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Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin -...

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petra berg
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 02. August 2011 - 23:39 Uhr:   

Bei Facebook habe ich eine "Aktion" entdeckt, die dazu aufruft, durch taktisches Wählen mit der Erststimme die Zahl der Überhangmandate und damit die Zahl der Abgeordneten in Berlin klein zu halten.

siehe http://www.facebook.com/event.php?eid=245329032155215

Halte ich für eine gute Idee, da ja durch Ausgleichsmandate ohnehin keine Partei von ihren Überhangmandaten wirklich profitiert.

130 reguläre Abgeordnete sind doch für das Berliner Parlament wirklich mehr als genug.

Vielleicht könnten ja die Macher der Wahlrecht.de-Seite mal "Tips und Tricks zur Abgeordnetenhauswahl" herausgeben, um möglichst viele Leute auf die Möglichkeit, wie man Überhang- und Ausgleichsmandate verhindern kann, hinzuweisen?
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Hanseat
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Donnerstag, 04. August 2011 - 09:46 Uhr:   

Ich sehe das anders. Als Anhänger einer Partei habe ich in dritter Linie ein Interesse daran, daß die Zahl der Abgeordneten meiner Partei möglichst hoch ist (in erster Linie steht natürlich das Interesse an einer Regierungsbeteiligung, damit die von mir gewählte Partei auch Inhalte umsetzen kann, an zweiter Stelle ist das Interesse, einen möglichst hohen Sitzanteil für die von mir präferierte Partei zu erzielen), weil sich die Arbeit auf mehr Schultern verteilt (insbesondere wenn es sich um eine Oppositionspartei handelt, die keinen Zugriff auf die Ministerialbürokratie hat ist das wichtig) und damit mehr geleistet werden kann. Eine möglichst geringe Zahl an Abgeordneten anzustreben halte ich als politisch interessierter Wähler daher für überhaupt nicht sinnvoll. Ich würde daher, wenn ich in Berlin wählen dürfte, mit der Zweitstimme meine präferierte Partei wählen (um Punkt eins und Punkt zwei zu befördern) und mit der Erststimme eine Partei wählen, die in die Nähe des Überhangs kommt (und in meinem Wahlkreis eine Chance auf den Wahlkreissieg hat - in Zehelendorf z.B. wäre eine Stimme für den Linke-Kandidaten genauso zweckfrei, wie in Marzahn für den CDU-Kandidaten).

In Hamburg, wo ich wählen darf, ist das leider aufgrund der Mehrpersonenwahlkreise viel schwieriger Überhang (und damit Ausgleich) zu produzieren.
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nowhereman
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 05. August 2011 - 09:51 Uhr:   

Generell finde ich es fragwürdig bei einem einigermaßen fair austarierten System der Überhang-/Ausgleichsmandate so zu denken. Ich denke da ganz einfach. Bei der Erststimme wähle ich einen Kandidaten, zu dem ich vertrauen habe und wenn er keine Chancen hat zu gewinnen, dann war es halt so, what shall's und mit der Zweitstimme die Partei, die ich wählen möchte. Hier kommt allein ein taktisches Moment hinzu: Wäre damit zu rechnen, dass meine Partei einen Koalitionspartner braucht und dieser wäre irgendwo zwischen 3,5 % und 6,5% bei Umfragen angesiedelt, dann könnte es sein, aber war es dann doch nur einmal, dass ich dem kleinen
Möchtegernkoalitionspartner die Stimme gebe. Könnte aber auch schief gehen, dann wären meine beiden Stimmen halt wertlos.... wie viele andere Stimmen. Und so wähle ich halt doch gerne eine der größeren - allerdings sicherlich nicht groß(artigen) - Parteien.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Freitag, 05. August 2011 - 16:57 Uhr:   

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Hanseat
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Samstag, 06. August 2011 - 18:10 Uhr:   

@Ratinger Linke

Warum sollte ein Wähler an einem kleineren Parlament interessiert sein? Die Chance, mit einem Anliegen bei einem Abgeordneten Gehör zu finden und es damit auch in das Parlament zu transportieren, steigt doch mit der Zahl der Abgeordneten, da es dann a) wahrscheinlicher ist, überhaupt einen Abgeordneten aus der unmittelbaren Nachbarschaft oder dem eigenen Betrieb zu bekommen, den man kennt und ansprechen kann und es b) einfach mehr Abgeordnete gibt, die sich profilieren müssen und daher auch an Kontakten in die Wählerschaft hinein interessiert sind, die sie auf Themen aufmerksam machen.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 07. August 2011 - 04:59 Uhr:   

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Hanseat
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 07. August 2011 - 18:08 Uhr:   

@Ratinger Linke

"Persönlicher Kontakt mit einem Abgeordneten ist doch nur für eine ganz kleine Minderheit der Wähler ein Bedürfnis," Wenn deem so wäre, wäre das Armutszeugnis für die Demokratie und dann müsste dem durch bessere politische Bildung entgegengewirkt werden, als das einfach hinzunehmen.

"Die Mehrheit ist einfach an niedrigen Kosten interessiert, " Auch wenn es so ist, ist das natürlich blanker Unsinn. Die Kosten der Parlamente und Wahlen sind im Gesamtbild der staatlichen Ausgaben eher zu vernachlässigen. Wenn Bürger wirklich staatliche Ausgaben einsparen wollen (woran ich manchmal Zweifel habe, wenn ich den Protest gegen jede irgendwie geartete Sparmaßnahme sehe), sollte man lieber an Subventionen aller Art herangehen (warum braucht Hamburg z.B. zwei staatlich finanzierte Sprechtheater für die Upperclass und muß dazu auch noch etwa 15 bis 20 Privattheater finanziell unterstützen? Warum müssen Studenten in vielen Bundesländern dafür, daß sie eine Ausbildung bekommen, mit der sie viel mehr verdienen können, als der kleine Angestellte oder Handwerksgeselle, keine angemessenen Studiengebühren zahlen? Warum muss die Kohleförderung immer noch mit Millionen bezuschusst werden?).

"Für die allermeisten Anliegen der Bürger wären eigentlich die Regierungen bzw. Behörden zuständig, bloß sind die meistens wenig offen dafür. Wenn man das ändert, erreicht man viel mehr. Generell braucht die Kontrolle der Regierung kein Monopol des Parlaments zu sein." Erstens bezweifele ich, daß sich das sinnvoll ändern lässt, denn ich habe neben meinem Brotberuf überhaupt nicht die Zeit, mich um die Kontrolle der Regierung zu kümmern, indem ich ständig Anfragen schreibe und Akteneinsicht nehme. Zweitens wähle ich Abgeordnete genau dafür, daß sie mir die Arbeit der Regierungs- und Verwaltungskontrolle abnehmen und tätig werden, wenn ich sie anrufe oder ihnen eine eMail schicke. Dafür werden sie gewählt und bezahlt.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 07. August 2011 - 19:44 Uhr:   

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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Samstag, 11. Juni 2016 - 11:57 Uhr:   

Inzwischen wurde die Landeswahlordnung so angepasst, dass es keine negativen Ausgleichsmandate bei der Unterverteilung mehr geben kann. Jetzt werden einfach die zusätzlichen Sitze proportional verteilt auf die Bezirkslisten ohne Überhang.

Das kann dazu führen, dass eine Bezirksliste mit nur einer Stimme mehr gleich zwei Sitze mehr hat als eine andere. Hier wurde Murks durch neuen Murks beseitigt.

Immer noch möglich sind Unterausgleich, Überausgleich, negativer Ausgleich in der Oberverteilung (Alabama-Paradoxon) und negatives Stimmgewicht.

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