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Landtagswahl in Thüringen

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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 12:55 Uhr:   

@Mark Tröger
Genau das, was Sie im letzten Absatz schreiben, würde man auch Thomas Kemmerich wünschen. Prinzipiell gibt es in seiner Partei viele, die ihn als Ministerpräsidenten haben wollen. Die FDPler sind es halt kaum gewohnt, massiven Druck von der Antifa etc. zu haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die JuLi-Vorsitzende Ria Schröder. Daher hat man sich nach Eintreten des massiven linken Drucks irgendwann von der MP-Wahl distanziert. Schon vergessen, wie euphorisch ein Wolfgang Kubicki am Mittwoch war?
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 13:09 Uhr:   

Sorry, aber Merkel, Kramp-Karrenbauer, Merz, Söder, Baum und Strack-Zimmermann als "Antifa" zu bezeichnen, zeugt von wenig Sachverstand...

(Beitrag nachträglich am 08., Februar. 2020 von cyrix editiert)
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 13:53 Uhr:   

Die FDP und auch die CDU haben sich einfach noch nicht von den etablierten Medien emanzipiert, die klar links dominiert sind. Siehe dazu die Parteipräferenzen von Journalisten: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163740/umfrage/parteipraeferenz-von-politikjournalisten-in-deutschland/

In der FDP-Spitze ging man wohl ursprünglich konform mit der Wahl Kemmerichs, aber gegen den Willen der Medien kann diese Partei momentan nicht agieren, sodass sie innerhalb von 24h eingeknickt ist. Dazu müsste man sich erst was eigenes aufbauen. Die Einsicht, dass das nötig ist, wird aber wohl erst nach einem umfassenden Machtverlust kommen.
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 13:55 Uhr:   

Komisch nur, dass die meisten entrüsteten Reaktionen auch aus der FDP schon lange vor dem Umdenken Lindners erfolgt sind...

In welcher Blase lebt ihr eigentlich?
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 14:16 Uhr:   

Der linke FDP-Flügel war dagegen, klar, aber Lindner und Kubicki recht offensichtlich nicht. Innerhalb der FDP können sich die Gegner der Kemmerichwahl der Gunst der Medien sicher sein, deshalb hört man von ihnen viel. Und während die Spitze eingenickt ist trauen sich die Befürworter der Wahl nichts zu sagen. Der Deutschlandtrend hat ergeben, dass mehr FDP-Wähler den Rücktritt Kemmerichs falsch finden als richtig. Aber das bildet sich in den Äußerungen der FDP-Politiker nicht ab.

Bei der Union gibt es ähnliche Anzeichen. Da hat z. B. Dorothee Bär zur Wahl erst gratuliert, aber dann den Beitrag später gelöscht. Wie soll man das anders interpretieren, als dass sie eigentlich die Wahl gut fand, aber dann aufgrund des öffentlichen Drucks eingeknickt ist?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 14:26 Uhr:   

Egal, wie man zu Söder steht, er hat gezeigt, wie Führung aussieht. Da sicher viele in der CSU die Wahl von Kemmerich gut fanden, sicher nicht nur Frau Bär, ist er gleich vor die Presse gegangen und hat vehement dagegen Stellung bezogen. Danach hat sich keiner mehr getraut, anderes zu sagen.

So hätte es Lindner umgekehrt auch machen können nach dem Motto: Super, FDP vertreibt Mauermörder/Stasi-SED aus Staatskanzlei, guter Tag für die Demokratie und den Liberalismus, kein LIberaler könne etwas dagegen haben, wenn ein Liberaler die Kommunisten entmachtet, die viel Leid auch über Thüringen gebracht hätten. Dann wäre parteiinterne Kritik viel kleiner und verhaltener gewesen.
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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 16:32 Uhr:   

Tja, Söders Kehrtwende vom Konservativen zum AfD-hassenden grünen Landesvater ist sowieso beeindruckend.

@cyrix: Mit Antifa meinte ich schon die Antifa als solches, die bekanntlich in bester Stasi-Manier Menschen einschüchtern kann.
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görd
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 19:06 Uhr:   

Hier findet man mal wieder das übliche Gejammer. Linke Medien, klar Bild, FAZ etc., nur linke Medien in Deutschland. *augenroll*

Was die CDU von der AfD fordert? Wie wäre es mal mit der menschenfeindlichen und hetzerischen Rhetorik aufzuhören. Faschisten wie Höcke aus der Partei werfen. Das sind nur Beispiele. Die AfD hat sich selbst in die Ecke gestellt.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 20:28 Uhr:   

Thüringens MP Kemmerich (FDP) hat NUN seinen angekündigten Rückzug von Donnerstag in Form einer sofortigen Rücktrittserklärung heute eingereicht.
Damit folgt er, UNTER ANDEREM, auch dem Ultimatum welches Linke,Grüne und SPD ihm gestellt hatten, nämlich bis zum Sonntag zurückzutreten.

Er bleibt geschäftsführend im Amt und kündigte an, seine aus diesem Amt bestehenden Vergütungen umgehend an die Staatskasse zurückzuzahlen.
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 08. Februar 2020 - 20:44 Uhr:   

Die anderen Parteien könnten auf die AfD Einfluss nehmen nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche. Belohnung bei gewünschtem Verhalten, Strafe bei unerwünschtem Verhalten. Aber für die AfD gibt es immer nur die Peitsche egal was sie macht. War schon unter Lucke so. Die AfD wird aber trotz allem gewählt, in Thüringen von 23,4%. Schwarz-Gelb hat die AfD unterschätzt und sich verzockt. Laut "Faschisten" und "Nazis" schreien wird wohl auch nichts nutzen. Wenn man schon in alles in allem noch so guten und ruhigen Zeiten wie heute die höchste rhetorische Eskalationsstufe erreichen, frage ich mich was man macht, wenn es mal eine wirkliche Krise gibt. Für den Popanz heute werden wir von der Geschichte noch ausgelacht werden.
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görd
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 00:55 Uhr:   

Wann hat die AfD denn mal was gemacht, um Zuckerbrot zu rechtfertigen? Hat man nicht selbst großspurig gesagt, man möchte die anderen jagen und bei herausgekommen ist immer das gleiche Opfergejammer. Bäh, die anderen wollen nicht mit uns spielen, klar wenn man vorher ankündigt man möchte das Spielzeug kaputt machen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 12:18 Uhr:   

@Görd
"menschenfeindlichen und hetzerischen Rhetorik"
Menschenfeindliche, heterische Rhetorik, kommt von jenen, die alle Feinde der SED mit neuem Namen, der Staatspartei einer Diktatur, die die DDR auch heute nicht als Unrechtsstaat sieht, als Nazis hinstellen wollen. Durchschaubare Haltet-den-Dieb-Taktik. Es gibt nur eine Partei im Thüringer Landtag, die Totalitarismus über das Land gebracht hat, und das ist die SED alias "Die Linke".
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 12:35 Uhr:   

Na sie hat doch gerade einen FDP-Kandidaten zum Ministerpräsidenten gewählt ohne dafür eine Gegenleistung zu verlangen. Da wäre Zuckerbrot angebracht. Die Peitsche hätte man dann wieder rausholen können, wenn sie irgendein von Schwarz-gelb eingebrachtes Gesetz aufgrund radikalerer Forderungen nicht mitträgt. Und der Punkt wäre sicher gekommen, denn Höcke sieht den Sinn seines Daseins sicher nicht in selbstverleugnender Mehrheitsbeschaffung für Schwarz-gelb. Würde Schwarz-gelb so rational handeln, hätte die AfD Kemmerich vermutlich auch erst garnicht ins Amt verholfen. Das Kalkül in der Wahl Kemmerichs lag ja genau darin, schwarz-gelb vorzuführen und zu beschädigen aufgrund des irrationalen, erratischen Verhaltens von Schwarz-gelb. Das hat geklappt. Auch innerparteilich kann Höcke jetzt nachweisen, dass Zugeständnisse an Schwarz-gelb mitnichten irgendeine positive Auswirkung auf das Verhältnis hat.
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görd
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 14:02 Uhr:   

Was denn nun, hat man mit Kalkül gehandelt und damit Eigennutz verfolgt oder war man ganz selbstlos und hat ohne Gegenleistung den Kemmerich gewählt, weil man den gerade so nett fand? Warum sollte man mit so einer Partei zusammenarbeiten? Ziel Höckes war es die demokratischen Parteien zu beschädigen. Warum sollte man mit sojemanden zusammenarbeiten?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 15:17 Uhr:   

"Ziel Höckes war es die demokratischen Parteien zu beschädigen. Warum sollte man mit sojemanden zusammenarbeiten?"
Losgelöst von der Frage wer demokratisch ist: Wenn Kemmerich gar nicht gewählt werden wollte, hätte er die Wahl ablehnen können. Er hat angenommen und diese Verantwortung kann er auf niemanden abwälzen. Dass ihn die AfD gewählt hat, konnte ihm nicht entgangen sein.

Selbstverständlich hat die AfD nicht das Ziel, Kemmerich einen netten Posten zu geben. Genausowenig, wie in einer Koalition eine Partei selbstlos einer anderen den Posten des Regierungschefs sichert. Es sind locker einige andere Motive als Zerstörung von Union und FDP denkbar, z. B. Rot-Rot-Grün loswerden.

Das Chaos ist außerdem nicht in der Landespolitik entstanden, sondern durch das Eingreifen der Bundesparteien bzw. durch das Unterlassen klarer Ansagen im Vorfeld.

Wenn Lindner keinen Ministerpräsidenten Kemmerich wollte, hätte er ihm die Kandidatur ausreden müssen. Höckes rechte Hand Möller hat schon vor der MP-Wahl öffentlich ziemlich offen gesagt, dass sie einen CDUler oder FDPler ins Amt bringen wollen.
https://www.otz.de/politik/vor-der-ministerpraesidentenwahl-ramelow-koennte-gegen-kandidaten-von-cdu-fdp-und-afd-antreten-id228265959.html
Die geniale FDP hat mit der Ankündigung, nur anzutreten, wenn die AfD antritt, die "Finte" mit dem eigenen AfD-Kandidaten herausgefordert. Das hätten LIndner und Kemmerich durchaus erkennen müssen.

Aber Lindner ließ es geschehen und fiel Kemmerich nach weniger als einem Tag in den Rücken und ist damit der größte Chaot hier.

Bei der autoritär geführten CDU hätte die Fraktion niemals zu sechs Siebteln für Kemmerich gestimmt, wenn es den Befehl aus Berlin gegeben hätte, ihn nicht zu wählen.
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 15:30 Uhr:   

An sich war die Wahl Kemmerichs uneigennützig, aber das dahinterstehende Kalkül war eigennützig, dass Schwarz-gelb das Geschenk nicht annimmt, sich selbst zerfleischt und herumschlingert. Hätte man die Wahl einfach angenommen, ohne dafür Zugeständnisse an die AfD zu machen, wäre für sie nichts gewonnen gewesen. Ob der Trick aufgeht, liegt an schwarz-gelb. Je radikaler und grundsätzlicher der Ausschluss der AfD, desto mehr Spielraum gibt man ihr.
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görd
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Februar 2020 - 23:41 Uhr:   

Es war von CDU und FDP Thüringens jedenfalls ziemlich dumm da mitzumachen. Das die Bundesparteien da eingreifen, war abzusehen. Wegen paar Hanseln in Erfurt wollen die sich nicht die Ergebnisse im Rest von Deutschland verhageln lassen.
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 12:07 Uhr:   

Bodo Ramelow warnt nun vor der Nichtigkeit einer Neuwahl des Landtags. Es geht um die Geschlechterquote im Wahlgesetz. CDU und AfD haben dagegen geklagt. Das Verfassungsgericht will im Frühjahr verhandeln. Die FDP hat aber jetzt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung der Geschlechterquoten eingebracht. Bei Beschluss des Gesetzes würde das Verfassungsgericht nicht urteilen.

Laut Ramelow droht, wenn er nicht gewählt wird und es schnelle Neuwahlen gibt, dass die Neuwahl nichtig sein könnte, sodass bis Ende des Jahres kein neuer Ministerpräsident gewählt werden könne. Ich verstehe nicht, welches Problem es genau gibt. Nichtig wäre die Landtagswahl wohl, wenn sie mit Geschlechterquoten stattfindet, diese aber verfassungswidrig sind. Um diese Gefahr zu beseitigen, müsste man doch einfach nur der Aufhebung der Geschlechterquoten zustimmen um die Landtagswahl ohne stattfinden zu lassen. Ramelow will aber wohl eher darauf hinaus, dass er gewählt werden sollte, und die Neuwahl erst mit Verzögerung stattfindet. Verstehe ich nicht.
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Mark Tröger
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 12:13 Uhr:   

Ramelow betont auch einen Unterschied zwischen Nichtigkeit und Anfechtbarkeit. Vielleicht gehts darum, dass das FDP-Gesetz zu lange dauert bis es umgesetzt ist, sodass die Parteien keine klare rechtliche Grundlage zur Aufstellung der Kandidaten bei einer schnellen Neuwahl haben.
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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 12:55 Uhr:   

Bodo Ramelow arbeitet mit interessanten Tricks, um schnell wieder MP zu werden. Aber er gilt ja allgemein als lupenreiner Demokrat.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 21:04 Uhr:   

Nochmal zur Frage, ob Kemmerich und Lindner von Höcke überrascht worden sind. Das ist auszuschließen. Dagegen spricht schon, dass die Kandidatur sehr geschickt eingefädelt wurde. Hätte Kemmerich seine Kandidatur einfach verkündet ohne wenn und aber, wäre er sofort mit Fragen nach der AfD überhäuft worden. Wenn er dann nicht eindeutig jede Wahl mit Stimmen der AfD ausgeschlossen hätte, wäre sofort ein polit-medialer Sturm über ihn hereingebrochen. Den hat er offenbar planvoll vermieden, bis er gewählt war.

Zum anderen hat die AfD ihre Absicht nicht gerade konspirativ für sich behalten. Höcke hat schon im November einen Brief an CDU und FDP geschrieben. Fraktionsgeschäftsführer Möller hat die Absicht ziemlich direkt öffentlich verkündet.

Sehr interessant auch die Phönix-Sendung von der MP-Wahl:
https://www.youtube.com/watch?v=CPY1trJTSRw

Da erzählt ein Journalist (ab Minute 13:00) vor dem 3. Wahlgang, er habe am Vortag ein Hintergrundgespräch mit Kemmerich gehabt. Dieser sehe die Gefahr, dass die AfD ihren Kandidaten gar nicht wähle, sondern ihm die Stimme gebe. Dies sei eine Befürchtung in der FDP. Wenn man das wirklich nicht gewollt hat, hätte es ein ganz einfaches Mittel gegeben: Gar nicht antreten.

Kurz: Undenkbar, dass Lindner nicht lügt, er hat zumindest für möglich gehalten, dass die AfD Kemmerich wählt
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 21:17 Uhr:   

Und im Übrigen..hätte es kein Nachdenken bedurft, wöllte die FDP ensthaft einen Kandidaten zur MP Wahl aufstellen, diesen im 1. Wahlgang antreten zu lassen!

Warum man sich erst bis zum 3. Wahlgang Zeit lies, das kann sich jeder selber ausmalen.
Das Ding war so durchschaubar, ich glaube wir diskutierten hier bereits kurz im Vorfeld der MP Wahl über solch ein Szenario.
Die Wahl Kemmerichs fiel wirklich nicht vom Himmel sie kam mit Ansage!
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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 22:13 Uhr:   

TF und SM: Ich denke wie ihr, frage mich aber, warum man nach Beginn des Shitstorms so schnell eingeknickt ist. Wenn man die Kandidatur einfädelt, sollte man doch auch im Nachhinein dazu stehen und nicht direkt das Amt wieder abgeben.
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görd
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Februar 2020 - 22:23 Uhr:   

Die Landeshanseln haben die Rechnung ohne die Bundespartei gemacht. Selbst bei der FDP gibt es ja noch echte Liberale alten Schlages und die haben Feuer gemacht. Auch in der Union war man sich schnell klar, dass man Stimmen auf Bundesebene nicht für so ein Kasperletheater aufs Spiel setzen möchte.
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Kepler
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 00:48 Uhr:   

Ich habe keine Interviews mit Ramelow gelesen/gehört, aber so wie das hier geschildert wird, kann ich den "Trick" nicht erkennen: Ramelow meint, dass es ohne ihn nur Chaos gebe. Man mag das für falsch halten, aber das ist sicher kein "Trick". Mit Kemmerich als MP hätte es Chaos gegeben wegen fehlender Koalitionspartner und Minister. Nun mit Kemmerich als geschäftsführenden MP fehlt jemand, der legitime Neuwahlen organisiert bekommt, die in einer Weise ablaufen, die geeignet ist, das Ansehen der Demokratie wiederherzustellen. Schnelle Neuwahlen sind immer ein Problem für demokratische Institutionen, weil sie immer den Einwand provozieren, dass so lange gewählt wird, bis das Ergebnis passt. Wenn nun auch noch die Aufstellung der Listen von vielen kandidierenden Parteien als illegitim betrachtet wird, kann man binnen zwei Jahren sehr viel Ansehen demokratischer Institutionen verspielen.

Ansonsten: Der Versuch, trotz schwieriger Verhältnisse eine Koalition und Regierung aufzustellen, zeugt von einem Respekt vor der Demokratie, der anscheinend alles andere als selbstverständlich ist. Das Verhalten der FDP und CDU – "mimimi, wir reden mit niemandem, wir benutzen Faschos, um die Bildung einer Regierung zu blockieren, soll es doch Neuwahlen geben, chaos is a ladder" – ist Ausdruck einer Verweigerungshaltung, die mit Verantwortung nichts mehr zu tun hat. Die Ereignisse NACH der Wahl Kemmerichs, inkl. des Rückzugs von AKK, der m.E. ein GAU für die CDU ist und den ich sehr bedauere, sind da genauso erschreckend.
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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 00:59 Uhr:   

Kepler:
1. Ja, es braucht einen MP, aber das wäre Kemmerich gewesen und es gibt sicher auch noch weitere Personen außer Ramelow, die in Frage kommen.
2. CDU und FDP haben keine Regierung blockiert, sondern eine Person gewählt, die prinzipiell fünf Jahre lang hätte regieren können.
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cyrix
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 12:10 Uhr:   

@Wahlhelfer: Mit welchen Mehrheiten hätte Kemmerich denn "potentiell fünf Jahre lang regieren" wollen, mit seinen "Brandmauern nach links und nach rechts"? Das war einzig und allein die Verhinderung der Wahl Ramelows. (Auch der hätte keine Landtagsmehrheit hinter sich gehabt und wäre alsbald Richtung Neuwahlen gezogen...)
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Wahlhelfer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 13:06 Uhr:   

Kann eine Landesregierung nicht relativ viel einfach so exekutieren? Das Parlament braucht man insbesondere für den Haushalt, der aber für 2020 bereits vorliegt.
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Kepler
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 13:29 Uhr:   

Mir ging es nicht um die Frage, ob Kemmerich die Pflichten aus der Landesverfassung auf minimale, aber legale Weise hätte erfüllen können. Natürlich hätte er den Haushalt seines Vorgängers umsetzen können, natürlich hätte er alle Nebentätigkeiten aufgeben können, da er sich das nicht von der Linken oder AfD hätte genehmigen lassen wollen (wegen Brandmauer und so), natürlich hätte er irgendwo ein paar Leute gefunden für die Posten Justiz-, Finanz-, Innen- und Kultusministerium. Das ist aber kein Regierungsprogramm, sondern Wunsch nach Weimarer Verhältnissen, wo es ja auch immer eine Exekutive gab. Das kann man nicht ernsthaft als gleichwertige Alternative zu Ramelows Programm ausgeben.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 18:09 Uhr:   

"Das kann man nicht ernsthaft als gleichwertige Alternative zu Ramelows Programm ausgeben."
R2G hat auch keine Mehrheit, wobei der Koalitionsvertrag oft wolkig ist und jede Menge Absichtserklärungen enthält, die nur auf Bundesebene umgesetzt werden könnten. Und wer sagt, dass eine Kemmerich-Regierung auch nach Monaten nichts in den Landtag eingebracht hätte, dem dort die Mehrheit zustimmt?

R2G hat die jetzige Situation überhaupt möglich gemacht. Ohne Not ist man bewusst das Risiko MP-Wahl ohne Mehrheit eingegangen. Bei keiner der drei Oppositionsfraktionen gab es irgendwelche Anzeichen, in diese Richtung aktiv zu werden. Die CDU wollte die Wahl sogar verschieben.
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Kepler
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Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 19:13 Uhr:   

@Thomas Frings: Ich stimme inhaltlich allem so, bewerte das aber immer noch so, dass es sich nicht um gleichwertige Programme handelt. CDU und FDP haben es in den letzten Wochen noch nicht einmal geschafft, Absichtserklärungen, Zeitplan o.ä. vorzulegen. Ich jedenfalls weiß immer noch nicht, was CDU und FDP eigentlich mit ihrem Stimmverhalten konstruktiv erreichen wollten.

Zu "möglich gemacht": wortwörtlich stimmt das, aber wenn damit eigentlich "ist mitschuldig an" gemeint sein sollte, würde ich dem doch widersprechen wollen. Einfach keine MP-Wahl durchzuführen oder sie immer weiter zu verschieben, mag legal sein, da die Landesverfassung keine Fristen kennt. Jedoch steht dem die Verfassungstradition entgegen, so dass die Legitimität dieses Vorgehens doch fraglich ist. Das ist nicht meine Privatmeinung, so argumentiert auch Anna Leisner-Egensperger auf dem Verfassungsblog (https://verfassungsblog.de/nichts-haelt-laenger-als-ein-provisorium/). "Ohne Not" halte ich daher für falsch: Geschäftsführende Regierungen sollten eine zeitlich begrenzte Ausnahme bleiben. Auch wenn in Thüringen "zeitlich begrenzt" bisher nur eine Verfassungstradition ist, war Durchführen einer MP-Wahl sehr wohl geboten.

Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen oder Mutmaßungen darüber, wer die (vermutlich) sechs Abweichler waren bzw. aus welchen Fraktionen sie kommen? Im ersten Wahlgang hat ein MdL überraschend für Ramelow gestimmt und drei MdL überraschend für Kindervater. Im zweiten Wahlgang haben dann zwei MdL überraschend für Ramelow gestimmt, niemand mehr "zu viel" für Kindervater. Im dritten Wahlgang haben wiederum zwei MdL überraschend Ramelow gewählt und ein MdL sich enthalten. Es liegt doch die Vermutung nahe, dass drei CDUler eher zu einer Tolerierung der Linken tendieren (2 Stimmen + 1 Enthaltung für Ramelow) und drei CDUler eher zu einer Annäherung an die AfD (3 Stimmen im ersten Wahlgang). Das sind immerhin 6 von 21.}
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cyrix
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Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 20:27 Uhr:   

@Kepler: Die "ABweichler" müssen nicht aus der CDU kommen. FDP-MdLs wären genauso denkbar.
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SaaleMAX
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Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 20:27 Uhr:   

Thüringens MP Kemmerich macht erstmal......... Urlaub .. ?!


Nach Zeitungsberichten-gerüchten hat Kemmerich(FDP) Thüringen erstmal verlassen in Richtung Österreich-Urlaub?




.........
OTZ berichtet:
https://www.otz.de/politik/kemmerich-ist-nicht-in-thueringen-id228399725.html
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SaaleMAX
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Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 21:06 Uhr:   

Auch Mike Mohring(CDU) soll nach der anstrengenden Zeit, nach N-TV Informationen erstmal im Skiurlaub sein.....???

......
NTV: https://www.n-tv.de/politik/CDU-kriselt-Mohring-faehrt-in-den-Urlaub-article21563653.html
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 11. Februar 2020 - 21:33 Uhr:   

"CDU und FDP haben es in den letzten Wochen noch nicht einmal geschafft, Absichtserklärungen, Zeitplan o.ä. vorzulegen."
Die Wahl von Kemmerich konnte doch nur gelingen, weil die Absicht nicht offen kommuniziert wurde und durch geschickte Taktik ein Proteststurm gegen seine Kandidatur verhindert wurde. Das wäre mit Koalitionsverhandlungen wohl kaum möglich gewesen. Außerdem war selbst mit den AfD-Stimmen das Gelingen höchst unsicher und das Ergebnis war tatsächlich knapp.

"Zu "möglich gemacht": wortwörtlich stimmt das, aber wenn damit eigentlich "ist mitschuldig an" gemeint sein sollte, würde ich dem doch widersprechen wollen. Einfach keine MP-Wahl durchzuführen oder sie immer weiter zu verschieben, mag legal sein, da die Landesverfassung keine Fristen kennt. Jedoch steht dem die Verfassungstradition entgegen, so dass die Legitimität dieses Vorgehens doch fraglich ist."
Selbstverständlich dürfte es nicht verfassungskonform sein, die Wahl ewig rauszuzögern, es gab aber schon weit längere Perioden mit geschäftsführender Regierung (in Hessen z. B. von Dezember 1982 bis Juli 1984). SPD und Grüne hätten R2G auch nicht fortsetzen müssen. Mohring wollte eine Koalition mit ihnen und der FDP. Dass sie das nicht wollten, ist verständlich, aber mit der Fortsetzung der Koalition haben die R2G-Parteien die Variante gewählt, bei der die AfD am ehesten Einfluss hat, auch bei der MP-Wahl. Den hat sie genutzt.


"Gibt es eigentlich irgendwelche Informationen oder Mutmaßungen darüber, wer die (vermutlich) sechs Abweichler waren bzw. aus welchen Fraktionen sie kommen? Im ersten Wahlgang hat ein MdL überraschend für Ramelow gestimmt und drei MdL überraschend für Kindervater. Im zweiten Wahlgang haben dann zwei MdL überraschend für Ramelow gestimmt, niemand mehr "zu viel" für Kindervater. Im dritten Wahlgang haben wiederum zwei MdL überraschend Ramelow gewählt und ein MdL sich enthalten."
Zur Differenz zwischen 1. und 2. WG: Ich vermute, zwischen diesen Wahlgängen hat ein Kommunikationsprozess stattgefunden, bei dem die Letzten kapiert haben, wie es laufen soll. Einer hat dann zusätzlich Ramelow gewählt, um eben dies zu durchkreuzen.

Ich schätze auch, dass alle Abweichler aus der CDU kamen. CDUler sind schon wahrscheinlicher, weil die Fraktion viel größer ist. Die CDU war einzige Fraktion ohne offiziellen Kandidaten und FDP-MdLs dürften trivialerweise stärker geneigt sein, jemanden aus der FDP zu wählen. Dass alle Abweichler aus der FDP kamen, halte ich für komplett ausgeschlossen, dann hätte Kemmerich außer seiner eigenen nur eine Stimme aus seiner Fraktion bekommen.
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SaaleMAX
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 12. Februar 2020 - 20:33 Uhr:   

Zur Sitzung des Bundesrates am Freitag bleibt MP Kemmerich(FDP)als einzigster Bestandteil der thüringer Regierung aus (..Gründen) fern.

Der leere Platz Thüringens wird bei Abstimmungen dann als Enthaltung gewertet.

................
Die Abweichler in der Abstimmung kamen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus der CDU.
Eben kam im Deutschlandfunk eine recht interessante Diskussionsrunde zu AKK und dem CDU Vorsitz, wobei gegen Ende eine Teilnehmerin meinte innerhalb der CDU gab es schon eine Strategie... mit völlig menschlichen Notdürften, die Wahl so zu gestalten , daß Ramelow letztendlich noch gewählt wird.
Nur dann kam die AFD dazwischen.....

War wirklich eine sehr hörenswerte Diskussion.
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Hans Sabrowski
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Februar 2020 - 01:58 Uhr:   

Ramelow ist mit Abstand der beliebteste Politiker Thüringens.
Vielleicht mittlerweile auch gerade wegen der uralten SED-Platte, die von den Schwundparteien CDU & FDP (selbst ja Ex-Blockparteien) immer noch gedudelt wird.
Kemmerichs merkwürdiger Klimmzug vom 5. Februar wird von der Bevölkerung nicht als demokratische Wahl, sondern als Shownummer eingestuft. Die anschließende Nichternennung von Ministern und der rasche Rücktritt belegen dies.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 13. Februar 2020 - 21:07 Uhr:   

Mohring soll eher Getriebener gewesen sein:
https://www.zeit.de/2020/08/thueringen-wahl-revolte-abgeordnete-cdu-afd/komplettansicht

Ich halte das für glaubwürdig. Er konnte schon keinen FDP-MP wollen, weil er selbst MP werden wollte und bekam absehbar als Fraktionsvorsitzender am meisten Unmut von außen nach der Wahl ab. Andererseits konnte er sich schlecht gegen die Meinung der großen Mehrheit in der Fraktion stellen. Bin mir ziemlich sicher, dass er einer der beiden Ramelow-Wähler aus der CDU ist.

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