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ich
Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 16. März 2014 - 19:37 Uhr: | |
Hallo, ich habe mal eine Frage zur Bürgermeister-/Landratswahl: Bei diesen beiden Wahlen gibt es doch eine absolute Mehrheitswahl. Was ist, wenn es nur einen Kandidaten gibt, dieser aber weniger als 50% der abgegebenen Stimmen erhält? |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 16. März 2014 - 19:46 Uhr: | |
Der Fall kann in Bayern nicht eintreten, weil bei weniger als 2 expliziten Wahlvorschlägen jeder Wählbare gewählt werden kann. Wenn der explizite Kandidat weniger als 50% kriegt, gibts ganz normal eine Stichwahl. Wer nicht explizit kandidiert hat, kann neuerdings wieder von der Stichwahl zurücktreten; dann gibts eine Wiederholungswahl. Ebenso, wenn die Mehrheit der Stimmen ungültig war. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 16. März 2014 - 20:06 Uhr: | |
"Der Fall kann in Bayern nicht eintreten, weil bei weniger als 2 expliziten Wahlvorschlägen jeder Wählbare gewählt werden kann." Natürlich kann der Fall eintreten: Es gibt nur einen expliziten Kandidaten, nur der erhält Stimmen, aber weniger als 50% der abgegebenen Stimmen; mehr als die Hälfte macht den Wahlzettel ungültig. Den Fall beschreiben Sie ja auch selbst als zweite Variante für die Wiederholungswahl. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 16. März 2014 - 20:18 Uhr: | |
Es gibt aber die impliziten Kandidaten, auch wenn sie keine Stimme kriegen. Die Wahlrechtsänderung könnte übrigens in Miesbach relevant werden. Wenn Kreidl in die Stichwahl kommt, hätte er beim letzten Mal vorher zurücktreten können (mit einer Wiederholungswahl als Folge, bei der die CSU einen neuen Kandidaten reindrücken hätte könnte). Nach der jetzigen Regelung gibts die Stichwahl mit Kreidl, auch wenn er die Wahl nicht annehmen will. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Sonntag, 16. März 2014 - 21:35 Uhr: | |
"Es gibt aber die impliziten Kandidaten, auch wenn sie keine Stimme kriegen. " Nein, es sind keine Kandidaten, es sind wählbare Personen. Das ist ein entscheidender Unterschied. Ein Kandidat ist nur, wer sich selbst bewirbt oder seiner Aufstellung explizit zustimmt. Den Unterschied zeigt die Wahlrechtsänderung im übrigen ganz plastisch: Der Kandidat kann auf die Stichwahl nicht verzichten, der Nichtkandidatkann das sehr wohl. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Sonntag, 16. März 2014 - 22:15 Uhr: | |
Implizit wird sogar das sprachlich weitaus unpassendere "sich bewerbende Person" verwendet. Explizite Kandidaten sind "vorgeschlagene sich bewerbende Personen" oder "auf dem Stimmzettel vorgedruckte sich bewerbenden Personen". In Baden-Württemberg ist sogar ausdrücklich von "nicht zugelassenen Bewerbern" für nicht vorgeschlagene wählbare Personen die Rede. |

Norddeutscher Unregistrierter Gast
| | Veröffentlicht am Montag, 17. März 2014 - 20:06 Uhr: | |
"In Baden-Württemberg ist sogar ausdrücklich von "nicht zugelassenen Bewerbern" für nicht vorgeschlagene wählbare Personen die Rede." Was natürlich eine unsinnige Formulierung ist, da ein "nicht zugelassener Bewerber" jemand ist, der sich beworben hat, dem die Zulassung aber verweigert worden ist. |

Ratinger Linke
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| | Veröffentlicht am Dienstag, 18. März 2014 - 11:12 Uhr: | |
Ist übrigens in Schwaigen tatsächlich passiert (ganz korrekt sind die Darstellungen nicht). Wenn der unfreiwillige Kandidat (mit immerhin 18% der gültigen Stimmen) nicht zurücktritt, gibts auf jeden Fall eine Stichwahl, auch wenn der explizite Kandidat die Wahl nicht annehmen will. Ungültig waren nur gut 5% der Stimmen; Wahlbeteiligung 68%. |

Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
| | Veröffentlicht am Sonntag, 30. März 2014 - 19:39 Uhr: | |
In Schwaigen hats die Stichwahl gegeben. Der explizite Kandidat, der die Wahl nicht annehmen wollte, hat immerhin noch 35.5% gekriegt. In der Gegend gibts noch mehr interessante Ergebnisse: Nebenan in Murnau hat der ÖDP-Kandidat gegen die CSU gewonnen. Der ehemalige CSU-Bürgermeister hat wohl die Landratswahl (ehemals für die CSU sicher) gegen die Freien Wähler verloren. In Garmisch-Partenkirchen gewinnt klar die SPD-Kandidatin (Bundestagswahl: 12.4%), wobei der Amtsinhaber (lokale CSU-Abspaltung) nach miesem Ergebnis vor 2 Wochen auch nicht mehr recht wollte. |