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Ampel, rot-gelb in Zukunft möglich od...

Wahlrecht.de Forum » Tagesgeschehen » Bundestagswahl 2005 » Ampel, rot-gelb in Zukunft möglich oder tabu? Die Rolle der FDP « Zurück Weiter »

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Pfalz
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. September 2005 - 20:07 Uhr:   

Könnte die rot-gelbe Koalition in Rheinland-Pfalz bzw. die Ampel nicht Modell sein für künftige Konstellationen auf Länder- bzw. Bundesebene? Ich glaube, dass sich die FDP mit ihrer einseitigen Festlegung mittelfristig isolieren wird, weil Regierungsbildungen unter 2 Koalitionspartnern in Parlamenten denen mehr als 4 Parteien angehören könnten schwieriger werden würden (und somit auch die rechnerische Möglichkeit der von FDP und Union praktizierten Koalitionen)

Ist die Parole "Nur mit der Union und sonst mit niemandem" (Ausnahme RP) langfristig gesehen nicht eine Bankrott-Erklärung der FDP? Oder ist RP einfach nur ein Sonderfall?
Was meint ihr dazu?
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. September 2005 - 20:41 Uhr:   

Rot/gelb ist durchaus weiterhin eine interessante Option. Sowohl für die FDP als auch für die SPD - denn rot/grün ist tot und rot/schwarz und rot/rot sind keine Erfolgsmodelle für die Sozialdemokraten.

Die Ampel dagegen macht überhaupt keinen Sinn, der Abstand zwischen grün und gelb ist viel zu groß und die bisherigen Versuche in dieser Richtung sind auch krass gescheitert. Das haben wir parallel schon ausführlich diskutiert.

"Nur mit der Union und sonst mit niemandem"
Die Parole gilt ja so konkret nur für die laufende Bundestagswahl. 2002 war das noch ganz anders, da hielt die FDP die Koalitionsaussage offen.
In den Ländern kommt es auf die konkrete Situation an.
Aus FDP-Sicht könnte es da durchaus mehr Beispiele geben als nur Rheinland-Pfalz - aber zu einer Koalition gehören nun mal zwei.
In NRW wäre sozial-liberal eigentlich sehr gut möglich gewesen, aber da mußte die SPD auf Schröders Befehl weiter mit den Grünen koalieren, und ist dann mit diesen untergegangen.
In Schleswig-Holstein lief es genauso (nur daß dort die SPD auch ohne Schröder-Befehl lieber mit den Grünen ging).
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. September 2005 - 21:45 Uhr:   

ich kann mir eine rot-gelbe koalition für 2009 unter einem kanzlerkandidat steinbrück durchaus vorstellen.

ansonsten sehe ich grüne/fdp im moment näher beieinander als spd/fdp
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Gegenbrauner
Veröffentlicht am Donnerstag, 15. September 2005 - 22:37 Uhr:   

ich glaube, die FDP ist einfach zu braun angehaucht, als dass die Grünen da mitmachen würden. Man erinnere sich nur an das braune Gedankengut des ehemaligen Berliner vorsitzenden und es gibt in der FDP seit eh und je einen braunen Flügel
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Liberaldemokrat
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 00:41 Uhr:   

@Gegenbrauner

Ein bisschen Realität hat noch niemanden geschadet, und würde Ihnen auch nicht schaden.
Die FDP als Nazipartei hinzustellen ist mehr als lächerlich. Und welchen Ex-Vorsitzenden der Berliner FDP meinen Sie? Die hatte schon einige.
Günter Rexrodt, Rolf-Peter Lange, Martin Matz, Carola von Braun (das einzige was an ihr braun ist, ist der Nachnahme), Oxfort, Rasch, Lüder?
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Thomas Frings
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 08:56 Uhr:   

@Liberaldemokrat

Richtig, diese selektive Wahrnehmung der Linken nervt. NSDAP-Mitglied Karl Schiller durfte jahrelang ohne lautes Geschrei Minister sein und NSDAP-Mitglied Kiesinger haben die Sozis mit zum Kanzler gewählt. Und Grünen-Mitbegründer Haußleitner war auch nicht unbelastet. Daß es natürlich auch in der FDP einige Nazis gab, ist nicht zu bestreiten.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 09:01 Uhr:   

Diese lächerlichen Anwürfe von Trolls wie "Gegenbrauner" sollte man ignorieren.

@A.Schmidt:
> ich kann mir eine rot-gelbe koalition für 2009 unter einem
> kanzlerkandidat steinbrück durchaus vorstellen.
Grundsätzlich ist eine solche Koalition mit Steinbrück gut vorstellbar.
Schon viel fraglicher ist, ob die SPD diese Idee gut fände.
Und insgesamt kann man über 2009 noch gar nichts spekulieren, solange die Regierungskoalition für die nächsten Jahren noch nicht feststeht.

> ansonsten sehe ich grüne/fdp im moment näher beieinander
> als spd/fdp
Diese Annahme halte ich komplett für falsch.
Bei der SPD gibt es viele Positionen, die mit der FDP kompatibel sind, und einen Reformflügel, der für eine Koalition wäre.
Bei den Grünen fehlt beides.
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Sole
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 09:34 Uhr:   

Eine braune FDP sehe ich nun gar nicht. Das gab es mal in Ansätzen, ist für hier und heute aber nicht relevant. Auf dem Niveau kann man der Linke.PDS auch noch die Unversöhnlichkeit der KPD mit SPD vorwerfen, die Hitler ermöglichte... oder so.

Rot-Gelb kann für die SPD eine Option werden, es ist auch Ausdruck einer Richtungsentscheidung, die die SPD meiner Meinung nach längst getroffen hat, ohne es bewußt zu merken. Rot-Rot im Bund und zunehmend in den Ländern hat doch schon fast den Status einer Großen Koalition zur Verhinderung von Schlimmerem. Im Grunde kann und will man nicht miteinander, passt nicht miteinander, aber mit den anderen geht es grade nicht. Rot-Grün? Erst mal abwarten, was aus den Grünen wird.
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pouy
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 10:16 Uhr:   

Naja, den Nationalliberalen Flügel gibt es nicht mehr, war auch nicht braun. Ich glaube Gegenbrauner spielt auf von Stahl und ein paar andere an, die mal versucht haben, die FDP nach rechts aussen zu kicken...
Darüber hinaus wird es für die FDP, wenn sie diesmal nicht an die Regierung kommt, schon so sein, dass sie sich neu positionieren muss, da das liberale Element doch sehr schwammig ist und die Partei zunehmend in der Öffentlichkeit als prinzipienloser Karrieristenclub gilt.
Dabei hätte der Liberalismus in Deutschland durchaus eine Chance - ich denke aber, dass die Grünen der FDP den Platz streitig machen werden. Ein wenig Bürgerrechte (haben die Grünen auch) und viel Wirtschaftsliberalismus (hat die CDU) reichen nicht.
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Heuschrecke
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 10:51 Uhr:   

Das Problem der FDP ist m.E., daß nach den Studien der Meinungsforschungsinstitute ca. 3/4 ihrer Wähler sich aus dem klassischen bürgerlichen Lager repräsentieren und deshalb schwarz-gelb wählen. In jeder Wahl erhält sie einen nicht unerheblichen Teil ihrer Stimmen von Leuten, die der Union deutlich näher stehen als der FDP.

In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Vielzahl an FDP-Wählern und von denen würde sich nahezu jeder herzlich bedanken, wenn es rot-gelb statt schwarz-gelb wähle, da schließe ich mich mit ein. Solche Wähler würde sie bei einer rot-gelben Annäherung verschrecken und angesichts der momentan fundamentalen Unterschiede in Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik erscheint es fraglich, ob sie von der SPD soviele Leihstimmen erhalten würde, wie sie an die Union verliert.

Meine These: bevor die SPD in ihrer Gesamtheit nicht deutlich wirtschaftsfreundlicher wird, als sie es momentan ist, dürfte rot-gelb unwahrscheinlich sein...
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Görd
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 12:21 Uhr:   

In Sachsen ist der "nationalliberale" Flüge der FDP schon noch recht stark.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 12:30 Uhr:   

In Fragen der Außenpolitik, Türkeibeitritt, Bürgerrechte, Innovationsförderung, Bürokratieabbau, Suventionsabbau, Kohlesubventionen und der Inneren Sicherheit liegen Grüne und FDP sehr weit beieinander.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass die WASGMLPDS.Linkspartei.DieLinke
viel brauner ist.
Wieso die FDP braun sein soll verstehe ich nicht.
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Ralf Arnemann
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 12:59 Uhr:   

@A.Schmidt:
> In Fragen der Außenpolitik, Türkeibeitritt, ...
Da gibt es schon Unterschiede!
Aber insgesamt ist Außenpolitik nicht sehr wahlrelevant.

> Bürgerrechte,
Da haben die beiden Parteien ein recht unterschiedliches Verständnis.
Für die Grünen ist viel "Bürgerrecht", was die FDP für krasse staatliche Bevormundung hält - siehe Thema "Anti-Diskriminierung".

> Innovationsförderung,
Aber die Richtung der zu fördernden Innovationen ist eine andere!
Was die FDP fördern will (z. B. Gentechnik), wollen die Grünen verbieten.

> Bürokratieabbau,
Will offiziell jede Partei.
Mein persönlicher Eindruck von grüner Politik ist, daß dort im Gegenteil Bürokratie stark ausgebaut wird.

> Suventionsabbau, Kohlesubventionen
Gegen die Kohlesubventionen sind sie in der Tat beide.
Dann hört es aber schnell auf ...
Die FDP lehnt ziemlich jede von den Grünen eingeführte Subvention ab.

> und der Inneren Sicherheit liegen Grüne und FDP
> sehr weit beieinander.
Richtig ist, daß beide Beckstein nicht mögen.
Ob sie aber gemeinsame Positionen außerhalb der Abwehr von Hardliner-Forderungen haben, weiß ich nicht.
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P Paul Fenech
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 14:00 Uhr:   

Naja von Stahl und Co waren wohl nur ein unbedeutender Flügel, aber man sollte Möllemann nicht vergessen, der eindeutig antisemitische Parolen vertreten hat um damit Wähler zu gewinnen und Möllemann hat immerhin die Bundespolitik bestimmt, war quasi heimlicher Vorsitzender. Die Westerwelle hat diesen Kurs mitgetragen und zusätzlich noch den lächerlichen Spasswahlkampf( 18 auf der Schuhsohle!)Schade, dass aus dieser Bürgerrechtspartei, die so große Leute wie Genscher und Heinemann hatte, eine reine Wirtschaftsjuppietruppe wurde, der Bürgerrechte egal sind.
Was Innere Sicherheit angeht gibts Überschneidungen zwischen Grünen und FDP, aber dass wars dann auch , im Umweltschutz leigen Welten dazwischen.
Auch persönlich-kulturell : Die Grünen kommen aus der alternativen, undogmatischen Linken, die FDP besteht aus Juppies und Apothekern.

Genauso bestehen hier Gräben zwischen Grünen und der PDS/ML, zwar sind beide links, aber die PDS kommt aus einer totalitären, bieder-spießigen Tradition.

Was für Koalitionen auf Dauer gesehen möglich sind, hängt stark von Wahlergebniss und Regierungsbildung ab, geht die SPD in die Opposition, wird sie nach links rücken und dann wäre vielleicht eine Koalition mit der Linken möglich. Wenn aber Clement und Steinbrück das Ruder übernehmen, wird die SPD wohl auf Mitte-rechts Kurs steuern.
Eine Ampelkoalition ist im Moment wohl unwahrscheinlich-Trittin und Leichtmatrose Westerwelle in einem Kabinett-unvorstellbar.
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Christopher
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 19:00 Uhr:   

Von Stahl ist in der Berliner FDP bei den Wahlen zum Landesvorsitzenden zweimal knapp gescheitert, der rechte Flügel hat seit 15 Jahren den Landesvorsitzenden nicht mehr gestellt und befindet sich gerade in der Phase der ultimativen Selbstzersetzung.

aber @topic

Wann gabs eigentlich die letzte Ampel? 1995? Und wie lange hat die längste Ampelkoalition gehalten? Ich kann mich nur noch an die letzte schon in den Verhandlungen gescheiterte Ampel erinnern, Berlin 2001 hehe.

Ich sehe die Ampel kaum als realistisches Modell. Die Grünen und die FDP vertreten einfach eine viel zu sehr unterschiedliche Politik. Auch zwischen der SPD und der FDP kann eine Koalition nur dann funktionieren, wenn in beiden Parteien der gleiche Flügel dominiert. Ansonsten ist die politische Schnittmenge einfach zu klein.
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ElTres
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 19:32 Uhr:   

Der Abstand zwischen den beiden Parteien FDP und Grünen ist zur Zeit enorm, zudem sind sich beide spinnefeind. Obwohl doch beide liberale Parteien sind. Wenn man sich anschaut, welches Spektrum die Union abdeckt, welche unterschiedlichen Meinungen es da gibt (z.B. zwischen CDA und dem wirtschaftsliberalen Flügel), erscheint der Abstand zwischen Grünen und FDP gar nicht mehr so groß. In eine liberalen Volkspartei würden locker beide reinpassen. Nur aus zufälligen historischen Gründen gibt es bei uns sowas nicht.
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Pfalz
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 20:02 Uhr:   

@ Ralf Arnemann

> In Fragen der Außenpolitik, Türkeibeitritt, ...
> Da gibt es schon Unterschiede!

Wieso? Beide (Grüne & FDP) fordern, dass die Türkei Vollmitglied der EU werden soll.

> Aber insgesamt ist Außenpolitik nicht sehr wahlrelevant.

Ehrlich? Vor 3 Jahren konnte Schröder damit aber kräftig punkten, was ihm neben den Flut-Stimmen zum Wahlsieg verholfen hat.
Übrigens wird Außenpolitik im Wahlkampf, anders als von der Opposition von beiden Koalitionspartnern thematisiert. (Joschka-Wahlwerbespot und
Schröders Ängste vor einer US-Intervention im Iran)
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2005 - 22:27 Uhr:   

Die FDP hat sich doch letzten Sonntag auch für die Öffentlichkeit eindeutig festgelegt

- nur mit der Union
- lieber in die Opposition als eine Ampel
- Eintritt in eine Regierung nur bei einfacherem Steuersystem und keiner neuen Steuermehrbelastung für die Bürger (was Akzeptanz der Mehrwertsteuererhöhung im Rahmen einer allgemeinen Steuerreform nicht ausschließt)
-Gerhardt Außenminister

Die FDP kann daher nicht in eine Ampel. Dies wäre nicht nur Umfallerei, sondern - gemessen an den Aussagen vom letzten Sonntag - Wortbruch gegenüber ihren Wählern. Dies geht in diesen entscheidenden Sach- und Personalfragen nicht. Die FDP hat einmal das Image der "Umfallerpartei" gehabt, 1961, als Adenauer weg sollte und dann doch bis 1963 blieb und dies steht bis heute in den Geschichtsbüchern, also dies wird die FDP nicht wiederholen. Eine Ampel ist daher aus meiner Sicht ebenso wie rot-rot-grün auszuschließen. Ich bin kein FDP-Wähler, glaube aber hier den Aussagen der Parteispitze, genauso wie ich der SPD-Führung glaube, dass es nicht zu rot-rot-grün kommen wird. Daher bleiben nur schwarz-gelb, was kommen wird, wenn dies rechnerisch reicht oder als Notlösung schwarz-rot. Hoffentlich kommen keine Bundestagsneuwahlen oder Regierung über Art. 81 GG (Gesetzgebungsnotstand), denn der Wähler als Souverän hat einen Anspruch darauf, dass das von ihm gewünschte Wahlergebnis umgesetzt wird und seine Entscheidung akzeptiert wird.
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Juwie
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 07:20 Uhr:   

Auch wenn die "Partei-Liberalen" ;-) hier immer argumentieren, FDP und GRÜNE hätten wenig gemeinsam: Im Gegensatz zur SPD (und mit Einschränkungen auch zur Union) stehen beide Parteien für individuelle Selbstverwirklichung und gegen kollektive Lösungen.

Heißt für mich: Die programmatischen Übereinstimmungen sind bei einer Ampel nicht größer als bei einer "Schwampel"! Sollte es für schwarz-gelb nicht reichen und eine Große Koalition nicht zustandekommen (was ich für unwahrscheinlich halte) werden wir m.E. über diese Option auch noch diskutieren
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ElTres
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 12:02 Uhr:   

Programmatisch wäre eine Schwampel schon möglich (sehr schönes Wort übrigens!), aber die persönlichen Abneigungen sprechen zu sehr dagegen, nicht nur zwischen FDP und Grünen, sondern auch zwischen Union und Grünen. Evtl. wäre ja auch nur Schwarz-Grün rechnerisch möglich - kommen wird das aber trotzdem (noch) nicht, weil beide noch nicht so weit sind.

In allen Farbkombinationsspielen darf man aber eines nicht vergessen: Wenn man eine "gewagte" Koalition aufstellt, dann braucht man auch eine robuste Mehrheit, um Abweichler auszuhalten. Schwarz-Gelb würde auch mit einer Stimme Mehrheit gehen, alles andere braucht eine satte Mehrheit (vom Bundesrat will ich jetzt gar nicht reden).

Zur "Rolle der FDP" noch was: Falls die große Koalition kommt, könnte die FDP profitieren, wenn sie es schafft, sich als moderne Reformpartei zu präsentieren, im Gegensatz zur strukturkonservativen PDS. Zweifellos profitieren die Kleinen immer von einer GK, die Frage ist nur, welche Kleinen.
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Schorsch
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 12:06 Uhr:   

Wieso? Beide (Grüne & FDP) fordern, dass die Türkei Vollmitglied der EU werden soll.

Das stimmt nicht. Falls die FDP dies einmal ausdrücklich vertreten hat, ist sie mit ihrem jetzigen Wahlprogramm davon abgerückt.
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A.Schmidt
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 22:51 Uhr:   

programmatisch ist die fdp in jede richtung flexibel.
an den personen wird eine ampel nicht scheitern, wenn dann an den prozenten.

interessant ist übrigens folgendes:
wenn man beim wahlomat alle fragen mit "JA" beantwortet, kommt FDP raus

wenn man beim wahlomat alle fragen mit "NEIN" beantwortet, kommt auch FDP raus
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Dave
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 23:11 Uhr:   

@A.Schmidt: Ich bin den Wahlomat dreimal durchgegangen und bei mir kam immer FTP raus... ;-)

Gruß, Dave
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Görd
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 23:26 Uhr:   

Also, bei jedesmal "Ja" kam bei mir PDS raus.
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Dave
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 23:29 Uhr:   

Hehe, das wäre der Gag schlechthin, wenn sich im Nachherein herausstellen würde, dass der Wahlomat gefaked wäre, nach dem alles und jeder darauf verlinkt hat und sogar die Knadidaten im Fernsehen danach beurteilt wurden...

Gruß, Dave
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Bernhard Nowak
Veröffentlicht am Samstag, 17. September 2005 - 23:59 Uhr:   

Bei mir kommt folgendes Ergebnis bei www.wahlomat.de heraus:
Wenn alle Fragen mit "ja" beantwortet werden: PDS
Wenn alle Fragen mit "Nein" beantwortet werden: FDP

Bei beiden Durchgängen erfolgt spätestens ab These 10: "Bitte beantworten Sie die Fragen genau und sorgfältig"
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Hadrian Silberer
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 10:51 Uhr:   

@Görd: Wenige schaffen es, durch unsachliche Beiträge ein Diskussionsklima so zu stören.

@Friends of Gerd: "Von der Westerwelle"? Der saarländische SPD-Chef sprach kürzlich von "Schwesterwelle". Schwulenfeindlich?

Zum Thema: Rot-gelb wäre prinzipiell möglich, wenn der Seeheimer Kreis in der SPD nicht wieder vom linken Flügel blockiert werden würde - aber da die Stimmen nicht reichen werden, scheidet diese Möglichkeit sowieso aus.

Die Ampel ist unrealistisch. Das wird schon allein aus der Entstehungsgeschichte der Parteien klar:

Die FDP steht in der Tradition des deutschen Liberalismus, der Märzrevolutionen und der Forderung nach einem freiheitlichen deutschen Staat.

Die Grünen sind aus ihrem Grundverständnis Alt-68er, also Mitglieder der gewaltbereiten linken Studentenbewegung - man denke nur an den Steinewerfer und Polizistentreter Joseph Fischer. Einige Gründer der Grünen pflegten Beziehungen zur RAF.

Beim Antidiskriminierungsgesetz wird die unterschiedliche Vorstellung von einer liberalen Gesellschaft am deutlichsten. Während die Grünen den Staat nutzen wollen, um Diskriminierung zu bekämpfen - jeder kann verklagt werden, wenn er womöglich jemand anderes diskriminiert hat - und die freie Meinungsäußerung dadurch immens einschränken, strebt die FDP die liberale Geisteshaltung der Bevölkerung an. So staatsgläubig wie die Grünen sind viele Sozialdemokraten nicht.

Das wird auch an der Wählerschaft deutlich. Während die SPD im Norden und in Industriezentren stärker als anderswo ist, die Grünen nur in westdeutschen Großstädten nennenswert gewählt werden (außer Berlin) und die Union eher die Landbevölkerung anspricht, hat die FDP beinahe überall gleiche Wähleranteile - soviel nur zur Klientelpartei FDP.
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Analytiker
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 11:20 Uhr:   

Die meisten FDP-Stimmen sind Leihstimmen von CDU-Anhängern. Die FDP würde sich ihr eigenes Grab schaufeln wenn sie bundesweit mit der SPD liebäugeln würde.
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neunziger
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 12:30 Uhr:   

Das ist so.

Wenn man wie ich Schwarz will dann wählt man mit der

1. Stimme den Wahlkreiskandidaten der CDU um Überhang zu gewinnen und mit der 2. Stimme die gelben.

Nur damit die 5 % ganz sicher sind und die Merkel kommen kann.
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Wilko Zicht
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 13:10 Uhr:   

@neunziger:

Das macht aber nur in potentiellen Überhang-Ländern Sinn, in z.B. NRW, Bayern und Niedersachsen nicht.
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neunziger
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 13:26 Uhr:   

IN NRW und Niedersachsen.

Stelle sich einer vor weil die Linke doch überall Direktkandidaten aufgestellt haben die greifen überall gerade mal den Übehang der SPD Kandidaten ab.

Und dann, Dann gibt es gerade in NRW und Niedersachsen gerade 1 Stimme mehr für den CDU Kandidaten.

Gibt es hier irgendwo eine Info in welchen Wahlkreisen die Ergebnisse für die SPD Kandidaten knap waren?
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Friends of Gerd
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 13:40 Uhr:   

In NRW und Niedersachsen wird die SPD sowieso keine Überhangmandate erzeieln, da es hier zuviele ländlich und CDU-dominierte Wahlkreise gibt, Überhangmand. wirds nur in Brandenburg, HH und S.-A. für SPD geben, eventuell Bremen.Nur in Brandenb. und SA könnte Die Linke so stark sein, dass sie der SPD Konkurrenz macht.

Genauso sollte man als Rot-grün Anhänger versuchen, in den potentiellen CDU-Überhangsländern Direktkandidaten der SPD zu wählen und durchzukriegen. In Bayern sollte man daher zumindest in Oberfranken Erststimme SPD wählen, in Baden-Würtenberg in den Studentenstädten Freiburg, Tübingen usw, wo die SPD die Mehrheit hat.
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Good Entity
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 13:44 Uhr:   

@ Martin D: Wenn keine der beiden bisherigen Volksparteien in der Lage ist, mit genau einer der kleineren Parteien eine Mehrheit zu erreichen, dann sind beide auch keine Volksparteien mehr.

@Analytiker: Satz 1 wohl kaum, das gibts nur bei kritischen Wahlausgängen. Wer 2005 CDU will, wählt auch CDU, von taktischen Erst- und Zweitstimmenspielereien sehr gut informierter Ausnahmewähler in Sachsen etc 'mal abgesehen. Ich sehe bei der FDP eher einen Zustrom von Wählern, die sich dem Umfeld der sogenannten Neuen Mitte der SPD zugehörig gefühlt und 1998 und 2002 diese gewählt haben. Auch manche bisherige Grünenwähler dürften durch als misslungen empfundene Maßnahmen wie etwa das von @Hadrian Silberer schon erwähnte Antidiskriminierungsgesetz in Richtung FDP vergrault worden sein. Das sind aber alles Wähler, die eines auf keinen Fall wollen: Das nämlich, von wo sie gerade mehr oer weniger gefrustet weggegangen sind. Also: Satz 2 stimmt 2005 ganz genau, nur aus anderem Grund.
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neunziger
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 14:09 Uhr:   

Ich denke in Bayer / Franken werden Leute wie Herr Ernst der SPD ihre letzten Bastionen schleifen.

Da es in Bayer keine Überhangmandate gibt weil CSU über oder nahe der 50% an Zweitstimmen kann da aber ein ganz anderer Effekt entstehen.

Viele Bayer wollen keine Frau auch keine aus dem Osten und da wählen sie mit der Zweitstimme nun FDP .

Und in den Neuen Ländern wird das ehemalige PDS Lager kaum zulegen.

Warum eigentlich?

Und der Verlierer von 2002 38,5 % Zweitstimmen auf jetzt etwas oder viel weniger, wird doch ganz sicher auch bei den Erststimmen etwas oder viel verlieren.

Und damit sind zumindest die Überhangmandate futsch.

Und wenn wir wissen dass der Letzte Bundestag nur 3 Stimmen/ Mandate Differenz kannte und das die Überhangmandate waren.

Was ist dann jetzt zu erwarten?
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Görd
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 14:12 Uhr:   

@Hadrian Silberer

Was ist an der Aussage, dass wenn man beim Wahlomat jedesmal "Ja" klickt, PDS herauskommt, unsachlich? Das ist ein Faktum und damit zu tiefst sachlich.
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El Tres
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 14:36 Uhr:   

" @neunziger:

Das macht aber nur in potentiellen Überhang-Ländern Sinn, in z.B. NRW, Bayern und Niedersachsen nicht."

Nicht, wenn man wie neunziger befürchtet, die FDP bleibt unter 5%. Und völlig abwegig ist das nicht.
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Dave
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 14:49 Uhr:   

Ich denke dass ein Großteil der FDP-Wähler aus der Wirtschaft kommen. Ich hab mich zwar jetzt für CDU entschieden, würde es aber auf keinen Fall wollen, dass die Union alleine eine absolute Mehrheite bekäme (selbst wenn es möglich wäre). Wenn es nach mir ginge könnte die FDP ruhig etwas mehr an Macht gewinnen. Ich halte diese Partei mittlerweilen für regierungsfähig, die Ideen die sie hat sind echt zu verachten und die Kindergartenspielchen wie im letzten Wahlkampf haben sich zum Glück auch wieder gelegt.

Gruß, Dave
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neunziger
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 15:27 Uhr:   

6 oder 8 % nur aus der Wirtschaft?

Aus welcher denn bitte.

Nein ich bin CDU wähler und weiß dass ohne die 5 plus von der FDP nichts geht also was wählt der CDU Wähler um die CDU zum Zug kommen zu lassen?

Es geht doch garnicht ohne die mindestens 5 % der FDP.

Selbst 46 % CDU ohne die FDP wären ein Sieg für die Linken.

Also 4,8 FDP und 3,2 % Andere heißt Absolute Mehrheit für Links.
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Dave
Veröffentlicht am Sonntag, 18. September 2005 - 16:25 Uhr:   

Acht Prozent sicherlich nicht. Aber es ist ja nun nicht abzustreiten, dass die FDP eher wirtschaftsfreundlich ist. Profitieren wird die FDP sicher duch bayrische Wähler, die Probleme mit einer "Frau" als Kanzler haben.

Gruß, Dave

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