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Mörsberg
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2004 - 18:58 Uhr: | |
Hund beißt Mann... Scheint ja ziemlich deutlich zu werden - was der CDU nur recht sein kann. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2004 - 19:04 Uhr: | |
Hund beißt Mann? Eben im Radio haben sie behauptet, der Mann würde beißen (d.h. Oettinger läge bei 60%). Wäre in der Tat deutlich, und auch kein Konflikt mit der Fraktion - damit könnte die CDU tatsächlich gut leben. Nur Teufel wird sich wohl etwas grämen, aber damit wohl auch umgehen können, ohne im "Interregnum" zu sehr aus der Rolle zu fallen, wäre nicht seine Art. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Dezember 2004 - 19:59 Uhr: | |
"Hund beißt Mann? Eben im Radio haben sie behauptet, der Mann würde beißen" Das Bild paßt schon, Schavan bestenfalls ein Pudel, tut nicht wirklich weh. Daß Oettinger gewinnt, war zu erwarten. Schavan hat nicht deutlich machen können, was sie Oettinger voraus hat. Dazu ist sie noch Zugereiste, also für den gemeinen Schwaben mindestens halbe Ausländerin, ihr in den Augen der Konsis verdächtiger Lebenswandel tut ein Übriges. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Samstag, 04. Dezember 2004 - 13:18 Uhr: | |
Die spannende Frage - in Bezug auf die Themen repräsentative Demokratie bzw. imperatives Mandat - wäre meines Erachtens ja die gewesen. Was wäre geschehen, wenn die Basis mehrheitlich Frau Schavan favorisiert hätte und die Fraktionsmehrheit gesagt hätte: wir haben kein imperatives Mandat, wir sind Abgeordnete und nur unserem Gewissen verantwortlich (egal, wie man dies nun in der realen Politik, wo es Abhängigkeiten gibt, einordnen will) und halten uns nicht an das Votum der Basis. Der Leitartikel von Heftry in der gestrigen FAZ ist meines Erachtens dazu ganz interessant. Wir haben ja in Deutschland - demokratietheoretisch gesehen - keine "direkte" Deomkratie. Im übrigen sehe ich schon, wie jetzt Strategien gebastelt werden, Frau Merkels Aufstieg zur Kanzlerkandidatin per Mitgliederbefragung doch noch zu verhindern. Merkel-Anhänger, u.a. Frau Schavan, erklären ja, für 2006 tauge dieses Mittel nichts. Auch Oettinger, der plötzlich seine Sympathie für Basisbefragungen entdeckt hat, erklärt, ja, wenn es nur eine/n Kandidat/in gibt, dann braucht man dies nicht anzuwenden. Spannende Frage, wer in der Union das Rennen machen würde, wenn erstmals die Parteimitglieder über die Kanzlerkandidatur entscheiden müssten: Merkel oder Stoiber? |

Florian
| | Veröffentlicht am Samstag, 04. Dezember 2004 - 14:56 Uhr: | |
"Spannende Frage, wer in der Union das Rennen machen würde, wenn erstmals die Parteimitglieder über die Kanzlerkandidatur entscheiden müssten: Merkel oder Stoiber?" Das Problem ist da ja wohl, dass es gar keine Partei namens "Union" gibt. Eine Mitgliederbefragung über 2 Parteien hinweg ist aber recht knifflig. Wie sind die jeweiligen Stimmen zu gewichten? Klar, man kann natürlich alle Stimmen in einen Topf werfen. Das löst aber nicht die politischen Probleme. Denn das recht wahrscheinliche Szenario ist doch, dass Merkel in der CDU eine deutliche Mehrheit hätte und Stoiber in der CSU. Mit anderen Worten: Es wäre sozusagen offiziell dokumentiert, dass der "Unions"-Kandidat, nicht das volle Vertrauen der Schwesterpartei hat. Das ist doch ein Rezept für Desaster (im Wahlkampf und ggf. auch im anschließenden Regierungsgeschäft). |

MMA
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 31. März 2005 - 19:33 Uhr: | |
Was mich in diesem Zusammenhang mal interessieren würde: In der baden-württembergischen CDU finden sich relativ prominente Fälle, wo nah miteinander Verwandte bundes- und landespolitisch in Erscheinung treten, etwa Wolfgang und Thomas Schäuble, Volker und Siegfried Kauder, Friedhelm und Hans-Peter Repnik, auch die BT-Wahlkreis-Übergaben in Waldshut (Werner an Thomas Dörflinger) und Schwäb. Hall-Hohenlohe (Wolfgang an Christian von Stetten) gehören zu diesem Phänomen, das m. W. in anderen Bundesländern so nicht zu beobachten ist. Könnte da ein Zusammenhang bestehen mit dem baden-württembergischen Landtagswahlrecht, in dem es ja bekanntlich keine Landeslisten gibt? Ich wage mal die Hypothese, dass bei Personalentscheidungen am Übergang von der kommunalen zur Landesebene der (im Vergleich zu anderen Ländern) fehlende Druck einer überregionalen Einigung auf eine Landesliste dazu führt, dass örtliche, personengeprägte Machtstrukturen sich bei der Kandidatenauswahl stärker niederschlagen - und dass sich diese Sozialisation dann auch auf der Bundesebene fortsetzt. Kann da was dran sein? |

Kai
| | Veröffentlicht am Freitag, 01. April 2005 - 03:16 Uhr: | |
Solche Fälle gibt es auch in anderen Bundesländern, z.B. Nordrhein-Westfalen, wo mir spontan Väter und Söhne aus der CDU einfallen: Familie Daniels (Oberbürgermeister von Bonn) Familie Soénius (Landtagsabgeordneter und Kämmerer aus Köln) Familie Dautzenberg (Landtagsabgeordnete aus Heinsberg) Familie Droste (Landtagsabgeordnete aus Ratingen) Oder in Hessen die Familie Koch (Rolands Vater war Minister unter Wallmann). Und in Bayern die Familie Goppel. Nicht zu vergessen der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Albrecht und seine Tochter, die Sozialministerin von der Leyen. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Freitag, 01. April 2005 - 18:21 Uhr: | |
Für Polit-Erbe gibt es noch weit mehr Beispiele: Z.B. F.J. Strauß und Monika Hohlmeier, oder der Sohn des ehem. NRW-Ministerpräsidenten Arnold, der lange im Bundestag saß. Und natürlich Adenauer: Ein Sohn des Bundeskanzlers (der ja auch OB von Köln war) war Oberstadtdirektor in Köln und ein Urenkel ist derzeit Landrat in Gütersloh. Auch Bismarcks gab es schon mehrere im Reichs- und Bundestag. Gerade ist einer für Carstensen nachgerückt. |

Florian
| | Veröffentlicht am Freitag, 01. April 2005 - 19:47 Uhr: | |
Nicht zu vergessen: - Die Gebrüder Vogel. - Die Frau von Johannes Rau ist m.W. eine Tochter von Heinemann. Außerdem: Im Bundestag sitzt ein Bundestags-Abgeordnetet namens Cajus Julius Caesar. (Und das ist kein April-Scherz! Hier seine Homepage: http://www.cajus-caesar.de/) Wie die verwandtschaftliche Beziehung zu seinem römischen Namensvetter nun genau ist, weiß ich aber nicht... Und wenn wir schon bei Skurillitäten sind: Der Ministerpräsident von Bulgarien heißt Simeon von Sachsen-Coburg-Gotha und ist vermutlich verwandt mit dem gesamten gekrönten europäischen Adel - höchstwahrscheinlich hat er z.B. gemeinsame Vorfahren mit Queen Elisabeth (bin jetzt nur zu faul, die Genealogie aufzuspüren). |

C.-J. Dickow
| | Veröffentlicht am Freitag, 01. April 2005 - 23:29 Uhr: | |
@Florian Frau Rau ist die Enkeltochter von Heinemann (und Rau war dessen Mitarbeiter, was die Beziehung erklärt). Sie passt aber nicht wirklich in die Reihe, weil a) sie selbst kein Amt inne hat(te) und b) Rau schon in der Politik war, als er seine Frau kennenlernte, also nicht durch die Verschwägerung in die Politik kam. Sehr ergiebig ist aber auch Familie von Weizsäcker, wie man bei wikipedia sehen kann: http://de.wikipedia.org/wiki/Weizsäcker |

C.-J. dickow
| | Veröffentlicht am Freitag, 01. April 2005 - 23:33 Uhr: | |
... und die Weizsäckers führen als alte Württemberg den thread auch wieder nach Hause zurück ;-) |

Kai
| | Veröffentlicht am Samstag, 02. April 2005 - 01:09 Uhr: | |
@Florian Der Ministerpräsident von Bulgarien war vor der Machtübernahme der Kommunisten nach dem Tod seines Vaters Zar Boris III. (1943) König/Zar von Bulgarien. Er ist aus dem Haus der Herzöge von Sachsen-Coburg-Gotha, die in Deutschland nicht die überragende Bedeutung hatten, aber sehr weit im Europäischen Hochadel verwandt sind. Die berühmtesten Sachsen-Coburg-Gothas (noch vor Fürst Ferdinand, dem Begründer der bulgarischen Dynastie) sind Leopold I. von Belgien und Albert, der Prinzgemahl Königin Victorias von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien. Da Königin Elisabeth II. eine Ur-Urenkelin Victorias und Alberts ist und altersmäßig Ferdinand von Bulgarien ein Großneffe Alberts sein dürfte und Simeon wiederum Ferdinands Enkel ist, würde ich - ohne Überprüfung im Gothaer - vermuten, dass Lilibeth und Simeon Cousin und Cousine dritten Grades sind. |

Kai
| | Veröffentlicht am Samstag, 02. April 2005 - 01:14 Uhr: | |
Natürlich muss es vierten Grades halten, den Lisbeth und Simeon haben ja nicht einen gemeinsamen Ur-Ur-Großvater, sondern einen Ur-Ur-Ur-Großvater. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Samstag, 02. April 2005 - 07:52 Uhr: | |
Wo wir schon auf dem Balkan sind: Graf Dracula ist in Brandenburg für die FDP aktiv und war auch Landtagskandidat. Aus klassisch liberaler Sicht müßte Blutsauger ja zur Gegenseite gehören ;-) |

Florian
| | Veröffentlicht am Samstag, 02. April 2005 - 13:15 Uhr: | |
Auch wenn es Wikipedia behauptet stimmt das so glaube ich nicht: Die historische Wurzel der von Weizäckers ist das Gut Weizacker bei Weilheim in Oberbayern. Dass sie später nach Württemberg verzogen sind, kann aber natürlich sein. |

Juwie
| | Veröffentlicht am Samstag, 02. April 2005 - 14:34 Uhr: | |
Neben den schon erwähnten Väter und Kinder, die jeweils MdBs waren (Stand 1997): Adolf Arndt (1.-5. WP) => Claus Arndt (5.-7. WP, beide SPD) Karl Arnold (3. WP) => Gottfried Arnold (4.-9. WP, beide CDU) Fritz Corterier (2.-5. WP) => Peter Corterier (6.-10. WP, beide SPD) Oscar Funcke (1. WP) => Liselotte Funcke (4.-8. WP, beide FDP) Otto Lenz (2. WP) => Carl Otto Lenz (5.-10. WP, beide CDU) Ludwig Metzger (2.-5. WP) => Günther Metzger (6.-7. WP, beide SPD) Alois Rainer (5.-9. WP) => Gerda Hasselfeldt (ab 11. WP, beide CSU) Gerhard Schulhoff (4.-6. WP) => Wolfgang Schulhoff (ab 10. WP, beide CDU) Heinz Schwarz (8.-11. WP) => Stefan Schwarz (12. WP, beide CDU) ... und als Zückerli: Günter Volmer (6.-9. WP, CDU) => Ludger Vollmer (10./11., ab 13. WP, GRÜNE) Quelle: Datenhandbuch Deutscher Bundestag 1949-1999, S. 633. |

MMA
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 06. April 2005 - 14:17 Uhr: | |
Danke für die interessanten Hinweise. Mir sind auch noch die Gysis, Bushs, Papandreous eingefallen, die Mussolini-Tochter und die Haider-Schwester ... Andererseits frage ich mich doch, ob in Baden-Württemberg nicht evtl. eine Häufung von Fällen vorliegt. Oder andersherum gefragt: Was ist denn von der Überlegung, dass das bad.-württ. Landtagswahlrecht örtlichen Machtstrukturen den Zugang in die überörtliche Politik erleichtert, zu halten? |

Liberaldemokrat
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 06. April 2005 - 22:35 Uhr: | |
In NRW gab es zumindest ein politischen Ehepaar: Adam-Schwaetzer: Dr. Wolfgang Adam brachte sie in den Bundestag (1980) und wurde selbst Kreisvorsitzender (1988). Seine Karriere endete jedoch schon 1990, als er nicht mehr kandidierte und 1989 bei der Aufstellung der Kreisreserveliste mehrfach durchgefallen war. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 07. April 2005 - 14:51 Uhr: | |
Da gibt es noch Jochen (NRW-Finanzminister)und Bärbel Dieckmann (OB von Bonn). Wenigstens ersterer ist seinen Job aber bald los, bei letzterer habe ich die Hoffnung auf eine baldigen Abgang aufgegeben. Auf die kriege ich oft genug einen Hass wegen Ampelschaltungen, bei denen man selbst um 5 Uhr morgens keine Chance hat, zügig durchzukommen. Oder wenn ich im Stau stehe, weil u.a. diese Person den Bau einer dringend benötigten Umgehungsstraße verhindert hat. Und dann wundert man sich über Feinstaub... |

Hallo
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. April 2005 - 10:48 Uhr: | |
Hoffentlich wird Öttinger Ministerpresident |

The Joker
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. April 2005 - 13:45 Uhr: | |
@Thomas Frings Nutze doch einfach den ÖPNV. Immer diese autoverliebten ADACler... |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. April 2005 - 15:43 Uhr: | |
Danke für diesen Zwischenruf, Joker. Ich habe auch langsam den Hals voll von Leuten, die über die billigen Baupreise in den Nachbar-Dorfgemeinden ins Schwärmen geraten und dann schimpfen, dass die Stadt zu wenig Geld für Straßen ausgibt. Warum sollte eigentlich immer die Großstädte die Infrastruktur für die Speckgürtel finanzieren? |

sascha
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. April 2005 - 16:57 Uhr: | |
@Joker und John Rawls Und dazu auch noch die Zersiedelungsprämie Entfernungspauschale kassieren, weil die Union diese nicht abschaffen will. Das ärgert mich auch. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 20. April 2005 - 18:34 Uhr: | |
"Danke für diesen Zwischenruf, Joker. Ich habe auch langsam den Hals voll von Leuten, die über die billigen Baupreise in den Nachbar-Dorfgemeinden ins Schwärmen geraten und dann schimpfen, dass die Stadt zu wenig Geld für Straßen ausgibt" Wat für 'ne Quatsch. Bei mir in der Nähe kämpft ein CDU-Bezirksvorsteher seit Jahren für die teilweise Bebauung einer großen Bebauungslücke. Wer ist natürlich dagegen? Die Grünen (aber leider nicht nur die), die sich gleichzeitig und ausnahmsweise zu Recht immer gegen Zersiedelung stark machen. Konsistenz war ja noch nie deren Stärke. Zu ÖPNV: Einerseits fahren fast leere Busse auf Strecken die kaum jemand braucht, andereseits sind einige Verbindungen katastrophal. So bleiben dann oft nur ellenlange Himmelfahrten, die noch wesentlich länger dauern, als im Stau zu stehen. Aber Frau Dieckmann sorgt für Abhilfe: Sie will eine neue Straßenbahn rund einen Kilometer parallel zu einer DB-Strecke bauen. Wahrlich sinnvoll. Ich könnte noch viel mehr Irrsinn berichten. |

Sole
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 21. April 2005 - 09:45 Uhr: | |
Straßenbahnen parallel zur DB sind so ungewöhnlich nun auch nicht. Mir fällt da gerade Jena ein, das Streckennetz in Erfurt müsste ich mir noch mal anschauen. Es ist ja nicht Sinn einer Bahnlinie, den Innenstadtverkehr abzuwickeln. |
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