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Kanada – Parlamentswahl, Provinzwahle...

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Archiv bis 15. Oktober 2008Mitdenker20 15.10.08, 10:04h 
Archiv bis 14. Dezember 2008zigzag20 14.12.08, 17:00h 
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Mitdenker
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 14. Dezember 2008 - 18:56 Uhr:   

In den 13 Provinzparlamenten sitzen 747 Abgeordnete.

Liberale 216 Abgeordnete, davon LPC 33, OLP 71, PLQ 66, 46 in BC
Konservative 213 Abgeordnete, alles CPC
Sozialdemokraten 125 Abgeordnete, alles NDP
Regionalparteien 125 Abgeordnete, davon PQ 51, Sask. Pt. 38, Yukon Pt. 10, ADQ 9, QS 1
Parteilose 38 Abgeordnete, davon 19 in Nuvanut und 19 in den Nordwest Territorien
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 23. April 2011 - 19:20 Uhr:   

In Kanda wird am 2. Mai wieder gewählt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass zum 4. Mal hintereinader in "hung parliament" rauskommt. Übersicht über Umfragen:
http://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_in_the_Canadian_federal_election,_2011

Die Zahlen gehen erheblich auseinander. Sicher ist aber, dass nur die Konservativen überhaupt eine Chance auf eine eigene Mehrheit haben. Ob es dazu kommt, hängt aber weniger von den landesweiten Stimmenanteilen, sondern vor allem an der regionalen Stimmenverteilung. Ontario dürfte der Schlüsselstaat sein. Wenn die Konservativen es dort schaffen, die Liberalen weit abzuhängen, können sie die absolute Mehrheit kriegen, ansonsten wird das nichts.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 30. April 2011 - 00:52 Uhr:   

Parlamentswahlen am Montag den 02.05.2001

In der letzten Woche hat sich neben Ontario Quebec zu einem Schlüsselstaat entwickelt. Denn vor allem durch den dortigen massiven Umschwung vom Bloc Québécois (BQ) zu der New Democratic Party (NDP) liegt die NDP canadaweit nun überraschend auf dem zweiten Platz (Tendenz weiter steigend).
Derzeit sehen die letzten Umfragen wie folgt aus:

Konservative Partei Kanadas (Conservative Party of Canada, PC): 34-38%
Liberale Partei Kanadas (Liberal Party of Canada, LP): 18-23%
Bloc Québécois (BQ): 5-7%
Neue Demokratische Partei (New Democratic Party, NDP): 28-33%
Grüne Partei Kanadas (Green Party of Canada, GPC): 4-7%
http://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_in_the_Canadian_federal_election%2C_2011

Die letzten Wahllokale schließen um 4:00 Uhr MESZ (03.05.).


Wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanadische_Unterhauswahlen_2011
http://en.wikipedia.org/wiki/Canadian_federal_election,_2011
http://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lection_f%C3%A9d%C3%A9rale_canadienne_de_2011

Wahlkommission
http://www.elections.ca/content.aspx?section=ele&dir=41ge&document=index&lang=e
http://www.elections.ca/content.aspx?section=ele&dir=41ge/enr&document=index&lang=e

News de
http://derstandard.at/r3631/Kanada

News en
http://www.cbc.ca/news/politics/canadavotes2011/
http://www.ctv.ca/mini/election2011/index.html
http://www.canada.com/news/decision-canada/index.html
http://cnews.canoe.ca//CNEWS/Canada/CanadaVotes/
http://www.theglobeandmail.com/news/politics/
http://thechronicleherald.ca/Vote2011
http://www.nationalpost.com/news/canada/politics/index.html

News fr
http://elections.radio-canada.ca/elections/federales2011/
http://www.cyberpresse.ca/actualites/elections-federales/

Foren en
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=8760e4eae3897a7c677dae29ff8af9e9&topic=133700.0
http://rabble.ca/babble/active-topics?ubb=forum&f=6

Predictions
http://www.democraticspace.com/canada2011/
http://www.electionalmanac.com/canada/
http://threehundredeight.blogspot.com/
http://www.electionprediction.org/2009_fed/index.php
http://www.ridingbyriding.ca/
http://predictor.hillandknowlton.ca/

Weitere Infos
http://www.electoralgeography.com/new/en/category/countries/c/canada
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_politischer_Parteien_in_Kanada#Bundesebene
http://de.wikipedia.org/wiki/Unterhaus_%28Kanada%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahlen_in_Kanada


Auch dieses Mal machen sich die Grünen Hoffnungen auf ihren Einzug ins Parlament. Die Parteivorsitzende Elizabeth May tritt im Wahlkreis Saanich—Gulf Islands an. Laut einer von den Grünen beauftragten Umfrage stehen die Chancen dafür gut.

Oracle Poll/"Green Party of Canada" (328 Befragte)

Gary Lunn of the CONSERVATIVE PARTY 37.8%
Elizabeth May of the GREEN PARTY 44.5%
Renee Hetherington of the LIBERAL PARTY 8.5%
Edith Loring-Kuhanga of the NDP 9.1%

http://www.oraclepoll.com/Recent_Polls_and_News.html
http://www.electionprediction.org/2009_fed/riding/59024.php

(Beitrag nachträglich am 30., April. 2011 von zigzag editiert)

(Beitrag nachträglich am 01., Mai. 2011 von zigzag editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 30. April 2011 - 22:58 Uhr:   

"In der letzten Woche hat sich neben Ontario Quebec zu einem Schlüsselstaat entwickelt."
Kommt drauf an. Für Ontario gehen die Umfragen weit auseinander, auch wenn die Tories in allen vorne liegen. Für Quebec stimmen dagegen alle Umfragen darin überein, dass die NDP sehr weit vor dem BQ liegen wird. Der Aufschwung für die NDP in Quebec wird der NDP natürlich einen großen Sitzzuwachs bringen, kann aber Konservativen und Liberalen nur begrenzt schaden, da 2008 50 der 75 Sitze in Quebec an den BQ gingen (13 an Liberale, 10 an Konservative, 1 an NDP, 1 an Parteilosen). Wie stark die Liberalen werden, wird sich primär in Ontario entscheiden (im Westen gibt es für die nicht viel zu holen), bei der Sitzzahl der Tories kommt es vor allem auf Ontario und British Columbia an, ein sehr gutes NDP-Ergebnis in Saskatchewan und Manitoba könnte ihnen erheblich schaden. Das Problem der Liberalen ist, dass sie gleichzeitig in Ontario, Quebec und auch in den Atlantikprovinzen schlecht bis ganz schlecht dastehen. Gehen sie in Ontario völlig baden, könnten sie auf weniger als 30 Sitze dezimiert werden. Die Tories können eine absolute Mehrheit nur holen, wenn sie in Ontario sehr deutlich gewinnen und gleichzeitig im Westen nicht wesentlich Sitze einbüßen.

2008 wurden in den Umfragen die Konservativen unter- und die Grünen überschätzt, während die Ergebnisse der anderen Parteien ziemlich richtig prognostiziert wurden.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 02. Mai 2011 - 19:10 Uhr:   

Ein Update der letzten Umfragen und Sitzprojektionen des Wochenendes:

PC: 34-38%, 133-156 Sitze
LP: 18-21%, 28-63 Sitze
BQ: 5-7%, 1-45 Sitze
NDP: 30-33%, 65-123 Sitze
GPC: 4-7%, 0-1 Sitze
Others/Indep. 0-1 Sitze
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 07. Mai 2011 - 12:44 Uhr:   

"2008 wurden in den Umfragen die Konservativen unter- und die Grünen überschätzt, während die Ergebnisse der anderen Parteien ziemlich richtig prognostiziert wurden."

So war es auch diesmal. Die Konservativen erreichten wider erwarten eine deutliche absolute Mehrheit der Sitze. Auch die Prozentzahlen der Grünen waren deutlich niedriger, allerdings gelang ihrer Parteivorsitzenden klar den angestrebten Sitz zu gewinnen.

Ergebnisse:
Partei
Sitze 2011 +/- Anteil +/-
Konservative Partei
167 + 24 39,62 % + 1,99 %
Neue Demokratische Partei
102 + 65 30,62 % + 12,49 %
Liberale Partei
34 - 43 18,91 % - 7,31 %
Bloc Québécois
4 - 45 06,05 % - 3,92 %
Grüne Partei
1 + 1 03,91 % - 2,89 %
Unabhängige
– - 2 00,43 % - 0,34 %
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 03. Oktober 2011 - 23:34 Uhr:   

Am 4. Oktober ist Parlamentswahl in Manitoba (bisher NDP-regiert), am 6. Oktober in Ontario (bisher liberale Regierung), der mit ca. 40% der Bevölkerung bei weitem wichtigsten Provinz. Nach Umfragen ist der Ausgang in beiden Provinzen offen.

Interessantes tut sich auch im seit 40 Jahren konservativ regierten Alberta (oder eigentlich noch viel länger, vorher regierte Jahrzehnte eine konservative Regionalpartei). Nach dem Rücktritt des bisherigen Premiers Ed Stelmach haben die Parteimitglieder knapp und überraschend mit Alison Redford eine in der Partei weit links stehende Frau zur Vorsitzenden und damit quasi auch zur neuen Premierministerin gewählt. Die Konservativen haben in Alberta aber zunehmend Konkurrenz durch die Wildrose Alliance, eine Art Tea Party. Denen könnte ein Linksruck der Konservativen bei der spätestens Anfang 2013 stattfindenden Wahl in Alberta sehr helfen.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 04. Oktober 2011 - 17:04 Uhr:   

Zur Zeit finden nicht nur in Manitaba und Ontario, sondern in insgesamt sieben der 13 Provinzen und Territorien Kanadas Wahlen statt:

October 3
Prince Edward Island general election, 2011
Northwest Territories general election, 2011

October 4
Manitoba general election, 2011

October 6
Ontario general election, 2011

October 11
Newfoundland and Labrador general election, 2011
Yukon general election, 2011

November 7
Saskatchewan general election, 2011

http://en.wikipedia.org/wiki/Canadian_electoral_calendar,_2011#September_to_December
http://derstandard.at/r3631/Kanada
http://www.cbc.ca/news/canada/
http://threehundredeight.blogspot.com/
http://canadianelectionatlas.blogspot.com/
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=eaf9d987947c454592a539a544acc1a7&topic=135878.0
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=bc94b175570edde67181d6d954e69cbc&topic=140279.0
http://rabble.ca/babble/far-and-wide

(Beitrag nachträglich am 04., Oktober. 2011 von zigzag editiert)

(Beitrag nachträglich am 04., Oktober. 2011 von zigzag editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. Oktober 2011 - 21:11 Uhr:   

Ergebnis Manitoba

NDP 46,1% - 37 Sitze
PC 43,8% - 19 Sitze
Lib 7,5% - 1 Sitz

Interessant ist der Vergleich zu 2007:
NDP 48% - 36 Sitze
PC 37,9% - 19 Sitze
Lib 12,4% - 2 Sitze

Der Sitzvorsprung der NDP ist also noch gestiegen, obwohl der Stimmenvorsprung stark geschrumpft ist.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. April 2012 - 19:18 Uhr:   

Kommenden Montag wird in Alberta gewählt und in allen Umfragen liegt die Wildrose Party vorne.
In Alberta fällt auf, dass es selten ein Zweiparteiensystem gab, was angeblich das Ergebnis von Mehrheitswahl sein soll. Fast immer gab es in den letzten 70 Jahren eine überwältigend dominante Partei und keine Oppositionspartei mit irgendwelcher Siegchance.
http://www.elections.ab.ca/Public%20Website/746.htm

Im Durchschnitt aller bisherigen Wahlen bekam die siegreiche Partei 79% der Sitze und die zweitstärkste Fraktion nur 15%. Machtwechsel gab es seit Gründung der Provinz 1905 nur drei: 1921, 1935 und 1971. Und noch nie ist eine Partei, die die Macht verloren hat, später an die Macht zurückgekehrt. Während aber auf Bundesebene in Kanada trotz Mehrheitswahl oft keine absolute Mandatsmehrheit rauskam, war das in Alberta immer eindeutig der Fall: Noch nie hatte die siegreiche Partei weniger als 60% der Sitze.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 03. September 2012 - 22:41 Uhr:   

Morgen wird in Quebec gewählt.

Lt. den (notorisch unzuverlässigen) Umfragen wird es ein Dreiecksrennen geben (PQ/Separatisten, Liberale, CDQ). Die PQ könnte die absolute Mehrheit holen mit nur einem Drittel der Stimmen. Quebec hatte schon öfter komische Ergebnisse, vor allem 1966 und 1998:

1966
UN 40,8%, 56 von 108 Sitzen
Lib 47,3%, 50 Sitze

1998
PQ 42,9%, 76 von 125 Sitzen
Lib 43,6%, 48 Sitze
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 04. September 2012 - 17:00 Uhr:   

Links zu Quebec:

http://en.wikipedia.org/wiki/Quebec_general_election,_2012
http://www.electionsquebec.qc.ca/en/index.asp
http://www.cbc.ca/news/canada/quebecvotes2012/
http://www.electionalmanac.com/ea/quebec/
http://www.threehundredeight.com/
http://canadianelectionatlas.blogspot.ca/
http://rabble.ca/babble/far-and-wide/qu%C3%A9bec
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=7f0b02311b56340fc7b9778f96bc2459&topic=142734.0
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. September 2012 - 22:21 Uhr:   

Ergebnis:
PQ 31,9% - 54 Sitze
Lib 31,2% - 50 Sitze
CAQ 27,1% - 19 Sitze
Québec solidaire 6% - 2 Sitze

Nachdem es bis 2007 immer eine absolute Mehrheit einer Partei gab, ist dies das zweite "hung parliament".
Die nächste Wahl wird nicht lange auf sich warten lassen.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. September 2012 - 15:07 Uhr:   

@ Thomas Frings

Wo ist die CAQ politisch verortet? Besteht nicht die Möglichkeit einer Koalitionsregierung?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. September 2012 - 17:59 Uhr:   

Koalitionen sind in Kanada unüblich, auch dann, wenn keine Partei die absolute Mehrheit der Sitze hat. CAQ ist eine Mitte-Rechts-Partei, die keine klare Position zur Frage der Unabhängigkeit hat und in den nächsten Jahren kein weiteres Unabhängigkeitsreferendum will.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 07. September 2012 - 14:58 Uhr:   

@Thomas Frings

Wenn es keine klaren Verhältnisse gibt, wird man doch aber überlegen müssen, wie man eine Mehrheit zusammenbastelt und sich auch Koalitionen öffnen müssen, denn Neuwahlen - und damit das Ignorieren des Wählervotums - können ja auch keine dauerhafte Lösung sein (es ja nicht auszuschließen, das die Neuwahlen zu einem ähnlichen Ergebnis führen). eine Mitte-Rechts-Partei, die nicht zwingend für eine Unabhängigkeit Quebecs ist, wäre doch als Koalitionspartner für die Liberalen durchaus tauglich.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. September 2012 - 13:19 Uhr:   

"es ja nicht auszuschließen, das die Neuwahlen zu einem ähnlichen Ergebnis führen"
Das stimmt zwar, ist aber bei Mehrheitswahl wesentlich unwahrscheinlicher, da kleine Stimmenverschiebungen zu großen Mandatsverschiebungen führen können. Auch in Deutschland führten ja schnelle Neuwahlen überwiegend zu einem Parlament, bei dem die Regierungsbildung einfacher war (Hamburg 1982 und 1987, Schleswig-Holstein 1988, Hessen 2009). Nur die Hessen-Wahl 1983 änderte trotz erheblicher Stimmenverschiebungen politisch nichts Wesentliches. In Quebec gab es bisher nur einmal, nämlich 2007, keine absolute Mandatmerhrheit. Ende 2008 wurde erneut gewählt und die Liberalen hatten wieder eine absolute Mehrheit. Bei Mehrheitswahl ist eine Koalition auch sehr riskant für den Juniorpartner. Denm LidDems bekommt die Koalition in GB ja gar nicht gut.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 07. April 2014 - 20:43 Uhr:   

Nach 19 Monaten wird heute in Quebec erneut gewählt. Premierministerin Pauline Marois von der separatistischen PQ ließ das Parlament auflösen, als die Umfragen gerade relativ günstig waren. Sie hat sich wahrscheinlich verkalkuliert, die aktuellen Umfragen sehen für sie sehr schlecht aus.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 08. April 2014 - 00:13 Uhr:   

Die Wahllokale schließen um 2:00 Uhr MESZ (20:00 Uhr Ortszzeit)

Wikipedia
https://en.wikipedia.org/wiki/Quebec_general_election,_2014
https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lection_g%C3%A9n%C3%A9rale_qu%C3%A9b%C3%A9coise_de_2014

Wahlkommission
http://www.monvote.qc.ca/en/index.asp

News en
http://www.cbc.ca/elections/quebecvotes2014/
http://globalnews.ca/tag/quebec-election-2014/

News fr
http://ici.radio-canada.ca/elections-quebec-2014
http://www.lapresse.ca/actualites/elections-quebec-2014/
http://www.ledevoir.com/dossiers/elections-quebec-2014/13

Forum en
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=affc09be89537fe7e801c23e509dea93&topic=187771.0
http://rabble.ca/babble/far-and-wide/qu%C3%A9bec

Weitere Infos
http://canadianelectionatlas.blogspot.de/
http://www.threehundredeight.com/
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 09. April 2014 - 18:14 Uhr:   

> Premierministerin Pauline Marois von der separatistischen
> PQ ließ das Parlament auflösen, als die Umfragen gerade
> relativ günstig waren. Sie hat sich wahrscheinlich verkalkuliert,
Sehr verkalkuliert.

Wikipedia:
"The Quebec Liberal Party under Philippe Couillard won a majority government of 70 seats, while the incumbent Parti Québécois finished second with 30 seats, becoming the first single-term government since Jean-Jacques Bertrand's Union Nationale government was defeated in 1970. It marked the lowest seat total for the Parti Québécois since 1989 and its smallest share of the popular vote since its inaugural run in 1970"

Das nennt man wohl eine komplette Klatsche. Wobei die Mandatszahlen natürlich wegen des Mehrheitswahlrechts das Ergebnis verzerren - aber die PQ hat immerhin 6,5% verloren und die Liberalen 10% gewonnen.
Philippe Couillard hat auch ihren eigenen Wahlkreis verloren.

Damit dürften die Seperationsbestrebungen in Québec für eine ganze Weile in den Hintergrund treten.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 09. April 2014 - 22:07 Uhr:   

"Das nennt man wohl eine komplette Klatsche. Wobei die Mandatszahlen natürlich wegen des Mehrheitswahlrechts das Ergebnis verzerren -"
Bei 16 %-Punkten Vorsprung ist der Sitzanteil der Liberalen von 56% sogar noch sehr bescheiden für relative Mehrheitswahl. Deren Wähler sind sehr suboptimal verteilt (zu stark zentriert), was man ja auch bei früheren Wahlen sah:

1994
PQ 44,75% - 77 Sitze
Lib 44,40% - 47 Sitze

1998
PQ 42,87% - 76 Sitze
Lib 43,55% - 48 Sitze


"Philippe Couillard hat auch ihren eigenen Wahlkreis verloren."
Couillard ist der neue Premier, Marois hat ihren Sitz verloren, was ihrem Vorgänger Jean Charest 2012 übrigens auch passierte.


"Damit dürften die Seperationsbestrebungen in Québec für eine ganze Weile in den Hintergrund treten."
Richtig, wobei die PQ ja bei jeder Wahl seit 1998 weit unter 40% lag.

(Beitrag nachträglich am 09., April. 2014 von frings editiert)
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Marc
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. April 2014 - 23:34 Uhr:   

Ein erfreuliches Ergebnis.

Der frankophone Separatismus geht ganz offensichtlich zurück.
Den Höhepunkt hatte er wohl 1995 erreicht, als nur eine äußerst knappe Mehrheit (knapp 50,58 %) der Quebecer Bevölkerung für den Verbleib bei Kanada stimmte (1980 waren immerhin noch 59,6 % für den Verbleib im kanadischen Staatsverband).

Seitdem geht der Separatismus zunehmend zurück.

Auch die demographische Entwicklung in Quebec spricht gegen die Separatisten. Zwar ist und bleibt in Quebec die französische Sprache dominant - auch aufgrund der politischen Strukturen -, doch führt die stetige Zuwanderung nach Kanada zu einem Rückgang der französischen wie der englischen Muttersprachler in Quebec.
In Montreal beträgt der Anteil der sog. „Allophonen“, deren Muttersprache weder Französisch noch Englisch ist, 33,1%.

Auf Grund der politischen Struktur in Quebec sind die Zuwanderer aber faktisch gezwungen Französisch zu erlernen (am wenigsten noch in Montreal, dass allerdings am Rande von der Quebec nahe der Grenze zum englischsprachigen Staat Ontario liegt: aber auch dort ist für 71,6 % der Erwerbstätigen das Französisch die vorherrschende Sprache am Arbeitsplatz, der Anteil des Englischen beträgt immerhin 26,7 %). Insgesamt ist es den Frankokanadiern aber gelungen, die Französische Sprache fest zu verankern. In Quebec ist es die alleinige Amtssprache.
Mit dieser Politik ist es in Quebec gelungen die kulturelle Eigenheit als frankophone Insel zu bewahren und generell das Französische in Kanada zu stärken. Insofern war diese Sprachpolitik sehr erfolgreich (und sicher auch in vielerlei Hinsicht eine Inspiration für andere Staaten - etwa die Ukraine oder Kasachstan, die allerdings vor der viel schwierigen Aufgabe standen ihre eigenen Nationalsprachen überhaupt erstmal wiederzubelben, da sie im offiziellen Bereich faktisch ins Abseits gedrängt waren).

Der zunehmende Anteil an Zuwandern aus nicht-französischsprachigen Ländern auch in Quebec schwächt jedoch zunehmend den Separatismus, der von der eher ländlichen und rein französischsprachigen Bevölkerung getragen wird
Der Anteil der Allophonen macht in Quebec immerhin 11,9%. Addiert man hierzu noch die englischen Muttersprachler mit fast 8 % ergibt sich immerhin ein Anteil von 20% der Bevölkerung, der nicht Französisch als Mutterpsrache angibt.
Das die Sprachpolitik von Quebec, die Französisch zur einzigen Amtssprache der Provinz erklärt hatte (seit 1977), erfolgreich ist zeigt der Umstand, dass immerhin 94,4% der Bevölkerung von Quebec angeben Französisch zu beherrschen (also auch die große Mehrzahl der Nicht-Muttersprachler).

Heute geben aber immerhin 47.3% der Bevölkerung an, auch Englisch fließend zu sprechen. Die Bi- oder sogar Trilingualität nimmt zu.

Kanada ist es gelungen das separatistsiche Problem in Quebec, dass in der Zeit der 1960er-Jahre bis in die 1990er-Jahre sehr virulent war, mit Geduld und konsequenten und schrittweisen Reformen einzudämmen.
So ist der kanadische Bundesstaat und seine Behördern konsequent
zweisprachig geworden und hat es geduldet das Quebec Französisch als alleinige Amtssprache eingeführt hat.
Durch diese Konzessionsbereitschaft hat Kanada den Separatisten selbst den Wind aus den Segeln genommen - und durch die konsequente Verankerung der Zweisprachigkeit auf Bundesebene zudem der französischsprachigen Bevölkerung allmählich die Angst genommen, dass ohne Unabhängigkeit vom Gesamtstaat Kanada auf Dauer die französche Sprache vom Englischen völlig verdrängt werden könnte.

Der kanadische Staat ging sogar soweit, dass er nicht nur die Billingualität für die Institutionen des Bundesstaates fest verankerte und weltweit als billinguales Land auftrat (obgleich nur 20% der Kanadier Französisch als Muttersprache haben), sondern das kanadische Unterhaus erkannte ausdrücklich die Quebecer am 27. November 2006 als „Nation innerhalb eines geeinten Kanadas“ an. Kanada definierte sich damit ausdrücklich als multinationaler Staat. Diese Konzessionsbereitschaft verlangte der überwiegend englischsprachigen Bevölkerung Kanadas durchaus viel ab - und war in der Form auch nur schrittweise möglich. Die Entwicklung zeigt aber, dass diese Zugeständnisse es ermöglicht haben, die Einheit Kanadas mit rein friedlichen Mitteln nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern langfristig sogar eine Entwicklung einzuläuten, die die Einheit der Nation stärkt und den Separatismus allmählich wieder ins Abseits drängt.

Insofern ist Kanada ein Beispiel für viele andere Staaten, dass man separatistischen Problemen auch mit friedlichen Mitteln (Konzessionen, Einbindung, Aufbau einer konsequent inklusiven Staatsstuktur) lösen kann.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 19. Oktober 2015 - 19:23 Uhr:   

Parlamentswahlen am Montag den 19.10.2015.

Die letzten Umfragen und Prognosen deuten einen Machtwechsel von den Konservativen zu den Liberalen an. Allerdings dürften die Liberalen keine absolute Sitzmehrheit im Parlament gewinnen, sondern, ein in Kanada nicht unübliches, Minderheitenkabinett bilden. Die sozialdemokratische NDP, die im Sommer noch die Umfragen anführte, ist deutlich auf den dritten Platz zurückgefallen. Nachdem es vor einigen Wochen kurzfristig so aussah, dass der separatistische Bloc Québécois alle Sitze einbüßen könnte (u.a. wegen des Umfragehochs der NDP, die in Quebec ihre Hochburg hat), darf er wieder darauf hoffen zumindest mehr als eine Hand voll zu erlangen (2011 stürzte er von 47 auf nur noch 4 Sitze ab). Die grüne Parteivorsitzende wird aller Wahrscheinlichkeit nach ihren 2011 gewonnen Sitz halten können. Mit ganz viel Glück könnten die Grünen einen zweiten Sitz gewinnen.

Vorhergesagt werden:

CON: 30-33%, 113-127 Sitze
NDP: 20-22%, 66-83 Sitze
LIB: 35-39%, 128-148 Sitze
BQ: 4-6%, 1-11 Sitze
GRN: 3-5,6%, 1-2 Sitze
Others/Indep. 0-1 Sitz


Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Kanadische_Unterhauswahlen_2015
https://en.wikipedia.org/wiki/Canadian_federal_election,_2015
https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89lection_f%C3%A9d%C3%A9rale_canadienne_de_2015

Wahlkommission
http://www.elections.ca/home.aspx

News de
http://derstandard.at/r3631/Kanada
http://www.spiegel.de/thema/kanada/
http://www.sueddeutsche.de/thema/Stephen_Harper
http://www.welt.de/themen/kanada-politik/
http://www.tagesschau.de/thema/kanada/
http://www.heute.de/wahl-in-kanada-premier-harper-fuerchtet-um-den-machterhalt-40603188.html
http://www.ardmediathek.de/tv/suche?...
http://www.deutschlandradio.de/text-und-audio-suche.287.de.html?search...
http://www.dw.com/search/de/kanada/category/9077/sort/date/results/10/

News en ca
http://www.cbc.ca/
http://www.cbc.ca/includes/federalelection/dashboard/index.html *
http://www.ctvnews.ca/
http://www.canada.com/news/decision-canada/index.html
http://en.canoe.com/home.html
http://www.thestar.com/
http://www.theglobeandmail.com/
http://www.vancouversun.com/index.html
http://calgaryherald.com/
http://news.nationalpost.com/category/news/canada/canadian-politics
http://thechronicleherald.ca/

News fr ca
http://ici.radio-canada.ca/
http://www.journaldemontreal.com/
http://www.lapresse.ca/
http://www.ledevoir.com/

Twitter
https://twitter.com/search?q=%23canadavotes%20OR%20%23elxn42%20OR%20%23ElectionCanada&src=typd

Foren en
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=ec615ac3682694abfa719b19c82955ad&topic=216858.0
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=a1adefcd29e510f1d0bf36899f32ddc6&topic=221376.0 *
http://rabble.ca/babble/current-events/election-2015

Umfragen
https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_in_the_Canadian_federal_election,_2015
https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_in_the_Canadian_federal_election,_2015_by_constituency

Prognosen
http://www.threehundredeight.com/
http://www.tooclosetocall.ca/
http://canadianelectionatlas.blogspot.de/
http://www.election-atlas.ca/
http://www.electionprediction.org/2015_fed/index.php
http://www.electionalmanac.com/ea/canada/

"Wahl-O-Mat" / votecompass
https://votecompass.cbc.ca/

Political Compass
http://www.politicalcompass.org/canada2015

frühere Wahlen / weitere Infos
http://www.electoralgeography.com/new/en/category/countries/c/canada
https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Kanadische_Unterhauswahlen
https://en.wikipedia.org/wiki/Category:Elections_in_Canada
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_politischer_Parteien_in_Kanada#Bundesebene
https://de.wikipedia.org/wiki/Unterhaus_%28Kanada%29
https://de.wikipedia.org/wiki/Wahlen_in_Kanada
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=8760e4eae3897a7c677dae29ff8af9e9&topic=133700.0

(Beitrag nachträglich am 19., Oktober. 2015 von zigzag editiert)

(Beitrag nachträglich am 19., Oktober. 2015 von zigzag editiert)

* = ergänzt


(Beitrag nachträglich am 21., Oktober. 2015 von zigzag editiert)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 19. Oktober 2015 - 21:54 Uhr:   

In Kanada muss man mit Prognosen immer besonders vorsichtig sein. Das Wahlverhalten ist äußerst volatil. Noch vor 2 Monaten lag die NDP vorne in den Umfragen, vor einem Monat lagen Konservative, Liberale und NDP gleichauf, jetzt ist die NDP abgeschlagen Dritter und die Liberalen sind vorne. Bei der Mehrzahl der aktuellen Umfragen würde es für die Liberalen zur absoluten Mehrheit reichen, wenn sie denn stimmen, auch was die regionale Verteilung angeht. Nach allen Umfragen liegen die Konservativen in den Prärieprovinzen insgesamt vorne, vor allem in Alberta, während die Liberalen in Ontario zweistellig vorne sind und in den Atlantikprovinzen einen sehr großen Vorsprung haben. Für British Columbia und Quebec sind die Ergebnisse uneinheitlich. Diese Verteilung ist günstig für die Liberalen und schlecht für die Tories.
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zigzag
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 21. Oktober 2015 - 15:09 Uhr:   

Provisorisches Ergebnis (99,84 % der Wahlbüros gemeldet)

Partei % +/- Sitze +/-

Liberal: 39,47 % +20,56 %p 184 +150
Conservative: 31,89 % -7,73 %p 99 -67
New Democratic: 19,71 % -10,91 %p 44 -59
Bloc Québécois: 4,67 % -1,38 %p 10 +6
Green: 3,45 % -0,46 % 1

https://de.wikipedia.org/wiki/Kanadische_Unterhauswahlen_2015#Ergebnisse

Karte:
http://uselectionatlas.org/FORUM/index.php?PHPSESSID=5e5162144796a70d1c0356407a7365bc&topic=221376.msg4768148#msg4768148
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 01. Oktober 2018 - 22:05 Uhr:   

Heute ist Wahl in Quebec.

Vergangene Woche lieferte die Wahl in der kleinen Nachbarprovinz Neubraunschweig ein seltsames Ergebnis: Relative Mandatsmehrheit trotz 5,9 Prozentpunkten Rückstand, das ist schon ein großer Bias. In Quebec gab es aber 1966 und 1998 noch krassere Ergebnisse. Auch jetzt ist in Quebec zu erwarten, dass die Liberalen sitzmäßig wesentlich schlechter abschneiden, als die Stimmenanteile vermuten lassen.

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