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Archiv bis 30. Juli 2008

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Landtagswahlen in Deutschland » Landtagswahl in Thüringen » Archiv bis 30. Juli 2008 « Zurück Weiter »

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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 19. Juli 2008 - 11:25 Uhr:   

Eine neue Studie, in Auftrag gegeben von der SPD-Thüringen, bescheinigt Meinung der Thüringer in großer Mehrheit gegen die sog. Familienoffensive der Landesregierung.

Eine Prämie dafür, sein Kind nicht in den Kindergarten zu schicken, und Kürzungen bei Erziehern und der Qualität sind nicht gewünscht.
Ebenso wird die Kürzung der Zuschüsse zur Schulspeisung und das per Gericht zurückgenommene Schulbuchgeld generell abgelehnt.

Das Schulbuchgeld ebenso wie die Teilzeitbeschäftigung von thür. Lehrern wurde per Gerichtsurteil zurückgewiesen.
Das Landesblindengeld führte man aufgrund massiver Prosteste klammheimlich wieder ein, nachdem man es erst strich.


Hier muß sich die CDU Thüringen selbst fragen, was sie eigentlich mit Ihrer sog. Familienoffensive erreichen wollte.

Zumindest kein Vertrauen der Thüringer in eine gute frühkindliche Entwicklungspolitik sondern einen Rückfall in vorindustrielle Betreuungsmethoden.Wer sein Kind zuhause betreut bekommt GELD,so die Auffassung der Christdemokraten.

Per Saldo.
In Thüringen herrscht Wechselstimmung....auf welche die CDU Thüringen jetzt mit einem moderaten Einknicken bei vielen Gesetzgebungsverfahren und Abänderungen und Novellierungen reagiert.


Aber ob dies noch etwas nützt ???

Presse:
http://www.freies-wort.de/nachrichten/thueringen/seite2thueringenfw/art2437,851101
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 21. Juli 2008 - 10:44 Uhr:   

> Eine neue Studie, in Auftrag gegeben von der
> SPD-Thüringen ...
... stimmt überraschenderweise der Meinung der SPD Thüringen in allen Punkten zu.

Das kann man doch nicht ernst nehmen.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juli 2008 - 18:54 Uhr:   

In Punkto VERKEHR setzt die CDU Thüringen wohl voll und Ganz auf die Straße.

Seit langem begehren Bürger und Unternehmen in der Region Hochfranken und Südostthüringen nach einer Reaktivierung der Höllentalbahn wegen stark gestiegenem Verkehrsaufkommen zwischen Bayern und dem großen Industriegebiet Saalburg-Ebersdorf,Blankenstein in Thüringen.Schon jetzt wälzen sich 10 000e LKWs über die teilweise sehr engen udn kurvigen Bergstraßen zu ihrem Fahrziel.

Ebenso würde dadurch wieder eine durchgehende Verbindung von HOF nach Saalfeld entstehen, wie sie vor dem 2.Weltkrieg immer Bestand.

Nur ca 6 KM Schiene müßten für den Lückenschluß ,der nach der deutsch-deutschen Teilung erfolgten Trennung der Strecke wieder in Betrieb genommen werden.

Der CSU MDB Hans-Peter Friedrich setzt sich unter Anderen sehr dafür ein und bekam für seine Anfrage ob in Erfurt ein Interesse besteht ein kaltes Nein.

Scheinbar liegt die Region Saale-Rennsteig schon hinter dem Horizont der Erfurter CDU-Zentralregierung.Die Bürger dieser Region werden sich nun IHREN Teil denken.

Dazu die OTZ:

http://www.otz.de/otz/otz.nachrichten.volltext.php?kennung=on2otzHOMHomNational39649&zulieferer=otz&kategorie=HOM&rubrik=Homepage&region=National&auftritt=OTZ&dbserver=1
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juli 2008 - 19:09 Uhr:   

@SaaleMAX:
Als Bahn-Fan finde ich diese Meldung ja durchaus interessant , aber wenn ich zu dem Thema was lesen will, gehe ich doch nicht ein Forum zum Thema Wahlrecht.
"Die Bürger dieser Region ..." das ist doch wohl ein bisschen zu ungenau, was den Bezug zur Wahl abgeht.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juli 2008 - 19:36 Uhr:   

Ich weiß @ mma :-) Ich wollte auch nicht zu ausführlich zum Thema BAHN philosophieren, es sei mir entschuldigt. www.hoellentalbahn.net

Es soll ja nicht ein Bahn Thema sein, sondern vielmehr aufzeigen , mit welcher Ignoranz und teilweise Arroganz die Staatskanzlei in Erfurt auf Belange eingeht.
Dieses Bahnthema ist nur ein Baustein von Vielen.

Vielmehr soll es das Handeln unserer Landesregierung im Lande und die Reaktion im Volk zum Teil wiederspiegeln.

Ein weiter Punkt wird das Volksbegehren für mehr Demokratie in Thüringen sein, bei dem die Althaus Regierung die nächste Schlappe wohl erleiden wird.
Dank ihrer strikten Weigerung in Richtung Bürgerbeteilung, ernsthaft mehr zu tun und sehr hohe Hürden zu senken , versucht eine Initiative aus Parteien,Bürgern und Verbänden mehr als 200 000 Unterschriften zu sammeln um ein Volksbegehren für mehr Demokratie in Thüringen, in Gang setzen zu können.

Diese, Live im Lande Thüringen erlebten Fakten und teilweise merkwürdigen Entscheidungen aus Erfurt, von denen jeder HIER im Land ein Lied singen kann ( wie z.B Lehrern,Erziehern,Polizei,Forst,Feuerwehr uvm) beeinflussen Gedanken und Ideen bei Bürgern und somit evtl. auch Wahlen und kann teilweise auch Bürger die sich vielleicht nicht mehr engagiert hätten, 2009 wieder zur Wahlurne rufen um IHRE Stimme mit einzubringen.
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harmotom
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 22. Juli 2008 - 21:27 Uhr:   

Prinzipiell ist der Thüringer Wähler schon seit Jahren in einem unauflösbaren Dilemma. Man weiß, dass die CDU im Laufe der nun 18 Jahre andauernden Regierungszeit Fehler gemacht hat und weiterhin an ihrer "Politik der ruhigen Hand" festhält.

Andererseits stellen SPD ( will bedingslos die Gesamtschule - negativ ), PDS-Linke ( kommunistische Partei - unwählbar ) und FDP ( will immer noch "Mitteldeutschland", eine Idee des S.-Anhaltischen SPD-Mannes Bullerjahn - negativ ) keine Alternative dar.

Will man Althaus abstrafen, kann dies wohl nur über die Bündnis-Grünen geschehen, welche zur letzten Wahl 2004 knapp 5 % erreichten.

Hier kann gern auf das Hamburger Modell verwiesen werden.
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Cyrix
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 25. Juli 2008 - 03:17 Uhr:   

@harmoton:

Fast sicher wird die CDu ihre absolute Mehrheit verlieren. Grüne und FDP schwanken um die 5%-Hürde, die Linke (übrigens keine Kommunisten, zumindest nicht als Ganzes; die kommunistische Plattform ist im Vergleich zur Gesamtpartei recht klein) klar zweitstärkste Fraktion (wenn die CDU sich nicht noch irgendwelche Skandale o.ä. erlaubt, sonst könnte sie noch hinter die Linke zurückfallen).

Ergo wird es spannend: Reicht es für eine "kleine Koalition" der CDU mit einer der beiden kleinen Parteien, sofern sie überhaupt einziehen? (Eine Koalition CDU-Grüne stelle ich mir aber recht problematisch in Thür. vor, da die Grünen hier seit Ewigkeiten nicht im Landtag vertreten sind, und dementsprechend "radikalisiert", d.h. "knallgrün" sind, und so nicht wirklich zu der eher konservativen politik der CDU passen.)

Oder gibt es eine Rot-Rote Koalition? Immerhin dürfte sie wohl wahrscheinlich zumindest die nötige Sitzmehrheit bekommen. Aber in welcher Konstellation? Geht die (wahrsch.) stärkere Linke den Handel ein, und wählt Matschie (SPD) zum Ministerpräsidenten (und staubt dafür einige mehr Ministerposten ab)?

Oder aber kommt es dann doch zu einer CDU-SPD-Koalition, die sich (wie in Sachsen) nicht "Große Koalition" nennen darf? (In jenem Fall dürfte dies für die SPD doch sehr schadhaft und krittisch werden, da sie bisher ziemliche Opposition gegen die CDU gemacht hat, und dann quasi zum "Steigbügelhalter" der entsprechenden Politik wird; dann würde sie erst recht im Land zwischen CDU und Linke zerrieben werden...)


Es ergibt sich also wohl etwa folgende Konstellation:

- Wer Schwarz-Gelb will, sollte wohl FDP wählen, um diese möglichst über die 5%-Hürde zu bekommen.

- Wer Rot-Rot will, sollte wohl die SPD wählen, damit das Bündnis wahrscheinlicher wird (je kleiner die SPD gegenüber der Linken, desto geringer die Aussichten, dass die ihren Kandidaten Ramelow fallen lassen, und Matschie wählen)

- Wer anderweitig "zählbar", d.h. für eine Partei, die in den Landtag einzieht, abstimmt, dürfte damit wohl eher eine CDU-SPD-Koalition befördern.

- Wer alle diese Leute ärgern will, der wählt NPD, und hofft darauf, dass es zu einem 6-Parteien-Parlament kommt. Dann wird (mit einer schwachen SPD und einer mäßigen CDU) nämlich eine Regierungsbildung wirklich "interessant", da es dann passieren kann, dass die einzige Zweier-Koalition, die rechnerisch möglich ist, eine zwischen CDU und Linke wäre, was politisch ausgeschlossen ist.


Grüße,
Cyrix
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. Juli 2008 - 13:35 Uhr:   

@Cyrix

Für Schwarz-Grün müßten erstmal die Grünen überhaupt reinkommen, gleichzeitig die CDU mindestens 40% bekommen und entweder FDP oder NPD draußen bleiben - sehr unwahrscheinlich. Schwarz-Gelb ist auch unwahrscheinlich.

Die Wahrscheinlichkeit, daß die NPD reinkommt, ist recht groß. Bei der BTW 2005 bekam sie 3,65%, sogar leicht mehr als in MeckPomm, wo sie bei der Landtagswahl 7,3% bekam.

Die wahrscheinlichste Koalition ist die "große" Koalition. Die Linkspartei wird höchstwahrscheinlich wieder vor der SPD landen. Die SPD wird nicht so blöde sein, als Juniorpartner in eine Linksfrontkoalition zu gehen, wenn es dafür eine Mehrheit gäbe. Die Linkspartei wird wohl kaum auf das Ministerpräsidentenamt verzichten zugunsten der SPD.
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Marc K.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 25. Juli 2008 - 19:23 Uhr:   

Nun, wahrscheinlich wird aus dem Amtssitz des Ministerpräsidente Thüringens in Erfurt (derzeit im Volksmund "Althaus" genannt) ein Ramelowhaus (u.U. auch ein Matschiehaus.lol.)
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harmotom
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 27. Juli 2008 - 15:01 Uhr:   

@ cyrix:

Es ergibt sich also wohl etwa folgende Konstellation:

- Wer Schwarz-Gelb will, sollte wohl FDP wählen, um diese möglichst über die 5%-Hürde zu bekommen.

Aufgrund der sehr hohen Schwankungsbreite, welche FDP-Ergebnisse in Thüringen zeigen, kann man hiervon nur abraten, da man kaum von einem sicheren Einzug der FDP ausgehen kann. Zudem steht hinter der Thüringischen FDP auch immer noch das Schreckgespenst "Mitteldeutschland". Ergo: No go fdp!

- Wer Rot-Rot will, sollte wohl die SPD wählen, damit das Bündnis wahrscheinlicher wird (je kleiner die SPD gegenüber der Linken, desto geringer die Aussichten, dass die ihren Kandidaten Ramelow fallen lassen, und Matschie wählen)

Wer rot-rot will, kann eigentlich nicht ganz bei Trost sein, aber abgesehen davon, welche Konsequenzen eine solche Konstellation für Thüringen haben würde, ist die Frage, inwiefern Matschie ehrlich war, als er sagte, die Kommunisten ( etwas anderes sind sie nicht ) nur als kleinen Koalistionspartner zu akzeptieren. Wobei letztlich eigentlich egal ist, ob die Linke "nur" mitregiert oder den Regierungschef stellt. Diuskreditiert wäre Thüringen damit allemal.

- Wer anderweitig "zählbar", d.h. für eine Partei, die in den Landtag einzieht, abstimmt, dürfte damit wohl eher eine CDU-SPD-Koalition befördern.

Das glaube ich nicht, da 2009 ebenfalls das Jahr der Bundestagswahl ist, somit große Koalitionen kaum noch Sympathien bei den beteiligten Personen haben dürften.

- Wer alle diese Leute ärgern will, der wählt NPD, und hofft darauf, dass es zu einem 6-Parteien-Parlament kommt. Dann wird (mit einer schwachen SPD und einer mäßigen CDU) nämlich eine Regierungsbildung wirklich "interessant", da es dann passieren kann, dass die einzige Zweier-Koalition, die rechnerisch möglich ist, eine zwischen CDU und Linke wäre, was politisch ausgeschlossen ist.

Wer in Thüringen NPD wählt, dem ist wohl kaum noch zu helfen. Es geht hier nicht allein um die Negativpresse, welche ökonomisch eine ungefähr vergleichbare Katastrophe bedeuten würde, wie eine rot-rote Regierung, sondern vor allem um einen Tabubruch. Thüringen ist eines der wenigen Länder, welche noch nie nach 1945 Nazis im Parlament ertragen mussten.

Wer unbedingt Protest wählen will, kann dies gern via Graue Panther oder ödp tun, was sicherlich einen heftigeren Aufschrei provozieren würde, da man aus einer solchen Wahl die klare Präverenz zur Demokratie einerseits, andererseits das grundlegende Misstrauen gegenüber den etablierten ablesen kann.

Dennoch ergibt sich natürlich die Möglichkeit auf ein 5- oder 6-Parteien-Parlament, welches andere Koalitionen erfordert.

Daher kann es auch passieren, dass eine Koalition aus CDU-SPD-Grüne als "letzte Chance" auf eine demokratische Regierungsbildung als Option genutzt wird, wie dies zur Zeit in Jena ( auch Thüringen ) pragtiziert wird, durchaus mit Erfolg.
}
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Martin Fehndrich
Moderator
Veröffentlicht am Sonntag, 27. Juli 2008 - 16:08 Uhr:   

@harmotom
Die sehr hohe Schwankungsbreite und der nicht sichere Einzug sind gerade das Argument für die Wahl der FDP. Was anderes wäre es, wenn sie sicher drin, oder sicher nicht drin wären.
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Cyrix
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 27. Juli 2008 - 20:44 Uhr:   

@harmotom:

Ich wollte extra keine parteipolitische Wertung vornehmen, sondern einfach generell über die Sitzverteilungen und mögliche Koalitionen schreiben.

Dass jeder Wähler eine Meinung hat, ist mir bewusst, und diese wollte ich eben hier gerade NICHT einfließen sehen, sondern objektiv einfach alle Möglichkeiten auflisten.

Meinen Sie z.B. ich fände es toll, wenn die NPD in den Thüringer Landtag einzieht? Dennoch sollte diese Möglichkeit benannt werden, da sie ja existiert (wenn auch halbwegs unwahrscheinlich, da sie zum Glück nach Umfragen eher "nur" bei 2-3% liegt). Jedenfalls eher als "Graue Panther" (die es nicht mehr gibt), oder ähnliche Gruppierungen, für die das erreichen der 0,5%-Hürde schon ein großer Gewinn wäre...

Aber nocheinmal kurz zu Ihren parteipolitischen Äußerungen: Sie mögen Rot-Rot für "diskreditierend" halten. Fakt ist aber, dass diese Möglichkeit durchaus besteht. Sie wertungsfrei anzugeben, ist denke ich, gestattet. Übrigens ist die Partei "Die Linke." nicht kommunistisch. Um dies festzustellen sollten Sie sich mal mit dem Parteiprogramm beschäftigen (im "besten Fall", wenn Sie sie auf jener Skala beurteilen wollen, ist sie sozialistisch). Für die Extreme Linke gibt es andere (Splitter-)Parteien wie KPD(Ost), MLPD o.ä. ...

Zu einer möglichen CDU-SPD-Koalition: Es mag sein, dass diese in der Bevölkerung gerade zum Ende der Legislaturperiode der großen Koalition auf Bundesebene keinen guten Leumund hat, aber die Koalitionen werden eben von den Landtagsabgeordneten geildet. Und die "Zwickmühle", in der sich die SPD befindet, wenn die Linke stärker ist als sie, habe ich oben erläutert. Die Möglichkeit einer solchen Koalition besteht auf jeden Fall.

Übrigens: Von kommunaler Ebene kann man nicht auf die Landesebene schließen. In Kahla (Vorort von Jena) regiert z.B. ein FDP-Bürgermeister mit einer FDP-CDU-Linke-Koalition im Stadtrat, da der SPD-Fraktionsvorsitzende offenbar kein sehr beliebter Mensch ist. ;)

Grüße,
Cyrix
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harmotom
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 27. Juli 2008 - 22:28 Uhr:   

@ cyrix:

Die Möglichkeit einer rot-roten Koalition wurde bereits zu vergangenen Wahlterminen ( 1999 / 2004 ) in diversen Zeitungen thematisiert. Interessanterweise stimmten die SPD-Deligierten in Thüringen mit deutlicher Mehrheit gegen Richard Dewes ( der unter allen Bedingungen mit den "Linken" koalieren möchte ) und für Christoph Matschie ( der sie nur als Juniorpartner akzeptieren will ), obwohl Matschie bei der letzten Landtagswahl nur 14,5 % erreichen konnte.

Dies spricht meines Erachtens nicht gerade für eine "Linke"-Präferenz der Thüringer SPD.

Übringens muss ich Ihnen recht geben, ich meinte "diskreditierend", nicht "diuskreditierend".

Ebenso haben Sie recht, dass man nicht von kommunaler auf Landesebene schließen kann.

Was parteipolitische Wertungen angeht, finde ich allerdings, dass man gerade weil es absolut nicht p. c. ist, aber gesagt werden muss, wenn man eine ehrliche Diskussion möchte, der Hinweis auf die Grundhaltung der Parteien notwendig ist.

Interessant ist zum Beispiel, dass die Wählerzahlen der *hüstel* "Linke" bei THÜRINGER LANDTAGSWAHLEN seit 1994 nahezu konstant geblieben ist, von 235.000 auf 265.000 Stimmen also um 1,5 % gestiegen. Dies schlug sich in den Stimmanteilen deutlicher nieder, hier gewann man im zweistelligen Bereich, da die Wahlbeiteilgung klar zurückging.

Die CDU verlor seit 1994 ( damals noch 600.000 Stimmen ) fast 1/3, fiel auf nunmehr 430.000 Stimmen, die SPD büßte von 420.000 Wähler eine noch größere Zahl ein und kam 2004 nur mehr bloß auf 140.000. All dies innerhalb von 10 Jahren.

Wenn also die "PDS-Linke" weder deutlich ( 1,5 % Realstimmen sind nicht deutlich bei 2 Mio Wahlbereichtigten ) gewinnt, noch verliert, oder gar signifikant schwankt ( wie die FDP ), muss eine feste Wählerbindung vorliegen, welche sich aus einer Tratition dieser Partei ergibt, die über die Zeit hinausreicht, in welcher sie sich um einen demokratischen Anstrich bemüht.

Wahrscheinlich könnte man sogar den Grenzwert der Wahlbeteilgung ermitteln, bei welchem die "PDS-Linke" die absolute Mehrheit erreicht. In Bad Blankenburg übrigens - ein kleiner Ort am Rande des Thüringer Waldes - reichte die geringe Wahlbeteilung zur letzten Bürgermeisterwahl ( 33 % ) dem Kandidaten dieser Partei aus, um gewählt zu werden.

Das Wahlprogramm spielt innerhalb der "PDS-Linke" ( ohne hier eine Wertung vornehmen zu wollen, es vielmehr zu müssen, um die Intension der Wähler dieser Partei klarzustellen ), in etwa die gleiche Rolle wie bei der NPD.

Daher kann die Zahl der Wähler dieser Partei im Gegensatz zu CDU/SPD/GRÜNE/FDP weder abgeschätzt noch spekulativen Überlegungen unterworfen werden. Allein die Wahlbeteiligung bestimmt hernach die Zahl der errungenen Mandate.
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Cyrix
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. Juli 2008 - 00:15 Uhr:   

Hallo!

Nur kurz: Ich finde es interessant, dass Sie in die Köpfe anderer Menschen schauen können. Wie sonst kommen Sie zu der These, dass immer die gleichen personen z.B. die PDS gewählt haben? Und aus welchen Motiven?

Dass inhaltlich Ihre Begründung, weil die Stimmenanzahlen bei 3 Wahlen, im Gegensatz zu denen anderer Parteien halbwegs auf gleichem Niveau blieb, äußerst schwach ist, können Sie sich bestimmt selbst denken. (Wenn ich sage, dass die Anzahl der Schüler einer schule im Laufe der Jahre recht konstant geblieben ist, heißt dies noch lange nicht, dass zu jeder Zeit die gleichen Schüler diese Schule besucht haben... ;) )

Zur Stützung Ihrer these müssten Sie schon andere Geschütze auffahren...

Grüße,
Cyrix
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 28. Juli 2008 - 10:27 Uhr:   

@Cyrix:
> Übrigens ist die Partei "Die Linke." nicht
> kommunistisch.
Aber sicher ist sie das.
Man kann sich natürlich streiten, welche Programmpunkte nun eher kommunistisch oder eher sozialistisch sind - das ist letztlich ein fließender Übergang.

Aber im internationalen Maßstab gehört die Linke weiterhin zu den kommunistischen Parteien (und nicht zu den sozialistischen in der SI), ihre Ansprechpartner und Partnerparteien in anderen Ländern sind auch immer die Kommunisten dort (die sich manchmal, wie in Frankreich oder Kuba, auch explizit noch so nennen, anderswo haben sie sich wie die Linke umbenannt).
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harmotom
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. Juli 2008 - 12:01 Uhr:   

@ Ralf Arnemann:

Ich danke Ihnen vielmals für die Richtigstellung der Aussage von cyrix. Da die Wahl zum nächsten Thüringer Landtag erst im Jahr 2009 stattfinden wird, werde ich mich nun aus der Diskussion zurückziehen.

viele Grüße von einem Thüringer

harmotom
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 28. Juli 2008 - 16:18 Uhr:   

cyrix:
über Worte kann man sich natürlich streiten.

Aber die Linkspartei empfindet sich selbst klar als kommunistisch.

- Auf ihrer eigenen Internetpräsenz findet Google 97 mal "Kommunismus" und 74 mal "Kommunist".
- Sie lässt auf ihren Wahllisten etliche Mitglieder der KPD kandidieren.
- Sie hat in ihrer Partei eine "Kommunistische Plattform".
- Ihr Vorsitzender Bisky ist im Nebenberuf auch Vorsitzender der "Europäischen Linken" zu deren Mitgliedern u.a. die Kommunistischen Parteien Österreichs, Belgiens, Frankreichs, Spaniens und Ungarns gehören.
- Sie ist keine Neugründung. Sondern eine Partei, die sich in den letzten Jahren sehr oft unbenannt hat. Bis 1990 hieß diese Partei SED.
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 29. Juli 2008 - 13:13 Uhr:   

Wenn die Landtagswahl mit der Bundestagswahl zusammengelegt wird, erhöht sich erfahrungsgemäß die Wahlbeteiligung, insbesondere bei Personen, die nicht für die Wahl kleiner rechtsgerichteter Parteien anfällig sind. Das dürfte einem Erfolg der NPD entgegenstehen.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 29. Juli 2008 - 14:40 Uhr:   

Sicher, der Einfluss sowohl von Hardlinern als auch von Politikinteressierten auf das Wahlergebnis nimmt mit zunehmender Wahlbeteiligung ab.

Andererseits nimmt der Einfluss von Wählern zu, denen das ganze eigentlich mehr oder weniger egal ist und die daher nur dann wählen gehen, wenn sie gerade stinksauer auf irgendetwas sind (etwa, weil Kinder, Inder oder andere Menschen in Bahnhöfen oder Zügen zusammengeschlagen werden) und/oder wenn es um ganz etwas Wichtiges geht.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 30. Juli 2008 - 18:45 Uhr:   

Neue Umfrage von Infratest DIMAP:

CDU Thüringen sinkt weiter in der Umfragewählergunst im Freistaat ab.

SPD ebenso...die LINKE legt leicht zu, ebenso wie FDP und Grüne.

Demnach kommen CDU und LINKE zur Zeit auf jeweils 31% der Wählerstimmen.

Die SPD liegt bei 20 %.

Grüne und FDP könnten nach der jetzigen Umfrage den Einzug ins Parlament mit 5% bzw. 6% schaffen.

In der Ministerpräsidentenfrage liegt Regierungschef Althaus bei nur noch 35%, B.Ramelow(Linke) bei 24% und C.Matschie(SPD) bei 20 %.

Zum Vergleich das Wahlergebnis der letzten Landtagswahl 2004:

CDU 43%
PDS 26,2%
SPD 14,5%
Grüne 4,5%
FDP 3,6

Die Stimmung im Land scheint kontinuierlich in Richtung Wechsel zu kippen, fragt sich nur zu WELCHEM Wechsel.
Schwarz-Gelb....oder Schwarz-Rot oder Rot-Rot?

Alles ist offen in diesen letzten 13 Monaten die noch verbleiben.Ob Dieter Althaus dier Stimmung noch einmal rumreißen kann , wie schon 2004 mit dem "Wasser und Abwasserversprechen " ??

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