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Freier Wähler
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 17:19 Uhr: | |
Ich wünsche mir eine Große Koalition (mit Angela Merkel als Kanzlerin) und eine total bunte Opposition. Ich wünsche mir eine sehr starke Linkspartei im Bundestag und eine eher schwache NPD (gegen Langeweile), außerdem einen direkt gewählten Martin Hohmann. Inhaltlich stimme ich zu 99 % mit dem Programm der Familien-Partei überein, die aber keine Chancen hat, über 5 % zu kommen. Wähle ich die Union oder FDP, bekomme ich eine schwarz-gelbe Regierung. Wähle ich SPD, Linkspartei oder die Grünen, reicht es vielleicht für eine rot-rot-grüne Mehrheit. Der Weg zur Großen Koalition führt über eine geschwächte CDU/CSU und eine noch viel kaputtere SPD. Wem also soll ich nun meine Stimme geben? |

Görd
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 17:25 Uhr: | |
Rot-rot-grün wird nicht kommen. Eine große Koaltion gibt es, wenn's für schwarz-gelb nicht reicht. Will man eine sehr starke Linkspartei, muss man diese wählen. |

Philipp Wälchli
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 17:36 Uhr: | |
Nun ja, lassen wir erst einmal die Diskussion der Konsistenz dieser Position beiseite. Dann lässt sich die Forderung darauf reduzieren, die CDU/CSU und die SPD soweit gleichzeitig zu stärken, dass sie zusammen in jedem Fall eine Mehrheit haben. Schwächung der andern Parteien (möglicher Koalitionspartner) ergibt sich systembedingt von selbst. Nun ist das deutsche Bundestagswahlrecht nicht darauf ausgelegt, eine Hierarchie der Parteien abzubilden o. dgl. Man kann auch nicht eine "Koalition" wählen, sondern nur antretende Listen und Wahlkreisbewerber. Immerhin gibt es einen möglichen Hebel, zwei Parteien gleichzeitig zu stärken: Splitting von Erst- und Zweitstimme. Am ehesten erreicht man den gewünschten Effekt, indem man schaut, welcher Wahlkreiskandidat die besten Aussichten hat, den Wahlkreis zu gewinnen. Da relative Mehrheit ausreicht, kommen naturgemäss die grösseren Parteien dafür in Frage, also CDU oder CSU, SPD und im Osten PDS. Andere Parteien werden nur vereinzelt Wahlkreise gewinnen, in denen sie lokal stark sind. Wenn man also nicht das Pech hat, in einem dieser Wahlkreise zu wohnen, so kann man sich überlegen, ob der CDU/CSU-Kandidat oder der SPD-Kandidat bessere Chancen hat. Dann gibt man die Erststimme diesem Kandidaten, damit er sicher gewinnt, und die Zweitstimme der Liste der andern grossen Partei. Das ist wohl jene Taktik, mit der sich am ehesten eine grosse Kolation "erzwingen" lässt. Muss aber nicht aufgehen. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 17:39 Uhr: | |
Angeblich wünscht sich ja eine große Zahl von Wählern eine große Koalition. Aber wählen kann man sie nicht - da gibt es auch keine Tricks oder taktischen Winkelzüge. Weil man halt letztlich eine Partei nur wählen kann, aber nicht zu einer Koalition zwingen, die sie nicht will. Es geht schlicht um schwarz/gelb gegen rot/grün/rot. Man kann als Wähler in erster Linie entscheiden, welches Lager man für das geringere Übel hält. Und zweitens die Gewichte innerhalb gewünschten Lager beeinflussen. Mehr ist nicht. |

Görd
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 17:43 Uhr: | |
Es wird aber, zumindestens zum Beginn der Legislatur, keine Koaltion aus SPD-Grünen-PDS geben. Das das eine (linke) Lage also nicht vollständig koaltionsfähig ist, das andere (rechte) aber schon, muss man eine Partei aus dem linken Lager wählen. Dann kann das rechte Lage keine eigene Mehrheit bekommen, aber die drei Parteien aus dem linken Lager werden auch nicht miteinander sich verbünden. Die Folge ist eine große Koaltion. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 17:49 Uhr: | |
@Görd: > Es wird aber, zumindestens zum Beginn der Legislatur, keine Koaltion > aus SPD-Grünen-PDS geben. Wenn es einen Wählerauftrag dafür gibt, wird es auch eine solche Koalition geben. Natürlich nicht mit Schröder an der Spitze - aber da werden sich schon Leute bei der SPD finden, die Kanzler sein wollen. Wenn die SPD sich wirklich gleich nach der Wahl zum Juniorpartner der CDU degradiert und das durchsetzen muß, was sie eben noch lauthals bekämpft - dann kann sie ihren linken Flügel gleich komplett bei der PDS abgeben. Es ist umgekehrt aber durchaus möglich, daß diese rot/rot/grüne Koalition nicht lange hält (alleine schon wegen des Bundesrats) und - nachdem die Regierungsunfähigkeit der PDS bewiesen wurde - die SPD zur großen Koalition umschwenkt. Dann würde sie von der Union auch deutlich bessere Konditionen bekommen, als wenn sie nach dem 18.9. als Wahlverlierer ankommt. |

Freier Wähler
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 18:30 Uhr: | |
Habe gerade den Wahl-O-Mat betätigt und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: 1. SPD, 2. Die Linke, 3. Grüne, 4. Union, 5. FDP Danach müßte ich für ROT-ROT-GRÜN sein, was aber so nicht stimmt. Ich will eine schwarz-rote (nicht rot-schwarze) Regierung, eine Linke als drittstärkste Partei und eine NPD als sechste Partei im Bundestag. |

Fragender
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 18:46 Uhr: | |
@Freier Wähler Das Leben ist kein Wunschkonzert. Ich würde mir auch eine SPD/FDP-Koalition mit starker CDU-Opposition und ohne Grüne und PDS/ML wünschen, ist aber irreal. Die Frage ist ausschließlich schwarz-gelb oder rot-grün-rot, wenns zwischen beiden ein Patt gibt (= weniger als fünf Stimmen Vorsprung für eines der beiden Lager), kann auch eine Große Koaliton passieren. Herbeiwählen kann man sie nicht! Und wenn Du die NPD im Bundestag haben willst, mußt Du sie wählen (deren Einzug, den ich für völlig unwahrscheinlich halte, würde allerdings schon die Bildung einer Großen Koalition aus rein rechnerischen Gründen wahrscheinlicher machen). |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 19:01 Uhr: | |
Absolut kein Zweifel, daß Rot-Grün-Links kommt, wenn die Mehrheit dafür ausreicht. Wenn nicht mit Schröder, dann eben ohne ihn. Nach dem Motto "was kümmert mich mein Geschwätz vor der Wahl" wird man erklären, es sei "im Interesse des Landes",blablabla, "handlungsfähige Mehrheit" blablabla,"die demokratischen Parteien (!) müssen koalitionsfähig sein" etc. blabla. Große Koalition wählen? :o) Das wäre doch wohl nur möglich, würde sie als Möglichkeit auf dem Stimmzettel stehen. |

Juwie
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 20:55 Uhr: | |
Für eine Große Koalition - wenn man sie denn will - besteht m.E. nur eine Chance, wenn es für schwarz-gelb nicht reicht. Schluss: Wer dieses Koalitionsformat will, muss eine der drei anderen aussichtsreichen Parteien wählen. Optionen: 1) SPD wählen, wenn man glaubt, dass nur eine relativ starke SPD bereit sein wird, den Juniorpartner zu geben (und nicht glaubt, dass sie es statt dessen mit rot-grün-rot probiert). 2) PDS/ML wählen, wenn man glaubt, dass nur eine relativ schwache SPD bereit sein wird, den Juniorpartner zu geben (und nicht glaubt, dass ein Anwachsen der Linkspartei.PDS die SPD davor zurückschrecken lässt). 3) GRÜNE wählen, wenn man glaubt, dass nur eine relativ schwache SPD bereit sein wird, den Juniorpartner zu geben und ein Anwachsen der Linkspartei.PDS die SPD davor zurückschrecken ließe. Schließlich kann es so sein, das Magnums Chef recht hat, dass die SPD (oder die Union) die Große Koalition auf keinen Fall wollen. Dann kann man seine Stimme nicht sinnvoll abgeben, um sein Ziel zu erreichen. Die Optionen sind also klar. Das Problem ist, ob man mit seinen Einschätzungen recht hat. |

Frank Schmidt
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:00 Uhr: | |
@Robin Maasters Wenn rot-grün-links käme, dann würde die SPD bei den nächsten Landtagswahlen kräftig verlieren. Dann hätte schwarz-gelb eine 2/3-Mehrheit im Bundesrat und könnte alles blockieren. Deshalb wird rot-grün-links nicht kommen. Es wäre Selbstmord. |

Magnums Chef
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:01 Uhr: | |
Die können es beide doch keinesfalls wollen. Beide würden einbüßen und spätestens bei den nächsten Landtagswahlen abgestraft, außerdem würde besonders die NPD profitieren. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:05 Uhr: | |
@Frank Schmidt: "hätte","könnte",... Es wäre Selbstmord. Ja, für Deutschland! |

m.g.s.
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:20 Uhr: | |
Zu diesem Thema darf ich noch einmal an "Pattex-Heide" erinnern. Die hatte, oder hätte durch den SSW einen Sitz Vorsprung gehabt. Die hatte auch öffentlich mehrmals proklamiert, sie würde nicht mit dem SSW zusammen gehen. Und siehe da, es hat keine zwei Sekunden gedauert, bis verkündet wurde, man wolle sich vom SSW tolerieren lassen. Man sieht: Die Schwüre der SPD-Oberen (minus Wowereit, minus Gabriel, die haben es ja immer schon gewollt) sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Falls sie überhaupt irgendwo auf Papier stehen (ich vermute nein). |

Görd
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:29 Uhr: | |
Klar und der Kanzler verkündet Neuwahlen, weil er so am Sessel klebt? Darüber hinaus sind SSW und PDS ja wohl zwei vollkommen andere Kaliber. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:48 Uhr: | |
@m.g.s.: Und da war doch noch so ein Fall: Wie hieß noch gleich der SPD-Kandidat in Berlin 1989, der vor der Wahl einer Koalition mit den Grünen eine klare Absage erteilt hatte, und hinterher... Komme gerade nicht auf den Namen :o) |

Walter Momper
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:49 Uhr: | |
@Robin Maasters: Magnum vielleicht? |

m.g.s.
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:50 Uhr: | |
Das ist ja nun seine eigene Schuld, dass sein Neuwahl-Trick nicht so geklappt hat. Umso wichtiger braucht man jetzt einen, der's ausbügelt. Man frage mal Herrn Wowereit, ob er sich am Kaliber der PDS stört, und Herrn Ringstorff und so weiter. Um dann auch zum Thema zurückzukommen: Ja, es gibt keine Wahl, mit der man auf der sicheren Seite ist, wenn man die große Koalition will. Da muss man für sich selbst abwägen, welchem Teil der großen Koalition man eher zutraut, die Probleme zu lösen, die man für die wichtigsten hält. Und m.E. ist das auch gut so. |

Robin Maasters
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:50 Uhr: | |
Genauuuuuu! |

Higgins
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 21:53 Uhr: | |
Man könnte auch Joachim Zeller (CDU Bezirksbürgermeister in Berlin) Fragen. Der wurde mit den Stimmen der PDS und der Grünen zum BZBgm gewählt. |

T.C.
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 22:00 Uhr: | |
Ein CDU-BZBgm ist in Ihrer Sicht der Dinge also mit einem SPD-Kanzler gleichzusetzen? Hochinteressant! |

amantadin
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2005 - 07:21 Uhr: | |
Ich halte rot-rot-grün für sehr unwahrscheinlich. Wie soll das funktionieren? Bundeskanzler Schröder & Finanzminister Lafontaine? Wenn es für schwarz-gelb nicht reicht kommt schwarz-rot. Merkel wird mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Bundeskanzlerin. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2005 - 09:33 Uhr: | |
@amantandin: > Ich halte rot-rot-grün für sehr unwahrscheinlich. Wie soll das > funktionieren? Wie Koalitionen halt so funktionieren: Es knirscht ab und zu, aber man rauft sich zusammen. Es gibt keinen Grund, daß diese auf Landesebene funktionierende Konstellation auf Bundesebene nicht funktionieren sollte. > Bundeskanzler Schröder & Finanzminister Lafontaine? Weder noch. Beide sind nicht mehr wirklich auf einen Regierungsposten aus, beide sind für die "Gegenseite" nicht vermittelbar, beide haben sich zu sehr gegen eine solche Koalition festgelegt. Aber es werden sich schnell andere SPDler finden, die in so einer Koalition den Kanzler geben, und die PDS wird froh sein, Lafontaine wieder abräumen zu können - fürs Regieren haben sie zuverlässigere Leute. > Wenn es für schwarz-gelb nicht reicht kommt schwarz-rot. Nein. Das wäre der Untergang der SPD. |

Lars Tietjen
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2005 - 10:06 Uhr: | |
Diese ganze rot-rot-grün Diskussion ist eine reine Phantomdiskussion der Wahlkampfzentralen von Union und FDP. Keiner der drei Parteien will eine solche Koalition. Die SPD wird nach dieser Bundestagewahl mit Sicherheit keine Koalition oder Zusammenarbeit mit der Linkspartei vornehmen. Es gibt in der SPD faktisch niemanden der dies will. Sie wäre auch noch weitaus kritischer für die SPD als eine Große Koalition. |

Görd
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2005 - 11:41 Uhr: | |
Eine Große Koaltion ist viel vorteilhafter für die SPD, da es im Parlament dann eine linke Mehrheit gibt, so dass die SPD immer mit dem Ende der Koaltion drohen kann. Marschiert dann Bush im Iran ein oder macht irgendwelche anderen unsinnigen Aktionen, kann dies dann der Knallpunkt sein. Dann macht man fix ein Misstrauensvotum gegen Merkel und beraumt Neuwahlen an. Als Grund können auch unsoziale Zumutungen von Merkel etc. sein, wodurch sich die SPD gerade als Partei der sozialen Gerechtigkeit profilieren kann, indem sie sagt bisher und nicht weiter. Eine Große Koaltion ist für die SPD also deshalb vorteilhaft, da sie entscheiden kann, wann sie platzt und an was sie platzt. Meine Prognose daher, 2 bis 3 Jahre Große Koaltion und dann ist die Merkel am Ende, wenn's überhaupt zu einer kommt. Die Ampel halte ich auch für möglich mit Guido als Spaßminister. ^^ |
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