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Ralf Arnemann
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| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 12:17 Uhr: | |
@Sporadischer Besucher: > Die Beispiele zeigen,daß ein splittender Wähler > in bestimmten Konstellationen im Vergleich zum > nichtsplittenden Wähler doppeltes Stimmgewicht > hat. Das ist m. E. falsch. Die nichtsplittende Wähler hat dasselbe Stimmgewicht - man sieht es nur nicht direkt. Im konkreten Beispiel: Mit der Erststimme schickt er Wolff in den Landtag. Und natürlich wird dieses Mandat mit der Liste verrechnet. Mit der Zweitstimme sorgt er nun dafür, daß die CDU auch ein weiteres Mandat bekommt. Mit anderen Worten: Die Zweitstimme kommt dem unbekannten CDU-Bewerber irgendwo in Hessen zu Gute, den die direkte gewählte Karin Wolff von der Liste kippt. |

Cyrix Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 12:21 Uhr: | |
@Thomas Frings: Das Hare-Niemeyer-Verfahren bevorzugt beim Alabama-Paradoxon größere Parteien: Kleinere verlieren zu Gunsten von größeren Parteien Sitze. Und dass eine Stimme zufälligen Effekt haben kann kann, also sowohl meinem Willen schaden als auch nützen, macht die Wahlentscheidung nicht einfacher... (Wenn ich feststelle, dass die Wahl X mir mit Wsk. p nützt und 1-p schadet, und die Wahl Y mit Wsk. q nützt und 1-q schadet, dann müsste ich eigentlich mit geeigneter Wsk-verteilung meine Wahl auswürfeln; ich müsste also einen (geeigneten) Zufallsgenerator mit in die Wahlkabine nehmen, um meine Wahlentscheidung dann auszuwürfeln, um einen möglichst guten Erwartungswert für die Auswirkungen meiner Wahlentscheidung zu haben...) Cyrix |

Ralf Arnemann
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| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 12:42 Uhr: | |
@Cyrix: Das mit dem Zufallsgenerator ist eine interessante Idee. Es gibt aber noch eine Methode, die auch ihre Vorzüge hat: Man wählt mit der Erststimme den Kandidaten, der einem am Besten gefällt, und mit der Zweitstimme die Partei, die einem am Meisten überzeugt. |

Bernhard Nowak
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| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 12:57 Uhr: | |
Der Hessische Rundfunk berichtet unter Berufung auf die Leipziger Volkszeitung, Ypsilanti werde auf eine erneute Spitzenkandidatur der SPD verzichten und wolle SPD-Landesvorsitzende bleiben. Herausforderer von Roland Koch solle Manred Schaub, Vorsitzender des SPD-Bezirks Hessen-Nord werden: HR Online |

Matze Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 13:47 Uhr: | |
@Ralf Arnemann: "Es gibt aber noch eine Methode, die auch ihre Vorzüge hat: Man wählt mit der Erststimme den Kandidaten, der einem am Besten gefällt, und mit der Zweitstimme die Partei, die einem am Meisten überzeugt." Bei der letzten Bundestagswahl bin ich so vorgegangen: Der Direktkandidat meiner bevorzugten Partei war sattelfest auf der Landesliste und damit sicher im Bundestag. Der Gegenkandidat nicht. Also habe ich mit der Erststimme den Gegenkandidaten gewählt, um meinen Wahlkreis mit zwei Kandidaten im Bundestag vertreten zu wissen. Matze |

Thomas Frings
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| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 15:31 Uhr: | |
Wenn Y nicht Spitzenkandidatin wird, dann gibt sie doch selbst zu, daß die Mehrheit der Hessen Rot-Rot-Grün nicht will. Ypsilanti wäre dumm, wenn sie nicht anträte. Geht ein anderer Spitzenkandidat baden, dann wird man trotzdem besonders sie dafür verantwortlich machen und sie ist weg vom Fenster. Sollte es einem neuen Spitzenkandidaten dagegen gelingen, wieder Boden gut zu machen und der Verlust erheblich kleiner ausfallen als erwartet, dann wird dieser Kandidat auch in fünf Jahren wieder Spitzenkandidat und Y in der Zwischenzeit in der Versenkung verschwinden. Tritt Y nicht mehr an, ist sie politisch mit 100% Wahrscheinlichkeit am Ende, tritt sie an, dann hat sie wenigstens eine kleine Chance, z.B. wenn Koch einen schweren Fehler macht, dieser in irgendeine Affäre verwickelt ist oder ein bundespolitisches Ereignis der SPD Auftrieb gibt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist klein, aber sicher größer null. |

Ralf Arnemann
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| | Veröffentlicht am Freitag, 07. November 2008 - 15:40 Uhr: | |
@Thomas: > Ypsilanti wäre dumm, wenn sie nicht anträte. Richtig. Dann wäre es ja logisch, daß sie nicht antritt. Auf jeden Fall scheint es in der hessischen SPD immer chaotischer zuzugehen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,589085,00.html |

Bernhard Nowak
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| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 11:18 Uhr: | |
HR Eilmeldung: Schaub wird nicht Spitzenkandidat. Es soll einen Generationswechsel geben. HR Online Schaub |

Bernhard Nowak
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| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 11:45 Uhr: | |
Ypsilanti gibt auf und schlägt offenbar einen Nachfolger vor: HR Online Schäfer-Gümpel |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 13:17 Uhr: | |
Ypsilanti bestätigt diese Informationen soeben auf einer Pressekonferenz auf Phoenix. Sie bleibt Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD. Thorsten Schäfer-Gümbel soll Spitzenkandidat der SPD bei den Landtagswahlen am 18. Januar 2009 werden. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 13:55 Uhr: | |
Jetzt sind sie völlig durchgeknallt. Ypsilanti will zwar alle Fäden in der Hand halten, der alte Kurs wird ohne Änderungen weitergeführt - aber den Wählern will sie sich nicht stellen, da schickt sie dann so einen drittklassigen Vertreter. Wie tief kann die hessische SPD eigentlich noch sinken? |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 14:22 Uhr: | |
Was die Nachricht betrifft, bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits kann ich gut verstehen, dass Frau Ypsilanti nach diesen Ereignissen und einer monatelangen Kampagne gegen sie - anders kann ich manches Medienverhalten gegen sie nicht bezeichnen - nicht mehr die Nerven und die Kraft besitzt, erneut als Spitzenkandidatin zur Landtagswahl anzutreten. Andererseits finde ich aber genau diese Lösung so nicht gut, da sie aus meiner Sicht "nichts halbes und nichts ganzes" bedeutet. Entweder ist man von seiner Politik überzeugt - dann hätte Frau Ypsilanti sich gerade jetzt erneut dem Wählervotum stellen müssen - oder aber sie hat nachweisbar Fehler gemacht. Dann aber hätte sie auch von ihren Parteiämtern zurücktreten müssen. So sieht es so aus: ich traue mich nicht anzutreten und wähle einen völlig unbekannten ergebenen Parteisoldaten, der sich an "meiner Stelle" die Quittung für eine verfehlte Politik beim Wähler holt, traue mich aber nicht selber, für meine Handlungen und Entscheidungen beim Wähler geradezustehen. Und dies ist m.E. irgendwie feige. Dies ist aus meiner Sicht kein gutes Bild, was die hessische SPD da bietet und wird ihr m.E. keine neuen Wähler zuführen. Im übrigen gehe ich davon aus, dass Schäfer-Gümbel nach der Wahl den Fraktionsvorsitz der hessischen SPD übernehmen und damit Oppositionsführer werden dürfte. Möglicherweise beerbt er Andrea Ypsilanti in absehbarer Zeit auch als Parteivorsitzender. Nein, gut finde ich diese "Lösung" nicht. |

Mitdenker
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 16:20 Uhr: | |
Ich denke, dass wir das Thema, bis zum 18. Januar 2009, bleiben lassen sollten. |

Thomas Frings
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 16:37 Uhr: | |
@Ralf "da schickt sie dann so einen drittklassigen Vertreter" "Drittklassig" ist zumindest nicht schlechter als sie selbst. "- aber den Wählern will sie sich nicht stellen" Ja, das ist erbärmlich und dazu aus ihrer rein egoistischen Sicht dumm. Glaubt sie ernsthaft, sie könne Landesvorsitzende bleiben, wenn Schäfer-Gümbel ein mieses Ergebnis einfährt? Das würde sie so lange überleben wie Erwin Huber in der CSU. Schäfer-Gümbel wird natürlich jetzt allgemein als Yps-Marionette gesehen und schon deshalb einen schlechten Stand haben. Die Gegner brauchen nicht viel tun. |

SPD-Insider Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 17:24 Uhr: | |
"Schäfer-Gümbel wird natürlich jetzt allgemein als Yps-Marionette gesehen und schon deshalb einen schlechten Stand haben." Er sieht nicht nur so aus - er ist es auch. Damit wird das innerparteiliche Terror-Regime in der hessischen SPD wohl weiterbestehen. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 17:33 Uhr: | |
Mir kommt dies so vor wie bei Medwedjew und Putin in Rußland. Hätte Ypsilanti jetzt nicht auf die SPD-Spitzenkandidatur für die kommende Landtagswahl verzichtet, hätte sie am Wahlabend im Januar 2009 die Verantwortung für die voraussichtliche Niederlage auf sich nehmen und von ihren Ämtern zurücktreten müssen. Um dies zu vermeiden, setzt sie eine Marionette ein, die dann am Wahlabend 2009 die politische Verantwortung für das absehbare Scheitern alleine übernimmt - und Ypsilanti kann an der Macht bleiben - wenn auch dann möglicherweise nur als Landesvorsitzende. Und wenn dann Koch wiedergewählt worden ist, kann sie darauf rechnen, in fünf Jahren - wenn es möglicherweise in anderen Bundesländern rot-rot-grüne oder rot-rote Koalitionen geben sollte (Saarland, NRW, Thüringen) einen neuen Anlauf erfolgreicher unternehmen zu können. Bis dahin sind denn auch in Vorabstimmungen alle Politiker, die ähnlich denken sollten wie Walter und Co nicht mehr für ein Abgeordnetenmandat nominiert. In fünf Jahren könnte also gelingen, was jetzt nicht gelungen ist - wenn "Gewöhnung" an rot-rot bzw. rot-rot-grün auch im Westen eingetreten ist. Nein, m.E. hätte Ypsilanti jetzt die Verantwortung übernehmen und erneut antreten müssen - die andere Lösung empfinde ich als feige. |

Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 18:14 Uhr: | |
Die Kalkulation von Ypsilanti wird wohl so aussehen, wie sie Bernhard beschrieben hat. Aber wahrscheinlich wird sie sich - wie schon so oft - verkalkuliert haben. Denn bei einer heftigen Wahlniederlage ist sie auch als Vorsitzende nicht mehr zu halten, zu offensichtlich ist der Kandidat ja ihr Mann. Und mit dieser armseligen Vorstellung wird die SPD natürlich noch mehr Stimmen verlieren. Wenn sie selber jetzt durchgestartet wäre, um offensiv ihre Vorstellungen zu vertreten, dann hätte sie ja noch eine gewisse Chance gehabt, ein achtbares Ergebnis zu erzielen. Jetzt aber gibt sie ja im Prinzip zu, daß sie Murks gebaut hat und die "Abweichler" recht hatten - wie sollen denn die SPD-Wahlkämpfer das noch am Stand vertreten können? Was auch nachdenklich macht (aus SpOn): "Der Parteirat sei ihr gefolgt und habe ihn einstimmig gewählt." Einigkeit ist ja grundsätzlich etwas Schönes und Parteien wollen dies vor Wahlen immer gerne präsentieren. Aber mit ihrer ständigen Manie nach Einstimmigkeit hat sich die hessische SPD doch erst in die Bredouille gebracht. Wenn in den diveren Gremien auch mal mit normaler Mehrheit und Minderheit abgestimmt worden wäre, und die jedem bekannten Konflikte sichtbar gewesen wären, hätte es nicht dieses Desaster gegeben. Und ich halte es für völlig unglaubwürdig, daß wirklich alle Parteiratsmitglieder diese Schäfer-Gümbel-Kandidatur gut fanden. Lernfähigkeit kann man ein solches Verhalten nicht nennen ... |

Martin Fehndrich
Moderator
| | Veröffentlicht am Samstag, 08. November 2008 - 22:25 Uhr: | |
@Ralf >Über das Zweistimmensystem ist es nun möglich, daß auch Parteiminderheiten - wenn sie zumindestens lokal eine Mehrheit haben - ihre Kandidaten ins Parlament bringen können. Wobei diese immer noch in der Gesamtwählerschaft ihres Wahlkreises eine Mehrheit bekommen müssen. Die lokale Mehrheit muß aber nur eine zur Aufstellung nötige relative lokale Parteimehrheit sein, auch wenn diese absolut gesehen vernachlässigbar ist. Denn Stimmen (und zwar nur die ansonsten wertlosen Erststimmen) kommen von der Gesamtwählerschaft, also Wählern anderer Parteien. Ohne Vorteil für die Partei, ja sogar mit Nachteil, weil die Stärke der Parteiflügel von außen mitbestimmt werden. Das ist etwas anderes, als wenn eine Partei wegen berücksichtigter Minderheitsgruppen mehr (Zweit)stimmen und damit mehr Sitze insgesamt erhält, oder wenn ein Direktkandidat, der dem Minderheitsflügel angehört, im Wahlkreis erfolgreich Stimmen für seine Partei sammelt. @Thomas Für das Zweitstimmenproblem ist es eher interessant, ob die Direktkandidaten mit einer Abweichung zur Parteilinie ihren Wahlkampf führen. @Ralf >Es gibt aber noch eine Methode, die auch ihre Vorzüge hat: Man wählt mit der Erststimme den Kandidaten, der einem am Besten gefällt, und mit der Zweitstimme die Partei, die einem am Meisten überzeugt. mit der Erststimme den Kandidaten, der einem relativ zu dessen Partei unter Berücksichtigung seiner Wahlchancen am Besten gefällt. |

Bernhard Nowak
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 09. November 2008 - 13:16 Uhr: | |
Einen recht interessanten Artikel zum "hessischen Verhängnis" habe ich im Internet entdeckt. Er wurde heute in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" veröffentlicht: FAS Ein hesssisches Verhängnis |

mma
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 09. November 2008 - 17:33 Uhr: | |
("Nein, m.E. hätte Ypsilanti jetzt die Verantwortung übernehmen und erneut antreten müssen - die andere Lösung empfinde ich als feige.") So ähnlich hat sich heute auch Westerwelle geäußert, was diese Logik ja möglicherweise irgendwie "adelt"; aber hat nicht die entgegengesetzte Forderung, jemand solle, weil er sich falsch verhalten habe, NICHT im Amt bleiben und NICHT Spitzenkandidat werden, immer noch weitaus mehr Logik auf ihrer Seite? |