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Frage zur Berechnung beim Bundesliste...

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Stefan peetz
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Juni 2011 - 09:03 Uhr:   

Hallo!

Ich bin neu hier, da ich mich zwecks eines Problems hier angemeldet habe. In einem referat werde ich das Modell der Einführung von Bundeslisten vorstellen. Obwohl es für die meisten wahrscheinlich extrem einfach ist, habe ich arge Probleme, den Rechenschritt nachzuvollziehen. Ich zitiere mal kurz:

"Ein Vorschlag zur Reform des Systems aus Ober- und Unterverteilung geht dahin, die bisherigen Landeslisten abzuschaffen und die Parteien ihre Kandidatenvorschläge in Form von Bundeslisten aufstellen zu lassen. Eine Unterverteilung würde sich damit erübrigen, die Sitzverteilung im Bundestag könnte in einem einzigen Rechenschritt(bisherige Oberverteilung) aus dem Ergebnis der Wählerstimmen errechnet werden. Ein bei der Unterverteilung zutage tretendes negatives Stimmgewicht könnte nicht mehr
auftreten."

Das versteh ich nich. Ich weiß, klingt einfach, aber meine mathematische Logik ist bei mir unterentwickelt *g* Wenn mir also jemand kurz erläutern würde, wie man beispielhaft die Berechnung anstellen könnte, wäre ich sehr erfreut! Vielen Dank!
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Cyrix
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 01. Juni 2011 - 12:45 Uhr:   

Hallo!

Nun, wie bisher würden zuerst die Leute im Wahlkreis mit einer Mehrheit an Erststimmen in den BT gewählt werden. Nach Zweitstimmen würden - auch wie bisher - die 598 Sitze des BTs an die Parteien verteilt werden. Davon ist die Anzahl der gewonnenen Direktmandate der Partei abzuziehen (denn diese Sitze hat sie ja schon über die Erststimmen erhalten). Ist die Zahl der noch zu verteilenden Sitze für diese Partei nicht-negativ, dann werden diese einfach nach Listenreihenfolge vergeben. Dabei bleiben Kandidaten, die schon ein Direktmandat gewonnen haben, unberücksichtigt.

Eine zusätzliche Stimme für eine Partei kann ihr in diesem Modell höchstens einen zusätzlichen Sitz bringen, aber keinesfalls - auch nicht im Fall von (dann externen) Überhangmandaten. Das Stimmgewicht bei vorhandenen Überhangmandaten ist allenfalls Null, nicht aber negativ.


Das wesentliche Problem dieses Modells ist, dass die bundesweite Berücksichtigung der Kandidaten von der Wahl (Unterverteilung) auf die Parteitage im Vorfeld, die die Listen aufstellen müssen, verschoben ist.

Auch gäbe es Probleme mit CDU und CSU, die dann bundesweit als konkurrierende Parteien antreten müssten, was nach der Geschäftsordnung des Bundestags die Fraktionsgemeinschaft kosten würde.


Cyrix
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Arno Nymus
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Juni 2011 - 01:01 Uhr:   

Cyrix schrieb Auch gäbe es Probleme mit CDU und CSU, die dann bundesweit als konkurrierende Parteien antreten müssten, was nach der Geschäftsordnung des Bundestags die Fraktionsgemeinschaft kosten würde.
Das Problem könnte man aber lösen, indem man gemeinsame Bundeslisten für Parteien zulässt, welche in keinem Wahlkreis konkurrierende Kandidaten antreten lassen.

@Stefan peetz: Der Rechenschritt zur Ermittlung der Anzahl der Sitze der Parteien (nach Zweitstimmen) wäre dann die proportionale Zuteilung nach Sainte-Lague, Beispiel bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sainte-Lagu%C3%AB-Verfahren#Berechnungsbeispiel_nach_dem_H.C3.B6chstzahlverfahren

Wie Cyrix korrekt ausführt, würden innerhalb jeder Partei dann alle Wahlkreissieger ihren Sitz bekommen und danach würden Listenkandidaten noch vorhandene Sitze erhalten (wenn die oben errechnete Zahl größer ist als die Anzahl der Wahlkreissieger der Partei).
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Juni 2011 - 04:17 Uhr:   

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Martin Fehndrich
Moderator
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Juni 2011 - 10:19 Uhr:   

Selbst die jetzige Geschäftsordnung wäre kein größeres Problem.
CSU-Abgeordnete könnten wie Überläufer anderer Parteien auch einer CDU-Fraktion beitreten.
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Arno Nymus
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 02. Juni 2011 - 17:54 Uhr:   

Ratinger Linke schrieb Man kann auch eine Bundesliste aus separat aufgestellten Landeslisten zusammenfügen, z.B. nach Zahl der Mitglieder oder nach erzielten Zweitstimmen im Land.
Also Letzteres wäre meiner Ansicht nach per definitionem keine Bundesliste mehr. Für den Begriff der Liste sollte die Listenreihenfolge vor der Wahl feststehen und diese Liste auch waehlbar sein.*
Wenn Landeslisten vorliegen, für die man seine Zweitstimme gibt und die Besetzung der Sitze dann von diesen Landeslisten entsprechend der Zweitstimmen für die Landeslisten erfolgt, liegt de facto keine Bundesliste vor.

Die Besetzung der Bundeslisten nach Mitgliederanzahl der Landesverbände ist wahrscheinlich die tatsächliche Realisierung, wie die meisten Parteien die Bundesliste zusammenstellen würden - zumindest im Groben bzw. nach Augenmaß.

* Man beachte, dass eine Listenreihenfolge nicht unbedingt der Sitzvergabereihenfolge entsprechen muss - z.B. wenn man seine Stimme auch einzelnen Personen geben kann oder ähnliches.

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