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Frage zur Sitzverteilung im Bundestag

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Manu S.
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. September 2002 - 18:48 Uhr:   

Hi Leute!

Ich hab mal eine Frage, wie die Sitzverteilung im Bundestag funktioniert. Wir nehmen das nämlich zur Zeit in der Schule durch, aber irgendwie will ich das net verstehen...

Also, was ich ganz sicher weiß, ist, dass duch die Erststimme 299 Wahlkreissieger ermittelt werden, die dann in den Bundestag kommen. Das ist dann genau die Hälfte der 598 Mandate. Die andere Hälfte soll, laut unsrem Lehrer, duch die Liste (Zweitstimme) ermittelt werden. Nur weiß ich nicht, wie das gehn soll! Mein Problem hängt auch mit den Überhangmandeten zusammen, die ja dadurch entstehen solln, wenn eine Partei über die Erststimme MEHR Sitze gewinnt, als ihr nach der Zahl der errungenen Zweitstimmen zustehen. (Der Bundestag wird dann um diese Zahl erhöht) Aber woher weiß ich, wieviele Sitze ihr duch die Zweitstimme zustehen?
Hm, ich glaub, ich versteh jetzt gar nichts mehr, würde mich freun, wenn mir jemand einfach erklärn kann, wie man die anderen 299 Sitze festlegt, die irgendwie durch die Zweitstimme ermittelt werden.

vielen dank!
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ich
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. September 2002 - 22:02 Uhr:   

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Eike
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. September 2002 - 22:44 Uhr:   

Die Zweitstimme ist prinzipiell für die Sitzverteilung die entscheidende, nur in Überhang-Ländern kann die Erststimme etwas ausmachen.
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Hesse (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Montag, 04. Juni 2007 - 17:26 Uhr:   

@Eike
Die Erststimme ist auch für die Sitzverteilung entscheidend, weil ich damit dafür sorgen kann, daß eines farblosen unbekannten Listenkandidaten aus dem anderen Ende des Landes mein mir bekannter Direktkandidat aus dem gleichen Dorf gewählt werden kann.
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Montag, 04. Juni 2007 - 20:47 Uhr:   

Die Erststimme ist für die Sitzverteilung nur dann mitentscheidend, wenn Überhangmandate oder sonstige nicht mit Listenmandaten verrechenbare Direktmandate (Direktmandate von Einzelbewerbern, von Kandidaten gescheiterter Listen) anfallen.
Die Verteilung der Personen auf die Sitze erfolgt nach der Sitzverteilung in einem zweiten Schritt, wobei die erfolgreichen Kandidaten, die einen nicht durch eine Liste gesetzten Sitz errungen haben, direkt gesetzt sind.
Scheidet ein gewählter Direktkandidat später aus, so nimmt seinen Platz, sofern sein Mandat mit einem Listenmandat "verrechnet" worden ist, ein Nachrücker von der Liste ein. Ein nicht durch eine Liste "gedecktes" Direktmandat bleibt hingegen frei bzw. verfällt, wenn die betreffende Person ausscheidet.
Man muss also unterscheiden zwischen

Sitzverteilung = Verteilung der Mandate auf Listen und erfolgreiche Direktkandidaturen

sowie der Zuweisung der Personen zu den Mandaten.
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Hesse (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Mittwoch, 13. Juni 2007 - 21:10 Uhr:   

@Philipp Wälchli:
Wie sie selbst schreiben "sowie die Zuweisung der Personen zu den Mandaten" und insofern kann ich durch meine Erststimme sehr wohl dafür sorgen, daß der in meinem Wahlkreis kandidierende Herr X, der nicht auf der Liste abgesichert ist, in das Parlament kommt und damit ein Kandidat Y (welcher das ist, weiß ich aufgrund der Tatsache, daß ich die Gesamtzahl der Sitz der Partei nicht kenne, natürlich nicht) nicht. Also nehme ich mit meiner Erststimme Einfluß auf die Sitzverteilung.
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Mittwoch, 13. Juni 2007 - 22:47 Uhr:   

Nochmal zum Mitschreiben auch für Rechthaber, Besserwisser und Begriffsstutzige:
"Sitzverteilung" ist für Verhältniswahlverfaren ein genau bestimmter Begriff, der eben die Zuteilung von Sitzen an die Listen und nicht von Sitzen an Personen bezeichnet.
Man kann natürlich als einzelne Person gegen einen sinnvollen, eingebürgerten und durchaus durch Argumente gesicherten Sprachgebrauch protestieren und ihn anders definieren, aber dann muss man sich auch nicht wundern, wenn man von andern nicht verstanden und vielleicht sogar für uneinsichtig gehalten wird.
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Hesse (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Donnerstag, 14. Juni 2007 - 12:40 Uhr:   

@Philipp Wälchli
Natürlich ist auch die personelle Besetzung ein Akt der Sitzverteilung. Was soll es denn sonst sein? Wie ist denn Ihrer auffassung nach der korrekte Begriff für die Verteilung des einzelnen Sitzes an eine einzelne Person, w2enn nicht Sitzverteilung? Im Übrigen ist ihre Argumentation schon deshalb nicht stimmig, weil es sich bei der Verteilung des Sitzes aufgrund der Erststimme gerade nicht um einen Ausdruck der Verhältniswahl sondern einen Ausfluß der rudimentär vorhandenen Mehrheitswahl handelt.
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Philipp Wälchli
Veröffentlicht am Donnerstag, 14. Juni 2007 - 15:04 Uhr:   

Zwei Male habe ich es ausführlich erklärt. Wer fähig ist, einen Text zu lesen und zu verstehen, was da steht, könnte die beiden Erklärungen mühelos begreifen. Für Unwillige und Lernresistente will und mag ich es nicht ein drittes Mal erklären.

Im übrigen wirkt sich das deutsche Wahlsytem faktisch gleich aus wie ein System, in dem man nur Listen auswählen und ausserdem pro Liste einen Namen unterstreichen könnte: Nach dem Verteilen der Sitze auf die Listen werden zuerst die am häufigsten unterstrichenen Namen auf die Sitze gesetzt, die frei bleibenden werden in der Reihenfolge der Liste mit noch nicht berücksichtigten Kandidaten besetzt. Das wäre - abgesehen von der Überhangproblematik - weitestgehend gleichwertig zum aktuellen deutschen System, was beweist, dass die Verirrung rund um die Sitzverteilung eben bloss Verirrung ist.
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Hesse (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 15. Juni 2007 - 15:39 Uhr:   

Sie haben meine Frage nicht beantwortet: Wie nennen sie personelle Besetzung eines Sitzes mit Person X statt mit Person Y dadurch, daß Person X direkt gewählt wird und Person Y dadurch nicht über die Liste einzieht, wenn nicht "Sitzverteilung"? Der Sitz wird an Kandidat X verteilt. Zeigen mir das Gesetz, in dem steht, daß diese Besetzung nicht sitzverteilend ist. Auch das von ihnen genannte System ist eine Form der Sitzverteilung, weil nämlich der Sitz an eine bestimmte Person verteilt wird, oder etwa nicht.
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ag (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 15. Juni 2007 - 16:16 Uhr:   

@Hesse:
"Sitzzuteilung"
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Florian (Unregistrierter Gast)
Veröffentlicht am Freitag, 15. Juni 2007 - 23:24 Uhr:   

Na, jetzt sind wir aber spitzfindig.

Um aber Licht in die Diskussion zu bringen:

Unter "Verteilung" meint das Bundeswahlesetz die Verteilung der Sitze auf die Landeslisten.

Für den von Hesse gemeinten Sachverhalt gibt es im Wahlgesetz folgende Formulierungen:

Für die Direktkandidaten:
§5:
"In jedem Wahlkreis wird ein Abgeordneter gewählt. "

Für die Listenkandidaten:
§6 (4):
"Die restlichen Sitze werden aus der Landesliste in der dort festgelegten Reihenfolge besetzt. "

Also entweder "wählen" oder "besetzen" aber nicht "verteilen".
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Gast12
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. Juli 2012 - 16:54 Uhr:   

woher weiß man wie viel Plätze pro Bundeland? Nicht geteilt durch 16 oder?
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Jan W.
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Mittwoch, 04. Juli 2012 - 21:53 Uhr:   

@Gast12
Zu Verteilung auf Bundesländer wird dasselbe mathematische Verfahren verwendet, das auch zur Verteilung von Sitzen auf Parteien verwendet wird.
Systemwidrig ist nur, dass Stimmen bei der Länderoberverteilung berücksichtigt werden, die in der Parteiunterverteilung nicht mehr gewertet werden.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Donnerstag, 05. Juli 2012 - 01:32 Uhr:   

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Gregor
Unregistrierter Gast
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 20:39 Uhr:   

Wichtige Korrektur: Verteilt wird grundsätzlich nach der Wähler jener Parteien, die die Sperrklausel überspringen. Der Rest der Stimmen kommt in den Papierkorb.
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Ratinger Linke
Registriertes Mitglied
Veröffentlicht am Dienstag, 17. September 2013 - 21:02 Uhr:   

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