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Niedersachsen - Kommunalwahlen 2006 -...

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Kommunalwahlen in Deutschland » Niedersachsen - Kommunalwahlen 2006 - Reaktion « Zurück Weiter »

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Ralf Lang
Veröffentlicht am Montag, 11. September 2006 - 16:49 Uhr:   

Die Kommunalwahl in Niedersachsen hatte mal wieder für jede Partei ihre Vorzeigeregionen. Für die Linken sicher die Großstädte, wo sie sich die Mehrheit ihrer nunmehr 98 Mandate abholten. In den Kreisen dagegen blieb die Partei schwach, die bei der letzten Wahl nur 13 Mandate errang.
Zuwächse unter dem Strich gab es auch für Grüne und FDP. Das Rennen um die Rathäuser fand aber wie erwartet ohne die Grünen statt. Die CDU redet von verteidigter Mehrheit und die SPD meint, sie habe aufgeholt. Die Wählergruppen legen zu, die DKP hat ein neues Mandat, die Rechten verbleiben schwach und immer weniger Menschen gehen wählen - alles klar?
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Tim Spier
Veröffentlicht am Montag, 11. September 2006 - 21:17 Uhr:   

Kleine These zur grünen Bürgermeisterlosigkeit in Niedersachsen: Trotz einiger wirklicher Hochburgen haben die Grünen Kandidaten keine Chance, da hier die SPD immer noch stärkste oder zumindest zweitstärkste Partei ist. In Baden-Württemberg oder Bayern etwa bewirkt die Schwäche der SPD den häufigeren Einzug der Grünen in die Stichwahlen. Dort kann sich dann manch schillernden Kandidat mit Rückenwind aus den Medien durchsetzen.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Dienstag, 12. September 2006 - 10:52 Uhr:   

@Tim Spier: Da ist was dran

Bei den Grünen fällt auch auf, daß sie dort, wo sie schwach sind, auch wenig gewonnen oder z.T. sogar verloren haben.
Bei der FDP fallen Verluste in einigen größeren Städten (aber nicht in Hannover) auf. Im weiteren Umland von Bremen gab es dagegen überwirgend überproportionale Gewinne.

Einen großen Erkenntnisgewinn brachte die Wahl aber nicht.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Dienstag, 12. September 2006 - 14:11 Uhr:   

Anscheinend gilt für alle kleinen Parteien, dass sie von der unglaublich geringen Wahlbeteiligung in den Städten profitiert haben. Ihre Wähler gehören zumeist nicht zu den wahlabstinenten Gruppen, können sich daher in dieser Situation stablisieren.

Was Bremen angeht, so würde ich ohne Detailkenntnisse mal darauf tippen, dass es sich um säkulare Trends handelt, vor allem die Abwanderung gut verdienender Mittel- und Oberschichtfamilien auf die "grüne Wiese" vor den Großstädten. Dann müssten wir im Hamburger Umland aber ähnliches sehen. Hannover selbst ist es durch die Zusammenlegung von Stadt und Landkreis zum administrativen Unikum "Region Hannover" gelungen, die finanziell-politischen Folgen dieser Flucht abzumildern.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Mittwoch, 13. September 2006 - 09:03 Uhr:   

Naja, solche Veränderungen schlagen sich so schnell nicht in Wahlergebnissen nieder. Und in den letzten paar Jahren hat sich der Trend gedreht. Inzwischen wollen wieder mehr Leute in der Großstadt oder in deren unmittelbarer Nähe bleiben, selbst Bremens Einwohnerzahl ist stabil, Köln z.B. wächst sogar.

So einzigartig ist die Region Hannover übrigens nicht, es gibt schon lange den Stadtverband Saarbrücken.
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mma
Veröffentlicht am Mittwoch, 13. September 2006 - 15:52 Uhr:   

"Köln z. B. wächst sogar".
Sieht in der Einwohnerzahl tatsächlich so aus. Wenn man die Begründung für die neuerdings geplante Volkszühlung betrachtet

"Die gegenwärtig von der amtlichen Statistik ermittelten Bevölkerungszahlen sind vermutlich deutlich überhöht. Um wie viel, wissen wir erst nach dem neuen Zensus. Keine Frage: Deutschland braucht einen Zensus."http://www.destatis.de/zensus/index.htm

ist aber etwas Skepsis angebracht, ob es in sehr großen Städten nicht eine wachsende Zahl von Karteileichen gibt.
Vgl. etwa auch in der aktuellen Ausgabe von Berliner Statistik, Heft 6/2006, "Berliner Wahlen am 17. September 2006. Wahlberechtigte und Wahlkreiseinteilung, S. 273

http://www.statistik-berlin.de/framesets/shop.htm

über die Karteileichen-Rate bei EU-Ausländern in Berlin.
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Donnerstag, 14. September 2006 - 17:23 Uhr:   

Eine Volkszählung brauchen wir in der Tat. Die hätte natürlich auch politische Auswirkungen. In Thüringen und etwas später in Sachsen-Anhalt fällt die Bevölkerung langfristig unter 2 Millionen, beide Länder werden damit einen Sitz im Bundesrat verlieren. Gut vorstellbar, daß das durch die Bereinigung um Karteileichen schneller geschieht. Auch Hessen könnte seinen 5. Sitz irgendwann wieder verlieren. Auch beim Länderfinanzausgleich hätte eine neue Volkszählung Auswirkungen.

"ist aber etwas Skepsis angebracht, ob es in sehr großen Städten nicht eine wachsende Zahl von Karteileichen gibt."
Zumindest bei Umzügen im Inland sind die Karteileichen in einer Gemeinde die Ungemeldeten in einer anderen (sofern es sich nicht um echte Leichen handelt). Recht häufig ist der Fall, daß bei ihren Eltern Ausziehende sich nicht ummelden. Das dürfte wohl gerade bei Großstädten mit hohem Zuzug von Bedeutung sein. Würde mich nicht wundern, wenn durch den EU-Zensus diese Großstädte "wachsen" und der Osten noch weiter "schrumpfen" würde.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Donnerstag, 14. September 2006 - 19:16 Uhr:   

@Thomas Frings: mma hat ja auf die EU-Ausländer abgestellt. Und die werden sicherlich bei Wegzug überdurchschnittlich häufig ganz aus der Bundesrepublik verschwinden. Und nicht zu vergessen: Wir haben seit Beginn des 20. Jahrhunderts die höchste Auswanderungsraten.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Donnerstag, 14. September 2006 - 21:30 Uhr:   

Interessanterweise haben wir in einigen Regionen Thüringens festgestellt, dass die Einwohnerzahl langsamer schrumpft als in den "günstigen" Versionen der Prognosen vor fünf Jahren angenommen. Gleichzeitig gibt es aber viel zu wenig Frauen im relevanten Alter, um auf eine baldige Trendumkehr zu hoffen und auch die Aussicht auf ein preiswertes Seniorenleben wird wohl kaum Scharen zum Zuzug bewegen.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Freitag, 15. September 2006 - 09:30 Uhr:   

@Ralf: Dafür gibts an den Unis in Thüringen anscheinend noch bezahlte Stellen. Im Westen scheint das ja nicht mehr der Fall zu sein. Bin zwar keine Frau, aber vielleicht komme ich da mal rüber ... :-)
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 15. September 2006 - 11:23 Uhr:   

@Tim Spier: Es ging mir nur darum, daß es eben auch Effekte gibt, die dazu führen könnten, daß die tatsächliche Bevölkerung höher ist als die statistische. Und was die Zuwanderung angeht: Zwar wandern inzwischen mehr Deutsche aus, aber viele nicht für immer (ich selbst hab auch zeitweise im Ausland gewohnt ohne mich abzumelden)und ganz sicher gibt es in Deutschland mehr nicht erfaßte Einwanderer als nicht abgemeldete Auswanderer.
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mma
Veröffentlicht am Sonntag, 17. September 2006 - 16:20 Uhr:   

@Thomas Frings
"mehr nicht erfaßte Einwanderer als nicht abgemeldete Auswanderer."

Zur selben Grauzone wie die nichterfasste Einwanderung gehören auch Personen, die sich in Deutschland anmelden und ohne Abmeldung wieder gehen. Ob sich da über die Jahre nicht doch eine höhere Zahl Karteileichen ansammelt?

Ein Blick in ein großstädtisches Adressbuch, sortiert nach Gebäuden, deren Fassungsvermögen man selbst kennt, lässt zumindest reichlich Raum für Spekulationen.
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Marc K. (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 22. September 2006 - 15:36 Uhr:   

@Tim Spier,

"Eine Volkszählung brauchen wir in der Tat. Die hätte natürlich auch politische Auswirkungen. In Thüringen und etwas später in Sachsen-Anhalt fällt die Bevölkerung langfristig unter 2 Millionen, beide Länder werden damit einen Sitz im Bundesrat verlieren. Gut vorstellbar, daß das durch die Bereinigung um Karteileichen schneller geschieht. Auch Hessen könnte seinen 5. Sitz irgendwann wieder verlieren. Auch beim Länderfinanzausgleich hätte eine neue Volkszählung Auswirkungen."
Bei Thüringen und Sachsen-Anhalt haben Sie recht - wobei dies selbst dort noch 1-2 Jahrzehnte dauern könnte, bis der vierte Sitz wegfällt. Bei Hessen haben Sie hingegen unrecht. Erst vor wenigen Jahren ist die hessische Bevölkerung über 6 Mio. gestiegen, weshalb Hessen einen 5 Sitz bekam (und die Sitzzahl im Bundesrat von 68 auf 69 stieg). Hessens Bevölkerung steigt seitdem auch langsam weiter. Prognosen sagen voraus, dass die hessische Bevölkerung bis 2035 auf 7 Mio. steigen könnte (was dann sogar einen 6 Sitz für Hessen bedeuten würde). Zwar wird für die Bundesrepublik Deutschland als ganze ein leichter Bevölkerungsrückgang prognostiziert (je nach Prognose auf 76-80 Mio. bis 2030), aber dieser Rückgang verteilt sich regional sehr unterschiedlich. Einige Bundesländer werden auch weiterhin einen - wenn auch leichten Bevölkerungszuwachs haben: hierzu gehören Bayern, Baden-Würtenberg und Hessen. Besonders das Rhein-Main-Gebiet in Hessen hat eine steigende Bevölkerung (in Frankfurt erst kürzlich ein neuer Stadtteil gebaut mit Wohnungen für 15.000 Menschen (Riedberg-Bebauung (Neu-Kalbach)).

Schöne Grüße aus Frankfurt am Main
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Marc K. (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 22. September 2006 - 15:37 Uhr:   

@Thomas Frings,

Der letzte Beitrag richtet sich natürlich an Sie,
Sorry.
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 22. September 2006 - 21:31 Uhr:   

Hier sind die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Niedersachsen vom 10.09.2006 Ich habe die Ergebnisse von der Internetseite der Niedersächsischem Landesamt für Statitik (NLS). Es ging um insgesamt 18 780 Kreis- und Gemeindemandate. Die CDU wurde mit 41,3 % bzw. 41,4 % die stärkste Kraft in Nidersachsen. Sie verlor, aber wie die SPD an Zustimmung. Die anderen Parteien und die Wählergruppen konnten meistens zulegen oder sich stabil halten.

Bei Kommunalwahlen stehen die Prozente und Mandate nicht unbedingt in einem gesunden Verhältnis. Dies fällt - in diesem Fall - besonders bei den Gemeindewahlergebnissen der Grünen und der FDP ins Gewicht.


Kreiswahlen: 2352 Sitze (- 62 Sitze)

CDU 41,3 % 956 Sitze (- 1,3 % und - 105 Sitze)
SPD 36,6 % 872 Sitze (- 2,0 % und - 097 Sitze)
GRÜ 07,1 % 172 Sitze (+ 1,1 % und + 029 Sitze)
FDP 06,7 % 167 Sitze (+ 0,5 % und + 021 Sitze)
WGR 06,1 % 163 Sitze (+ 1,6 % und + 066 Sitze)
LIN 00,8 % 020 Sitze (+ 0,2 % und + 014 Sitze)
EWV 00,1 % 000 Sitze (= 0,1 % und = 000 Sitze)
SON 02,1 % 014 Sitze (- 0,1 % und + 010 Sitze)


Gemeindewahlen: 16 428 Sitze (- 247 Sitze)

CDU 41,4 % 6 799 Sitze (- 1,1 % und - 500 Sitze)
SPD 36,8 % 5 672 Sitze (- 1,2 % und - 373 Sitze)
WGR 10,3 % 2 660 Sitze (+ 1,3 % und + 174 Sitze)
GRÜ 05,7 % 0 583 Sitze (+ 0,7 % und + 187 Sitze)
FDP 05,1 % 0 589 Sitze (+ 0,4 % und + 177 Sitze)
EWV 00,3 % 0 071 Sitze (= 0,3 % und + 049 Sitze)
LIN 00,2 % 0 019 Sitze (= 0,2 % und + 015 Sitze)
SON 00,3 % 0 022 Sitze (- 0,1 % und + 014 Sitze)
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Martin Fehndrich
Veröffentlicht am Freitag, 22. September 2006 - 21:37 Uhr:   

@Mitdenker
danke

Bei den Sitzen muß man den Wechsel von d'Hondt nach Hare/Niemeyer berücksichtigen, der im Trend gegen die großen Parteien Sitze verschiebt, allerdings nicht in der Größenordnung.
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 26. September 2006 - 16:58 Uhr:   

Am Sonntag gab es die Stichwahlen in Niedersachsen. Es ging um 82 Posten. Die größte Überraschung ist das Ergebnis in Oldenburg. Die wichtigsten Ergebnisse habe ich von www.1ndr.de.

Region Hannover: Hauke Janau (SPD) besiegt Max Matthiesen (CDU) mit 58,5 % zu 41, 5 %.
Oldenburg: Gerd Schwander (CDU) besiegt Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD) mit 50,9 % zu 49,1 %.
Göttingen: Gerd Meyer (SPD) besiegt Oberbürgermeister Jürgen Danielowsaksi (CDU) mit ca. 69 % zu ca. 31 %.
Salzgitter: Franz Klingebiel (CDU) besiegt den Oberbürgermeister Helmut Knebel mit 51,6 % zu 48,4 %.
Wolfsburg: OB Rolf Schnellecke (CDU) gewinnt gegen Renate Jürgens-Pieper (SPD) mit 60,8 % zu 39, 2 %.
Osnabrück: Wolfgang Pistorius (SPD) besiegt Wolfgang Griesert (CDU) mit 55,5 % zu 44,5 %.

BM Leer: Bürgermeister Wolfgang Kellner (Parteilos) besiegt Gerd Koch (AWG) mit 69,8 % zu 30,2 %.
BM Hannoversch-Münden: BM Klaus Burhenne (CDU) besiegt Heinrich Schminke mit 8 Stimmen Vorsprung.
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Mitdenker (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Dienstag, 26. September 2006 - 17:07 Uhr:   

Ich habe noch etwas nachzutragen. In den Großstädten in denen es Nachwahlen gab, lag das an dem fehlenden Amtsbonus des Amtinhabers bzw. daran, dass der Mandatsträger nun ausscheidet.

Schminke ist von der SPD. Gerd Koch wurde eine deutliche Abfuhr erteilt, weil er schon einmal wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, und als "braunes Licht" gilt. Er war nur knapp in die Stichwahl gekommen.
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Korinthenk. (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 27. September 2006 - 14:51 Uhr:   

kleine Korrektur:

Göttingen: Wolfgang Meyer (SPD) besiegt Daniel Helberg (CDU) mit ca. 69 % zu ca. 31 %.

Osnabrück: Boris Pistorius (SPD) siegt.
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Tim Spier
Veröffentlicht am Montag, 02. Oktober 2006 - 13:58 Uhr:   

@Mitdenker: Danke für die Auflistungen, aber zumindest bei der Linkspartei ist das ein wenig schwierig, weil offenbar viele Wahlbündnisse der Linkspartei mit der WASG und anderen linken Gruppierungen unter den "sontigen Wählervereinigungen" gerechnet wurden. Lässt sich aber wohl ohne detaillierte Recherchen vor Ort auch nicht beseitigen.
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Ralf Lang
Veröffentlicht am Dienstag, 03. Oktober 2006 - 10:55 Uhr:   

Das ist kompliziert. Die Linke selbst geht von 136 Mandaten für WASG, Linkspartei und von ihnen dominierte Listen aus. Als Listennamen überwiegen "Die Linke", "Die Linke.", "Linksbündnis", "Das Linksbündnis", "WASG", "Wählergemeinschaft Linksbündnis" und "Linke Alternative" (für letzteren Begriff kann ich aber keine Exklusivität feststellen). Daneben zählen sie die "Linke Alternative Delmenhorst", "Linke Alternative Salzgitter", Linke Alternative WHV", ".. Salzgitter", ".. Hildesheim" "WG LB Schaumburg", "Göttinger Linke", Linke (Kreistag) und Linkes Bündnis Soltau (Stadt) und die Neue Ökologische Linke (Verden) zu "ihren" Listen.
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mma
Veröffentlicht am Donnerstag, 26. Oktober 2006 - 11:07 Uhr:   

Nochmal zum Thema Volkszählung:

In der schon mal zitierten Zeitschrift "Berliner Statistik" des Stat. Landesamts befindet sich
( http://www.statistik-berlin.de/framesets/shop.htm, auf Stat. Monatsschrift klicken) in der neusten Ausgabe, 7/2006, ein interessanter Bericht "Volkszählung 2011. Deutschland bereitet sich auf einen registergestützen Zensus vor"; er behandelt insbes. die Auswertung einer Stichprobe, die 2001/02 genommen wurde. Nach der daraus gewonnenen Hochrechnung (Seite 326; S. 6 des Dok.) enthalten in Städten > 800.000 Ew. (also Berlin, Hamburg, München, Köln) die Melderegister hins. Einwohnern mit Hauptwohnung im Schnitt 7,6 % Karteileichen, und 3,0 % der tatsächlich mit Hauptwohnung ansässigen Bevölkerung fehlen im Register.

Für Berlin betragen die Zahlen 8,1 bzw. 2,7 Prozent. Daraus ergibt sich dann per Saldo also eine 5,4 % niedrigere Zahl als im Melderegister. In absoluten Zahlen sind das per 31. 12. 2005 statt 3,339 Mio Einwohnern nur 3,159 Ew.
Noch gravierender weicht diese Zahl ab von der meist verwendeten amtlich fortgeschriebenen Einwohnerzahl, die an diesem Tag 3,395 Mio betrug. Hier ergeben sich im Vergleich zu der "korrigierten Melderegisterzahl" immerhin 236000 Personen mit Hauptwohnung, die nur auf dem Papier existieren. Insofern glaube ich, dass eine Volkszählung noch etliche finanzielle, aber auch wahlrechtliche Brisanz haben wird.
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Maik Otter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2016 - 19:56 Uhr:   

Weshalb ist der Unterschied der Wahlberechtigten zwischen den Gemeindewahlen und den Kreiswahlen so groß?

Kreiswahlen: 2 326 Sitze

Rechte: 47,16 % und 1 087 Vertreter
Linke: 46,46 % und 1 045 Vertreter
Zuordnung?: 6,38 % und 194 Vertreter

CDU NI => CDU in Niedersachsen bzw. drei Landesverbände der CDU Deutschland
3 559 753 Stimmen
1 186 584 1/3 Gleichwertige Stimmen
~ 34,35 %
794 Vertreter
~ 1 494 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Christdemokraten gewinnen erneut, in der Summe der Kreiswahlen, im Land Niedersachsen. Dies hat Tradtition. Die CDU Bewerber müssen, aber Abschläge hinnehmen. Es gibt eine kontinuierliche Abwärtsbewegung. Im Jahr 2001 waren es noch ~ 42,6 %. Im Jahr 2006 waren es ~ 41,3 %.

SPD NI => Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Landesverband Niedersachsen
3 235 301 Stimmen
1 078 433 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 31,22 %
712 Vertreter
~ 1 515 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Sozialdemokraten kommen auf den zweiten Platz, in der Summe der Kreiswahlen. Auch dies hat Tradition. Die SPD Bewerber müssen, aber Abschläge hinnehmen. Es gibt eine kontinuierliche Abwärtsbewegung. Im Jahr 2001 waren es noch ~ 38,6 %. Im Jahr 2006 waren es ~ 36,6 %.

GRÜ NI => Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Niedersachsen
1 126 468 Stimmen
375 489 1/3 Gleichwertige Stimmen
~ 10,87 %
242 Vertreter
~ 1 552 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Bündnisgrünen erhalten den dritten Platz, in der Summe der Kreiswahlen. Es gibt keine kontinuierliche Bewegung. Im Jahr 2001 waren es noch ~ 6,0 %. Im Jahr 2006 waren es ~ 7,1 %.

AfD NI => Alternative für Deutschland, Landesverband Niedersachsen
812 645 Stimmen
270 881 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 7,84 %
177 Vertreter
~ 1 530 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Alternative für Deutschland kommt, in der Summe der Kreiswahlen aus dem Stand auf den vierten Platz. Bei der Bundestagswahl 2013 erhielt die Landesliste 165 875 Zweitstimmen. Der Zuschlag beträgt 105 006 2/3 Gleichwertige Stimmen. Der Divisor beträgt ~ 1,63. Die Vorhersage eines Funktionärs von mindestens 10,00 % war - am Ergebnis gemessen - zu optimistisch!

UWGen NI => Unabhänigige Wählergruppen im Land Niedersachsen => ohne FW NI!
624 693 Stimmen
208 321 Gleichwertige Stimmen
~ 6,03 %
163 Vertrter
~ 1 278 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Unabhänigigen Wählergruppen, kommen in der Summe der Kreiswahlen, auf den fünften Platz. Es gibt keinen einheitlichen Trend. Im Jahr 2001 waren es noch ~ 4,6 %. Im Jahr 2006 waren es ~ 6,1 %.

FDP NI: Freie Demokratische Partei, Landesverband Niedersachsen
494 294 Stimmen
164 764 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 4,77 %
113 Vertreter
~ 1 458 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Freien Demokraten sind, in der Summe der Kreiswahlen, die fünftstärkste Partei geworden. Sofern man die UWGen zusammen rechnet, sind diese Liberalen auf dem sechsten Platz. Es gibt keinen einheitlichen Trend. Im Jahr 2001 gab es 6,2 %. Im Jahr 2006 waren es 6,7 %.

LINKE NI =>: Die Linke., Landesverband Niedersachsen
339 878 Stimmen
113 292 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 3,28 %
75 Vertreter
~ 1 511 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Es ist schwierig den Erfolg der Listen mit Beteiligung der Linken zu vergleichen. Man könnte es wie in einigen Bundesländern der Republik Österreich machen, also "Die Linke. + Listen"!

PIRATEN NI: Piratenpartei Deutschlands, Landesverband Niedersachsen
57 469 Stimmen
19 156 1/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,55 %
9 Vertreter
~ 2 128 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Diese Nerds sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

PARTEI: Partei "für Elitenförderung" ..., Landesverband Niedersachsen
33 228 Stimmen
11 076 Gleichwertige Stimmen
~ 0,32 %
5 Vertreter
~ 2 215 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die Satiriker haben trotzdem Stimmen erhalten!

ALFA NI: Allianz für Fortschritt und Aufbruch, Landesverband Niedersachsen
20 088 Stimmen
6 692 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,19 %
2 Vertreter
~ 3 346 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Die AfD Abspaltung hat - beim ersten Antritt - deutlich weniger Stimmen erhalten, als die AfD bzw. die FDP!

FW: Freie Wähler ... Niedersachsen
14 848 Stimmen
4 949 1/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,14 %
4 Vertreter
~ 1 237 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Diese unter dem Logo Freie Wähler angetretenen Wählergruppen haben wenig erreicht!

NPD NI: Nationaldemokratische Partei Deutschlands [BRD], Landesverband Niedersachsen
12 935 Stimmen
4 311 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,12 %
1 Vertreter
Die NPD Bewerber kamen, zwischen der CDU und der AfD, nicht weit.

EB NI: Einzelbewerber im Land Niedersachsen
12 890 Stimmen
4 296 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,12 %
2 Vertreter
~ 2 148 Gleichwertige Stimmen je Vertreter
Zu den Kreiswahlen sind nur wenige Einzelbewerber angetreten!

FRI: Die Friesen
3 530 Stimmen
1 176 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,034 %
1 Vertreter
Ist diese Gruppierung identisch mit "Den Weißen"?

ZEN: Zentrum - "älteste Partei Deutschlands", Landesverband Niedersachsen
3 376 Stimmen
1 125 1/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,033 %
1 Vertreter
Um die Wahlerfolge des Zentrums in Niedersachsen zu finden, muss man um einige Jahrzehnte zurück blicken, als es noch keine CDU gab!

BÜC: Bündnis C - Christen für Deutschland, Landesverband Niedersachsen; vormals PBC und AUF
2 775 Stimmen
925 Gleichwertige Stimmen
~ 0,027 %
Der Zusammenschluss der PBC und der AUF hat eigentlich nichts gebracht! Kein Bewerber wurde gewählt!

"WELT": Eine Welt
1 785 Stimmen
595 Gleichwertige Stimmen
~ 0,017 %
Die Bewerber der Gruppierung "Eine Welt" hat keinen Gewählten! Der Name dieser Gruppierung klingt progessiv. Vielleicht sind es Kommunisten.

FAMILIE: Familienpartei Deutschlands, Landesverband Niedersachsen
1 683 Stimmen
561 Gleichwertige Stimmen
~ 0,016 %
1 Vertreter
Die Familienpartei ist sehr konservativ.

"NLI": Die Neue Liberale
1 425 Stimmen
471 2/3 Gleichwertige Stimmen
~ 0,014 %
Unter den Kandidaten der Neuen Liberalen sind keine Gewählten!

BIG: Bündnis für Integration und Gerechtigkeit
1 220 Stimmen
406 2/3 Gleichwertige Stimmen
0,012 %
Kein Bewerber der BIG wurde gewählt! Die BIG ist eine Partei einger Deutschlandtürken. Die BIG kürzt sich auf türkisch ausgerechnet mit AKP ab!

DMD: Demokratische Mitte Deutschlands
1 032 Stimmen
344 Gleichwertige Stimmen
~ 0,00996 %
Keiner der Bewerber der DMD gehört zu den Gewählten!

GeDe:
225 Stimmen
75 Gleichwertige Stimmen
~ 0,0022 %
Kein GeDe Kandidat wurde gewählt! Diese Gruppierung hat die Rote Laterne!
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Maik Otter
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 01. Dezember 2016 - 18:13 Uhr:   

Quakenbrück (Quokenbrügge)

In der Stadtgemeinde Quakenbrück muss die Ratswahl am 05.03.2017 wiederholt werden! In jedem der Briefwahlbezirke wurden merkwürdige, scheinbare Wahlergebnisse - die zu Gunsten der örtlichen Linkspartei ausfallen - festgestellt!

CDU: 33,89 % und 10 Ratsmitglieder
SPD: 29,67 % und 9 Ratsmitglieder
LIN: 21,55 % und 7 Ratsmitglieder
GRÜ: 8,96 % und 6 Ratsmitglieder
FDP: 5,93 % und 2 Ratsmitglieder
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lazio
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 15. März 2017 - 12:49 Uhr:   

In Quakenbrück wurde am 5. März nur die Briefwahl wiederholt. Das neue festgestellte Ergebnis lautet

CDU 11 Sitze
SPD 10 Sitze
LINKE 5 Sitze
GRÜNE 3 Sitze
FDP 2 Sitze

Damit verliert die LINKE 2 Sitze, jeweils einen an CDU und SPD, im Samtgemeinderat einen Sitz an die CDU. Der Effekt kommt hauptsächlich durch eine niedrigere Wahlbeteiligung bei der Wiederholung der Briefwahl zustande. Die teilweise hohen Prozentergebnisse der LINKEN in einzelnen Briefwahlbezirken sind dort wieder eingetreten.

https://www.artland.de/pics/medien/1_1488877731/Neufeststellung_endgueltiges_Wahlergebnis_Quakenbrueck.pdf

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Linke-verliert-Ratssitze-nach-Wahlwiederholung,quakenbrueck234.html

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