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Archiv bis 17. März 2009

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Landtagswahlen in Deutschland » Freie Wähler Erfolgsaussichten » Archiv bis 17. März 2009 « Zurück Weiter »

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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 15:48 Uhr:   

In Bayern wählt schon seit 2005 keiner mehr PDS. Genau wie auch sonst überall in Deutschland. Durch den Zuzug von Menschen nach Bayern ändern sich deren Lebensumstände, Bedürfnisse und nicht zuletzt auch ihre politischen Kalkulationen mit der Zeit.

Wenn so ein leistungswilliger und -fähiger Sachse in eine bayrische Armutsregion zieht und dort mit seinem Geld eine neue Produktion aufziehen will, dann kann es schon sein, dass er aus Opportunitätsgründen nicht mehr FDP oder Linke wählt, sondern eine Partei, die sich leichter über den Tisch ziehen lässt. Mit dem höheren Gewicht Bayerns in der Gesamtwählerschaft braucht die CSU in Bayern e.V. nicht mehr so hohe Stimmenanteile, um ihren Stimmenanteil in der Gesamtwählerschaft Deutschlands zu halten. Trotzdem muss man damit rechnen, dass charismatische Führer wie Horst Seehofer oder Ludwig Spaenle der SPD noch so manches Prozent abjagen werden - Zuzüge hin oder her. Gefahr für die CSU-Abgeordneten im Europaparlament besteht bis auf weiteres nicht.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 18:54 Uhr:   

"In Bayern wählt schon seit 2005 keiner mehr PDS. Genau wie auch sonst überall in Deutschland. "

Sorry, aber es ist gar nicht so leicht, mit diesen ständigen Umbenennungen der SED Schritt zu halten.
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ABC
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 19:03 Uhr:   

Dann wird es aber Zeit, sich mal der Realität anzupassen und die Parteri so zu nennen, wie sie heißt. Alles andere ist als ernst zu nehmende Auseinandersetzung schlicht weg zu billig.
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 19:09 Uhr:   

Heißt sie immer noch "die Partei"?
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 19:18 Uhr:   

Das die "überdurchschnittlich leistungswilligen vermutlich UNION wählen" halte ich für eine schöne These.

Die Praxis sieht allerdings etwas anders aus.
Erst Recht bei sog. Zugewanderten aus anderen Bundesländern.
Demnach müßte dann in den verlierenden Bundesländern(in den von Abwanderung betroffen) würde man die These fortführen, die Union im Sinkflug sein, weil Ihre Wähler ja abwandern, gen Süden.

Davon abgesehen gibt es mittlerweile sehr viele Wechselwähler gerade unter den o.G. Leistungswilligen und- fähigen.

Auf lange Sicht wird sich die CSU daran gewöhnen müssen eine "ganz normal Partei" zu sein, die sich ihre Partner suchen muß oder sogar mal irgendwann auf die Oppositionsbank muß.

Der Stimmenverlust der CSU in Bayern ist ein urbayerisches Problem, das hat nichts mit den Neubürgern, dort zu tun.Denn man hat es geschafft selbst die Bauern und das Landvolk dort gegen sich auf zu bringen.
Und die Wandern ja nicht nur aus Sachsen aus.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 20:29 Uhr:   

@ Saalemax:

Jetzt mal ganz ohne Polemik:

Wenn man überdurchschnittlich leistungsfähig und -willig ist, wird man tendenziell weniger Umverteilung befürworten (weil Umverteilung typischerweise von den viel Leistenden zu den weniger Leistenden erfolgt).

Innerhalb des deutschen Parteienspektrums steht die Union für (vergleichsweise) wenig Umverteilung.

Entsprechend wäre es für einen überdurchschnittliche Leistungsfähigen und -willigen Wähler rational (tendenziell) Union zu wählen. ("Tendenziell" schreibe ich deshalb, weil es natürlich noch andere wahlrelevante Kriterien geben kann, die dies überlagern können).
Insofern halte ich meine obige These nicht für ganz abwegig.

"Demnach müßte dann in den verlierenden Bundesländern(in den von Abwanderung betroffen) würde man die These fortführen, die Union im Sinkflug sein, weil Ihre Wähler ja abwandern, gen Süden."

Tja, so ist es es doch auch.
SPD und Linkspartei haben doch in Regionen mit überdurchschnittlich vielen Transferempfängern auch (tendenziell) überdurchschnittliche Wahlerfolge.

"Der Stimmenverlust der CSU in Bayern ist ein urbayerisches Problem, das hat nichts mit den Neubürgern, dort zu tun"

Richtig. Sehe ich auch so.
Der Wanderungseffekt kann schon allein mathematisch die Stimmenverluste der CSU bei der Landtagswahl nicht erklären.

"Die Praxis sieht allerdings etwas anders aus. "
Und wie ist die Praxis Deiner Meinung nach?
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 20:52 Uhr:   

genau dieser These folgend....

begründend..ist auch bis auf in Berlin ain allen Ost-Landern die Union an der Regierung oder mit im Boot.

Wir haben ,sehr sehr viele Leistungsträger hier im Osten, und das gute daran ist, wir sind stolz darauf !
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 02. März 2009 - 23:07 Uhr:   

Jetzt mal ganz ohne Polemik:

"Wenn man überdurchschnittlich leistungsfähig und -willig ist, wird man tendenziell weniger Umverteilung befürworten (weil Umverteilung typischerweise von den viel Leistenden zu den weniger Leistenden erfolgt)."

Von solcher Wochenmagazin-Soziologie sollte man doch Abstand nehmen. Man erfindet sich da passend zu Wähleranalysen irgendwelche zum Wahlergebnis passenden Zusammenhänge, denen man schon nach der nächsten Trendwende neu hinterhererklären muss. Wenn es irgendeinen bedeutenden Zusammenhang von sozialer Lage und Wahlverhalten größerer Aggregate gibt, dann muss man sich schon wundern über die Wählerzusammensetzung. Es wählen sowohl solche die NPD, die massiv Geld, Prestige, Arbeit und Bildung mitbekommen haben als auch solche, denen es an all dem mangelt. Ebenso findet sich in den Volksparteien der Senior neben dem Jugendlichen, der Student neben dem Ungelernten, der Bürgerrechtler neben dem Empfänger des Karl-Marx-Ordens und der kriminelle Steuervermeider neben dem hochmoralischen Familienvater, der dessen Problem überhaupt erst gern mal hätte. In minderem Maße natürlich auch Frauen. Tendenziell sind die Wähler im Verhältnis zur Gesellschaft eher alt als jung, eher durchschnittlich und integriert als randständig und ungewöhnlich und eher ideologisch gebunden als der Rest.

Aus einer guten oder schlechten wirtschaftlichen Lage folgt erst einmal überhaupt nichts. Ich kann aus Angst vor "dem Parteiensumpf" die Freien Wähler unterstützen oder gerade deshalb, weil die leichter einzukaufen sind als Kreisverbände ideologisch verankerter Großparteien. Ich kann die Grünen wählen, weil ich es mir leisten kann oder die Grünen verachten, weil sie der Wirtschaft schaden. Ich kann die FDP wählen, weil sie gnadenlosen Lobbyismus für meine Branche betreibt oder die FDP schädlich finden, weil sie strategisch entscheidende Stützpfeiler für Deutschlands Zukunft demontiert. Ich kann die NPD toll finden, weil sie mietminderndes Klientel aus meinem Viertel fern hält oder sie nicht mögen, weil sie meine Angestellten verängstigt und dem Image der Produkte meiner Region schadet. Ich kann die SPD und den DGB toll finden, weil sie Löhne gedrückt und Sozialleistungen abgebaut hat, wie es die Regierung vor ihr nie gewagt hätte. Ich kann die SPD auch genau dafür verachten und ihre Wähler gleich mit, weil sie sich sowas gefallen lassen. Und so weiter und so fort, bis zu den Yogafliegern und der APPD. Keine große Partei verzichtet freiwillig auf die Arbeitslosen, Rentner, Geringverdiener, Beamten, Rechtsanwälte und Kranken unter ihren Wählern. Keine stellt sich hin und sagt: "Für euch sind wir nicht da". Und allesamt kriegen sie ihre Portion ab. So auch die Freien Wähler. Warum die in der einen Stadt mehr von dieser und in der anderen Stadt mehr von jener sozialen Einsortierung getragen werden, das ist Stoff für die Wochenzeitungen. Ernstere Betrachtungen verdient sowas auch nicht. Es ist noch keiner einer Steuer entgangen, indem er gewählt hat.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 03. März 2009 - 10:07 Uhr:   

@Ralf Lang:
Du hast ja recht, daß im Einzelfall alle möglichen Kombinationen existieren.
Wir reden hier aber über größere Wählergruppen und daher über statistisch relevante Phänomene.

Und da ist es natürlich schon so, daß die Empfänger des Karl-Marx-Ordens überproportional bei den linken Wählern zu finden sind und vergleichsweise selten bei der FDP.
Und wer gut verdient und viele Steuern zahlt wählt signifikant häufiger Parteien, die für Steuersenkungen eintreten - bei Transferempfängern ist die Tendenz umgekehrt.

Auch die sehr unterschiedlichen Parteipräferenzen von Berufsgruppen sind ja bekannt.
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Mitdenker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 03. März 2009 - 10:15 Uhr:   

Wie können die Freien Wähler die Wahlberechtigten an sich binden?
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 03. März 2009 - 10:16 Uhr:   

@ABC:
> Dann wird es aber Zeit, sich mal der Realität
> anzupassen und die Parteri so zu nennen, wie
> sie heißt.
Da gibt es zwei Probleme.

Zum Einen ist der Name nach der letzten Umbenennung für eine politische Diskussionen sehr unpraktisch.
Wenn sich die PDS in ABC umbenannt hätte, würde man das ja problemlos verwenden können (und dann würden das wohl auch fast alle tun).
Aber "Die Linke" führt halt leicht zu Mißverständnissen, weil natürlich auch SPD und Grüne Linke sind, oder es in beiden Parteien Linke gibt (als Parteiflügel).
Da weiter die Bezeichnung PDS zu verwenden macht es in vielen Fällen einfach nur klarer, was gemeint ist (und wenn man polemisch sein will, sagt man ohnehin SED).

Zum Zweiten muß man die propagandistische Selbstbezeichnung einer Partei nicht übernehmen - wenn man die damit verbundene Strategie der Partei nicht stützen will.
Eine Bezeichnung wie "Union" oder "Grüne" ist neutral genug, um allgemein verwendet zu werden.
Aber "DIE LINKE" soll ja suggerieren, es handele sich hier um die einzige und wahre linke Partei, und als wären SPD und Grüne nicht mehr wirklich links.
Und es besteht nun wenig Grund, diese Behauptung durch Verwendung dieser Bezeichnung zu stützen.

Politikwissenschaftlich (auch um über alle Benennung hinweg die Partei mit ihren Partnerparteien in Europa gemeinsam betrachten zu können) ist es ohnehin naheliegender, unabhängig vom aktuellen Namen einfach von den Kommunisten zu sprechen.

Das macht man ja auch bei anderen Parteifamilien so, die über die Länder und die Jahre hinweg sehr unterschiedliche Namen verwenden (z. B. bei den liberalen Parteien).
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 03. März 2009 - 19:25 Uhr:   

Wie können die Freien Wähler die Wahlberechtigten an sich binden?

Mit dieser Frage hat Mitdenker natürlich (bewusst oder unbewusst) das Highlight des Tages gesetzt. Das Ziel der Freien Wähler ist dann also das - hmmmm - "Binden" der bis dahin noch Freien Wähler?
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Mitdenker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. März 2009 - 09:07 Uhr:   

Binden heißt nicht fesseln!

Mir geht es darum, die Freien Wähler aktuelle Themen aufgreifen. Besonders Themen, die von den Parteien vermieden werden.
Ein einmaliges Wählen, wie bei der Landtagswahl in Bayern, ist noch keine Garantie für ein langfristiges Interesse der Wahlberechtigten an den Freien Wählern. Sie müssen immer wieder den Finger in die Wunde legen. Dafür müssen sie auch Lösungen nach dem gesunden Menschenverstand anbieten. So manchen Vertreter einer Partei, der unsinnige Vorschläge macht, kann man mit sinnvollen Konzepten entgegenstehen.

Die Kommunalwahlen sind das natürliche Revier aller Wählergemeinschaften. Hier ist man direkt an den Wahlberechtigten dran. Hier kann man die Probleme vor Ort direkt benennen und Lösungen anbieten. Auf allen Ebenen darüber, gibt es zahlreiche Hindernisse. Es gibt bei den Freien Wählern jedes Mal einen Streit darüber, ob ihre Verbänden an diesen Wahlen teilnehmen sollen. Das bedeutet, dass einige Vertreter mit waghalsigen Ideen vorpreschen. Bodenständiger Vertreter rufen dann laut halt. Bis zur entscheidenden Abstimmung auf der entsprechenden Mitglieder- oder Delegiertenkonferenz, kann man sich sicher sagen, ob ein Verband der Freien Wähler an der betreffenden Wahl teilnehmen wird. Der Landesverband in Baden-Württemberg ist aus dem Bundesverband ausgetreten. Dies deutet darauf hin, dass die Entscheidung an der Europawahl am 7. Juni teilzunehmen, übereilt getroffen worden ist. Hier kann man einiges Protestpotential aufnehmen.
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DieterKipp
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. März 2009 - 19:20 Uhr:   

@Mitdenker:
Sie schreiben,dass die Kommunalwahlen das natürliche Revier aller Wählergemeinschaften sind,damit haben Sie ja prinzipiell recht,denn
das ist das Gerüst und die Basis der Freien
Wähler,aber Sie dürfen doch auch nicht verkennen,
dass die Kommunen immer mehr zum Handlanger der
Gesetzgeber auf höherer Ebene geworden sind,z.B.
bei den Schul-und Kitagesetzen(ab 3Jahre Platz
im Kindergarten etc.),die Länder,der Bund und
Brüssel beschliesst und die Kommunen müssen die
Gesetze und Verordnungen umsetzen und bleiben auf
einem grossen Teil der Finanzen sitzen!
Wenn die Freien Wähler nicht auch auf Landes-,Bundes- und Europaebene in der Zukunft aktiv
würden,dann können Sie bald nur noch bei sehr
engen finanziellen Spielräumen passiv verwalten,nein wenn die FW was bewegen wollen,dann
müssen sie auch auf höherer Ebene antreten,man
denke nur ein die Grünegentechnik,an Salz im
Brot oder Sparlampen statt Glühbirnen oder Wasserrohleitungsprüfungen etc.,alles das wird
von Brüssel oder vom Bund per Gesetz oder EU-Richtlinie oder EU-Verordnung den Bürgern im
kleinsten Ort der Republik auf`s Auge gedrückt,
welche Partei oder Wählergruppe sich da nur auf
die Kommune beschränke will,die hat schon verloren!
Zur CSU:Ich glaube sie wird Mühe haben die 5%-Hürde bundesweit zu knacken,denn unabhängig von
der Wahlbeteiligung wird sie auch von den wiedererstarkten Liberalen und den FW in Bayern in die Zange genommen und die neueste Forsa-Umfrage bestätigt ja,dass die Union jetzt auch ins Trudeln kommen,nach dieser Umfrage steht die
CDU/CSU z.Zt.bundesweit nur noch bei 32%!
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DieterKipp
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 13. März 2009 - 19:51 Uhr:   

Neue Zahlen zu den Erfolgsaussichten der Freien Wähler!Im neuesten Tracking Poll von BIK Marplan und election.de,veröffentlicht unter
www.election.de wurde die Frage gestellt:
Können Sie sich vorstellen,bei der kommenden
Bundestags- und Europawahl die Freien Wähler zu
wählen?
Es haben 27% der Befragten mit "Ja" geantwortet,
67% mit "Nein" und 6% mit "Weiss nicht"!
Das erweiterte Wählerpotential für die Freien
Wähler liegt somit bei ca. 1/4,ob daraus dann
auch Stimmprozente werden,das steht auf einem
anderen Blatt,aber die Freien Wähler können sich
über dieses Potential von 27% schon freien,mal
schau`n,inwieweit sie es bei den Wahlen in 2009
nutzen können?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 13. März 2009 - 21:22 Uhr:   

Wo ist da der Erkenntnisgewinn??? FDP und Grüne haben ein Potential von ca. 40%, das heißt aber noch lange nicht, daß sie jemals auch nur in die Nähe dieses Wertes kommen.

Letztes Jahr gab es eine infratest-dimap-Umfrage zum Wählerpotential der Parteien.
Ergebnis:

SPD 51%
CDU/CSU 50%
FDP 40%
Grüne 38%
LINKE 22%
http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend332.html

27% sind nicht so übermäßig toll für eine Partei in der Mitte (oder rechten Mitte). Hinzu kommt, daß Protestwähler in der Mitte besonders flüchtige Wähler sind. Ein schönes Beispiel war da letztes Jahr Dinkhauser in Österreich, der am Beginn des Nationalratswahlkampf deutlich über 4% lag und eine Umfrage bescheinigte ihm sogar 31% Potential.
http://www.oe24.at/zeitung/oesterreich/politik/neuwahlen/article330954.ece

Das tatsächliche Ergebnis: 1,76%

Sich vorstellen zu können, eine Partei zu wählen, sagt eben sehr wenig darüber aus, ob man es auch wirklich tut. Das zentrale Problem bei Dinkhauser, das auch die Freien Wähler haben, ist die fehlende Botschaft. Die haben Union und SPD zwar auch nicht, aber die sind etabliert und haben immer noch eine erhebliche Zahl an Stammwählern. Wenn sich eine Partei neu etablieren will und die künftigen Wähler das Risiko in Kauf nehmen sollen, daß ihre Stimme wegen Scheiterns an der Sperrklausel verloren geht, dann muß die neue Partei den Wählern eben wesentlich mehr bieten als die Volksparteien.
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DieterKipp
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 14. März 2009 - 23:28 Uhr:   

@Thomas:"27% sind nicht so übermäßig toll für
eine Partei in der Mitte",schreiben Sie,aber
wenn Sie die 27% mit dem Wählerpotential der
grossen etablierten Parteien(38%-51%) vergleicht,
dann ist das für eine Wählergruppe,die sich gerade
erst mal auf Landes-,Bundes- und Europaebene
einlässt,doch schon gewaltig,vergleicht man die
27% mit den 22% von der Linkspartei,dann ist das
schon fast sensationell zu nennen!
Natürlich ist ein Wählerpotential nicht gleichbedeutend mit Stimmprozenten,aber man muss
sich so ein Wählerpotential auch erst mal erarbeiten und das ist nicht leicht,weil die
Sperrklausel von 5% eine hohe Hürde darstellt für
die kleinen Parteien und Wählergruppen!
Ein Vergleich mit der Dinkhauser in Österreich
hinkt ein bisschen,denn man darf doch nicht ver-
gessen,dass die Freien Wähler ein Fundament haben
in den Kommunen und Kreisen,das hat der Liste
Dinkhauser gewiss gefehlt!
Wenn es den Freien Wählern gelingt,in den Medien
als eigenständige Kraft wahrgenommen zu werden und
nicht unter "Sonstige" untergeht,dann haben die
Freien Wähler gute Chancen,sich dauerhaft zu
etablieren in Deutschland,wenn ihnen dieser
Sprung nicht gelingt,dann geht es,da gebe ich Ihnen recht,dann kann es schnell auch wieder
bergab gehen mit den Freien Wählern,zur Zeit
stehen die Chancen aber ganz gut,die 5%-Hürde
bei der Europawahl zu überwinden!
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 15. März 2009 - 10:51 Uhr:   

@Dieter:
> vergleicht man die 27% mit den 22% von der
> Linkspartei,dann ist das schon fast
> sensationell zu nennen!
Überhaupt nicht.

Die Linkspartei kommt vom Rand des Spektrums und hat gegen erhebliche Vorbehalte wegen ihrer DDR-Vergangenheit zu kämpfen. Sehr viele SPD- und auch manchen Grünen-Wähler können sich deswegen grundsätzlich nicht vorstellen, die zu wählen (und FDP- und CDU-Wähler sowieso nicht).

Die Freien Wähler stehen dagegen irgendwo in der Mitte. Ihr Nachteil ist, daß man sich nichts konkretes unter ihnen vorstellen kann - das bedeutet aber auch, daß es bei ihnen keine abschreckenden Negativpunkte gibt.
Die meisten bürgerlichen Wähler können sich prinzipiell vorstellen, sie zu wählen, und viele tun dies auf kommunaler Ebene auch.

Das heißt aber noch lange nicht, daß sie auf Bundesebene tun werden - denn da gibt es eben schon zwei Parteien, die Präferenz haben.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 15. März 2009 - 13:33 Uhr:   

@Ralf
"Die Linkspartei kommt vom Rand des Spektrums und hat gegen erhebliche Vorbehalte wegen ihrer DDR-Vergangenheit zu kämpfen."
Richtig, die Linkspartei ist ganz am Rand des politischen Spektrums, hat relativ wenig Potential, aber dafür im Osten einen ziemlich großen harten Kern. Mit den Freien Wählern sind sie gar nicht vergleichbar. Mitte-Parteien schrecken relativ wenig Wähler ab, Stammwähler haben die FW auf Bundesebene zwangsläufig noch gar keine und auf Landesebene haben sie außer in Bayern auch keine.

"Das heißt aber noch lange nicht, daß sie auf Bundesebene tun werden - denn da gibt es eben schon zwei Parteien, die Präferenz haben."
Richtig. In meiner Gemeinde haben mal mehrere Ratsmitglieder der örtlichen Wählergruppe auf der Landesliste der "Unabhängigen Bürger" kandidiert. Während diese Wählergruppe bei Gemeinderatswahlen bei den letzten fünf Wahlen mit 12,1-14,2% sehr konstant beachtliche Ergebnisse holte, bekam sie bei der Landtagswahl nur 1,3% in der Gemeinde.

Viele Wählergruppen treten gar nicht unter dem Markennamen "Freie Wähler" auf und sind auch oft nicht den Freien Wählern angeschlossen. In NRW z.B. hat der FW-Landesverband keine nennenswerte kommunale Basis. Häufiger gibt es auch mehrere konkurrierende Wählergruppen.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. März 2009 - 20:03 Uhr:   

Die Frage wäre dann allerdings auch wieviele Wähler in Deutschland könnten sich vorstellen eine rechts-konservative Partei zu wählen, die es so in diesem Sinne in Deuthschland eigentlich noch gar nicht gibt.(Splittergruppen a la REP/DVU/Pro DM ausgenommen)

Sollte eine solche Partei mit einem sehr wortgewandten Chefredner auftreten, wäre ein potential sicher ähnlich wie in Österreich möglich.Es muß ja nicht eine rechtsradikale Partei sein, eher eine, die den Platz der CSU, der frühen 90iger einnimmt.Vermutlich würde dann das Bürgerlager vor Allem zu Lasten der Großen Parteien ein weiteres mal geschwächt.

Denkbar wäre auch, das sich irgendwann einmal sämtliche Splittergruppen am rechten Rand bündeln und geschlossen auftreten unter neuer Flage mit demokratisch-populistischer Fassade.
Noch ein gewiefter Kopf und Redner dazu, fertig ist die "neue RECHTE".

Die ist ein reines Gedankenspiel könnte aber alsbald Realität werden.
Die Frage ist außerdem werden sich die Freien Wähler auch bundespolitisch etablieren können oder werden sie eher als VOR ORT Partei wahrgenommen und vor Allem Kommunalstark gewählt?

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