| Autor |
Beitrag |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 12:21 Uhr: | |
@Bernhard: > warum sollten die Grünen denn lügen? Ganz schlicht: Weil sie mit der von ihnen verbreiteten Version "Schmalz-Jacobsen wäre möglich gewesen, ist aber an der FDP gescheitert" in der Öffentlichkeit viel besser dastehen als mit der Version "Wir wollten die FDP unter Druck setzen, hatten aber nie die ehrliche Absicht, eine FDP-Kandidatin zu wählen". Der Renommee-Unterschied zwischen den beiden Versionen ist deutlich groß genug, um einen Bütikofer lügen zu lassen. Und ich wiederhole: Wenn die Grünen wirklich gewollt hätten, dann hätten sie nur VORHER KLAR sagen müssen. Haben sie aber nicht. Und deswegen kannst Du alle Deine Überlegungen (die nicht unmöglich sind, die ich aber für unplausibel halte) gerne als Spekulation bringen. Aber es ist klar falsch, wenn Du zwischendurch immer wieder schreibst "Fakt ist" etc., wenn es um völlig unbewiesene Sachen geht. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 12:23 Uhr: | |
Anekdotisch möchte ich da noch einen Nachtrag bringen. Am Wochenende habe ich etwas auf dem Speicher meiner Eltern aufgeräumt. Und wie der Zufall es so will, fällt mir da eine alte Zeitung in die Hände, die zum Einpacken von Geschirr verwendet wurde. Es ist der "Mannheimer Morgen" vom 24. Februar 1959. Und ausgerechnet geht es auf der Titelseite gerade um den neuesten Stand bei der Frage, wer nächster Bundespräsident (Nachfolge Heuss) werden soll (!). Ich zitiere die zentrale Passage: " Nach wie vor sind mindestens ein halbes Dutzend Namen im Gespräch, wobei der Name des Bonner Professors Theodor Litt stärker in den Vordergrund gerückt ist. Auch eine Kandidatur von Professor Erhard liegt im Bereich des Möglichen. In einigen Kreisen der CDU-Partei wird an Bundesfinanzminister Etzel gedacht. Wiewohl ein Sprecher der CDU-Fraktion am Montag erklärte, man müsse das gesamte Problem „entkonfessionalisieren“, glaubt man doch in Bonn, daß ein Protestant als Sieger aus dem Vorbereitungsrennen hervorgehen wird. Dies würde dem Wunsch des CDU-Parteivorsitzenden Adenauer nahekommen, 1961 ein weiteres Mal als Bundeskanzler die Regierung zu bilden, da die ungeschriebenen Gesetze der Bundesrepublik eine verschiedene Konfessionszugehörigkeit von Kanzler und Präsident vorsehen. Adenauer soll die Befürchtung hegen, daß ein katholischer Bundespräsident die Wahl eines evangelischen Kanzlers präjudizieren würde. Mit gutem Gewissen kann man deshalb noch die Namen Ernst Lemer und Professor Arnold Bergsträßer aufzählen. " Mein Fazit: Damals waren den Journalisten noch die normalen Gepflogenheiten einer demokratischen Wahl bekannt. Es wurde akzeptiert, daß es eine ganze Reihe von Kandidaten gibt, es war nicht ehrenrührig, als solcher gehandelt zu werden, man galt nicht als "verbrannt", wenn man es dann nicht wurde. Und es wurde als Normalität akzeptiert, daß die Handelnden auch machtpolitische Aspekte im Hinterkopf hatten: Eine Merkel hat sich ganz exakt so verhalten wie damals Adenauer. Wenn man als Vergleich die hysterischen Pöbeleien diverser Journalisten der letzten Wochen anschaut, dann muß man feststellen, daß das Niveau nicht in der Politik, sondern in den Medien gesunken ist. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 12:28 Uhr: | |
@Bernhard Mal eine simple Gegenfrage zu den wirren Spekulationen deinerseits: Warum hätte die FDP eine eigenen Kandidaten nicht durchbringen sollen wenn sie es gekonnt hätte? Westerwelle hat auf sein "Meisterstück" sicher nicht freiwillig verzichtet. |

Sole
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 14:16 Uhr: | |
1) Wäre eine von Westerwelle ungeliebte Frau Schmalz ein "Meisterstück" gewesen? 2) Die im Artikel erwähnten Kriterien der Kandidatenwahl erscheinen uns heute fremd. Aber so werden wohl unsere Mann/Frau, Süddeutscher/Bayer Diskussionen in Zukunft erscheinen. 3) Thomas begründet eine Nicht-Überschneidung von FDP- und Grünenwählern über die wechselseitig vergebenen Erststimmen. Das Argument würde ich bei SPD/CDU oder in einigen Wahlkreisen SPD/PDS ohne weiteres gelten lassen. Wie andere schon vermerkten taugt das aber bei den flächendeckend beide chancenlosen Parteien nicht. |

Thomas Frings
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 14:44 Uhr: | |
@ Sole zu 1) Die Kröte hätte er wohl geschluckt. Es geht ja weniger um die Person als darum, als Gewinner dazustehen. zu2) Ja, die Kriterien sind aus heutiger Sicht seltsam. Aber heutige sind es z.T. auch, z.B. daß es für die Konsis schier unvorstellbar ist, daß Kanzler- und Präsidentenamt gleichzeitig von Frauen besetzt sein könnten. Umgekehrt gibt es auch keinen vernünftigen Grund, warum es unbedingt eine Frau werden sollte. zu3). Natürlich ist das Stimmensplitting als alleiniger Indikator nur sehr bedingt tauglich. Aber die grobe Richtung, was die Nähe der Parteien zueinander angeht, läßt sich schon ablesen. Auch meine persönlicher Erfahrung -aus der ich aber nicht zuviel ableiten will- spricht gegen ein nennenswertes gemeinsames Wählerpotential. Ich kenne niemanden, für den beide Parteien eine Option sind. Gegen diese These spricht auch, daß Hochburgen beider Parteien kaum deckungsgleich sind- es gibt nur wenige Gegenden, wo beide stark sind. Grünen- und FDP-Stimmenanteil korrelieren eher negativ. Bei den Grünen hat sich das Stadt-Land-Gefälle in den letzten Jahren verschärft während bei der FDP die Entwicklung auf dem Land günstiger verlief als in Großstädten. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 15:52 Uhr: | |
@Sole: > 1) Wäre eine von Westerwelle ungeliebte Frau Schmalz > ein "Meisterstück" gewesen? Deutlich ja. Das Verhältnis zur Union hätte natürlich geknirscht - aber das hätte 2006 keinen mehr interessiert. Und auf dem FDP-Parteitag hätte Westerwelle dafür Ovationen bekommen, völlig egal, ob er nun die Kollegin Schmalz-Jacobsen liebt oder nicht. > 2) Die im Artikel erwähnten Kriterien der Kandidatenwahl erscheinen > uns heute fremd. Aber so werden wohl unsere Mann/Frau, > Süddeutscher/Bayer Diskussionen in Zukunft erscheinen. Völlig richtig. Ich fand die Parallele totkomisch: Adenauer damals muß einen zweiten Katholiken vermeiden, Merkel heute eine zweite Frau. Eigentlich finde ich schon heute die These "zwei Frauen sind zuviel" ähnlich doof wie die damals mit den zwei Katholiken. > 3) Thomas begründet eine Nicht-Überschneidung von FDP- und > Grünenwählern über die wechselseitig vergebenen Erststimmen. Die Begründung halte ich auch nicht für stichhaltig. Aber es gibt in der Tat keine großen Überschneidungen zwischen den beiden Wählerpotentialen. Aber selbst "nur" ein Prozentpunkt möglicher Überschneidung kann ja wichtig sein - genau diesen Punkt hätte eine Schmalz-Jacobsen bewegen können. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 18:44 Uhr: | |
@Ralf und Thomas: Es ist schon merkwürdig: ihr sprecht immer von meinen angeblich wirren Spekulationen, ohne ins Detail zu gehen. Von mir werden Quellen erwartet - die ich geliefert habe - aber einen Beweis, dass die FDP-Behauptung, die Grünen hätten Westerwelle nicht gewollt, zutrifft, bringt ihr nicht. Ich glaube nicht, dass Bütighofer gelogen hat und habe dies begründet. Also auf diesem Niveau - mir wirre Spekulationen vorhalten zu lassen - diskutiere ich hier nicht mehr. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 18:45 Uhr: | |
gemeint ist: die Grünen hätten Schmalz-Jacobsen nicht gewollt |

c07
| | Veröffentlicht am Montag, 15. März 2004 - 23:03 Uhr: | |
Thomas: > Grünen- und FDP-Stimmenanteil korrelieren eher negativ. Das ist definitiv falsch. Ich hab das mal für die Wahlkreise der letzten Bundestagswahl ausgerechnet und da ergibt sich mit +0,33 eine der stärksten positiven Korrelationen überhaupt. Das liegt auch nicht nur daran, dass beide im Osten schwach sind; im Westen allein ist die Korrelation nämlich noch stärker. Allerdings sagt die Korrelation auch noch nicht sehr viel über ein gemeinsames Wählerpotenzial aus. Es könnten ja völlig getrennte Milieus sein, die nur häufig gemeinsam auftreten.
2002 Bund SPD CXU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,81 -0,00 +0,34 +0,25 -0,03 CXU -0,81 +1,00 -0,12 -0,33 -0,65 -0,27 Grn -0,00 -0,12 +1,00 +0,33 -0,35 -0,07 FDP +0,34 -0,33 +0,33 +1,00 -0,07 -0,08 PDS +0,25 -0,65 -0,35 -0,07 +1,00 +0,45 And -0,03 -0,27 -0,07 -0,08 +0,45 +1,00 West SPD CXU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,91 +0,09 +0,42 +0,63 +0,03 CXU -0,91 +1,00 -0,46 -0,58 -0,85 -0,12 Grn +0,09 -0,46 +1,00 +0,37 +0,71 +0,17 FDP +0,42 -0,58 +0,37 +1,00 +0,48 -0,01 PDS +0,63 -0,85 +0,71 +0,48 +1,00 +0,16 And +0,03 -0,12 +0,17 -0,01 +0,16 +1,00 Ost SPD CXU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,83 +0,01 -0,49 +0,06 -0,69 CXU -0,83 +1,00 -0,45 +0,45 -0,47 +0,37 Grn +0,01 -0,45 +1,00 -0,00 +0,37 +0,06 FDP -0,49 +0,45 -0,00 +1,00 -0,44 +0,18 PDS +0,06 -0,47 +0,37 -0,44 +1,00 +0,23 And -0,69 +0,37 +0,06 +0,18 +0,23 +1,00 1998 Bund SPD CXU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,46 +0,05 +0,07 -0,23 -0,57 CXU -0,46 +1,00 -0,06 +0,36 -0,66 -0,12 Grn +0,05 -0,06 +1,00 +0,63 -0,33 -0,18 FDP +0,07 +0,36 +0,63 +1,00 -0,65 -0,41 PDS -0,23 -0,66 -0,33 -0,65 +1,00 +0,49 And -0,57 -0,12 -0,18 -0,41 +0,49 +1,00 West SPD CXU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,83 -0,16 -0,29 +0,48 -0,49 CXU -0,83 +1,00 -0,36 -0,09 -0,78 +0,25 Grn -0,16 -0,36 +1,00 +0,57 +0,63 +0,11 FDP -0,29 -0,09 +0,57 +1,00 +0,33 -0,02 PDS +0,48 -0,78 +0,63 +0,33 +1,00 -0,21 And -0,49 +0,25 +0,11 -0,02 -0,21 +1,00 Ost SPD CXU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,88 -0,21 -0,26 +0,16 -0,53 CXU -0,88 +1,00 -0,16 +0,24 -0,40 +0,43 Grn -0,21 -0,16 +1,00 +0,29 +0,28 -0,02 FDP -0,26 +0,24 +0,29 +1,00 -0,39 +0,16 PDS +0,16 -0,40 +0,28 -0,39 +1,00 -0,56 And -0,53 +0,43 -0,02 +0,16 -0,56 +1,00
Zur Berechnung: Die prozentualen Ergebnisse hab ich mit dem Areatangens skaliert (damit die Ränder bei 0% und 100% keine Anomalien verursachen, besonders bei der PDS, wo sonst 1% und 2% praktisch ununterscheidbar wären; macht aber kaum einen grundsätzlichen Unterschied). Die Wahlkreise sind nach gültigen Stimmen gewichtet. Die Werte von 1998 beziehen sich auf die Wahlkreise von 2002. Sowohl West als auch Ost ist ohne Berlin. Ralf: > Aber selbst "nur" ein Prozentpunkt möglicher Überschneidung kann ja wichtig sein Das sind für Grüne und FDP Welten. Ich wollt nicht sagen, dass jeweils ein Großteil der Wähler wechselbereit wären. Das ist natürlich nicht so, aber mit an die 10% der jeweiligen Wähler würd ich schon rechnen, und auch die können sehr wichtig sein. |

Mörsberg
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 13:46 Uhr: | |
Das Ergebnis der Korrelationsrechnungen hängt ja nicht nur von der gewählten Skalierung ab, sondern auch davon, wie kleinräumig man die Vergleichsräume einteilt und welche Ebene als Bezug fungiert. Gerade für den Vergleich Grüne/Fdp sind die Wahlkreise vermutlich vielfach zu groß. Wenn sich in einem Wahlkreis eine Kernstadt und eine eher ländliche Umgebung befindet, dann wird das Grünen-Ergebnis eher in der Stadt hoch sein, die FDP im Umland mehr Zuspruch finden. Dieser Fall dürfte gerade im Westen vergleichsweise häufig sein. Ferner fällt die im Westen gegenüber allen anderen Parteien sehr negative Korrelation der Union auf. Hier dürfte sich einserseits der konfessionelle Gegensatz stark auswirken, andererseits das bayerische Ergebnis, dessen starke Unterschiede zum Bundesergebnis auch so eine Rechnung erheblich beeinflussen. Würde man die Bundesländer getrennt betrachten, käme möglicherweise etwas deutlich anderes heraus. Die Korrelationsdebatte sollten wir aber, falls tieferes Interesse besteht, wohl besser auslagern. Ursprünglich ging es ja um die Frage, wie stark auf Seiten der Grünen mit der Schmalz-Jacobsen als möglicher Präsidentin geliebäugelt worden ist. Rein intuitiv würde ich dazu vermuten, dass das Interesse eben eher gering war - auch von Bütikofer. Und Deine, Bernhard, Rechthaberei in dieser Frage ist allmählich ein wenig würdelos. So, wie Du Dir das vorzustellen scheinst, funktioniert Politik nun mal nicht. Und nochmal: Was bitte ist an dieser Frau (Schmalz) so unwiderstehlich? |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 14:20 Uhr: | |
Ich vermute auch, daß die Wahlkreise zu groß sind, um die Verteilung der grünen bzw. liberalen Wählerschaft gut darzustellen. Meist sind es doch Stadtviertel, die eine gewisse einheitliche Wohnstruktur haben und Hochburgen der jeweiligen Partei sind: Die FDP in den alten Villengebieten und in den Neubauvierteln (Reihenhäuser, nicht Wohnblocks), die Grünen eher in den schönen Altbauwohnungen in Stadtkernnähe. Die FDP-Wähler wohnen also eher dort, wo man das Privatauto braucht, die Grünen eher dort, wo es einen guten ÖPNV vor der Haustür (und den türkischen Gemüsemann um die Ecke) gibt. In den schlichteren Wohnlagen dagegen findet man beide nicht. Was nun heißt, daß Wahlkreise in wirtschaftlich prosperierenden Gegenden sowohl liberale wie grüne Spitzenergebnisse haben, während es bei den ärmeren Wahlkreisen für beide mäßig aussieht. Sowohl Grüne wie Liberale haben meist deutlich mehr Einkommen als Rote oder Schwarze. Aber sie haben eine sehr unterschiedliche Einstellung dazu: Liberale haben oft Berufe mit gewissen Einkommensrisiken, wenn schon nicht freiberuflich, dann als Angestellter oberhalb des Tarifschutzes. Sie glauben sich ihr Geld hart erarbeitet zu haben und ärgern sich über die hohen Steuerabführungen, wollen eher weniger Staat. Grüne umgekehrt leben sehr häufig eben von öffentlichen Geldern, direkt als Staatsbedienstete oder indirekt über Tätigkeiten, die über Steuergelder finanziert werden. Sie haben also ein direktes Interesse an "mehr Staat" bzw. gut gefüllten Staatskassen. Ihr Einkommen unterliegt oft kaum Schwankungen (BAT ...) und sie denken meist sowieso nur in Netto, nicht in Brutto, daher stören sie sich weniger an den eigenen Steuerabzügen. Das ist jetzt natürlich sehr schematisch, und es gibt beliebig Gegenbeispiele. Aber da ich aus beiden Lagern wirklich sehr viele Leute kennen gelernt habe, halte ich diese Charakterisierungen für valide. Die Schnittmenge ist in der Tat recht klein (c07 vermutet 10% der jeweiligen Wählerschaft, ich 1% der Gesamtwählerschaft, das gibt sich nicht viel). |

Sole
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 16:07 Uhr: | |
Folglich müsste Kreuzberg ein sehr homogener Altbaustadtteil sein, in dem gut bezahlte Ödies sowie modern-karriereorientierte Studenten wohnen und die Menschen keine akute Sozialabstiegssorge haben(?!) Da ich die Kreuzberger Häuser nur von außen kenne: Stimmt das? |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 17:14 Uhr: | |
@Sole: Guter Treffer. Aber ich halte Kreuzberg NICHT für ein typisches Grünenviertel - nicht umsonst hat hier ein Außenseiter wie Ströbele seine Hochburg. Mit der "einheitlichen Wohnstruktur" für die jeweiligen Hochburgen habe ich auch nicht gut formuliert. Für die Neubaugebiete mag das meist stimmen, für manche edelrenovierte Altstadt auch - aber Kreuzberg ist schon ein krasses Gegenbeispiel. |

Jan
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 18:12 Uhr: | |
Also, um mal auf die Mikroebene zu zoomen: ich wohn Berlin-Friedrichshain in einem ziemlich "armen" Altbau-Viertel (viele Sozialhilfeempfänger) und in "meinem" Stimmbezirk (1100 Wahlberechtigte) hatten die Grünen 24,6% bei der Bundestagswahl 2002 und die FDP 5,1. In Berlin punkten die Grünen definitiv in ärmeren Altbau-Vierteln. |

c07
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 19:49 Uhr: | |
Zum Vergleich mal kleinräumiger:
München, 25 Stadtbezirke: 2002 SPD CSU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,43 +0,08 -0,62 +0,66 +0,63 CSU -0,43 +1,00 -0,93 -0,13 -0,89 +0,22 Grn +0,08 -0,93 +1,00 +0,39 +0,72 -0,48 FDP -0,62 -0,13 +0,39 +1,00 -0,26 -0,82 PDS +0,66 -0,89 +0,72 -0,26 +1,00 +0,17 And +0,63 +0,22 -0,48 -0,82 +0,17 +1,00 München, 856 Wahlbezirke: 2002 SPD CSU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,44 -0,15 -0,55 +0,33 +0,43 CSU -0,44 +1,00 -0,78 -0,03 -0,50 +0,00 Grn -0,15 -0,78 +1,00 +0,28 +0,30 -0,34 FDP -0,55 -0,03 +0,28 +1,00 -0,19 -0,41 PDS +0,33 -0,50 +0,30 -0,19 +1,00 +0,11 And +0,43 +0,00 -0,34 -0,41 +0,11 +1,00
Dazu gibt es auch Karten für Grüne und FDP. Die Korrelation beruht zu einem großen Teil darauf, dass sie eine gemeinsame Diaspora haben. In abgelegenen, einfachen Gegenden haben beide schlechte Ergebnisse. Außerdem haben die Grünen auch in den FDP-Hochburgen halbwegs brauchbare Ergebnisse, während das umgekehrt nur zur Hälfte gilt, nämlich nur in den besseren und/oder szenigeren Wohnlagen. Grüne Hochburgen gibt es aber auch in zentralen, ganz einfachen Lagen mit hohem Ausländeranteil. Wenn man die Stadtbezirke einzeln anschaut, steigt die Korrelation vom Zentrum zur Peripherie. Im Zentrum ist sie deutlich negativ. Beide sind da relativ stark, aber die genauen Wohngebiete sind klar getrennt. In der Peripherie wohnen Grünen- und FDP-Wähler dagegen sehr nah beieinander. Ausnahmen sind beim Zentrum Schwabing und in der Peripherie Trudering. Außerdem hab ich mal Bayern aus dem westdeutschen Ergebnis rausgerechnet. Da ändern sich die Korrelationen der FDP ziemlich radikal:
2002 SPD CDU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,82 -0,25 -0,41 +0,30 -0,17 CDU -0,82 +1,00 -0,32 +0,25 -0,71 +0,05 Grn -0,25 -0,32 +1,00 +0,03 +0,69 +0,12 FDP -0,41 +0,25 +0,03 +1,00 -0,15 -0,32 PDS +0,30 -0,71 +0,69 -0,15 +1,00 +0,10 And -0,17 +0,05 +0,12 -0,32 +0,10 +1,00 1998 SPD CDU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,77 -0,36 -0,74 +0,22 -0,44 CDU -0,77 +1,00 -0,23 +0,38 -0,58 +0,10 Grn -0,36 -0,23 +1,00 +0,43 +0,58 +0,17 FDP -0,74 +0,38 +0,43 +1,00 -0,07 +0,24 PDS +0,22 -0,58 +0,58 -0,07 +1,00 -0,07 And -0,44 +0,10 +0,17 +0,24 -0,07 +1,00
Meine unterschiedliche Wahrnehmung könnte also durchaus auch an der anderen Situation bei mir vor Ort liegen. In Bayern allein haben Grüne und FDP auf Wahlkreisebene eine Korrelation von +0,85. Ein sehr großer Anteil an diesen Werten dürfte aber auch rein zufällig sein, je nachdem, wie die einzelnen Gebiete geschnitten werden. |

c07
| | Veröffentlicht am Dienstag, 16. März 2004 - 20:59 Uhr: | |
Grad fällt mir auf, dass die vorigen Zahlen für Westdeutschland ohne Bayern unskaliert waren. Vergleichbar mit den anderen sind diese:
2002 SPD CDU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,83 -0,24 -0,41 +0,37 -0,15 CDU -0,83 +1,00 -0,31 +0,27 -0,76 +0,02 Grn -0,24 -0,31 +1,00 +0,07 +0,67 +0,18 FDP -0,41 +0,27 +0,07 +1,00 -0,12 -0,29 PDS +0,37 -0,76 +0,67 -0,12 +1,00 +0,09 And -0,15 +0,02 +0,18 -0,29 +0,09 +1,00 1998 SPD CDU Grn FDP PDS And SPD +1,00 -0,78 -0,36 -0,76 +0,27 -0,39 CDU -0,78 +1,00 -0,23 +0,45 -0,64 +0,03 Grn -0,36 -0,23 +1,00 +0,46 +0,58 +0,25 FDP -0,76 +0,45 +0,46 +1,00 -0,06 +0,19 PDS +0,27 -0,64 +0,58 -0,06 +1,00 +0,01 And -0,39 +0,03 +0,25 +0,19 +0,01 +1,00
|

Florian
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2004 - 00:05 Uhr: | |
Sehr interessante Diskussion. Das Grundproblem dieser Korrelations-Analysen ist aber, dass da aus Gründen der Datenverfügbarkeit immer irgendwelche räumlichen Abgrenzungen herangezogen werden. Dabei geht es doch eigentlich um die Frage, wie hoch die Chance ist, dass eine bestimmte einzelne Person sowohl eine Affinität zu Grün als auch zur FDP hat. Und da wäre eigentlich eine Unterscheidung nach Milieus viel besser als eine Unterscheidung nach Wohngebieten. Denn dass bestimmte "Typen" in bestimmten Wohngebieten leben (d.h. dass Milieus sich geographisch definieren lassen) mag in größeren Städten noch stimmen. Auf dem "flachen Land" gibt es diese klare Profilierung einzelner Wohngebiete viel weniger. In meiner eigenen Straße (in einer 20.000-Einwohner-Stadt) leben nebeneinander Sozialhilfe-Empfänger und Millionäre, Lehrer und Unternehmer, Rentner und Studenten. Schwierig, da eine sinnvolle Korrelations-Analyse zu machen. (Hingegen kenne ich eine Familie, bei der die vier erwachsenen Kinder alle entweder Grün oder FDP wählen). |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2004 - 11:18 Uhr: | |
Florian hat recht, daß man eher über Milieus sprechen sollte als über Wohngebiete. Letztlich sind die Wohngebiete ja eher abgeleitet von den Milieus. Wobei sich das zunehmend auflöst. Früher gab es ganz klare rote, schwarze und vor allem grüne Milieus. In so manchen Kleingartengebiet trafen sich z. B. die Bahnangestellten, die auch in der Gewerkschaft waren und SPD-Anhänger und in den Werkswohnungen zusammenlebten - manche Leute haben da ihr Leben fast nur unter politisch Gleichgesinnten verbracht. Ähnliches gilt für "schwarze" Gebiete, da trafen sich die CDU-Anhänger dann beim Kolping oder ähnlichen Vereinen. In manchen Städten waren ja sogar unpolitische Sachen wie Sportvereine ganz klar nach Parteifarbe sortiert. Und die Grünen sind ebenfalls in einem speziellen Milieu entstanden und groß geworden. Bestimmte Studiengänge (Sozialpädagogik ...), 3.-Weltgruppe, Szene-Kneipe - der harte Kern der Grünwähler ist damals auch selten mit Leuten zusammengekommen, die andere politische Meinungen vertraten. Bei der FDP gab es solche Milieus nicht, trotz gewisser Berufsschwerpunkte waren und sind die Anhänger ziemlich verteilt unter CDU- oder SPD-Wählern, allerdings mit Lücken dort, wo eben die oben genannten Zentren der anderen Parteien waren. Heute haben sich die Milieus ja ziemlich aufgelöst. Gerade bei den Grünen haben sich die alten Kerntruppen enttäuscht von der Regierungs-Realität abgewandt, dafür gibt es jetzt "arrivierte" Grüne, die gut verdienend nicht mehr in der Szene leben. |

uwe
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2004 - 12:19 Uhr: | |
Die Gesellschaft ist halt im Fluss. Da lösen sich Milieus auf und es bilden sich Neue. Da diese von den Parteien nicht mehr so leicht zu fassen sind kommen Ausagen wie die von D. Bahr zu Stande, der vom "leistungsbereiten, toleranten, weltoffenen Großstadtmileus" spricht. Die Korrelation auf geografischer Grundlage ist für Parteien aber auch nicht ganz uninteressant, da ein Teil des Wahlkampfes (z.B. Plakat- oder Straßenwahlkampf) lokale Wirkungen haben. Für einen sinnvollen Einsatz der Recourcen ist hier eine Korrelation auf geografischer Grundlage ein guter Ausgangspunkt für Entscheidungen. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2004 - 20:40 Uhr: | |
PDS in Wahlverhalten noch offen. Es ist ja klar, dass Frau Schwan nur dann den Hauch einer Chance hat, Köhler zu schlagen, falls die PDS geschlossen für sie stimmt. Auf der Homepage der PDS findet sich am 15.03. allerdings folgender Kommentar: 15.03.2004 PDS lädt Kandidaten für Bundespräsidentenamt ein Die 31 Wahlfrauen und -männer der PDS in der Bundesversammlung wollen sich Anfang Mai ein persönliches Bild von den Kandidaten machen Auf der linken Seite des politischen Spektrums lehnte die PDS unterdessen eine vorschnelle Festlegung auf die rot-grüne Kandidatin Gesine Schwan ab. Der PDS-Vorsitzende Lothar Bisky sagte der Berliner Zeitung: "Wir wollen uns keinem Lager zuordnen lassen. Das sage ich vor allem an diejenigen, die meinen, sie könnten unsere Stimmen selbstverständlich verbuchen." Es gebe keinen Automatismus, Schwan zu wählen. Die PDS stellt in der Bundesversammlung 31 Wahlmänner und -frauen. Schwan kann ihre Chance gewählt zu werden, nur wahren, wenn die PDS-Delegierten geschlossen für sie stimmen. Bisky kündigte an, seine Partei werde sowohl Köhler als auch Schwan zu einem Treffen Anfang Mai mit den PDS-Wahlmännern einladen. "Wir möchten gerne beide Personen unter die Lupe nehmen", betonte Bisky. Die Einladungen an Köhler und Schwan sollen Bisky zufolge demnächst verschickt werden. Ziel des Treffens, an dem alle Wahlfrauen und -männer der PDS teilnehmen sollen, sei es, ein möglichst einheitliches Meinungsbild bei den PDS-Delegierten heraus zu arbeiten. Er persönlich könne sich vorstellen Schwan zu wählen, betonte Bisky. "Sie hat Charakter, hat Ecken und Kanten. Das finde ich bemerkenswert und ist mir viel lieber als diese glatten Leute." Er werde aber keinem PDS-Delegierten eine Wahl vorschreiben. Ein persönliches Gespräch zwischen Köhler und Parteichef Lothar Bisky habe es bislang noch nicht gegeben, sagte Parteisprecher Hendrik Thalheim. Durch seine Tätigkeit als brandenburgischer Fraktionschef habe Bisky aber vielfältige Kontakte zu Schwan gehabt, die Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder ist. Zu den prominenten PDS-Wahlmännern gehört auch der zweifache Olympiamedaillengewinner im Kugelstoßen, Udo Beyer, der für Brandenburg Mitglied in der Bundesversammlung ist. Der sächsische Landesverband nominierte neben anderen einen Gehörlosen. Die PDS wolle damit ein Zeichen setzen, sagte Thalheim. Die Veranstaltung müsse in Gebärdensprache gedolmetscht werden. Für Wirbel hatte die Nominierung des heute 89-jährigen Hans Lauter durch die sächsische PDS gesorgt. Lauter ist Landesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Während der Nazidiktatur verbrachte er mehrere Jahre im Zuchthaus. In Zeiten des DDR-Regimes bekleidete er hochrangige Funktionen in der SED-Bezirksleitung. Die rot-grüne Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan würde sich auch mit Stimmen der PDS ins höchste Staatsamt wählen lassen. Nach ihrer einstimmigen Nominierung durch den SPD- Bundesvorstand nahm sie deshalb eine Einladung von PDS-Chef Lothar Bisky an, sich bei den Delegierten der Linkspartei in der Bundesversammlung vorzustellen. Schwan hofft auf ähnliche Gesprächsmöglichkeiten mit Union und FDP. Sie forderte den Oppositionskandidaten Horst Köhler zu einem Rededuell auf. |

Bernhard Nowak
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2004 - 22:46 Uhr: | |
Nach wie vor ist übrigens interessant, dass es nach wie vor keine Quelle dafür gibt, dass Westerwelle die Schmalz-Jacobsen-Option wollte. Es ist leicht, Bütikofer "Lügen" vorzuwerfen, aber immerhin gibt es die entsprechende Presseerklärung von Bündnis90/Die Grünen, die nicht wegzudiskutieren ist. Westerwelle soll laut Nachrichten in einem Interview mit dem Rheinischen Merkur übrigens nochmals erklärt haben, er habe Roland Koch bereits im Oktober davon in Kenntnis gesetzt, dass die FDP Schäuble nicht wählen werde - das Koch-Interview vom Stern stammt vom Januar 2004. Ich höre aber immer noch nicht von Westerwelle, dass er die Wahl Schmalz-Jacobsen je erwogen hat. Für mich steht daher fest: die FAZ vom 2. März hat richtig beobachtet, wenn sie schrieb, Westerwelle wolle diese Lösung nicht (unter Bezug auf die FDP-Präsidiumssitzung vom 1. März) und die Presseerklärung der Grünen - sicherlich etwas ungelenk formuliert - entspricht wohl durchaus den Tatsachen. Von "wirren Spekulationen" kann wohl nicht die Rede sein. |

c07
| | Veröffentlicht am Mittwoch, 17. März 2004 - 23:42 Uhr: | |
Florian, Ralf: Allerdings bilden sich die Wohngebiete teilweise auch erst ihre Milieus. Z.B. ist es sicher nicht so, dass nur Grünenwähler bevorzugt in zentrale Lagen ziehen, sondern wer dort wohnt, bekommt auch eine ganz andere Sicht auf die Probleme, aus der die Grünen attraktiver erscheinen. Die städtischen Hochburgen der Grünen speisen sich zu einem guten Teil einfach aus einem Interessenskonflikt zwischen Kernstadt und Speckgürtel. Außerdem sortieren sich die Milieus teilweise nach wie vor räumlich. Zum einen spielen dabei natürlich die finanziellen Verhältnisse eine Rolle (wobei auch entscheidend ist, welchen Stellenwert das Wohnen im Verhältnis zu anderen Ausgaben hat), aber das bevorzugte Umfeld hängt auch sonst ganz stark vom allgemeinen Lebensgefühl ab. Auf dem Land sind die Milieus eigentlich noch viel stärker, nur gibt es da in der Regel nur ein einziges, von einzelnen Nischen abgesehn. Wirklich gut durchmischt sind wohl nur Kleinstädte. Generell haben sich zwar viele Milieus aufgelöst, aber dafür sind auch neue entstanden, z.B. eben die "arrivierten Grünen", die Neukleinbürger aus zu bescheidenem Wohlstand gekommenen Arbeitermilieus oder die Abgerutschten, die sich in manchen abgelegenen Sozialwohnungsghettos sammeln. Wirklich geändert hat sich nur, dass die Durchlässigkeit zwischen den Milieus heute größer als früher ist. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 18. März 2004 - 10:30 Uhr: | |
@Bernhard: > Nach wie vor ist übrigens interessant, dass es nach wie vor keine > Quelle dafür gibt, dass Westerwelle die Schmalz-Jacobsen-Option > wollte. Umpf. Und warum ist wohl Westerwelle zu Sondierungsgesprächen bei Schröder und Bütikofer aufgelaufen? Nur um über das Wetter zu sprechen? Oder um für die Schäuble-Kandidatur zu werben? Was Westerwelle wirklich wollte, kann keiner von uns wirklich sagen. Aber seine Darstellung ist halt, daß er bevorzugt die eigene Kandidatur haben wollte. > Es ist leicht, Bütikofer "Lügen" vorzuwerfen Habe ich NICHT gemacht! Denn das würde bedeuten, ich könnte das Gegenteil belegen. Aber wie schon mehrfach gesagt: Man kann hier weder die eine noch die andere These belegen, sondern nur spekulieren. Was ich allerdings sage ist, daß ich dem Bütikofer nicht glaube. Wie Du dem Westerwelle nicht glauben brauchst. Aber wenn DU ihm nicht glaubst ist das noch lange keine Basis, der FDP Unehrlichkeit vorzuwerfen. @c07: Völlige Zustimmung. Wobei ich die "neuen" Milieus für relativ unstabil halte, und sie sind im Unterschied zu den alten nicht politisch stabil einer Partei zuzuordnen. |

c07
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 18. März 2004 - 11:35 Uhr: | |
Ralf: > Wobei ich die "neuen" Milieus für relativ unstabil halte, und sie sind im > Unterschied zu den alten nicht politisch stabil einer Partei zuzuordnen. Eben. Gerade bei den "arrivierten Grünen" gibt es eine fließende Grenze zum klassischen FDP-Klientel. Insbesondere im medizinischen, kreativen und planerischen Bereich schließen sich freiberufliche Tätigkeit und Abhängigkeit vom Staat nicht aus, oder zumindest existieren im selben Umfeld beide Varianten. |

Ralf Arnemann
| | Veröffentlicht am Donnerstag, 18. März 2004 - 12:40 Uhr: | |
In irgendeine andere Diskussion hatte sich auch die Frage verirrt, was die PDS denn so machen wird bei der Bundespräsidentenwahl - das gehört ja eigentlich hierher (und eben nicht die Wählermilieus). Letzter Stand ist ja offenbar, daß sie sowohl mit Köhler wie mit Schwan einen Vorstellungstermin machen wollen. Was ja auch richtig und höflich ist. Aber eigentlich muß doch die PDS hinterher dann doch eine eigene Kandidatur benennen, alles andere wäre doch unglaubwürdig. Und auch taktisch wäre das wichtig. Sie kann sich doch nicht über niedrige mediale Präsenz beschweren und dann so eine Chance ungenutzt lassen. |
|