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Mörsberg
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 14:35 Uhr: | |
Es gibt jetzt laut StZ ein Verfahren, wonach vor der Mitgliederbefragung eine "Probeabstimmung" in der Fraktion durchgeführt wird. Wenn das Kalkül aufgeht und Oettinger dabei eine klare Mehrheit erhält, könnte das einige Mitglieder auch dazu bewegen, sich nicht durch ein Schavan-Vorum gegen die Fraktion zu stellen. Aber vermutlich wird das Verfahren sowieso noch einige Male hin und her geändert. Ob Schavan bei den Mitgliedern wirklich einen entscheidenden Vorteil gegenüber Oettinger hat, möchte ich auch bezweifeln. Die Meinungsbildung in den Ortsgruppen wird schließlich entscheidend von den Funktionsträgern der unteren Ebenen beeinflusst. Und dort hat Oettinger eine gute Position. Dass die CDU speziell in Baden-Württemberg zu konservativ sei, um eine Frau als Regierungschefin zu akzeptieren, würde ich so nicht unterschreiben. Das Vorurteil, ganz Süddeutschland sei tendenziell verstockt und konservativ, trifft einfach nicht zu und für Baden-Württemberg gilt in großen Teilen eher schon das Gegenteil. Dass man mit eine Ministerpräsidentin der SPD und ihrer voraussichtlichen Spitzenkandidatin Ute Vogt einen entscheidenden Vorteil nähme, kommt noch dazu. Eher spielt noch eine Rolle, dass Schavan einfach nicht aus Baden-Württemberg kommt. Man sieht ja an Steinbrück, wie schwer sich Reigschmeckte als Ministerpräsidenten tun können. |

Uwe
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Oktober 2004 - 16:22 Uhr: | |
@ Ralf: Frau Schavan gilt als eines der Schwergewichte, das ist wohl wahr. Allerdings nimmt diese Wahrnehmung auch mit dem Abstand von ihrem unmittelbaren Wirkungskreis zu. In B/W selbst und mehr noch innerparteilich wird ihre Tätigkeit sehr viel kritischer beurteilt, was nicht zuletzt damit zusammenhängt, daß dort nicht nur ihre diversen Rennomierprojekte (Oberstufenreform, achtjähriges Gymnasium, Fremdsprache in der Grundschule), sondern auch negative Entwicklungen gesehen werden. Daß sie nicht aus dem Land kommt, spielt da eine gar nicht so entscheidende Rolle; gut, zugegeben, leichter macht es ihr das natürlich auch nicht. Sie hat aber ihren stärksten Rückhalt gerade an Stellen, die ihr im Land nicht helfen können. Oettinger kommt in den Medien extrem unsympathisch rüber, nur Teufel war noch weniger telegen. Wenn man den aber mal "live" erlebt, sieht das anders aus. Durch seinen Werdegang ist er landespolitisch verwurzelt und so erklärt sich auch sein starker Rückhalt in den verschiedenen Parteigliederungen und -gremien. Er hat als langjähriger Fraktionschef einen sicheren Rückhalt im Parlament. Zudem stammt er aus dem mitgliederstärksten Bezirk des Landesverbandes (Nordwürttemberg). @ Kai: > Mitgliederentscheidungen haben den Charme, dass sie nicht im > Hinterzimmer ausgekungelt werden können. Es wäre fatal, den Einfluß der Funktionäre Orts- und Kreisebene auf solche Entscheidungen zu unterschätzen. Darauf, daß Oettinger in der Funktionärsebene auf großen Rückhalt bauen kann, haben ich und Mörsberg ja schon hingewiesen. Ich gehe deshalb davon aus, daß Frau Schavans Kandidatur ein Windei ist. Falls Oettinger sich nicht noch auf der Zielgeraden in irgendwelche skandalöse Machenschaften verstrickt, dann geht es eigentlich nur noch darum, mit welcher Mehrheit er gewinnt. |

Kai
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Oktober 2004 - 11:55 Uhr: | |
Vielleicht kommt ja jemand auf die Idee, eine repräsentative Meinungsumfrage unter baden-württembergischen CDU-Mitgliedern durchzuführen, damit wir nicht so lange in Kaffeesätzen lesen müssen, wer denn nun Ministerpräsident/in im Südwesten wird... Es mag ja sein, dass Oettinger bei den Kreisvorsitzenden beliebter ist. Aber dass Teufel Schavan als Nachfolgerin vorzieht, darf auch nicht unterschätzt werden. Ich denke mal, die Chancen sind 50:50 - was nicht heißen muss, dass die Abstimmung auch wirklich knapp ausgeht. Es kommt vielmehr darauf an, wer jetzt den besseren innerparteilichen Wahlkampf macht. Und das ist bei einer Mitgliederbefragung eben schwieriger, als wenn man nur die Kreisvorsitzenden bzw. die Parteitagsdelegierten abtelefonieren muss. Insoweit sehe ich für den charismafreien Funktionärskarrieristen Oettinger gewisse Nachteile. |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Oktober 2004 - 15:11 Uhr: | |
@kai: Sie dürfen nicht vergessen, dass die Mitgliederdichte der CDU Baden-Württemberg im Vergleich zu den von Ihnen angeführten Beispielen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vergleichsweise gering ist. Damit ist der Anteil der Funktionsträger auf den unteren Ebenen automatisch höher. Wenn Sie alle kommunalen Mandatsträger auch zu den Funktionsträgern rechnen, kommen Sie auf einen noch höheren Anteil. Die Strategien der Oettinger-Fans, ihrem Favoriten eine bessere Ausgangslage zu verschaffen, sind derzeit deutlich erkennbar. Es muss in der Frage der Beliebtheit der Kandidaten auch unterschieden werden zwischen: a) allen Wählern (vermutlich Vorteil Schavan) b) CDU-Wählern (auch vermutlich Vorteil Schavan) c) allen CDU-Mitgliedern (darauf kommt es nicht an) d) CDU-Funktionsträgern (Vorteil Oettinger) e) CDU-Landtagsabgeordneten, in 63 von 70 Wahlkreisen vorhanden (noch größerer Vorteil Oettinger) f) CDU-Mitgliedern, die sich an der Mitgliederbefragung beteiligen. Das Ergebnis von (f) werden alle erfahren, aber am Ende ist es doch wieder nicht bindend, so dass bei einem knappen Ausgang eh die Haltung von (d) und (e) den Ausschlag gibt. @Ralf: > Die einfachen Parteimitglieder denken meist nicht taktisch, d.h. > sie wählen einen, der ihnen gut gefällt - unabhängig davon, ob der > auch den Wählern gefällt Den Eindruck hatte ich in ähnlichen Fällen bisher auch. Andrerseits ist auch die Annahme, Schavan würde bei einer Wahl besser abschneiden als Oettinger, problematisch: - Im FDP-nahen Milieu könnte Oettinger besser Stimmen ziehen. - Im Vergleich mit der SPD könnte Schavan einen Vorteil haben, weil dadurch Ute Vogt ohne Frauenbonus dasteht. - Für die Grünen wäre dagegen Schavan nicht unbedingt ein Nachteil, da die Neutralisierung von Ute Vogt die SPD in beide Richtungen verlieren lassen würde. @Uwe: > Oettinger kommt in den Medien extrem unsympathisch rüber, nur > Teufel war noch weniger telegen. Zunächst sind das zwei ganz klar unterschiedliche Kritikansätze. Der eine ist unsympathisch, der andere "nicht fernsehgerecht". Gerade in wertkonservativen Milieus war das für Teufel aber kein Nachteil, da kommt es sogar gut an, wenn sich einer dem Mainstream der fernsehgerechten Inszenierung widersetzt. Andererseits ist sympathisches Autreten auch keine unbedingte Voraussetzung, um gewählt zu werden, wie das Beispiel Roland Koch in geradezu schauderhafter Weise unterstreicht. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Oktober 2004 - 18:38 Uhr: | |
Was passiert denn, wenn die Fraktion in der vorgeschalteten Fraktionsbefragung mehrheitlich Oettinger will - was vermutet werden kann, da Oettinger Fraktionschef ist und aus dem Land kommt -, die Mitglieder sich aber knapp mehrheitlich für Frau Schavan entscheiden sollten - was durchaus möglich wäre? |

Uwe
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 28. Oktober 2004 - 20:37 Uhr: | |
@ Mörsberg: > Zunächst sind das zwei ganz klar unterschiedliche Kritikansätze. Das stimmt. > Der eine ist unsympathisch, der andere "nicht fernsehgerecht". Dann verbessere ich mich: Oettinger ist auch nicht fernsehgerecht (eben weil er da so verbissen und linkisch rüberkommt). Hier hat Frau Schavan einen Pluspunkt. > Gerade in wertkonservativen Milieus war das für Teufel aber kein > Nachteil, da kommt es sogar gut an, wenn sich einer dem Mainstream > der fernsehgerechten Inszenierung widersetzt. Unbestritten - aber allein mit diesem Milieu läßt sich eine Wahl eben nicht gewinnen. Ich kann mich noch dran erinnern, welche Klimmzüge man unternommen hat, um Teufel vor der letzten Landtagswahl in allerhand Talkshows zu hieven. > Andererseits ist sympathisches Autreten auch keine unbedingte > Voraussetzung, um gewählt zu werden, wie das Beispiel Roland Koch > in geradezu schauderhafter Weise unterstreicht. Na, ganz sicher ist der nicht wegen seiner sympathischen Erscheinung gewählt worden. :-) Aber er hatte das Glück, die jeweilige Landtagswahl zu einer Protestwahl gegen die Bundesregierung umfunktionieren zu können. Beim zweiten Mal kamen zusätzlich ein extrem schwacher Herausforderer (kennt hier jemand noch Herrn Bökel?) und das Image eines erfolgreichen Ministerpräsidenten dazu. Kann Oettinger (wenn er es denn wird) mit ähnlichen Pfunden wuchern? Wer weiß... |

Kai
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 01:02 Uhr: | |
@Bernhard. Wenn Schavan das Mitgliedervotum deutlich gewinnen würde, könnte Oettinger seine Kandidatur nicht mehr aufrecht erhalten, der Parteitag würde Schavan mit mäßiger Mehrheit abnicken. Wenn Schavan das Mitgliedervotum sehr knapp gewinnen würde, wäre die Situation schwierig. Der Parteitag könnte es sich eigentlich nicht leisten, einen anderen Kandidaten zu wählen als die Basis. Wenn Oettinger nicht zurückzieht, könnte ein Dritter (Kauder) ins Rennen gehen. Die Abstimmung in der Fraktion ist letztlich Oettingers Versuch, durch das Votum der Fraktion die Basis zu beeinflussen. Ich hoffe mal, dass es ihm nicht gelingt. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 13:00 Uhr: | |
Da gebe ich Dir völlig recht. Auch ich hoffe, dass die Basis entscheidet. |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 15:59 Uhr: | |
> Dann verbessere ich mich: Oettinger ist auch nicht fernsehgerecht > (eben weil er da so verbissen und linkisch rüberkommt). Und er redet so schnell, dass man ihn nicht versteht, in Ordnung. Andererseits kann er das Bild des dynamischen Karrieremenschen einigermaßen gut vermitteln, da ist er im Andenpakt ja auch in der richtigen Umgebung. > Kann Oettinger (wenn er es denn wird) mit ähnlichen Pfunden > [wie Koch] wuchern? Wer weiß... Anders als Koch 1999 käme Oettinger nicht aus der Opposition und hätte eine Schmutzkampagne wirklich nicht nötig. Er wäre dann eben ein "erfolgreicher Vorsitzender der größeren Regierungsfraktion". Die CDU könnte problemlos einen Wahlkampf nach dem Muster "Bewährtes erhalten, Zukunft gestalten, für ein starkes Baden-Württemberg" absolvieren, was sie in ähnlicher Form schon gefühlte 100.000 Mal gemacht hat und wofür deswegen eine gewisse Routine bei den Aktiven vorhanden ist. Für Annette Schavan müsste man eine Kampagne ganz anders aufziehen, als man das in der CDU gewohnt ist. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 16:38 Uhr: | |
@Kai & Bernhard: Aus welcher Perspektive "hofft" ihr, daß die CDU-Basis entscheidet? Für wen wäre das besser oder schlechter? @Mörsberg: Da Schavan ja schon seit Jahren im Kabinett ist, könnte sie m. E. genauso den gewohnten CDU-Wahlkampf fahren wie Oettinger. |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 21:34 Uhr: | |
> Da Schavan ja schon seit Jahren im Kabinett ist, könnte sie m. E. > genauso den gewohnten CDU-Wahlkampf fahren wie Oettinger. Der Vergleich geht nicht ganz auf, jedenfalls nicht nach allem, was so zu lesen ist, beispielsweise eine Leserzuschriftenübersicht aus den Stuttgarter Nachrichten. Natürlich sind Leserbriefschreiber auch nicht sonderlich repräsentativ für die Gesamtwahlbevölkerung, aber einige Aussagen treten doch gehäuft auf: Es gibt Vorbehalte gegenüber Annette Schavan, weil sie a) ursprünglich nicht aus Baden-Württemberg stammt und b) als Frau nicht verheiratet ist (auf die Kombination kommts an!). Diese Vorbehalte sind von der Art, die man als "Angst vor etwas Neuem" zusammenfassen kann. Das wäre Schavans Manko. Dem entgegen steht ein genau andersherum gerichteter Effekt, den ich genau so unbestimmt "Reiz des Neuen" nennen möchte. Um diesen auszuspielen, muss man jedoch einen Wahlkampf danach ausrichten. Das kann dann durchaus zu besseren Resultaten führen als die "herkömmliche" Alternative (nein, ich halte Oettinger nicht für ein Waschmittel!). Gelingt der Wahlkampf jedoch nicht, dann könnten die Vorbehalte überwiegen. Man könnte also nicht klar sagen, wer bei einer Wahl das bessere Ergebnis für die CDU einführe. Mit Oettinger wäre die mögliche Spannbreite aber geringer als mit Schavan. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 22:51 Uhr: | |
@Ralf: Ich hoffe, dass die Entscheidung der Basis ausschlaggebend ist für die Wahl des neuen MP, nicht die der Fraktion, da dieses eine breitere Basis des Vertrauens ist - wenn auch die Fraktion aus frei gewählten Abgeordneten ohne imperatives Mandat besteht. Ich hoffe, dass die Fraktionsmehrheit die Mehrheitsentscheidung der Basis anerkennt. Dies hat bei mir nichts mit Frau Schavan oder Herrn Oettinger zu tun, sondern damit, dass der Kandidat A der Basis dann für mich das breitere Vertrauen hat als beispielsweise Kandidat B der Fraktion. |

Kai
| | Veröffentlicht am Freitag, 29. Oktober 2004 - 23:14 Uhr: | |
@Ralf Ich habe eine Abneigung gegen Politiker, die aus den Jugendorganisationen über Stadträte, Kreistage und Landtage ihren permanenten Aufstieg von frühester Jugend an betreiben und nach spätestens 10-15 Jahren jegliches eigenes Profil verloren haben und ger nicht mehr wissen, wie man nach seiner eigenen Überzeugung entscheidet, weil für sie immer nur zählt, wovon sie glauben, dass die Parteifreunde oder Wähler es erwarten. Schavan hat eine Biographie mit Ecken, Kanten und vor allem Sprüngen. Und alleine deswegen halte ich sie für die bessere Kandidatin. Da Oettinger die Fraktion hinter sich stehen hat, hoffe ich, dass die Basis eben diesem Block entgegen entscheidet. @Mörsberg Wenn Frau Schavan dann bei der Landtagswahl bereits ein Jahr erfolgreiche Ministerpräsidentin ist, dürften sich diese Vorbehalte erledigt haben. |

UKG
| | Veröffentlicht am Samstag, 30. Oktober 2004 - 16:53 Uhr: | |
Frau Schavan versucht sich derzeit öfters in Baden zu zeigen, das könnte ihr bei den üblichen Schwierigkeiten der einzelnen Landesteile untereinander nützen, zudem gibt es in Baden-Württemberg viele Zuge- zogene, sicher auch einige Mandatsträger, die Kultusministerin kommt auch wohl am ehesten in den Medien vor, Öttinger darf mal hin und wieder ein Statement abgeben im Regionalfernsehen. Allerdings ist das die Sicht eines Rand-Baden-Würtembergers, in und um Stuttgart mag das anders aussehen. Ich denke, Schavan gewinnt, was dann aber Schmerzen in der Fraktion hinterläßt, die sich schon unter Teufel immer nicht recht beachtet fühlte. |

UKG
| | Veröffentlicht am Samstag, 30. Oktober 2004 - 17:12 Uhr: | |
Noch ein anderer Gesichtspunkt, den hier noch keiner erwähnte, es gibt neben den bei det LTW 2001 gewonnenen 63 Wahlkreise noch 3 Wahlkreise mit einem SPD.CDU-Abstand von kleiner,gleich 1%. Bei der öfters schon besprochenen etwas fragwürdigen Gestaltung der Ausgleichsmandate käme es wohl schon bei einem nur geringen Wechsel SPD-> Grün und Nichtwähler-> CDU (etwa bei Neuwählern, die Schüler kennen alle Frau Schavan) zu einer Konstellation mit Tendenz zur absoluten Mehrheit, man bedenke in 2001 gab es eine geringere Wahlbeteiligung als in BW sonst üblich, zumindest in den ländlichen Regionen hat da die CDU noch Potential. Herrn Öttinger traue ich aber auch gute Ergebnisse in Stuttgart/Mittlerer Neckar/Franken(Schäbisch Hall) zu, wenn die FDP für Döring keinen namhaften Ersatz findet. Goll in Freiburg holt wohl nichts Vergleichbares heraus. Pfister in der Teufelheimat um Spaichingen noch weniger. Höchstens der eine oder andere FDP-Oberbürgermeister könnte im bürgerlichen Bereich wuchern, würde er sich im Wahlkampf engagieren, die wohnen aber dann wieder in Öttingers näheren Heimat, also auch unwahrscheinlich. |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Montag, 01. November 2004 - 16:02 Uhr: | |
> es gibt neben den bei det LTW 2001 gewonnenen 63 Wahlkreise noch > 3 Wahlkreise mit einem SPD.CDU-Abstand von kleiner,gleich 1%. Bei > der öfters schon besprochenen etwas fragwürdigen Gestaltung der > Ausgleichsmandate käme es wohl schon bei einem nur geringen Wechsel > SPD-> Grün und Nichtwähler-> CDU (etwa bei Neuwählern, die Schüler > kennen alle Frau Schavan) zu einer Konstellation mit Tendenz zur > absoluten Mehrheit Ohne jetzt das 2001er Ergebnis im Detail durchgerechnet zu haben: Auch mit 63 CDU-Direktmandaten war schon ein Überhang erreicht, also der Übergang von der landesweiten zur partiell bezirksweisen Mandatsberechnung. Der größere Vorteil der stärksten Partei ist also schon erreicht. Zwei Direktmandate mehr im RB Karlsruhe und eines mehr im RB Stuttgart werden dann halt ausgeglichen - alles andere wäre eine Spekulation auf Grenzfälle und soweit reichen die Überlegungen in der CDU wohl nicht. > Höchstens der eine oder andere FDP-Oberbürgermeister könnte im > bürgerlichen Bereich wuchern Welche OBERbürgermeister hat die FDP in BaWü denn derzeit außer Theurer, der sowieso schon im Landtag sitzt? Bürgermeister von Gemeinden unter 20000 Einwohnern heißen für die Landespartei nix mehr. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 01. November 2004 - 17:25 Uhr: | |
> Welche OBERbürgermeister hat die FDP in BaWü denn derzeit außer > Theurer Auf jeden Fall noch die in Pforzheim und in Ettlingen. Und ich meine mich dunkel an weitere erinnern zu können - weiß aber nicht mehr, wo (könnte auch Theurer dabei gewesen sein, bei dem ich wiederum den Ort nicht weiß). Ob die insgesamt bei der Landtagswahl einen Rieseneffekt bringen, möchte ich doch bezweifeln. |

iwiwiwm
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 12:15 Uhr: | |
Jetzt wurde auch eine Abstimmung in der CDU- Fraktion verhindert. Daher wage ich jetzt die Prognose: Die Mitgliederbefragung der CDU wird Anette Schavan zur neuen Ministerpräsidentin Baden- Württembergs küren. |

Sole
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 12:49 Uhr: | |
Exkurs: Böhr hat sich durchgesetzt gegen seine Herausforderer. Wer hätte das gedacht? |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 14:00 Uhr: | |
"Wer hätte das gedacht?" Das haben Böhrs Gegner vergeigt. Nach 44 Jahren in der Regierung wollen sie nun offensichtlich mindestens 20 in der Opposition bleiben. Rauen war zweite Wahl und erkennbar wenig engagiert, und die Harmoniesüchtigen CDUler mögen offene Konflikte gar nicht, selbst wenn Böhr alles andere als eine Idealbesezung ist. Lohse wollte nicht antreten, weil sich Böhr einer einvernehmlichen Lösung widersetzt habe. Seltsames Demokratieverständnis... |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 14:17 Uhr: | |
Das Dilemma der CDU mit ihren Mitgliederbefragungen im Südwesten war bzw. ist ja das: In Rheinland-Pfalz gab es zwei Kandidaten, die beide mehr oder weniger ungeeignet waren. In Baden Württemberg gibt es eine Kandidatin und einen Kandidaten, die beide mehr oder weniger geeignet sind. Man kann aber die Schavan nicht einfach über den Rhein transferieren. In Baden-Württemberg verzichtet jetzt übrigens die Fraktion auf die angekündigte "Probeabstimmung". Das kann man entweder als Punktgewinn für das Schavan-Lager auffassen oder als eine gewisse Selbstsicherheit des Oettinger-Lagers, dass ihr Favorit auch so die Befragung gewinnen wird - vielleicht gab es ja entsprechende Signale aus den Kreisverbänden. Auch die etwas seltsame Forsa-Umfrage für Stern und GEA vor ein paar Tagen hat ja einen kleinen Vorteil für Oettinger ermittelt - bei den Wählern im allgemeinen, den CDU-Anhängern im besonderen und im jeweiligen Vergleich gegen Ute Vogt. Der Abstand war allerdings weitaus geringer als die Berichterstattung darüber vermuten ließ. |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 15:10 Uhr: | |
>>>Das kann man entweder als Punktgewinn für das Schavan-Lager auffassen oder als eine gewisse Selbstsicherheit des Oettinger-Lagers, dass ihr Favorit auch so die Befragung gewinnen wird (...) Eine dritte Interpretation ist denkbar. Man möchte im Oettinger-Lager den Eindruck vermeiden, bei der Wahl könnte es sich um eine Abstimmung "Wunsch der Fraktion" gegen "Wunsch der Basis" handeln. Eine solche Polarisierung wäre sicherlich von Schahavan-Anhängern zumindest unterschwellig angelegt worden - und sog. "Davidsstimmen", also im Trotz begründete, "antigoliathische" Gegenstimmen kann man bei knappen Konstellationen wirklich nicht gebrauchen. |

John Rawls
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 15:12 Uhr: | |
Schahavan. Ja,ja, das ist ein Teppich. Schavan meinte ich natürlich. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 10. November 2004 - 15:39 Uhr: | |
Das sehe ich eher wie John Rawls. Oder aber die Fraktionsmitglieder haben generell keine Lust, sich mit einem Votum beim jeweils anders denkenden Teil der Basis unbeliebt zu machen. Unnötig unbeliebt zu machen müßte man besser sagen, wenn bei ihnen die Entscheidung gelegen hätte, hätten sie den Unmut schon riskiert. |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Dezember 2004 - 19:11 Uhr: | |
So, vermutlich morgen abend werden wir also wissen, wen die CDU in Baden-Württemberg will. Bekanntgegeben wurde schon, dass die Beteiligung wohl über 60% liege, was man aber auch mit der Tatsache in Relation bringen muss, dass die Mitgliederdichte der CDU BW eher niedrig und damit der Anteil halbwegs Aktiver an den Mitgliedern eher hoch ist. Außerdem ging es im Unterschied zu RP ja wirklich um etwas (und nicht nur darum, wer gegen K. Beck verliert). Wie die meisten vorausgesagt haben, hat das gesamte Verfahren der CDU ziemlich genutzt, denn es gab laufend Medienpräsenz ohne allzu lästige Kontroversen. Allerdings flaute das Medieninteresse zwischenzeitlich etwas ab, weil erstens nichts Neues mehr kam (abgesehen von den Gerüchten kurz vor Schluss) und zweitens in der Konstellation doch klar zwischen Favorit und Außenseiterin unterschieden werden konnte. Schwieriger dürfte es für die CDU allerdings werden, das ziemlich lange Quasi-Interregnum mit einem consul decessurus und einem consul designatus unfallfrei zu bewältigen. |
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