| Autor |
Beitrag |

b.schütt Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. September 2009 - 21:03 Uhr: | |
So ganz verstehe ich die Aufregung über das sog. Kanzlerduell nicht - ist es doch nur eine unter zahllosen TV-Debatten zur Bundestagswahl. Heute laufen wieder zwei - eine im ZDF um 19.30 Uhr und eine im Ersten um 21.00 Uhr. Der Nachteil der sogenannten "Elefantenrunde" ist, daß bei 5 oder 6 teilnehmenden Politikern und einer begrenzten Sendezeit der einzelne Kandidat kaum die Möglichkeit hat, seine Positionen auch nur halbwegs ausführlich darzulegen. Im Kanzlerduell konnten Merkel und Steinmeier jeweils ca. 5 - 6 Minuten zur Gesundheitspolitik Stellung nehmen, in einer Elefantenrunde hätte man nur 1 - 2 Minuten Zeit. Die Idee des "open ends" ist nicht realistisch, nach spätestens 2 Stunden würden die Zuschauer reihenweise ermüdet abschalten. Deshalb bin ich der Meinung, daß auch das Format des Kanzlerduells seine Berechtigung hat. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Montag, 14. September 2009 - 22:38 Uhr: | |
Auf jeden Fall war das "Duell" der Spitzenkandidaten der Oppositionsparteien heute abend, Westerwelle (FDP), Trittin (Grüne) und Lafontaine (Linkspartei) wesentlich spannender, informativer und interessanter als das "Yes, we gähn" (Bild-Zeitung)"Duell" von Frau Merkel und Herrn Steinmeier. Daher denke ich nach wie vor, eine Debatte aller Spitzenkandidaten vor der Wahl - meinetwegen mit Open End aber zumindest mit der Dauer von 3 Stunden, damit alle wesentlichen Aspekte diskutiert werden können - wäre angebracht und würde unserem politischen System auch besser entsprechen als dieses "Duett" zwischen Kanzlerin und Vizekanzler. |

b.schütt Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. September 2009 - 22:51 Uhr: | |
"Auf jeden Fall war das "Duell" der Spitzenkandidaten der Oppositionsparteien heute abend, Westerwelle (FDP), Trittin (Grüne) und Lafontaine (Linkspartei) wesentlich spannender, informativer und interessanter als das "Yes, we gähn" (Bild-Zeitung)"Duell" von Frau Merkel und Herrn Steinmeier." Das lag aber zu einem großen Teil an dem völlig anderen Konzept: Es gab keine strengen Zeitbegrenzungen, es gab die Möglichkeit zur Gegenrede, ja, es entwickelte sich stellenweise eine lebhafte Diskussion, und zwar unter den Kandidaten. Wenn dagegen einer der Kandidaten beim Kanzlerduell noch etwas erwidern wollte, hieß es gleich, "das geht aber von Ihrer Redezeit ab". Mit solchen Regeln wäre auch die heutige Dreierrunde langweilig geworden! Nicht schön war heute Abend das sehr sterile Ambiente ohne Publikum. |

wählerchen Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 14. September 2009 - 23:19 Uhr: | |
Merkel hat doch die Berliner Runde mit allen Spitzenkandidaten am Donnerstag im ZDF gerade abgesagt - sie scheint sich wohl nicht zu trauen, jetzt muss Wulff sie vertreten... |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 09:57 Uhr: | |
@Martin_D: > Helmut Kohl war es, der sich bei seinen > letzten Wahlkämpfen 94 und 98 der Tradtion > der Elefantenrunde verweigert hat ... Richtig. Aber das "Duell" ist trotzdem eine Erfindung Schröders (bzw. eine Kopie des US-Duells). > 2002 hat Westerwelle nach meiner Erinnerung > keineswegs eine Elefantenrunde unter > Einschluss der Grünen und Linke gefordert, ... Nachdem die Sender auf Druck des Kanzleramts eine Extra-Sendung für die "Kanzlerkandidaten" planten, hat Westerwelle das eben beim Wort genommen ("call the bluff" nennt man das beim Poker). PDS und Grüne hätten das natürlich auch machen können. Daß die Sender das abgelehnt haben zeigte, daß sie ihre eigene Begründung nicht ernst nahmen. 2005 war Schröder dann schon so auf dem absteigenden Ast (er hatte praktisch mit den Neuwahlen das Handtuch geworfen), daß er den Spielplan nicht mehr alleine diktieren konnte. > Dieses mal sieht es so aus, dass eine > Elefantenrunde nicht zu Stande kommt, weil > Frau Merkel sich ihr offenbar verweigert ... Sieht so aus. Und Merkel kann diese (m. E. peinliche) Verweigerung durchsetzen, weil sie wohl auch nach der Wahl Kanzlerin bleiben wird - da kuschen die Sender. Insgesamt ist das Alles ein Beleg für die Defizite der deutschen Medienlandschaft - echter Journalismus, insbesondere regierungskritischer, findet kaum statt. |

Beobachter Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 11:08 Uhr: | |
Offensichtlich gibt es hier mehrere "Beobachter". Ich wollte nur kurz darauf hinweisen, daß der obige Beitrag vom 14. September 2009, 19.45 Uhr, der ebenfalls von einem "Beobachter" stammt, nicht von mir ist. Ich werde das weiter beobachten... |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 13:00 Uhr: | |
Niemand ist gezwungen, sich so etwas anzuschauen. Ich persönlich habe keine einzige Fernsehdiskussion zur Bundestagswahl bisher gesehen und habe wirklich nicht den Eindruck, was verpaßt zu haben. Das Kanzler-"Duell" mit diesen beiden Schlaftabletten, die außerdem noch beide in der Regierung sitzen, da konnte sich wirklich jeder ausrechnen, daß null Erkenntnisgewinn (da bloß längst bekannte Argumente und Floskeln wiederholt werden, Experimente sind dort am allerwenigsten zu erwarten) und Langeweile sicher sind. Wenn völlig unerwartet doch etwas überraschendes passieren sollte, würde das hinterher von den Medien schon hinreichend breitgetreten. Daß die Kandidaten geborene Langweiler sind, verständlicherweise um keinen Preis Fehler machen wollen und man sich wegen der gemeinsamen Regierung schlecht Versäumnisse um die Ohren hauen können, ist dem Format schon abträglich genug. Wenn das dann noch vier Sender organisieren, dann verderben natürlich zu viele Köche den bereits verdorbenen Brei noch mehr. Die Sekundenzählerei finde ich auch lächerlich. 2002 wurde hinterher sogar die Krawattenfarbe(n) von Schröder und Stoiber analysiert - darauf hatte die Nation ja auch gewartet;-) Die Zuschauerzahl ging gegenüber 2005 von 21 auf 14,2 Mio. zurück. Die einzig wirksame Waffe gegen schlechtes Programm ist die Fernbedienung. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 15:21 Uhr: | |
> Niemand ist gezwungen, sich so etwas > anzuschauen. Aber ich bin gezwungen, den Quatsch zu bezahlen. Die Ausrede mit dem "Qualitätsjournalismus", für den wir angeblich GEZ zahlen müssen, wird immer fragwürdiger. Bei den immer noch 14 Millionen Zuschauern dürften sowohl Union wie SPD eher Minuspunkte gemacht haben. Jedenfalls habe ich bisher keine Stimmen gehört, die der Diskussion irgendetwas abgewinnen können - die Veranstaltung war offenbar ein echter Tiefpunkt. Interessant übrigens: Beide Kandidaten haben ja offenbar regelmäßig darauf abgehoben, daß "neoliberale" Politik nicht zum Zuge kommen dürfe - während sie die gemeinsame Politik der letzten Jahre gelobt haben. Gleichzeitig setzen beide Seiten darauf, eben diese Politik (bzw. die sie tragende Koalition) abzulösen - durch eine Koalition mit der FDP. Das ist doch keinem Wähler mehr zu vermitteln, insbesondere von Seiten der SPD. |

Donnerchen Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 15:36 Uhr: | |
Ich kann die Kritik am Kandidatendisput auch nicht wirklich verstehen. Auch wenn es diesmal 'nur' 14Mio. Zuschauer waren, entspricht dies doch knapp einem Viertel aller Wahlberechtigten. Nimmt man noch 'überzeugte' Nichtwähler raus, wurde die Vorstellung der einzigen beiden möglichen Kanzler breit angenommen. Wenn Herr Westerwelle 2013 zu einer Koalition mit PDS, Grünen und Piraten bereit ist ("8 Jahre schwarz-rot sind genug"; ich tagge hiermit den Begriff Lidschatten-Koalition), wird er sicher auch als möglicher Kanzler eingeladen. Aber solange die FDP keine Koalition ausschließt (trotz natürlich offensichtlicher Präferenzen), da man sich die konkrete Koalitionszusage für den Parteitag am kommenden Wochenende bewußt aufsparte, kann eine Ampel nicht ausgeschlossen werden. 'Florian das Original' schrieb: "Steinmeier ist ja nur ein Zählkandidat." Gezählt wird nach der Wahl... lass einen durchgeknallten Mehmet kurzfristig durch eine 'kriminelle Ausländer'-Debatte die Werte der Rechtsextremisten um zwei Prozent anschwellen, oder, oder, oder. "Elefantenrunde", "Spitzenkandidaten der Oppositionsparteien": Naja, das kann ich immer haben, so ca. 4mal die Woche in leicht unterschiedlicher Besetzung. Ich sehe den Punkt nicht: sie werden nach dieser Wahl keine Regierung führen und haben daher auf einer Kandidatendebatte nichts verloren. Beschweren über zu wenig Sendezeit können sie sich ja wohl bisher wirklich nicht, IMHO. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 16:15 Uhr: | |
@Donnerchen: > sie werden nach dieser Wahl keine Regierung > führen und haben daher auf einer > Kandidatendebatte nichts verloren. Die Bundestagswahl ist aber keine Personenwahl (nur auf Wahlkreisebene), eine Kandidatendebatte ist daher schon von Beginn an das falsche Konzept (wurde ja auch blind aus den USA kopiert - dort aber paßt es, hier nicht). In erster Linie werden Parteien gewählt, deren Inhalte und Ziele, auch ihre strategische Ausrichtung, sind daher vor der Wahl die wichtigsten Themen. Die Aufteilung dieser Parteien auf verschiedene Diskussionsrunden ist völliger Unfug. |

PNK Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 16:30 Uhr: | |
@Ralf A. "Die Bundestagswahl ist aber keine Personenwahl" Dass aber die/der KanzlerIn schon wichtiger ist als die normalen Abgeordneten ist doch schon so. Gleiches gilt für die Franktionsvorsitzenden / Spitzenkandiadaten der kleinen Parteien in abgeschwächter Form. Natürlich geht es bei jeder BTW darum, wer KanzlerIn wird, das ist schon seit Adenauer so (auf den Kanzler kommt es an...). Darum finde ich das Kanzlerduell völlig in Ordnung (und auch das "Vizekanzlerduell" gestern) und die Lehre aus dem disjährigen ist nunmal: SPD und Union haben relativ wenig inhaltliche und personelle Unterschiede. FDP, Grüne und Linke haben zwar auch nicht mehr so große Unterschiede wie vor 10 Jahren, sie wurden aber gestern nicht müde, die Unterschiede zu betonen. Das fand ich nun auch recht durchsichtig. |

Donnerchen Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 16:58 Uhr: | |
@Ralf Arnemann: "Die Bundestagswahl ist aber keine Personenwahl" Kürzer noch als bei PNK: Die Bundestagswahl ist mittelbare Personalwahl des Bundeskanzlers. "falsche Konzept": Jede Idee hat ihre Zeit und verqualmte Elefantenrunden haben sich auch überlebt. "blind aus den USA kopiert": Bei 21 oder 14 Mio. Zuschauern bin ich sicher, dass es auch beim nächsten Mal wieder erfolgreich gesendet werden wird. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 17:09 Uhr: | |
"Natürlich geht es bei jeder BTW darum, wer KanzlerIn wird, das ist schon seit Adenauer so (auf den Kanzler kommt es an...)." Es ging nie nur darum, wer Kanzler wird. Diesmal geht es darum sogar wesentlich weniger als sonst, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Amtsinhaberin im Amt bleiben. Die einzig nicht komplett unrealistische Alternative wäre die Linksfront, dann hieße der Kanzler aber wohl auch nicht Steinmeier. "FDP, Grüne und Linke haben zwar auch nicht mehr so große Unterschiede wie vor 10 Jahren, sie wurden aber gestern nicht müde, die Unterschiede zu betonen. Das fand ich nun auch recht durchsichtig." Grüne und Linke sind sich tatsächlich inhaltlich ähnlich. Zwischen diesen beiden und und der FDP besteht aber zweifelsohne tiefer Dissens und der ist auch nicht kleiner geworden. Eine Diskussionsrunde vor der Wahl ist natürlich nicht dazu da, Gemeinsamkeiten zu betonen. Der noch nicht festgelegte Zuschauer will doch gerade wissen, wo sich die Parteien unterscheiden und die Parteipolitiker müssen die Unterschiede herausstellen. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 18:10 Uhr: | |
@PNK: > FDP, Grüne und Linke haben zwar auch nicht > mehr so große Unterschiede wie vor 10 Jahren Wie kommst Du darauf? Ich weiß nicht mehr, wo die PDS damals stand. Es mag sein, daß die sich inzwischen etwas dem linken Mainstream (also den Positionen von SPD und Grünen) angenähert haben. Aber die FDP steht heute deutlich weiter weg von linken Positionen als vor 10 Jahren, die Unterschiede gerade auch zu den Grünen sind eher größer geworden. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 18:13 Uhr: | |
@Donnerchen: > Die Bundestagswahl ist mittelbare > Personalwahl des Bundeskanzlers. Nicht mehr als früher. > verqualmte Elefantenrunden haben sich > auch überlebt. Der Qualm hat sich überlebt - aber gerade wegen des Hinzukommens einer weiteren Partei ist es noch wichtiger geworden, das Gesamtspektrum zu zeigen. > Bei 21 oder 14 Mio. Zuschauern bin ich > sicher, dass es auch beim nächsten Mal > wieder erfolgreich gesendet werden wird. Dieses Mal war es auf jeden Fall nicht erfolgreich. Die Reaktionen sind einhellig negativ bis zum völligen Verriß. Ich glaube nicht, daß das in dieser Form (noch dazu auf den vier größten Sendern!) wiederholt wird. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 18:18 Uhr: | |
Wenn ich noch einmal die Argumentation der Opposistionsrunde nachvollziehe, frage ich mich, wie eigentlich die Grünen ihre Wähler mobilisieren werden. Die Stimmung für die Grünen ist günstig (vor allem wegen der Schwäche der SPD), aber es ist doch inzwischen klar geworden, daß die Grünen sicher im Parlament sein und sicher in der Opposition landen werden. Jedenfalls wenn man ihnen die Absage an die Linksfront glaubt. Im Prinzip ist es also ziemlich unwichtig, ob sie einige Stimmen mehr oder weniger kriegen, die Motivation für einen grün Gesinnten, am Wahltag auch wirklich den Hintern hochzukriegen und zur Urne zu gehen ist deutlich schwächer als bei den anderen vier Parteien. Kann gut sein, daß sie sich weiter über gute Umfragewerte freuen können, dann aber am Wahlabend etwas enttäuscht sind. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 18:59 Uhr: | |
"Im Prinzip ist es also ziemlich unwichtig, ob sie einige Stimmen mehr oder weniger kriegen, die Motivation für einen grün Gesinnten, am Wahltag auch wirklich den Hintern hochzukriegen und zur Urne zu gehen ist deutlich schwächer als bei den anderen vier Parteien." Ähnlich kann man auch bei den Kommunisten-Anhängern argumentieren. Andererseits könnte die Gegnerschaft zu Schwarz-Gelb mobilisieren. Mit ihrer Taktik, möglichst wenig Inhalt zu bringen und den Ball flach zu halten erreicht Merkel aber, daß man Schwarz-Gelb nicht so leicht als "neoliberales" Schreckgespenst aufbauen kann. Ich schätze, daß die Wahlbeteiligung relativ niedrig sein wird. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 19:41 Uhr: | |
@Thomas: > Ähnlich kann man auch bei den > Kommunisten-Anhängern argumentieren. Rein Koalitionstaktisch schon - aber das ist bei denen wohl kein wichtiges Argument. Die wollen ihre Partei etablieren, der SPD eins reinwürgen, sich für Hartz IV rächen etc. und sind generell empfänglich für die maximalistischen Forderungen. Eigentlich sehe ich derzeit die Motivation bei Linken und bei Liberalen am höchsten, die werden ihr Potential ziemlich komplett ausschöpfen. Mit etwas Abstand folgt die Union, bei denen zwar viele Wähler unzufrieden sind, die aber auf ein Ende der ungeliebten GroKo hoffen können. Und die Unionswähler sind seit jeher die "pflichtbewußtesten". Dagegen hat die SPD enorme Probleme, außerhalb der engsten Stammwählerschaft etwas zu reißen, die Mobilisierungsdefizite sind enorm, die Unzufriedenheit groß und die Aussichten sind trübe. Nur ist das wohl alles schon in den Umfragewerten eingearbeitet, weil eben auch kein neues Phänomen (siehe Europawahl). Bei den Grünwählern sehe ich dagegen keine konkrete Unzufriedenheit mit ihrer Partei, die sich in Umfragen niederschlagen würde. Aber außerhalb der Stammwähler ist eben schon die Frage, was Wahlbeteiligung denn bringen soll - bißchen Symbol setzen oder FDP ärgern ist keine tolle Motivation. Ich rede hier ja schließlich von den Wählern oberhalb der 8% in den Umfragen. Also von Leuten, die bisher bei Bundestagswahlen noch nie Grüne gewählt haben, sich das jetzt aber vorstellen können. Solche vagen Sympathisanten auch wirklich anzudocken ist nicht leicht. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 20:01 Uhr: | |
Was die Grünen angeht, so profitieren sie m.E. von der Angst, dass der sogenannte "Atomkonsens", also die Vereinbarung zwischen Atomindustrie und rot-grüner Regierung aus dem Jahre 2001, durch eine Koalition von Union und FDP wieder rückgängig gemacht werden könnte. Genau diese Wähler will ja auch Bundesumweltminister Gabriel (SPD) mit seiner Gorleben-Debatte mobilisieren - und ich denke schon, dass er dies mit einigem Erfolg tun kann. Ich sehe also durchaus Mobilisierung bei den Grünen-Wählern. Ich selber sehe eher das Problem, dass die Gruppe der sogenannten "unentschlossenen" Wähler, die 1998 Schröder ins Amt halfen und letztlich auch 2002 und 2005 für die SPD mobilisiert werden konnten - dieses Mal nicht zur Wahl gehen könnten. Gerade weil für viele dieser Wähler Steinmeier und Merkel schlicht austauschbar sind. Aber ich sage nochmal: ich traue - nach 2002 und 2005 - keiner Umfrage mehr, nur noch dem Wahlergebnis selbst, wobei ich nach wie vor glaube, dass aufgrund der Überhangmandate für die Union es wahrscheinlich für Union und FDP für eine absolute Mehrheit der Parlamentssitze im neuen Bundestag ausreichen wird - egal, ob sie nun wirklich eine Stimmenmehrheit erreichen werden oder nicht. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Dienstag, 15. September 2009 - 20:02 Uhr: | |
Beim Thema "Motivierungsprobleme bei der SPD" dürften die neuen Eskapaden Steinbrücks nicht hilfreich für die Partei sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649233,00.html Obwohl er natürlich recht hat und deswegen werden die Wähler ihm das viel eher glauben als die Dementis der Parteispitze. |
|