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Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 10. Januar 2005 - 15:28 Uhr: | |
Im Thread "Umfragen" hat KochfürKanzler folgenden Beitrag gebracht, der m. E. besser in einen neuen Thread hier gehört: Nach jetzigem Stand wird es in NRW also ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Lager geben. In diesem Fall spräche für Rot-Grün: - in NRW gibt es mehr SPD- als CDU-Wähler (vor allem Ruhrgebiet, Ostwestfalen) - populärerer Spitzenkandidat, wenn auch mit mäßigen Werten - Hartz IV dürfte dann nicht mehr in der jetzigen Schärfe ein Thema sein Für Schwarz-Gelb spräche: - CDU mobilisiert Wähler traditionell besser als SPD - Grüne werden tendenziell über-, die FDP in Umfragen unterbewertet - Rolle von WASG und PDS derzeit nicht abschätzbar, eher von Nachteil für SPD und Grüne - letzte bundesweite Umfrage deutete wieder auf eine Stimmungsverbesserung der CDU hin |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 10. Januar 2005 - 15:35 Uhr: | |
@KfK: Und hier meine Antwort. > - in NRW gibt es mehr SPD- als CDU-Wähler (vor allem Ruhrgebiet, > Ostwestfalen) Nicht umbedingt. Unter Landespapa Rau konnte die SPD zwar bei Landtagswahlen immer gut abschneiden. Bei anderen Wahlen war die SPD-Dominanz nicht so gegeben. Das Ergebnis der letzten NRW-Wahl (erste ohne Rau) war völlig untypisch wg. Kohl-Spendenaffäre - es ist also bis heute nicht klar, welche Partei eigentlich strukturell stärker ist. > - populärerer Spitzenkandidat, wenn auch mit mäßigen Werten Wie nun? Populär oder mäßig? Mit schlechten Umfragewerten ist man m. E. nicht als "populär" einzustufen. > - Hartz IV dürfte dann nicht mehr in der jetzigen Schärfe ein Thema > sein Da wäre ich vorsichtig. Die Grundsatzfragen wg. Hartz wurden zwar letzten Sommer abgehakt, da hat sich die Diskussion inzwischen wieder beruhigt. Dafür werden unvermeidlicherweise die Umstellungspannen die Schlagzeilen beherrschen, das wird nicht gut für die Regierung sein. Insbesondere wenn wie absehbar die Arbeitslosenzahlen sogar noch schlechter werden. > - CDU mobilisiert Wähler traditionell besser als SPD Gerade da sehe ich beim Spitzenkandidaten Rüttgers und den aktuellen Querelen um Merkel, Meyer, Ahrends deutliche Probleme. > - Grüne werden tendenziell über-, die FDP in Umfragen unterbewertet Richtig. > - Rolle von WASG und PDS derzeit nicht abschätzbar, eher von > Nachteil für SPD und Grüne Die PDS wird 1-2% kriegen, die WASG 0,1-0,2%. Also keine besondere Gefahr für rot/grün. > - letzte bundesweite Umfrage deutete wieder auf eine > Stimmungsverbesserung der CDU hin Diese demoskopischen Zuckungen kann man vergessen. |

Koch for Kanzler
| | Veröffentlicht am Montag, 10. Januar 2005 - 16:01 Uhr: | |
>> - in NRW gibt es mehr SPD- als CDU-Wähler (vor allem Ruhrgebiet, >> Ostwestfalen) > Nicht umbedingt. Unter Landespapa Rau konnte die SPD zwar bei > Landtagswahlen immer gut abschneiden. > Bei anderen Wahlen war die SPD-Dominanz nicht so gegeben. > Das Ergebnis der letzten NRW-Wahl (erste ohne Rau) war völlig > untypisch wg. Kohl-Spendenaffäre - es ist also bis heute nicht > klar, welche Partei eigentlich strukturell stärker ist. Also Bundestagswahlen in NRW sind eigentlich fast immer in den letzten Jahren zugunsten der SPD ausgegangen. Die SPD ist im dicht besiedelten Ruhrgebiet klar stärker, sowie im protestantischen OWL. In der Dienstleistungs-Rheinschiene Düsseldorf-Köln-Bonn sind beide Parteien etwa gleichauf, ebenso in der Region westlich von Köln. Der Rest ist katholisch geprägt, daher CDU-Hochburg, aber eben viel dünner besiedelt. Denke also schon, dass die SPD in NRW stärker ist. >> - populärerer Spitzenkandidat, wenn auch mit mäßigen Werten > Wie nun? Populär oder mäßig? Mit schlechten Umfragewerten ist man > m. E. nicht als "populär" einzustufen. Genau lesen ;-) Es hieß POPULÄRERER Spitzenkandidat! >> - Hartz IV dürfte dann nicht mehr in der jetzigen Schärfe ein Thema >> sein > Da wäre ich vorsichtig. Die Grundsatzfragen wg. Hartz wurden zwar > letzten Sommer abgehakt, da hat sich die Diskussion inzwischen > wieder beruhigt. > Dafür werden unvermeidlicherweise die Umstellungspannen die > Schlagzeilen beherrschen, das wird nicht gut für die Regierung > sein. Insbesondere wenn wie absehbar die Arbeitslosenzahlen sogar > noch schlechter werden. Ob die Arbeitslosenzahlen tatsächlich schlechter werden, bleibt abzuwarten. Im April/Mai verbessert sich der Arbeitsmarkt ja tradtionell, und da werden die Diskussion um Hartz IV schwächer ausfallen, als meinetwegen zur Schleswig-Holstein-Wahl, wo ja die deutlich schlechteren Januar-Arbeitsmarktdaten von Bedeutung sind. >> - CDU mobilisiert Wähler traditionell besser als SPD > Gerade da sehe ich beim Spitzenkandidaten Rüttgers und den > aktuellen Querelen um Merkel, Meyer, Ahrends deutliche Probleme. Rüttgers dürfte wohl kaum schlechtere Mobilisierungsqualitäten haben als der blasse Steinbrück, der ja nicht mal NRWler ist. Arentz und Meyer sind bis Mai vergessen. Und die Querelen um Merkel sind zwar ein Problem, müssen jedoch nicht zwangsläufig bis Mai anhalten, wenngleich es durchaus möglich ist. > Die PDS wird 1-2% kriegen, die WASG 0,1-0,2%. Also keine besondere Gefahr für rot/grün. Also ich habe im November für meine Diplomarbeit ein Interview mit einem Vorstands-Mitarbeiter im Willy-Brandt-Haus geführt. Der meinte, die SPD mache sich tatsächlich Sorgen wegen der WASG. Also wird der mögliche Stimmenanteil durchaus höher als von dir prognostiziert liegen. > Diese demoskopischen Zuckungen kann man vergessen. An sich richtig. Aber wenn sie nächste Woche bestätigt werden und andere Umfrageinstitute nachziehen, ist das schon ernster zu nehmen. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 10. Januar 2005 - 17:21 Uhr: | |
Rot-Grün wird wohl leider gewinnen. Die SPD ist in NRW nach wie vor strukturell stärker als die CDU. Seit 1965 hat die CDU bei keiner einzigen Bundes- oder Landtagswahl deutlich überholt. Ich schätze mal: CDU 35-40% SPD 36-42% Grüne 8-10% FDP 8-10% PDS ca. 1,5% WASG <0,5% NPD < 0,5% REP 1-2% |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 10. Januar 2005 - 17:22 Uhr: | |
@KfK: > Also Bundestagswahlen in NRW sind eigentlich fast immer in den > letzten Jahren zugunsten der SPD ausgegangen. In den letzten Jahren sind halt die Bundestagswahlen generell zugunsten der SPD ausgegangen ;-) Ich sehe da momentan keinen Überhang für eine der beiden Großparteien. > Es hieß POPULÄRERER Spitzenkandidat! OK, mein Fehler. Die Beurteilung dürfte auch stimmen, wenn auch der Unterschied wohl marginal ist. > Ob die Arbeitslosenzahlen tatsächlich schlechter werden, bleibt > abzuwarten. Es wird starke Sondereffekte geben: Viele Sozialhilfeempfänger werden nun neu als arbeitslos registriert, umgekehrt viele Arbeitslose als "1-Euro-Job-Beschäftigte" aus der Statistik fallen. Der zweite Effekt ist in der öffentlichen Diskussion leichter angreifbar, es wird sich wohl der Eindruck steigender Arbeitslosigkeit durchsetzen. > Arentz und Meyer sind bis Mai vergessen. Richtig. Aber sie haben der CDU die Siegesgewißheit genommen, das ist die halbe Miete bei der Mobilisierung. Die Union muß jetzt neu einheizen und dafür ein Thema finden. > ein Interview mit einem Vorstands-Mitarbeiter im Willy-Brandt-Haus > geführt. Der meinte, die SPD mache sich tatsächlich Sorgen wegen > der WASG. Ich sach' mal: Sich solche Sorgen zu machen gehört zu seinem Job. Vielleicht kann da auch mittelfristig noch was werden. Aber die WASG ist m. E. schlecht gestartet, hat bisher keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen können und wird Riesenschwierigkeiten haben, bis Mai einen Wahlkampf auf die Beine zu kriegen. > Aber wenn sie nächste Woche bestätigt werden und andere > Umfrageinstitute nachziehen, ist das schon ernster zu nehmen. Meine Meinung zu Umfrageinstituten ist ja bekanntlich sehr kritisch. Insbesondere, wenn sie "nachziehen". Es bleibt abzuwarten, wie mit der typischen 2-3-Wochen Verzögerung die Flut die Meinung beeinflußt. Ich bin skeptisch, ob die Regierung wie anfangs erwartet da punkten kann. |

Sole
| | Veröffentlicht am Montag, 10. Januar 2005 - 17:32 Uhr: | |
"Also ich habe im November für meine Diplomarbeit ein Interview mit einem Vorstands-Mitarbeiter im Willy-Brandt-Haus geführt. Der meinte, die SPD mache sich tatsächlich Sorgen wegen der WASG. Also wird der mögliche Stimmenanteil durchaus höher als von dir prognostiziert liegen." Anders als andere kleine Parteien wird die WASG durchaus noch einmal im Wahlkampfzeitraum Presse bekommen. Sie haben den Gründungsparteitag der Bundespartei in NRW, sie haben sicher auch etwas Medienecho, wenn sie irgendeinen irgendwie nachrichtentauglichen Kandidaten finden. Was ihnen nach wie vor fehlt ist Geld, Basis und ein plausibler Grund, warum man sie im Bereich nahe 5 % vermuten sollte. Wir dürfen aber nicht die WASG-Fans mit den mit der SPD unzufriedenen Wählern verwechseln. Mein Tipp: Das wird nichts. Mit jedem Tag, der vergeht, wird deutlicher, dass die WASG nicht das Auffangbecken für die Ausgetretenen sein kann. Die bleiben lieber Parteilose in Landes- oder Kommunalparlament als sich der WASG anzuschließen. |

Jens-Peter Woithe
| | Veröffentlicht am Freitag, 18. Februar 2005 - 15:38 Uhr: | |
Ich würde mir wünschen, dass die alle etablierten Parteien abgestraft werden und es die Grünen sowie die FDP nicht über die 5% Hürde schaffen. Die REPUBLIKANER sollten mit 15% in den NRW-Landtag einziehen, damit es endlich wieder eine ehrliche Politik gibt. Gruß Jens-Peter Woithe |

Sole
| | Veröffentlicht am Freitag, 18. Februar 2005 - 15:53 Uhr: | |
JP, um Wünsche gehts hier wirklich nicht. Auch nicht für stellvertretende Kreisvorsitzende. |

Martinus
| | Veröffentlicht am Samstag, 19. Februar 2005 - 13:00 Uhr: | |
@ Jens-Peter Woithe Hm... es ist ja völlig unerheblich, ob REP mit 5 oder 15% im Landtag säße. Die Folge, sollten FDP und Grüne rausfliegen, wär ja eh eine große Koalition. Würde das NRW wirklich weiterbringen? (wobei mir diese Kombination für Schleswig-Holstein wirklich nicht die schlechteste scheint - aber die NPD dafür zu wählen ist mir als Preis dann doch ein wenig zu hoch ;-)) |

pnkelder
| | Veröffentlicht am Sonntag, 20. Februar 2005 - 21:54 Uhr: | |
wir sollten nicht vergessen, dass rüttgers schon maleine nrwwahl verloren hat und v.a. dass die drohende 2/3 mehrheit im bundesrat viele spdlastige wahlmuffel an die urne ziehen werden wenn die wahl lt. umfragen knapp wird. das wird v.a. von der entwicklung der arbeitslosenzahlen in den nächsten 2 monaten abhängen. |

Sole
| | Veröffentlicht am Montag, 21. Februar 2005 - 14:23 Uhr: | |
wir sollten nicht vergessen, dass rüttgers schon maleine nrwwahl verloren hat und v.a. dass die drohende 2/3 mehrheit im bundesrat viele spdlastige wahlmuffel an die urne ziehen werden Letzteres hat sich wohl erledigt. |

Görd
| | Veröffentlicht am Montag, 21. Februar 2005 - 16:26 Uhr: | |
Die Wahl in Schleswig-Holstein hat gezeigt, das so gut wie alles möglich ist. Es stellt sich die Frage, wie geht es weiter in der VISA-Affäre, fallen die Arbeitslosenzahlen jahreszeitlichbedingt wieder, etc.pp. Es ist noch viel möglich und die CDU kann sich bekanntlich immer gut selbst besiegen. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 22. Februar 2005 - 11:33 Uhr: | |
@pnklder: > wir sollten nicht vergessen, dass rüttgers schon maleine > nrwwahl verloren hat ... Das ist ziemlich nebensächlich. Wulff hatte zweimal verloren, bevor er in Niedersachsen einen Erdrutschsieg einfuhr. Es ist im Gegenteil so, daß es ein Kandidat selten im ersten Anlauf schafft und es keine gute Idee für eine Opposition ist, bei jeder Wahl den Spitzenkandidaten auszutauschen. > und v.a. dass die drohende 2/3 mehrheit im bundesrat viele > spdlastige wahlmuffel an die urne ziehen werden ... Ist wahrscheinlich nicht mehr Thema. Und den SPD-Wählern, die derzeit schmollend zu Hause sitzen, ist ein Thema wie die Bundesratsmehrheit absolut nebensächlich. > das wird v.a. von der entwicklung der arbeitslosenzahlen in den > nächsten 2 monaten abhängen. So viel KANN sich da gar nicht tun. Ob es nun 5,1 Millionen sein werden oder "nur" 4,9" Millionen Arbeitslose, damit kann Steenbrück keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Interessant wird die Entwicklung der Fischer-Affäre sein. Nur kann die Koalition da nur hoffen, daß es nicht schlimmer wird. Bisher hat die Affäre noch gar nicht wirklich zugeschlagen, daher ist eine Verbesserung auch bei glimpflichen Verlauf nicht zu erwarten. Entscheidend ist die Ausgangslage: Rot/grün/SSW hatten in S-H 10% Vorsprung. Das hat fast nicht gereicht. Rot/grün in NRW haben gerade mal 3% Vorsprung. Meine Einschätzung: Es müßte noch massiv was passieren in den nächsten zwei Monaten, damit es in NRW NICHT zum Regierungswechsel kommt. |

Kai
| | Veröffentlicht am Dienstag, 22. Februar 2005 - 11:38 Uhr: | |
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, nämlich die innerparteiliche Nervosität. Nach der Sachsen-Wahl herrschte in der CDU eine gewisse Unruhe, da plötzlich die programmatische Diskussion zu schlechteren Wahlergebnissen führte. Diese Furcht hat sich durch die SH-Wahl erledigt. Vielmehr zeigt sich, dass sich die Diskussionen in gewisser Weise gelohnt haben. Umgekehrt haben die sozialromantischen Zweifler in der SPD wieder Oberwasser bekommen. Die Regierungsarbeit wird in den nächsten Wochen durch die Partei wieder erhbelich in Frag gestellt werden. In puncto Geschlossenheit hat also die CDU erheblich Boden gutgemacht und jetzt einen deutlichen Startvorteil für die Wahl im Westen. Ich glaube noch nicht einmal, dass es in NRW knapp wird. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 11:48 Uhr: | |
Das wird ja interessant: [URL]http://www.welt.de/data/2005/03/07/606218.html[/URL] "NRW-Arbeitnehmervertreter von 1, 5 Millionen Beschäftigte - von Bayer bis Daimler, von Eon bis Thyssen -, mobilisieren in einer Betriebsratsinitiative "Grüne raus aus der Landespolitik"." Wohl alle diese Betriebsräte sind wohl auch SPD-Mitglieder. Ein solch massiver Angriff auf eine laufende Koalition ist wohl bisher ohne Beispiel. |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 13:33 Uhr: | |
>>>In puncto Geschlossenheit hat also die CDU erheblich Boden gutgemacht und jetzt einen deutlichen Startvorteil für die Wahl im Westen. Zumindest scheinen sie die historische Vereinigung von CDU Rheinland vs. CDU Westfalen inzwischen doch noch verdaut zu haben. Hat ja lange genug gedauert. Ich schätze allerdings, dass es dennoch wieder rot/grün reicht- wobei ich persönlich mit überraschend deutlichen Verlusten bei der FDP rechne. |

Sozialist
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 13:57 Uhr: | |
@John Rawls Was ist für sie "überraschend deutlich"? Die FDP hat 1995 ohne Möllemann 4,0% erreicht. Alles andere sind reine Möllemann-Stimmen oder "Anti-CDU-Spendenaffaire"-Stimmen, die muß man ohnehin wieder abziehen. Für mich wären "überraschend deutliche Verluste" also erst bei einem Ergebnis unter 4% vorhanden. 4 bis 5% sind für mich das erwartbare Ergebnis. Ein Einzug in den Landtag wäre eine Riesensensation (und weder nachvollziehbar noch verdient). Die 9,8% der Möllemann-Partei (FDP konnte man das ja nicht mehr nennen) sind jedenfalls keine Meßlatte. Warum sollte ein Ruhrpottler eine Besserverdienenden-Partei wählen (gilt im Übrigen für die Grünen genauso, aber die werden von den Wählern auch völlig ohne nachvollziehbaren Grund gewählt). |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 14:00 Uhr: | |
@John: > Ich schätze allerdings, dass es dennoch wieder rot/grün reicht- Hast Du irgendwelche Argumente für diese inzwischen doch recht realitätsfremd erscheinende Schätzung? > wobei ich persönlich mit überraschend deutlichen Verlusten bei der FDP > rechne. Da ist die Frage, ob eine Normalisierung auf Niveau "ohne Kohl-Spendenaffäre" wie in Schleswig-Holstein nun "überraschend" wäre. |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 14:26 Uhr: | |
Bei der letzten Wahl lag die CDU 6 Punkte hinter der CDU; nun sollen es den Umfragen nach 8 Punkte Vorsprung sein. Es erstaunt mich, gerade von Ralf Arnemann da keinen Widerspruch zu hören. ;-). Nun, meine Annahme: Die heiße Phase des Wahlkampfes wird der NRW-SPD reichlich Gelegenheit geben, auf ihre ungleich größere Verwurzelung in der Landespolitik zu verweisen. Und das heißt hier: in der Geschichte des Landes. Wahlauftritte von Rau oder Altbürgermeister wie Josef Krings oder Günther Samtlebe werden wieder mal an das Wir-Gefühl appellieren. Frühlingshafteres Wetter wird das wie kommentierend begleiten. Die CDU in NRW verfällt derzeit in einen alten Fehler: sie kritisiert die Landesregierung und die Bundesregierung ohne zu merken, dass dies die Leute auf sich beziehen. Die Leute wollen nicht hören, dass die Steinkohlesubventionen schlecht waren. Sie wollen hören, dass trotz der Subventionen große Opfer im Strukturwandel notwendig waren. Sie wollen auch nichts von schlechten Universitäten hören. Sie wollen hören, dass es eine große Leistung war, in die Bildungswüste des Ruhrgebietes einige Universitäten zu errichten. Man ist an Trotz grenzend stolz auf dieses Land und reagiert empfindlich auf Miesmacherei. Ein Phänomen, wie es die SPD im Gegenzug in Bayern erleidet. Zur FDP: Die letztjährige Wahl war in der Tat wohl ein Ausreißer nach oben. Aber 4% sind im Gegenzug auch ein sehr deutlicher Absturz. Ich sehe die FDP zwischen 5% und 6%. Das ist deutlich weniger als derzeit allgemein prognostiziert, aber der Wiedereinzug ist es dennoch. |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 14:28 Uhr: | |
Ups. "... hinter der SPD natürlich...! |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 16:24 Uhr: | |
@John: Auf Umfragen beziehe ich mich in der Tat überhaupt nicht. Daß die derzeit plötzlich wieder etwas stärker bei dem liegen, was ich als Wahlausgang erwarte (nämlich Regierungswechsel), ist doch eher Zufall. Entscheidend sind für mich die knappen 3% Vorsprung, mit denen rot/grün startet. In Schleswig-Holstein waren es 10%, und das hat ja fast nicht gereicht. Das "wir in NRW"-Gefühl hat die SPD oft genug genutzt, wird sie auch diessmal wieder versuchen, und natürlich werden eine Reihe Stammwähler wieder drauf anspringen. Aber sie wird damit nicht die Wahlverweigerung der Wählerschichten durchbrechen, die sich schon bei der Kommunalwahl und der Europawahl verweigert haben und inzwischen nicht nur wg. Hartz, sondern auch wg. Visa-Affäre und anderer Sachen sauer sind. Die diversen Schadensbegrenzungs-Aktionen von SPDlern, von den Clement-Vorstößen zu Unternehmenssteuern bis zur "Grüne raus aus der Landespolitik"-Aktion der Gewerkschafter zeigen vor allem die tiefe Verunsicherung der Genossen - wirken aber eher kontraproduktiv. Ein FDP-Rückgang wie von Dir prognostiziert ist möglich, aber wegen der gegenüber früher besseren Infrastruktur (Mitgliederzuwachs, viele neue Kommunalfraktionen) und des ordentlichen Bundestrends halte ich auch etwas mehr für wahrscheinlich. |

Sole
| | Veröffentlicht am Montag, 07. März 2005 - 17:00 Uhr: | |
Die FDP kann froh sein, dass der Fehltritt ihres Jugend-Vorsitzenden nicht später passiert. Für eine FDP unter 5 % steht der ganze Rest aber zu schlecht da. Die ASG ist kein Faktor, die PDS nicht viel mehr, die Grünen mit sich selbst beschäftigt, die SPD mit den Grünen und die CDU hadert mit Rüttgens und dem Parteifreund Trend. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Freitag, 15. April 2005 - 15:36 Uhr: | |
> Die ASG ist kein Faktor ... Da habe ich vor einem Monat nicht widersprochen. Inzwischen bin ich mir nicht mehr ganz so sicher. Nach der Lafontaine-Ankündigung scheint das zumindestens die SPD anders zu sehen. Anders kann ich mir die aktuellen Müntefering-Äußerungen nicht erklären. Ob man die inhaltlich nun für einen realitätsfernen Rückfall in Klassenkampfrhetorik oder für eine überfällige und nötige Korrektur der SPD-Linie hält - Einigkeit besteht wohl darin, daß er hier ganz gezielt die SPD-Traditionswähler anspricht. Also genau die, die auch potentielle ASG-Wähler wären. Ein riskantes Manöver: Für jeden Wähler, den er vielleicht links zurückgewinnt, kann er einen (oder mehr) in der (neuen ...) Mitte verlieren. Ich habe so das Gefühl, daß die SPD-Führung hier ganz knallhart kalkuliert: Wenn die Landtagswahl schon verloren geht, kommt es auf einige Prozent mehr Verlust auch nicht an. Da lohnt es sich, die ASG schon im Keim so zu ersticken, daß sie auch mittelfristig nicht mehr zur Gefahr werden kann. |

Martin Fehndrich
| | Veröffentlicht am Samstag, 16. April 2005 - 22:02 Uhr: | |
Die WAGS tritt nach eigenen Angaben in allen 128 Wahlkreisen an. DIE PARTEI tritt in 4 Wahlkreisen an (was 5% landesweit auch theoretisch unmöglich machen dürfte). |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Sonntag, 17. April 2005 - 09:04 Uhr: | |
Die WASG hat trotzdem keine Chance, 1% wäre schon eine Überraschung, zumal es eine weitere Linksaußenpartei gibt. "Da lohnt es sich, die ASG schon im Keim so zu ersticken, daß sie auch mittelfristig nicht mehr zur Gefahr werden kann." Münteferings Kapitalismuskritik hat vermutlich nichts mit der WASG zu tun. Die Strategie dürfte eher sein: An den Arbeitslosen ist nicht die die Regierung schuld, sondern ein paar böse internationale Spekulanten. Die Strategie ist nicht wirklich neu, war recht erfolgreich in Verbindung mit Antisemitismus. "DIE PARTEI tritt in 4 Wahlkreisen an (was 5% landesweit auch theoretisch unmöglich machen dürfte)." 200 hatte der BGD nur in einem Waqhlkreis kandidiert und trotzdem eine Landesliste- deren IQ liegt offensichtlich unter Raumtemperatur. |
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