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Achim
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 17:11 Uhr: | |
Egal wie man persönlich dazu steht: Vernünftige Mehrheiten ergeben sich nur noch in einer großen Koalition oder in Ampeln diverser Art (also Dreiparteienkoalitionen). Das bedeutet: Abschied nehmen vom Lager-Denken, denn einer der Koalitionspartner würde sonst nicht mehr zu den beiden anderen passen. Vielleicht kommt man zu einer neuen Qualität der politischen Auseinandersetzung - oder nur noch Personenwahlkampf. Wer weiß. |

Bürger
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 21:22 Uhr: | |
@Achim Eigentlich erwarte ich von der Partei, die ich gewählt habe (eine der beiden Großen), daß sie ihre vorher gemachte Koalitionsaussage auch einhält. Also weder Große Koalition noch Dreierbündnis. Der Bürger sollte nun zusehen müssen, was er davon hat, ein so zersplittertes Parlament gewählt zu haben. Ich wäre dafür, die fünf Parteien sagen alle, wir haben für unsere Wunschkoalition, die wir Euch vorher präsentiert haben keine Mehrheit bekommen. Nun seid Ihr am Zuge, bei Neuwahlen mal ein vernünftiges Parlament (entweder mit rot-grüner oder mit schwarz-gelber Mehrheit) zu wählen. Ich bin gegen jede Lagerverwischung, weil sie zusammenführt, was nicht zusammengehört. |

Bürgerin
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 21:30 Uhr: | |
@Bürger ...zahlst Du die erneute Neuwahl? |

Görd
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 21:59 Uhr: | |
Eine große Koalition wurde von der SPD vorher nie ausgeschlossen, nur Frau Merkel wollte sie nicht, aber die is sowieso bald Geschichte. |

Bürger
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 22:14 Uhr: | |
@Bürgerin Tue ich über meine Steuermittel doch eh. Und mehr zahlen, als bei einer großen Koalition, die sofort zu einem Stillstand in der Politik und noch mehr Haushaltsverschwendung führen würde, würden wir doch eh nicht. Weder bei rot-grün noch bei schwarz-gelb. @Görd Mit ein Grund, die SPD nicht zu wählen (habe CDU gewählt). Ich will klare Verhältnisse und keine schwammigen Kompromisse. Ich will eine starke Regierung und eine starke Opposition. |

Görd
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 22:16 Uhr: | |
Es gibt viele funktionierende großen Koaltionen auf Landeseben (z.B. Bremen und Sachsen). Warum soll das im Bund so schlecht sein, wo es doch auch ein gutes Vorbild gibt, 1966 - 69. Wenn's nur nach Lager geht, warum gibt's dann CDU, CSU und FDP, die können ja dann gleich eine Partei werden. |

Bürger
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 22. September 2005 - 22:27 Uhr: | |
@Görd 1) Gerade die Große Koalition in Bremen ist ein Beispiel, wie es nicht laufen sollte. Ich sage nur überbordende Staatsverschuldung, Space-Park-Desaster, schlechteste PISA-Ergebnisse etc.pp. Und es ist keine Opposition da, die das öffentlichkeitswirksam kritisieren kann. 2) Ich hätte kein Problem damit, wenn sich CSU und FDP der CDU anschliessen würden, aber Bazis und seltene Kirchgänger brauchen offenkundig ihr Naturschutzgebiet ;-) Auch in den von mir sonst so geschätzten USA gibts ja partikularistische Kleinstparteien. Da stört mich nur, daß es eigentlich zwei konservative Parteien (die einen kommunalistisch-konservativ, die anderen partikularistisch-konservativ) gibt. Mir wäre es lieber, es gäbe zu den Republikanern dort auch gemäßigt linke Volkspartei, damit es auch einen echten Kontrast gäbe. |

AlexW
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 08:16 Uhr: | |
"Wenn's nur nach Lager geht, warum gibt's dann CDU, CSU und FDP, die können ja dann gleich eine Partei werden." Kurzes Gedächtnis. '02 hatten wir Liberale keine Koalitionsaussage. Wenn die Grünen nicht stärker gewesen wären, würde es heute in Deutschland ganz anders aussehen. Nur war das vor Arbeitslosendiskriminierung und Heuschrecken-Münte. Wenn die SPD im 21. Jahrhundert angekommen ist, sieht man weiter. Und vor allem, wozu hat der Bundes-Gerd eigentlich Neuwahlen gemacht, wenn sich am Ende alles gleich bleiben soll? An der ursprünglichen Situation mit unwilliger SPD-Linker und unwilligen Grünen hat sich nix geändert, an der Unionsmehrheit im Bundesrat auch nicht. |

Michael Zöller
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 15:25 Uhr: | |
Noch Mal zum Thema: ich denke schon, dass hier die ein oder andere Partei umdenken muss. Zum Beispiel die Grünen: für sie wäre es strategisch wichtig auch die Option CDU zu haben. Für FDP und Grüne sollte man auch annehmen, das man mehr die Gemeinsamkeiten heraus arbeitet, als nur die Gegensätzlichkeiten zu sehen. Auch die SPD muss sich überlegen, ob sie eher im linken Bereich die Führung übernehmen möchte, oder attraktiver für die FDP werden möchte. Die Linke schließlich sollte sich in den nächsten Monaten programmatisch auf ein regierungs-fähiges Programm umstellen, um nicht nur einen auf Opposition machen zu können. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 16:48 Uhr: | |
"Auch die SPD muss sich überlegen, ob sie eher im linken Bereich die Führung übernehmen möchte, oder attraktiver für die FDP werden möchte." Mit der FDP haben die Sozis am wenigsten Klientel-Überschneidung. "um nicht nur einen auf Opposition machen zu können." Genau das wollen die doch. "Für FDP und Grüne sollte man auch annehmen, das man mehr die Gemeinsamkeiten heraus arbeitet, als nur die Gegensätzlichkeiten zu sehen." Bei Arbeitsmarkt, Gesundheit, Steuern, Energie und Umwelt, um mal ein paar Felder zu nennen, sind die Ansichten sehr verschieden bis diametral entgegengesetzt. Momentan ist aus liberaler Sicht jede Bundesregierung, in der eine Linkspartei vertreten ist, eine schlechte Regierung. |

Görd
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 19:55 Uhr: | |
Die einzige Partei, die nicht mit allen Parteien (außer der PDS) sprechen wollte, war die FDP. Wenn's sie weiterhin so unbeweglich bleibt, wird sie es auf lange Sicht schwer haben wieder an einer Bundesregierung beteiligt zu sein. |

Martin_D
| | Veröffentlicht am Samstag, 24. September 2005 - 20:39 Uhr: | |
Wenn es zu einer großen Koalition kommt, wird der nächste Wahlkampf definitiv kein Lagerwahlkampf. Meiner Meinung nach hat die Union auch deswegen so enttäuschend abgeschnitten, weil sie ohne Not auf einen polarisierenden Lagerwahlkampf gesetzt hat, der letztendlich nur das Lager der rot-grün Sympathisanten in einem Ausmaß mobilisiert hat, wie man es im Juni noch nicht für möglich gehalten hat. Wadlbeißer wie der Söder oder andere haben der Union keine zusätzliche Stimme gebracht, der SPD dafür umso mehr. |
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