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Grüne Chef Bütikofer will mit WASG un...

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(Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 16. Januar 2006 - 23:00 Uhr:   

http://www.netzeitung.de/deutschland/377661.html Was denkt ihr darüber ? Grüne Chef Bütikofer will mit WASG und Linkspartei zusammenarbeiten und findet möglich ein Bündnis.
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P Fenech (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 20. Januar 2006 - 13:38 Uhr:   

Die Grünen kommen wohl nicht daran vorbei, mit den anderen Oppositionsparteien, also auch der PDS zusammenzuarbeiten.
Auf Länderebene muss auf Dauer auch über Koalitionen nachgedacht werden, sollte sich die PDS im Westen stabilisieren, was aber noch lange nicht sicher ist.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 14. Februar 2009 - 20:07 Uhr:   

Wieso sollte eine so bürgerliche Partei, wie die Grünen es heute sind, mit den Klassenkämpfern von der Linkspartei zusammenarbeiten?
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2009 - 10:50 Uhr:   

Was für Klassenkämpfer?
Ich glaube, du wünschst dir da was herbei, das gar nicht da ist.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2009 - 16:31 Uhr:   

Wenn ich die Linke mit den Grünen vergleiche, denn alles ist relativ, sind die Linken Klassenkämpfer.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2009 - 17:44 Uhr:   

Das mit den "Klassenkämpfern" mal beiseite gelassen: Die Grünen hatten doch noch nie irgendwelche Abgrenzungen nach links.
Wäre bei der Herkunft ihres Spitzenpersonals auch merkwürdig gewesen.

Hat man doch auch in Hessen gesehen: Ein Problem mit dem Linksbündnis sahen hier nur Teile der SPD, bei den Grünen waren sich alle einig.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2009 - 18:06 Uhr:   

@ Ralf Arnemann

In Hamburg hätte die GAL mit SPD und Linken eine Mehrheit bilden können, sie hat es nicht getan und stattdessen mit der CDU koaliert. Sicherlich gab es auch in der SPD Bedenken dagegen, mit der Linken zusammenzuarbeiten, aber die GAL (und das ist nun bundesweit gesehen nicht gerade der Ausbund des rechten Grünen-Flügels) hat sich sofort für die CDU entschieden.
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Maxxim
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2009 - 18:39 Uhr:   

@Norddeutscher

Die GAL hätte aber wohl auch Ror-Rot-Grün gemacht, wenn die SPD mit im Boot gewesen wäre.

Und die Tatsache dass die Grünen gleichermaßen eine Koalition mit der Linkspartei wie mit der CDU in Erwägung gezogen haben zeigt doch wie schmerzfrei die mittlerweile sind.

Jedenfalls ist die grüne Basis nicht mehr empfindlicher als die anderer Parteien, wenn es um das optimale Ausnutzen aller Koalitionsoptionen geht.
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Februar 2009 - 15:33 Uhr:   

"Wenn ich die Linke mit den Grünen vergleiche, denn alles ist relativ, sind die Linken Klassenkämpfer."

Ob eine Partei einen Klassenkampf betreibt, kann man nur an ihrer Politik ablesen - nicht daran, was andere so treiben. Bei der Linkspartei ist das nicht zu erkennen. Die setzt sich nicht mal damit auseinander, ob es überhaupt irgendwelche Klassen gibt. Der geht's um Teilhabe und sowas.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 17. Februar 2009 - 18:06 Uhr:   

@Maxxim

In Hamburg hätte die GAL das nicht gemacht. Da bin ich fest von überzeugt. Das mag auch an den handelnden Personen in der Linken jenseits der Fraktionsvorsitzenden, mit der sicherlich viele Sozialdemokraten oder Grüne hätten reden können, liegen, aber außerhalb des Bezirks Eimsbüttel (der bei GAL und SPD linksaussen ist), war für politisch interessierte Menschen in Hamburg klar, daß es keine Option für Rot-rot-grün gab und daß dieses vor allem an der GAL lag (die SPD hätte sich im Notfall auch von Naumann getrennt, um wieder regieren zu können).
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 11:06 Uhr:   

"Grün wird grau" behauptet dieser Kommentator:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/gruen_wird_grau/

Ich bin mir nicht schlüssig, ob ich diesen Punkten komplett folgen kann - aber eine gewisse Schwächephase ist bei den Grünen tatsächlich nicht zu übersehen.
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Lars Tietjen
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 12:09 Uhr:   

@Ralf Arnemann
Wobei die Analyse m.E. daran krankt, dass der Maßstab der falsche ist. Gegenüber dem Wahlergebnis 2005 haben die Grünen in den Umfragen auch gewonnen.

Sie sind nur schwächer als die FDP. Das ist aber eigentlch erstmal egal. Die frustierten Unionsanhänger konnten die Grünen kaum gewinnen.

Aber natürlich haben die Grünen ein Problem. Sie verkommen ein Stück zu einem Eingenerationenprojekt. Sie altern zusammen mit ihrer Basis. Das war aber in der politikwissenschaftlichen Literatur schon vor ein paar Jahren zu lesen.
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Ralf Arnemann
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 14:34 Uhr:   

@Lars:
> Wobei die Analyse m.E. daran krankt, dass
> der Maßstab der falsche ist.
Du hast völlig recht.
War mir doch schon so, daß mich etwas gestört hat.

Denn die fünf Einzelpunkte mag man in ihrer Gewichtung anders sehen, tendenziell sind sie aber richtig.

Letztlich ist aber richtig - so neu sind die Erkenntnisse dann doch nicht.
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E-Qual
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 15:59 Uhr:   

Ach der Wolfram Weimer. Ich les den Cicero immer gern, nur zwei Sachen stören mich: der Preis, und die zu konservative Linie von W.W.

Die Grünen haben Hochkonjunktur - zumindest wenn ich nach den Sonntagsfragen gehe, die mir Wahlrecht.de präsentiert. Und hier macht er den selben Fehler wie Forsa-Chef Güllner im Bezug auf FDP/SPD: er vergleicht zwei Parteien nur Aufgrund der Zustimmung - ob die Wähler überhaupt vom selben Acker kommen, das ist ihm Wurscht. Und dass die Grünen sich nicht wie die FDP auf die Regierung vorbereiten - nun ja, das ist eben Pech, dafür können die Grünen ja nichts. Ob es Schwarz/Gelb nutzen wird wird man ohnehin erst sehen müssen - 2005 haben die Wähler das "verteilen des Viehs vor dem Erlegen" nicht honoriert.
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E-Qual
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 16:05 Uhr:   

Ergänzung:
Anteile der Grünen bei Bundestagswahlen:
2005: 8,1
2002: 8,6
1998: 6,7
1994: 7,3
Aktuell stehen die Grünen bei 1/6 Instituten bei 9%, bei allen anderen besser. Es fällt schwer hier eine Krise hinein zu interpretieren.
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Florian das Original
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 17:41 Uhr:   

Hier ist "wer-wählt-was" interessant:
http://www.bpb.de/fsd/werwaehltwas/

Demnach kommt infratest auf Basis einer Befragung am 6.3.09 zu folgendem Ergebnis:

Die Grünen bekommen in den einzelnen Altersgruppen folgendes Eregebnis:
bis 24 Jahre: 14%
bis 34 Jahre: 12%
bis 44 Jahre: 15%
bis 59 Jahre: 14%
über 59 Jahre: 6%

Auch wenn es demnach einen "Mini-Bauch" in der Altersgruppe 35 bis 59 Jahre gibt, kann man wohl kaum von einem "Eingenerationen-Projekt" sprechen.
Auch wenn diese Vermutung immer wieder geäußert wird, macht sie das nicht wahrer.
Auch bei den jüngsten Wählern stehen die Grünen immerhin bei 14%, so dass sie langfristig vom Wegsterben der ältesten Wähler profitieren werden.
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Liberaler2005
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 20:00 Uhr:   

@ E-Qual

Die Umfragen sind stabil, das stellt keiner in Abrede. Teilweise auch auf ansteigendem Niveau. Nur Hochkonjunktur sieht in Zeiten einer großen Koalition doch etwas anders aus, wie ich finde, zumindest werden die Themen der Zeit nicht durch grüne Inhalte gesetzt oder gar dominiert.

Und das die Grünen sich nicht auf die Regierung vorbereiten würden, ist angesichts der ständigen Ampelbeschwörungen aus dem Führungspersonal doch etwas gewagt. Zumindest wirkt es leicht komisch, wenn dann im Nachsatz von den bösen Neoliberalen der FDP gesprochen wird.

Weimers Analyse teile ich nur bedingt, worin er aber unumwunden Recht hat, ist der Krater, den Joschka Fischer hinterlassen hat und die Tatsache, dass, wenn man sich heute als politisch links definiert, nicht unbedingt bei den Grünen landen muss.
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E-Qual
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 20:14 Uhr:   

@Florian diese Daten habe ich auch gesehen und finde sie absolut bemerkenswert. Die Grünen kommen bei den 60+ jährigen auf 6%, die Union nur noch auf 40%. Die Generationen 60+ zeigen am deutlichsten, wie sich das Wählerverhalten wandelt.
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Good Entity
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 20:36 Uhr:   

@Florian: Richtig, aber nicht erst langfristig, sondern auch aktuell und kontinuierlich.

Die Faustformel besagt, dass jährlich 2 % der wahlberechtigten Bevölkerung verstirbt und diese durch Erstwähler ersetzt werden. Das ist natürlich etwas höher als die Geburtenrate, die sich auf die Gesamtbevölkerung bezieht. Sinkende Bevölkerungzahlen, Zu- und Abwanderung etc. kann man in erster Näherung vernachlässigen, es ist nur eine Faustformel.

Von Wahl zu Wahl sind das übrigens 8 bis 10 % und damit eigentlich das absolute Schwergewicht in den Wählerwanderungstabellen am Wahlabend. Da wird das aber pietätvoll untergemauschelt. Am Wahlabend will man nicht der toten Wähler seit der letzten Wahl gedenken, sondern Sieger feiern und Verlierer interwiewen.

Nimmt man aus Deinen Tabellen mal der Einfachheit halber als glatte Zahl an, dass die Erstwähler gegenüber den Verstorbenen zu 10 % mehr Grüne wählen (also z. B. 14 % statt 4 % etc), so steigt allein dadurch ohne einen einzigen "Wechselwähler" der Stimmanteil der Grünen jährlich um 0,2 % oder von Wahl zu Wahl um 0,8 bis 1 %punkte.

So Pi mal Daumen stimmt das im Mittel auch. Startet man 1990 mit 5 bis 6 %, so wären es 2005 dann 8 bis 9 % der Stimmen und 2009 etwa 9 bis 10 %, natürlich stark mit sonstigen Einflüssen moduliert.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 20:45 Uhr:   

@Florian
Solche Umfragen haben das Problem der geringen Stichprobe. Selbst bei einer sehr großen Umfrage hat man relativ wenige Wähler unter 25%. Von daher sollte man auf solche

Anfangs waren die Grünen tatsächlich eine Ein-Generationen-Partei. In den 80er Jahren bekam sie bei weitem ihr bestes Ergebnis bei Jungwählern.

Hier Zahlen aus der repräsentativen Wahlstatistik für 1983 und 1987:
1983/1987 insg: 5,6%/8,3%
18-24 Jahre: 13,9%/15,5%
25-34 Jahre: 10,8%/17,4%
35-44 Jahre: 4,4%/9,6%
45-59 Jahre: 2,4%/3,8%
über 60 Jahre: 1,2%/1,8%


Zum Vergleich 2005
2005 insg: 8,1%
18-24 Jahre: 10,9%
25-35 Jahre: 10,9%
35-44 Jahre: 11,5%
45-59 Jahre: 8,7%
über 60 Jahre: 3,9%

Eine ausgesprochen junge Partei sind die Grünen als im Gegensatz zu früher nicht mehr. Sie ist bei Jungwähler heute schwächer als 1983 oder 1987 und zwar so viel, daß das nicht annähernd mit den hinzugekommenen Ost-Ländern zu erklären ist. Nur bei den über 60-Jährigen ist sie klar schwächer vertreten, aber auch längst nicht mehr im früheren Ausmaß. Kurz gesagt: unter heutigen Erstwählern gibt es etwa gleich viele Ökos wie unter ihren Eltern. Die Grünen werden, wenn überhaupt, eher durch das Aussterben grünenresistenter Jahrgänge wachsen und weniger durch besondere Popularität bei jüngeren Wählern. Die Schwankungen sind natürlich bei jüngeren Wählern am größten. Zu bedenken ist auch, daß die meisten Menschen mit dem Alter realistischer werden und weniger Weltverbesserungsphantasien anhängen. Das nutzt den Grünen sicher nicht. Von den Wählern unter 35, die in den 80ern grün wählten, sind ihnen ja auch offensichtlich nicht alle treu geblieben, sonst müßte ihr Anteil bei den Wählern im Alter von 45-59 Jahren 2005 höher gewesen sein. Es ist für die Grünen nicht gerade ein gutes Zeichen, daß die heutigen Erstwähler nicht stärker grün wählen als ihre Eltern. Von daher denke ich, daß die Grünen sich von einem Generationswchsel unter den Wählern nicht allzu viel versprechen können.
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E-Qual
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Montag, 16. März 2009 - 20:54 Uhr:   

Ich weiß nicht. Es will mir nach wie vor nicht in den Kopf, wie man aus einem recht homogenen Wähleranteil von 12-15% bei den 18-59 jährigen irgendwas schlechtes finden will (ausser dass FDP und Linkspartei insgesamt erfolgreicher sind, aber das ist eine Frage der perspektive, also ob man den Erfolg der kleinen, unterschiedlichen Parteien tatsächlich untereinander vergleichen muss).

Interessanter ist schon der Vergleich Männer/Frauen: 9%/14%. Eine gewaltige Diskrepanz!
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Ralf Lang
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. März 2009 - 08:14 Uhr:   

Männern wird ja allgemein unterstellt, dass sie rationaler und weniger nach Gefühlen und Stimmungen entscheiden.

"Zu bedenken ist auch, daß die meisten Menschen mit dem Alter realistischer werden und weniger Weltverbesserungsphantasien anhängen. Das nutzt den Grünen sicher nicht."

Das nützt den Grünen schon, weil sie sonst die Neuausrichtung ihrer Programmatik entlang der neuen Koalitionsmöglichkeiten vergessen könnten. Weltverbessern in Hamburg mit der CDU - dagegen hätten sich die heutigen älteren Grünwähler und Mitglieder in ihrer Jugend wohl verwahrt. Ich will das gar nicht weiter werten. Für die Grünen wird es nur schwer, wenn die neu pragmatisierten Truppenteile von ihnen nicht mit glaubhaften Angeboten (Regierungsperspektive, inhaltliche Gestaltungsaussichten) bedient werden können und unter dem Strich sich von einer FDP- oder SPD-Wahl mehr versprechen. Denn ein Zurück zu viel fordern ohne Aussicht auf mittelfristige Umsetzung hält diese Klientel nicht mehr bei der Stange. Andererseits: Wer das will, ist vielleicht bei anderen Parteien besser aufgehoben.

Kommen die Grünen 2009 wieder nicht in die Bundesregierung (wahrscheinlich) oder in zusätzliche Landesregierungen (noch wahrscheinlicher), dann könnte das durchschlagen.
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Marc K.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. März 2009 - 16:52 Uhr:   

@Ralf Lang,

die Grünen haben zumindest 2010 eine Chance Teil einer weiteren Landesregierung zu werden - im bevölkerungsreichsten Land NRW. Hier deutet sich ja an, dass Frau Kraft die Bildung einer Linksregierung (SPD, Grüne, Linke) anstrebt, um NRW wieder für die SPD zurückzuerobern.

Auch die Grünen haben sich in der Opposition stärker nach links bewegt.

Die Frage ist allerdings, ob Teile der bürgerlichen Wählerschaft der Grünen dies goutieren. Die Grünen sind heute potentiell in einer ähnlichen Situation wie die FDP früher. Sie können im Parteiensystem die Scharnierfunktion spielen, das Zünglein an der Waage zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Rot. Nur egal für welche Variante sie sich entscheiden, beides wird sie Wähler kosten. Ein Linksblock verschreckt die eher bürgerliche Grünen-Wähler, ein Bündnis mit der CDU oder mit CDU und FDP hingegen weite Teile der linken grünen Parteibasis und der linken Grünen-Wähler.

Von daher ist die Partei in einem Dilemma. Sie könnte durchaus zwischen den beiden Blöcken zunehmend zerrieben werden. Sie ist ja schon jetzt nur die kleinste der drei kleinen im Bundestag vertretenen Fraktionen...
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mma
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 23. März 2009 - 18:04 Uhr:   

("Zum Vergleich 2005
2005 insg: 8,1%
18-24 Jahre: 10,9%
25-35 Jahre: 10,9%
35-44 Jahre: 11,5%
45-59 Jahre: 8,7%
über 60 Jahre: 3,9%")


Ist bei diesen Zahlen eigentlich schon berücksichtigt, dass bei jüngeren Jahrgängen die Wahlbeteiligung niedriger ist als bei Älteren?
Auf die Wahlberechtigten bezogen wäre dann ja das Ergebnis bei den Jüngeren doch noch schlchter?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 23. März 2009 - 19:42 Uhr:   

@mma
Das sind Anteile an den gültigen Stimmen.

"Auf die Wahlberechtigten bezogen wäre dann ja das Ergebnis bei den Jüngeren doch noch schlchter?"
Natürlich. Die Frage ist nur, wieviel von der geringeren Wahlbeteiligung ein Alters- und wieviel Generationseffekt ist.



@Ralf
"Das nützt den Grünen schon, weil sie sonst die Neuausrichtung ihrer Programmatik entlang der neuen Koalitionsmöglichkeiten vergessen könnten."
Es ist natürlich die Frage, wo man die Grenze zwischen Pragmatismus und Opportunismus zieht. Viele Grüne waren ja z.B. gar nicht einverstanden mit einer schwarz-grünen Koalition in Hamburg, über die schon vor der Wahl spekuliert wurde. 9,6% waren für Hamburg dann auch ein ziemlich schlechtes Ergebnis. Interessant ist, wo die GAL verlor: Zweistellig war der Verlust bei den Wählern unter 35, besonders Stark bei Männern.
http://www.statistik-nord.de/fileadmin/download/wahlen/wahlen_hh/Buergerschaftswahl_2008/Bue2008_WA4_komplett.pdf

Die jüngeren Grünen-Wähler haben ganz offensichtlich etwas gegen Schwarz-Grün. Der Befund ist eindeutig, selbst wenn man berücksichtigen muß, daß die Stichprobenbezirke stärker als sonst üblich vom Durchschnitt abweichen. Profitieren tut davon die SPD, die LINKE dagegen nicht. Aber auch ansonsten hat die GAL überall verloren, außer bei Männern über 60.

Eine mittigere Positionierung der Grünen verprellt also ganz klar besonders jüngere Wähler. Aber nicht nur die: in allen Altersgruppen lag die GAL bei der Bürgerschaftswahl weit unter dem Ergebnis der Bundestagswahl 2005, während die GAL gleichzeitig bei den Bezirkswahlen und den Wahlkreislisten in die Nähe des Bundestagsergebnisses kam.

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