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soulsurfer
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 14:30 Uhr: | |
in den tips und tricks von wahlrecht steht bei der spd ja folgendes: "Falls Sie dem Umfrageinstituten folgen, die meinen, daß Rot/Grün hinter Schwarz/Gelb liegen wird, können Sie überlegen, aus taktischen Gründen PDS zu wählen (mit der Zweitstimmen, in den kritischen Wahlkreisen auch mit der Erststimme) und durch den Einzug der PDS eine eigenständige gelb/schwarze Mehrheit zu verhindern." meine frage ist nun, (in welchen bundesländern) lohnt sich diese überlegung generell? ich komme aus nrw... welchem kandidaten ich meine erststimme gebe, bin ich mir bereits sicher... die frage ist nur, wie kann ich taktisch am besten meine zweitstimme gegen eine mögliche schwarz-gelbe koalition einsetzen? Lg soulsurfer |

soulsurfer
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 14:34 Uhr: | |
bzw um es weiterzudenken: lohnt es sich aus taktischen gründen die linke zu wählen anstatt der spd? einfach um sicher zu stellen, dass schwarz-gelb keine mehrheit bekommt... soulsurfer |

Görd
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 15:03 Uhr: | |
Wenn man nicht will, das schwarz-gelb gewinnt, sollte man entweder SPD, Grünen oder PDS seine Stimme geben. Ich denke das keine Parteien befürchten muss, nicht in den Bundestag zu kommen. |

Marek
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 15:03 Uhr: | |
@soulsurfer: Das würde sich dann lohnen, wenn die Linkspartei an der 5%-Hürde scheitern könnte. Durch die Wahl der Linkspartei könnte ein taktischer Wähler dann dieser Partei über die 5%-Hürde helfen und damit ihren Einzug ins Parlament unterstützen. Bei den gegenwärtigen Umfrageergebnissen ist mit einem Scheitern der Linkspartei jedoch nicht zu rechnen. Insofern bringt eine Stimme für die Linkspartei gegenüber einer Stimme für die SPD keinen taktischen Vorteil, wenn das Ziel die Verhinderung von schwarz-gelb ist. |

Martin Fehndrich
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 18:01 Uhr: | |
Die Linkspartei wird ziemlich sicher im Bundestag sitzen. Der zitierte Satz stammt aus einer Zeit, wo das noch nicht absehbar war. Wenn jemand das befürchtet, gilt die Überlegung natürlich immer noch, dann in allen Bundesländern. In NRW gilt Zweitstimme an Lieblingspartei und Erststimme durch Vergleich Direktkandidat mit seiner Landesliste. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 20:56 Uhr: | |
Ich denke, dass die Linkspartei größere Chancen hat, im Parlament vertreten zu sein als die Grünen, da viele Anhänger des linken grünen Flügels (Ströbele etc.) wohl mit der Linkspartei liebäugeln. Dies könnte eher dazu führen, dass die Grünen knapp an der 5%-Klausel scheitern, zumindest eher als die Linkspartei. Nach den Umfragen gibt es doch nur zwei Möglichkeiten: Union und FDP liegen vorne oder SPD, Grüne und Linkspartei haben mehr Stimmen als Union und FDP, was vermutlich zu einer großen Koalition führen wird. Dies setzt aber auf der Linken voraus, dass alle drei Parteien ins Parlament kommen und die Grünen scheinen am dichtesten an der Sperrklausel dran zu sein, ähnlich wie die Gegner einer großen Koalition oder einer Mehrwertsteuererhöhung im bürgerlichen Lager vermutlich eher FDP als Union wählen dürften, so dass ich ein starkes FDP-Ergebnis erwarte. |

Kai
| | Veröffentlicht am Dienstag, 06. September 2005 - 22:19 Uhr: | |
Als taktischer Wähler, der schwarz-gelb verhindern und eine große Koalition durchsetzen will, gibt es folgende Optionen: 1. man hält es für möglich, dass die Linke.PDS an der 5-%-Hürde scheitert, dann a) kann man in einem Wahlkreis, in dem die Linke.PDS Chancen auf das Direktmandat hat (Osten Berlins, einzelne Wahlkreise in Brandenburg, Rostock, Leipzig, Saarbrücken - wg. Oskar Lafontaine) die Erststimme der PDS geben, um beim Überschreiten der Grundmandatsklausel zu helfen b) in allen Bundesländern der Linke.PDS die Zweitstimme geben, um sie über 5 % zu hieven 2. man hält es für möglich, dass Bündnis 90/Die Grünen an der 5-%-Hürde scheitern, dann sollte man die Zweitstimme den Grünen geben, für die Erststimme gilt 1 a) oder 3. 3. man wohnt in einem Bundesland, in dem die SPD Überhangmandate gewinnen kann (wahrscheinlich ist das dieses Jahr nur in Brandenburg, evtl. auch in Sachsen-Anhalt), dann gibt man der SPD die Erststimme und keinesfalls die Zweitstimme - die dann je nach weiteren Erwägungen an Grüne oder Linke.PDS fallen sollte. Wer aber CDU/CSU-FDP an der Regierung sehen möchte, hat es ganz einfach: - in allen Bundesländern Erststimme CDU bzw. CSU - in Bundesländern, in denen die CDU Überhangmandate erringen könnte (m.E. Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, evtl. Sachsen-Anhalt) die Zweitstimme der FDP, in den übrigen Ländern der Partei des Vertrauens geben. |

Martin Fehndrich
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 18:00 Uhr: | |
in allen Bundesländern Erststimme CDU bzw. CSU Das gilt auch nur in Bundesländern, in denen die CDU Überhangmandate erringen könnte. In den anderen Ländern (z.B. NRW, Niedersachsen, Bayern, ...) kann man mit der Erststimme auch versuchen den besseren SPD Kandidaten (gegen die schlechtere Liste) zu unterstützen oder gegen den unterdurchschnittlichen Uniosnkandidaten stimmen, ohne daß dies Auswirkungen gegen dei Union hat. |

Fragender
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 18:51 Uhr: | |
@Kai Ich halte ein SPD-Überhangmandat auch in Hamburg für nicht unwahrscheinlich. Nach www.election.de könnte die SPD fünf der sechs Direktmandate erringen, dürfte aber wohl nur vier Listenmandate erreichen. |

Kai
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 19:49 Uhr: | |
@Fragender: Bei den derzeitigen Umfragewerten halte ich es für nahezu sicher, dass die Union neben Hamburg-Nord auch Altona gewinnt. Meiner Einschätzung nach fehlt in der election.de-Prognose der zu erwartende Effekt, dass FDP-Zweitstimmenwähler weitaus mehr als 2002 wieder die Erststimme der Union geben. |

Jesauer
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 23:07 Uhr: | |
@Kai: Warum sollten sie das 2002 nicht gemacht haben, rot-gelbe Zahlenspielereien kamen ja aus der Chefetage und weniger von der Wählerbasis. |

Kai
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 07. September 2005 - 23:58 Uhr: | |
@Jesauer Wenn Sie sich Erst- und Zweitstimmen für FDP und CDU bei den Wahlen 1998 und 2002 anschauen, bemerken Sie, dass bei beiden Wahlen in den meisten Wahlkreisen die Summen von Erststimmen für FDP und CDU einerseits und von Zweitstimmen für beide Parteien andererseits relativ nahe beieinander liegen. Bei der Wahl 1998 betrug allerdings die Durchschnittliche Erststimmenzahl der FDP um 35 % der Zweitstimmen, bei der Wahl 2002 lag dieser Wert bei ca. 60 % (die genauen Zahlen habe ich gerade nicht zur Hand, aber die Relationen stimmen in etwa). Ich gehe nunmehr davon aus, dass etwa 55 % der FDP-Zweitstimmen-Wähler die Erststimme der CDU geben werden. Diese Einschätzung ist m.E. Grundlage für die meisten Fehler zwischen der election.de-Prognose vom 21.9.02 und dem Wahlergebnis, da damals ein zu hoher Stimmensplitting-Anteil bei den FDP-Wählern und ein zu geringer bei den Grünen-Wählern angenommen wurde. Dieses Mal erwarte ich ein tendenziell umgekehrtes Ergebnis, kann das allerdings beim Vergleich von Rohdaten und Wahlkreisprognose nicht als einbezogen feststellen. |

Jesauer
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2005 - 01:06 Uhr: | |
Naja, wie aus einem Stimmensplitting der Zweitstimmen-FDP-Wähler von 15% für die CDU auf einmal 55% werden sollen bei einem bei der letzten Wahl wohl scheinbar nicht verändernden Gesamtzuspruch zu FDP, könnten Sie mir dann aber doch bitte erklären. ;-) |

Fragender
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2005 - 14:37 Uhr: | |
@Kai In Hamburg-Altona scheint es viele bürgerliche Wähler zu geben (so höre ich sowohl von CDU-Mitgliedern als auch von FDP-Mitgliedern, die jeweils Sonnabend für Sonnabend an den Infoständen stehen), die Markus Weinberg von der CDU persönlich wegen seines Eintretens für Schwarz-Grün im Bezirk abstrafen wollen. Außerdem ist Olaf Scholz dort (man mag es kaum glauben) durchaus beliebt und wird auch von Grünen, die mit der schwarz-grünen Koalition unzufrieden sind, unterstützt. |
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