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Philipp
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 18. September 2013 - 23:08 Uhr:   

598 werden es nicht sein, aber wie viele Abgeordnete werden es etwa sein? Welche Zahlen umfasst der realistische Bereich?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 01:04 Uhr:   

Das hängt von mehreren Faktoren ab, wie Abstand Union/SPD bei Erststimmen, Stimmensplitting, welche Parteien reinkommen und Wahlbeteiligung (speziell eine niedrige in Bayern kann aufblähend wirken, selbst wenn die CSU nicht überhängt). Da 2009 schon ein recht krasser Fall war, wo die Union bei 33,8% Zeitstimmen 73% der Direktmandate holte, ist wahrscheinlich, dass die Sitzzahl unter 671 liegen wird, was 2009 bei jetzigem Wahlrecht die Bundestagsgröße gewesen wäre.
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Philipp
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 07:04 Uhr:   

Danke. Also sind 10% realistisch.

Und wo war 2009 nach jetzigem Wahlrecht der stärkste Überhang zu verzeichnen?
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Philipp
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 07:10 Uhr:   

Wie ich sehe ergibt die zuletzt gestellte Frage wohl gar keinen Sinn. Das Wahlrecht ist wirklich kompliziert geworden.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 11:52 Uhr:   

Also die Effekte von Standardüberhang und Länderkontingentsüberhang können sich aufaddieren oder ineinander verschmelzen.
Bisherige Überhangmandate im Osten werden wohl zu so einer Verschmelzung der Effekte führen, weil dort der Anteil einer Landespartei am Ländersitzkontingent höher ist als der Sitzanspruch aus Parteiober-/Länderunterverteilung.
Die 2005er-Variante, in der sowohl Union als auch SPD eine durchaus signifikante Zahl von Überhangmandaten erzielten, würde die Aufblähung tendentiell eher verringern.

Eine halbwegs seriöse Schätzung bräuchte Länderumfragen mit gleichem Befragungszeitraum (keine Stückelung aus mehreren Einzelumfragen), guter Schätzung der Länderwahlbeteiligungen und die sich daraus ergebenden Wahlkreisprognosen von election.de - kleinste Verschiebungen können dann aber schon zu üppigen Differenzen in der prognostizierten Hausgröße führen, während deutlich schlechtere Schätzungen zu Glückstreffern führen können.

Fast die Hälfte der CDU-Überhangmandate stammen übrigens aus BaWü, dort haben strategische Wähler per Splitting das meiste aus ihren Stimmen herausgeholt und die FDP-Landesgruppe auf die Größe der SPD-Landesgruppe aufgepumpt, weil sie wussten, dass die fehlenden Stimmen bei der CDU das dortige Ergebnis verschlechtern, ohne dass es Sitze kostet.
Die aktuelle Leihstimmendebatte beinhaltet auch die Aufwertung der Zweitstimme, daher wird diese Form der strategischen Wahl auch nicht mehr in dem Ausmaß passieren.
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Philipp
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 12:22 Uhr:   

"Fast die Hälfte der CDU-Überhangmandate stammen übrigens aus BaWü, dort haben strategische Wähler per Splitting das meiste aus ihren Stimmen herausgeholt und die FDP-Landesgruppe auf die Größe der SPD-Landesgruppe aufgepumpt, weil sie wussten, dass die fehlenden Stimmen bei der CDU das dortige Ergebnis verschlechtern, ohne dass es Sitze kostet.
Die aktuelle Leihstimmendebatte beinhaltet auch die Aufwertung der Zweitstimme, daher wird diese Form der strategischen Wahl auch nicht mehr in dem Ausmaß passieren."

Zumal ja diesmal, anders als 2009, die CDU durch weniger Zweitstimmen in Überhangländern im Bundestag relativ geschwächt wird.

Da die Erststimme keine Auswirkungen mehr auf die Kräfteverhältnisse der Parteien im Bundestag haben kann, hat deren Bedeutung abgenommen. Nun ist es tatsächlich so, wie es in der Theorie schon immer sein sollte: Auf die Zweitstimme kommt es an.
(Wenn man von der Grundmandatsklausel, die diesmal keine Rolle spielt und vom möglichen Erfolg von Einzelkandidaten absieht.)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 17:29 Uhr:   

"Zumal ja diesmal, anders als 2009, die CDU durch weniger Zweitstimmen in Überhangländern im Bundestag relativ geschwächt wird."
Sogar beim bisherigen Wahlrecht schadete dieses Splitting der Union relativ, weil der Bundestag bei konstanter Sitzzahl der überhängenden Partei größer wurde.

Das Splitting wurde aber in aller Regel nicht zur Erzielung von Überhang praktiziert, allein schon wegen Wahlrechtsunkenntnis der meisten Wähler. Auch dort, wo die Union keine Chance auf Überhang hat, hatte die Union detlich mehr Erst- als Zweitstimmen und entsprechend umgekehrt bei der FDP.
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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 21:04 Uhr:   

"Sogar beim bisherigen Wahlrecht schadete dieses Splitting der Union relativ, weil der Bundestag bei konstanter Sitzzahl der überhängenden Partei größer wurde."

Nein, das Splitting nutzte bisher der Union, weil FDP-Wähler mit ihrer Erststimme CDU/CSU wählten und diese dadurch einen größeren Sitzanteil erhielten, als ihnen nach dem Zweitstimmenanteil zustanden und als sie erhalten hätten, wenn die FDP-Wähler auch mit der Erststimme FDP gewählt hätten, denn dann wäre ein Großteil der umstrittenen Direktmandate an die SPD gefallen.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 22:27 Uhr:   

@Norddeutscher
In der CDU herrscht ein kolonialistisches Denken vor: kein FDP hilft demnach einem CDU-Direktkandidaten, für die CDU sind das 100%ige CDU-Wähler, die die FDP aus Mitleid stützen ;-)
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 22:32 Uhr:   

@Norddeutscher
Es ging um CDU-Anhänger, die taktisch FDP wählen, um Überhang zu erzeugen.

Ihre Aussage stimmt so nur, wenn man unterstellt, dass die CDU/FDP-Splitter alle FDP-Anhänger waren.
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 22:42 Uhr:   

@Thomas Frings
Dem Effekt ist es egal, von welcher Seite der Splitter kommt. Der FDP-Anhänger konnte ja so genauso für Überhang sorgen und schwarz-gelb wahrscheinlicher machen.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 19. September 2013 - 23:46 Uhr:   

"Dem Effekt ist es egal, von welcher Seite der Splitter kommt. Der FDP-Anhänger konnte ja so genauso für Überhang sorgen und schwarz-gelb wahrscheinlicher machen."
Es ging darum, durch taktisches Wählen absichtlich für einen (zusätzlichen) Überhang zu sorgen, und das tat jemand, der die FDP aus Überzeugung wählte, nicht. FDP wählen an sich nutzte und nutzt dem Mandatsanteil der Union natürlich nicht, es sei denn, der FDP-Wähler hätte durch seine Stimme eine Partei unter die Sperrklausel gedrückt, was extrem unwahrscheinlich ist.

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