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Beruf oder Stand

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Jens Müller
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 10:21 Uhr:   

Wie definiert sich das genau? Ist "Akademischer Mitarbeiter" ein Beruf?
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 16:10 Uhr:   

Man würde wohl eher "wissenschaftlicher Mitarbeiter" sagen, das ist natürlich ein Beruf. Auch "Beamter" ist zulässig, obwohl das ja vom Postboten bis zum Ministerialdirektor alles sein kann.

Berufsbezeichnungen mit dem Bestandteil "Berater" können Arbeitslosigkeit kaschieren.
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Jens Müller
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 16:18 Uhr:   

"Wissenschaftlicher Mitarbeiter" nannte das das Universitätsgesetz früher auch - aber inzwischen halt nicht mehr ...
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 17:13 Uhr:   

Auf der Landsliste der Grünen in NRW gibt es z.B. zwei "wissenschaftliche Mitarbeiter". Es gibt keine Verpflichtung, offizielle Berufsbezeichnungen zu verwenden, natürlich darf sich z.B. ein Fleischer auch als Metzger bezeichnen.
Außerdem gibt es längst nicht für jede tatsächlich vorkommende Berufstätigkeit irgend einen speziellen Uni-, FH- oder Berufsabschluss oder sonst eine offizielle Bezeichnung.

Noch eine Anmerkung zu Beratern: Steuerberater sind natürlich nicht verdächtig, verkappte Arbeitslose zu sein.
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Wähler
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 17:21 Uhr:   

"Steuerberater sind natürlich nicht verdächtig, verkappte Arbeitslose zu sein."

Arbeitsberater (BA) auch nicht ;-)
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Ratinger Linke
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 28. April 2010 - 18:43 Uhr:   

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Jens Müller
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 03. Mai 2010 - 01:16 Uhr:   

OK, das Büro der Landeswahlleiterin sagt nach Rücksprache mit dem Kreiswahlleiter, daß "Akademischer Mitarbeiter" doch ok ist.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Sonntag, 02. Dezember 2012 - 23:47 Uhr:   

Es gibt einen Trend zu immer mehr dubiosen Berufsbezeichnungen und Abschlüssen. Besonders Jobs als Berater schießen scheinbar wie Pilze aus dem Boden. Der hessische Grünen-MdL Daniel Mack gibt z. B. als Beruf "Berater für Sportkommunikation" ab. Fällt mir schwer, zu glauben, dass das mehr als kaschierte Arbeits- und Berufslosigkeit ist. Von einem ehemaligen nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsabgeordneten weiß ich zufällig sogar, dass der angebliche Unternehmensberater tatsächlich ohne Einkünfte war. Den Vogel schießt aber Macks Fraktionskollegin Monika Lentz ab:
von 2008 bis 2012 Studium Politikwissenschaften/Soziologie, Abschluss B.A.,
von 2010 bis 2012 Ausbildung in gewaltfreier Kommunikation und Konfliktbearbeitung bei "gewaltfreihandeln e. V.", Abschluss Friedensfachkraft.


Auch so ein Fall ist der Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen sowie Justiz und Verfassung:
Günthner studierte nach dem Abitur Philosophie und die Kulturgeschichte Osteuropas (ohne Abschluss). Anschließend absolvierte er ein 18-monatiges Fernstudium Public Relations in Heidelberg mit dem Abschluss PR-Berater (DPRG). Vor der Übernahme des Senatorenamts war er als selbständiger Kommunikations- und PR-Berater tätig.
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_G%C3%BCnthner

Wer engagierte denn so jemanden als Berater, außer vielleicht seine Parteifreunde in irgendeiner Behörde? Aber wenn ein Österreicher ohne Abschluss und Berufserfahrung Bundeskanzler oder in früheren Zeiten Führer und Reichskanzler werden konnte, warum soll man dann nicht als verkrachte Existenz Senator in Bremen werden können?
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Taugenichts
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 03. Dezember 2012 - 00:39 Uhr:   

Politik ist eben ein ziemlich voraussetzungsloser Beruf. Allerdings muss man schon ein paar Leute (z.B. durch rednerisches Geschick) von sich überzeugen können, sonst stellt einen keine Partei auf.
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Thomas Frings
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 04. Dezember 2012 - 21:31 Uhr:   

"Politik ist eben ein ziemlich voraussetzungsloser Beruf."
Wohl wahr und das soll auch so sein. Wobei allerdings sehr viele ehrenamtlich politisch tätig sind und in Kleinststaaten und in der Schweiz sogar Parlamentarier auf nationaler Ebene keine Berufspolitiker sind.

Mein Punkt ist aber eher, dass mit seltsamen Berufsbezeichnungen die tatsächliche Situation beschönigt werden soll. Besonders schlau ist das nicht. Wenn sich z. B. jemand "Umweltprojektplaner" nennt wie der bayer. MdL Ludwig Hartmann, ist doch ziemlich klar, dass so jemand keinen wirklichen Beruf (außer Politik) hat. Schlauer ist es, sich eine unauffällige, aber nichtssagende Berufsbezeichnung zuzulegen, wie z. B. Unternehmer oder kaufmännischer Angestellter. Dahinter können sich ja extrem unterschiedliche Tätigkeiten verbergen mit extrem verschiedenem Sozialprestige.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. Dezember 2012 - 05:06 Uhr:   

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Norddeutscher
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 05. Dezember 2012 - 15:06 Uhr:   

Was Berufsbezeichnungen ausmacht kann man auch anderswo sehen. Ein schnöder "Rechtsanwalt" zieht heute kaum irgendwo besonders (schadet aber wohl auch nicht), ein "Fachanwalt für Arbeitsrecht" bringt einem SPD-Kandidaten hingegen schon eine ganze Menge. Bei der Bezirksversammlungswahl in Hamburg-Nord 2011 ist im Wahlkreis Winterhude-Eppendorf jedenfalls der SPD-Kandidat Jan Freitag mit entsprechender Berufsbezeichnung deutlich nach oben gespült worden, dass er überwiegend Arbeitgeber berät oder vertritt war den meisten SPD-Wählern wohl nicht bekannt, ob sie dann genauso gewählt hätten? Umgekehrt hat der FDP-Bürgerschaftskandidat Robert Bläsing mit der Berufsbezeichnung "Diplom-Verwaltungswirt (FH)" (wo jeder dann weiß, dass er ein Beamter ist) ein ziemlich schlechtes Ergebnis erhalten und nur deshalb den Einzug in die Bürgerschaft geschafft, weil Platz drei eben bereits über den Listenplatz zog. Bei FDP-Wählern kommen Staatsdiener eben nicht so toll an.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 06. Dezember 2012 - 00:57 Uhr:   

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CHeine
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Sonntag, 09. Dezember 2012 - 22:40 Uhr:   

Entscheidend ist nicht nur das Prestige einer Berufsbezeichnung, sondern ob die Bezeichnung zur angepeilten Klientel passt. 2004 trat in einer sächsischen Kleinstadt eine Wählervereinigung "Arbeitslosenverband" an. Auf hinteren Listenplätzen und ohne übersteigerte Ambitionen traten 2 Bewerber an, die als einzige der Kandidaten dieser Liste "arbeitslos" angaben. Diese wurden gewaltig nach oben gespült und haben andere, bekanntere und ambitioniertere Kandidaten des ALV hinter sich gelassen.
Wahrscheinlich dachten sich die Wähler, wenn schon "Arbeitslosenverband", dann auch Arbeitslose wählen.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Montag, 10. Dezember 2012 - 01:35 Uhr:   

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