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Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Landtagswahlen in Deutschland » Landtagswahl in Hessen » 0001-0025 « Zurück Weiter »

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Frederic
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Februar 2003 - 14:04 Uhr:   

Auch für Hessen die Wahlbeteiligung:
ZDF
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Februar 2003 - 22:12 Uhr:   

Amtliches Endergebnis in Hessen´(22.10) bstätigt: CDU erhält absolute Mehrheit der Mandate mit 56 Sitzen und 56 Mandaten.
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Februar 2003 - 22:18 Uhr:   

Amtliches Endergebnis Hessen:

CDU:48,8% 56 Sitze
SPD:29,1% 33 Sitze
Grü:10,1% 12 Sitze
FDP: 7,9% 9 Sitze
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Februar 2003 - 22:30 Uhr:   

http://www.hsl.de/vorl/tabz999001.htm

vorl. Landesstimmen

CDU 1333787 56 Sitze
SPD 795439 33 Sitze
Grüne 276183 12 Sitze
FDP 216164 9 Sitze
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c07
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Februar 2003 - 22:41 Uhr:   

Bemerkenswert ist, dass die Prognose von Infratest ziemlich deutlich daneben war: SPD 27,0% statt 29,1%, CDU 50,0% statt 48,8%.

Bernhard: Es gibt schon das amtliche Endergebnis?
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tobinz
Veröffentlicht am Montag, 03. Februar 2003 - 00:31 Uhr:   

Die Probleme von Infratest Dimap von der Bundestagswahl haben sich offenbar in Hessen fortgesetzt. Obwohl man fairerweise sagen muss, dass das ZDF (FGW) die CDU in der Prognose auch bei 50 Prozent hatte - allerdings die SPD korrekt bei 29.
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Heinz
Veröffentlicht am Montag, 03. Februar 2003 - 14:03 Uhr:   

> Bemerkenswert ist, dass die Prognose von Infratest
> ziemlich deutlich daneben war: SPD 27,0% statt 29,1%,
> CDU 50,0% statt 48,8%.

Das ist nicht "ziemlich deutlich daneben", schließlich sprechen die Demoskopen immer von einer generellen Abweichung von 3% nach + oder -...
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 03. Februar 2003 - 14:22 Uhr:   

@Heinz:
Gemeint ist ja nicht eine der üblichen Umfragen (da sind in der Tat höhere Abweichungen üblich), sondern die 18.00-Uhr-Prognose, die auf Wahlnachfragen beruht.
Und die sind üblicherweise präziser.

Ich könnte mir vorstellen, daß es in den letzten Tagen noch einen weitere Absenkung für die SPD gegeben hat, und deswegen die Briefwähler noch mehr SPD-Stimmen enthielten als die Urnenstimmen (die von der Wahlnachfrage erfaßt werden).
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Tim
Veröffentlicht am Montag, 03. Februar 2003 - 16:00 Uhr:   

Weiß jemand, wo man an eine genauere Auswertung der Wahlergebnisse, insbesondere von Hessen, kommt (Wahlverhalten nach Alter, Geschlecht etc.)?
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Stoiber-Fan
Veröffentlicht am Montag, 03. Februar 2003 - 16:05 Uhr:   

Bei ZDF.de gab's zumindest gestern jede Menge Daten. Über 30 Fragestellungen zum Wahlverhalten.
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Montag, 03. Februar 2003 - 16:18 Uhr:   

@Tim: Bei www.infratest-dimap.de gibt's eine ausführlichere Analyse zum Herunterladen.
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Tim
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2003 - 16:52 Uhr:   

Danke!
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Hesse (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Samstag, 02. Dezember 2006 - 13:32 Uhr:   

Roland Koch hat die Landtagswahl 2008 in Hessen vorzeitig für sich entschieden.
Die hessische SPD hat heute mit knapper Mehrheit die zukünftige Oppositionsführerin gewählt.
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Marc K.
Veröffentlicht am Samstag, 02. Dezember 2006 - 16:31 Uhr:   

Sehr schön damit trifftet die hessische SPD weiter nach links.

Die linke SPD-Bezirk Hessen-Süd hat sich mal wieder gegen den pragmatischeren Bezirk Hessen-Nord durchgesetzt.
Damit schaufelt sich die SPD im übrigen ihr eigenes Grab.
In Südhessen ist die SPD weit schwächer als in Nordhessen (kommunal). Das trotzdem dieser linke Flügel sich durchgesetzt hat unterstreicht wohl, dass die SPD selbst nich an Siegchancen für 2008 glaubt. Ansonsten hätte sie einen mittigen Kandidaten (eben Walter) aufgestellt.

Ypsilanti ist natürlich politisch eine glasklare Kontraposition zu Roland Koch. Sie gehört ja selbst in der SPD zum linken Flügel.
Nur: mit dieser Position ist die SPD nicht mehrheitsfähig.

Wenn die SPD nicht aufpaßt, könnte Roland Koch nun sogar 2008 die absolute Mehrheit halten.
Das halte ich zwar eigentlich für sehr unwahrscheinlich, aber wenn die SPD weiter nach links driftet für nicht unmöglich.
Für schwarz-gelb dürfte es definitv nicht reichen.


Ein positives hat aber die Wahl von Ypsilanti schon: Die Linkspartei.PDS dürfte 2008 null Chancen haben, wenn eine Vertreterin des linken SPD-Flügels Ministerpräsidenten-Kandidatin wird. Die Wähler der Mitte wird die SPD damit allerdings nicht erreichen. Sie ist so in Hessen nicht-mehrheitsfähig.
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Fenech (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Sonntag, 03. Dezember 2006 - 16:32 Uhr:   

Naja erst mal Abwarten, noch sind 2 Jahre bis zur Wahl.Da läuft noch ein U-Ausschuss gegen Koch, und wie die bundespolitischen Verhältnisse dann aussehen ist noch unklar.
Zudem gehört Koch ja auch zum absolut rechten Flügel der CDU und gilt zum Beispiel bei vielen gesellschaftlichen Gruppen, zum Beispiel ausländische Wählern als unwählbar.
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Marc K.
Veröffentlicht am Sonntag, 03. Dezember 2006 - 16:52 Uhr:   

@Fenech,

Ausländer haben aber kein Wahlrecht, dass haben nur deutsche Staatsangehörige.

Zudem: Koch wurde oft unterschätzt. 1999 traute man ihm nicht zu zu gewinnen, 2003 nicht die absolute Mehrheit zu holen (schon damals gab es einen Untersuchungsausschuß durhc die Opposition, übrigens sogar ein Verfahren vor einem Wahlprüfungsgericht: die Opposition wollte nämlich die Gültigkeit der Landtagswahl anfechten.
War im Ergenbnis erfolglos *g*.

Und so ein kleiner Streit mit den freien Wählern - wo im übrigen nur Aussage gegen Aussage steht - kann einen Koch noch lange nicht erschüttern.

Das gilt erst recht für die Linksauslegerin Ypsilanti.
Ein Walter hätte Koch ja vielleicht gefährlich werden können.
So aber hat die SPD die Wahlverliererin 2008 und künftige Oppositionsführerin gewählt.
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Marc K.
Veröffentlicht am Sonntag, 03. Dezember 2006 - 17:08 Uhr:   

@Fenech,

bei den Hessen ist Roland Koch als Ministerpräsident sehr gut anerakannt. Er ist nicht populär i.S. eines Showmasters, aber seine Kompetenz wird sehr stark geschätzt.

Gegenwärtig sprechen sich 41% der Hessen für die CDU aus und 11% für die FDP.
Bei der letzten Landtagswahl hatte die CDU 48,8% und die FDP 7,9% (addiert also 56,7%).
Das war nun wirklich ungewöhnlich viel für das einstmals rote Hessen.
Gegenwärtig liegen beide zusammegenommen aber immer noch bei 52% und damit satt über der absouten Mehrheit.

Die SPD liegt sogar nur bei 27% (2003: 29%) und damit sogar niedriger als bei der letzten Landtagswahl.
Die Grünen liegen bei 12%, leicht besser als bei der letzten Landtaswahl (10,1%).
Zusammen liegen SPD und Grüne also immer noch nur bei 39% und damit beim gleichen Wert wie bei der letzten Landtagswahl (39%).

(Quelle für die Zahlen ist Forsa)

Es dürfte daher ziemlich sicher 2008 für Schwarz-Gelb reichen.
Die Wählerwanderungen werden wohl hautptsächlich zwischen CDU zur FDP und von SPD zu Grünen bzw. Linkspartei stattfinden. Wobei die Linkspartei aufgrund der Aufstellung der linken Ypsilanti wenig Chancen auf einen Landtaseinzug habne dürfte.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Montag, 04. Dezember 2006 - 07:26 Uhr:   

Wenn die SPD kein Gegenangebot zur CDU stellen würde, könnte sie's auch gleich sein lassen. Dass die Frau Y. aber so wahnsinnig links sein soll, ist wohl eine reine Flügelzuschreibung ohne großen Wert für die Gesamtkoordinaten im Landesverband. Extremisten werden nicht Landesvorsitzende
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 04. Dezember 2006 - 10:48 Uhr:   

@Ralf Lang:
Ypsilanti ist wirklich links, es ist wohl (außer Bayern) kein SPD-Landesverband denkbar, in dem sie Erfolg haben könnte.
Die SPD Hessen wurde schon immer dominiert von einem eher linken Funktionärskader (die Mitglieder sind eher moderater), das hat sich in den letzten Jahren deutlich verstärkt, weil die Regierungsbeteiligungen auf Landesebene und in vielen Kommunen weggefallen sind.

Die SPD wird mit der neuen Linie bei Linkspartei, Grünen und frustrierten Nichtwählern punkten können, aber die Verluste in der Mitte (nicht nur an CDU und FDP, sondern vor allem auch an die neu antretenden Freien Wähler) werden wohl höher ausfallen.

Koch sitzt verblüffend fest im Sattel, hat noch keine nennenswerten Verbrauchserscheinungen und strahlt bundesweite Bedeutung aus - der ist 2008 nicht zu knacken.

Für Walter könnte das eine Idealkonstellation werden: Er ist so knapp unterlegen (hatte bei den Basisabstimmungen ja sogar gewonnen), daß er immer noch gut dasteht.
Wenn Ypsilanti gegen Koch abschmiert, ist der linke Flügel erst einmal erledigt.

Und 2013 ist Walter im besten Alter, und Koch ist entweder in Berlin oder verbraucht (nach dann 15 Jahren Regierung).

Ich gebe ja selten Wahlprognosen ab. Aber das schwarz/gelb in 2008 halte ich für ziemlich sicher.
Und die Chancen für einen Wechsel 2013 (vielleicht auch zu rot/gelb) stehen recht gut.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Montag, 04. Dezember 2006 - 15:57 Uhr:   

Das sehe ich alles ein wenig entspannter. Es gibt keinen Grund, für den Walter ein besseres SPD-Ergebnis anzunehmen als für die Ypsilanti. Die SPD hat zur "Züchtung" der Freien Wähler als landespolitische Alternative zu (vor allem) CDU und (weniger) FDP massiv beigetragen. Es wäre unsinnig, jetzt aus diesem Lager eigene Stimmen zu erwarten. Es wählt doch keiner eine Opposition aus dem Grund, dass sie der Regierung so nahe steht. Für Ypsilanti muss es darum gehen, die Grünen zu domestizieren und die eigene Partei möglichst stark zu machen. Es gibt keine belastbare Anti-Koch-Koalition. Ob die Linke in Hessen einzieht (eher nicht) wird wohl weniger an der Frage Walter/Yps hängen als an bundespolitischen Ereignissen und ein paar nicht abschätzbaren Faktoren. Die hessische Wahl hat für die Linke keine "oberste" Priorität: Solange irgendwas in der Nähe der 5 % herauskommt, ist das schon OK. Kommen sie rein, auch gut. Aber mit welchem Personal? Dr. Wilken ist sicher ein ordentlicher Kandidat, aber kein Zugpferd. Auch die hessischen Bundestagsabgeordneten sind begrenzt dafür tauglich. Das ist was anderes als in Bremen oder meinetwegen im Saarland - von den persönlichen Wünschen der jeweils in Frage kommenden Personen mal abgesehen. Ich schließe für Hessen eine absolute Mehrheit der CDU mit FDP,FW,Linke als "Sonstige" nicht aus. Dazu wäre aber ein zumindest vorgeblicher Linkskurs der SPD nötig. Die Alternative wären starke Grüne, schwache SPD und schwarz-gelber Koch. Kann die SPD das wollen?
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Montag, 04. Dezember 2006 - 16:41 Uhr:   

@Ralf Lang:
> Es gibt keinen Grund, für den Walter ein
> besseres SPD-Ergebnis anzunehmen als für die
> Ypsilanti.
Oh doch, da gibt es gute Gründe.

Der wesentliche zeigt sich bei der Betrachtung der letzten Landtagswahlergebnisse: Die SPD hat ganz massiv verloren, und zwar nur den kleineren Teil nach links (Grün bzw. Nichtwähler), zum größten Teil aber in der Mitte.

Wenn sie umgekehrt jetzt wieder ein ordentliches Ergebnis haben will, dann muß sie in erster Linie in der Mitte gewinnen - dafür ist Ypsilanti eine glatte Fehlbesetzung.
Und wenn sie außerdem noch regieren möchte (was natürlich deutlich schwieriger ist), dann muß sie zu den eigenen Gewinnen noch einen starken Partner haben.
Das wird nicht gelingen können, wenn man per Linkskurs im Zweifelsfall die Grünen schwächt, und außerdem für die FDP als Partner inakzeptabel wird.

Walter hätte sowohl für den Wählerzuwachs wie bei den Koalitionsoptionen deutlich bessere Chancen gehabt.

> Die SPD hat zur "Züchtung" der Freien Wähler
> als landespolitische Alternative zu (vor allem)
> CDU und (weniger) FDP massiv beigetragen.
Das war ohnehin eine taktische Fehlleistung ersten Ranges.
Natürlich werden die Freien Wähler bei den bürgerlichen Parteien Wähler abziehen. Aber nicht so viele, daß CDU und FDP derzeit in Hessen recht gut motiviert dastehen.
Genau so gut sind sie aber als Auffangbecken für unzufriedene SPD-Wähler geeignet. Und die SPD Hessen sollte eigentlich wissen, daß es die derzeit reichlich gibt - die Kommunalwahlen dieses Frühjahr haben das recht deutlich demonstriert (wie ich überhaupt glaube, daß die Parteitags-Funktionäre diese Wahl offenbar völlig blind und ohne Analyse-Versuch ignoriert haben).

> Es wählt doch keiner eine Opposition aus dem
> Grund, dass sie der Regierung so nahe steht.
Inhaltlich müssen natürlich Unterschiede klar sein.
Aber in erster Linie muß die SPD Wähler gewinnen, die beim letzten Mal (und meist auch schon bei anderen Wahlen) CDU gewählt haben. Da muß schon etwas Umarmungstaktik dabei sein - mit betont linker Rhetorik wird man diese Leute auf keinen Fall zum Wechsel kriegen.

> Ob die Linke in Hessen einzieht (eher nicht)...
Richtig - eher nicht.
Bis auf wenige städtische Zentren ist sie auch nicht präsent, wenn sie nicht ganz unerwartet starken Bundes-Rückenwind bekommt, wird sie bei 2% landen und keine Rolle spielen.

> Ich schließe für Hessen eine absolute Mehrheit
> der CDU mit FDP,FW,Linke als "Sonstige" nicht
> aus.
Unmöglich ist nichts, aber ich glaube nicht, daß Koch sein Ausnahmeergebnis vom letzten Mal wiederholen kann, dazu ist der CDU-Bundestrend zu schwach (und da wird sich auch nichts wesentliches ändern).

> Die Alternative wären starke Grüne, schwache
> SPD und schwarz-gelber Koch. Kann die SPD das
> wollen?
Eine schwache SPD kann sie auf keinen Fall wollen - und genau die wird sie jetzt kriegen.
Ein schwarz-gelber Koch wird ihr auf jeden Fall lieber sein als ein rein schwarzer.

Denn schwarz-gelb heißt: Das ist zu knacken.

Aber rein schwarz heißt, daß Koch sich sogar einige Verluste erlauben kann, und trotzdem mit FDP noch eine Regierung kriegt.
Diese derzeitige Lage ist richtig demotivierend für die SPD-Basis, die einfach nicht an einen Wechsel glauben kann.
Und Motivation der eigenen Truppe ist die halbe Miete im Wahlkampf, und dazu braucht man eine halbwegs realistische Siegchance.
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Marc K.
Veröffentlicht am Montag, 04. Dezember 2006 - 18:39 Uhr:   

@Ralf Arnemann,

kann Ihre Aussgagen nur bestätigen.
Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Juso und einen jungen Grünen, die beide recht pessimistisch in die Wahlauseinandersetzugen 2008 gehen.
Der junge Grüne sagte mir, dass es schon ein Erfolg wäre, wenn Roland Koch keine absolute Mehrheit mehr hätte, sondern statt dessen auf eine Koalition mit der FDP angewiesen wäre.

Ich sagte ihm, dass ich das für ziemlich wahrscheinlich halte.

Aber selbst für dieses Minimalziel sind sich die Anhänger von SPD und Grünen offensichtlich nicht sicher. Das eigene Zutrauen ist seher gering, dass man sich im einst roten Hessen es sich nicht mal ganz zutraut die absolute Mehrheit der CDU zu beenden (geschweige denn sie von der Regierung abzulösen).
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mma
Veröffentlicht am Dienstag, 05. Dezember 2006 - 17:05 Uhr:   

Die Landtagswahlen 1999 und 2003 fielen beide in die Ernüchterungsphase nach von Rot-Grün gewonnenen Bundestagswahlen, die SPD dürfte also unter ungünstigen Bundeseinflüssen ("Denkzettel"-Mentalität wegen nicht eingehaltener Wahlversprechen etc.) gelitten haben. Vergleichbare Bedingungen sind im Frühjahr 2008 nicht zu erwarten.
Ganz im Gegenteil: Während im Bund eine große Koalition regiert, tut eine Landes-SPD bestimmt nicht gut daran, sich nach re..., pardon, "zur Mitte hin" zu bewegen.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Mittwoch, 06. Dezember 2006 - 09:15 Uhr:   

@mma:
Ich sehe ja nicht, daß die "Ernüchterung" bei der großen Koalition für die SPD besser laufen würde als nach den zwei rot/grün-Koalitionen.
Richtig ist, daß der Abstand zur Bundestagswahl größer ist. Aber ob das der SPD nun Stimmenzuwächse bringen wird?

Und bei der Positionierung: Es kommt halt darauf an, gegen wen man sich profiliert.
Man kann durchaus erfolgreich gegen die eigenen Parteifreunde in Berlin Wahlkampf führen (die CSU macht das ja häufig). Das ist aber eher eine Taktik für einen Ministerpräsidenten. Die Tour "linker MP schützt seine Landeskinder vor den Zumutungen der großen Koalition" könnte funktionieren.

Eine Landes-Opposition kann so aber nicht agieren. "Wir wollen in die Landesregierung, um dann gegen Berlin zu opponieren" - das ist zu indirekt, das kauft kein Wähler.

Die SPD muß sich also gegen Koch positionieren.
Und da wäre es viel erfolgversprechender, selber in die Mitte zu gehen und Koch als rechten Außenseiter darzustellen - damit trifft man durchaus die Einschätzung vieler Wähler.
Der Kontrast zwischen einer Mitte-SPD à la Walter und der Koch-CDU wäre auf jeden Fall groß genug, um als Alternative wahrnehmbar zu sein.

Jetzt aber geht die SPD an den linken Rand (wo eben nicht viel zu holen ist) und überläßt Koch die wahlentscheidende Mitte.
Und wer als mittiger SPD-Wähler mit Koch Probleme hat, kann wunderbar auf die FWG ausweichen (wie das gerade bei den SPD-Wählern schon viele bei den Kommunalwahlen gemacht haben).
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Mittwoch, 06. Dezember 2006 - 13:02 Uhr:   

Den Koch als rechten Außenseiter hinzustellen wird genauso schiefgehen wie alle "Stoiber ist ein Roiber"/"Stoiber verhindern"- und so weiter Kampagnen. Wenn Koch nicht den Fehler macht und sich vor Nitzsche oder einen anderen Quartalsirren stellt, ist da nichts zu gewinnen. Gerade nach seiner eher opportunistischen Position beim Bundesparteitag taugt Koch erstmal nicht zum Sonderfall der CDU - übrigens auch nicht als Anwalt des Landes gegen die Große Koalition. Die Auswahl zwischen zwei stromlinienförmigen, verwechselbaren Volksparteien, die sich im Land nicht richtig beißen und im Bund nicht richtig zusammenraufen ist schon im Interesse der Grünen, FDP, Linke, FW - leider auch der NPD, die ich aber in Hessen derzeit nicht für so stark halte. Einer SPD mit Aushilfs-Koch würde die CDU schon zeigen, wo die Kelle hängt. Primäres Wahlziel der SPD kann aber - entgegen aller Verlautbarungen - nicht die Schwäche der CDU sondern nur die Stärke der SPD sein. Gegen wen soll sich die Landes-SPD also profilieren? An Koch als Person hat man sich nun jahrelang erfolglos abgearbeitet, die Bundesregierung taugt auch nicht, zumal die ja nur aus konservativer Optik zu links ist - Linke sehen es halt andersrum. Bleibt also das landespolitische Konzept der CDU und dessen Erfolg/Mißerfolg. Und Walter will ja eigentlich MP werden und nicht Oppositionsführer.

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