang

UMP 43,5%
PS+EE 43,5%
FN 13%
http://info.france2.fr/elections/regionales-2010/sondage-le-scrutin-s-annonce-serre-en-alsace-61925698.html
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 19. März 2010 - 18:22 Uhr:   

Umfrage für Korsika.

Hier gelten besondere Wahlrechtsbestimmungen.

Wenn es für Sarkozy schlecht läuft, gewinnt das Regierungslager im Kernland in keiner Region. Nur im fernen und fast menschenleeren Französisch Guayana ist ein Sieg sicher.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 21. März 2010 - 20:34 Uhr:   

In Elsass gibt es wohl keinen Wechsel, womit dann für Sarkozy das Totaldesaster abgewendet wäre. Eine linke Mehrheit im Elsass wäre auch fast so wie ein SPD-Ministerpräsident in Bayern.
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Kay Karpinsky
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 22. März 2010 - 15:47 Uhr:   

Die Veränderungen gegenüber 2004 sind am Ende gar nicht so riesig wie das, was die Medien jetzt draus machen. PACA und Champagne-Ardenne hätte die Linke ohne Triangulaire mit FN wohl nicht gewonnen, in Franche-Comté hätte es vermutlich noch gereicht. Im Elsass fällt auf, dass im Vergleich der zweiten Wahlgänge 2004 und 2010 der FN stark verloren hat und diese Wähler vermutlich die UMP gestützt haben.
In der Brétagne scheint die Entscheidung von EE, separat anzutreten, richtig gewesen zu sein. Zusammen hat Linksgrün da jetzt über 67%, das sind Midi-Pyrénées-Verhältnisse.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 22. März 2010 - 21:02 Uhr:   

"Die Veränderungen gegenüber 2004 sind am Ende gar nicht so riesig wie das, was die Medien jetzt draus machen."
Richtig. In einigen Regionen haben die Linken nur minimal gewonnen, in PACA sogar leicht verloren. Landesweit hatten die Linken im 2. WG 54,1% gegenüber 50,7% vor 6 Jahren, wobei die Konkurrenzsituation damals aber in einigen Regionen anders (und für die Linken eher ungünstiger) war.


"PACA und Champagne-Ardenne hätte die Linke ohne Triangulaire mit FN wohl nicht gewonnen, in Franche-Comté hätte es vermutlich noch gereicht."
Sehe ich ähnlich. Bei PACA, würde ich aber nicht ausschließen, dass die Linken auch ein Zweierrennen knapp gewonnen hätten. Nicht wenige FN-Anhänger hätten gar nicht oder ungültig gewählt.


"Im Elsass fällt auf, dass im Vergleich der zweiten Wahlgänge 2004 und 2010 der FN stark verloren hat und diese Wähler vermutlich die UMP gestützt haben."
Klingt plausibel, andererseits hat der FN absolut wesentlich mehr Stimmen bekommen als im ersten Wahlgang (89832 gegenüber 70173). Das ist vergleichbar mit dem Trend in anderen Regionen. Die UMP dürfte eher durch die Mobilisierung von Nichtwählern am Ende doch relativ klar gewonnen haben.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 22. März 2010 - 22:26 Uhr:   

"PACA und Champagne-Ardenne hätte die Linke ohne Triangulaire mit FN wohl nicht gewonnen..."

Zumindest laut Umfragen hätte die Linke in diesen Regionen trotzdem relativ deutlich gewonnen:

http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lection_r%C3%A9gionale_de_2010_en_Provence-Alpes-C%C3%B4te_d%27Azur#Sondages
http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lection_r%C3%A9gionale_de_2010_en_Champagne-Ardenne#Sondages

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