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Ungültige Zweitstimme bei parteilosem...

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yeahgo
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 22. März 2013 - 01:13 Uhr:   

Mit Erstaunen habe ich gelesen, dass die Zweitstimmen nicht gewertet werden, wenn das Direktmandat eines Wahlkreises an einen Bewerber geht, dessen Partei im Bundesland nicht antritt.
Ich überlege die ganze Zeit nach einem Grund dieser Regelung.

A) Nach einiger Recherche zum Grund dieser Regel bin ich auf Wikipedia auf diesen Satz gestoßen: "Mit dieser Regelung soll eine faktisch zweifache Einflussnahme dieser Wähler auf die Zusammensetzung des Bundestages verhindert werden." Ich kann mir das nicht so recht vorstellen Kann dafür jemand ein Beispiel nennen? Insbesondere, wieso es bei "normaler" Wahl keine zweifache Einflussnahme ist.
B) Musste diese Regel schon mal angewandt werden?
C) Handelt es sich dabei statistisch gesehen um ungültige Zweitstimmen?
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 22. März 2013 - 04:12 Uhr:   

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Werner Fischer
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 22. März 2013 - 09:17 Uhr:   

Eine doppelte Erfolgschance von Stimmen für Einzelbewerbern ist ausgeschlossen, denn für die Zweitstimme dürfen sie nicht kandidieren. Ist der Einzelbewerber erfolgreich, entfallen die Zweitstimmen seiner Wähler - hat er keinen Erfolg, bleiben sie gültig.

Zweitstimmen von Parteibewerbern bleiben immer gültig, dafür werden gewählte Direktkandidaten von der Gesamtzahl der Mandate aber abgezogen. In der juristischen Theorie wird der doppelte Erfolgswert damit wieder storniert.

Faktisch ist diese Regelung ein enormer Nachteil für Einzelbewerber (siehe http://www.buerger-fraktion.de/2006/Petitionen/Bundestag-07-11-11-gesamt.pdf). Einzelbewerber werden bei uns leider nur als "Paradiesvögel" gesehen, um deren Chancen man sich nicht kümmern muss. Begründet wird das dann oft damit, dass noch nie einer gewählt wurde.

Unser Land ist ein 100%-iger Partei(en)staat. Wer Politik verändern will, kann entweder einer etablierten Partei beitreten und versuchen, diese "von innen" zu verändern oder eine eigene Partei gründen. Eine Gründung ist zwar jederzeit möglich, doch etliche Hürden (Unterstützungsunterschriften, 5%-Hürde, Parteienfinanzierung usw.) erschweren dies.

Im Normalfall kommt man schnell zu dem Schluss, dass sich der ganze Aufwand nicht lohnt und wird sich oft enttäuscht von der Politik abwenden. So können die etablierten Kreise ungestört ihre Politik verfolgen. In der Wirtschaft nennt man das Kartellbildung - in der Politik "repräsentative Demokratie" und wer sich dagegen wendet, wird schnell zum "Verfassungsfeind" abgestempelt.
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yeahgo
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 22. März 2013 - 12:12 Uhr:   

Vielen Dank für die sehr ausführlichen und mit Verweisen versehene Antwort(en). Der Grund, dass es keine Erfolgswertverdoppelung geben soll, leuchtet mir ein.

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